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Die deutschen Zivildienstschulen (ZDSch) waren bis zur Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 zivildienstspezifische und gesellschaftspolitische Bildungszentren des Bundes. Sie organisierten verpflichtende Einführungslehrgänge für Zivildienstleistende und waren dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln-Zollstock angegliedert. Die ZDSch wurden in Bildungszentren umgewandelt, die nun ihren Bildungsauftrag im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) und des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) ausführen.

Inhaltsverzeichnis

Gesetzliche Grundlage für den Einführungsdienst bildete § 25a Abs. 1 Zivildienstgesetz (ZDG), der festlegte, dass die Zivildienstleistenden (ZDL) zu Beginn ihres Dienstes in Lehrgängen über Wesen und Aufgaben des Zivildienstes, über ihre Rechte und Pflichten und über staatsbürgerliche Fragen unterrichtet werden mussten. Darüber hinaus wurden – soweit für den Einsatzbereich des ZDL erforderlich – fachliche Lehrgänge veranstaltet. § 25a Abs. 4 ZDG sah vor, dass die Zivildienstleistenden während des Einführungsdienstes in einer dienstlichen Unterkunft untergebracht sein mussten. Diese Vorgabe bildete die Grundlage für 17 Zivildienstschulen, mit deren Aufbau mit der Einweihung der ersten staatlichen Zivildienstschule auf dem Ith bei Holzen im Weserbergland am 5. Oktober 1971 begonnen wurde. Die Zivildienstschulen verfügten 2010 über 80 bis 200 Betten, mit insgesamt über 2.400 Lehrgangsplätzen. Zum Oktober 2010 waren 65.794 Zivildienstleistende im Dienst. Seit der Einführung des Zivildienstes im April 1961 wurden 2.721.448 junge Männer bis zur Aussetzung im Jahr 2011 zum Zivildienst einberufen.

In den Zivildienstschulen wurde eine große Zahl junger erwachsener Menschen auf gesellschaftliche und politische Fragen angesprochen. Dies eröffnete die Chance, sie für Maßnahmen politischer Erwachsenenbildung zu gewinnen, ihnen Möglichkeiten gesellschaftlicher und politischer Teilnahme aufzuzeigen und sie für die aktive Teilnahme am demokratischen Geschehen zu interessieren.

Die Zivildienstschulen verstanden sich damit als ein Forum der Begegnung für junge Menschen mit unterschiedlichen lebensweltlichen Bezügen, Erfahrungen und Einstellungen. Die gemeinsame Unterbringung über mehrere Tage bot nach Vorstellung der Zivildienstschulen den ZDL die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und ein stärkeres Bewusstsein für die Wichtigkeit des Zivildienstes zu entwickeln. Dies sollte Gruppenprozesse ermöglichen, die zu einer Vertiefung der im Lehrgang gewonnenen Erkenntnisse und Eindrücke führen konnten. Aufgrund der vielfältigen Erfahrungen der Teilnehmer, die sich in die in unterschiedlichsten Themen einbringen konnten, wurde die politische Erwachsenenbildung zu einer konkreten Größe im Zivildienst gesehen.

Wegen der Aussetzung des Wehrdienstes zum 1. Juli 2011 wurden ab Oktober 2010 Zivildienstleistende nur noch auf eigenen Wunsch einberufen. Diese Einberufung auf eigenen Wunsch war nur bis zum 1. Juli 2011 möglich. Auch bei freiwillig längerer Dienstverpflichtung endeten die letzten Zivildienstverhältnisse am 31. Dezember 2011 und es gibt in Deutschland seither keinen Zivildienst mehr. Das Wehrrechtsänderungsgesetz (WehrRÄndG 2011) und das Gesetz über den Bundesfreiwilligendienst (BFDG) vom 28. April 2011 sind am 2. Mai 2011 im Bundesgesetzblatt verkündet worden (BGBl. I, Seite 678, 687).

Die bisherigen 17 Zivildienstschulen des Bundesamtes für den Zivildienst (BAZ) wurden in Bildungszentren umbenannt und unterstehen der vom Bundesamt für den Zivildienst in Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) umbenannten Behörde. Die Bildungszentren gehen dann dem Bildungsauftrag im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstgesetzes (BFDG) und des Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) nach.

Schule VIII, Haus Ende
Zivildienstschule Trier in der Villa Reverchon
Zivildienstschule XVI in Wetzlar
Nr. Ort Bundesland Jahr der Eröffnung/Schließung
I Ith (in Holzen) Niedersachsen 1971–2011 (August 2011 Bundesamt für Bildung und Familie)
II Bad Staffelstein Bayern 1975
III Bocholt Nordrhein-Westfalen 1978
IV Waldbröl Nordrhein-Westfalen 1979/2008
V Trier Rheinland-Pfalz 1980
VI Bad Oeynhausen Nordrhein-Westfalen 1980
VII Seelbach Baden-Württemberg 1982/2008
VIII Herdecke Nordrhein-Westfalen 1982
IX Spiegelau Bayern 1990
X Bodelshausen Baden-Württemberg 1983
XI Braunschweig Niedersachsen 1984
XII Buchholz in der Nordheide Niedersachsen 1984/2008
XIII Karlsruhe Baden-Württemberg 1985
XIV Bremen/Ritterhude Bremen/Niedersachsen 1985
XV Kiel Schleswig-Holstein 1986
XVI Wetzlar Hessen 1991
XVII Schleife Sachsen 1992
XVIII Barth/Gutglück in Fuhlendorf Mecklenburg-Vorpommern 1992
XIX Geretsried Bayern 1992
XX Sondershausen Thüringen 1996
Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!

Zivildienstschule ehemalige Bildungseinrichtung in Deutschland Sprache Beobachten Bearbeiten Die deutschen Zivildienstschulen ZDSch waren bis zur Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 zivildienstspezifische und gesellschaftspolitische Bildungszentren des Bundes Sie organisierten verpflichtende Einfuhrungslehrgange fur Zivildienstleistende und waren dem Bundesamt fur Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Koln Zollstock angegliedert Die ZDSch wurden in Bildungszentren umgewandelt die nun ihren Bildungsauftrag im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes BFD und des Freiwilligen Sozialen Jahres FSJ ausfuhren Inhaltsverzeichnis 1 Geschichte 2 Bildungsauftrag 3 Von der Zivildienstschule zum Bildungszentrum 4 StandorteGeschichte BearbeitenGesetzliche Grundlage fur den Einfuhrungsdienst bildete 25a Abs 1 Zivildienstgesetz ZDG der festlegte dass die Zivildienstleistenden ZDL zu Beginn ihres Dienstes in Lehrgangen uber Wesen und Aufgaben des Zivildienstes uber ihre Rechte und Pflichten und uber staatsburgerliche Fragen unterrichtet werden mussten Daruber hinaus wurden soweit fur den Einsatzbereich des ZDL erforderlich fachliche Lehrgange veranstaltet 25a Abs 4 ZDG sah vor dass die Zivildienstleistenden wahrend des Einfuhrungsdienstes in einer dienstlichen Unterkunft untergebracht sein mussten Diese Vorgabe bildete die Grundlage fur 17 Zivildienstschulen mit deren Aufbau mit der Einweihung der ersten staatlichen Zivildienstschule auf dem Ith bei Holzen im Weserbergland am 5 Oktober 1971 begonnen wurde Die Zivildienstschulen verfugten 2010 uber 80 bis 200 Betten mit insgesamt uber 2 400 Lehrgangsplatzen Zum Oktober 2010 waren 65 794 Zivildienstleistende im Dienst Seit der Einfuhrung des Zivildienstes im April 1961 wurden 2 721 448 junge Manner bis zur Aussetzung im Jahr 2011 zum Zivildienst einberufen Bildungsauftrag BearbeitenIn den Zivildienstschulen wurde eine grosse Zahl junger erwachsener Menschen auf gesellschaftliche und politische Fragen angesprochen Dies eroffnete die Chance sie fur Massnahmen politischer Erwachsenenbildung zu gewinnen ihnen Moglichkeiten gesellschaftlicher und politischer Teilnahme aufzuzeigen und sie fur die aktive Teilnahme am demokratischen Geschehen zu interessieren Die Zivildienstschulen verstanden sich damit als ein Forum der Begegnung fur junge Menschen mit unterschiedlichen lebensweltlichen Bezugen Erfahrungen und Einstellungen Die gemeinsame Unterbringung uber mehrere Tage bot nach Vorstellung der Zivildienstschulen den ZDL die Gelegenheit Erfahrungen auszutauschen und ein starkeres Bewusstsein fur die Wichtigkeit des Zivildienstes zu entwickeln Dies sollte Gruppenprozesse ermoglichen die zu einer Vertiefung der im Lehrgang gewonnenen Erkenntnisse und Eindrucke fuhren konnten Aufgrund der vielfaltigen Erfahrungen der Teilnehmer die sich in die in unterschiedlichsten Themen einbringen konnten wurde die politische Erwachsenenbildung zu einer konkreten Grosse im Zivildienst gesehen Von der Zivildienstschule zum Bildungszentrum BearbeitenWegen der Aussetzung des Wehrdienstes zum 1 Juli 2011 wurden ab Oktober 2010 Zivildienstleistende nur noch auf eigenen Wunsch einberufen Diese Einberufung auf eigenen Wunsch war nur bis zum 1 Juli 2011 moglich Auch bei freiwillig langerer Dienstverpflichtung endeten die letzten Zivildienstverhaltnisse am 31 Dezember 2011 und es gibt in Deutschland seither keinen Zivildienst mehr Das Wehrrechtsanderungsgesetz WehrRAndG 2011 und das Gesetz uber den Bundesfreiwilligendienst BFDG vom 28 April 2011 sind am 2 Mai 2011 im Bundesgesetzblatt verkundet worden BGBl I Seite 678 687 Die bisherigen 17 Zivildienstschulen des Bundesamtes fur den Zivildienst BAZ wurden in Bildungszentren umbenannt und unterstehen der vom Bundesamt fur den Zivildienst in Bundesamt fur Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben BAFzA umbenannten Behorde Die Bildungszentren gehen dann dem Bildungsauftrag im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstgesetzes BFDG und des Freiwilligen Sozialen Jahr FSJ nach Standorte Bearbeiten Schule VIII Haus Ende Zivildienstschule Trier in der Villa Reverchon Zivildienstschule XVI in Wetzlar Nr Ort Bundesland Jahr der Eroffnung SchliessungI Ith in Holzen Niedersachsen 1971 2011 August 2011 Bundesamt fur Bildung und Familie II Bad Staffelstein Bayern 1975III Bocholt Nordrhein Westfalen 1978IV Waldbrol Nordrhein Westfalen 1979 2008V Trier Rheinland Pfalz 1980VI Bad Oeynhausen Nordrhein Westfalen 1980VII Seelbach Baden Wurttemberg 1982 2008VIII Herdecke Nordrhein Westfalen 1982IX Spiegelau Bayern 1990X Bodelshausen Baden Wurttemberg 1983XI Braunschweig Niedersachsen 1984XII Buchholz in der Nordheide Niedersachsen 1984 2008XIII Karlsruhe Baden Wurttemberg 1985XIV Bremen Ritterhude Bremen Niedersachsen 1985XV Kiel Schleswig Holstein 1986XVI Wetzlar Hessen 1991XVII Schleife Sachsen 1992XVIII Barth Gutgluck in Fuhlendorf Mecklenburg Vorpommern 1992XIX Geretsried Bayern 1992XX Sondershausen Thuringen 1996Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Zivildienstschule amp oldid 166928619, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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