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Die Zollfreistrasse (auch zollfreie Strasse) ist eine 738 Meter lange Verbindungsstrasse in der schweizerischen Gemeinde Riehen zwischen den beiden deutschen Städten Weil am Rhein und Lörrach. Sie vervollständigt die von Titisee-Neustadt bis Weil am Rhein reichende Bundesstraße 317. Obwohl sie auf Schweizer Gebiet liegt und im Eigentum des Kantons Basel-Stadt ist, gilt das deutsche Strassenverkehrsrecht. Nach jahrzehntelangem Bauaufschub und jahrelangen Protestaktionen von Naturschützern konnte mit den ersten Bauarbeiten zur Zollfreistrasse Anfang 2006 begonnen werden. Die Eröffnung fand am 4. Oktober 2013 durch das Regierungspräsidium Freiburg statt.

Karte der zollfreien Strasse

Insbesondere im Kanton Basel-Stadt war der Bau der Strasse heftig umstritten.

Inhaltsverzeichnis

Das 738 Meter lange Teilstück der Zollfreien Straße besteht aus einem 140 Meter langen Brücken- und 388 Meter langen Tunnelbauwerk. Die Baukosten des Tunnels betrugen 16,5 Mio. Euro. Die restlichen Abschnitte verteilen sich auf ein Trogbauwerk und einen Dammquerschnitt.

Infotafel Zollfreistrasse an der Weiler Wiesebrücke
Fertiggestellte Brücke über die Wiese
Bauzustand des Tunnels am 27. Mai 2013 (Nordost-Portal)

Seit dem 19. Jahrhundert interessieren sich Basels Nachbargemeinden Weil am Rhein und Lörrach für eine Zollfreistrasse entlang des Flusses Wiese, da diese beiden deutschen Gemeinden damals nicht über eine direkte Strassenverbindung verfügten. Das Strassenbauprojekt wurde 1977 in einem Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Deutschland „in Erfüllung der Artikel 34 und 36 des Vertrages vom 27. Juli 1852 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Grossherzogtum Baden betreffend die Weiterführung der badischen Eisenbahnen über schweizerisches Gebiet“ verbindlich geregelt. In den folgenden Jahren kam es jedoch immer wieder zu Verzögerungen und Einspruchsverfahren gegen das Projekt. Wegen der Beeinträchtigung des letzten auenähnlichen Flussabschnittes der Wiese und schwieriger geologischer Verhältnisse am Gebiet „Schlipf“ des Tüllinger Hügels sowie wegen Zweifeln über die verkehrstechnische Notwendigkeit war die Zollfreistrasse stets umstritten.

Ende der 1990er Jahre wurde die Strasse in Weil am Rhein bis kurz vor die Schweizer Grenze fertiggestellt – bis auf den letzten Abschnitt, eben den Teil auf Schweizer Boden. Als Deutschland 2004 mit dem Bau dieses letzten Strassenabschnitts beginnen wollte, organisierte der Verein Regio ohne Zollfreistrasse (RoZ) unter Führung des Basler Arztes Martin Vosseler Widerstand. Als Symbol wählte die RoZ den Eisvogel, der nach ihren Angaben an dieser Stelle im Kanton Basel-Stadt sein letztes Refugium habe.

Als Widerstand gegen die „Zollfreie“ wurden zahlreiche Einsprachen auf allen juristischen Ebenen eingereicht, Verjährungen wurden beanstandet, Bäume wurden besetzt und Anfang 2006 wurde sogar eine kantonale Volksabstimmung lanciert, die prompt angenommen wurde: Die Basler Bevölkerung befürwortete den Schutz des gesamten Wieseflussufers und des Gebietes Schlipf. Kurz vor der Abstimmung wurde der Wald auf Schweizer Boden jedoch schon gerodet. Martin Vosseler unternahm einen einmonatigen Hungerstreik und hielt in der Basler Leonhardskirche dreimal täglich Andachten ab. Durch persönliche Beziehungen kam eine kritische Kleine Anfrage von Eva Bulling-Schröter im Bundestag zustande.

Da das Schweizer Bundesgericht am 23. Januar 2006 den erneuten Einspruch gegen die Rodungsbewilligung zurückgewiesen hatte, konnte mit dem Bau der Zollfreistrasse begonnen werden.

Die jahrelange Debatte über das Für und Wider konnte den Bau der Zollfreistrasse zwar nicht verhindern, jedoch wurden über Jahre hinweg die örtlichen Entscheidungsträger und die lokale Bevölkerung für das Thema Natur und Gewässerschutz an der Wiese sensibilisiert. Alle drei beteiligten Gebietskörperschaften verpflichteten sich, auch aufgrund der hartnäckigen Proteste, zu weitgehenden ökologischen Ausgleichsmassnahmen. Diese Ausgleichsmassnahmen wurden teilweise schon in den 1970er Jahren festgelegt, teilweise auch erst in jüngerer Zeit beschlossen.

Am 4. Oktober 2013 wurde die Strasse schliesslich für den Verkehr freigegeben. Einen Tag zuvor hatte die Bevölkerung die Möglichkeit, die Strasse zu Fuss abzulaufen.

Nachträglich wurden der Anschluss der Dammstraße an die B317 als Kreisverkehr realisiert und ferner bauliche Massnahmen zum Lärmschutz getroffen.

Das Schwimmbad, welches dem Bau weichen musste, wurde auf dem Tunneldeckel als Naturbad Riehen neu angelegt und im Juni 2014 eröffnet.

  • Zollfreistraße, allgemeiner Artikel zu zollfreien Strassen mit weiteren Beispielen
Commons: Zollfreie Strasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Staatsvertrag vom 25. April 1977
  2. Die Zollfreistrasse wird Anfang Oktober in beide Fahrtrichtungen eröffnet. bz Basel, 4. September 2013, abgerufen am 3. Oktober 2013.
  3. „Mit Sicherheit eine Bereicherung“. Die Oberbadische, 4. Oktober 2013, abgerufen am 6. Oktober 2013.
  4. Sabine Ehrentreich: Spaziergänger weihen Zollfreie Straße ein. Badische Zeitung, 3. Oktober 2013, abgerufen am 3. Oktober 2013.
  5. dam: Schäfer: 2014 Baubeginn für den Kreisel. Badische Zeitung, 5. Oktober 2013, abgerufen am 6. Oktober 2013.
  6. Basel: Bereicherung: Das Riehener Naturbad ist eröffnet. In: badische-zeitung.de. Abgerufen am 16. Juni 2014.. Ralph Schindel: Eine Perle für Riehen. In: Jahrbuch z’Rieche, 2014, S. 86–89.

47.5942127.647557Koordinaten:47° 35′ 39,2″ N,7° 38′ 51,2″ O;CH1903:615715 /271524

Zollfreistrasse Riehen Strasse in Deutschland und der Schweiz Sprache Beobachten Bearbeiten Die Zollfreistrasse auch zollfreie Strasse ist eine 738 Meter lange Verbindungsstrasse in der schweizerischen Gemeinde Riehen zwischen den beiden deutschen Stadten Weil am Rhein und Lorrach Sie vervollstandigt die von Titisee Neustadt bis Weil am Rhein reichende Bundesstrasse 317 Obwohl sie auf Schweizer Gebiet liegt und im Eigentum des Kantons Basel Stadt ist gilt das deutsche Strassenverkehrsrecht 1 Nach jahrzehntelangem Bauaufschub und jahrelangen Protestaktionen von Naturschutzern konnte mit den ersten Bauarbeiten zur Zollfreistrasse Anfang 2006 begonnen werden Die Eroffnung fand am 4 Oktober 2013 durch das Regierungsprasidium Freiburg statt 2 3 Karte der zollfreien Strasse Insbesondere im Kanton Basel Stadt war der Bau der Strasse heftig umstritten Inhaltsverzeichnis 1 Beschreibung 2 Geschichte 3 Siehe auch 4 Literatur 5 Weblinks 6 EinzelnachweiseBeschreibung BearbeitenDas 738 Meter lange Teilstuck der Zollfreien Strasse besteht aus einem 140 Meter langen Brucken und 388 Meter langen Tunnelbauwerk Die Baukosten des Tunnels betrugen 16 5 Mio Euro Die restlichen Abschnitte verteilen sich auf ein Trogbauwerk und einen Dammquerschnitt Geschichte Bearbeiten Infotafel Zollfreistrasse an der Weiler Wiesebrucke Fertiggestellte Brucke uber die Wiese Bauzustand des Tunnels am 27 Mai 2013 Nordost Portal Seit dem 19 Jahrhundert interessieren sich Basels Nachbargemeinden Weil am Rhein und Lorrach fur eine Zollfreistrasse entlang des Flusses Wiese da diese beiden deutschen Gemeinden damals nicht uber eine direkte Strassenverbindung verfugten Das Strassenbauprojekt wurde 1977 in einem Staatsvertrag 1 zwischen der Schweiz und Deutschland in Erfullung der Artikel 34 und 36 des Vertrages vom 27 Juli 1852 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und dem Grossherzogtum Baden betreffend die Weiterfuhrung der badischen Eisenbahnen uber schweizerisches Gebiet verbindlich geregelt In den folgenden Jahren kam es jedoch immer wieder zu Verzogerungen und Einspruchsverfahren gegen das Projekt Wegen der Beeintrachtigung des letzten auenahnlichen Flussabschnittes der Wiese und schwieriger geologischer Verhaltnisse am Gebiet Schlipf des Tullinger Hugels sowie wegen Zweifeln uber die verkehrstechnische Notwendigkeit war die Zollfreistrasse stets umstritten Ende der 1990er Jahre wurde die Strasse in Weil am Rhein bis kurz vor die Schweizer Grenze fertiggestellt bis auf den letzten Abschnitt eben den Teil auf Schweizer Boden Als Deutschland 2004 mit dem Bau dieses letzten Strassenabschnitts beginnen wollte organisierte der Verein Regio ohne Zollfreistrasse RoZ unter Fuhrung des Basler Arztes Martin Vosseler Widerstand Als Symbol wahlte die RoZ den Eisvogel der nach ihren Angaben an dieser Stelle im Kanton Basel Stadt sein letztes Refugium habe Als Widerstand gegen die Zollfreie wurden zahlreiche Einsprachen auf allen juristischen Ebenen eingereicht Verjahrungen wurden beanstandet Baume wurden besetzt und Anfang 2006 wurde sogar eine kantonale Volksabstimmung lanciert die prompt angenommen wurde Die Basler Bevolkerung befurwortete den Schutz des gesamten Wieseflussufers und des Gebietes Schlipf Kurz vor der Abstimmung wurde der Wald auf Schweizer Boden jedoch schon gerodet Martin Vosseler unternahm einen einmonatigen Hungerstreik und hielt in der Basler Leonhardskirche dreimal taglich Andachten ab Durch personliche Beziehungen kam eine kritische Kleine Anfrage von Eva Bulling Schroter im Bundestag zustande Da das Schweizer Bundesgericht am 23 Januar 2006 den erneuten Einspruch gegen die Rodungsbewilligung zuruckgewiesen hatte konnte mit dem Bau der Zollfreistrasse begonnen werden Die jahrelange Debatte uber das Fur und Wider konnte den Bau der Zollfreistrasse zwar nicht verhindern jedoch wurden uber Jahre hinweg die ortlichen Entscheidungstrager und die lokale Bevolkerung fur das Thema Natur und Gewasserschutz an der Wiese sensibilisiert Alle drei beteiligten Gebietskorperschaften verpflichteten sich auch aufgrund der hartnackigen Proteste zu weitgehenden okologischen Ausgleichsmassnahmen Diese Ausgleichsmassnahmen wurden teilweise schon in den 1970er Jahren festgelegt teilweise auch erst in jungerer Zeit beschlossen Am 4 Oktober 2013 wurde die Strasse schliesslich fur den Verkehr freigegeben Einen Tag zuvor hatte die Bevolkerung die Moglichkeit die Strasse zu Fuss abzulaufen 4 Nachtraglich wurden der Anschluss der Dammstrasse an die B317 als Kreisverkehr realisiert und ferner bauliche Massnahmen zum Larmschutz getroffen 3 5 Das Schwimmbad welches dem Bau weichen musste wurde auf dem Tunneldeckel als Naturbad Riehen neu angelegt und im Juni 2014 eroffnet 6 Siehe auch BearbeitenZollfreistrasse allgemeiner Artikel zu zollfreien Strassen mit weiteren BeispielenLiteratur BearbeitenLukrezia Seiler Spiess Die Zollfreistrasse In Jahrbuch z Rieche 1984 online Kurt Schaubhut Die Zollfreistrasse In Das Markgraflerland Heft 2 1986 S 99 112 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wird Anfang Oktober in beide Fahrtrichtungen eroffnet bz Basel 4 September 2013 abgerufen am 3 Oktober 2013 a b Mit Sicherheit eine Bereicherung Die Oberbadische 4 Oktober 2013 abgerufen am 6 Oktober 2013 Sabine Ehrentreich Spazierganger weihen Zollfreie Strasse ein Badische Zeitung 3 Oktober 2013 abgerufen am 3 Oktober 2013 dam Schafer 2014 Baubeginn fur den Kreisel Badische Zeitung 5 Oktober 2013 abgerufen am 6 Oktober 2013 Basel Bereicherung Das Riehener Naturbad ist eroffnet In badische zeitung de Abgerufen am 16 Juni 2014 Ralph Schindel Eine Perle fur Riehen In Jahrbuch z Rieche 2014 S 86 89 47 594212 7 647557 Koordinaten 47 35 39 2 N 7 38 51 2 O CH1903 615715 271524 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Zollfreistrasse Riehen amp oldid 218601880, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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