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Das Zonenrandgebiet war ein etwa 40 Kilometer breiter Gebietsstreifen der Bundesrepublik entlang der Grenze zur DDR (hervorgegangen aus der Sowjetischen Besatzungszone und im Westen weiterhin als die Zone bezeichnet), fortgesetzt entlang der deutschen Grenzlinie zur Tschechoslowakei bis zu deren Anstoßen an die Grenze Österreichs. In der Anlage zum Zonenrandförderungsgesetz waren die zugehörigen Gemeinden genau verzeichnet.

Karte des Grenzverlaufes zwischen der Bundesrepublik und der DDR 1949–1990

Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik 1949 wurde die innerdeutsche Demarkationslinie zur innerdeutschen Grenze. Sie verlief von der Ostseeküste bei Lübeck in Schleswig-Holstein bis zur Staatsgrenze der Bundesrepublik Deutschland mit der Tschechoslowakei. Im Zonenrandgebiet lagen beispielsweise die Regionen Wendland und Harz in Niedersachsen, Eschwege und Rhön in Hessen und Unterfranken, Oberfranken um Coburg und Hof. Aber auch das östliche Oberfranken, die Oberpfalz sowie der Bayerische Wald waren wegen der Lage an der – ebenfalls die Wirtschaftsstruktur schwächenden – Grenze zur ČSSR einbezogen.

Inhaltsverzeichnis

Durch die immer striktere Abriegelung der Zonengrenze im Verlauf des Kalten Krieges wurden gewachsene Verkehrs- und Wirtschaftsbeziehungen innerhalb zusammenhängender Regionen unterbrochen. Deren entstehende Randlage führte zu strukturellen Problemen bzw. verfestigte bereits bestehende Schwierigkeiten nachhaltig. Diese Nachteile bestehen trotz der Wiedervereinigung über weite Strecken bis heute fort.

Entlang des Grenzstreifens bestand seit dem Beginn des Kalten Krieges bis nach der Wende 1989 ein allgemeines Flugverbot, die sogenannte Air Defense Identification Zone der NATO, davon ausgenommen waren lediglich die drei Flugkorridore nach West-Berlin. Innerhalb eines 30-km-Streifens gab es zudem eine Überlappung: Für alle Sachverhalte, die im Zusammenhang mit der Grenze standen, lag die polizeiliche Zuständigkeit beim Bundesgrenzschutz (heutige Bundespolizei), während die „normalen“ polizeilichen Aufgaben von der jeweiligen Landespolizei wahrgenommen wurden. Daneben war innerhalb der Zollgrenzbezirke auch der Zoll zuständig, wobei die DDR zollrechtlich kein Zollausland war.

In den Gebieten auf westlicher Seite der Grenze konnte die wirtschaftliche Entwicklung nicht mit derjenigen im übrigen Bundesgebiet Schritt halten. Durch die Zonenrandförderung, z. B. durch Steuererleichterungen, verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten oder Investitionszulagen wurde strukturpolitisch versucht, die Nachteile der Grenzlage auszugleichen. Die Zonenrandförderung wurde 1965 zu einem Grundsatz der Raumordnungspolitik erhoben. Sie kann als ein Vorläufer des Aufbaus Ost in den neuen Bundesländern ab 1990 angesehen werden.

Auf östlicher Seite waren zwei eigens geschaffene militärische Formationen zur Grenzsicherung eingesetzt, die mehrere zehntausend Mann starken Grenztruppen der DDR sowie die tschechoslowakische Grenzwache PS.

Der Begriff Zonenrandgebiet wurde auf der östlichen Seite der Grenze nicht verwendet. In der DDR kam die wirtschaftliche Leistung der Grenzgebiete nahezu vollkommen zum Erliegen, durch Maßnahmen zur Verhinderung der Flucht aus der DDR wie beispielsweise Zwangsumsiedlung aus Dörfern entlang der Grenze („Aktion Ungeziefer“) sowie der Einrichtung eines etwa fünf Kilometer breiten Sperrgebietes, das nur mit Passierschein betreten werden durfte.

Nach der Wende und noch vor der Wiedervereinigung wurden die unterbrochenen Verkehrsverbindungen zwischen Ost- und Westdeutschland weitgehend wiederhergestellt. Im Rahmen der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit erfolgte nach der Wiedervereinigung auf allen wichtigen Magistralen ein Ausbau, zusätzlich wurden und werden auch neue Verbindungen geschaffen, da bisher nicht alle Projekte abgeschlossen werden konnten. Nach der Wiedervereinigung wurde die Zonenrandförderung beendet. Die Betriebe sahen sich nunmehr aufgrund der Förderung im Rahmen des Aufbaus Ost sogar einem Fördergefälle zu ihren Lasten ausgesetzt. Das Zonenrandförderungsgesetz wurde mit Wirkung vom 25. April 2006 aufgehoben.

  • Hans-Joachim Bürkner: Probleme der Regionalentwicklung im niedersächsischen Zonenrandgebiet vor und nach der deutschen Vereinigung. In: Karl Eckart, Jörg Roesler (Hrsg.): Die Wirtschaft im geteilten und vereinten Deutschland (= Schriftenreihe der Gesellschaft für Deutschlandforschung; 69). Duncker & Humblot, Berlin, 1999, ISBN 3-428-09881-1, S. 277–297.
  • Hans Kiemstedt: Zonenrandgebiet. In: Handwörterbuch der Raumforschung und Raumordnung, Bd. 3. Jänecke, Hannover 1970, Sp. 3871–3878.
  • Hans-Jörg Sander: Das Zonenrandgebiet (= Problemräume Europas; 4). Aulis, Köln, 1988, ISBN 3-7614-1108-1.
  • Bernd Weisbrod (Hrsg.): Grenzland: Beiträge zur Geschichte der deutsch-deutschen Grenze (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen; 38. Quellen und Untersuchungen zur Geschichte Niedersachsens nach 1945; 9). Hrsg. vom Arbeitskreis Geschichte des Landes Niedersachsen. Hahn, Hannover 1993, ISBN 3-7752-5880-9.
Wiktionary: Zonenrandgebiet – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: Zonenrand – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  1. 2. Förderungsprogramm für den Grenzstreifen entlang dem Eisernen Vorhang, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. In: Protokoll der Kabinettsausschuß für Wirtschaft 1951–1953, 39. Sitzung. 19. August 1953, abgerufen am 6. September 2021 (wiedergegeben auf bundesarchiv.de).
  2. Norbert Dautzenberg: Zonenrandgebiet. In: Gabler Wirtschaftslexikon. 17. September 2009, abgerufen am 6. September 2021: „Das Zonenrandgebiet war ein etwa 40 km breiter Streifen am Ostrand des alten Bundesgebiets von der Ostsee bis zur Donau entlang der Grenze zur ehemaligen DDR; bestimmte Stadt- und Landkreise in den Ländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen und Bayern umfassend.“
  3. Zonenrandförderungsgesetz ZRFG Gesetz zur Förderung des Zonenrandgebietes. 5. August 1971, abgerufen am 6. September 2021 (wiedergegeben auf beck-online.de).
  4. Erstes Gesetz zur Bereinigung des Bundesrechts im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: Artikel 4 Aufhebung des Zonenrandförderungsgesetzes. 19. April 2006, abgerufen am 6. September 2021 (wiedergegeben auf buzer.de).
Normdaten (Geografikum): GND:4191038-2(OGND, AKS) | VIAF:244135669

Zonenrandgebiet Sprache Beobachten Bearbeiten Das Zonenrandgebiet war ein etwa 40 Kilometer 1 breiter Gebietsstreifen der Bundesrepublik entlang der Grenze zur DDR hervorgegangen aus der Sowjetischen Besatzungszone und im Westen weiterhin als die Zone bezeichnet fortgesetzt entlang der deutschen Grenzlinie zur Tschechoslowakei bis zu deren Anstossen an die Grenze Osterreichs 2 In der Anlage zum Zonenrandforderungsgesetz waren die zugehorigen Gemeinden genau verzeichnet 3 Karte des Grenzverlaufes zwischen der Bundesrepublik und der DDR 1949 1990 Nach der Grundung der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik 1949 wurde die innerdeutsche Demarkationslinie zur innerdeutschen Grenze Sie verlief von der Ostseekuste bei Lubeck in Schleswig Holstein bis zur Staatsgrenze der Bundesrepublik Deutschland mit der Tschechoslowakei Im Zonenrandgebiet lagen beispielsweise die Regionen Wendland und Harz in Niedersachsen Eschwege und Rhon in Hessen und Unterfranken Oberfranken um Coburg und Hof Aber auch das ostliche Oberfranken die Oberpfalz sowie der Bayerische Wald waren wegen der Lage an der ebenfalls die Wirtschaftsstruktur schwachenden Grenze zur CSSR einbezogen Inhaltsverzeichnis 1 Bedeutung der Randlage 2 Pendant im Osten 3 Ab 1989 4 Siehe auch 5 Literatur 6 Weblinks 7 EinzelnachweiseBedeutung der Randlage BearbeitenDurch die immer striktere Abriegelung der Zonengrenze im Verlauf des Kalten Krieges wurden gewachsene Verkehrs und Wirtschaftsbeziehungen innerhalb zusammenhangender Regionen unterbrochen Deren entstehende Randlage fuhrte zu strukturellen Problemen bzw verfestigte bereits bestehende Schwierigkeiten nachhaltig Diese Nachteile bestehen trotz der Wiedervereinigung uber weite Strecken bis heute fort Entlang des Grenzstreifens bestand seit dem Beginn des Kalten Krieges bis nach der Wende 1989 ein allgemeines Flugverbot die sogenannte Air Defense Identification Zone der NATO davon ausgenommen waren lediglich die drei Flugkorridore nach West Berlin Innerhalb eines 30 km Streifens gab es zudem eine Uberlappung Fur alle Sachverhalte die im Zusammenhang mit der Grenze standen lag die polizeiliche Zustandigkeit beim Bundesgrenzschutz heutige Bundespolizei wahrend die normalen polizeilichen Aufgaben von der jeweiligen Landespolizei wahrgenommen wurden Daneben war innerhalb der Zollgrenzbezirke auch der Zoll zustandig wobei die DDR zollrechtlich kein Zollausland war In den Gebieten auf westlicher Seite der Grenze konnte die wirtschaftliche Entwicklung nicht mit derjenigen im ubrigen Bundesgebiet Schritt halten Durch die Zonenrandforderung z B durch Steuererleichterungen verbesserte Abschreibungsmoglichkeiten oder Investitionszulagen wurde strukturpolitisch versucht die Nachteile der Grenzlage auszugleichen Die Zonenrandforderung wurde 1965 zu einem Grundsatz der Raumordnungspolitik erhoben Sie kann als ein Vorlaufer des Aufbaus Ost in den neuen Bundeslandern ab 1990 angesehen werden Pendant im Osten BearbeitenAuf ostlicher Seite waren zwei eigens geschaffene militarische Formationen zur Grenzsicherung eingesetzt die mehrere zehntausend Mann starken Grenztruppen der DDR sowie die tschechoslowakische Grenzwache PS Der Begriff Zonenrandgebiet wurde auf der ostlichen Seite der Grenze nicht verwendet In der DDR kam die wirtschaftliche Leistung der Grenzgebiete nahezu vollkommen zum Erliegen durch Massnahmen zur Verhinderung der Flucht aus der DDR wie beispielsweise Zwangsumsiedlung aus Dorfern entlang der Grenze Aktion Ungeziefer sowie der Einrichtung eines etwa funf Kilometer breiten Sperrgebietes das nur mit Passierschein betreten werden durfte Ab 1989 BearbeitenNach der Wende und noch vor der Wiedervereinigung wurden die unterbrochenen Verkehrsverbindungen zwischen Ost und Westdeutschland weitgehend wiederhergestellt Im Rahmen der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit erfolgte nach der Wiedervereinigung auf allen wichtigen Magistralen ein Ausbau zusatzlich wurden und werden auch neue Verbindungen geschaffen da bisher nicht alle Projekte abgeschlossen werden konnten Nach der Wiedervereinigung wurde die Zonenrandforderung beendet Die Betriebe sahen sich nunmehr aufgrund der Forderung im Rahmen des Aufbaus Ost sogar einem Fordergefalle zu ihren Lasten ausgesetzt Das Zonenrandforderungsgesetz wurde mit Wirkung vom 25 April 2006 aufgehoben 4 Siehe auch BearbeitenDeutsche Teilung und Grenzbefestigungen der Tschechoslowakei im Kalten Krieg Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen WirtschaftsstrukturLiteratur BearbeitenHans Joachim Burkner Probleme der Regionalentwicklung im niedersachsischen Zonenrandgebiet vor und nach der deutschen Vereinigung In Karl Eckart Jorg Roesler Hrsg Die Wirtschaft im geteilten und vereinten Deutschland Schriftenreihe der Gesellschaft fur Deutschlandforschung 69 Duncker amp Humblot Berlin 1999 ISBN 3 428 09881 1 S 277 297 Hans Kiemstedt Zonenrandgebiet In Handworterbuch der Raumforschung und Raumordnung Bd 3 Janecke Hannover 1970 Sp 3871 3878 Hans Jorg Sander Das Zonenrandgebiet Problemraume Europas 4 Aulis Koln 1988 ISBN 3 7614 1108 1 Bernd Weisbrod Hrsg Grenzland Beitrage zur Geschichte der deutsch deutschen Grenze Veroffentlichungen der Historischen Kommission fur Niedersachsen und Bremen 38 Quellen und Untersuchungen zur Geschichte Niedersachsens nach 1945 9 Hrsg vom Arbeitskreis Geschichte des Landes Niedersachsen Hahn Hannover 1993 ISBN 3 7752 5880 9 Weblinks Bearbeiten Wiktionary Zonenrandgebiet Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Wiktionary Zonenrand Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Literatur uber Zonenrandgebiet im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Frank Altrichter Grenzlandproblematik nach 1918 In Historisches Lexikon Bayerns 26 Juni 2013 abgerufen am 6 September 2021 Einzelnachweise Bearbeiten 2 Forderungsprogramm fur den Grenzstreifen entlang dem Eisernen Vorhang Bundesministerium fur Wirtschaft und Technologie In Protokoll der Kabinettsausschuss fur Wirtschaft 1951 1953 39 Sitzung 19 August 1953 abgerufen am 6 September 2021 wiedergegeben auf bundesarchiv de Norbert Dautzenberg Zonenrandgebiet In Gabler Wirtschaftslexikon 17 September 2009 abgerufen am 6 September 2021 Das Zonenrandgebiet war ein etwa 40 km breiter Streifen am Ostrand des alten Bundesgebiets von der Ostsee bis zur Donau entlang der Grenze zur ehemaligen DDR bestimmte Stadt und Landkreise in den Landern Schleswig Holstein Niedersachsen Hessen und Bayern umfassend Zonenrandforderungsgesetz ZRFG Gesetz zur Forderung des Zonenrandgebietes 5 August 1971 abgerufen am 6 September 2021 wiedergegeben auf beck online de Erstes Gesetz zur Bereinigung des Bundesrechts im Zustandigkeitsbereich des Bundesministeriums fur Wirtschaft und Technologie und im Zustandigkeitsbereich des Bundesministeriums fur Arbeit und Soziales Artikel 4 Aufhebung des Zonenrandforderungsgesetzes 19 April 2006 abgerufen am 6 September 2021 wiedergegeben auf buzer de Normdaten Geografikum GND 4191038 2 OGND AKS VIAF 244135669 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Zonenrandgebiet amp oldid 215376840, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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