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Zeulenroda ist ein Stadtteil von Zeulenroda-Triebes im Landkreis Greiz in Thüringen. Die bis 2006 eigenständige Stadt war von 1952 bis 1994 Kreisstadt des gleichnamigen Kreises. Am 1. Februar 2006 wurde die Stadt Triebes in die Stadt Zeulenroda eingegliedert. Im Zuge dieser Städtefusion wurde der Name in Zeulenroda-Triebes geändert. Wegen ihrer geografischen Lage heißt Zeulenroda auch Stadt auf der Höhe.

Zeulenroda
50.64875411.979978Koordinaten:50° 38′ 56″ N,11° 58′ 48″ O
Höhe: 360–410 m ü. NN
Einwohner: 13.434 (31. Dez. 2005)
Eingemeindung: 1. Februar 2006
Postleitzahl: 07937
Vorwahl: 036628

Lage von Zeulenroda in Thüringen

Das Rathaus in Zeulenroda

Inhaltsverzeichnis

Zeulenroda befindet sich im Südosten von Thüringen, unweit der Landesgrenze zum Freistaat Sachsen im Thüringer Schiefergebirge. Südlich liegt der Pöllwitzer Wald und westlich die Talsperre Zeulenroda. Die hiesigen Böden besitzen einen hohen Feinerdeanteil und einen hohen Humusgehalt. Sie sind unter den klimatischen Bedingungen ertragsstabil. Im Zeulenrodaer Gebiet finden sich Diabas-Gesteine, Phyllit, Quarzit und Tonschiefer (Alaunschiefer). Die Bundesstraße 94 und die Landesstraßen 1083, 1087, 2346 und 2349 verbinden den Stadtteil verkehrsmäßig.

Am 14. August 1325 wurde der durch die Vögte von Weida gegründete Ort Zeulenroda erstmals urkundlich als Zu Ulenrode erwähnt. 1438 wurde Zeulenroda das Stadtrecht verliehen. Durch die verkehrsgünstige Lage an der Kreuzung der Straßen WeidaHof und TriptisElsterberg entwickelte sich die Siedlung zu einem lebhaften Marktort. Von hier wurde der Verkehr aus Böhmen und Franken weiter nordwärts geführt. 1500 wurde die Stadt an die Herren des Fürstenhauses Reuß (Plauener Linie) verpfändet. Durch den Verlust des Hinterlands verarmten die Bürger der Stadt. 1564 wurde das reußische Gebiet in eine jüngere, mittlere und die ältere Linie, zu der Zeulenroda gehörte, geteilt. 1566, 1706, 1790 und 1818 richteten Stadtbrände große Schäden an. Die ersten gewerblichen Betriebe waren die Obere Hardt- oder Steinmühle und die Untere Hardt- oder Görlersmühle. Die erstgenannte Mühle wurde 1527 erstmals beim Stellen des Bauantrags für den Standort an der Triebes erwähnt. Die zweitgenannte Mühle existierte wohl schon zwischen 1562 und 1591, denn in diesem Zeitraum wurde bereits als Müller Ulrich Schröter namentlich geführt. 1948 schied der letzte Müller aus. Mit seinem Weggang erlosch das Gewerbe.

Um 1750 entwickelte sich Zeulenroda zu einer Hochburg der Strumpfwirkerei und erlangte bis ins 19. Jahrhundert hinein Weltruhm. Außerdem gewannen im Laufe der Zeit das Tischlerhandwerk sowie die Gummiwirk- und Strickwarenfabrikation an Bedeutung. Nach den Entwürfen des Fabrikanten Christian Heinrich Schopper wurde von 1825 bis 1827 im klassizistischen Stil das heutige Rathaus errichtet, in die 1880 auch die 1851 gegründete Sparkasse Zeulenroda einzog. 1883 wurde die durch Zeulenroda führende Bahnstrecke Werdau–Weida–Mehltheuer der Mehltheuer-Weidaer Eisenbahn-Gesellschaft eingeweiht. Einen direkten Anschluss erhielt die Stadt aber erst mit der 1914 eröffneten Bahnstrecke Zeulenroda unt Bf – Zeulenroda ob Bf.

Bei den Stadtratswahlen vom 4. Dezember 1932 erreichte die erstmals angetretene NSDAP 9 von 25 Sitzen. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg kamen zahlreiche Umsiedler in die Stadt. Das Hochfrequenzlabor der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt unter seinem Leiter Adolf Scheibe war mit Einsetzen der Flächenbombardements auf Berlin nach Zeulenroda verlegt worden. Bei einem Angriff der US-Luftwaffe auf Zeulenroda gab es am 17. März 1945 acht Tote. Insgesamt blieb Zeulenroda weitestgehend vom Krieg verschont. Die US-Armee besetzte die Stadt am 16. April 1945 ohne Kampfhandlungen. Ab 1. Juli 1945 stand die Stadt dann unter sowjetischer Verwaltung. Bei ihrem Abzug aus Thüringen evakuierten die Amerikaner das Hochfrequenzlabor samt Mitarbeitern und deren Familien nach Heidelberg.

Nach Gründung der DDR wurde Zeulenroda 1952 im Zuge der Kreisreformen in der DDR Kreisstadt des Kreises Zeulenroda im Bezirk Gera.

Am 13. August 1973 kam es zum Einsturz des vorderen Teils der im Bau befindlichen Talsperrenbrücke nach Auma. Vier Tote und fünf Schwerverletzte waren zu beklagen. Die Arbeiten (erstmals eine Brücke im freien Vorbau) fanden unter Termindruck und bei Zwang zur Stahleinsparung statt. Da dieses Ereignis am Jahrestag des Mauerbaus stattfand, wurde zunächst Sabotage vermutet. Der Chefingenieur und zwei Mitarbeiter wurden im Mai 1974 vom Bezirksgericht Gera zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt, dann jedoch vom Obersten Gericht der DDR freigesprochen. Im Zuge der Ermittlungen wurde festgestellt, dass veraltete Konstruktionsvorgaben die Ursache für den Einsturz waren. Am 20. Juni 1975 wurde die neue Trinkwassertalsperre an der Weida offiziell übergeben.

Am 19. Oktober 1989 fand in Zeulenroda erstmals eine politische Demonstration gegen die SED-Diktatur statt. An ihr nahmen etwa 3.000 Menschen teil. Am 13. November trat die SED-Kreisleitung zurück. Bei den am 6. Mai 1990 stattgefundenen ersten freien Kommunalwahlen wurde Frank Steinwachs (CDU) zum Zeulenrodaer Bürgermeister gewählt. Die Volkseigenen Betriebe wurden privatisiert, die Arbeitslosigkeit stieg dramatisch an. Die zu DDR-Zeiten ansässigen VEB WEMA (Werkzeugmaschinenbau), Möbelkombinat, Rotpunkt (Gummiwaren) sowie Elastic Mieder (Dessous) wurden in der Folge der Wende nach und nach aufgelöst; neue Unternehmen, darunter die Bauerfeind AG, siedelten sich auf neuen Gewerbeflächen an.

Durch die Kreisreform verlor Zeulenroda 1994 den Kreisstadt-Status. Eine leicht rückläufige Bevölkerungsentwicklung und der mögliche Verlust des Zeulenrodaer Status als Mittelzentrum führten am 1. Februar 2006 zum Zusammenschluss mit der Nachbarstadt Triebes, welcher vom Freistaat Thüringen mit einer einmaligen Zuwendung von 1 Million Euro unterstützt wurde.

Einwohnerentwicklung von Zeulenroda

1908 erreichte die Einwohnerzahl Zeulenrodas die 10.000er-Marke. 1946 war die Stadt durch viele Umsiedler auf über 14.000 Einwohner angewachsen. Zu Beginn der 1990er Jahre wohnten in Zeulenroda über 15.000 Menschen. In den letzten Jahren ist die Zahl der Einwohner leicht rückläufig.

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1830 bis 1950

  • 1830: 8.449
  • 1905: 9.776
  • 1910: 10.389
  • 1925: 11.047
  • 1933: 12.247
  • 1939: 12.688
  • 1946: 14.039 1
  • 1950: 13.694 2

1960 bis 1998

  • 1960: 13.684
  • 1981: 14.709
  • 1984: 14.659
  • 1994: 15.044
  • 1995: 15.021
  • 1996: 15.026
  • 1997: 14.959
  • 1998: 14.906

1999 bis 2005

  • 1999: 14.826
  • 2000: 14.600
  • 2001: 14.358
  • 2002: 14.158
  • 2003: 13.961
  • 2004: 13.750
  • 2005: 13.434
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik

1 29. Oktober
2 31. August

Straßenverkehr

Zeulenroda liegt rund 12 Kilometer Luftlinie östlich der Bundesautobahn 9 Nürnberg–Berlin. Die nächstgelegene Anschlussstelle ist Dittersdorf, die über die L2349 zu erreichen ist. Die Autobahn kann auch via Schleiz oder Triptis mit je rund 20 Kilometer Fahrstrecke erreicht werden.

Die Bundesstraße 94 verbindet Zeulenroda von Schleiz her kommend mit der Kreisstadt Greiz und dem weiter östlich gelegenen, sächsischen Vogtlandkreis sowie mit der A72. Die meisten umliegenden Ortschaften sind über Landes- und Kreisstraßen, die nächsten größeren Städte wie Gera oder Plauen indes nicht direkt erreichbar.

Der ÖPNV in und um Zeulenroda wird hauptsächlich von der PRG Greiz auf neun Buslinien bedient. Darunter ist auch eine reine Stadtlinie, die in einer Rundfahrt durch die Innenstadt führt. Zwischen Zeulenroda und Triebes besteht mit den Linie 25, 28 und 34 ein Halbstundentakt. Darüber hinaus wird Zeulenroda nach Süden mit zwei Linien an den Vogtlandkreis und mit einer Linie an Schleiz angebunden.

Schienenverkehr

Zeulenroda liegt an der 1883 eröffneten Nebenbahn Werdau–Mehltheuer, die zur Bahnverbindung Gera–Hof gehört und von rund zehn Zugpaaren täglich bedient wird. Die nächstgelegenen Fernverkehrshalte sind nur durch Umsteigen zu erreichen. Je nach Fahrtziel sind dies Jena, Leipzig, Saalfeld (Saale) oder Nürnberg.

Der Bahnhof namens „Zeulenroda unterer Bahnhof“ selbst liegt rund drei Kilometer östlich sowie 66 Höhenmeter unterhalb des Stadtkerns im Tal der Triebes im Ortsteil „Untere Haardt“. Zwischen 1914 und 1997 existierte in Zeulenroda mit dem oberen Bahnhof eine weitere Betriebsstelle, der mit dem unteren Bahnhof über die als „Stadtbahn“ bezeichnete Bahnstrecke Zeulenroda unt Bf – Zeulenroda ob Bf verbunden war. Diese Stichbahn war vor allem für die Industriebetriebe Zeulenrodas von Bedeutung.

Radverkehr

Zeulenroda liegt auf dem Radfernweg Euregio Egrensis.

Trivia

1839 wird ein Rundwirkmaschine aus Zeulenroda nach Ebingen geliefert. Verbesserte Nachbauten und die Schafzucht sind entscheidende Impulse in der Entwicklung der schwäbischen Textilindustrie.

Karpfenpfeiferlegende

Nach einer Legende mussten einmal Zeulenrodaer den fürstlichen Herren in Greiz helfen, den Schlossteich abzufischen. Zum Lohn wurden sie zum abendlichen Karpfenessen eingeladen. Da aber die Greizer Karpfen wegen der verschmutzten Teiche nach Schlamm schmeckten und sie den Zeulenrodaern, die für ihre guten Karpfen aus den eigenen Teichen bekannt waren, nicht mundeten, machte einer von ihnen seinem Unmut Luft. Er stand auf und rief: „Wir pfeifen auf eure Karpfen!“ Seit diesem Tage tragen die Zeulenrodaer Bürger den Spitznamen „Karpfenpfeifer“.

MS Zeulenroda

1966 lief im Rostocker VEB Schiffswerft Neptun der Holzfrachter Zeulenroda vom Stapel. Das Schiff der DDR-Handelsflotte fuhr vorrangig in die Häfen des Weißen Meeres. Nach dem Ende der DDR wurde das Schiff ins Ausland verkauft und umbenannt. 2009 wurde es nach verschiedenen Eigentümerwechseln unter dem Namen Captain Ali in Kalkutta abgewrackt.

Commons: Zeulenroda – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Manfred Graf: Organisation der kooperativen Pflanzenproduktion bei hohem Grünlandanteil im Südostthüringer Schiefergebirge, dargestellt an der KOG Lobenstein. Dissertation an der Universität Jena, 1970, S. 1–144.
  2. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 324.
  3. Günter Steiniger: Mühlen an der Auma, der Triebes, der Leuba und im Güldetal. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2011, ISBN 978-3-86777-296-9, S. 127–132, 133–135.
  4. Jan Eik, Klaus Behling: Verschlusssache. Die größten Geheimnisse der DDR. Verlag Das Neue Berlin, Berlin 2008, ISBN 978-3-360-01944-8, S. 140–141.
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2006
  6. Stettner: Rundstühle und Dampfmaschinen. Heimatkundliche Blätter 1987. Hrsg.: Heimatkundliche Vereinigung. Balingen 1987.
Normdaten (Geografikum): GND:4196920-0(OGND, AKS)

Zeulenroda Ortsteil von Zeulenroda Triebes Sprache Beobachten Bearbeiten Zeulenroda ist ein Stadtteil von Zeulenroda Triebes im Landkreis Greiz in Thuringen Die bis 2006 eigenstandige Stadt war von 1952 bis 1994 Kreisstadt des gleichnamigen Kreises Am 1 Februar 2006 wurde die Stadt Triebes in die Stadt Zeulenroda eingegliedert Im Zuge dieser Stadtefusion wurde der Name in Zeulenroda Triebes geandert Wegen ihrer geografischen Lage heisst Zeulenroda auch Stadt auf der Hohe ZeulenrodaStadt Zeulenroda Triebes50 648754 11 979978 Koordinaten 50 38 56 N 11 58 48 OHohe 360 410 m u NNEinwohner 13 434 31 Dez 2005 Eingemeindung 1 Februar 2006Postleitzahl 07937Vorwahl 036628Lage von Zeulenroda in ThuringenDas Rathaus in Zeulenroda Inhaltsverzeichnis 1 Lage 2 Geschichte 2 1 Einwohnerentwicklung von Zeulenroda 3 Kultur und Sehenswurdigkeiten 4 Verkehr 4 1 Strassenverkehr 4 2 Schienenverkehr 4 3 Radverkehr 5 Sonstiges 5 1 Trivia 5 2 Karpfenpfeiferlegende 5 3 MS Zeulenroda 6 Personlichkeiten 7 Literatur 8 Weblinks 9 EinzelnachweiseLage BearbeitenZeulenroda befindet sich im Sudosten von Thuringen unweit der Landesgrenze zum Freistaat Sachsen im Thuringer Schiefergebirge Sudlich liegt der Pollwitzer Wald und westlich die Talsperre Zeulenroda Die hiesigen Boden besitzen einen hohen Feinerdeanteil und einen hohen Humusgehalt Sie sind unter den klimatischen Bedingungen ertragsstabil 1 Im Zeulenrodaer Gebiet finden sich Diabas Gesteine Phyllit Quarzit und Tonschiefer Alaunschiefer Die Bundesstrasse 94 und die Landesstrassen 1083 1087 2346 und 2349 verbinden den Stadtteil verkehrsmassig Geschichte BearbeitenSiehe auch Zeulenroda Triebes Geschichte Am 14 August 1325 wurde der durch die Vogte von Weida gegrundete Ort Zeulenroda erstmals urkundlich als Zu Ulenrode erwahnt 2 1438 wurde Zeulenroda das Stadtrecht verliehen Durch die verkehrsgunstige Lage an der Kreuzung der Strassen Weida Hof und Triptis Elsterberg entwickelte sich die Siedlung zu einem lebhaften Marktort Von hier wurde der Verkehr aus Bohmen und Franken weiter nordwarts gefuhrt 1500 wurde die Stadt an die Herren des Furstenhauses Reuss Plauener Linie verpfandet Durch den Verlust des Hinterlands verarmten die Burger der Stadt 1564 wurde das reussische Gebiet in eine jungere mittlere und die altere Linie zu der Zeulenroda gehorte geteilt 1566 1706 1790 und 1818 richteten Stadtbrande grosse Schaden an Die ersten gewerblichen Betriebe waren die Obere Hardt oder Steinmuhle und die Untere Hardt oder Gorlersmuhle Die erstgenannte Muhle wurde 1527 erstmals beim Stellen des Bauantrags fur den Standort an der Triebes erwahnt Die zweitgenannte Muhle existierte wohl schon zwischen 1562 und 1591 denn in diesem Zeitraum wurde bereits als Muller Ulrich Schroter namentlich gefuhrt 1948 schied der letzte Muller aus Mit seinem Weggang erlosch das Gewerbe 3 Um 1750 entwickelte sich Zeulenroda zu einer Hochburg der Strumpfwirkerei und erlangte bis ins 19 Jahrhundert hinein Weltruhm Ausserdem gewannen im Laufe der Zeit das Tischlerhandwerk sowie die Gummiwirk und Strickwarenfabrikation an Bedeutung Nach den Entwurfen des Fabrikanten Christian Heinrich Schopper wurde von 1825 bis 1827 im klassizistischen Stil das heutige Rathaus errichtet in die 1880 auch die 1851 gegrundete Sparkasse Zeulenroda einzog 1883 wurde die durch Zeulenroda fuhrende Bahnstrecke Werdau Weida Mehltheuer der Mehltheuer Weidaer Eisenbahn Gesellschaft eingeweiht Einen direkten Anschluss erhielt die Stadt aber erst mit der 1914 eroffneten Bahnstrecke Zeulenroda unt Bf Zeulenroda ob Bf Bei den Stadtratswahlen vom 4 Dezember 1932 erreichte die erstmals angetretene NSDAP 9 von 25 Sitzen Wahrend und nach dem Zweiten Weltkrieg kamen zahlreiche Umsiedler in die Stadt Das Hochfrequenzlabor der Physikalisch Technischen Reichsanstalt unter seinem Leiter Adolf Scheibe war mit Einsetzen der Flachenbombardements auf Berlin nach Zeulenroda verlegt worden Bei einem Angriff der US Luftwaffe auf Zeulenroda gab es am 17 Marz 1945 acht Tote Insgesamt blieb Zeulenroda weitestgehend vom Krieg verschont Die US Armee besetzte die Stadt am 16 April 1945 ohne Kampfhandlungen Ab 1 Juli 1945 stand die Stadt dann unter sowjetischer Verwaltung Bei ihrem Abzug aus Thuringen evakuierten die Amerikaner das Hochfrequenzlabor samt Mitarbeitern und deren Familien nach Heidelberg Nach Grundung der DDR wurde Zeulenroda 1952 im Zuge der Kreisreformen in der DDR Kreisstadt des Kreises Zeulenroda im Bezirk Gera Am 13 August 1973 kam es zum Einsturz des vorderen Teils der im Bau befindlichen Talsperrenbrucke nach Auma Vier Tote und funf Schwerverletzte waren zu beklagen Die Arbeiten erstmals eine Brucke im freien Vorbau fanden unter Termindruck und bei Zwang zur Stahleinsparung statt Da dieses Ereignis am Jahrestag des Mauerbaus stattfand wurde zunachst Sabotage vermutet Der Chefingenieur und zwei Mitarbeiter wurden im Mai 1974 vom Bezirksgericht Gera zu mehrjahrigen Gefangnisstrafen verurteilt dann jedoch vom Obersten Gericht der DDR freigesprochen 4 Im Zuge der Ermittlungen wurde festgestellt dass veraltete Konstruktionsvorgaben die Ursache fur den Einsturz waren Am 20 Juni 1975 wurde die neue Trinkwassertalsperre an der Weida offiziell ubergeben Am 19 Oktober 1989 fand in Zeulenroda erstmals eine politische Demonstration gegen die SED Diktatur statt An ihr nahmen etwa 3 000 Menschen teil Am 13 November trat die SED Kreisleitung zuruck Bei den am 6 Mai 1990 stattgefundenen ersten freien Kommunalwahlen wurde Frank Steinwachs CDU zum Zeulenrodaer Burgermeister gewahlt Die Volkseigenen Betriebe wurden privatisiert die Arbeitslosigkeit stieg dramatisch an Die zu DDR Zeiten ansassigen VEB WEMA Werkzeugmaschinenbau Mobelkombinat Rotpunkt Gummiwaren sowie Elastic Mieder Dessous wurden in der Folge der Wende nach und nach aufgelost neue Unternehmen darunter die Bauerfeind AG siedelten sich auf neuen Gewerbeflachen an Durch die Kreisreform verlor Zeulenroda 1994 den Kreisstadt Status Eine leicht rucklaufige Bevolkerungsentwicklung und der mogliche Verlust des Zeulenrodaer Status als Mittelzentrum fuhrten am 1 Februar 2006 zum Zusammenschluss mit der Nachbarstadt Triebes welcher vom Freistaat Thuringen mit einer einmaligen Zuwendung von 1 Million Euro unterstutzt wurde 5 Einwohnerentwicklung von Zeulenroda Bearbeiten 1908 erreichte die Einwohnerzahl Zeulenrodas die 10 000er Marke 1946 war die Stadt durch viele Umsiedler auf uber 14 000 Einwohner angewachsen Zu Beginn der 1990er Jahre wohnten in Zeulenroda uber 15 000 Menschen In den letzten Jahren ist die Zahl der Einwohner leicht rucklaufig Entwicklung der Einwohnerzahl ab 1960 31 Dezember 1830 bis 1950 1830 8 449 1905 9 776 1910 10 389 1925 11 047 1933 12 247 1939 12 688 1946 14 039 1 1950 13 694 2 1960 bis 1998 1960 13 684 1981 14 709 1984 14 659 1994 15 044 1995 15 021 1996 15 026 1997 14 959 1998 14 906 1999 bis 2005 1999 14 826 2000 14 600 2001 14 358 2002 14 158 2003 13 961 2004 13 750 2005 13 434Datenquelle ab 1994 Thuringer Landesamt fur Statistik 1 29 Oktober 2 31 AugustKultur und Sehenswurdigkeiten BearbeitenStadtisches Museum mit zahlreichen Exponate zur Ortsgeschichte darunter auch den Stadtbrief von 1438 sowie Stilmobel verschiedener Epochen aus Zeulenrodaer Produktion Rathaus im klassizistischen Stil mit Themis Statue auf dem Turm Marktplatz mit Karpfenpfeifer Brunnen Karpfenpfeifer ist ein Spitzname der Zeulenrodaer Burger klassizistische Dreieinigkeitskirche Tropenbad Badewelt Waikiki Talsperre Zeulenroda Tiergehege Rabensleite am Waldstadion Gedenk Stele Friedliche Revolution 1989 90 vor der Dreieinigkeitskirche Dreieinigkeitskirche Gedenkstele Friedliche Revolution 1989 90 vor der Dreieinigkeitskirche Karpfenpfeifer Brunnen Badewelt WaikikiVerkehr BearbeitenStrassenverkehr Bearbeiten Zeulenroda liegt rund 12 Kilometer Luftlinie ostlich der Bundesautobahn 9 Nurnberg Berlin Die nachstgelegene Anschlussstelle ist Dittersdorf die uber die L2349 zu erreichen ist Die Autobahn kann auch via Schleiz oder Triptis mit je rund 20 Kilometer Fahrstrecke erreicht werden Die Bundesstrasse 94 verbindet Zeulenroda von Schleiz her kommend mit der Kreisstadt Greiz und dem weiter ostlich gelegenen sachsischen Vogtlandkreis sowie mit der A72 Die meisten umliegenden Ortschaften sind uber Landes und Kreisstrassen die nachsten grosseren Stadte wie Gera oder Plauen indes nicht direkt erreichbar Der OPNV in und um Zeulenroda wird hauptsachlich von der PRG Greiz auf neun Buslinien bedient Darunter ist auch eine reine Stadtlinie die in einer Rundfahrt durch die Innenstadt fuhrt Zwischen Zeulenroda und Triebes besteht mit den Linie 25 28 und 34 ein Halbstundentakt Daruber hinaus wird Zeulenroda nach Suden mit zwei Linien an den Vogtlandkreis und mit einer Linie an Schleiz angebunden Schienenverkehr Bearbeiten Zeulenroda liegt an der 1883 eroffneten Nebenbahn Werdau Mehltheuer die zur Bahnverbindung Gera Hof gehort und von rund zehn Zugpaaren taglich bedient wird Die nachstgelegenen Fernverkehrshalte sind nur durch Umsteigen zu erreichen Je nach Fahrtziel sind dies Jena Leipzig Saalfeld Saale oder Nurnberg Der Bahnhof namens Zeulenroda unterer Bahnhof selbst liegt rund drei Kilometer ostlich sowie 66 Hohenmeter unterhalb des Stadtkerns im Tal der Triebes im Ortsteil Untere Haardt Zwischen 1914 und 1997 existierte in Zeulenroda mit dem oberen Bahnhof eine weitere Betriebsstelle der mit dem unteren Bahnhof uber die als Stadtbahn bezeichnete Bahnstrecke Zeulenroda unt Bf Zeulenroda ob Bf verbunden war Diese Stichbahn war vor allem fur die Industriebetriebe Zeulenrodas von Bedeutung Radverkehr Bearbeiten Zeulenroda liegt auf dem Radfernweg Euregio Egrensis Sonstiges BearbeitenTrivia Bearbeiten 1839 wird ein Rundwirkmaschine aus Zeulenroda nach Ebingen geliefert Verbesserte Nachbauten und die Schafzucht sind entscheidende Impulse in der Entwicklung der schwabischen Textilindustrie 6 Karpfenpfeiferlegende Bearbeiten Nach einer Legende mussten einmal Zeulenrodaer den furstlichen Herren in Greiz helfen den Schlossteich abzufischen Zum Lohn wurden sie zum abendlichen Karpfenessen eingeladen Da aber die Greizer Karpfen wegen der verschmutzten Teiche nach Schlamm schmeckten und sie den Zeulenrodaern die fur ihre guten Karpfen aus den eigenen Teichen bekannt waren nicht mundeten machte einer von ihnen seinem Unmut Luft Er stand auf und rief Wir pfeifen auf eure Karpfen Seit diesem Tage tragen die Zeulenrodaer Burger den Spitznamen Karpfenpfeifer MS Zeulenroda Bearbeiten 1966 lief im Rostocker VEB Schiffswerft Neptun der Holzfrachter Zeulenroda vom Stapel Das Schiff der DDR Handelsflotte fuhr vorrangig in die Hafen des Weissen Meeres Nach dem Ende der DDR wurde das Schiff ins Ausland verkauft und umbenannt 2009 wurde es nach verschiedenen Eigentumerwechseln unter dem Namen Captain Ali in Kalkutta abgewrackt Personlichkeiten BearbeitenJohann Christian Gottlieb Ackermann 1756 1801 Arzt Friedrich August von Gebler 1781 1850 Arzt und Naturwissenschaftler Johann Gottlieb Stemler 1788 1856 Arzt und Politiker Louis Metz 1802 1882 deutscher Nadlermeister und Politiker Franz Hoffmann 1811 1871 deutscher Lehrer und Politiker Ferdinand Schroder 1818 1857 Mediziner Politiker und Karikaturist Theodor von Dietel 1830 1900 deutscher Richter Verwaltungsbeamter und Politiker Adolph Werner 1836 1910 deutscher Verwaltungsbeamter und Politiker Franz Ludwig 1841 1922 deutscher Posamentiermeister und Politiker Ehrenburger von Zeulenroda Carl Schopper 1846 1885 deutscher Unternehmer und Politiker Gustav Schreck 1849 1918 deutscher Komponist und Thomaskantor Gustav Scheinpflug 1867 1932 deutscher Baumeister und Politiker Gustav Sigling 1875 1943 deutscher Politiker USPD Ernst Jahn 1877 1955 Oberburgermeister von Zeulenroda Curt Kuhne 1883 1963 Architekt und Stadtbaudirektor in Linz Carl Baumgartel 1884 1952 Generaldirektor der Gummitextilwarenfabrik Julius Rompler und Staatsrat Adolf Scheibe 1895 1958 Physiker Entwickler der Quarzuhr in Deutschland Entdecker der Inkonstanz der Erdrotationsgeschwindigkeit Erich Schopper 1892 1978 Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg Rudolf Liebold 1903 1990 Maschinenbauingenieur und Hochschullehrer Rudolf Feustel 1925 2018 Prahistoriker Friedhelm Schuricht 1931 2018 Politiker SPD Friedrich Schenker 1942 2013 Komponist und Posaunist Jorg Burow 1961 Fussballspieler Martina Walther 1963 Ruderin Olympiasiegerin im Vierer mit Steuerfrau Doreen Dietel 1974 Schauspielerin Thomas Nitzsche 1975 Politiker FDP Oberburgermeister von Jena Daniel Beilschmidt 1978 Organist seit 2009 Universitatsorganist der Universitat Leipzig Torsten Leveringhaus 1978 Politiker Bundnis 90 Die Grunen Mitglied des Hessischen Landtages Rene Enders 1987 BahnradsportlerLiteratur BearbeitenZeulenroda In Johann Heinrich Zedler Grosses vollstandiges Universal Lexicon Aller Wissenschafften und Kunste Band 62 Leipzig 1749 Sp 381 Weblinks Bearbeiten Commons Zeulenroda Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Wikivoyage Zeulenroda Triebes ReisefuhrerEinzelnachweise Bearbeiten Manfred Graf Organisation der kooperativen Pflanzenproduktion bei hohem Grunlandanteil im Sudostthuringer Schiefergebirge dargestellt an der KOG Lobenstein Dissertation an der Universitat Jena 1970 S 1 144 Wolfgang Kahl Ersterwahnung Thuringer Stadte und Dorfer Ein Handbuch Verlag Rockstuhl Bad Langensalza 2010 ISBN 978 3 86777 202 0 S 324 Gunter Steiniger Muhlen an der Auma der Triebes der Leuba und im Guldetal Verlag Rockstuhl Bad Langensalza 2011 ISBN 978 3 86777 296 9 S 127 132 133 135 Jan Eik Klaus Behling Verschlusssache Die grossten Geheimnisse der DDR Verlag Das Neue Berlin Berlin 2008 ISBN 978 3 360 01944 8 S 140 141 StBA Anderungen bei den Gemeinden Deutschlands siehe 2006 Stettner Rundstuhle und Dampfmaschinen Heimatkundliche Blatter 1987 Hrsg Heimatkundliche Vereinigung Balingen 1987 Ortsteile der Stadt Zeulenroda Triebes Arnsgrun Bernsgrun Pollwitz mit Arnsgrun Bernsgrun Buna Dobia Frotschau Pollwitz Schonbrunn und Wolfshain Dortendorf Forthen Kleinwolschendorf Lawitz Leitlitz Mehla Merkendorf mit Piesigitz Niederbohmersdorf Pahren Silberfeld mit Quingenberg Stelzendorf Triebes Weckersdorf Zadelsdorf Zeulenroda Normdaten Geografikum GND 4196920 0 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Zeulenroda amp oldid 222322985, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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