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Zips (auch Siggies oder Geeps) ist ein Slang-Begriff der amerikanischen Cosa Nostra, im Bezug auf neue Einwanderer der sizilianischen Cosa Nostra aus Italien, aufgrund ihrer zischelnden und rasanten Aussprache ihres Heimatdialekts.

Inhaltsverzeichnis

Die eingewanderten Begründer der amerikanischen Cosa Nostra waren häufig schon Mitgliedern der originären Cosa Nostra verbunden. Da sie häufig ihre typischen Barttracht der damaligen Zeit in Form eines Oberlippenbart (en: Mustache) wie in ihrer ursprünglichen Heimat trugen, wurden sie als Mustache Pete bezeichnet.

Die neuen kriminellen Einwanderer aus Sizilien sprachen ebenfalls in der Regel kein englisch und unterhielten sich untereinander in ihrem heimatlichen sizilianischen Dialekt, den selbst US-amerikanische Mafiosi mit Sprachkenntnissen kaum verstehen konnten, weshalb sie die Neuankömmlinge abfällig als „Zips“ titulierten und damit deren originäre, schnelle und deshalb schwerverständliche Aussprache – welche sie nur als Zischlaute wahrnahmen – lautmalerisch umschrieben.

Mit zunehmenden Verfolgungsdruck auf die Mafia und die Präsenz der Regierung in Italien kamen zeitweilig viele Mafiosi der sizilianischen Cosa Nostra in die Vereinigten Staaten und wurden von den US-amerikanischen Mobstern bald als „Zips“ bezeichnet.

Die „Zips“ waren für die US-amerikanische Mafia zunächst äußerst effektiv, da sie in den USA Unbekannte waren und noch keine Polizeiakten über sie geführt wurden. Sie verkehrten hauptsächlich mit ihresgleichen und waren großteils ansässig in der Knickerbocker Avenue von Brooklyn in New York City.

Bei der Ausführung ihrer Taten kannten sie keinerlei Skrupel, auch Polizeibeamte, Richter, Frauen oder Kinder zu ermorden, was für die amerikanische Mafia grundsätzlich als Tabu galt.

Ebenso waren sie bekannt dafür, ihre Feinde durch Bombenanschläge zu ermorden, ein typischer Modus Operandi auf Sizilien, den die amerikanische Mafia eher gescheut hat, da das Risiko, Unbeteiligte zu verletzen, sehr hoch sein konnte.

Doch trotz ihrer Rücksichtslosigkeit wurden sie von den amerikanischen Mafiosi toleriert, da sie in der Lage waren, Millionen von Dollars für die „Familien“ – insbesondere die Bonanno-Familie und die Gambino-Familie – zu verdienen.

Carmine Galante, Boss der Bonanno-Familie, hielt sich eine mehrköpfige sizilianische Leibwache und nahm viele „Ehrenmänner“ aus Sizilien in seiner Familie auf. Galante hielt die sizilianischen Einwanderer für zuverlässiger und fähiger als die in den USA geborenen Clanmitglieder. Neben den „Zips“ waren nur noch der Bonanno-Capo Cesare „The Tall Guy“ Bonventre und Baldassare „Baldo“ Amato Galantes persönliche Bodyguards.

Durch die Zusammenarbeit mit Galante und der Unterstützung anderer sizilianischen Mafiosi, wuchsen Einfluss und Macht der Zips in der New Yorker Unterwelt. Schließlich waren sie in den 1970er und 1980er Jahren in der Lage einen großangelegten Heroin-Schmuggler-Ring zwischen der amerikanischen und der sizilianischen Mafia aufzubauen – die sogenannte Pizza Connection – welche zu einem hochprofitablen Geschäft wurde, bei dem die gut organisierte sizilianische Cosa Nostra jedes Jahr mehrere hundert Millionen Dollar verdiente und auch in den USA immer mehr Einfluss gewann. Dies wurde von den Amerikanern aber teils mit Unbehagen und Furcht betrachtet. Eine starke Beteiligung an diesem Geschäft hielt auch der Bonanno-Capo Salvatore „Toto“ Catalano und Gaetano Badalamenti, welcher Zeitweise der mächtigste sizilianische Mafioso war.

Der in der Bonanno-Familie verdeckt ermittelnden FBI Special Agent Joseph Pistone alias „Donnie Brasco“, berichtete über das ambivalente Verhältnis der Amerikaner zu den Sizilianern und beschrieb die Eindrücke, die die Sizilianer bei den einfachen „Soldaten“ hinterließen:

„Er sagte ‚Zips‘ seien anfänglich Sizilianer gewesen, die man ins Land geholt habe, damit sie für den New Yorker Bonanno-Boss Carmine ‚Lilo‘ Galante, Heroin verdealen und Mordaufträge ausführen. Sie wurden oft in Pizzerien untergebracht, wo sie Heroin geliefert bekamen und weiterverteilten, Geld wuschen und auf weitere Aufträge von Galante warteten. … er sagte, die ‚Zips‘ seien eine verschworene und verschlossene Clique. … Sie seien, sagte er, die gewissenlosesten Killer, die es in dem Geschäft gebe.“

Joe Pistone

Carmine Galante wurde am 12. Juli 1979 vor dem Restaurant Joe & Mary's in Bushwick (Brooklyn) ermordet und seine Leibwächter Bonventre und Baldo Amato sollen in das Attentat verwickelt gewesen sein; jedenfalls verschwanden beide zusammen mit den maskierten Schützen vom Tatort.

Bonventre wurde einige Wochen später verhaftet, aber wieder freigelassen. Es kamen bald Gerüchte auf, die „Kommission“ – als oberste Institution der US-amerikanischen Mafia – habe den Mord an Galante bewilligt, da er seine Gewinne aus den Drogengeschäften nicht teilen wollte.

Andere Stimmen sehen seine Ermordung als Verhinderung des Machtausbaus von Galante, der möglicherweise mit seinen „Zips“ und den riesigen Gewinnen ein Capo di tutti i capi werden wollte, um alle anderen Familien als Oberhaupt zu beherrschen.

  • 2014: Im Netz der Mafia – Die Geheimakten des FBI; britische 13-teilige Dokumentationsserie (Folge 7: Der Drogenbaron: Carmine Galante); beschreibt u. a. das Verhältnis von Galante und den Zips, sowie seinen Mord und die angebliche Beteiligung von Cesare Bonventre und Baldassare Amato
  • Joseph D. Pistone, Charles Brandt: Donnie Brasco: Unfinished Business; 2007; ISBN 0-7624-2707-8
  • Anthony DeStefano: The Last Godfather: Joey Massino & the Fall of the Bonanno Crime Family; 2006
  • Simon Crittle: The Last Godfather: The Rise and Fall of Joey Massino; 2006; ISBN 0-425-20939-3
  • Selwyn Raap: The Five Families: The Rise, Decline & Resurgence of America's Most Powerful Mafia Empire; 2005
  • Carl Sifakis: The Mafia Encyclopedia; 2005; ISBN 0-8160-5694-3
  • Robert J. Kelly: Encyclopedia of Organized Crime in the United States; 2000; ISBN 0-313-30653-2
  • Joseph D. Pistone, Richard Woodley: Donnie Brasco: My Undercover Life in the Mafia; 1999; ISBN 0-340-66637-4.
  1. Claire Sterling: Die Mafia. Scherz Verlag, München 1990, ISBN 3-502-17700-7.

Zips Mafia Sprache Beobachten Bearbeiten Zips auch Siggies oder Geeps ist ein Slang Begriff der amerikanischen Cosa Nostra im Bezug auf neue Einwanderer der sizilianischen Cosa Nostra aus Italien aufgrund ihrer zischelnden und rasanten Aussprache ihres Heimatdialekts Inhaltsverzeichnis 1 Etymologie 2 Einreise und Eingliederung 3 Pizza Connection 4 Ermordung Galantes 5 Filme und Dokumentationen 6 Literatur 7 EinzelnachweiseEtymologie BearbeitenDie eingewanderten Begrunder der amerikanischen Cosa Nostra waren haufig schon Mitgliedern der originaren Cosa Nostra verbunden Da sie haufig ihre typischen Barttracht der damaligen Zeit in Form eines Oberlippenbart en Mustache wie in ihrer ursprunglichen Heimat trugen wurden sie als Mustache Pete bezeichnet Die neuen kriminellen Einwanderer aus Sizilien sprachen ebenfalls in der Regel kein englisch und unterhielten sich untereinander in ihrem heimatlichen sizilianischen Dialekt den selbst US amerikanische Mafiosi mit Sprachkenntnissen kaum verstehen konnten weshalb sie die Neuankommlinge abfallig als Zips titulierten und damit deren originare schnelle und deshalb schwerverstandliche Aussprache welche sie nur als Zischlaute wahrnahmen lautmalerisch umschrieben Einreise und Eingliederung BearbeitenMit zunehmenden Verfolgungsdruck auf die Mafia und die Prasenz der Regierung in Italien kamen zeitweilig viele Mafiosi der sizilianischen Cosa Nostra in die Vereinigten Staaten und wurden von den US amerikanischen Mobstern bald als Zips bezeichnet Die Zips waren fur die US amerikanische Mafia zunachst ausserst effektiv da sie in den USA Unbekannte waren und noch keine Polizeiakten uber sie gefuhrt wurden Sie verkehrten hauptsachlich mit ihresgleichen und waren grossteils ansassig in der Knickerbocker Avenue von Brooklyn in New York City Bei der Ausfuhrung ihrer Taten kannten sie keinerlei Skrupel auch Polizeibeamte Richter Frauen oder Kinder zu ermorden was fur die amerikanische Mafia grundsatzlich als Tabu galt Ebenso waren sie bekannt dafur ihre Feinde durch Bombenanschlage zu ermorden ein typischer Modus Operandi auf Sizilien den die amerikanische Mafia eher gescheut hat da das Risiko Unbeteiligte zu verletzen sehr hoch sein konnte Doch trotz ihrer Rucksichtslosigkeit wurden sie von den amerikanischen Mafiosi toleriert da sie in der Lage waren Millionen von Dollars fur die Familien insbesondere die Bonanno Familie und die Gambino Familie zu verdienen Carmine Galante Boss der Bonanno Familie hielt sich eine mehrkopfige sizilianische Leibwache und nahm viele Ehrenmanner aus Sizilien in seiner Familie auf Galante hielt die sizilianischen Einwanderer fur zuverlassiger und fahiger als die in den USA geborenen Clanmitglieder Neben den Zips waren nur noch der Bonanno Capo Cesare The Tall Guy Bonventre und Baldassare Baldo Amato Galantes personliche Bodyguards Pizza Connection BearbeitenDurch die Zusammenarbeit mit Galante und der Unterstutzung anderer sizilianischen Mafiosi wuchsen Einfluss und Macht der Zips in der New Yorker Unterwelt Schliesslich waren sie in den 1970er und 1980er Jahren in der Lage einen grossangelegten Heroin Schmuggler Ring zwischen der amerikanischen und der sizilianischen Mafia aufzubauen die sogenannte Pizza Connection welche zu einem hochprofitablen Geschaft wurde bei dem die gut organisierte sizilianische Cosa Nostra jedes Jahr mehrere hundert Millionen Dollar verdiente und auch in den USA immer mehr Einfluss gewann Dies wurde von den Amerikanern aber teils mit Unbehagen und Furcht betrachtet Eine starke Beteiligung an diesem Geschaft hielt auch der Bonanno Capo Salvatore Toto Catalano und Gaetano Badalamenti welcher Zeitweise der machtigste sizilianische Mafioso war Der in der Bonanno Familie verdeckt ermittelnden FBI Special Agent Joseph Pistone alias Donnie Brasco berichtete uber das ambivalente Verhaltnis der Amerikaner zu den Sizilianern und beschrieb die Eindrucke die die Sizilianer bei den einfachen Soldaten hinterliessen Er sagte Zips seien anfanglich Sizilianer gewesen die man ins Land geholt habe damit sie fur den New Yorker Bonanno Boss Carmine Lilo Galante Heroin verdealen und Mordauftrage ausfuhren Sie wurden oft in Pizzerien untergebracht wo sie Heroin geliefert bekamen und weiterverteilten Geld wuschen und auf weitere Auftrage von Galante warteten er sagte die Zips seien eine verschworene und verschlossene Clique Sie seien sagte er die gewissenlosesten Killer die es in dem Geschaft gebe Joe Pistone 1 Ermordung Galantes BearbeitenCarmine Galante wurde am 12 Juli 1979 vor dem Restaurant Joe amp Mary s in Bushwick Brooklyn ermordet und seine Leibwachter Bonventre und Baldo Amato sollen in das Attentat verwickelt gewesen sein jedenfalls verschwanden beide zusammen mit den maskierten Schutzen vom Tatort Bonventre wurde einige Wochen spater verhaftet aber wieder freigelassen Es kamen bald Geruchte auf die Kommission als oberste Institution der US amerikanischen Mafia habe den Mord an Galante bewilligt da er seine Gewinne aus den Drogengeschaften nicht teilen wollte Andere Stimmen sehen seine Ermordung als Verhinderung des Machtausbaus von Galante der moglicherweise mit seinen Zips und den riesigen Gewinnen ein Capo di tutti i capi werden wollte um alle anderen Familien als Oberhaupt zu beherrschen Filme und Dokumentationen Bearbeiten2014 Im Netz der Mafia Die Geheimakten des FBI britische 13 teilige Dokumentationsserie Folge 7 Der Drogenbaron Carmine Galante beschreibt u a das Verhaltnis von Galante und den Zips sowie seinen Mord und die angebliche Beteiligung von Cesare Bonventre und Baldassare AmatoLiteratur BearbeitenJoseph D Pistone Charles Brandt Donnie Brasco Unfinished Business 2007 ISBN 0 7624 2707 8 Anthony DeStefano The Last Godfather Joey Massino amp the Fall of the Bonanno Crime Family 2006 Simon Crittle The Last Godfather The Rise and Fall of Joey Massino 2006 ISBN 0 425 20939 3 Selwyn Raap The Five Families The Rise Decline amp Resurgence of America s Most Powerful Mafia Empire 2005 Carl Sifakis The Mafia Encyclopedia 2005 ISBN 0 8160 5694 3 Robert J Kelly Encyclopedia of Organized Crime in the United States 2000 ISBN 0 313 30653 2 Joseph D Pistone Richard Woodley Donnie Brasco My Undercover Life in the Mafia 1999 ISBN 0 340 66637 4 Einzelnachweise Bearbeiten Claire Sterling Die Mafia Scherz Verlag Munchen 1990 ISBN 3 502 17700 7 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Zips Mafia amp oldid 209798208, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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