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Zweites Vatikanisches Konzil
11. Oktober 1962 – 8. Dezember 1965
Akzeptiert von

Römisch-katholische Kirche

Einberufen von Papst Johannes XXIII.
Präsidium

Papst Johannes XXIII., Papst Paul VI.

Teilnehmer Insgesamt 3044 Teilnehmer (davon 2498 Konzilsväter)
Themen

Kirchenreform: Beziehung der Kirche zur modernen Welt sowie Antwort und Anpassung der Kirche an die moderne Welt, Ökumenismus, nichtchristliche Religionen, Liturgie

Dokumente

16 Dokumente (4 Konstitutionen, 9 Dekrete, 3 Erklärungen)

Das Zweite Vatikanische Konzil (kurz auch II. Vatikanum bzw. II. Vaticanum oder Vatikanum II bzw. Vaticanum II), das von der römisch-katholischen Kirche als das 21. Ökumenische Konzil angesehen wird, fand vom 11. Oktober 1962 bis zum 8. Dezember 1965 statt. Es wurde von Papst Johannes XXIII. mit dem Auftrag zu pastoraler und ökumenischer „instauratio“ (Erneuerung,italienischaggiornamento) einberufen.

Vor einer Papstmesse auf dem Konzil; Bereich zwischen Papstaltar und Apsis/Kathedraaltar, davor der Sitz des Papstes
Tribüne mit Konzilsvätern und Empore der Sekretäre
Konzilsväter, im Vordergrund der Liturgiewissenschaftler Aimé-Georges Martimort
Konzilsväter

Der Papst wies in der lateinischen Eröffnungsansprache Gaudet Mater Ecclesia („Es freut sich die Mutter Kirche“) ausdrücklich darauf hin, dass eine gewisse Aktualisierung dogmatischer Sätze im Sinne ihrer Orientierung auf das Verständnis des gegenwärtigen Zeitalters möglich und notwendig sei. Denn das eine sei das ewige Dogma, die bleibende Wahrheit, ein anderes die Ausdrucksweise der jeweiligen Zeit.

Nach dem Tod Papst Johannes’ XXIII. im Jahr 1963 wurde das Konzil durch Papst Paul VI. fortgesetzt und 1965 beendet. Es entschied zugunsten der Religionsfreiheit in der bürgerlichen Staatsordnung, für einen verstärkten Dialog mit Anders- oder Nichtgläubigen und wies erstmals auf die Bedeutung der Frauen für Gesellschaft und Kirche hin.

Unter den Teilnehmern waren auch die späteren Päpste Johannes Paul I., Johannes Paul II. und Benedikt XVI.

Inhaltsverzeichnis

Einberufung

Der Gedanke eines neuen Konzils geht, nach Angaben Johannes’ XXIII., auf eine Unterhaltung mit Kardinal Alfredo Ottaviani (1890–1979) zurück, die am zweiten Tag des Konklaves geführt wurde, das ihn 1958 zum Papst wählte. Pius XII. soll bereits gegenüber dem Jesuitenprediger Riccardo Lombardi angedeutet haben, dass er damit rechne, dass sein Nachfolger ein Konzil einberufe. Die Päpste Pius XI. und Pius XII. hatten beide jeweils die Fortführung des I. Vatikanums prüfen lassen. Papst Johannes plante von Anfang an ein Konzil, das die Kirche auf die Gegenwart ausrichten sollte; möglicherweise reichen die Motive bis in die Jugendzeit Roncallis zurück (schrieb Lambert Beauduin). Dieses Anliegen beschrieb Johannes XXIII. als „Aggiornamento“ (als „Verheutigung“ oder „Heutigwerden“ übersetzt). Am 25. Januar 1959 gab er dann vor 17 Kardinälen im Kapitelsaal der Patriarchalbasilika St. Paul vor den Mauern überraschend bekannt, dass er ein Konzil für die Weltkirche einzuberufen beabsichtige, dessen Ziel die „Erneuerung“, „größere Klarheit im Denken“ und „Stärkung des Bandes der Einheit“ sein solle.

Die Nachricht der Einberufung des Konzils wurde mit großer Aufmerksamkeit und teils enthusiastisch aufgenommen. Nicht begeistert von den Plänen bzw. von inhaltlichen Vorgaben war ein Teil der Kurienkardinäle. Mit der Apostolischen Konstitution Humanae salutis vom 25. Dezember 1961 wurde das Zweite Vatikanische Konzil für 1962 einberufen.

Vorbereitung

Am 17. Mai 1959 trat die Kommission zur Ingangsetzung der Vorbereitung, die Commissio antepraeparatoria, erstmals zusammen. Sie stand unter Vorsitz des Kardinalstaatssekretärs Domenico Tardini. Sie forderte weltweit 3500 Bischöfe, Ordensobere und theologische Fakultäten auf, Vorschläge für das Beratungsprogramm der Vorbereitungskommissionen einzureichen. So kamen 2812 Postulate zusammen, die von der Commissio gesichtet und ausgearbeitet wurden. Dazu gehörten auch Petitionen, die nicht vorgesehen waren und ungebeten eingereicht wurden, also Petitionen von Laien, insbesondere von Frauen aus Orden und Verbänden. Auch diese wurden in den Kommissionen ausgesprochen aufmerksam gelesen. Danach begann die eigentliche Vorbereitungsphase, eingeleitet durch das Motu proprio Superno Dei nutu vom 5. Juni 1960.

Dazu wurden zehn Vorbereitungskommissionen (Commissiones praeparatoriae) gegründet. Im Gegensatz zu früheren Konzilien, bei denen solche Kommissionen vor allem mit Theologen und Kanonisten besetzt gewesen waren, die auf dem Konzil selbst gar kein Stimmrecht besaßen, waren die Vorbereitungskommissionen des Zweiten Vatikanums etwa zur Hälfte mit Bischöfen und Ordensoberen besetzt. Grundsätzlich wiesen sie aber eine große Nähe zum Kurienapparat auf, der so den entscheidenden Einfluss auf den Konzilsverlauf zu nehmen versuchte.

Der Papst konnte daher einige seiner eigenen Anliegen, vor allem die Ökumene, nur gegen Widerstände in die Vorbereitungen einbringen. Doch über die Inhalte, die das Konzil prägen sollten, hatte sich längst ein weltweiter Dialog entwickelt. Der aus der Schweiz stammende und in Tübingen lehrende Theologe Hans Küng forderte in seinem Buch „Konzil und Wiedervereinigung“ 1960 wirkliche Bemühungen in Richtung Ökumene, eine Reform der Kurie, einen interreligiösen Dialog und die Abschaffung des Index Librorum Prohibitorum. Er fasste damit zusammen, was viele Theologen auch dachten. Diese auch von vielen Laien unterstützten Ziele wurden teilweise auch erreicht.

Um die Federführung der Kurie bei der Vorbereitung auszugleichen, richtete der Papst 1960 das Sekretariat für die Förderung der Einheit der Christen ein, zu dessen Leiter er den deutschen Kardinal Augustin Bea SJ ernannte, vormals Beichtvater von Pius XII. Dieses Sekretariat, und nicht die von der Kurie beeinflussten Kommissionen, denen es gleichgestellt war, war fortan für die Ökumenefragen zuständig. Dieses Vorgehen wurde von anderen christlichen Gemeinschaften begrüßt, da ihnen der Umgang mit der römischen Kurie wenig behagte.

Im Sommer 1961 traten die Vorbereitungen in ihre Schlussphase. Geklärt werden musste vor allem noch der organisatorische Ablauf und genauer, welcher Kreis von Teilnehmern eingeladen werden sollte. Fest stand bis dahin nur, dass die amtliche Sprache des Konzils Latein sein sollte, ohne Rücksicht auf die damals bereits grassierende „Lateinschwäche“ in erheblichen Teilen des Episkopats. Im Frühjahr 1962 lagen 69 Entwürfe zu den unterschiedlichsten Themen vor. Sie waren insgesamt sehr langatmig geraten und in typisch römischem Stil verfasst, schwerfälliger sogar als die Enzykliken der Vorgängerpäpste. Nur die Liturgiekommission präsentierte ein konkretes Konzept, die anderen Vorschläge liefen vor allem darauf hinaus, dass das Konzil mehr bewahren und „festschreiben“ als erneuern sollte. Diese Richtung aber wollten die Vertreter der Ortskirchen nicht einschlagen, was erstmals zeigte, dass die Kurie gegenüber den Bischöfen an Einfluss verloren hatte.

Johannes XXIII. verzichtete darauf, zu den Vorschlägen der 69 Entwürfe konkret Stellung zu nehmen. Auch gab er nicht vor, was der Schwerpunkt des Konzils sein sollte. Er wollte einem freien und selbstständigen Konzil (ohne Tabufragen) zumindest eine Chance geben. Allerdings dachte er wohl an eine zügige „Abwicklung“ desselben. Es entwickelte sich jedoch eine Eigendynamik hin zu dem Ziel eines „neuen Pfingstens“ für die Kirche.

„aggiornamento“

Der pastorale Methodenwechsel, den Papst Johannes XXIII. als Aggiornamento einleitete und den Paul VI. mit il Dialogo überschrieb (Enzyklika Ecclesiam suam, 1964), hat seinen Ursprung bereits in den Tagen des Ersten Weltkrieges. Benedikt XV. hatte in seiner Enzyklika Ad beatissimi Apostolorum principis zwar die Verurteilung des theologischen Modernismus bekräftigt, schwächte den Ton nach den erbitterten Auseinandersetzungen unter seinem Vorgänger Pius X. aber ab: Er verurteilte auch den integralistischen Antimodernismus, um die „Einheit der Kirche“ als supranationale Instanz zu retten. Papst Pius XI. hatte gleichfalls die fundamental neue Lage der „Welt von heute“ in ihren Umrissen erkannt und daher den „Frieden Christi im Reiche Christi“ zum Programm seines Pontifikats gemacht. Unter seinem Nachfolger Pius XII. gab es eine Weiterentwicklung in der Weltgeltung ad extra sowie hinsichtlich des katholischen Programms.

„approfondimento“

Dieser geistliche Begriff der Kirche umfasst Treue zur Tradition sowie jeweilige Anpassung an die Gegenwart. Neben der Intransigenz, also einer Kompromisslosigkeit im Wesentlichen, gibt es also auch die Fähigkeit zu angemessener Erneuerung im Horizont der Zeit, also eine Modernität.

Prozession der Konzilsväter
Konzilsväter

Das Konzil begann am 11. Oktober 1962. In einer großen Prozession zogen die 2498 Konzilsväter in den Petersdom der Vatikanstadt ein. Dabei trug Johannes XXIII. nicht die päpstliche Tiara als Zeichen der Macht, sondern eine Mitra, und demonstrierte sich somit als Hirte, und nicht als Herrscher. Auch nutzte er den päpstlichen Tragesessel nur auf dem Petersplatz, um besser gesehen werden zu können. In der Peterskirche ließ er anhalten, stieg herab und ging den Rest zu Fuß. Bischöfe aus 133 Ländern waren anwesend. Das Innere des Petersdoms selbst war zu einer gigantischen Konzilsaula umgebaut worden. Im Mittelschiff fanden sich auf beiden Seiten 90 Meter lange, ansteigende Tribünen, von denen aus debattiert wurde.

Traditionsgemäss gehörten zu den Teilnehmern des Konzils nur Männer. Dies führte schon in der Pressekonferenz zur Eröffnung des Konzils zu der kritischen Nachfrage, ob denn auch Frauen zum Konzil geladen seien. Damit erregte die Fragestellerin, die damals 30-jährige Josefa Theresa Münch, erstmals öffentliche Aufmerksamkeit für das Anliegen der innerkirchlichen Gleichberechtigung der Frauen. "Die anwesenden Journalisten haben einfach gelacht. Für sie war klar: Laienauditoren müssen Männer sein”, so Kirchenhistorikerin Regina Heyder; nach Diskussionen insbesondere in der zweiten Sitzungsperiode wurden ab der dritten Sitzungsperiode auch Frauen als "Auditorinnen" (Zuhörer) zugelassen, durften aber anders als die Männer keine Reden halten.

Darüber hinaus beteiligten sich Frauen weit mehr als bislang bekannt am Konzil. Frauenverbände, Theologinnen und Ordensschwestern verfassten zahlreiche Petitionen zu Liturgie, Ökumene, Eheverständnis und dem Status von Frauen in der Kirche. In Rom selbst prägten Laienauditorinnen, kirchenpolitisch aktive Romreisende und Gastgeberinnen den Kommunikationsort Konzil. Frauen gestalteten aktiv die Konzilsrezeption vor Ort und übersetzten die fremdsprachigen Texte der Dokumenten-Entwürfe ins Lateinische. Manche Debatten, etwa über die Enzyklika „Humanae vitae“ oder über Diakoninnen und Priesterinnen, wirken bis heute nach.

Die Verhandlungen des Konzils fanden in vier Sitzungsperioden jeweils im Herbst statt.

Erste Sitzungsperiode

Schon die ersten Sitzungen – genannt allgemeine Kongregationen (Zusammenkünfte) – deuteten darauf hin, dass es zu einer Auseinandersetzung zwischen den „Erneuerern“ und „Bewahrern“ kommen werde. Die Kurie wollte das Konzil maßgeblich bestimmen und versuchte, auf die Besetzung der wichtigsten Positionen und auf die Tagesordnung entscheidenden Einfluss zu nehmen. Erste „Nagelprobe“ war dabei die Besetzung der zehn Konzilskommissionen am 13. Oktober 1962.

Die zehn Konzilskommissionen entsprachen in Zahl und Aufgabenbereich den zehn Vorbereitungskommissionen. Sie hatten die Aufgabe, die Ergebnisse der Beratungen über die Schemata in der Generalversammlung einzuarbeiten und das überarbeitete Schema dann erneut der Generalversammlung vorzulegen. Die Kommissionen sollten aus je 24 Mitgliedern bestehen, wobei 16 von den Konzilsvätern gewählt, die übrigen acht durch den Papst ernannt werden sollten. Das Generalsekretariat des Konzils ließ zu den Wahlzetteln Listen austeilen, auf denen 16 Namen von Konzilsvätern verzeichnet waren, die schon der entsprechenden Vorbereitungskommission angehört hatten. Diese aber waren demnach Kandidaten der Kurie. Die anwesenden Bischöfe verlangten daraufhin, die Mitglieder der Kommissionen selbst bestimmen zu können und beantragten eine Vertagung, um sich genauer mit den Kandidaten auf der Liste befassen zu können. Als versucht wurde, dies zu ignorieren, ergriffen die Kardinäle Achille Liénart und Josef Frings das Wort und setzten im Namen der Konzilsväter deren Vorstellungen durch. Die Wahl wurde vertagt. Diese Sitzung wurde später als der eigentliche Aufbruch des Konzils bezeichnet, da deutlich wurde, dass sich die anwesenden Bischöfe als „das Konzil“ verstanden und sich nicht den Vorschlägen der Kurie fügen wollten.

Nach der Vertagung wurden vor allem von deutschen und französischen Konzilsvätern neue Listen ausgearbeitet. Das Konzil erhielt die Eigendynamik. Der bereits schwer kranke Papst Johannes XXIII. billigte das „Sicheinlaufen“ des Konzils und hielt sich zurück; er hatte nicht die Absicht, in konkrete Entscheidungen einzugreifen. Die entstandene Dynamik war jedoch anfangs noch nicht auf ein klares Ziel ausgerichtet. Auch diese Zielbestimmung hatte der Papst dem Konzil überlassen, das hiermit jedoch zunächst überfordert war. Erst der Erzbischof von Mailand, Kardinal Giovanni Battista Montini, der spätere Papst Paul VI., schlug in einem elfseitigen Brief an den Papst die Konzeption der doppelten Thematik der Kirche ecclesia ad intra und ad extra vor. Er plädierte nach außen für eine Ausweitung des vom Papst selbst initiierten ökumenischen Dialogs, nach innen für eine Befassung mit dem Wesen der Kirche und ihrer Reform sowie die Einteilung des Konzils in drei Sitzungsperioden. Das Konzil nahm diese bereits vom belgischen Kardinal Léon-Joseph Suenens unter Bezugnahme auf eine Papstansprache vom 11. September 1962 vorformulierten Gedanken mit großer Zustimmung an, was für die von Ottaviani vertretene Kongregation für die Glaubenslehre, damals noch Heiliges Offizium genannt, einen ersten „Machtverlust“ bedeutete. Die Richtung des Konzils war damit vorgegeben. Eine weitere unvorhergesehene Entwicklung wurde durch die Ablehnung des Schemas De Ecclesia initiiert. Daraufhin wurde vom Generalsekretär des Konzils, Pericle Felici, der Vorschlag unterbreitet, Alternativschemata einzureichen, was den Einfluss der Bischöfe und Bischofskonferenzen auf den von der Vollversammlung des Konzils zu behandelnden Text deutlich vergrößerte.

Am 8. Dezember 1962 endete die erste Sitzungsperiode.

Die Arbeit in der Konzilskommission sollte aber in der Sessionspause weitgergehen. Johannes XXIII. änderte seine Meinung in Bezug auf seine anfängliche Zurückhaltung und wollte in der zweiten Sitzungsperiode „′seinen Platz einnehmen′ als ′wirklicher Präsident′, wenn auch mit Diskretion.“ Das Fortschreiten des Konzils erlebte Papst Johannes jedoch nicht mehr, er starb am 3. Juni 1963.

Zweite Sitzungsperiode

Die zweite Sitzungsperiode wurde am 29. September 1963 von Papst Paul VI. eröffnet. Dieser war am 21. Juni desselben Jahres zum Nachfolger des inzwischen verstorbenen Johannes XXIII. gewählt worden. Die Sitzungsperiode sollte zu den ersten Dokumenten, und damit zu den ersten greifbaren Ergebnissen führen. Sie war dabei weiter vom Gegensatz zwischen konservativen und progressiven Kräften bestimmt (vgl. Coetus Internationalis Patrum). Das Konzil diskutierte unter anderem, welche Rolle den Bischöfen in Zukunft zukommen solle. Progressive Kräfte befürworteten eine größere Gemeinschaft, wenn auch nicht an Stelle eines Unterordnungsverhältnisses gegenüber dem Primat des Papstes, der ja ebenfalls zuerst Bischof ist. Diesen Gedanken der Gemeinschaftlichkeit (Kollegialität, Kirche als communio) versuchten die konservativen Kräfte zu unterbinden. Am 8. November 1963 kam es daher zu einer historisch gewordenen Protestrede. Der Kölner Kardinal Josef Frings – eine der prägendsten Figuren des gesamten Konzils – protestierte gegen eine Kampagne konservativer Kräfte und wandte sich schließlich gegen die Institution des Heiligen Offiziums und seines Sekretärs, Kardinal Ottaviani. Das Offizium, so Frings, verkörpere Methoden und lege ein Verhalten an den Tag, das nicht dem geistigen und geistlichen Rang von Bischöfen und Theologen entspreche. Denn das Offizium entschied nach Aktenlage, ohne Verfahrensgarantien, und musste seine Entscheidungen nicht begründen. Assistiert von seinem Peritus, dem jungen Theologieprofessor Joseph Ratzinger, sprach sich Frings für eine „Reform des Offiziums“ aus, die von Paul VI. bereits 1965 durchgeführt wurde. Erster Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, so der neue Name des reformierten Hl. Offiziums, wurde Kardinal Ottaviani (bis 1968).

Erst während der zweiten Sitzungsperiode drängte sich immer mehr die Forderung der Teilnahme von Frauen am Konzil auf. So stellte der belgische Kardinal Leo Joseph Suenens, einer der vier Konzils-Moderatoren, die Forderung, auch Frauen als Auditorinnen am Konzil teilnehmen zu lassen. Damit wollte er zum einen eine Erhöhung der Zahl der Laienauditoren erreichen, zum anderen aber auch bewusst Frauen, die „eine Hälfte der Menschheit“ abbilden, am Konzil beteiligt wissen.

Zwei Dokumente konnten verabschiedet werden. Am 4. Dezember 1963 beschloss das Konzil die Konstitution über die Liturgie: Sacrosanctum Concilium. Auf ihrer Grundlage sollte später die Liturgie reformiert werden. Mit diesem Beschluss und der Verabschiedung von Inter mirifica, dem Dekret über die Massenmedien am 4. Dezember 1963, endete die zweite Sitzungsperiode. Unter dem Pseudonym Michael Serafian veröffentlichte Malachi Martin SJ anschließend das Buch Der Pilger, in dem er hellsichtig analysierte, dass Papst Paul VI. bereits in einen Gegensatz zu seinem Vorgänger getreten war, indem er der „Partei“ der Kurie wieder stärker entsprach. Diese Beobachtung bestätigte sich nach Meinung seiner Kritiker in der Folgezeit. Konzilsberater Joseph Ratzinger wertete in einem differenziert verfassten Buch über die zweite Sitzungsperiode die Bestätigungsformel von Papst Paul VI. zu beiden Konzilsdekreten als konkrete Erneuerung des Kirchenbegriffes: „Das Bedeutsame liegt in dem zweimaligen ›una cum‹ – gemeinsam mit den Konzilsvätern. Papst Paul hat damit einen neuen Typ konziliaren Rechts geschaffen, der in der Sache einen präzisen Ausdruck für den vom Konzil verhandelten Gedanken der bischöflichen Kollegialität ist.“ Die lateinische Bestätigungsformel aller Dokumente lautet: „Paulus episcopus servus servorum Dei una cum Concilii Patribus“.

Dritte und vierte Sitzungsperiode

Am Hochfest der Geburt Mariens, am 8. September 1964, gab schließlich Papst Paul VI., der nach dem Tod von Johannes XXIII. das Konzil fortführte, offiziell bekannt, dass er zur dritten Sitzungsperiode auch Auditorinnen zum Konzil einladen werde: Er lud insgesamt 17 Frauen ein, von denen 9 Ordensfrauen und 8 Frauen, die Frauenverbänden vorstanden, waren. Zur vierten Sitzungsperiode kamen 6 weitere Auditorinnen, unter denen eine Ordensfrau war, hinzu.

Die dritte Sitzungsperiode begann am 14. September 1964. Am 19. November 1964 sollte das Dekret zur Religionsfreiheit verabschiedet werden. Das Konzil geriet in eine Krise, als die Sitzung, in welcher der Beschluss gefasst werden sollte, kurzfristig vertagt wurde. Im Vorschlag war eine Abkehr vom alten Anspruch der katholischen Staatslehre vorgesehen, dass der Kirche als Vertreterin der wahren Religion der Vorrang vor „dem Irrtum“ auch im gesellschaftlichen Zusammenleben einzuräumen sei. Trotz einer Mehrheit, die sich für eine Abstimmung über das Dekret aussprach, entsprach der Papst dem Wunsch der Konservativen, die um eine Vertagung gebeten hatten. Erst 1965 wurde diese Korrektur des katholischen Absolutheitsanspruchs mit dem ausgereifteren Dokument Dignitatis humanae beschlossen.

Nachdem klar geworden war, dass die konservativen Kräfte der Kurie auf dem Konzil nicht nur in der Minderheit waren, sondern auch ihren Einfluss nur noch partiell geltend machen konnten, wurden die Dokumente der dritten und vierten Sitzungsperiode, obgleich von den 3–5 % „Bewahrern“ weiter heftig kritisiert, geräuschloser verabschiedet als in der vorangegangenen zweiten Sitzungsperiode. Zu gravierenden Konflikten kam es jedoch noch im Vorfeld der Verabschiedung von Lumen gentium am 14. November 1964, als der Papst, erneut mit großer Rücksicht auf die kleine, konservative Minderheit, die Beifügung einer erläuternden Vorbemerkung (Nota explicativa praevia) zur Interpretation des Begriffs „Kollegium (der Bischöfe)“ zugunsten des päpstlichen Primats verfügte.

Die Integration der Minderheit wurde zu seinem wichtigsten Anliegen, die auch zu päpstlichen Korrekturen des Ökumene-Dokuments, von Dei verbum und der Erklärung zur Religionsfreiheit führte. Wichtigste Dokumente waren neben Lumen gentium über die Kirche und Dei verbum über die Göttliche Offenbarung auch Nostra aetate zu den nichtchristlichen Religionen und Dignitatis humanae über die Religionsfreiheit. Die pastorale Konstitution Gaudium et spes weitet den kirchlichen Weltauftrag aus, indem sie sich breit zu Fragen der Wissenschaft, Kultur, Politik, Familie und zum Weltfrieden äußert. Die vierte Sitzungsperiode wurde dann, aufgrund des Willens der Mehrheit der Konzilsteilnehmer, durch den Papst anberaumt, um einen sinnvollen Abschluss des Konzils zu ermöglichen, als sich während der dritten Periode die große Zeitknappheit abzeichnete.

Das Konzil schloss am 8. Dezember 1965 mit besonderen Botschaften an die Welt, u. a. an die Regierenden, die Arbeiter, die Intellektuellen, die Frauen und die Jugend. Zu den Frauen sprach er mit folgenden Worten: „[...] Die Stunde kommt, die Stunde ist schon da, in der sich die Berufung der Frau voll entfaltet, die Stunde, in der die Frau in der Gesellschaft einen Einfluß, eine Ausstrahlung, eine bisher noch nie erreichte Stellung erlangt [...].“

Noch während das Konzil tagte, hatte sich die Reformdynamik auf den Klerus und die Theologie in den Ortskirchen übertragen, was nach 1968 auch in eine offene Autoritätskrise münden konnte (vgl. Humanae Vitae).

Dokumente

Das Konzil formulierte und veröffentlichte 16 Dokumente:

Erste Sitzungsperiode

In der ersten Sitzungsperiode (11. Oktober bis 8. Dezember 1962) wurden keine Dokumente verabschiedet.

Zweite Sitzungsperiode

In der zweiten Sitzungsperiode (29. September bis 4. Dezember 1963) wurden folgende Dokumente verabschiedet:

Dritte Sitzungsperiode

In der dritten Sitzungsperiode (14. September bis 21. November 1964) wurden folgende Dokumente verabschiedet:

Vierte Sitzungsperiode

Die vierte Sitzungsperiode (14. September bis 8. Dezember 1965) hatte folgende Dokumente zum Ergebnis:

  • Perfectae caritatis: Dekret über die zeitgemäße Erneuerung des Ordenslebens; 28. Oktober 1965
  • Nostra aetate: Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen; 28. Oktober 1965
  • Optatam totius: Dekret über die Ausbildung der Priester; 28. Oktober 1965
  • Christus Dominus: Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche; 28. Oktober 1965
  • Gravissimum educationis: Erklärung über die christliche Erziehung; 28. Oktober 1965
  • Dei verbum: Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung; 18. November 1965
  • Apostolicam actuositatem: Dekret über das Laienapostolat; 18. November 1965
  • Presbyterorum ordinis: Dekret über Dienst und Leben der Priester; 7. Dezember 1965
  • Ad gentes: Dekret über die Missionstätigkeit der Kirche; 7. Dezember 1965
  • Dignitatis humanae: Erklärung über die Religionsfreiheit; 7. Dezember 1965
  • Gaudium et spes: Pastorale Konstitution über die Kirche in der Welt von heute; 7. Dezember 1965

Inhaltliche Ergebnisse: Beschlüsse – Zusammenfassung

Konzilsväter

Zu den wichtigsten Beschlüssen zählen folgende Punkte

  • Liturgie: Im Zuge der Konstitution über die Liturgie Sacrosanctum Concilium fanden zwei Liturgiereformen statt: Im 1965 promulgierten (in Kraft gesetzten) Missale Romanum waren die ersten Reformschritte umgesetzt, mit Ausnahme der Forderung der Konstitution, den Gläubigen in der Messe eine größere Anzahl von Bibeltexten zu erschließen. Das 1969 promulgierte Missale berücksichtigte diese Forderung mit einer völlig neuen Leseordnung (Perikopenordnung). Schon vor dieser weiteren Reform verdrängte die Volkssprache das Latein weitgehend als Liturgiesprache, was von der Liturgiekonstitution nicht vorgesehen war. Dadurch verfehlte der Plan, die Liturgie stufenweise zu reformieren, sein Ziel.
  • Kollegialität der Bischöfe. Das Konzil stärkte den Weltepiskopat, und damit auch die Ortskirche. In der Kirchenkonstitution wird die Unfehlbarkeit auch auf die Bischöfe erweitert. Zusammen mit dem Papst können sie „authentisch in Glaubens- und Sittensachen lehren und eine bestimmte Lehre übereinstimmend als endgültig verpflichtend vortragen.“ (LG 25) In der Vorbemerkung (Nota praevia explicativa) zu Lumen gentium wird deutlich, dass die Kollegialität nie gegen den Primat des Papstes verwendet werden kann.
  • Verhältnis zu anderen Religionen. Eine Entwicklung seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil betrifft das Verhältnis der katholischen Kirche zu anderen Religionen. Die Kirche „lehnt nichts von alledem ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist.“ (Nostra aetate 2) Dabei lobt der Konzilstext den Monotheismus des Islams (vgl. NA 3) und bekennt erneut das Hervorgehen der Kirche aus dem Judentum (vgl. NA 4). Mit der innerchristlichen Ökumene beschäftigt sich das Dekret Unitatis redintegratio.
  • Im „Dekret über die Religionsfreiheit“ (Dignitatis humanae) heißt es: „Gott selbst hat dem Menschengeschlecht Kenntnis gegeben von dem Weg, auf dem die Menschen, ihm dienend, in Christus erlöst und selig werden können. Diese einzige wahre Religion, so glauben wir, ist verwirklicht in der katholischen, apostolischen Kirche, die von Jesus dem Herrn den Auftrag erhalten hat, sie unter allen Menschen zu verbreiten“ (DH 1). Gleichzeitig verbietet das Konzil allen Zwang in Hinsicht auf den Glauben und stärkt das Gewissen (vgl. DH 2).
  • Verhältnis der Kirche zum Staat. Das Konzil gibt den (spätestens seit der Reformation nicht mehr durchsetzbaren) Anspruch der katholischen Kirche auf, dass die Öffentlichkeit und alle staatlichen Gliederungen nach katholischen Grundsätzen handeln müssen. Dies hat zur Folge, dass der Absolutheitsanspruch der katholischen Religion nur mehr rein geistlich definiert ist, also nicht mit totalitären Ideologien verwechselt werden kann.
  • Verhältnis von Kirche und Welt. Das Konzil setzt sich für die Gleichberechtigung der Frauen in der Gesellschaft ein, deren Diskriminierung „dem Plan Gottes widerspricht“ (GS 29 Abs. 2).

Theologische Akzente – Theologie des Konzils

Unzweifelhaft hat das II. Vatikanische Konzil neue Akzente gesetzt:

  • Der pastorale Ansatz des Konzils, also Bekräftigung des pastoralen Amtes der Kirche gegenüber der Theologie (Das Konzil hat sich nicht in die Streitigkeiten der einzelnen theologischen Schulen verwickeln lassen, sondern wollte den Glauben für das christliche Leben fruchtbar machen.)
  • Historischer Ansatz (Einsichten der historischen Forschung werden verstärkt berücksichtigt.)
  • Biblischer Ansatz (Die Bibel ist bleibender Bezugspunkt des Glaubens.)
  • Patristischer Ansatz (Die Kirchenväter sind privilegierte Zeugen der Tradition und interpretieren das biblische Zeugnis.)
  • Ökumenische Öffnung (Nicht-Katholiken waren als Beobachter eingeladen.)
  • Öffnung zur Welt und Menschenrechte (vgl. Gaudium et spes)
  • Dialog mit den Nichtchristen (Anerkennung ethischer und religiöser Werte außerhalb der Kirche)
  • Neuer, dialogorientierter Stil der Verkündigung (Anstelle von Anathema-Formeln werden Lehraussagen in positiver Weise formuliert.)

Ablehnung der Frauenordination

Ausgehend von der wachsenden Teilhabe der Frauen an der Gestaltung des öffentlichen Lebens, benannte Papst Johannes XXIII. in seiner letzten Enzyklika „Pacem in terris“ vom 11. April 1963 die Frage nach der Stellung der Frau als eines der drei großen „Zeichen der Zeit“. In der Rückbindung an den christlichen Glauben sah er einen Beschleunigungsfaktor für den Prozess der wachsenden Bedeutung der Rolle der Frau in der Gesellschaft. Dies und die allgemeine gesellschaftliche Entwicklung machten Frauen Mut, das Konzil als Chance für die Einführung der Frauenordinatuion in der römisch-katholischen Kirche zu sehen.

Mit ihren Eingaben zum Konzil begann das öffentliche Engagement für die Frauenordination. Hervorgetreten sind dabei die beiden Theologinnen Ina Raming und Iris Müller, die später (2002) zusammen mit weiteren Frauen contra legem zu Priesterinnen geweiht wurden, sowie die Theologin Josefa Theresia Münch und die Schweizer Juristin Gertrud Heinzelmann. Die Hildegard-Forscherin und Benediktinerin Marianna Schrader setzte sich für den Diakonat der Frau ein. Die Forderungen der Frauen „brachen ein Jahrhunderte altes Tabu; keine Frau hatte derartiges zuvor gewagt“, urteilte die Biografin von Gertrud Heinzelmann.

Dabei arbeiteten die Frauen mit Bischöfen und Konzilstheologen zusammen, die sie zu weiteren Eingaben und zur Mitarbeit zu motivieren suchten. Einige Konzilstheologen – selbst Bischöfe – stimmten den Frauen zu und befürworteten die Frauenordination. Vor der letzten Sitzungsperiode wandte sich die Theologin Josefa Theresia Münch im Juli 1965 an die deutschsprachigen Bischöfe, die als Konzilsväter am Zweiten Vatikanum teilnahmen: „Bitte, nehmen Sie die Frauen ernst und für volle Glieder der Kirche, solange es noch Zeit ist, solange sie noch am Gottesdienst teilnehmen! Wenn die Frauen en gros erst einmal die Konsequenz daraus gezogen haben, dass sie in der Kirche dauernd negiert werden, ist es zu spät.“

Die Bemühungen der Frauen blieben im Ergebnis erfolglos, da die Zeit noch nicht reif sei, wie die Konzilsväter befanden. Sie behandelten die Forderungen weder in den offiziellen Diskussionen noch in den Dokumenten, sie fanden allenfalls Niederschlag im expliziten Verbot „jeder Form der Diskriminierung wegen des Geschlechts“ als göttliches Recht in der Pastoralkonstitution Gaudium et Spes (Nr. 29).

Kirchenbau nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil

In vielen Medien wurde über das II. Vatikanische Konzil berichtet; in Printmedien, in Funk und Fernsehen. In der Vorberichterstattung schwankten die Erwartungen, nach dem Konzil überwog ein positives Meinungsbild. Seitens der katholischen Kirche wurde eine offene Kommunikation der Ereignisse praktiziert, und zwar nicht nur durch das hierzu eingerichtete Presseamt, sondern auch durch einzelne Bischöfe. Das war ein Meilenstein im Verhältnis der katholischen Kirche zur Presse.

Joseph Ratzinger, damaliger Konzilsberater und späterer Papst, hielt während der Beratungen mehrere Vorträge in Deutschland und in der Schweiz über seine persönlichen Eindrücke und Erlebnisse betreffend Ziele, Diskussionen und Resultate des Konzils, die in der Presse große Anerkennung fanden: „In reicher Formulierung, über eineinhalb Stunden hin die Zuhörer fesselnd, umkreiste Ratzinger als ein wahrer Doctor mellifluus die Probleme, die sich so feinem, klarem Denken leicht zu fügen scheinen und im Raum, wo sich die Sachen stoßen, doch so wenig handlich sind“.

Um die richtige Interpretation des Konzils wurde und wird seit dem Konzil diskutiert.

„Nachkonziliare Krise“

Im katholischen Milieu wird mit dem Begriff Nachkonziliare Krise die Phase (ungefähr) zwischen 1965 und 1985 bezeichnet. Ein eindeutiges Ansetzen von Beginn und Ende der nachkonziliaren Krise ist oft schwierig, so wird von manchen auch die Gegenwart im Umfeld der nachkonziliaren Krise gesehen.

Begriff

Der Begriff wurde vermutlich in Frankreich geprägt, wo die kirchenpolitischen Lager nicht erst seit 1965 heftig aufeinander stießen (la crise post-conciliaire). Damit sind die Phänomene schwindender religiöser Praxis und nachlassender Disziplin in der katholischen Kirche ad intra gemeint, verbunden mit dem allgemeinen Phänomen der Säkularisierung (Verweltlichung), vor allem in der westlichen Welt. Diese Krise kann aber nicht unabhängig von beginnenden kirchlichen Krisenerscheinungen aus der Zeit vor dem II. Vatikanum betrachtet werden. Sehr lesenswert ist dazu auch heute noch das wenig beachtete Schreiben Papst Paul VI. Quinque iam anni von 1970. Nicht zur „nachkonziliaren Krise“ im eigentlichen Sinne gehören nur-theologische Probleme, etwa in der Christologie, da diese während der ganzen Geschichte der Kirche unvermeidlich sind.

Papst Paul VI. hat ein einziges Mal in freier Rede von einer Tendenz der „Selbstzerstörung“ in Teilen der katholischen Kirche gesprochen. Ein Bericht über eine Ansprache vor dem Lombardischen Seminar am 7. Dezember 1968 notiert:

[Der Papst gelangte zu einer weiteren Betrachtung:] «Che cosa vedete nel Papa?». E risponde: Signum contradictionis: un segno di contestazione. La Chiesa attraversa, oggi, un momento di inquietudine. Taluni si esercitano nell’autocritica, si direbbe perfino nell’autodemolizione. È come un rivolgimento interiore acuto e complesso, che nessuno si sarebbe atteso dopo il Concilio. Si pensava a una fioritura, a un’espansione serena dei concetti maturati nella grande assise conciliare. C’è anche questo aspetto nella Chiesa, c’è la fioritura. – „Was seht Ihr im Papst?“ Er antwortet: Signum contradictionis: Ein Zeichen des Widerspruchs. Die Kirche geht heute durch einen Moment der Unruhe. Manche üben sich in der „Selbstkritik“, man könnte sogar sagen, in der „Selbstzerstörung“. Man dachte an eine Blüte, an eine frohe Ausdehnung der in der großen Konzilsversammlung gereiften Konzepte. Und es gibt auch diesen Aspekt in der Kirche, es gibt die Blüte.

Forschungsstand

Ursachen und Verlauf dieser Krisenzeit wurden bislang jedoch nur wenig erforscht, so dass die unterschiedlichsten Darstellungen, Schuldzuweisungen und Erklärungsmodelle im Umlauf sind, je nach Standort des Beobachters. Manche sehen die Krise insbesondere als Krise des Klerus, dessen Identität im II. Vatikanum, trotz umfangreicher Dokumente zu Leben, Dienst und Ausbildung des Priesters, zu wenig reflektiert wurde. Manche vermuten, dass eine seit dem Beginn des Jahrhunderts eher unterdrückte als gelöste Problematik hinsichtlich der Theologie im Konflikt mit den Wissenschaften die wesentliche Krisenursache gewesen sein könnte. Auch die politischen Entwicklungen der ersten Hälfte des Jahrhunderts (Kriege, Krisen, Totalitarismus, Demokratisierung) waren sicherlich nicht bedeutungslos. Für wohl (fast) jedes Konzil gilt aber, dass es gerade dadurch, dass es mit höchster Autorität spricht, die ganze Kirche durch aktuelle Anforderungen „unter Druck setzt“, die zunächst beinahe unvermeidlich Widerstände provozieren. Dass die Stellung der Kirche zur Welt, anderen Konfessionen und Religionen gleichzeitig mit umfangreichen liturgischen Änderungen einhergingen, war sicher nicht förderlich. Wenigstens zum Teil müssen sowohl progressive als auch konservative Versuche der Einflussnahme schon auf Verlauf und Ergebnis des Konzils als „Frühstart“ im Widerstand gegen die Rezeption der echten Urteile der höchsten Kirchenversammlung interpretiert werden (vgl. Hans Küng, Karl Rahner, Alfredo Ottaviani).

„Diagnose“ von 1972

Der für die Durchführung und Vollendung des letzten Konzils verantwortliche Papst Paul VI. zeigte sich im Jahr 1972 mehrfach irritiert darüber, dass statt der erhofften Belebung und dem geistlichen Wachstum, das vom II. Vatikanum ausweislich sämtlicher Dokumente bezweckt war, das Gegenteil einzutreten schien. Häufig zitiert wird eine Äußerung dieses Papstes vom 29. Juni 1972. Zu Beginn seines zehnten Pontifikatsjahrs hatte der Papst eine Predigt in freier Rede gehalten. Er brachte seine Enttäuschung über die Nachkonzilszeit unerwartet offen zum Ausdruck. Nach einem Bericht von Erzbischof Agostino Casaroli, späterer Kardinalstaatssekretär, hatte der Papst auch von seinem Eindruck gesprochen, als ob „durch irgendeinen Spalt der Rauch Satans in den Tempel Gottes eingedrungen sei, um die Früchte des Konzils zu verderben.“

Gemeint war damit, nach Überzeugung von Philippe Levillain, im Dictionnaire historique de la papauté zu Paul VI., insbesondere das Problem um die Priesterbruderschaft St. Pius X., die 1970 von Marcel Lefebvre gegründet wurde. Demnach stellte der Widerstand gegen das Konzil (vgl. Religionsfreiheit) und die Liturgiereform seitens des Traditionalismus für den Papst damals eine Bewährungsprobe dar, die er persönlich zumindest so bedrängend empfand wie den Protest gegen seine letzte Enzyklika Humanae vitae. Denn während alle alten und modernen Häresien schon einmal Konjunktur hatten, wieder stärker oder schwächer werden, begriff Papst Paul VI. den sich dort abzeichnenden Traditionsbegriff als gefährlich. Diese lehren einen vermeintlich zwingenden Gehorsam gegenüber dem „traditionellen“ Papsttum (d. h. so wie sie es subjektiv auffassen), der sich im Widerstand gegen den amtierenden Papst zu beweisen habe. Trotz heftiger Aktivität, insbesondere seit einer Grundsatzerklärung Marcel Lefebvres vom 21. November 1974, konnte der Traditionalismus aber nur eine geringe Reichweite unter den Katholiken erreichen; die Zahl der auf diese Interpretation der Tradition fixierten Anhänger dürfte weltweit deutlich unter 100.000 Personen liegen. Jedoch gibt es wesentlich mehr Freunde der „alten Liturgie“, die aber die Ansichten des Erzbischofs Lefebvre nicht billigen.

Der „Geist des Konzils“

Unter dem Begriff „Geist des Konzils“ ist die Position zu verstehen, dass ein Verständnis des Konzils nur möglich sei, wenn man den Geist, die Atmosphäre, welche auf dem Konzil herrschte, richtig wahrnimmt.

Der Geist des Konzils bringt das zum Ausdruck. Nach Meinung der Päpste seit 1965 verlässt aber derjenige den Boden des Konzils, der diesen „Geist“ als Ermächtigung dafür interpretiert, die traditionelle Lehre der Kirche in den Konzilsdokumenten wie nicht geschrieben zu lesen. Die progressive Interpretation des Konzilsgeistes, wie sie etwa von dem Herausgeber einer bekannten Geschichtsdarstellung des Konzils, Giuseppe Alberigo, vertreten wird, sieht insbesondere in den o. g. Einfügungen des Papstes im Interesse der Konservativen nur eine taktisch bedingte Maßnahme, um die konservativen Gegner der Reform einzubinden. Da die Texte also aus Kompromissen bestünden, soll man sich an den Geist des Konzils halten, welcher nicht in den Texten steht, sondern von den Zeitzeugen überliefert wurde. Der Kirchenhistoriker Klaus Schatz SJ merkt dazu an, dass es wohl noch mehr Zeit brauche, um den wahren Geist des Konzils von dem „epochalen ‚Geist‘“ unterscheiden zu können. Eine ständige Beschwörung des Geistes des Konzils, „der doch in gewisser Weise auch der Geist der 60er Jahre (mit seinen Vorzügen und Einseitigkeiten) war“, ist „der rechten Rezeption vermutlich eher hinderlich.“

Hermeneutik der Reform

Benedikt XVI. warb 2005 für eine Konzilsinterpretation im Sinne einer Hermeneutik der Reform. Diese grenzt er von einer s.g. Hermeneutik des Bruchs ab. Vertreter dieser Hermeneutik sehen einen Bruch zwischen der Kirche vor dem Konzil und der Kirche nach dem Konzil und überbetonen den „Elan auf das Neue“. Gleichzeitig kann ebenso wenig von einer Kontinuität gesprochen werden, da es viele Neuansätze gegeben hat. Mit Rückgriff auf die Eröffnungsansprache von Papst Johannes XXIII. und der Abschlussansprache von Papst Paul VI. entwickelt Benedikt die Hermeneutik der Reform, welche eine Auslegung des Konzil in der „Verbindung von Treue und Dynamik“ vornimmt. Damit ist sowohl die Berücksichtigung der Einheit zwischen der Kirche vor, während und nach dem Konzil gegeben, als auch die Wertschätzung der Neuinterpretationen, die das Konzil vorgenommen hat, gewährleistet. Vor diesem Hintergrund ist auch das Motu propio Summorum Pontificum von Papst Benedikt XVI. zu verstehen, welches die s.g. tridentinische Messe als außerordentliche Form des einen römischen Ritus erlaubte.

Fehlinterpretationen der Konzilsergebnisse

Kardinal Avery Dulles versuchte, mehrere Irrtümer in der Interpretation des II. Vatikanums zu korrigieren. Das sind seine wichtigsten Richtigstellungen:

  • Das Konzil hielt daran fest, dass es nur im Namen Jesus Rettung für die Menschen gibt. Manchmal wurde nämlich die Meinung geäußert, das Konzil habe nichtchristlichen Religionen zuerkannt, dass sie Offenbarungscharakter enthalten und zum Heil führen können.
  • Die Bibel ist keine von der kirchlichen Tradition unabhängige Norm. Manche meinten nämlich, das Konzil habe der Heiligen Schrift den Vorrang vor der Tradition eingeräumt.
  • In Jesus Christus ist die göttliche Offenbarung abgeschlossen, und es ist vor Jesu Wiederkommen keine weitere öffentliche Offenbarung zu erwarten. Manchmal wurde nämlich die Meinung geäußert, das Konzil messe den „Zeichen der Zeit“ normativen Charakter für den Inhalt der Offenbarung heute bei.
  • Das Konzil bestätigte die Heilsnotwendigkeit von Glaube und Taufe (und der Kirche, da Menschen durch die Taufe in die Kirche eintreten). Manche meinten nämlich, das Konzil habe auf die Heilsnotwendigkeit der Kirche verzichtet und den Absolutheitsanspruch der wahren Religion preisgegeben.

Theologische Anregungen

Durch das Konzil erlebte die Befreiungstheologie einen Aufschwung, auch über die katholische Kirche hinausgehend. Formulierungen des Konzils wurden auch in anderen Kirchen aufgegriffen, etwa die Beschreibung der Entstehung der Evangelien.

Trotz der konziliären Ablehnung der Frauenordination – auch auf der ersten Weihestufe des Diakonats – machten die theologischen Ausführungen zur Rolle der Frau in der Gesellschaft insbesondere im letzten Konzilsdokument Gaudium et Spes Hoffnung, dass die Gleichstellung der Frau auch innerkirchlich zu erreichen sei. Das beflügelte in Europa und in den USA auch das Engagement für den gleichberechtigten Zugang der Frauen zur Ordination, also zum Diakonat und zum Priesteramt.

Kritik

Die schärfste Kritik am II. Vatikanischen Konzil kam von Traditionalisten wie z. B. Marcel Lefebvre (oder weniger prominent Hans Milch und Heinz-Lothar Barth), die das Konzil dafür verantwortlich machen, dass sich viele Menschen vom Glauben abwenden. Der Integralismus lehnt überdies die unzweideutige Loslösung der kirchlichen Identität von bestimmten gesellschaftspolitischen Vorstellungen ab.

Der Psychoanalytiker und Soziologe Alfred Lorenzer legte 1981 eine umfassende Kritik der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils vor. Lorenzer warnt darin „vor den verhängnisvollen Auswirkungen der Liturgiereform, die die Gläubigen der subjektvernichtenden Tendenz des ‚Zeitgeistes‘ ausliefert“.

Einige Religionskritiker betrachten das Konzil als einen zweifelhaften Versuch der katholischen Kirche, sich nur äußerlich einen modernen Anstrich zu geben, während es im Wesentlichen das katholische Dogma unnachgiebig verteidigt habe. Auch aus nichtkatholischer Warte kommen ähnliche Einschätzungen; der Baptist Franz Graf-Stuhlhofer meint, dass die durch das Konzil veranlassten Änderungen eher Formfragen betreffen, während sich an der Substanz der Dogmen wenig änderte. Als konkretes Beispiel verweist er darauf, dass das Konzil bei der Heiligenverehrung die Beschlüsse früherer Konzilien wiederum vorlegt und sich mit einer allgemein gehaltenen Mahnung begnügt, „jegliche vielleicht da und dort eingeschlichenen Missbräuche, Übertreibungen oder Mängel fernzuhalten oder zu beheben“ (LG 51); durch das II. Vatikanum erfolgte also keine Korrektur des bisherigen Lehrgutes.

Die interne Kritik bezieht sich entweder auf die nur schleppende oder zu forsche Umsetzung der Beschlüsse oder auf die Forderung nach einem neuen Konzil, da das II. Vatikanum bereits überholt sei. Die liberale Kritik sieht im Konzil nur einen ersten Anfang und zielt, darin in Harmonie mit dem Modernismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts, auf die Ersetzung des kirchlichen Amtes durch einen theologisch-wissenschaftlichen Führungsanspruch – einer Vorstellung, der entgegengehalten wird, dass dieser Führungsanspruch im Volk nicht vermittelbar sei. Das Prinzip des Katholizismus, die Fragen der Religion mit einem (amtlich strukturierten) geistlichen Vorrang vor Staatspolitik und Gesellschaftsleben auszustatten, sieht diese liberale Kritik als obsolet an.

Wenig beleuchtet wurde bislang das Problem, dass die intensive innerkirchliche Rechtsetzungstätigkeit seit 1965, römischen und noch mehr regionalen Ursprungs, obwohl oft im Namen einer Aufwertung der Laien vollzogen, die Folgebereitschaft der gewöhnlichen Christen oft stark strapaziert hat. Die geistliche Autorität des Klerus überzeugt aber am ehesten dort, wo sie zur Selbstbeschränkung auf ihre „Kernkompetenz“ fähig ist. Dies ist möglicherweise in der typischen Pfarrei weniger geglückt als in neuen geistlichen Bewegungen (vgl. Movimenti).

Die vier Konstitutionen des Konzils werden mit „vier Säulen“ verglichen, welche die 16 Verlautbarungen des Konzils „stützen und tragen“. Aber auch für sie gilt bloß Verbindlichkeit, aber keine Unfehlbarkeit, denn das Konzil wollte nicht dogmatisch, sondern pastoral lehren. Die übrigen Dokumente sind nicht als Konstitutionen verfasst und stehen im Rang unter diesen. Zweifel an der Verbindlichkeit des Konzils kamen in der Rezeptionsphase aufgrund der von der Tradition abweichenden pastoralen Lehrweise immer wieder auf. Das Konzil selbst jedoch gibt (in der nota praevia zu Lumen gentium und in der Fußnote zu Gaudium et spes) Richtlinien zur Rezeption vor. Zudem kann auf eine Erklärung des Generalsekretärs des Konzils Pericle Felici in der 123. Generalkongregation am 16. November 1964 verwiesen werden, worin es heißt: „Unter Berücksichtigung des konziliaren Verfahrens und der pastoralen Zielsetzung des gegenwärtigen Konzils definiert das Konzil nur das als für die Kirche verbindliche Glaubens- und Sittenlehre, was es selbst deutlich als solche erklärt. Was aber das Konzil sonst vorlegt, müssen alle und jeder der Christgläubigen als Lehre des obersten kirchlichen Lehramtes annehmen und festhalten entsprechend der Absicht der Heiligen Synode selbst, wie sie nach den Grundsätzen der theologischen Interpretation aus dem behandelten Gegenstand oder aus der Aussageweise sich ergibt“.

Insgesamt waren 3.044 Teilnehmer – davon 2498 Konzilsväter (Bischöfe) – auf dem Konzil versammelt. Dazu kamen die zugelassen "Auditoren", also Teilnehmer ohne Rede- und Stimmrecht, zumeist Laien. Darunter befanden sich gegen Ende des Konzils auch 23 Frauen. Gut die Hälfte der Teilnehmer war über 60 Jahre alt.

Vorsitz

  • Johannes XXIII. (1962–1963)
  • Paul VI. (1963–1965), zuvor Teilnahme als Kardinal, Erzbischof von Mailand und Mitglied des Sekretariats für Sonderaufgaben

Moderatoren (ab 1963)

  • Gregoire-Pierre Agagianian, Kardinal, Patriarch emeritus von Kiliken der Armenier, Leiter der Kommission für die Missionen
  • Julius Döpfner, Kardinal, Mitglied des Präsidiums und des Sekretariats für Sonderaufgaben, Erzbischof von München und Freising
  • Giacomo Lercaro, Kardinal, Erzbischof von Bologna
  • Léon-Joseph Suenens, Kardinal, Erzbischof von Mecheln, Mitglied des Sekretariats für Sonderaufgaben

Präsidium

Die folgenden zehn Kardinäle bildeten das Präsidium des Konzils:

Außerdem fungierten

Präsidenten der Einzelkommissionen

Die Kardinäle, die die Vorbereitungskommissionen leiteten, hatten auf dem Konzil den Vorsitz in den sogenannten Einzelkommissionen. Alle Kommissionen wurden von Kardinälen der Kurie geleitet.

Präsidenten der Sekretariate

Neben den Konzilskommissionen gab es drei Sekretariate, die ebenfalls von Kardinälen geleitet wurden:

Weitere bekannte Konzilsväter

waren beispielsweise:

Konzilsväter auf dem Petersplatz
"Konzilsring", wie ihn Papst Paul VI. am Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils 1965 allen teilnehmenden Bischöfen schenkte

Periti

Hauptartikel: Konzilstheologe

Bei den Periti, also den Theologen, die am Konzil mitwirken, ist zwischen den von Papst ernannten Periti und den theologischen Beratern der Konzilsväter zu unterscheiden. Die Periti, also die „offiziellen Konzilstheologen“ hatten einen Sitz, aber kein Stimmrecht, in den Generalkongregationen des Konzils. Die theologischen Berater einzelner Bischöfe hatten in der Generalkongregation weder Sitz noch Stimme, wobei sie aber durch ihre Bischöfe und die Mitarbeit und Beratung in den Kommissionen Einfluss nehmen konnten. Die Einbindung der Theologen war Ausdruck für eine Stärkung der „Rolle der Theologie“

Eine Auswahl der Periti und Konzilstheologen:

Als erste Laien sprachen auf dem Konzil Jean Guitton am 3. Dezember 1963 und nach ihm Vittorino Veronese.

Nichtkatholische Beobachter

Mit Ausnahme der Griechisch-Orthodoxen waren alle christlichen Kirchen nicht römisch-katholischer Prägung direkt, oder durch die Vertreter größerer Kirchenzusammenschlüsse indirekt, beim Konzil durch Beobachter vertreten. Eine Auswahl:

Auf besondere Einladung des Sekretariats für die Einheit der Christen nahmen Frère Roger, Gründer und Prior der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé, und deren Subprior und maßgeblicher Theologe Frère Max Thurian teil. Die gleiche Einladung galt dem bekannten Ökumeniker Oscar Cullmann.

Hintergründe der Nichtentsendung orthodoxer Beobachter

Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel (in Istanbul) gab am 5. Oktober 1962 bekannt, dass es auf Grund der vorhergehenden Konsultationen mit den autokephalen Kirchen nicht zur Entsendung von Beobachtern nach Rom komme. Diesem Beschluss des Phanars hätten alle Kirchen zugestimmt, auch der Moskauer Patriarch Alexej I. Die Entsendung von Beobachtern durch das Patriarchat von Moskau kam deshalb überraschend. Die orthodoxe Kirche kennt im Gegensatz zur Römisch-Katholischen keinen straffen Zentralismus, sondern basiert auf dem Grundsatz der Autokephalie. Die einzelnen Diözesen schließen sich, meist nach nationaler Verbundenheit, zu Gruppen zusammen, wählen ihr Oberhaupt und bilden so die autokephale Kirche, dazu zählen u. a. die Alt-Patriarchate Konstantinopel, Alexandrien, Patriarchat von Antiochien und Jerusalem und die Nationalkirchen von Russland, Zypern, Griechenland, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Georgien, Polen und Albanien.

Quellen

  • Acta synodalia Sacrosancti Concilii Oecumenici Vaticani II, Typis Polyglottis Vaticanis, 1970–1999.
  • Peter Hünermann (Hrsg.): Die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils. Konstitutionen, Dekrete, Erklärungen. Lateinisch-deutsche Studienausgabe. (HThK.Vat.II) Herder, Freiburg i. Br. 2004, ISBN 3-451-28530-4.
  • Walther Kampe (Hrsg.): Das Konzil im Spiegel der Presse. Bd. 1, Echter-Verlag, Würzburg 1963.
  • Karl Rahner, Herbert Vorgrimler: Kleines Konzilskompendium. 35. Auflage. Herder, Freiburg i. Br. 2008, ISBN 978-3-451-27735-1.
  • Sintesi dei Documenti Conciliari (italienisch), In: Insegnamenti di Paolo VI. Bd. III (1965), S. 765–770.

Gesamtdarstellungen

  • Giuseppe Alberigo, Klaus Wittstadt (Hrsg.): Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils (1959–1965). 5 Bde., Grünewald, Mainz; Peeters, Leuven 1997 ff, ISBN 3-7867-1946-2.
  • Helmut Krätzl: Das Konzil – ein Sprung vorwärts. Ein Zeitzeuge zieht Bilanz. 50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil. Tyrolia, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7022-3199-6.
  • Martin Leitgöb: Dem Konzil begegnen. Prägende Persönlichkeiten des II. Vatikanischen Konzils. Mit einem Vorwort von Herbert Vorgrimler. topos plus, Kevelaer 2012, ISBN 978-3-8367-0815-9.
  • Otto Hermann Pesch: Das Zweite Vatikanische Konzil – Vorgeschichte, Verlauf, Ergebnisse, Nachgeschichte. Echter Verlag, Würzburg 1993, ISBN 3-429-01533-2; Topos plus, Kevelaer 2001, ISBN 3-7867-8393-4.
  • Manfred Plate: Weltereignis Konzil. Darstellung – Sinn – Ergebnis. Herder, Freiburg/Basel/Wien 1966.
  • Joseph Ratzinger Gesammelte Schriften, Band 7: Zur Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils. Herder, Freiburg/Basel/Wien 2012, ISBN 978-3-451-34124-3.
  • Joseph Ratzinger: Die erste Sitzungsperiode des Zweiten Vatikanischen Konzils. Ein Rückblick. J.P. Bachem Verlag, Köln 1963. Vortrag an der Universität Bonn vom 18. Januar 1963, ergänzt mit einem Vorwort.
  • Joseph Ratzinger: Das Konzil auf dem Weg – Rückblick auf die zweite Sitzungsperiode. J.P. Bachem, Köln 1964.
  • Joseph Ratzinger: Ergebnisse und Probleme der dritten Konzilsperiode. J.P. Bachem, Köln 1965.
  • Knut Wenzel: Kleine Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils. Herder Verlag, Freiburg/Basel/Wien 2005, ISBN 3-451-28612-2; überarbeitet, aktualisierte und ergänzte Neuausgabe: Das Zweite Vatikanische Konzil. Eine Einführung. Herder-Verlag, Freiburg/Basel/Wien 2014, ISBN 978-3-451-30761-4.

Einzeldarstellungen

  • Luigi Bettazzi: Das Zweite Vatikanum – Pfingsten unserer Zeit. Mit einem Vorwort von Elmar Klinger, aus dem Italienischen von Barbara Häussler. Echter, Würzburg 2002.
  • Luigi Bettazzi: Das Zweite Vatikanum – Neustart der Kirche aus den Wurzeln des Glaubens. Aus dem Italienischen von Barbara Häussler. Echter, Würzburg 2012, ISBN 978-3-429-03531-0.
  • Franz Xaver Bischof, Stephan Leimgruber (Hrsg.): Vierzig Jahre II. Vatikanum – zur Wirkungsgeschichte der Konzilstexte. Echter Verlag, Würzburg 2004, ISBN 3-429-02605-9.
  • Michael Bredeck: Das Zweite Vatikanum als Konzil des Aggiornamento. Zur hermeneutischen Grundlegung einer theologischen Konzilsinterpretation. (Paderborner theologische Studien, 48) Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2007, ISBN 978-3-506-76317-4.
  • Ralf van Bühren: Kunst und Kirche im 20. Jahrhundert. Die Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils. (Konziliengeschichte, Reihe B: Untersuchungen) Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2008, ISBN 978-3-506-76388-4.
  • Regina Heyder / Gisela Muschiol (Hg.): Katholikinnen und das Zweite Vatikanische Konzil. Petitionen, Berichte, Fotografien. Aschendorff, Münster 2018, ISBN 978-3-402-13138-1
  • Eva Huttenlauch: Die Porta della Morte an St. Peter von Giacomo Manzù und der Wandel päpstlicher Kunstpolitik durch das Zweite Vatikanische Konzil. Regensburg 2014, ISBN 978-3-7954-2799-3.
  • Elmar Klinger, Rolf Zerfaß (Hrsg.): Die Kirche der Laien. Eine Weichenstellung des Konzils. Echter, Würzburg 1987.
  • Elmar Klinger: Armut – Eine Herausforderung Gottes. Der Glaube des Konzils und die Befreiung des Menschen. Benziger, Zürich 1990.
  • Helmut Krätzl: Im Sprung gehemmt – Was mir nach dem Konzil noch alles fehlt. 4. Auflage. Verlag St. Gabriel, Mödling 1999, ISBN 3-85264-567-0.
  • Maria Prieler-Woldan: Das Konzil und die Frauen. Pionierinnen für Geschlechtergerechtigkeit in der katholischen Kirche. Hg. Frauenkommission der Diözese Linz. Wagner Verlag, Linz 2013, ISBN 978-3-902330-79-6.
  • Wolfgang Spindler: „Humanistisches Appeasement“? Hans Barions Kritik an der Staats- und Soziallehre des Zweiten Vatikanischen Konzils. Duncker & Humblot 2011, ISBN 978-3-428-13588-2.
  • Philipp Thull (Hrsg.): Ermutigung zum Aufbruch. Eine kritische Bilanz des Zweiten Vatikanischen Konzils. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2013, ISBN 978-3-534-26312-7.
  • Günther Wassilowsky (Hrsg.): Zweites Vatikanum – vergessene Anstöße, gegenwärtige Fortschreibungen. (QD 207) Herder, Freiburg i. B. 2004.
Commons: Zweites Vatikanisches Konzil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Giuseppe Alberigo: Vatikanische Konzilien B. Vaticanum II. I. Ankündigung und Vorbereitung. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage.Band10. Herder, Freiburg im Breisgau 2001,Sp.561–566., 561.
  2. Jedin: Kleine Konziliengeschichte. 1959, S. 132.
  3. Regina Heyder: Katholikinnen beim Konzil: „Da gibt es ganz überraschende Befunde". In: Interview. Vatican News, abgerufen am 1. September 2021.
  4. Jedin: Kleine Konziliengeschichte. 1959, S. 132f.
  5. Hubert Jedin: Kleine Konziliengeschichte. Herder, Freiburg/Br. 1959, S. 133.
  6. Schwäbische Zeitung: Eine Kämpferin für Frauen im Pristeramt. Abgerufen am 19. Oktober 2021.
  7. Katholikinnen beim Konzil: „Da gibt es ganz überraschende Befunde" - Vatican News. 8. Juni 2019, abgerufen am 19. Oktober 2021.
  8. Regina Heyder / Gisela Muschiol (Hg.): Katholikinnen und das Zweite Vatikanische Konzil. Petitionen, Berichte, Fotografien. Aschendorff, Münster 2018, ISBN 978-3-402-13138-1.
  9. Jedin: Kleine Konziliengeschichte. 1959, S. 136.
  10. Jedin: Kleine Konziliengeschichte. 1959, S. 140.
  11. Vgl. Giuseppe Alberigo: Johannes XXIII., Leben und Wirken des Konzilspapstes, Mainz 2000, 214.
  12. Leon-Joseph Suenens: Aux origines du Concile Vatican II. Hrsg.: NRTh.Band107, 1985,S.3–21, hier 11–18.
  13. Konzilsakten: Acta Synodalia sacrosancti concilii oecumenici Vaticani II, 6 vol., in 32 partibus, Typis Pol. Vaticanis, 1970–1999.BandI/4,S.366.
  14. zitiert nach: Giuseppe Alberigo: Johannes XXIII., Leben und Wirken des Konzilspapstes, Mainz 2000, 219.
  15. Jedin: Kleine Konziliengeschichte. 1959, S. 152.
  16. Anna Elisabeth Meiers: Das II. Vatikanische Konzil und die Frauen. Theologische Fakultät Trier, 50 Jahre II. Vatikanisches Konzil, abgerufen am 1. September 2021.
  17. Joseph Ratzinger: Das Konzil auf dem Weg − Rückblick auf die zweite Sitzungsperiode. J.P. Bachem Verlag, Köln 1964.
  18. Jedin: Kleine Konziliengeschichte. 1959, S. 157.
  19. Jedin: Kleine Konziliengeschichte. 1959, S. 163f.
  20. Jedin: Kleine Konziliengeschichte. 1959, S. 163.
  21. Vgl. Thomas Großbölting: Der verlorene Himmel. Glaube in Deutschland seit 1945. Bonn 2013 (Lizenzausgabe für die bpb), S. 153.
  22. Maria Prieler-Woldan: Das Konzil und die Frauen. Pionierinnen für Geschlechtergerechtigkeit in der katholischen Kirche. Hrsg.: Frauenkommission der Diözese Linz. Wagner Verlag, Linz 2013, ISBN 978-3-902330-79-6.
  23. Abtei St. Hildegard: Diakoninnenweihe – die Konzilsaktivitäten unserer verstorbenen Sr. Marianna Schrader OSB. Abgerufen am 1. September 2021.
  24. Beate Kopp: Die Unbeirrbare. Abgerufen am 29. September 2021.
  25. Alexandra Kemmerer: Solange es noch Zeit ist. 10. November 2019, abgerufen am 3. September 2021.
  26. Anke Kumbier, Schwäbische Zeitung: Eine Kämpferin für Frauen ins Priesteramt. 8. Oktober 2019, abgerufen am 3. September 2021.
  27. Hanno Helbling: «Die Kirche und die Kirchen» – Zwei Vorträge in Zürich. Neue Zürcher Zeitung, 23. Januar 1964. Der Text des Vortrags von Joseph Ratzinger erschien mit dem Titel Die Kirche und die Kirchen. Das ökumenische Problem in der zweiten Session des gegenwärtigen Konzils (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive)“ in der Zeitschrift Reformatio. XIII. Jahrgang, Heft 2, Zürich, 1964, zusammen mit dem Vortragstext von Lukas Vischer unter dem Titel „Die Kirche und die Kirchen. Einige Überlegungen zur zweiten Session des Vatikanischen Konzils“. Die Vorträge Ratzingers dienten als Grundlage zu seinem Buch Das Konzil auf dem Weg − Rückblick auf die zweite Sitzungsperiode (siehe Literatur).
  28. Quinque iam anni auf der Webseite des Vatikan.
  29. Osservatore Romano vom 8. Dezember 1968.
  30. cfr. Insegnamenti, Bd. VI (1968), S. 1187–1189 (1188)
  31. vgl.: Botschaft an die Priester (italienisch) von Papst Paul VI., 30. Juni 1968.
  32. Vgl.: Insegnamenti Paolo VI. Bd. X (1972), S. 707: [Il] Santo Padre afferma di avere la sensazione che «da qualche fessura sia entrato il fumo di Satana nel tempio di Dio».
  33. Klaus Schatz: Allgemeine Konzilien – Brennpunkte der Kirchengeschichte. Paderborn ²2008, S. 336.
  34. Benedikt XVI.: Ansprache von Benedikt XVI. an das Kardinalskollegium und die Mitglieder der römischen Kurie beim Weihnachtsempfang. In: vatican.va. 22. Dezember 2005, abgerufen am 7. Juli 2012.
  35. Avery Dulles: Vatican II: The Myth and the Reality, in: America. The Jesuit Review, am 24. Feb. 2003.
  36. Zu beachten sind: Ad gentes Nr. 9, Gaudium et spes Nr. 10, Dignitatis humanae Nr. 1, Lumen gentium Nr. 16.
  37. Zu beachten: Dei Verbum, insb. Nr. 9.
  38. Zu beachten: DV, Nr. 4, und Gaudium et spes, Nr. 4.
  39. Zu beachten: Lumen gentium Nr. 14–16.
  40. Dargelegt in DV 19 (die Evangelien überliefern zuverlässig, was Jesus wirklich getan und gelehrt hat). Aufgegriffen z. B. vom Baptisten Franz Graf-Stuhlhofer: Auf der Suche nach dem historischen Jesus. Über die Glaubwürdigkeit der Evangelien und die Zweifel der Skeptiker. Leun 2013, S. 60–62: „Das Zweite Vatikanische Konzil über die Evangelien“.
  41. Alfred Lorenzer: Das Konzil der Buchhalter. Die Zerstörung der Sinnlichkeit. Eine Religionskritik. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/Main 1992, S. 11.
  42. Franz Graf-Stuhlhofer: Zu Heiligen beten? Heiligenverehrung gemäß der Bibel, bei Kirchenvätern sowie in heutiger kirchlicher Praxis und Lehre. Folgen Verlag, Langerwehe 2014 (E-Book), Kap. „Die katholische Lehre über die Heiligenverehrung“ (1. gedruckte Auflage Asslar 1988).
  43. So Karl Lehmann in Karl Lehmann, Ralf Rothenbusch (Hrsg.): Gottes Wort in Menschenwort. Die eine Bibel als Fundament der Theologie (Quaestiones disputatae 266), Freiburg/Br. 2014, S. 25.
  44. Lumen gentium: Text – IntraText CT. Website intratext.com. Abgerufen am 26. Februar 2012.
  45. Albrecht Beckel, Hugo Reiring, Otto Roegele (Hrsg.): Führer durch das Konzil, Informationen, Dokumente, Interviews. Osnabrück 1962, S. 11.
  46. Roberto de Mattei, S. 153.
  47. Roberto de Mattei, S. 230.
  48. Roberto de Mattei, S. 126.
  49. Roberto de Mattei, S. 230.
  50. Albrecht Beckel, Hugo Reiring, Otto Roegele (Hrsg.): Führer durch das Konzil, Informationen, Dokumente, Interviews. Osnabrück 1962, S. 12f.
  51. Roberto de Mattei, S. 262.
  52. Roberto de Mattei, S. 249ff.
  53. Roberto de Mattei, S. 374: Demzufolge haben sich die bedeutenderen Anhänger der „konservativen Partei“ als Kardinäle zurückgehalten.
  54. Klaus Schatz: Allgemeine Konzilien – Brennpunkte der Kirchengeschichte. Paderborn 2008, S. 284.
  55. Einige von Joseph Ratzinger vor den Konzilsvätern gehaltene Referate sind im Original (Deutsch oder Latein) und in englischer Übersetzung wiedergegeben und kommentiert in: Jared Wicks: Six texts by Prof. Joseph Ratzinger as peritus before and during Vatican Council II. In: Gregorianum. 89, 2, 2008, S. 233–311. (Artikel darüber (Memento vom 25. September 2012 im Internet Archive) (PDF) auf scotthahn.com.)
  56. Albrecht Beckel, Hugo Reiring, Otto Roegele (Hrsg.): Führer durch das Konzil, Informationen, Dokumente, Interviews. Osnabrück 1962, S. 17.
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Zweites Vatikanisches Konzil Okumenisches Konzil der romisch katholischen Kirche Sprache Beobachten Bearbeiten Zweites Vatikanisches Konzil 11 Oktober 1962 8 Dezember 1965Akzeptiert von Romisch katholische KircheEinberufen von Papst Johannes XXIII Prasidium Papst Johannes XXIII Papst Paul VI Teilnehmer Insgesamt 3044 Teilnehmer davon 2498 Konzilsvater Themen Kirchenreform Beziehung der Kirche zur modernen Welt sowie Antwort und Anpassung der Kirche an die moderne Welt Okumenismus nichtchristliche Religionen LiturgieDokumente16 Dokumente 4 Konstitutionen 9 Dekrete 3 Erklarungen 0 Erstes Vatikanisches Konzil 0 Liste der okumenischen Konzilien Das Zweite Vatikanische Konzil kurz auch II Vatikanum bzw II Vaticanum oder Vatikanum II bzw Vaticanum II das von der romisch katholischen Kirche als das 21 Okumenische Konzil angesehen wird fand vom 11 Oktober 1962 bis zum 8 Dezember 1965 statt Es wurde von Papst Johannes XXIII mit dem Auftrag zu pastoraler und okumenischer instauratio Erneuerung italienisch aggiornamento einberufen Vor einer Papstmesse auf dem Konzil Bereich zwischen Papstaltar und Apsis Kathedraaltar davor der Sitz des Papstes Tribune mit Konzilsvatern und Empore der Sekretare Konzilsvater im Vordergrund der Liturgiewissenschaftler Aime Georges Martimort Konzilsvater Der Papst wies in der lateinischen Eroffnungsansprache Gaudet Mater Ecclesia Es freut sich die Mutter Kirche ausdrucklich darauf hin dass eine gewisse Aktualisierung dogmatischer Satze im Sinne ihrer Orientierung auf das Verstandnis des gegenwartigen Zeitalters moglich und notwendig sei Denn das eine sei das ewige Dogma die bleibende Wahrheit ein anderes die Ausdrucksweise der jeweiligen Zeit Nach dem Tod Papst Johannes XXIII im Jahr 1963 wurde das Konzil durch Papst Paul VI fortgesetzt und 1965 beendet Es entschied zugunsten der Religionsfreiheit in der burgerlichen Staatsordnung fur einen verstarkten Dialog mit Anders oder Nichtglaubigen und wies erstmals auf die Bedeutung der Frauen fur Gesellschaft und Kirche hin Unter den Teilnehmern waren auch die spateren Papste Johannes Paul I Johannes Paul II und Benedikt XVI Inhaltsverzeichnis 1 Vorgeschichte 1 1 Einberufung 1 2 Vorbereitung 2 Zielsetzung 2 1 aggiornamento 2 2 approfondimento 3 Eroffnung und Verlauf 3 1 Erste Sitzungsperiode 3 2 Zweite Sitzungsperiode 3 3 Dritte und vierte Sitzungsperiode 4 Ergebnisse und Auswirkungen 4 1 Dokumente 4 1 1 Erste Sitzungsperiode 4 1 2 Zweite Sitzungsperiode 4 1 3 Dritte Sitzungsperiode 4 1 4 Vierte Sitzungsperiode 4 2 Inhaltliche Ergebnisse Beschlusse Zusammenfassung 4 3 Theologische Akzente Theologie des Konzils 4 4 Ablehnung der Frauenordination 4 5 Kirchenbau nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil 5 Deutschsprachige Berichterstattung 6 Rezeptionsgeschichte 6 1 Nachkonziliare Krise 6 1 1 Begriff 6 1 2 Forschungsstand 6 1 3 Diagnose von 1972 6 2 Der Geist des Konzils 6 3 Hermeneutik der Reform 6 4 Fehlinterpretationen der Konzilsergebnisse 6 5 Theologische Anregungen 6 6 Kritik 7 Verbindlichkeit 8 Teilnehmer 8 1 Vorsitz 8 2 Moderatoren ab 1963 8 3 Prasidium 8 4 Prasidenten der Einzelkommissionen 8 5 Prasidenten der Sekretariate 8 6 Weitere bekannte Konzilsvater 8 7 Periti 8 8 Nichtkatholische Beobachter 8 9 Hintergrunde der Nichtentsendung orthodoxer Beobachter 9 Literatur 9 1 Quellen 9 2 Gesamtdarstellungen 9 3 Einzeldarstellungen 10 Weblinks 11 EinzelnachweiseVorgeschichte BearbeitenEinberufung Bearbeiten Der Gedanke eines neuen Konzils geht nach Angaben Johannes XXIII auf eine Unterhaltung mit Kardinal Alfredo Ottaviani 1890 1979 zuruck die am zweiten Tag des Konklaves gefuhrt wurde das ihn 1958 zum Papst wahlte Pius XII soll bereits gegenuber dem Jesuitenprediger Riccardo Lombardi angedeutet haben dass er damit rechne dass sein Nachfolger ein Konzil einberufe Die Papste Pius XI und Pius XII hatten beide jeweils die Fortfuhrung des I Vatikanums prufen lassen Papst Johannes plante von Anfang an ein Konzil das die Kirche auf die Gegenwart ausrichten sollte moglicherweise reichen die Motive bis in die Jugendzeit Roncallis zuruck schrieb Lambert Beauduin Dieses Anliegen beschrieb Johannes XXIII als Aggiornamento als Verheutigung oder Heutigwerden ubersetzt Am 25 Januar 1959 gab er dann vor 17 Kardinalen im Kapitelsaal der Patriarchalbasilika St Paul vor den Mauern uberraschend bekannt dass er ein Konzil fur die Weltkirche einzuberufen beabsichtige dessen Ziel die Erneuerung grossere Klarheit im Denken und Starkung des Bandes der Einheit sein solle Die Nachricht der Einberufung des Konzils wurde mit grosser Aufmerksamkeit und teils enthusiastisch aufgenommen Nicht begeistert von den Planen bzw von inhaltlichen Vorgaben war ein Teil der Kurienkardinale 1 Mit der Apostolischen Konstitution Humanae salutis vom 25 Dezember 1961 wurde das Zweite Vatikanische Konzil fur 1962 einberufen Vorbereitung Bearbeiten Am 17 Mai 1959 trat die Kommission zur Ingangsetzung der Vorbereitung die Commissio antepraeparatoria erstmals zusammen Sie stand unter Vorsitz des Kardinalstaatssekretars Domenico Tardini Sie forderte weltweit 3500 Bischofe Ordensobere und theologische Fakultaten auf Vorschlage fur das Beratungsprogramm der Vorbereitungskommissionen einzureichen So kamen 2812 Postulate zusammen die von der Commissio gesichtet und ausgearbeitet wurden 2 Dazu gehorten auch Petitionen die nicht vorgesehen waren und ungebeten eingereicht wurden also Petitionen von Laien insbesondere von Frauen aus Orden und Verbanden Auch diese wurden in den Kommissionen ausgesprochen aufmerksam gelesen 3 Danach begann die eigentliche Vorbereitungsphase eingeleitet durch das Motu proprio Superno Dei nutu vom 5 Juni 1960 Dazu wurden zehn Vorbereitungskommissionen Commissiones praeparatoriae 2 gegrundet Im Gegensatz zu fruheren Konzilien bei denen solche Kommissionen vor allem mit Theologen und Kanonisten besetzt gewesen waren die auf dem Konzil selbst gar kein Stimmrecht besassen waren die Vorbereitungskommissionen des Zweiten Vatikanums etwa zur Halfte mit Bischofen und Ordensoberen besetzt Grundsatzlich wiesen sie aber eine grosse Nahe zum Kurienapparat auf 4 der so den entscheidenden Einfluss auf den Konzilsverlauf zu nehmen versuchte Der Papst konnte daher einige seiner eigenen Anliegen vor allem die Okumene nur gegen Widerstande in die Vorbereitungen einbringen Doch uber die Inhalte die das Konzil pragen sollten hatte sich langst ein weltweiter Dialog entwickelt Der aus der Schweiz stammende und in Tubingen lehrende Theologe Hans Kung forderte in seinem Buch Konzil und Wiedervereinigung 1960 wirkliche Bemuhungen in Richtung Okumene eine Reform der Kurie einen interreligiosen Dialog und die Abschaffung des Index Librorum Prohibitorum Er fasste damit zusammen was viele Theologen auch dachten Diese auch von vielen Laien unterstutzten Ziele wurden teilweise auch erreicht Um die Federfuhrung der Kurie bei der Vorbereitung auszugleichen richtete der Papst 1960 das Sekretariat fur die Forderung der Einheit der Christen ein zu dessen Leiter er den deutschen Kardinal Augustin Bea SJ ernannte vormals Beichtvater von Pius XII Dieses Sekretariat und nicht die von der Kurie beeinflussten Kommissionen denen es gleichgestellt war 5 war fortan fur die Okumenefragen zustandig Dieses Vorgehen wurde von anderen christlichen Gemeinschaften begrusst da ihnen der Umgang mit der romischen Kurie wenig behagte Im Sommer 1961 traten die Vorbereitungen in ihre Schlussphase Geklart werden musste vor allem noch der organisatorische Ablauf und genauer welcher Kreis von Teilnehmern eingeladen werden sollte Fest stand bis dahin nur dass die amtliche Sprache des Konzils Latein sein sollte ohne Rucksicht auf die damals bereits grassierende Lateinschwache in erheblichen Teilen des Episkopats Im Fruhjahr 1962 lagen 69 Entwurfe zu den unterschiedlichsten Themen vor 5 Sie waren insgesamt sehr langatmig geraten und in typisch romischem Stil verfasst schwerfalliger sogar als die Enzykliken der Vorgangerpapste Nur die Liturgiekommission prasentierte ein konkretes Konzept die anderen Vorschlage liefen vor allem darauf hinaus dass das Konzil mehr bewahren und festschreiben als erneuern sollte Diese Richtung aber wollten die Vertreter der Ortskirchen nicht einschlagen was erstmals zeigte dass die Kurie gegenuber den Bischofen an Einfluss verloren hatte Johannes XXIII verzichtete darauf zu den Vorschlagen der 69 Entwurfe konkret Stellung zu nehmen Auch gab er nicht vor was der Schwerpunkt des Konzils sein sollte Er wollte einem freien und selbststandigen Konzil ohne Tabufragen zumindest eine Chance geben Allerdings dachte er wohl an eine zugige Abwicklung desselben Es entwickelte sich jedoch eine Eigendynamik hin zu dem Ziel eines neuen Pfingstens fur die Kirche Zielsetzung Bearbeiten aggiornamento Bearbeiten Der pastorale Methodenwechsel den Papst Johannes XXIII als Aggiornamento einleitete und den Paul VI mit il Dialogo uberschrieb Enzyklika Ecclesiam suam 1964 hat seinen Ursprung bereits in den Tagen des Ersten Weltkrieges Benedikt XV hatte in seiner Enzyklika Ad beatissimi Apostolorum principis zwar die Verurteilung des theologischen Modernismus bekraftigt schwachte den Ton nach den erbitterten Auseinandersetzungen unter seinem Vorganger Pius X aber ab Er verurteilte auch den integralistischen Antimodernismus um die Einheit der Kirche als supranationale Instanz zu retten Papst Pius XI hatte gleichfalls die fundamental neue Lage der Welt von heute in ihren Umrissen erkannt und daher den Frieden Christi im Reiche Christi zum Programm seines Pontifikats gemacht Unter seinem Nachfolger Pius XII gab es eine Weiterentwicklung in der Weltgeltung ad extra sowie hinsichtlich des katholischen Programms approfondimento Bearbeiten Dieser geistliche Begriff der Kirche umfasst Treue zur Tradition sowie jeweilige Anpassung an die Gegenwart Neben der Intransigenz also einer Kompromisslosigkeit im Wesentlichen gibt es also auch die Fahigkeit zu angemessener Erneuerung im Horizont der Zeit also eine Modernitat Eroffnung und Verlauf Bearbeiten Prozession der Konzilsvater Konzilsvater Das Konzil begann am 11 Oktober 1962 In einer grossen Prozession zogen die 2498 Konzilsvater in den Petersdom der Vatikanstadt ein Dabei trug Johannes XXIII nicht die papstliche Tiara als Zeichen der Macht sondern eine Mitra und demonstrierte sich somit als Hirte und nicht als Herrscher Auch nutzte er den papstlichen Tragesessel nur auf dem Petersplatz um besser gesehen werden zu konnen In der Peterskirche liess er anhalten stieg herab und ging den Rest zu Fuss Bischofe aus 133 Landern waren anwesend Das Innere des Petersdoms selbst war zu einer gigantischen Konzilsaula umgebaut worden Im Mittelschiff fanden sich auf beiden Seiten 90 Meter lange ansteigende Tribunen von denen aus debattiert wurde Traditionsgemass gehorten zu den Teilnehmern des Konzils nur Manner Dies fuhrte schon in der Pressekonferenz zur Eroffnung des Konzils zu der kritischen Nachfrage ob denn auch Frauen zum Konzil geladen seien Damit erregte die Fragestellerin die damals 30 jahrige Josefa Theresa Munch erstmals offentliche Aufmerksamkeit fur das Anliegen der innerkirchlichen Gleichberechtigung der Frauen 6 Die anwesenden Journalisten haben einfach gelacht Fur sie war klar Laienauditoren mussen Manner sein so Kirchenhistorikerin Regina Heyder nach Diskussionen insbesondere in der zweiten Sitzungsperiode wurden ab der dritten Sitzungsperiode auch Frauen als Auditorinnen Zuhorer zugelassen durften aber anders als die Manner keine Reden halten 7 Daruber hinaus beteiligten sich Frauen weit mehr als bislang bekannt am Konzil Frauenverbande Theologinnen und Ordensschwestern verfassten zahlreiche Petitionen zu Liturgie Okumene Eheverstandnis und dem Status von Frauen in der Kirche In Rom selbst pragten Laienauditorinnen kirchenpolitisch aktive Romreisende und Gastgeberinnen den Kommunikationsort Konzil Frauen gestalteten aktiv die Konzilsrezeption vor Ort und ubersetzten die fremdsprachigen Texte der Dokumenten Entwurfe ins Lateinische Manche Debatten etwa uber die Enzyklika Humanae vitae oder uber Diakoninnen und Priesterinnen wirken bis heute nach 8 Die Verhandlungen des Konzils fanden in vier Sitzungsperioden jeweils im Herbst statt Erste Sitzungsperiode Bearbeiten Siehe auch Liste der Mitglieder der Liturgischen Vorbereitungskommission des Zweiten Vatikanischen Konzils und Liste der Mitglieder der Konzilskommission fur die Liturgie des Zweiten Vatikanischen Konzils Schon die ersten Sitzungen genannt allgemeine Kongregationen Zusammenkunfte deuteten darauf hin dass es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Erneuerern und Bewahrern kommen werde Die Kurie wollte das Konzil massgeblich bestimmen und versuchte auf die Besetzung der wichtigsten Positionen und auf die Tagesordnung entscheidenden Einfluss zu nehmen Erste Nagelprobe war dabei die Besetzung der zehn Konzilskommissionen am 13 Oktober 1962 Die zehn Konzilskommissionen entsprachen in Zahl und Aufgabenbereich den zehn Vorbereitungskommissionen Sie hatten die Aufgabe die Ergebnisse der Beratungen uber die Schemata in der Generalversammlung einzuarbeiten und das uberarbeitete Schema dann erneut der Generalversammlung vorzulegen Die Kommissionen sollten aus je 24 Mitgliedern bestehen wobei 16 von den Konzilsvatern gewahlt die ubrigen acht durch den Papst ernannt werden sollten 9 Das Generalsekretariat des Konzils liess zu den Wahlzetteln Listen austeilen auf denen 16 Namen von Konzilsvatern verzeichnet waren die schon der entsprechenden Vorbereitungskommission angehort hatten Diese aber waren demnach Kandidaten der Kurie 10 Die anwesenden Bischofe verlangten daraufhin die Mitglieder der Kommissionen selbst bestimmen zu konnen und beantragten eine Vertagung um sich genauer mit den Kandidaten auf der Liste befassen zu konnen Als versucht wurde dies zu ignorieren ergriffen die Kardinale Achille Lienart und Josef Frings das Wort 10 und setzten im Namen der Konzilsvater deren Vorstellungen durch Die Wahl wurde vertagt Diese Sitzung wurde spater als der eigentliche Aufbruch des Konzils bezeichnet da deutlich wurde dass sich die anwesenden Bischofe als das Konzil verstanden und sich nicht den Vorschlagen der Kurie fugen wollten Nach der Vertagung wurden vor allem von deutschen und franzosischen Konzilsvatern neue Listen ausgearbeitet Das Konzil erhielt die Eigendynamik Der bereits schwer kranke Papst Johannes XXIII billigte das Sicheinlaufen des Konzils und hielt sich zuruck er hatte nicht die Absicht in konkrete Entscheidungen einzugreifen 11 Die entstandene Dynamik war jedoch anfangs noch nicht auf ein klares Ziel ausgerichtet Auch diese Zielbestimmung hatte der Papst dem Konzil uberlassen das hiermit jedoch zunachst uberfordert war Erst der Erzbischof von Mailand Kardinal Giovanni Battista Montini der spatere Papst Paul VI schlug in einem elfseitigen Brief an den Papst die Konzeption der doppelten Thematik der Kirche ecclesia ad intra und ad extra vor Er pladierte nach aussen fur eine Ausweitung des vom Papst selbst initiierten okumenischen Dialogs nach innen fur eine Befassung mit dem Wesen der Kirche und ihrer Reform sowie die Einteilung des Konzils in drei Sitzungsperioden Das Konzil nahm diese bereits vom belgischen Kardinal Leon Joseph Suenens unter Bezugnahme auf eine Papstansprache vom 11 September 1962 vorformulierten Gedanken 12 mit grosser Zustimmung an was fur die von Ottaviani vertretene Kongregation fur die Glaubenslehre damals noch Heiliges Offizium genannt einen ersten Machtverlust bedeutete Die Richtung des Konzils war damit vorgegeben Eine weitere unvorhergesehene Entwicklung wurde durch die Ablehnung des Schemas De Ecclesia initiiert Daraufhin wurde vom Generalsekretar des Konzils Pericle Felici der Vorschlag unterbreitet Alternativschemata einzureichen was den Einfluss der Bischofe und Bischofskonferenzen auf den von der Vollversammlung des Konzils zu behandelnden Text deutlich vergrosserte 13 Am 8 Dezember 1962 endete die erste Sitzungsperiode Die Arbeit in der Konzilskommission sollte aber in der Sessionspause weitgergehen Johannes XXIII anderte seine Meinung in Bezug auf seine anfangliche Zuruckhaltung und wollte in der zweiten Sitzungsperiode seinen Platz einnehmen als wirklicher Prasident wenn auch mit Diskretion 14 Das Fortschreiten des Konzils erlebte Papst Johannes jedoch nicht mehr er starb am 3 Juni 1963 Zweite Sitzungsperiode Bearbeiten Papst Paul VI Die zweite Sitzungsperiode wurde am 29 September 1963 von Papst Paul VI eroffnet Dieser war am 21 Juni desselben Jahres zum Nachfolger des inzwischen verstorbenen Johannes XXIII gewahlt worden Die Sitzungsperiode sollte zu den ersten Dokumenten und damit zu den ersten greifbaren Ergebnissen fuhren Sie war dabei weiter vom Gegensatz zwischen konservativen und progressiven Kraften bestimmt vgl Coetus Internationalis Patrum Das Konzil diskutierte unter anderem welche Rolle den Bischofen in Zukunft zukommen solle Progressive Krafte befurworteten eine grossere Gemeinschaft wenn auch nicht an Stelle eines Unterordnungsverhaltnisses gegenuber dem Primat des Papstes der ja ebenfalls zuerst Bischof ist Diesen Gedanken der Gemeinschaftlichkeit Kollegialitat Kirche als communio versuchten die konservativen Krafte zu unterbinden Am 8 November 1963 kam es daher zu einer historisch gewordenen Protestrede Der Kolner Kardinal Josef Frings eine der pragendsten Figuren des gesamten Konzils protestierte gegen eine Kampagne konservativer Krafte und wandte sich schliesslich gegen die Institution des Heiligen Offiziums und seines Sekretars Kardinal Ottaviani Das Offizium so Frings verkorpere Methoden und lege ein Verhalten an den Tag das nicht dem geistigen und geistlichen Rang von Bischofen und Theologen entspreche Denn das Offizium entschied nach Aktenlage ohne Verfahrensgarantien und musste seine Entscheidungen nicht begrunden Assistiert von seinem Peritus dem jungen Theologieprofessor Joseph Ratzinger sprach sich Frings fur eine Reform des Offiziums aus 15 die von Paul VI bereits 1965 durchgefuhrt wurde Erster Prafekt der Kongregation fur die Glaubenslehre so der neue Name des reformierten Hl Offiziums wurde Kardinal Ottaviani bis 1968 Erst wahrend der zweiten Sitzungsperiode drangte sich immer mehr die Forderung der Teilnahme von Frauen am Konzil auf So stellte der belgische Kardinal Leo Joseph Suenens einer der vier Konzils Moderatoren die Forderung auch Frauen als Auditorinnen am Konzil teilnehmen zu lassen Damit wollte er zum einen eine Erhohung der Zahl der Laienauditoren erreichen zum anderen aber auch bewusst Frauen die eine Halfte der Menschheit abbilden am Konzil beteiligt wissen 16 Zwei Dokumente konnten verabschiedet werden Am 4 Dezember 1963 beschloss das Konzil die Konstitution uber die Liturgie Sacrosanctum Concilium Auf ihrer Grundlage sollte spater die Liturgie reformiert werden Mit diesem Beschluss und der Verabschiedung von Inter mirifica dem Dekret uber die Massenmedien am 4 Dezember 1963 endete die zweite Sitzungsperiode Unter dem Pseudonym Michael Serafian veroffentlichte Malachi Martin SJ anschliessend das Buch Der Pilger in dem er hellsichtig analysierte dass Papst Paul VI bereits in einen Gegensatz zu seinem Vorganger getreten war indem er der Partei der Kurie wieder starker entsprach Diese Beobachtung bestatigte sich nach Meinung seiner Kritiker in der Folgezeit Konzilsberater Joseph Ratzinger wertete in einem differenziert verfassten Buch uber die zweite Sitzungsperiode die Bestatigungsformel von Papst Paul VI zu beiden Konzilsdekreten als konkrete Erneuerung des Kirchenbegriffes Das Bedeutsame liegt in dem zweimaligen una cum gemeinsam mit den Konzilsvatern Papst Paul hat damit einen neuen Typ konziliaren Rechts geschaffen der in der Sache einen prazisen Ausdruck fur den vom Konzil verhandelten Gedanken der bischoflichen Kollegialitat ist 17 Die lateinische Bestatigungsformel aller Dokumente lautet Paulus episcopus servus servorum Dei una cum Concilii Patribus Dritte und vierte Sitzungsperiode Bearbeiten Am Hochfest der Geburt Mariens am 8 September 1964 gab schliesslich Papst Paul VI der nach dem Tod von Johannes XXIII das Konzil fortfuhrte offiziell bekannt dass er zur dritten Sitzungsperiode auch Auditorinnen zum Konzil einladen werde Er lud insgesamt 17 Frauen ein von denen 9 Ordensfrauen und 8 Frauen die Frauenverbanden vorstanden waren Zur vierten Sitzungsperiode kamen 6 weitere Auditorinnen unter denen eine Ordensfrau war hinzu 16 Die dritte Sitzungsperiode begann am 14 September 1964 18 Am 19 November 1964 sollte das Dekret zur Religionsfreiheit verabschiedet werden Das Konzil geriet in eine Krise als die Sitzung in welcher der Beschluss gefasst werden sollte kurzfristig vertagt wurde 19 Im Vorschlag war eine Abkehr vom alten Anspruch der katholischen Staatslehre vorgesehen dass der Kirche als Vertreterin der wahren Religion der Vorrang vor dem Irrtum auch im gesellschaftlichen Zusammenleben einzuraumen sei Trotz einer Mehrheit die sich fur eine Abstimmung uber das Dekret aussprach entsprach der Papst dem Wunsch der Konservativen die um eine Vertagung gebeten hatten Erst 1965 wurde diese Korrektur des katholischen Absolutheitsanspruchs mit dem ausgereifteren Dokument Dignitatis humanae beschlossen Nachdem klar geworden war dass die konservativen Krafte der Kurie auf dem Konzil nicht nur in der Minderheit waren sondern auch ihren Einfluss nur noch partiell geltend machen konnten wurden die Dokumente der dritten und vierten Sitzungsperiode obgleich von den 3 5 Bewahrern weiter heftig kritisiert gerauschloser verabschiedet als in der vorangegangenen zweiten Sitzungsperiode Zu gravierenden Konflikten kam es jedoch noch im Vorfeld der Verabschiedung von Lumen gentium am 14 November 1964 als der Papst erneut mit grosser Rucksicht auf die kleine konservative Minderheit die Beifugung einer erlauternden Vorbemerkung Nota explicativa praevia zur Interpretation des Begriffs Kollegium der Bischofe zugunsten des papstlichen Primats verfugte 20 Die Integration der Minderheit wurde zu seinem wichtigsten Anliegen die auch zu papstlichen Korrekturen des Okumene Dokuments von Dei verbum und der Erklarung zur Religionsfreiheit fuhrte Wichtigste Dokumente waren neben Lumen gentium uber die Kirche und Dei verbum uber die Gottliche Offenbarung auch Nostra aetate zu den nichtchristlichen Religionen und Dignitatis humanae uber die Religionsfreiheit Die pastorale Konstitution Gaudium et spes weitet den kirchlichen Weltauftrag aus indem sie sich breit zu Fragen der Wissenschaft Kultur Politik Familie und zum Weltfrieden aussert Die vierte Sitzungsperiode wurde dann aufgrund des Willens der Mehrheit der Konzilsteilnehmer durch den Papst anberaumt um einen sinnvollen Abschluss des Konzils zu ermoglichen als sich wahrend der dritten Periode die grosse Zeitknappheit abzeichnete Das Konzil schloss am 8 Dezember 1965 mit besonderen Botschaften an die Welt u a an die Regierenden die Arbeiter die Intellektuellen die Frauen und die Jugend Zu den Frauen sprach er mit folgenden Worten Die Stunde kommt die Stunde ist schon da in der sich die Berufung der Frau voll entfaltet die Stunde in der die Frau in der Gesellschaft einen Einfluss eine Ausstrahlung eine bisher noch nie erreichte Stellung erlangt 16 Noch wahrend das Konzil tagte hatte sich die Reformdynamik auf den Klerus und die Theologie in den Ortskirchen ubertragen was nach 1968 auch in eine offene Autoritatskrise munden konnte vgl Humanae Vitae Ergebnisse und Auswirkungen BearbeitenDokumente Bearbeiten Das Konzil formulierte und veroffentlichte 16 Dokumente Erste Sitzungsperiode Bearbeiten In der ersten Sitzungsperiode 11 Oktober bis 8 Dezember 1962 wurden keine Dokumente verabschiedet Zweite Sitzungsperiode Bearbeiten In der zweiten Sitzungsperiode 29 September bis 4 Dezember 1963 wurden folgende Dokumente verabschiedet Sacrosanctum Concilium Konstitution uber die heilige Liturgie 4 Dezember 1963 Inter mirifica Dekret uber die sozialen Kommunikationsmittel 4 Dezember 1963Dritte Sitzungsperiode Bearbeiten In der dritten Sitzungsperiode 14 September bis 21 November 1964 wurden folgende Dokumente verabschiedet Lumen gentium Dogmatische Konstitution uber die Kirche 21 November 1964 Unitatis redintegratio Dekret uber den Okumenismus 21 November 1964 Orientalium Ecclesiarum Dekret uber die katholischen Ostkirchen 21 November 1964Vierte Sitzungsperiode Bearbeiten Die vierte Sitzungsperiode 14 September bis 8 Dezember 1965 hatte folgende Dokumente zum Ergebnis Perfectae caritatis Dekret uber die zeitgemasse Erneuerung des Ordenslebens 28 Oktober 1965 Nostra aetate Erklarung uber das Verhaltnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen 28 Oktober 1965 Optatam totius Dekret uber die Ausbildung der Priester 28 Oktober 1965 Christus Dominus Dekret uber die Hirtenaufgabe der Bischofe in der Kirche 28 Oktober 1965 Gravissimum educationis Erklarung uber die christliche Erziehung 28 Oktober 1965 Dei verbum Dogmatische Konstitution uber die gottliche Offenbarung 18 November 1965 Apostolicam actuositatem Dekret uber das Laienapostolat 18 November 1965 Presbyterorum ordinis Dekret uber Dienst und Leben der Priester 7 Dezember 1965 Ad gentes Dekret uber die Missionstatigkeit der Kirche 7 Dezember 1965 Dignitatis humanae Erklarung uber die Religionsfreiheit 7 Dezember 1965 Gaudium et spes Pastorale Konstitution uber die Kirche in der Welt von heute 7 Dezember 1965Inhaltliche Ergebnisse Beschlusse Zusammenfassung Bearbeiten Konzilsvater Zu den wichtigsten Beschlussen zahlen folgende Punkte Liturgie Im Zuge der Konstitution uber die Liturgie Sacrosanctum Concilium fanden zwei Liturgiereformen statt Im 1965 promulgierten in Kraft gesetzten Missale Romanum waren die ersten Reformschritte umgesetzt mit Ausnahme der Forderung der Konstitution den Glaubigen in der Messe eine grossere Anzahl von Bibeltexten zu erschliessen Das 1969 promulgierte Missale berucksichtigte diese Forderung mit einer vollig neuen Leseordnung Perikopenordnung Schon vor dieser weiteren Reform verdrangte die Volkssprache das Latein weitgehend als Liturgiesprache was von der Liturgiekonstitution nicht vorgesehen war Dadurch verfehlte der Plan die Liturgie stufenweise zu reformieren sein Ziel Kollegialitat der Bischofe Das Konzil starkte den Weltepiskopat und damit auch die Ortskirche In der Kirchenkonstitution wird die Unfehlbarkeit auch auf die Bischofe erweitert Zusammen mit dem Papst konnen sie authentisch in Glaubens und Sittensachen lehren und eine bestimmte Lehre ubereinstimmend als endgultig verpflichtend vortragen LG 25 In der Vorbemerkung Nota praevia explicativa zu Lumen gentium wird deutlich dass die Kollegialitat nie gegen den Primat des Papstes verwendet werden kann 21 Verhaltnis zu anderen Religionen Eine Entwicklung seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil betrifft das Verhaltnis der katholischen Kirche zu anderen Religionen Die Kirche lehnt nichts von alledem ab was in diesen Religionen wahr und heilig ist Nostra aetate 2 Dabei lobt der Konzilstext den Monotheismus des Islams vgl NA 3 und bekennt erneut das Hervorgehen der Kirche aus dem Judentum vgl NA 4 Mit der innerchristlichen Okumene beschaftigt sich das Dekret Unitatis redintegratio Im Dekret uber die Religionsfreiheit Dignitatis humanae heisst es Gott selbst hat dem Menschengeschlecht Kenntnis gegeben von dem Weg auf dem die Menschen ihm dienend in Christus erlost und selig werden konnen Diese einzige wahre Religion so glauben wir ist verwirklicht in der katholischen apostolischen Kirche die von Jesus dem Herrn den Auftrag erhalten hat sie unter allen Menschen zu verbreiten DH 1 Gleichzeitig verbietet das Konzil allen Zwang in Hinsicht auf den Glauben und starkt das Gewissen vgl DH 2 Verhaltnis der Kirche zum Staat Das Konzil gibt den spatestens seit der Reformation nicht mehr durchsetzbaren Anspruch der katholischen Kirche auf dass die Offentlichkeit und alle staatlichen Gliederungen nach katholischen Grundsatzen handeln mussen Dies hat zur Folge dass der Absolutheitsanspruch der katholischen Religion nur mehr rein geistlich definiert ist also nicht mit totalitaren Ideologien verwechselt werden kann Verhaltnis von Kirche und Welt Das Konzil setzt sich fur die Gleichberechtigung der Frauen in der Gesellschaft ein deren Diskriminierung dem Plan Gottes widerspricht GS 29 Abs 2 Theologische Akzente Theologie des Konzils Bearbeiten Unzweifelhaft hat das II Vatikanische Konzil neue Akzente gesetzt Der pastorale Ansatz des Konzils also Bekraftigung des pastoralen Amtes der Kirche gegenuber der Theologie Das Konzil hat sich nicht in die Streitigkeiten der einzelnen theologischen Schulen verwickeln lassen sondern wollte den Glauben fur das christliche Leben fruchtbar machen Historischer Ansatz Einsichten der historischen Forschung werden verstarkt berucksichtigt Biblischer Ansatz Die Bibel ist bleibender Bezugspunkt des Glaubens Patristischer Ansatz Die Kirchenvater sind privilegierte Zeugen der Tradition und interpretieren das biblische Zeugnis Okumenische Offnung Nicht Katholiken waren als Beobachter eingeladen Offnung zur Welt und Menschenrechte vgl Gaudium et spes Dialog mit den Nichtchristen Anerkennung ethischer und religioser Werte ausserhalb der Kirche Neuer dialogorientierter Stil der Verkundigung Anstelle von Anathema Formeln werden Lehraussagen in positiver Weise formuliert Ablehnung der Frauenordination Bearbeiten Ausgehend von der wachsenden Teilhabe der Frauen an der Gestaltung des offentlichen Lebens benannte Papst Johannes XXIII in seiner letzten Enzyklika Pacem in terris vom 11 April 1963 die Frage nach der Stellung der Frau als eines der drei grossen Zeichen der Zeit In der Ruckbindung an den christlichen Glauben sah er einen Beschleunigungsfaktor fur den Prozess der wachsenden Bedeutung der Rolle der Frau in der Gesellschaft 16 Dies und die allgemeine gesellschaftliche Entwicklung machten Frauen Mut das Konzil als Chance fur die Einfuhrung der Frauenordinatuion in der romisch katholischen Kirche zu sehen Mit ihren Eingaben zum Konzil begann das offentliche Engagement fur die Frauenordination Hervorgetreten sind dabei die beiden Theologinnen Ina Raming und Iris Muller die spater 2002 zusammen mit weiteren Frauen contra legem zu Priesterinnen geweiht wurden sowie die Theologin Josefa Theresia Munch und die Schweizer Juristin Gertrud Heinzelmann 8 22 Die Hildegard Forscherin und Benediktinerin Marianna Schrader setzte sich fur den Diakonat der Frau ein 23 Die Forderungen der Frauen brachen ein Jahrhunderte altes Tabu keine Frau hatte derartiges zuvor gewagt urteilte die Biografin von Gertrud Heinzelmann 24 Dabei arbeiteten die Frauen mit Bischofen und Konzilstheologen zusammen die sie zu weiteren Eingaben und zur Mitarbeit zu motivieren suchten Einige Konzilstheologen selbst Bischofe stimmten den Frauen zu und befurworteten die Frauenordination 3 Vor der letzten Sitzungsperiode wandte sich die Theologin Josefa Theresia Munch im Juli 1965 an die deutschsprachigen Bischofe die als Konzilsvater am Zweiten Vatikanum teilnahmen Bitte nehmen Sie die Frauen ernst und fur volle Glieder der Kirche solange es noch Zeit ist solange sie noch am Gottesdienst teilnehmen Wenn die Frauen en gros erst einmal die Konsequenz daraus gezogen haben dass sie in der Kirche dauernd negiert werden ist es zu spat 25 26 Die Bemuhungen der Frauen blieben im Ergebnis erfolglos da die Zeit noch nicht reif sei wie die Konzilsvater befanden Sie behandelten die Forderungen weder in den offiziellen Diskussionen noch in den Dokumenten sie fanden allenfalls Niederschlag im expliziten Verbot jeder Form der Diskriminierung wegen des Geschlechts als gottliches Recht in der Pastoralkonstitution Gaudium et Spes Nr 29 Kirchenbau nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil Bearbeiten Hauptartikel Liturgiereform KirchenarchitekturDeutschsprachige Berichterstattung BearbeitenIn vielen Medien wurde uber das II Vatikanische Konzil berichtet in Printmedien in Funk und Fernsehen In der Vorberichterstattung schwankten die Erwartungen nach dem Konzil uberwog ein positives Meinungsbild Seitens der katholischen Kirche wurde eine offene Kommunikation der Ereignisse praktiziert und zwar nicht nur durch das hierzu eingerichtete Presseamt sondern auch durch einzelne Bischofe Das war ein Meilenstein im Verhaltnis der katholischen Kirche zur Presse Joseph Ratzinger damaliger Konzilsberater und spaterer Papst hielt wahrend der Beratungen mehrere Vortrage in Deutschland und in der Schweiz uber seine personlichen Eindrucke und Erlebnisse betreffend Ziele Diskussionen und Resultate des Konzils die in der Presse grosse Anerkennung fanden In reicher Formulierung uber eineinhalb Stunden hin die Zuhorer fesselnd umkreiste Ratzinger als ein wahrer Doctor mellifluus die Probleme die sich so feinem klarem Denken leicht zu fugen scheinen und im Raum wo sich die Sachen stossen doch so wenig handlich sind 27 Rezeptionsgeschichte BearbeitenUm die richtige Interpretation des Konzils wurde und wird seit dem Konzil diskutiert Nachkonziliare Krise Bearbeiten Im katholischen Milieu wird mit dem Begriff Nachkonziliare Krise die Phase ungefahr zwischen 1965 und 1985 bezeichnet Ein eindeutiges Ansetzen von Beginn und Ende der nachkonziliaren Krise ist oft schwierig so wird von manchen auch die Gegenwart im Umfeld der nachkonziliaren Krise gesehen Begriff Bearbeiten Der Begriff wurde vermutlich in Frankreich gepragt wo die kirchenpolitischen Lager nicht erst seit 1965 heftig aufeinander stiessen la crise post conciliaire Damit sind die Phanomene schwindender religioser Praxis und nachlassender Disziplin in der katholischen Kirche ad intra gemeint verbunden mit dem allgemeinen Phanomen der Sakularisierung Verweltlichung vor allem in der westlichen Welt Diese Krise kann aber nicht unabhangig von beginnenden kirchlichen Krisenerscheinungen aus der Zeit vor dem II Vatikanum betrachtet werden Sehr lesenswert ist dazu auch heute noch das wenig beachtete Schreiben Papst Paul VI Quinque iam anni 28 von 1970 Nicht zur nachkonziliaren Krise im eigentlichen Sinne gehoren nur theologische Probleme etwa in der Christologie da diese wahrend der ganzen Geschichte der Kirche unvermeidlich sind Papst Paul VI hat ein einziges Mal in freier Rede von einer Tendenz der Selbstzerstorung in Teilen der katholischen Kirche gesprochen 29 Ein Bericht uber eine Ansprache vor dem Lombardischen Seminar am 7 Dezember 1968 30 notiert Der Papst gelangte zu einer weiteren Betrachtung Che cosa vedete nel Papa E risponde Signum contradictionis un segno di contestazione La Chiesa attraversa oggi un momento di inquietudine Taluni si esercitano nell autocritica si direbbe perfino nell autodemolizione E come un rivolgimento interiore acuto e complesso che nessuno si sarebbe atteso dopo il Concilio Si pensava a una fioritura a un espansione serena dei concetti maturati nella grande assise conciliare C e anche questo aspetto nella Chiesa c e la fioritura Was seht Ihr im Papst Er antwortet Signum contradictionis Ein Zeichen des Widerspruchs Die Kirche geht heute durch einen Moment der Unruhe Manche uben sich in der Selbstkritik man konnte sogar sagen in der Selbstzerstorung Man dachte an eine Blute an eine frohe Ausdehnung der in der grossen Konzilsversammlung gereiften Konzepte Und es gibt auch diesen Aspekt in der Kirche es gibt die Blute Forschungsstand Bearbeiten Ursachen und Verlauf dieser Krisenzeit wurden bislang jedoch nur wenig erforscht so dass die unterschiedlichsten Darstellungen Schuldzuweisungen und Erklarungsmodelle im Umlauf sind je nach Standort des Beobachters Manche sehen die Krise insbesondere als Krise des Klerus dessen Identitat im II Vatikanum trotz umfangreicher Dokumente zu Leben Dienst und Ausbildung des Priesters zu wenig reflektiert wurde 31 Manche vermuten dass eine seit dem Beginn des Jahrhunderts eher unterdruckte als geloste Problematik hinsichtlich der Theologie im Konflikt mit den Wissenschaften die wesentliche Krisenursache gewesen sein konnte Auch die politischen Entwicklungen der ersten Halfte des Jahrhunderts Kriege Krisen Totalitarismus Demokratisierung waren sicherlich nicht bedeutungslos Fur wohl fast jedes Konzil gilt aber dass es gerade dadurch dass es mit hochster Autoritat spricht die ganze Kirche durch aktuelle Anforderungen unter Druck setzt die zunachst beinahe unvermeidlich Widerstande provozieren Dass die Stellung der Kirche zur Welt anderen Konfessionen und Religionen gleichzeitig mit umfangreichen liturgischen Anderungen einhergingen war sicher nicht forderlich Wenigstens zum Teil mussen sowohl progressive als auch konservative Versuche der Einflussnahme schon auf Verlauf und Ergebnis des Konzils als Fruhstart im Widerstand gegen die Rezeption der echten Urteile der hochsten Kirchenversammlung interpretiert werden vgl Hans Kung Karl Rahner Alfredo Ottaviani Diagnose von 1972 Bearbeiten Der fur die Durchfuhrung und Vollendung des letzten Konzils verantwortliche Papst Paul VI zeigte sich im Jahr 1972 mehrfach irritiert daruber dass statt der erhofften Belebung und dem geistlichen Wachstum das vom II Vatikanum ausweislich samtlicher Dokumente bezweckt war das Gegenteil einzutreten schien Haufig zitiert wird eine Ausserung dieses Papstes vom 29 Juni 1972 Zu Beginn seines zehnten Pontifikatsjahrs hatte der Papst eine Predigt in freier Rede gehalten Er brachte seine Enttauschung uber die Nachkonzilszeit unerwartet offen zum Ausdruck Nach einem Bericht von Erzbischof Agostino Casaroli spaterer Kardinalstaatssekretar hatte der Papst auch von seinem Eindruck gesprochen als ob durch irgendeinen Spalt der Rauch Satans in den Tempel Gottes eingedrungen sei um die Fruchte des Konzils zu verderben 32 Gemeint war damit nach Uberzeugung von Philippe Levillain im Dictionnaire historique de la papaute zu Paul VI insbesondere das Problem um die Priesterbruderschaft St Pius X die 1970 von Marcel Lefebvre gegrundet wurde Demnach stellte der Widerstand gegen das Konzil vgl Religionsfreiheit und die Liturgiereform seitens des Traditionalismus fur den Papst damals eine Bewahrungsprobe dar die er personlich zumindest so bedrangend empfand wie den Protest gegen seine letzte Enzyklika Humanae vitae Denn wahrend alle alten und modernen Haresien schon einmal Konjunktur hatten wieder starker oder schwacher werden begriff Papst Paul VI den sich dort abzeichnenden Traditionsbegriff als gefahrlich Diese lehren einen vermeintlich zwingenden Gehorsam gegenuber dem traditionellen Papsttum d h so wie sie es subjektiv auffassen der sich im Widerstand gegen den amtierenden Papst zu beweisen habe Trotz heftiger Aktivitat insbesondere seit einer Grundsatzerklarung Marcel Lefebvres vom 21 November 1974 konnte der Traditionalismus aber nur eine geringe Reichweite unter den Katholiken erreichen die Zahl der auf diese Interpretation der Tradition fixierten Anhanger durfte weltweit deutlich unter 100 000 Personen liegen Jedoch gibt es wesentlich mehr Freunde der alten Liturgie die aber die Ansichten des Erzbischofs Lefebvre nicht billigen Der Geist des Konzils Bearbeiten Unter dem Begriff Geist des Konzils ist die Position zu verstehen dass ein Verstandnis des Konzils nur moglich sei wenn man den Geist die Atmosphare welche auf dem Konzil herrschte richtig wahrnimmt Der Geist des Konzils bringt das zum Ausdruck Nach Meinung der Papste seit 1965 verlasst aber derjenige den Boden des Konzils der diesen Geist als Ermachtigung dafur interpretiert die traditionelle Lehre der Kirche in den Konzilsdokumenten wie nicht geschrieben zu lesen Die progressive Interpretation des Konzilsgeistes wie sie etwa von dem Herausgeber einer bekannten Geschichtsdarstellung des Konzils Giuseppe Alberigo vertreten wird sieht insbesondere in den o g Einfugungen des Papstes im Interesse der Konservativen nur eine taktisch bedingte Massnahme um die konservativen Gegner der Reform einzubinden Da die Texte also aus Kompromissen bestunden soll man sich an den Geist des Konzils halten welcher nicht in den Texten steht sondern von den Zeitzeugen uberliefert wurde Der Kirchenhistoriker Klaus Schatz SJ merkt dazu an dass es wohl noch mehr Zeit brauche um den wahren Geist des Konzils von dem epochalen Geist unterscheiden zu konnen Eine standige Beschworung des Geistes des Konzils der doch in gewisser Weise auch der Geist der 60er Jahre mit seinen Vorzugen und Einseitigkeiten war ist der rechten Rezeption vermutlich eher hinderlich 33 Hermeneutik der Reform Bearbeiten Benedikt XVI warb 2005 fur eine Konzilsinterpretation im Sinne einer Hermeneutik der Reform Diese grenzt er von einer s g Hermeneutik des Bruchs ab Vertreter dieser Hermeneutik sehen einen Bruch zwischen der Kirche vor dem Konzil und der Kirche nach dem Konzil und uberbetonen den Elan auf das Neue 34 Gleichzeitig kann ebenso wenig von einer Kontinuitat gesprochen werden da es viele Neuansatze gegeben hat Mit Ruckgriff auf die Eroffnungsansprache von Papst Johannes XXIII und der Abschlussansprache von Papst Paul VI entwickelt Benedikt die Hermeneutik der Reform welche eine Auslegung des Konzil in der Verbindung von Treue und Dynamik vornimmt 34 Damit ist sowohl die Berucksichtigung der Einheit zwischen der Kirche vor wahrend und nach dem Konzil gegeben als auch die Wertschatzung der Neuinterpretationen die das Konzil vorgenommen hat gewahrleistet 34 Vor diesem Hintergrund ist auch das Motu propio Summorum Pontificum von Papst Benedikt XVI zu verstehen welches die s g tridentinische Messe als ausserordentliche Form des einen romischen Ritus erlaubte Fehlinterpretationen der Konzilsergebnisse Bearbeiten Kardinal Avery Dulles versuchte mehrere Irrtumer in der Interpretation des II Vatikanums zu korrigieren Das sind seine wichtigsten Richtigstellungen 35 Das Konzil hielt daran fest dass es nur im Namen Jesus Rettung fur die Menschen gibt Manchmal wurde namlich die Meinung geaussert das Konzil habe nichtchristlichen Religionen zuerkannt dass sie Offenbarungscharakter enthalten und zum Heil fuhren konnen 36 Die Bibel ist keine von der kirchlichen Tradition unabhangige Norm Manche meinten namlich das Konzil habe der Heiligen Schrift den Vorrang vor der Tradition eingeraumt 37 In Jesus Christus ist die gottliche Offenbarung abgeschlossen und es ist vor Jesu Wiederkommen keine weitere offentliche Offenbarung zu erwarten Manchmal wurde namlich die Meinung geaussert das Konzil messe den Zeichen der Zeit normativen Charakter fur den Inhalt der Offenbarung heute bei 38 Das Konzil bestatigte die Heilsnotwendigkeit von Glaube und Taufe und der Kirche da Menschen durch die Taufe in die Kirche eintreten Manche meinten namlich das Konzil habe auf die Heilsnotwendigkeit der Kirche verzichtet und den Absolutheitsanspruch der wahren Religion preisgegeben 39 Theologische Anregungen Bearbeiten Durch das Konzil erlebte die Befreiungstheologie einen Aufschwung auch uber die katholische Kirche hinausgehend Formulierungen des Konzils wurden auch in anderen Kirchen aufgegriffen etwa die Beschreibung der Entstehung der Evangelien 40 Trotz der konziliaren Ablehnung der Frauenordination auch auf der ersten Weihestufe des Diakonats machten die theologischen Ausfuhrungen zur Rolle der Frau in der Gesellschaft insbesondere im letzten Konzilsdokument Gaudium et Spes Hoffnung dass die Gleichstellung der Frau auch innerkirchlich zu erreichen sei Das beflugelte in Europa und in den USA auch das Engagement fur den gleichberechtigten Zugang der Frauen zur Ordination also zum Diakonat und zum Priesteramt Kritik Bearbeiten Die scharfste Kritik am II Vatikanischen Konzil kam von Traditionalisten wie z B Marcel Lefebvre oder weniger prominent Hans Milch und Heinz Lothar Barth die das Konzil dafur verantwortlich machen dass sich viele Menschen vom Glauben abwenden Der Integralismus lehnt uberdies die unzweideutige Loslosung der kirchlichen Identitat von bestimmten gesellschaftspolitischen Vorstellungen ab Der Psychoanalytiker und Soziologe Alfred Lorenzer legte 1981 eine umfassende Kritik der Liturgiereform des II Vatikanischen Konzils vor Lorenzer warnt darin vor den verhangnisvollen Auswirkungen der Liturgiereform die die Glaubigen der subjektvernichtenden Tendenz des Zeitgeistes ausliefert 41 Einige Religionskritiker betrachten das Konzil als einen zweifelhaften Versuch der katholischen Kirche sich nur ausserlich einen modernen Anstrich zu geben wahrend es im Wesentlichen das katholische Dogma unnachgiebig verteidigt habe Auch aus nichtkatholischer Warte kommen ahnliche Einschatzungen der Baptist Franz Graf Stuhlhofer meint dass die durch das Konzil veranlassten Anderungen eher Formfragen betreffen wahrend sich an der Substanz der Dogmen wenig anderte Als konkretes Beispiel verweist er darauf dass das Konzil bei der Heiligenverehrung die Beschlusse fruherer Konzilien wiederum vorlegt und sich mit einer allgemein gehaltenen Mahnung begnugt jegliche vielleicht da und dort eingeschlichenen Missbrauche Ubertreibungen oder Mangel fernzuhalten oder zu beheben LG 51 durch das II Vatikanum erfolgte also keine Korrektur des bisherigen Lehrgutes 42 Die interne Kritik bezieht sich entweder auf die nur schleppende oder zu forsche Umsetzung der Beschlusse oder auf die Forderung nach einem neuen Konzil da das II Vatikanum bereits uberholt sei Die liberale Kritik sieht im Konzil nur einen ersten Anfang und zielt darin in Harmonie mit dem Modernismus zu Beginn des 20 Jahrhunderts auf die Ersetzung des kirchlichen Amtes durch einen theologisch wissenschaftlichen Fuhrungsanspruch einer Vorstellung der entgegengehalten wird dass dieser Fuhrungsanspruch im Volk nicht vermittelbar sei Das Prinzip des Katholizismus die Fragen der Religion mit einem amtlich strukturierten geistlichen Vorrang vor Staatspolitik und Gesellschaftsleben auszustatten sieht diese liberale Kritik als obsolet an Wenig beleuchtet wurde bislang das Problem dass die intensive innerkirchliche Rechtsetzungstatigkeit seit 1965 romischen und noch mehr regionalen Ursprungs obwohl oft im Namen einer Aufwertung der Laien vollzogen die Folgebereitschaft der gewohnlichen Christen oft stark strapaziert hat Die geistliche Autoritat des Klerus uberzeugt aber am ehesten dort wo sie zur Selbstbeschrankung auf ihre Kernkompetenz fahig ist Dies ist moglicherweise in der typischen Pfarrei weniger gegluckt als in neuen geistlichen Bewegungen vgl Movimenti Verbindlichkeit BearbeitenDie vier Konstitutionen des Konzils werden mit vier Saulen verglichen welche die 16 Verlautbarungen des Konzils stutzen und tragen 43 Aber auch fur sie gilt bloss Verbindlichkeit aber keine Unfehlbarkeit denn das Konzil wollte nicht dogmatisch sondern pastoral lehren Die ubrigen Dokumente sind nicht als Konstitutionen verfasst und stehen im Rang unter diesen Zweifel an der Verbindlichkeit des Konzils kamen in der Rezeptionsphase aufgrund der von der Tradition abweichenden pastoralen Lehrweise immer wieder auf Das Konzil selbst jedoch gibt in der nota praevia zu Lumen gentium und in der Fussnote zu Gaudium et spes Richtlinien zur Rezeption vor Zudem kann auf eine Erklarung des Generalsekretars des Konzils Pericle Felici in der 123 Generalkongregation am 16 November 1964 verwiesen werden worin es heisst Unter Berucksichtigung des konziliaren Verfahrens und der pastoralen Zielsetzung des gegenwartigen Konzils definiert das Konzil nur das als fur die Kirche verbindliche Glaubens und Sittenlehre was es selbst deutlich als solche erklart Was aber das Konzil sonst vorlegt mussen alle und jeder der Christglaubigen als Lehre des obersten kirchlichen Lehramtes annehmen und festhalten entsprechend der Absicht der Heiligen Synode selbst wie sie nach den Grundsatzen der theologischen Interpretation aus dem behandelten Gegenstand oder aus der Aussageweise sich ergibt 44 Teilnehmer BearbeitenInsgesamt waren 3 044 Teilnehmer davon 2498 Konzilsvater Bischofe auf dem Konzil versammelt Dazu kamen die zugelassen Auditoren also Teilnehmer ohne Rede und Stimmrecht zumeist Laien Darunter befanden sich gegen Ende des Konzils auch 23 Frauen Gut die Halfte der Teilnehmer war uber 60 Jahre alt Vorsitz Bearbeiten Johannes XXIII 1962 1963 Paul VI 1963 1965 zuvor Teilnahme als Kardinal Erzbischof von Mailand und Mitglied des Sekretariats fur SonderaufgabenModeratoren ab 1963 Bearbeiten Gregoire Pierre Agagianian Kardinal Patriarch emeritus von Kiliken der Armenier Leiter der Kommission fur die Missionen Julius Dopfner Kardinal Mitglied des Prasidiums und des Sekretariats fur Sonderaufgaben Erzbischof von Munchen und Freising Giacomo Lercaro Kardinal Erzbischof von Bologna Leon Joseph Suenens Kardinal Erzbischof von Mecheln Mitglied des Sekretariats fur SonderaufgabenPrasidium Bearbeiten Die folgenden zehn Kardinale bildeten das Prasidium des Konzils 45 Bernard Jan Alfrink Erzbischof von Utrecht 46 Antonio Caggiano Erzbischof von Buenos Aires Joseph Frings Erzbischof von Koln Norman Thomas Gilroy Erzbischof von Sydney Achille Lienart Bischof von Lille Prasident der franzosischen Bischofskonferenz 47 Enrique Pla y Deniel Erzbischof von Toledo Ernesto Ruffini Erzbischof von Palermo Francis Spellman Erzbischof von New York Ignatius Gabriel I Tappouni syrischer Patriarch von Antiochien Eugene Tisserant Kardinaldekan und Dekan des Prasidiums 48 als solcher ausubender Vorsitzender der Versammlung 49 Ausserdem fungierten Pericle Felici Titularerzbischof spater Kardinal als Generalsekretar Wilhelm Kempf Bischof von Limburg als SekretarPrasidenten der Einzelkommissionen Bearbeiten Die Kardinale die die Vorbereitungskommissionen leiteten hatten auf dem Konzil den Vorsitz in den sogenannten Einzelkommissionen 50 Alle Kommissionen wurden von Kardinalen der Kurie geleitet Gregoire Pierre XV Agagianian Prafekt der Kongregation fur die Evangelisierung der Volker Kommission fur die Mission Fernando Cento Kommission Apostolat der Glaubigen Presse und Grossereignisse Amleto Giovanni Cicognani Kardinalstaatssekretar Kommission Ostkirchen und Sekretariat fur Sonderaufgaben Pietro Ciriaci Prafekt der Kleruskongregation Kommission Kleriker und Kirchendisziplin Arcadio Maria Larraona Prafekt der Ritenkongregation Kommission Liturgie Paolo Marella Kommission Bischofe und Diozesen Benedetto Aloisi Masella Prafekt der Sakramentenkongregation Leiter der Kommission Sakramente Alfredo Ottaviani Prafekt des Hl Offiziums auf dem Konzil Chef der theologischen Kommission 51 Giuseppe Pizzardo Kommission Seminare und Bildung Francesco Roberti Prasident des Administrativgerichts des Konzils Gustavo Testa Sekretar der Kongregation fur die Ostkirchen technisch organisatorische Kommission Valerio Valeri Prafekt der Kongregation fur die Ordensleute Kommission OrdensleutePrasidenten der Sekretariate Bearbeiten Neben den Konzilskommissionen gab es drei Sekretariate die ebenfalls von Kardinalen geleitet wurden 50 Augustin Bea SJ Prasident des Sekretariats fur die Forderung der Einheit der Christen Amleto Giovanni Cicognani Sekretariat fur aussergewohnliche Fragen Alberto di Jorio VerwaltungssekretariatWeitere bekannte Konzilsvater Bearbeiten waren beispielsweise Konzilsvater auf dem Petersplatz Konzilsring wie ihn Papst Paul VI am Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils 1965 allen teilnehmenden Bischofen schenkte Michael Browne OP Kardinal Leitungsfunktion bei der Erarbeitung diverser Schemata Helder Camara Koadjutor von Rio de Janeiro bis 1964 dann Erzbischof von Olinda und Recife wichtiger Mann des progressiven Lagers 52 Giovanni Battista Franzoni Benediktinerabt von Sankt Paul vor den Mauern Franz Konig Kardinal Erzbischof von Wien Marcel Lefebvre Erzbischof Generaloberer CSSp Vorsitzender 53 des Coetus Internationalis Patrum spater einer der scharfsten Kritiker des Konzils Albino Luciani Bischof von Vittorio Veneto spater Papst Johannes Paul I Giuseppe Siri Kardinal Erzbischof von Genua Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz Mitglied des Sekretariats fur Sonderaufgaben Otto Spulbeck Bischof von Meissen Karol Wojtyla Weih dann 1964 Erzbischof von Krakau spater Papst Johannes Paul II Periti Bearbeiten Hauptartikel Konzilstheologe Bei den Periti also den Theologen die am Konzil mitwirken ist zwischen den von Papst ernannten Periti und den theologischen Beratern der Konzilsvater zu unterscheiden Die Periti also die offiziellen Konzilstheologen hatten einen Sitz aber kein Stimmrecht in den Generalkongregationen des Konzils Die theologischen Berater einzelner Bischofe hatten in der Generalkongregation weder Sitz noch Stimme wobei sie aber durch ihre Bischofe und die Mitarbeit und Beratung in den Kommissionen Einfluss nehmen konnten Die Einbindung der Theologen war Ausdruck fur eine Starkung der Rolle der Theologie 54 Eine Auswahl der Periti und Konzilstheologen Yves Congar OP Theologischer Berater Alois Grillmeier Theologischer Berater von Bischof Kempf Bernhard Haring CSsR Mitglied der Theologischen Kommission Hans Kung Theologischer Berater von Bischof Carl Joseph Leiprecht von Rottenburg Henri de Lubac SJ Theologischer Berater John M Oesterreicher Monsignore mit Bea Urvater von Nostra aetate Johannes Overath Theologischer Berater von Kardinal Frings Joseph Pascher Theologischer Berater von Kardinal Dopfner Karl Rahner SJ Theologischer Berater von Kardinal Konig Joseph Ratzinger Theologischer Berater von Kardinal Frings spater Papst Benedikt XVI 55 Edward Schillebeeckx OP Theologischer Berater von Kardinal Alfrink Michael Schmaus Theologischer Berater Sebastian Tromp SJ Sekretar der Konzilskommission gewissermassen theologischer Berater von Kardinal Ottaviani Als erste Laien sprachen auf dem Konzil Jean Guitton am 3 Dezember 1963 und nach ihm Vittorino Veronese Nichtkatholische Beobachter Bearbeiten Mit Ausnahme der Griechisch Orthodoxen waren alle christlichen Kirchen nicht romisch katholischer Pragung direkt oder durch die Vertreter grosserer Kirchenzusammenschlusse indirekt beim Konzil durch Beobachter vertreten Eine Auswahl Youanna Girgis offizieller Beobachter fur die Koptische Kirche George Lindbeck offizieller Beobachter des Lutherischen Weltbundes Karl Bernhard Ritter Beobachter der Evangelischen Michaelsbruderschaft Edmund Schlink offizieller Beobachter der Evangelischen Kirche in Deutschland Lukas Vischer offizieller Beobachter des Okumenischen Rats der Kirchen Paul Verghese offizieller Beobachter des Okumenischen Rats der Kirchen Nikos Nissiotis offizieller Beobachter des Okumenischen Rats der Kirchen Auf besondere Einladung des Sekretariats fur die Einheit der Christen nahmen Frere Roger Grunder und Prior der okumenischen Gemeinschaft von Taize und deren Subprior und massgeblicher Theologe Frere Max Thurian teil Die gleiche Einladung galt dem bekannten Okumeniker Oscar Cullmann 56 Hintergrunde der Nichtentsendung orthodoxer Beobachter Bearbeiten Das Okumenische Patriarchat von Konstantinopel in Istanbul gab am 5 Oktober 1962 bekannt dass es auf Grund der vorhergehenden Konsultationen mit den autokephalen Kirchen nicht zur Entsendung von Beobachtern nach Rom komme Diesem Beschluss des Phanars hatten alle Kirchen zugestimmt auch der Moskauer Patriarch Alexej I Die Entsendung von Beobachtern durch das Patriarchat von Moskau kam deshalb uberraschend Die orthodoxe Kirche kennt im Gegensatz zur Romisch Katholischen keinen straffen Zentralismus sondern basiert auf dem Grundsatz der Autokephalie Die einzelnen Diozesen schliessen sich meist nach nationaler Verbundenheit zu Gruppen zusammen wahlen ihr Oberhaupt und bilden so die autokephale Kirche dazu zahlen u a die Alt Patriarchate Konstantinopel Alexandrien Patriarchat von Antiochien und Jerusalem und die Nationalkirchen von Russland Zypern Griechenland Serbien Rumanien Bulgarien Georgien Polen und Albanien Literatur BearbeitenQuellen Bearbeiten Acta synodalia Sacrosancti Concilii Oecumenici Vaticani II Typis Polyglottis Vaticanis 1970 1999 Peter Hunermann Hrsg Die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils Konstitutionen Dekrete Erklarungen Lateinisch deutsche Studienausgabe HThK Vat II Herder Freiburg i Br 2004 ISBN 3 451 28530 4 Walther Kampe Hrsg Das Konzil im Spiegel der Presse Bd 1 Echter Verlag Wurzburg 1963 Karl Rahner Herbert Vorgrimler Kleines Konzilskompendium 35 Auflage Herder Freiburg i Br 2008 ISBN 978 3 451 27735 1 Sintesi dei Documenti Conciliari italienisch In Insegnamenti di Paolo VI Bd III 1965 S 765 770 Gesamtdarstellungen Bearbeiten Giuseppe Alberigo Klaus Wittstadt Hrsg Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils 1959 1965 5 Bde Grunewald Mainz Peeters Leuven 1997 ff ISBN 3 7867 1946 2 Helmut Kratzl Das Konzil ein Sprung vorwarts Ein Zeitzeuge zieht Bilanz 50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil Tyrolia Innsbruck 2012 ISBN 978 3 7022 3199 6 Martin Leitgob Dem Konzil begegnen Pragende Personlichkeiten des II Vatikanischen Konzils Mit einem Vorwort von Herbert Vorgrimler topos plus Kevelaer 2012 ISBN 978 3 8367 0815 9 Otto Hermann Pesch Das Zweite Vatikanische Konzil Vorgeschichte Verlauf Ergebnisse Nachgeschichte Echter Verlag Wurzburg 1993 ISBN 3 429 01533 2 Topos plus Kevelaer 2001 ISBN 3 7867 8393 4 Manfred Plate Weltereignis Konzil Darstellung Sinn Ergebnis Herder Freiburg Basel Wien 1966 Joseph Ratzinger Gesammelte Schriften Band 7 Zur Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils Herder Freiburg Basel Wien 2012 ISBN 978 3 451 34124 3 Joseph Ratzinger Die erste Sitzungsperiode des Zweiten Vatikanischen Konzils Ein Ruckblick J P Bachem Verlag Koln 1963 Vortrag an der Universitat Bonn vom 18 Januar 1963 erganzt mit einem Vorwort Joseph Ratzinger Das Konzil auf dem Weg Ruckblick auf die zweite Sitzungsperiode J P Bachem Koln 1964 Joseph Ratzinger Ergebnisse und Probleme der dritten Konzilsperiode J P Bachem Koln 1965 Knut Wenzel Kleine Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils Herder Verlag Freiburg Basel Wien 2005 ISBN 3 451 28612 2 uberarbeitet aktualisierte und erganzte Neuausgabe Das Zweite Vatikanische Konzil Eine Einfuhrung Herder Verlag Freiburg Basel Wien 2014 ISBN 978 3 451 30761 4 Einzeldarstellungen Bearbeiten Luigi Bettazzi Das Zweite Vatikanum Pfingsten unserer Zeit Mit einem Vorwort von Elmar Klinger aus dem Italienischen von Barbara Haussler Echter Wurzburg 2002 Luigi Bettazzi Das Zweite Vatikanum Neustart der Kirche aus den Wurzeln des Glaubens Aus dem Italienischen von Barbara Haussler Echter Wurzburg 2012 ISBN 978 3 429 03531 0 Franz Xaver Bischof Stephan Leimgruber Hrsg Vierzig Jahre II Vatikanum zur Wirkungsgeschichte der Konzilstexte Echter Verlag Wurzburg 2004 ISBN 3 429 02605 9 Michael Bredeck Das Zweite Vatikanum als Konzil des Aggiornamento Zur hermeneutischen Grundlegung einer theologischen Konzilsinterpretation Paderborner theologische Studien 48 Verlag Ferdinand Schoningh Paderborn 2007 ISBN 978 3 506 76317 4 Ralf van Buhren Kunst und Kirche im 20 Jahrhundert Die Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils Konziliengeschichte Reihe B Untersuchungen Verlag Ferdinand Schoningh Paderborn 2008 ISBN 978 3 506 76388 4 Regina Heyder Gisela Muschiol Hg Katholikinnen und das Zweite Vatikanische Konzil Petitionen Berichte Fotografien Aschendorff Munster 2018 ISBN 978 3 402 13138 1 Eva Huttenlauch Die Porta della Morte an St Peter von Giacomo Manzu und der Wandel papstlicher Kunstpolitik durch das Zweite Vatikanische Konzil Regensburg 2014 ISBN 978 3 7954 2799 3 Elmar Klinger Rolf Zerfass Hrsg Die Kirche der Laien Eine Weichenstellung des Konzils Echter Wurzburg 1987 Elmar Klinger Armut Eine Herausforderung Gottes Der Glaube des Konzils und die Befreiung des Menschen Benziger Zurich 1990 Helmut Kratzl Im Sprung gehemmt Was mir nach dem Konzil noch alles fehlt 4 Auflage Verlag St Gabriel Modling 1999 ISBN 3 85264 567 0 Maria Prieler Woldan Das Konzil und die Frauen Pionierinnen fur Geschlechtergerechtigkeit in der katholischen Kirche Hg Frauenkommission der Diozese Linz Wagner Verlag Linz 2013 ISBN 978 3 902330 79 6 Wolfgang Spindler Humanistisches Appeasement Hans Barions Kritik an der Staats und Soziallehre des Zweiten Vatikanischen Konzils Duncker amp Humblot 2011 ISBN 978 3 428 13588 2 Philipp Thull Hrsg Ermutigung zum Aufbruch Eine kritische Bilanz des Zweiten Vatikanischen Konzils Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2013 ISBN 978 3 534 26312 7 Gunther Wassilowsky Hrsg Zweites Vatikanum vergessene Anstosse gegenwartige Fortschreibungen QD 207 Herder Freiburg i B 2004 Weblinks Bearbeiten Commons Zweites Vatikanisches Konzil Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Veroffentlichungen von und uber das Zweite Vatikanische Konzil im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Dokumente des 2 Vatikanischen Konzils auf der Internetseite des Vatikans Alle Dokumente des 2 Vatikanischen Konzils mit Volltextsuche Aktuelle Literatur zum II Vatikanische Konzil Zweites Vatikanum War es wirklich eine Revolution In Die Zeit 11 Oktober 2012 L esprit de Vatican II Catholiques de gauche dans l Europe occidentale des annees 1968 englische und franzosische Beitrage Einzelnachweise Bearbeiten Giuseppe Alberigo Vatikanische Konzilien B Vaticanum II I Ankundigung und Vorbereitung In Walter Kasper Hrsg Lexikon fur Theologie und Kirche 3 Auflage Band 10 Herder Freiburg im Breisgau 2001 Sp 561 566 561 a b Jedin Kleine Konziliengeschichte 1959 S 132 a b Regina Heyder Katholikinnen beim Konzil Da gibt es ganz uberraschende Befunde In Interview Vatican News abgerufen am 1 September 2021 Jedin Kleine Konziliengeschichte 1959 S 132f a b Hubert Jedin Kleine Konziliengeschichte Herder Freiburg Br 1959 S 133 Schwabische Zeitung Eine Kampferin fur Frauen im Pristeramt Abgerufen am 19 Oktober 2021 Katholikinnen beim Konzil Da gibt es ganz uberraschende Befunde Vatican News 8 Juni 2019 abgerufen am 19 Oktober 2021 a b Regina Heyder Gisela Muschiol Hg Katholikinnen und das Zweite Vatikanische Konzil Petitionen Berichte Fotografien Aschendorff Munster 2018 ISBN 978 3 402 13138 1 Jedin Kleine Konziliengeschichte 1959 S 136 a b Jedin Kleine Konziliengeschichte 1959 S 140 Vgl Giuseppe Alberigo Johannes XXIII Leben und Wirken des Konzilspapstes Mainz 2000 214 Leon Joseph Suenens Aux origines du Concile Vatican II Hrsg NRTh Band 107 1985 S 3 21 hier 11 18 Konzilsakten Acta Synodalia sacrosancti concilii oecumenici Vaticani II 6 vol in 32 partibus Typis Pol Vaticanis 1970 1999 Band I 4 S 366 zitiert nach Giuseppe Alberigo Johannes XXIII Leben und Wirken des Konzilspapstes Mainz 2000 219 Jedin Kleine Konziliengeschichte 1959 S 152 a b c d Anna Elisabeth Meiers Das II Vatikanische Konzil und die Frauen Theologische Fakultat Trier 50 Jahre II Vatikanisches Konzil abgerufen am 1 September 2021 Joseph Ratzinger Das Konzil auf dem Weg Ruckblick auf die zweite Sitzungsperiode J P Bachem Verlag Koln 1964 Jedin Kleine Konziliengeschichte 1959 S 157 Jedin Kleine Konziliengeschichte 1959 S 163f Jedin Kleine Konziliengeschichte 1959 S 163 Vgl Thomas Grossbolting Der verlorene Himmel Glaube in Deutschland seit 1945 Bonn 2013 Lizenzausgabe fur die bpb S 153 Maria Prieler Woldan Das Konzil und die Frauen Pionierinnen fur Geschlechtergerechtigkeit in der katholischen Kirche Hrsg Frauenkommission der Diozese Linz Wagner Verlag Linz 2013 ISBN 978 3 902330 79 6 Abtei St Hildegard Diakoninnenweihe die Konzilsaktivitaten unserer verstorbenen Sr Marianna Schrader OSB Abgerufen am 1 September 2021 Beate Kopp Die Unbeirrbare Abgerufen am 29 September 2021 Alexandra Kemmerer Solange es noch Zeit ist 10 November 2019 abgerufen am 3 September 2021 Anke Kumbier Schwabische Zeitung Eine Kampferin fur Frauen ins Priesteramt 8 Oktober 2019 abgerufen am 3 September 2021 Hanno Helbling Die Kirche und die Kirchen Zwei Vortrage in Zurich Neue Zurcher Zeitung 23 Januar 1964 Der Text des Vortrags von Joseph Ratzinger erschien mit dem Titel Die Kirche und die Kirchen Das okumenische Problem in der zweiten Session des gegenwartigen Konzils Memento vom 24 September 2015 imInternet Archive in der Zeitschrift Reformatio XIII Jahrgang Heft 2 Zurich 1964 zusammen mit dem Vortragstext von Lukas Vischer unter dem Titel Die Kirche und die Kirchen Einige Uberlegungen zur zweiten Session des Vatikanischen Konzils Die Vortrage Ratzingers dienten als Grundlage zu seinem Buch Das Konzil auf dem Weg Ruckblick auf die zweite Sitzungsperiode siehe Literatur Quinque iam anni auf der Webseite des Vatikan Osservatore Romano vom 8 Dezember 1968 cfr Insegnamenti Bd VI 1968 S 1187 1189 1188 vgl Botschaft an die Priester italienisch von Papst Paul VI 30 Juni 1968 Vgl Insegnamenti Paolo VI Bd X 1972 S 707 Il Santo Padre afferma di avere la sensazione che da qualche fessura sia entrato il fumo di Satana nel tempio di Dio Klaus Schatz Allgemeine Konzilien Brennpunkte der Kirchengeschichte Paderborn 2008 S 336 a b c Benedikt XVI Ansprache von Benedikt XVI an das Kardinalskollegium und die Mitglieder der romischen Kurie beim Weihnachtsempfang In vatican va 22 Dezember 2005 abgerufen am 7 Juli 2012 Avery Dulles Vatican II The Myth and the Reality in America The Jesuit Review am 24 Feb 2003 Zu beachten sind Ad gentes Nr 9 Gaudium et spes Nr 10 Dignitatis humanae Nr 1 Lumen gentium Nr 16 Zu beachten Dei Verbum insb Nr 9 Zu beachten DV Nr 4 und Gaudium et spes Nr 4 Zu beachten Lumen gentium Nr 14 16 Dargelegt in DV 19 die Evangelien uberliefern zuverlassig was Jesus wirklich getan und gelehrt hat Aufgegriffen z B vom Baptisten Franz Graf Stuhlhofer Auf der Suche nach dem historischen Jesus Uber die Glaubwurdigkeit der Evangelien und die Zweifel der Skeptiker Leun 2013 S 60 62 Das Zweite Vatikanische Konzil uber die Evangelien Alfred Lorenzer Das Konzil der Buchhalter Die Zerstorung der Sinnlichkeit Eine Religionskritik Fischer Taschenbuch Verlag Frankfurt Main 1992 S 11 Franz Graf Stuhlhofer Zu Heiligen beten Heiligenverehrung gemass der Bibel bei Kirchenvatern sowie in heutiger kirchlicher Praxis und Lehre Folgen Verlag Langerwehe 2014 E Book Kap Die katholische Lehre uber die Heiligenverehrung 1 gedruckte Auflage Asslar 1988 So Karl Lehmann in Karl Lehmann Ralf Rothenbusch Hrsg Gottes Wort in Menschenwort Die eine Bibel als Fundament der Theologie Quaestiones disputatae 266 Freiburg Br 2014 S 25 Lumen gentium Text IntraText CT Website intratext com Abgerufen am 26 Februar 2012 Albrecht Beckel Hugo Reiring Otto Roegele Hrsg Fuhrer durch das Konzil Informationen Dokumente Interviews Osnabruck 1962 S 11 Roberto de Mattei S 153 Roberto de Mattei S 230 Roberto de Mattei S 126 Roberto de Mattei S 230 a b Albrecht Beckel Hugo Reiring Otto Roegele Hrsg Fuhrer durch das Konzil Informationen Dokumente Interviews Osnabruck 1962 S 12f Roberto de Mattei S 262 Roberto de Mattei S 249ff Roberto de Mattei S 374 Demzufolge haben sich die bedeutenderen Anhanger der konservativen Partei als Kardinale zuruckgehalten Klaus Schatz Allgemeine Konzilien Brennpunkte der Kirchengeschichte Paderborn 2008 S 284 Einige von Joseph Ratzinger vor den Konzilsvatern gehaltene Referate sind im Original Deutsch oder Latein und in englischer Ubersetzung wiedergegeben und kommentiert in Jared Wicks Six texts by Prof Joseph Ratzinger as peritus before and during Vatican Council II In Gregorianum 89 2 2008 S 233 311 Artikel daruber Memento vom 25 September 2012 im Internet Archive PDF auf scotthahn com Albrecht Beckel Hugo Reiring Otto Roegele Hrsg Fuhrer durch das Konzil Informationen Dokumente Interviews Osnabruck 1962 S 17 Okumenische Konzilien Okumenische Konzilien der katholischen und orthodoxen Kirchen Nicaa I Konstantinopel I Ephesos Chalcedon Konstantinopel II Konstantinopel III Nicaa II Weitere okumenische Konzilien der romisch katholischen Kirche Konstantinopel IV Lateran I Lateran II Lateran III Lateran IV Lyon I Lyon II Vienne Konstanz Basel Ferrara Florenz Lateran V Trient Vatikan I Vatikan IIDokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils alphabetisch sortiert Konstitutionen Dei verbum Gaudium et spes Lumen gentium Sacrosanctum Concilium Dekrete Ad gentes Apostolicam actuositatem Christus Dominus Inter mirifica Optatam totius Orientalium Ecclesiarum Perfectae caritatis Presbyterorum ordinis Unitatis redintegratio Erklarungen Dignitatis humanae Gravissimum educationis Nostra aetate Normdaten Veranstaltung GND 2024460 5 OGND AKS LCCN n79084169 VIAF 133636573 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Zweites Vatikanisches Konzil amp oldid 219368475, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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