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Zitzschewig, bis 1923 eine selbstständige Landgemeinde, ist heute ein Stadtteil sowie eine Gemarkung von Radebeul im Landkreis Meißen in Sachsen. Er liegt am nordwestlichen Stadtrand und grenzt an Coswig. Zentrum von Zitzschewig ist der Rundling mit dem Anger Altzitzschewig mit seinen zwölf denkmalgeschützten Häusern. Die Gemarkung hatte im Jahr 1900 eine Größe von 309 Hektar. Zitzschewig gehört zur Weinbaulage Radebeuler Johannisberg.

Zitzschewig
Große Kreisstadt Radebeul51.11805555555613.604166666667Koordinaten:51° 7′ 5″ N,13° 36′ 15″ O
Höhe: 107–140 m ü. NN
Fläche: 3,09 km²
Eingemeindung: 1923
Eingemeindet nach: Kötzschenbroda
Postleitzahl: 01445
Vorwahl: 0351
Lage des Stadtteils innerhalb Radebeuls

Inhaltsverzeichnis

Siegelmarke Gemeinde Zitzschewig
Flurkarte von Zitzschewig, 1879
Wettinshöhe mit Haus Wettinhöhe
Herrenhaus des Paulsbergs

Bereits im 13. Jahrhundert wurde der Hang, auf dem das Herrenhaus Hohenhaus liegt, als Weinberg erwähnt. Hier entstand im 15. Jahrhundert die Sommerresidenz der Meißner Bischöfe, die bis Mitte des 16. Jahrhunderts in deren Besitz verblieb.

Der Ort selbst wurde 1366 als Czuczewitz erstmals urkundlich erwähnt, der älteste Teil des Ortes, der Rundling Altzitzschewig, stammt jedoch aus slawischer Zeit. 1378 gehörte der Ort zum „castrum Dresden“.

Im 15. Jahrhundert war auch die als Landeskrone bezeichnete Bergkuppe auf Zitzschewiger Flur im Besitz der Meißner Bischöfe. Seit 1758 ist hierfür der Name Wettins Höhe belegt. Auf dem dazugehörigen Weingut entstand 1858 der Mittelbau der dortigen Villa (Haus Wettinhöhe), die 1879/1880 durch die Gebrüder Ziller zum heutigen repräsentativen Schloss Wettinhöhe erweitert wurde.

Seit 1515 ist ein Gasthof nachgewiesen, zu dieser Zeit gehörte das Dorf Rudolf (II.) von Bünau auf Schloss Weesenstein. 1547 lag die Grundherrschaft beim Domkapitel Meißen, die Verwaltungszugehörigkeit jedoch beim Amt Dresden. Das Dorf war nach Kötzschenbroda gepfarrt. Als Bevölkerung wurden „36 besessene Mann“ mit 9 Hufen Land gezählt.

Zwischen 1679 und 1750 wurden auf Zitzschewiger Flur acht selbstständige Bergteile zu dem Weinbergsbesitz Paulsberg zusammengefügt. Einer davon, Sydenberg beziehungsweise Seydenberg genannt, war bereits 1436 als Weinberg bekannt. Das am Eingang des Rietzschkegrunds gelegene Herrenhaus wurde Anfang des 19. Jahrhunderts klassizistisch umgebaut. 1913 erhielt das Herrenhaus einen Erweiterungsbau von dem Hellerauer Jugendstil-Architekten Richard Riemerschmid.

Das Weingut Zechstein mit Weinbergs- und Waldbesitz existierte bereits im 17. Jahrhundert, es liegt auf Zitzschewiger Flur westlich der Barkengasse in der Nähe des Hohenhauses. Ab 1795 war es im Besitz des Reichsgrafen Friedrich Magnus I. zu Solms-Wildenfels (1743–1801). Das zweistöckige Herrenhaus entstand 1852 anstelle eines bereits 1706 erwähnten Vorgängergebäudes.

1764 gehörten Teile des Ortes zum Prokuratoramt Meißen, ein weiterer Teil gehörte zum Syndikats-Amt Dresden. Es wurden „21 besessene Mann, 11 Gärtner, 29 Häusler, 8¼ Hufen je 9 Scheffel“ gezählt.

Im Jahr 1834, kurz vor den kommunalen Änderungen aufgrund der Sächsischen Landgemeindeordnung von 1838, zählte der Ort 608 Einwohner, wovon zwei katholischen Glaubens waren. 1842 erhielt Zitzschewig eine Schule, damals gehörte es wieder geschlossen zum Amt Dresden. 1899 gab es eine kommunale Wasserversorgung und 1902 einen eigenen Haltepunkt an der Bahnstrecke Leipzig–Dresden. Um 1800 hatte der Ort rund 350 Einwohner und 1890 mehr als 1000. Die meterspurige Strecke der Lößnitzbahn wurde am 25. Dezember 1920 (oder am 25. Dezember 1923) einspurig von Kötzschenbroda nach Zitzschewig verlängert.

1923 wurde der Ort mit seinen etwa 1600 Einwohnern nach Kötzschenbroda eingemeindet und 1924 mit der Verleihung des Stadtrechts an Kötzschenbroda zum Stadtteil. 1935 wurde Zitzschewig zusammen mit der Stadt Kötzschenbroda Teil des neugeschaffenen Stadtkreises Radebeul.

Einwohnerentwicklung
Jahr 1550 (1547) 1750 (1764) 1834 1849 1871 1880 1890 1900 1910 1919
Einwohner 180
(36 besessene Mann)
306
(21 besessene Mann,
11 Gärtner, 29 Häusler)
608 757 793 950 1.021 1.428 1.461 1.599
Dorfanger von Zitzschewig

Der „durch mehrere Angerbewohner gemeinsam neuangelegte, genutzte und gestaltete Bauerngarten“ des Dorfangers Altzitzschewig erhielt 2003 den Radebeuler Bauherrenpreis in der Kategorie Sonderpreis für Freiflächen- und Gartengestaltung für sein „typische[s] Mit- und Nebeneinander von Nutzpflanzen und jahreszeitlich wechselnden Blumen und Stauden[, von d]ekorative[n] Arten (Mangold, farbige Blattsalate, Rüben oder Kohlarten) neben Zwiebeln, Kohlrabie, Bohnen [und] neben alten Bauerngartenpflanzen wie Brennende Liebe, Rittersporn, Phlox, Stockrosen, Margeriten“. Die vier großen, bepflanzten Nutzflächen umgeben ein zentrales Rosenrondell mit Kreuzweg und werden selbst von einem umlaufenden Holzlattenzaun eingefasst.

Prägend für den Stadtteil ist das Landschaftsschutzgebiet, das mit seinen trockengesetzten Weinbergsmauern 1999 insgesamt als Historische Weinberglandschaft Radebeul auch unter Gebietsdenkmalschutz gestellt wurde. Dieses zieht sich von Zitzschewig über Naundorf und Niederlößnitz bis hin nach Oberlößnitz an der östlichen Stadtgrenze.

Die großen Weinbergs-Anwesen des Hohenhauses, Kynast, des Paulsbergs sowie der Wettinshöhe gelten als Werke der Landschafts- und Gartengestaltung. Das Grundstück des Donadini-Hauses zählt zu den denkmalpflegerischen Nebenanlagen.

Zu den Baudenkmälern dieses Stadtteils zählen die Bischofspresse und die Krapenburg sowie zahlreiche Wohnstallhäuser und Bauernhäuser am Anger von Altzitzschewig.

Hohenhaus
Carl Pfeiffers Wächterberg mit Wohnhaus

Der Dramatiker Gerhart Hauptmann hielt sich zwischen 1881 und 1885 häufig im Hohenhaus auf, nannte es ein „Nest der Paradiesvögel“. Zur Hochzeit seines Bruders Georg mit Adele Thienemann, einer der fünf Töchter vom Hohenhaus, im September 1881 schrieb Gerhart Hauptmann das kleine Festspiel Liebesfrühling, das am Polterabend uraufgeführt wurde. Auf dieser Hochzeit lernt er deren Schwester Marie Thienemann kennen, mit der er sich heimlich verlobte. Sein Bruder Carl Hauptmann heiratete 1884 Martha Thienemann, eine weitere der fünf Schwestern. Am 5. Mai 1885 heiratete Gerhart Hauptmann Marie Thienemann. Er verewigte das Zitzschewiger Leben in der Novelle Die Hochzeit auf Buchenhorst und in seinem Jugendwerk Die Jungfern vom Bischofsweg. Ein Gedenkstein zu seinen Ehren steht vor der ehemaligen Schule Zitzschewig in der Gerhart-Hauptmann-Straße 12.

Nach dem Verkauf des Hohenhauses durch die Thienemannschen Erben im Jahr 1885 ließ der neue Eigentümer, Walther Stechow, das Gebäude im Stil der Neorenaissance umbauen. Sein 1883 in Berlin geborener Sohn, der Zoologe Eberhard Stechow, wuchs im Hohenhaus auf.

Ab 1892 lebte der Maler, Restaurator und Pionier der künstlerische Fotografie Ermenegildo Antonio Donadini im Rietschkegrund 21, wo er 1911 sein Atelierhaus bauen ließ. Er verstarb dort 1936.

Mitte der 1920er Jahre erwarb der oberschlesische Bergwerksdirektor Ewald Hilger das Weingut Kynast in Zitzschewig, auf dem er bis zu seinem Tode 1934 lebte.

1939 ging Carl Pfeiffer, der Retter des Lößnitz-Weinanbaus, in den Ruhestand, den er auf dem 1935 für seine Mitarbeiterin angelegten Weinberg Wächterberg im Knollenweg verbrachte. Er verstarb 1946 in Zitzschewig und wurde auf dem Johannesfriedhof begraben.

Gemeindevorstände

  • 1839–1845: Johann Christian Wensche
  • 1846–1850: Johann Gotthelf Jacob
  • 1851–1855: Christian Gottlieb Schließer
  • 1855–1878: Christian Wilhelm Kämpffe
  • 1879–1884: Richard Berge
  • 1885–1890: Hermann Huldreich Enders
  • 1891–1902: Richard Berge
  • 1902–1923: Otto Kempe

(Quelle:)

  • Frank Andert (Red.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. Herausgegeben vom Stadtarchiv Radebeul. 2., leicht geänderte Auflage. Stadtarchiv, Radebeul 2006, ISBN 3-938460-05-9.
  • Cornelius Gurlitt: Zitzschewig. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 26. Heft: Die Kunstdenkmäler von Dresdens Umgebung, Theil 2: Amtshauptmannschaft Dresden-Neustadt. C. C. Meinhold, Dresden 1904, S. 291 f.
  • Volker Helas (Bearb.): Stadt Radebeul. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Große Kreisstadt Radebeul (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Sachsen). Sax-Verlag, Beucha 2007, ISBN 978-3-86729-004-3.
  • Moritz Eduard Lilie: Chronik der Lößnitz-Ortschaften Kötzschenbroda, Niederlößnitz, Radebeul, Oberlößnitz mit Hoflößnitz, Serkowitz, Naundorf, Zitzschewig und Lindenau mit besonderer Berücksichtigung von Coswig und der übrigen Nachbarorte. Niederlößnitz 1893 (Digitalisat)
  • Heinrich Magirius: Dorfkerne in der Lößnitz – ihre historische und städtebauliche Bedeutung und Probleme ihrer Erhaltung als Denkmale. In: Dresdner Geschichtsverein (Hrsg.): Kulturlandschaft Lößnitz-Radebeul. (= Dresdner Hefte. Nr. 54). Verlag Dresdner Geschichtsverein, Dresden 1998, ISBN 3-910055-44-3, S. 62–68.
  • Adolf Schruth: Chronik: Das Prokuraturamts- und Syndikatsdorf Zitzschewig. Radebeul 1934 (Online-Version (Memento vom 1. Februar 2014 im Internet Archive) [PDF;671kB] mit Ergänzungen 1986/2010 durch Manfred Richter).
  • Städtebaulicher Ideenwettbewerb: Moritz-Ziller-Preis für Stadtgestaltung 2014. Wettbewerbsthema: Radebeul-Zitzschewig! „Das Dorf in der Stadt“. In: Große Kreisstadt Radebeul (Hrsg.): Planen und Bauen in Radebeul. Radebeul 2014, ISBN 978-3-938460-14-6 (Online [PDF]).
Commons: Zitzschewig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Zitzschewig im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  2. Volker Helas (Bearb.): Stadt Radebeul. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Große Kreisstadt Radebeul (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Sachsen). Sax-Verlag, Beucha 2007, ISBN 978-3-86729-004-3.
  3. Frank Andert (Red.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. Herausgegeben vom Stadtarchiv Radebeul. 2., leicht geänderte Auflage. Stadtarchiv, Radebeul 2006, ISBN 3-938460-05-9.
  4. Lößnitzbahn
  5. Frank Andert (Red.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. Herausgegeben vom Stadtarchiv Radebeul. 2., leicht geänderte Auflage. Stadtarchiv, Radebeul 2006, ISBN 3-938460-05-9,S.262.
  6. Radebeuler Bauherrenpreis 2003. verein für denkmalpflege und neues bauen radebeul, abgerufen am 6. Juni 2009.
  7. Begründung gemäß § 21 Abs. 3 Sächsisches Denkmalschutzgesetz zur Satzung für das Denkmalschutzgebiet „Historische Weinberglandschaft Radebeul
  8. Frank Andert (Red.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz. Herausgegeben vom Stadtarchiv Radebeul. 2., leicht geänderte Auflage. Stadtarchiv, Radebeul 2006, ISBN 3-938460-05-9,S.264.
Stadtteile von Radebeul

Alt-Radebeul | Fürstenhain | Kötzschenbroda | Kötzschenbroda-Oberort | Lindenau | Naundorf | Niederlößnitz | Oberlößnitz | Serkowitz | Wahnsdorf | Zitzschewig
ehemals: Hoflößnitz (kurfürstlich/königlicher Amtsort bis 1875) | Am Fährhaus (linkselbisch, bis 1954)

Normdaten (Geografikum): GND:16345505-3(OGND, AKS)

Zitzschewig Stadtteil von Radebeul Sprache Beobachten Bearbeiten Zitzschewig bis 1923 eine selbststandige Landgemeinde ist heute ein Stadtteil sowie eine Gemarkung von Radebeul im Landkreis Meissen in Sachsen Er liegt am nordwestlichen Stadtrand und grenzt an Coswig Zentrum von Zitzschewig ist der Rundling mit dem Anger Altzitzschewig mit seinen zwolf denkmalgeschutzten Hausern Die Gemarkung hatte im Jahr 1900 eine Grosse von 309 Hektar 1 Zitzschewig gehort zur Weinbaulage Radebeuler Johannisberg ZitzschewigGrosse Kreisstadt Radebeul51 118055555556 13 604166666667 Koordinaten 51 7 5 N 13 36 15 OHohe 107 140 m u NNFlache 3 09 km Eingemeindung 1923Eingemeindet nach KotzschenbrodaPostleitzahl 01445Vorwahl 0351Lage des Stadtteils innerhalb Radebeuls Inhaltsverzeichnis 1 Geschichte 2 Anger mit Bauerngarten 3 Kulturdenkmale 4 Personlichkeiten 4 1 Gemeindevorstande 5 Siehe auch 6 Literatur 7 Weblinks 8 EinzelnachweiseGeschichte Bearbeiten Siegelmarke Gemeinde Zitzschewig Flurkarte von Zitzschewig 1879 Wettinshohe mit Haus Wettinhohe Herrenhaus des Paulsbergs Bereits im 13 Jahrhundert wurde der Hang auf dem das Herrenhaus Hohenhaus liegt als Weinberg erwahnt Hier entstand im 15 Jahrhundert die Sommerresidenz der Meissner Bischofe die bis Mitte des 16 Jahrhunderts in deren Besitz verblieb Der Ort selbst wurde 1366 als Czuczewitz erstmals urkundlich erwahnt der alteste Teil des Ortes der Rundling Altzitzschewig stammt jedoch aus slawischer Zeit 2 1378 gehorte der Ort zum castrum Dresden 1 Im 15 Jahrhundert war auch die als Landeskrone 3 bezeichnete Bergkuppe auf Zitzschewiger Flur im Besitz der Meissner Bischofe Seit 1758 ist hierfur der Name Wettins Hohe belegt Auf dem dazugehorigen Weingut entstand 1858 der Mittelbau der dortigen Villa Haus Wettinhohe die 1879 1880 durch die Gebruder Ziller zum heutigen reprasentativen Schloss Wettinhohe erweitert wurde Seit 1515 ist ein Gasthof nachgewiesen zu dieser Zeit gehorte das Dorf Rudolf II von Bunau auf Schloss Weesenstein 1547 lag die Grundherrschaft beim Domkapitel Meissen die Verwaltungszugehorigkeit jedoch beim Amt Dresden Das Dorf war nach Kotzschenbroda gepfarrt Als Bevolkerung wurden 36 besessene Mann mit 9 Hufen Land gezahlt Zwischen 1679 und 1750 wurden auf Zitzschewiger Flur acht selbststandige Bergteile zu dem Weinbergsbesitz Paulsberg zusammengefugt Einer davon Sydenberg beziehungsweise Seydenberg genannt war bereits 1436 als Weinberg bekannt Das am Eingang des Rietzschkegrunds gelegene Herrenhaus wurde Anfang des 19 Jahrhunderts klassizistisch umgebaut 1913 erhielt das Herrenhaus einen Erweiterungsbau von dem Hellerauer Jugendstil Architekten Richard Riemerschmid Das Weingut Zechstein mit Weinbergs und Waldbesitz existierte bereits im 17 Jahrhundert es liegt auf Zitzschewiger Flur westlich der Barkengasse in der Nahe des Hohenhauses Ab 1795 war es im Besitz des Reichsgrafen Friedrich Magnus I zu Solms Wildenfels 1743 1801 Das zweistockige Herrenhaus entstand 1852 anstelle eines bereits 1706 erwahnten Vorgangergebaudes 1764 gehorten Teile des Ortes zum Prokuratoramt Meissen ein weiterer Teil gehorte zum Syndikats Amt Dresden Es wurden 21 besessene Mann 11 Gartner 29 Hausler 8 Hufen je 9 Scheffel gezahlt 1 Im Jahr 1834 kurz vor den kommunalen Anderungen aufgrund der Sachsischen Landgemeindeordnung von 1838 zahlte der Ort 608 Einwohner wovon zwei katholischen Glaubens waren 1842 erhielt Zitzschewig eine Schule damals gehorte es wieder geschlossen zum Amt Dresden 1899 gab es eine kommunale Wasserversorgung und 1902 einen eigenen Haltepunkt an der Bahnstrecke Leipzig Dresden Um 1800 hatte der Ort rund 350 Einwohner und 1890 mehr als 1000 Die meterspurige Strecke der Lossnitzbahn wurde am 25 Dezember 1920 4 oder am 25 Dezember 1923 2 einspurig von Kotzschenbroda nach Zitzschewig verlangert 1923 wurde der Ort mit seinen etwa 1600 Einwohnern nach Kotzschenbroda eingemeindet und 1924 mit der Verleihung des Stadtrechts an Kotzschenbroda zum Stadtteil 1935 wurde Zitzschewig zusammen mit der Stadt Kotzschenbroda Teil des neugeschaffenen Stadtkreises Radebeul Einwohnerentwicklung 5 1 Jahr 1550 5 1547 1 1750 5 1764 1 1834 1849 1871 1880 1890 1900 1910 1919Einwohner 180 36 besessene Mann 1 306 21 besessene Mann 11 Gartner 29 Hausler 1 608 757 793 950 1 021 1 428 1 461 1 599Anger mit Bauerngarten Bearbeiten Dorfanger von Zitzschewig 6 Der durch mehrere Angerbewohner gemeinsam neuangelegte genutzte und gestaltete Bauerngarten 6 des Dorfangers Altzitzschewig erhielt 2003 den Radebeuler Bauherrenpreis in der Kategorie Sonderpreis fur Freiflachen und Gartengestaltung fur sein typische s Mit und Nebeneinander von Nutzpflanzen und jahreszeitlich wechselnden Blumen und Stauden von d ekorative n Arten Mangold farbige Blattsalate Ruben oder Kohlarten neben Zwiebeln Kohlrabie Bohnen und neben alten Bauerngartenpflanzen wie Brennende Liebe Rittersporn Phlox Stockrosen Margeriten Die vier grossen bepflanzten Nutzflachen umgeben ein zentrales Rosenrondell mit Kreuzweg und werden selbst von einem umlaufenden Holzlattenzaun eingefasst Kulturdenkmale BearbeitenSiehe auch Liste der Kulturdenkmale in Radebeul Zitzschewig Pragend fur den Stadtteil ist das Landschaftsschutzgebiet das mit seinen trockengesetzten Weinbergsmauern 1999 insgesamt als Historische Weinberglandschaft Radebeul 7 auch unter Gebietsdenkmalschutz gestellt wurde Dieses zieht sich von Zitzschewig uber Naundorf und Niederlossnitz bis hin nach Oberlossnitz an der ostlichen Stadtgrenze Die grossen Weinbergs Anwesen des Hohenhauses Kynast des Paulsbergs sowie der Wettinshohe gelten als Werke der Landschafts und Gartengestaltung Das Grundstuck des Donadini Hauses zahlt zu den denkmalpflegerischen Nebenanlagen Zu den Baudenkmalern dieses Stadtteils zahlen die Bischofspresse und die Krapenburg sowie zahlreiche Wohnstallhauser und Bauernhauser am Anger von Altzitzschewig Personlichkeiten Bearbeiten Hohenhaus Carl Pfeiffers Wachterberg mit Wohnhaus Der Dramatiker Gerhart Hauptmann hielt sich zwischen 1881 und 1885 haufig im Hohenhaus auf nannte es ein Nest der Paradiesvogel Zur Hochzeit seines Bruders Georg mit Adele Thienemann einer der funf Tochter vom Hohenhaus im September 1881 schrieb Gerhart Hauptmann das kleine Festspiel Liebesfruhling das am Polterabend uraufgefuhrt wurde Auf dieser Hochzeit lernt er deren Schwester Marie Thienemann kennen mit der er sich heimlich verlobte Sein Bruder Carl Hauptmann heiratete 1884 Martha Thienemann eine weitere der funf Schwestern Am 5 Mai 1885 heiratete Gerhart Hauptmann Marie Thienemann Er verewigte das Zitzschewiger Leben in der Novelle Die Hochzeit auf Buchenhorst und in seinem Jugendwerk Die Jungfern vom Bischofsweg Ein Gedenkstein zu seinen Ehren steht vor der ehemaligen Schule Zitzschewig in der Gerhart Hauptmann Strasse 12 Nach dem Verkauf des Hohenhauses durch die Thienemannschen Erben im Jahr 1885 liess der neue Eigentumer Walther Stechow das Gebaude im Stil der Neorenaissance umbauen Sein 1883 in Berlin geborener Sohn der Zoologe Eberhard Stechow wuchs im Hohenhaus auf Ab 1892 lebte der Maler Restaurator und Pionier der kunstlerische Fotografie Ermenegildo Antonio Donadini im Rietschkegrund 21 wo er 1911 sein Atelierhaus bauen liess Er verstarb dort 1936 Mitte der 1920er Jahre erwarb der oberschlesische Bergwerksdirektor Ewald Hilger das Weingut Kynast in Zitzschewig auf dem er bis zu seinem Tode 1934 lebte 1939 ging Carl Pfeiffer der Retter des Lossnitz Weinanbaus in den Ruhestand den er auf dem 1935 fur seine Mitarbeiterin angelegten Weinberg Wachterberg im Knollenweg verbrachte Er verstarb 1946 in Zitzschewig und wurde auf dem Johannesfriedhof begraben Gemeindevorstande Bearbeiten 1839 1845 Johann Christian Wensche 1846 1850 Johann Gotthelf Jacob 1851 1855 Christian Gottlieb Schliesser 1855 1878 Christian Wilhelm Kampffe 1879 1884 Richard Berge 1885 1890 Hermann Huldreich Enders 1891 1902 Richard Berge 1902 1923 Otto Kempe Quelle 8 Siehe auch BearbeitenListe der Strassen und Platze in Radebeul ZitzschewigLiteratur BearbeitenFrank Andert Red Stadtlexikon Radebeul Historisches Handbuch fur die Lossnitz Herausgegeben vom Stadtarchiv Radebeul 2 leicht geanderte Auflage Stadtarchiv Radebeul 2006 ISBN 3 938460 05 9 Cornelius Gurlitt Zitzschewig In Beschreibende Darstellung der alteren Bau und Kunstdenkmaler des Konigreichs Sachsen 26 Heft Die Kunstdenkmaler von Dresdens Umgebung Theil 2 Amtshauptmannschaft Dresden Neustadt C C Meinhold Dresden 1904 S 291 f Volker Helas Bearb Stadt Radebeul Hrsg Landesamt fur Denkmalpflege Sachsen Grosse Kreisstadt Radebeul Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland Denkmale in Sachsen Sax Verlag Beucha 2007 ISBN 978 3 86729 004 3 Moritz Eduard Lilie Chronik der Lossnitz Ortschaften Kotzschenbroda Niederlossnitz Radebeul Oberlossnitz mit Hoflossnitz Serkowitz Naundorf Zitzschewig und Lindenau mit besonderer Berucksichtigung von Coswig und der ubrigen Nachbarorte Niederlossnitz 1893 Digitalisat Heinrich Magirius Dorfkerne in der Lossnitz ihre historische und stadtebauliche Bedeutung und Probleme ihrer Erhaltung als Denkmale In Dresdner Geschichtsverein Hrsg Kulturlandschaft Lossnitz Radebeul Dresdner Hefte Nr 54 Verlag Dresdner Geschichtsverein Dresden 1998 ISBN 3 910055 44 3 S 62 68 Adolf Schruth Chronik Das Prokuraturamts und Syndikatsdorf Zitzschewig Radebeul 1934 Online Version Memento vom 1 Februar 2014 im Internet Archive PDF 671 kB mit Erganzungen 1986 2010 durch Manfred Richter Stadtebaulicher Ideenwettbewerb Moritz Ziller Preis fur Stadtgestaltung 2014 Wettbewerbsthema Radebeul Zitzschewig Das Dorf in der Stadt In Grosse Kreisstadt Radebeul Hrsg Planen und Bauen in Radebeul Radebeul 2014 ISBN 978 3 938460 14 6 Online PDF Weblinks Bearbeiten Commons Zitzschewig Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Zitzschewig im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen Zitzschewig In August Schumann Vollstandiges Staats Post und Zeitungslexikon von Sachsen 13 Band Schumann Zwickau 1826 S 648 f Samtliche Fotos und Scans zu Zitzschewig bei der Deutschen Fotothek Manfred Richter Gemeinde Zitzschewig In Niederlossnitz von anno dazumal Abgerufen am 3 Oktober 2016 Die Winzer von Zitzschewig stellen sich vorEinzelnachweise Bearbeiten a b c d e f g h Zitzschewig im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen a b Volker Helas Bearb Stadt Radebeul Hrsg Landesamt fur Denkmalpflege Sachsen Grosse Kreisstadt Radebeul Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland Denkmale in Sachsen Sax Verlag Beucha 2007 ISBN 978 3 86729 004 3 Frank Andert Red Stadtlexikon Radebeul Historisches Handbuch fur die Lossnitz Herausgegeben vom Stadtarchiv Radebeul 2 leicht geanderte Auflage Stadtarchiv Radebeul 2006 ISBN 3 938460 05 9 Lossnitzbahn a b c Frank Andert Red Stadtlexikon Radebeul Historisches Handbuch fur die Lossnitz Herausgegeben vom Stadtarchiv Radebeul 2 leicht geanderte Auflage Stadtarchiv Radebeul 2006 ISBN 3 938460 05 9 S 262 a b Radebeuler Bauherrenpreis 2003 verein fur denkmalpflege und neues bauen radebeul abgerufen am 6 Juni 2009 Begrundung gemass 21 Abs 3 Sachsisches Denkmalschutzgesetz zur Satzung fur das Denkmalschutzgebiet Historische Weinberglandschaft Radebeul Frank Andert Red Stadtlexikon Radebeul Historisches Handbuch fur die Lossnitz Herausgegeben vom Stadtarchiv Radebeul 2 leicht geanderte Auflage Stadtarchiv Radebeul 2006 ISBN 3 938460 05 9 S 264 Stadtteile von Radebeul Alt Radebeul Furstenhain Kotzschenbroda Kotzschenbroda Oberort Lindenau Naundorf Niederlossnitz Oberlossnitz Serkowitz Wahnsdorf Zitzschewig ehemals Hoflossnitz kurfurstlich koniglicher Amtsort bis 1875 Am Fahrhaus linkselbisch bis 1954 Normdaten Geografikum GND 16345505 3 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Zitzschewig amp oldid 219496974, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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