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Die Geschichte der Zeugen Jehovas in der Zeit des Nationalsozialismus ist geprägt von den Konflikten mit den nationalsozialistischen Staatsorganen, unter anderem wegen ihrer Verweigerung des Kriegsdienstes und des Hitlergrußes. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Zeugen Jehovas (früher „Bibelforscher“ genannt) vor allem deswegen verfolgt.

Im Ersten Weltkrieg leistete die Mehrzahl der deutschen Bibelforscher, wie sich die Zeugen Jehovas vor 1931 nannten, der Einberufung zum Militärdienst Folge. Aber einige verweigerten den Kriegsdienst und hatten dadurch Konflikte mit der Gesellschaft. Während der Weimarer Republik, die keine Wehrpflicht kannte, fielen sie durch ihre offensive Missionierung und Anklagen gegen die Amtskirchen auf, denen sie unter anderem vorwarfen, die Kriegführung im Weltkrieg unterstützt zu haben. Die Religionsgemeinschaft wuchs rasch: Bekannten sich 1918 noch 3.900 Menschen als Bibelforscher, waren es 1919 schon 5.500 und 1926 bereits 22.500. Die Religionsgemeinschaft stieß aber auch auf deutliche Ablehnung.

Die Anschuldigungen der völkisch-nationalen Presse konzentrierte sich im Kern darauf, die Bibelforscher als von Juden oder Freimaurern finanzierte Organisation darzustellen, die eine bolschewistische Revolution vorbereite. Diese Verschwörungstheorien wurden unter anderen von Alfred Rosenberg aufgegriffen, dem Chefredakteur des Völkischen Beobachters, der Parteizeitung der NSDAP. Sie entstammten ursprünglich aus der kirchlichen Agitation, mit der Katholiken und Protestanten auf die heftigen Anklagen der pazifistischen Bibelforscher reagiert hatten. Auch ihre Herkunft aus den USA wurde als Bedrohung ausgelegt. Die Bibelforscher verkündeten den bevorstehenden Untergang aller staatlichen Organisationen und Kirchen, die ihrer Auffassung nach unter der Herrschaft Satans stünden. Sie betonten zwar ihre politische Neutralität und erklärten ausdrücklich, dass die Vernichtung von Staaten und Kirchen nur durch Jesus und Jehova erfolgen sollte. Dennoch interpretierten Ankläger in die Schriften der Bibelforscher Belege für den angeblichen jüdischen, kommunistischen und umstürzlerischen Charakter der Bewegung hinein. Weltverschwörungstheorien schrieben den Bibelforschern eine zentrale Position in einem angeblich geplanten Umsturz zu.

Kirchliche Stellen lieferten sich mit den Bibelforschern einen regelrechten Schlagabtausch, wobei die evangelischen Kirchen mehr Einsatz zeigten als die katholischen. Materialdienste und apologetische Abteilungen beider großen Kirchen beschäftigten sich intensiv mit der Lehre der Bibelforscher, um Pfarrern Argumentationshilfen zu bieten. Flugblattaktionen griffen jeweils die andere Position an. Während Bibelforscher vor Kirchen und Friedhöfen predigten oder Flugblätter und Traktate verteilten, versuchten Geistliche während der Vorträge der Bibelforscher Diskussionen zu erzwingen. Kirchliche Stellen griffen teilweise auch Argumente der völkisch-nationalen Presse auf. Als die Kirchen erhebliche Austritte von Freidenkern erfuhren, brachten sie die Bibelforscher mit diesen Verbänden in Verbindung.

Andererseits wurden die Angriffe der Bibelforscher gegen die Kirchen als maßlose Kritik empfunden. Als Paul Balzereit, der Vorsitzende der Wachtturm Bibel- und Traktatgesellschaft, 1924 seine gegen die katholische Kirche gerichtete Schrift Die größte Geheim-Macht der Welt veröffentlichte, war das Echo außerhalb der Kreise der Bibelforscher rundweg negativ. Darin wurde dem Vatikan die Schuld an der bedrängten Lage des deutschen Volks gegeben und die Bibelforscher als Bekämpfer Roms dargestellt, die dadurch der Menschheit einen großen Dienst erweisen würden. Das Buch wurde verboten, die Religionsgemeinschaft zu einer Geldstrafe verurteilt.

Die rechtlichen Mittel gegen die Bibelforscher waren jedoch sehr begrenzt. Obwohl jährlich hunderte Gerichtsverfahren wegen unerlaubten Hausierens oder Verstößen gegen die Gewerbeordnung stattfanden, wurden nur in wenigen Fällen tatsächlich Geldstrafen verhängt. Ein erster Wegbereiter für die staatliche Verfolgung war die von kirchlichen Kreisen forcierte Notverordnung „zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen“ vom März 1931, die auch ein polizeiliches Einschreiten gegen Beschimpfung oder Verächtlichmachung von religiösen Bräuchen oder Gegenständen erlaubte. Bayern war Vorreiter darin, auf dieser Grundlage Veranstaltungsverbote gegen Bibelforscher auszusprechen und Beschlagnahmungen durchzuführen.

Die Bibelforscher selbst sahen all diese Maßnahmen gegen sie als Bestätigung ihrer Auffassung, dass Staat und Kirche vom Teufel gelenkt gegen sie kämpften und sie als Märtyrer eine ähnliche Verfolgung erleiden würden wie die ersten Christen. Sie begriffen die Situation als Bestätigung der Worte Jesu im Johannesevangelium, der den Jüngern den Hass der Welt ankündigte (Joh 15,19 Elb). Nachdem sich ihre Prophezeiung, im Jahr 1925 würde Harmagedon, der Endkrieg Gottes gegen die Mächte Satans mit dem anschließenden Anbruch eines Tausendjährigens Reichs eintreten, nicht erfüllt hatte, stagnierte zunächst das Wachstum, und ab 1928 sanken die Mitgliederzahlen sogar. In den letzten drei Jahren vor der Machtübernahme Hitlers war jedoch wieder eine erhebliche Zunahme der Mitgliederzahlen zu verzeichnen. Trotz des relativ hohen Wachstums machten die Zeugen Jehovas beim Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 mit 25.000 bis 30.000 Mitgliedern nur etwa 0,038 Prozent der Bevölkerung des Deutschen Reiches aus.

Weltanschauung

Die Zeugen Jehovas standen dem NS-Regime von Anfang an ablehnend gegenüber. Der kanadische Historiker Michael H. Kater sieht den Grund für diese „Todfeindschaft“ in einer strukturellen Ähnlichkeit der jeweiligen Ideologien: Sowohl Nationalsozialisten als auch Zeugen Jehovas seien nicht demokratisch, sondern totalitär geprägt gewesen, wobei sich jene einen Führerstaat aufbauen wollten, diese eine „‚Theokratie‘, in der nicht der Führer, sondern Jehova Gott diktatorisch regiere“; beide hätten von ihren Mitgliedern verlangt, sich in die jeweilige Herrschaftshierarchie einzugliedern, beide hätten dazu aufgefordert, für die jeweiligen höheren Zwecke die Interessen der Eigenpersönlichkeit zu opfern, beide hätten einen Ausschließlichkeitsanspruch erhoben. Die Historikerin Monika Minninger erklärt dagegen, dass die Zeugen Jehovas in ihrem religiösen Gedankengut eine diametral entgegengesetzte Haltung zu den Nationalsozialisten einnahmen, was die Gegnerschaft begründet habe.

Beginn der Verfolgung

Die Reichstagsbrandverordnung vom 28. Februar 1933 bildete die Rechtsgrundlage für viele Verbote und Verfolgungsmaßnahmen, auch gegen die Zeugen Jehovas, die von April bis Juni 1933 in den verschiedenen Ländern des Reiches ausgesprochen wurden.

In den ersten Jahren war, neben den allgemein bekannten Vorwürfen, die Verweigerung des Hitlergrußes, die Wahlverweigerung und das Fernbleiben von staatlichen Organisationen (Reichsluftschutzbund, Deutsche Arbeitsfront u. a. m.) Anlass zu Entlassungen und diversen Formen öffentlicher Erniedrigung. Ihre Weigerung, an den Feiern zum 1. Mai teilzunehmen, der seit 1933 gesetzlicher Feiertag war, hatte für viele Mitglieder der Religionsgemeinschaft die fristlose Entlassung zur Folge. Zahlungen der Renten- oder Pensionskassen wurden einbehalten, als angeblich asozialen Elementen wurden ihnen auch die Arbeitslosenunterstützungen verweigert. Da die illegalen Unterstützungszahlungen aus dem Ausland nicht hinreichten, betätigten sich viele Zeugen Jehovas, um nicht zu verhungern, als Lumpensammler. Schulpflichtige Kinder von Zeugen Jehovas waren von Anbeginn starkem Gruppenzwang ausgesetzt. Von Lehrern wie Schülern ausgegrenzt und oft körperlich angegriffen, wurden nationalsozialistische Rituale, die sie durch ihre Erziehung als Götzendienst empfanden, zum täglichen Spießrutenlauf.

In ihrem Bemühen, die von verschiedener Seite vorgebrachten Anklagen zu entkräften, versuchten die Zeugen Jehovas bereits seit Februar 1933 ihren unpolitischen Charakter herauszustellen. Da man aber auch für die Gleichheit aller Menschen („Deutscher, Franzose, Jude, Christ, Freier oder Sklave“) und das messianische Königreich einstand, trugen diese Stellungnahmen nicht zur Versöhnung bei. In der deutschen Zentrale der Zeugen Jehovas in Magdeburg wurden bereits Anfang April 1933 Vorbereitungen für den Fall des Verbotes getroffen.

Gleichzeitig wurde eine „Anpassung an die nationalen Verhältnisse“ vorbereitet. Mit einem Memorandum vom 26. April 1933 teilte die Leitung der Zeugen Jehovas die Internationale Bibelforscher-Vereinigung in die Norddeutsche Bibelforschervereinigung und Süddeutsche Bibelforschervereinigung auf. Den Bestimmungen entsprechend, wurden die jeweils zehn Posten ausschließlich mit so genannten „Ariern“ besetzt.

Am 8. Juni 1933 sandte die Zentrale der Zeugen Jehovas in Magdeburg ein Schreiben an den Reichsinnenminister Wilhelm Frick (NSDAP). Darin heißt es:

„Die unterfertigte Gesellschaft gibt sich die Ehre, den verehrten Herrn Minister zu bitten, ihren Präsidenten Herrn Richter J. F. Rutherford, Brooklyn N. Y., dann vorher in nachstehend näher erklärten Angelegenheit empfangen zu wollen, wenn in der Angelegenheit eine gegen uns gerichtete Entschließung beabsichtigt ist.“

Im weiteren Verlauf dieser Ausführungen werden die bereits in einzelnen Ländern des Deutschen Reiches (außer Preußen) ausgesprochenen Verbote genannt. Diese Offerte blieb offenbar ohne Antwort. Am 24. Juni 1933 wurden die Zeugen Jehovas in ganz Deutschland verboten.

Wilmersdorfer Erklärung vom 25. Juni 1933, Seite 1

Für den 25. Juni 1933 lud die Magdeburger Zentrale zu einer Großveranstaltung nach Berlin ein. In Tennishallen in Berlin-Wilmersdorf versammelten sich etwa 7000 Teilnehmer. Dort wurde die sogenannte „Wilmersdorfer Erklärung“ verabschiedet, die am folgenden Tag an Hitler gesandt und später in dem in der Schweiz erschienenen „Jahrbuch 1934 der Zeugen Jehovas“ veröffentlicht wurde. Man hoffte, damit die Anschuldigungen zu widerlegen, und distanzierte sich deutlich von dem Vorwurf, eine von Juden finanzierte Organisation zu sein. Die Leitung hielt es zu diesem Zweck für notwendig, sich an den antisemitischen Sprachgebrauch des Regimes anzupassen, und erklärte, es seien die „Handelsjuden des Britisch-Amerikanischen Weltreiches, die das Großgeschäft aufgebaut und benutzt haben als ein Mittel der Ausbeutung und der Bedrückung vieler Völker“. Aus den eigenen Reihen wurden Stimmen laut, die diese Erklärung als zu zurückhaltend gegenüber den Nationalsozialisten empfanden.

Eskalation

Im Verlaufe des Jahres 1933 schien sich die deutsche Leitung der Wachtturm Bibel- und Traktatgesellschaft unter Paul Balzereit in dem Bemühen, zumindest das Verlagswesen in die Legalität zurückzuholen, zunehmend von der Basis und schließlich auch von dem aus der Weltzentrale in Amerika gewünschten Kurs zu entfernen. Während sich einige Zeugen Jehovas enttäuscht distanzierten, begannen andere – entgegen der ausdrücklichen Weisung der Leitung – die Missionsarbeit in der Illegalität fortzusetzen. Im Februar 1934 erklärte Joseph Franklin Rutherford die Verhandlungen für gescheitert und stellte Reichskanzler Hitler ein Ultimatum, nach dessen Ablauf man beginnen wollte, die Menschenrechtsverletzungen seiner Regierung international publik zu machen. Reichsleiter Balzereit setzte weiterhin darauf, die Verlagstätigkeit der Wachtturm-Gesellschaft zu legalisieren, und erzielte Ende 1934 erste Erfolge. Zeitgleich wurde jedoch auch die Wiederaufnahme der Tätigkeit zum 7. Oktober 1934 in der Illegalität beschlossen. Man schätzt, dass sich über 10.000 Zeugen Jehovas bereit erklärten, ihre Religion in Versammlungen und ihre Missionstätigkeit weiter auszuüben.

Mit Ablauf des Ultimatums begannen die Zeugen Jehovas eine internationale Protestkampagne gegen die Unterdrückung ihrer Glaubensbrüder und -schwestern im nationalsozialistischen Deutschland. Beginnend mit dem 8. Oktober 1934 wurden etwa 20.000 Telegramme und Briefe aus der ganzen Welt an Adolf Hitler zugestellt.

„Ihre schlechte Behandlung der Zeugen Jehovas empört die guten Menschen und entehrt Gottes Namen + Hören Sie auf Jehovas Zeugen weiterhin zu verfolgen sonst wird Gott Sie und Ihre nationale Partei vernichten.“

Hitler soll daraufhin gesagt haben: „Diese Brut wird in Deutschland ausgerottet.“ Damit waren die Verhandlungen und Zugeständnisse endgültig gescheitert. Es gab vermehrt Polizeiberichte über die Tätigkeit der nunmehr verbotenen „internationalen Bibelforscher“. Die fortgesetzte Zurückhaltung Balzereits wurde von den übrigen Anhängern der Religionsgemeinschaft mit zunehmender Feindseligkeit betrachtet. Im Mai 1935 wurde er trotz seines legalistischen Kurses von den Nationalsozialisten verhaftet und angeklagt. Weil er und seine Mitangeklagten im Gerichtsverfahren sich nicht offen zur Lehre der Zeugen Jehovas bekannt hatten, wurde er 1936 offiziell aus der Religionsgemeinschaft ausgeschlossen.

Gleichzeitig verschärften die Zeugen Jehovas in ihrem Schrifttum den Ton gegenüber der Reichsregierung. Hitler wurde mehr und mehr als der Antichrist dargestellt, seine Herrschaft als „die des Teufels auf Erden bezeichnet, die Jehova Gott nach seiner Niederkunft als erste zerstören werde“. Nach Ansicht des Historikers Michael H. Kater war damit die These von der politischen Neutralität widerlegt, auf die sich die Religionsgemeinschaft bis dahin immer berufen hatte: Die Zeugen Jehovas standen dem deutschen Staat in offener Feindschaft gegenüber.

Der relativ geringe Erfolg rechtlicher Schritte gegen die Zeugen Jehovas wurde zu diesem frühen Zeitpunkt durch juristische Formfehler und das Beharren von Juristen auf der in der Weimarer Verfassung gewährten Religionsfreiheit bestimmt. Auch die Tatsache, dass die Wachtturm Bibel- und Traktatgesellschaft – im Gegensatz zu den Bibelforschervereinigungen – eine US-amerikanische Zweigstelle war, die durch den Berliner Vertrag von 1921 geschützt war, konnten die Zeugen Jehovas zu ihren Gunsten gegenüber den Strafverfolgungsbehörden geltend machen.

Verbreitung von Flugblättern

In großen Flugblatt-Verteilaktionen machten die Zeugen Jehovas 1936/37 auf ihre Unterdrückung in Deutschland aufmerksam. Bei diesen Aktionen wurden etwa bis zu 100.000 Flugblätter verbreitet. Dies gilt als die größte Widerstandsaktion während der Herrschaft des Nationalsozialismus.

Die Rezeption dieser Aktionen fällt unterschiedlich aus: Der Wiener Historiker Franz Graf-Stuhlhofer unterstreicht, dass sich die damalige Kritik an Hitlers Regierung weitgehend auf die Aufzählung von Gräueltaten gegen die eigene Religionsgemeinschaft beschränkte und dass die Zeugen Jehovas, indem sie neben dem NS-Regime gelegentlich auch die Kirchen für die Verfolgung mitverantwortlich machten, Verschwörungstheorien verbreiten. Als Beleg zitiert Graf-Stuhlhofer die Broschüre Entscheidung. Reichtum oder Ruin. Was wählst du?, in der es hieß:

„In Deutschland organisierten die Jesuiten die kommunistische Partei und brachten sie in Schwung, um sie dann in diplomatischer Weise auszunützen, die Menschen in Schrecken zu versetzen; das schaffte eine Grundlage, die nationalsozialistische Bewegung zu organisieren, die die Herrschaft über die Nation ergriffen hat und sie nun mit eiserner Faust regiert.“

Angesichts solcher Polemik sei es verständlich, dass sich die katholische Kirche nicht mit den verfolgten Zeugen Jehovas solidarisierte.

Auch Detlef Garbe verweist darauf, dass „die Leitung der Watch Tower Society die Hitlerregierung bis zuletzt als Instrument eines römisch-katholischen Komplottes bezeichnete und damit in ihrem Charakter gänzlich verkannte“.

Wolfgang Benz, bis 2011 Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin, vertritt dagegen die Auffassung, dass die Glaubensgemeinschaft durch „die Flugblattaktionen die Bevölkerung über den verbrecherischen Charakter des NS-Staates aufzuklären suchte und sich dadurch über die Verteidigung ihrer Interessen hinaus gegen das Unrechtsregime engagierte“. Und Sibyl Milton, Leitende Historikerin am United States Holocaust Memorial Museum, hebt hervor, dass die Flugblattaktion „das Schicksal der Zeugen und das der Juden in den Konzentrationslagern in den Mittelpunkt des Interesses“ rückte. Auch die Historikerin Marion Detjen teilt die Meinung, dass der Widerstand der Zeugen Jehovas trotz ihrer politischen Neutralität im Kern politisch war und sich gegen das NS-Unrechtsregime als solches wandte: „Im Gegensatz zur katholischen und protestantischen Kirche nannten sie in ihren Zeitschriften Hitler und Mussolini als ‚Diktatoren‘ und ‚Gewaltmenschen‘ durchaus beim Namen.“

Kirchen als Unterstützer der staatlichen Verfolgung

Die Amtskirchen begegneten – von wenigen Solidaritätsbekenntnissen abgesehen – den staatlichen Verboten und Verfolgungsmaßnahmen gegenüber den Bibelforschern mit Dankbarkeit und unterstützten sie sogar aktiv, indem sie die Geheime Staatspolizei in sektenkundlichen Fragen berieten.

Am 9. Juni 1933 fand eine Zusammenkunft zwischen Vertretern der Ministerien, der Gestapo und Vertretern der katholischen und der evangelischen Kirche in Berlin statt, um Maßnahmen für das Verbot der Zeugen Jehovas in Preußen zu besprechen. Der katholische Domkapitular Piontek bat um „strenge staatliche Maßnahmen“ gegen die Religionsgemeinschaft, der evangelische Oberkonsistorialrat Fischer wollte ein Verbot der Zeugen Jehovas wegen der Gefahr für das „deutsche Volkstum“ erwirken. Darüber hinaus vertrat er die Auffassung, dass die Kirche den Zeugen Jehovas auch „mit ihren eigenen Mitteln“ entgegentreten müsse.

Von offizieller evangelischer Seite wurden bereits im August 1933 Vorschläge unterbreitet, mit welchen Sekten ähnlich verfahren werden könnte. „Das Evangelische Deutschland“, das in Berlin erscheinende maßgebliche Organ auf protestantischer Seite, kommentierte am 10. September 1933 das Verbot der Zeugen Jehovas mit Dankbarkeit und forderte weitere Verbote:

„Die Kirche wird dankbar anerkennen, dass durch dieses Verbot eine Entartungserscheinung des Glaubens beseitigt worden ist […]. Damit ist jedoch noch keine vollständige Bereinigung der Sekten erreicht. Erwähnt seien nur die Neuapostolischen.“

1937 wurde von einem Vertreter des Landesbischofs der Bremischen Evangelischen Kirche dazu aufgerufen, Aktivitäten von Zeugen Jehovas umgehend an die Gestapo zu melden. Als am 22. Oktober 1939 Zeugen Jehovas eine Flugschrift vor die Tür eines evangelischen Vikars aus dem Münsterland ablegten, verständigte dieser sofort die Polizei und teilte mit, wer nach seiner Meinung als Täter in Frage kommen könnte.

Religionsausübung trotz Verbots

Jehovas Zeugen wurden aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur Bibelforschervereinigung oder der Verweigerung des Hitlergrußes und der Teilnahme an Wahlen als staatsfeindlich oder politisch unzuverlässig betrachtet. Daher wurde schon früh damit begonnen, ihnen Arbeitsstellen, Gewerbescheine, Wandergewerbescheine, ihren Beamtenstatus, Grundstücke, Häuser, Fahrzeuge, Landwirtschaftserlaubnis oder Betriebsgenehmigungen zu entziehen oder zu verwehren. Renten, Pensionen, Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe wurden verwehrt oder gemindert. Jehovas Zeugen galten als unvermittelbare „asoziale Elemente“, denen folglich keine Arbeitslosenunterstützung zustand.

Die Inhaftierung Balzereits im Mai 1935 stand am Beginn einer Reihe von zentralen personellen Neubesetzungen der Bibelforschervereinigung. Sein Nachfolger war Fritz Winkler. Er wurde bei der ersten Verhaftungswelle August/September 1936 inhaftiert. Ihm folgte Erich Frost in der Leitung der Religionsgemeinschaft nach, er wurde bei der zweiten Verhaftungswelle am 21. März 1937 inhaftiert. Der schon im Voraus bestimmte Nachfolger Heinrich Dietschi wurde bereits mit der dritten Verhaftungswelle im August/September 1937 inhaftiert. Die personelle Notlage wurde auch dadurch deutlich, dass – ansonsten gänzlich unüblich – Führungspositionen zunehmend mit weiblichen Zeugen Jehovas besetzt wurden.

Die Zeugen Jehovas eigneten sich schnell die nötigen Fähigkeiten zu konspirativer Untergrundtätigkeit an. Die Verbindungen zu Schwesterorganisationen im Ausland wurden aufrechterhalten, der Wachtturm und andere Schriften wurden in großer Zahl ins Land geschmuggelt oder in Deutschland illegal vervielfältigt. Die Missionsarbeit wurde wegen häufiger Denunzierungen immer seltener klassisch von Haus zu Haus durchgeführt, sondern zunehmend in kleinen organisierten Blitzaktionen, um den Ort vor Ankunft der Gestapo zu verlassen. Auf diese Weise wurden bis 1937 auch reichsweit abgestimmte Aktionen durchgeführt. Mit zunehmender Verfolgung wurde auch die Organisationsstruktur beeinflusst. Nachrichten wurden kodiert, Personen und Veröffentlichungen der Wachtturmgesellschaft erhielten Tarnnamen. Publikationen wie die Zeitschrift „Der Wachtturm“ mussten oft aus dem Ausland eingeschmuggelt und illegal vervielfältigt werden. Zuletzt gab es nur noch Zellen bis zu einer Größe von etwa sechs Personen. Zeugen Jehovas in leitenden Positionen kannten nur wenige andere Leiter, damit sie bei Verhören nicht zu viele Identitäten verraten konnten.

Staatliche Maßnahmen

Auch die Nationalsozialisten stellten sich auf die Situation ein. Wiederholt wurden amtliche Stellen, sowohl Richter als auch Polizei und Gestapo, auf die Gefahr hingewiesen, die angeblich von den Bibelforschern ausging. Insbesondere den Juristen wurde durch Anweisungen und Veröffentlichungen in Fachzeitschriften dargelegt, welche Urteile gegen Bibelforscher erwünscht wären. Die Nationalsozialisten wendeten den Sorgerechtsentzug als eine Möglichkeit zur Einflussnahme auf die Zeugen Jehovas an. Insbesondere seit der Wiedereinführung der Wehrpflicht im März 1935 wurden männliche Zeugen Jehovas zunehmend wegen Wehrdienstverweigerung belangt. Strafverfahren gegen Zeugen Jehovas fanden vor den 1933 eingerichteten Sondergerichten statt, die schärfere Urteile fällten als die übrige Justiz, unter anderem nach dem Heimtückegesetz.

Gestapo-Erlass ordnet Schutzinhaftierung von Zeugen Jehovas an, falls das Gericht keinen Haftbefehl erstellt

Die Gestapo verlängerte verhängte Strafmaße regelmäßig durch die so genannte Schutzhaft. Im Juni 1936 bildete sie ein eigenes Sonderkommando zur Bekämpfung der Zeugen Jehovas. Die Praxis der urteilskorrigierenden Schutzhaft wurde ab dem 5. August 1937 durch das Geheime Staatspolizeiamt in Berlin (Gestapa) als Erlass an die Dienststellen gegeben.

Die Haftverlängerung war jedoch nicht einziges Ziel der Gestapo. Die „Verpflichtungserklärungen“ („Reverse“), mit denen ein Zeuge Jehovas sich die „Schutzhaft“ ersparen konnte, war ein erster Test, die Staatstreue zu prüfen. Personen, die die Unterschrift leisteten, wurden – zumindest bei geringfügigen Vergehen – von der Schutzhaft verschont und unter Beobachtung freigelassen. Offenbar unterschrieben viele Zeugen Jehovas aus taktischen Gründen, um sich oder ihre Angehörigen zu schützen, ohne sich jedoch innerlich vom Glauben zu trennen. Dies war vielen möglich, weil die Verpflichtungserklärung anfangs von der „Internationalen Bibelforschervereinigung“ sprach, sie sich selbst aber als „Zeugen Jehovas“ betrachteten. Die Gestapo veränderte den genauen Wortlaut der Erklärungen mehrmals, so dass es den Mitgliedern der Religionsgemeinschaft zunehmend schwerer fiel, diese zu unterzeichnen.

Richter sahen durch diese nachträglichen Urteilskorrekturen der Gestapo die Würde des Gerichts angegriffen. Mitarbeiter des Strafvollzugs fühlten sich durch die Korrekturen bei ihren Umerziehungsmaßnahmen behindert, die Bibelforscher zu wertvollen Mitgliedern der Volksgemeinschaft machen sollten. Insbesondere das Abführen von gerade freigesprochenen Bibelforschern aus dem Gerichtssaal oder die Verbüßung einer nachgelagerten Schutzhaft in derselben Gefängniszelle führten zu Beschwerden.

Der zuständige Ministerialdirektor des Reichsjustizministeriums Wilhelm Crohne leitete die Beschwerden der Generalstaatsanwälte an die Gestapo weiter. Bei der Chefpräsidentenbesprechung teilte er das Ergebnis mit: Die Anweisung zur allgemeinen Schutzhaft müsse von der Justiz hingenommen werden. Die Gestapo erklärte sich bereit, dass die Schutzhaft zukünftig immer in den Konzentrationslagern und eine Verhaftung zur Schutzhaft nicht mehr im Gerichtssaal erfolgen werde. Crohne wies die Richter im Zusammenhang darauf hin, die Strafen gegen Bibelforscher entsprechend hoch zu bemessen, um diese „notwendigen Korrekturen“ zukünftig zu vermeiden.

Nicht nur die Richterschaft, auch die Bevölkerung sollte über den vermeintlichen Charakter der „jüdisch-pazifistischen Sekte“ aufgeklärt werden. Die Nationalsozialisten engagierten daher Experten der völkisch-nationalen Presse, um die „geheimen Machenschaften“ aufzudecken. So wurden Gutachten erstellt, die nicht nur die Kontakte zu den Freimaurern belegen, sondern auch beweisen sollten, dass Zeugen Jehovas Josef Stalin als den Stellvertreter Jehovas betrachten.

Konzentrationslager

Mahntafel im KZ Mauthausen
Generelles Schreibverbot für Bibelforscher

Konzentrationslager standen unter Leitung der SS. Zeugen Jehovas waren dort unter „Schutzhaft“ und wurden seit 1935/1936 als eigene Gruppe an der Kleidung, meist durch blaue Punkte oder Kreise, markiert. 1938 wurden die Farbcodes vereinheitlicht, und die Bibelforscher erhielten ein lila Dreieck („Lila Winkel“). Bis Kriegsbeginn stellten sie in vielen KZs einen beträchtlichen Teil der Insassen; in den Frauen-KZs bildeten sie 1939 die größte Gruppe. Die Anzahl der Zeugen Jehovas, die in Auschwitz inhaftiert waren, ist im Unterschied zu allen anderen Konfessionen recht genau bekannt: Es waren mindestens 387. Die Zahl der Ermordeten ist unbekannt.

Die Lagerleitungen der KZs beabsichtigten zwar keine systematische Vernichtung der Zeugen Jehovas wie beispielsweise im Falle von Juden, Roma und Sinti, dennoch war der KZ-Alltag von Schwerstarbeit, Misshandlung, Krankheit, Unterernährung und Tod geprägt. Viele Schikanen der SS provozierten zudem den vorzeitigen Tod auch gesunder Häftlinge.

Die beharrliche Weigerung, die „Besserungsmaßnahmen“ der SS-Leitung anzunehmen, brachte den Zeugen Jehovas oftmals viele zusätzliche Angriffe durch die Lagerleitung ein. So wurden die üblichen Sanktionen wie Isolation von anderen Gefangenengruppen, besonders lange Dienstzeiten in Strafkompanien, Kürzung der Essensration und Verweigerung der Krankenbehandlung bei Zeugen Jehovas in einigen Lagern zum Normalzustand. Auch brachten ihnen ihre offen bekundeten Glaubensansichten Probleme. Jede Verweigerung des Hitler- oder Fahnengrußes, jede Verweigerung des Wehrdienstes und jede Beantwortung der Frage nach dem Glauben zogen Prügel – oft durch mehrere SS-Männer – nach sich. Wurden schon gesunde Zeugen durch diese Misshandlungen schwer mitgenommen, bedeuteten sie für ältere Zeugen Jehovas schnell den Tod.

Die Zeugen Jehovas hatten ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Vieles, was legal oder illegal in die Baracken gebracht wurde, wurde solidarisch geteilt. Dies half nicht nur Minderbemittelten oder solchen, die keine Angehörigen in Freiheit hatten, sondern vermied auch Neid und Diebstahl. Da Zeugen Jehovas oft der Zugang zur Krankenversorgung verwehrt blieb, waren Kranke darauf angewiesen, von ihren Mitgläubigen gepflegt zu werden. Dies brachte den Zeugen Jehovas bei vielen Mithäftlingen Respekt ein. Auffallend waren auch die Ordnungsliebe und umfassende Hygiene-Regeln, die einen gewissen Schutz gegen Krankheiten boten. Die Ordnungsliebe wurde verschiedentlich von der SS-Leitung genutzt, um von dem Zustand der Lager ein geschöntes Bild zu vermitteln, indem nur die Bibelforscher-„Musterblöcke“ besichtigt wurden. Auch die SS-Leiter der Konzentrationslager beschäftigten in ihren Dienstvillen gerne (weibliche) Zeugen Jehovas, weil sie als loyal galten.

Kooperationen mit anderen Häftlingen bildeten die Ausnahme. Die Zeugen Jehovas versuchten ihre Neutralität auch im KZ zu bewahren. Wegen ihrer glaubensbedingten Verpflichtung zur Wahrheit und Friedfertigkeit mieden sie die Häftlinge des aktiven Widerstands ebenso wie diese die Zeugen Jehovas. Kooperationen fanden auch deshalb kaum statt, weil die Lagerleitung bestrebt war, die Zeugen Jehovas wegen der unentwegten Missionierungsversuche von anderen Gefangenengruppen fernzuhalten. Gelang ihnen dies nicht, kam es auch im KZ vereinzelt zu Bekehrungen.

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 trat die Kriegssonderstrafrechtsverordnung vom 17. August 1938 in Kraft.

Übliches Todesurteil gegen Kriegsdienstverweigerer
Gedenkstein für den am 2. Dezember 1944 im KZ Neuengamme an den Haftfolgen gestorbenen Erwin Wehmeijer, Mitglied der Zeugen Jehovas

Zeugen Jehovas wurden zwar schon seit 1936 von Gerichten der Wehrmacht wegen Wehrdienstverweigerung verurteilt. Doch mit Kriegsbeginn wurde für das gleiche Vergehen nun statt ein bis zwei Jahren Haft die Todesstrafe das übliche Strafmaß. Der Zeitpunkt, zu dem der Einzelne seine Weigerung bekanntgab, war unterschiedlich, jedoch stellte die Vereidigung vor Gott auf Hitler für das Gewissen vieler Zeugen Jehovas ein unüberwindliches Hindernis dar. Nach Detlef Garbe verweigerten die Zeugen Jehovas „in großer Zahl“ den Kriegsdienst, nach Franz Graf-Stuhlhofer handelte es sich um „ungefähr ein Viertel der männlichen Zeugen Jehovas im wehrpflichtigen Alter“. Weder die noch nicht erfolgte Gestellung noch „Wehrunwürdigkeit“ noch Dienstunfähigkeit noch geistige Unzurechnungsfähigkeit noch die Bereitschaft, waffenlosen Dienst zu leisten, boten den Zeugen Jehovas Schutz davor, für ihre Gesinnung bestraft zu werden. Die Strafe war „Tod, Verlust der Wehrwürdigkeit und dauernder Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte“. Davon konnten auch Frauen betroffen sein: Unter den in der Hinrichtungsstätte Berlin-Plötzensee ermordeten Zeugen Jehovas war Helene Gotthold, verurteilt „wegen Wehrkraftzersetzung in Verbindung mit landesverräterischer Begünstigung des Feindes“. Die von der Militärjustiz erwartete abschreckende Wirkung dieser Strafe trat nicht ein. Im ersten Jahr des Krieges machten 152 betroffene Zeugen Jehovas unter den Verfahren wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ 14 Prozent aus. Wegen dieser Straftat wurden 112 Todesurteile gegen Bibelforscher gefällt (95,7 Prozent). Die in der Bibelforscherfrage verunsicherten Richter wurden von Hitler im August 1942 mit dem Hinweis unter Druck gesetzt, dass es in der Tierwelt schließlich auch so sei, dass asoziale Elemente ausgemerzt würden.

Die Richter versuchten dennoch wiederholt, die Zeugen Jehovas von der Notwendigkeit des Kriegsdienstes zu überzeugen. Doch weder die Belehrungen von Offizieren über die Wichtigkeit des Wehrdienstes noch verlängerte Wartezeit in den Todeszellen noch das Einwirken von Pfarrern beider großen Konfessionen noch juristische Sanktionen gegen Familienangehörige noch Scheinexekutionen noch das Arrangieren von Familientreffs (insbesondere mit andersgläubigen Mitgliedern) zeigten die erhoffte Wirkung. Und wenn doch, wurde der Entschluss oft nachträglich widerrufen.

Dabei konnten die Zeugen Jehovas das Urteil abwenden, wenn sie sich zum Wehrdienst bereit erklärten bzw. als Frau den Treueeid auf den Führer ablegten. Die Männer wurden in diesem Fall in Straf- und Bewährungsbataillonen an den gefährlichen Frontabschnitten eingesetzt.

Am 15. September 1939 wurde der erste deutsche Wehrdienstverweigerer exekutiert. Er war dabei jedoch nicht nach der Kriegssonderstrafrechtsverordnung verurteilt worden, sondern hatte eine Sonderbehandlung gemäß dem Runderlass vom 3. September 1939 an alle Staatspolizeistellen wegen Zersetzungsäußerungen und Kriegsdelikten erfahren. Der 29-jährige Zeuge Jehovas August Dickmann erhielt seinen Wehrpass ins KZ nachgesandt. Auf seine Weigerung hin, diesen zu unterschreiben, wurde er nicht nur – wie nach derartigen Befragungen üblich – verprügelt, sondern in Einzelhaft gebracht und schließlich vor dem gesamten Lager erschossen. Da die erhoffte abschreckende Wirkung ausblieb, wurden Erschießungen in der Folgezeit überwiegend abseits durchgeführt. Auf Grundlage dieses Runderlasses und der Kriegssonderstrafrechtsverordnung konnten Zeugen Jehovas sowohl im KZ als auch in Freiheit wegen Wehrdienstverweigerung vorgeblich rechtmäßig exekutiert werden.

Die ersten Kriegsjahre 1939 und 1940 waren im KZ durch eine weitere Steigerung der Misshandlungen der Zeugen Jehovas geprägt. Mehrfach suchten sich SS-Führer einzelne Zeugen Jehovas heraus, um an ihnen eine Demonstration zu vollführen. Ziel war das Abschwören vom Glauben. Dieses Kräftemessen endete meist mit dem Tod des Bibelforschers.

Die Funktion des so genannten „Reichsdieners“, das heißt des ranghöchsten Ältesten der Zeugen Jehovas im Reichsgebiet, blieb nach der Inhaftierung Heinrich Dietschis bis Kriegsende unbesetzt. Die Bereiche Südwest- und Westdeutschland wurden hiernach von Ludwig Cyranek, der am 6. Februar 1940 verhaftet und am 3. Juli 1941 enthauptet wurde, Österreich von Peter Gölles, Verhaftung am 12. Juni 1940, geleitet. Die Koordination übernahm Robert Arthur Winkler aus den Niederlanden. Narciso Riet, der 1944/1945 in Dachau getötet wurde, und Julius Engelhard, hingerichtet am 14. August 1944, waren später für Süd- und Westdeutschland, Österreich und das Protektorat Böhmen und Mähren zuständig. Zusammen mit Wilhelm Schumann in Magdeburg und Franz Fritsche (inhaftiert Herbst 1943) in Berlin waren sie nach der Verhaftung R. A. Winklers am 21. Oktober 1941 auf die Leitung durch das europäische Zentralbüro in Bern angewiesen. Der Tätigkeitsschwerpunkt verlagerte sich zunehmend auf die Übersetzung und Versorgung, insbesondere der Inhaftierten, mit Literatur der Wachtturm-Gesellschaft.

Ab 1942 erhöhten sich die Überlebenschancen für Zeugen Jehovas in KZ aus mehreren Gründen. Deutsche Häftlinge wurden zur Wehrmacht berufen, und die KZs wurden zunehmend mit ausländischen Häftlingen gefüllt. Daher gab es nur noch wenige qualifizierte erfahrene deutsche Häftlinge, und es wurde auf die überwiegend deutschen Zeugen Jehovas für Vertrauensstellungen in der Häftlingsselbstverwaltung und Lagerbewirtschaftung zurückgegriffen. Sie übernahmen diese Aufgaben, soweit sie diese mit ihrem Gewissen vereinbaren konnten. Ihre Eigenschaften waren ein großer Vorteil für die Lagerleitung: Ihre Gewissenhaftigkeit bei der Erledigung ihnen übertragener Aufgaben sowie ihre Gewaltablehnung machte sie zu verlässlichen Häftlingen, von denen weder Flucht noch Intrigen noch Schiebungen zu erwarten waren. Wegen solcher Beobachtungen stellte der Reichsführer SS Heinrich Himmler zeitweise Überlegungen an, Zeugen Jehovas nach dem Krieg im Osten anzusiedeln, um dort ihren Pazifismus zu verbreiten und „die russische Gefahr“ zu bannen.

Ab Ende 1944 wurden offizielle Aufzeichnungen der Lager-Verwaltungen seltener. Die Rekonstruktion dieser Zeit ist daher in besonderem Maße auf mündliche Berichte von Augenzeugen angewiesen. Zu den dramatischsten Vorgängen in dieser Zeit gehört die planmäßige Tötung der KZ-Insassen durch die SS. Auch unter Zeugen Jehovas forderten diese Aktionen Todesopfer. Dabei gab es eine bekannte Ausnahme. In den zwei Wochen nach dem 21. April 1945 starben bei der Evakuierung des KZ Sachsenhausen von den 33.000 Lagerinsassen etwa 6.000 Personen. Den 230 Zeugen Jehovas wurde ausnahmsweise gewährt, eine Gruppe zu bilden. Ihre bereits im KZ erprobte Gemeinschaft und ihr Organisationstalent erwiesen sich auf diesem Todesmarsch als lebensrettend. Die 230 Zeugen Jehovas, die diesen Marsch antraten, hatten keine Opfer zu beklagen. Einige Zeugen Jehovas, die mit der Cap Arcona und der Thielbek in der Neustädter Bucht untergingen, ertranken.

Stolperstein zur Erinnerung und Mahnung an die Ermordung eines Zeugen Jehovas aus Berlin

1933, zu Beginn der Herrschaft Hitlers, gab es in Deutschland ungefähr 25.000 bis 30.000 Zeugen Jehovas. In den folgenden zwölf Jahren bis 1945 wurden 11.300 deutsche und ausländische Zeugen Jehovas inhaftiert. Zählt man diejenigen Personen dazu, die von Geldstrafen, Rentenentzug, Misshandlungen betroffen waren, steigt die Zahl auf 13.400. Davon kamen 2.000 Personen in Konzentrationslager. 950 deutsche und 540 ausländische Verfolgungsopfer überlebten die Haftbedingungen nicht, wurden ermordet oder hingerichtet. Unter diesen 1.490 Toten befinden sich auch die 270 als Kriegsdienstverweigerer exekutierten Zeugen Jehovas (alle Zahlenangaben sind circa-Werte). Da die Forschungsarbeiten nicht abgeschlossen sind, werden die Zahlen immer noch nach oben korrigiert.

Während der Anteil der Zeugen Jehovas in den KZs vor Kriegsbeginn durchschnittlich 5 bis 10 Prozent betrug, stellten die Zeuginnen Jehovas in vielen Frauen-KZs die größte Gruppe – im Frauen-KZ Moringen zeitweise fast 90 Prozent der Inhaftierten. Besonders belastend dürften für die Frauen auch die vielen Hundert Sorgerechtsentzüge gewesen sein. 652 Fälle sind namentlich erfasst, Zeugen Jehovas gehen insgesamt von mindestens 860 Fällen aus, manche Historiker schätzen die Zahl noch höher.

Die Verfolgung der Zeugen Jehovas im nationalsozialistischen Deutschland wird von Historikern unterschiedlich bewertet. Einige verglichen die Verfolgung der Zeugen Jehovas mit der Verfolgung der Juden, während ihnen andere eine weitgehende Kollaboration mit den Nationalsozialisten unterstellen. Die Eigenarten der Zeugen Jehovas und ihrer Verfolgung ließen sogar vereinzelt Uneinigkeit darüber aufkommen, ob das Bestreben, Religionsfreiheit gegen alle Hindernisse zu bewahren, tatsächlich dem aktiven Widerstand gegen den Nationalsozialismus zuzuordnen sei. Schließlich wurden die Zeugen Jehovas nicht vorrangig für das verfolgt, was sie taten, sondern für das, was sie ablehnten.

Nach Detlef Garbe eignen sich die Zeugen Jehovas nur bedingt für das übliche Verständnis von Widerstand im Dritten Reich:

„Die couragierte Haltung der Zeugen Jehovas […] eignet sich als Leitbild in einer demokratisch verfassten Gesellschaft nur bedingt. Ihr Handlungsmotiv war die Loyalität zur Theokratie, nicht die Wiedererlangung von Freiheit und Demokratie.“

Weitgehend unbestritten sind folgende Besonderheiten bei der Verfolgung dieser kleinen Gruppe durch die Nationalsozialisten:

  • Zeugen Jehovas waren die erste Religionsgemeinschaft, die durch die Nationalsozialisten verboten und verfolgt wurden.
  • Ihnen wurde ein eigenes Abzeichen in den Konzentrationslagern (1 von 6) zugeteilt, während andere christliche Regimegegner den politischen Häftlingen zugeordnet wurden.
  • Zeugen Jehovas waren die einzigen Insassen der KZs, die sich durch eine Willenserklärung, in der sie ihrem Glauben abschworen, hätten freikaufen können und so die KZs hätten verlassen dürfen.
  • Wolfgang Benz, Walter H. Pehle (Hrsg.): Lexikon des deutschen Widerstandes. Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-596-15083-3, S. 321–325.
  • Gerhard Besier, Clemens Vollnhals: Repression und Selbstbehauptung. Die Zeugen Jehovas unter der NS- und der SED-Diktatur. In: Zeitgeschichtliche Forschungen (ZGF).Band21. Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 3-428-10605-9.
  • Sigrid Brüggemann: Die Verfolgung der Zeugen Jehovas. In: Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann, Roland Maier (Hrsg.): Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern. Stuttgart Schmetterling-Verlag 2013, ISBN 3-89657-138-9, S. 249–259.
  • Detlef Garbe: Zwischen Widerstand und Martyrium. Die Zeugen Jehovas im „Dritten Reich“. In: Studien zur Zeitgeschichte. 4. Auflage.Band42. Oldenbourg, München 1999, ISBN 3-486-56404-8 (OnlineDissertation an der Universität Hamburg 1989).
  • Franz Graf-Stuhlhofer: Täuferkirchen in der Ostmark. Von Adventisten, Baptisten, Mormonen, Pfingstlern und Zeugen Jehovas (Forschungsbericht). In: Österreich in Geschichte und Literatur 44 (2000), S. 73–93.
  • Gerald Hacke: Die Zeugen Jehovas im Dritten Reich und in der DDR. Feindbild und Verfolgungspraxis (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung, Bd. 41). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, ISBN 978-3-525-36917-3.
  • Hans Hesse: Am mutigsten waren immer wieder die Zeugen Jehovas. Verfolgung und Widerstand der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus. Temmen, Bremen 2000, ISBN 3-86108-724-3.
  • Hans Hesse, Jürgen Harder: …und wenn ich lebenslang in einem KZ bleiben müßte…. Die Zeuginnen Jehovas in den Frauenkonzentrationslagern Moringen, Lichtenburg und Ravensbrück. Klartext, Essen 2001, ISBN 3-88474-935-8.
  • Vinzenz Jobst: Anton Uran. Verfolgt, vergessen, hingerichtet. kitab, Klagenfurt 2011, ISBN 978-3-902585-62-2.
  • Michael H. Kater: Die Ernsten Bibelforscher im Dritten Reich. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. 17. Jahrgang,Nr.2, 1969, ISSN 0042-5702.
  • Andreas Maislinger: Internationale Bibelforschervereinigung (Zeugen Jehovas). In: Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934–1945. Eine Dokumentation in zwei Bänden.Band2. Österreichischer Bundesverlag / Pustet, Wien / Salzburg 1991, ISBN 3-215-06565-7,S.323–351.
  • Monika Minninger: Eine Bekennende „Kirche“ – Zur Verfolgung von Zeugen Jehovas in Ostwestfalen und Lippe 1933–1945. Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld, Bielefeld 2001.
  • Arnulf Moser: Die Konstanzer Zeugen Jehovas als Opfer des „Dritten Reiches“. In: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung. 131. Heft 2013, ISBN 978-3-7995-1719-5, S. 229–242.
  • Hans Simon Pelanda, Sandra Breedlove: Widerstand gegen das NS–Regime aus religiöser Überzeugung. Jehovas Zeugen in Regensburg 1933–1945. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für die Oberpfalz und Regensburg.Band158, 2018, ISSN 0342-2518,S.213–331.
  • M. James Penton: Jehovah’s Witnesses and the Third Reich. Sectarian politics under persecution. University of Toronto Press, Toronto 2004, ISBN 0-8020-8678-0.
  • Bernhard Rammerstorfer: Nein statt Ja und Amen. Leopold Engleitner: Er ging einen anderen Weg. Selbstverlag, Puchenau 1999, ISBN 3-9500718-6-5 (maislinger.net – Kritik).
  • Hermine Schmidt: Die Gerettete Freude. Eines jungen Menschen Zeit 1925–1945. Gamma, Kopenhagen 2007, ISBN 978-3-9807639-0-5. (Eine junge Frau geht mutig ihren Weg in einer Zeit bitterer Verfolgung. Die Autobiografie der Autorin Hermine Schmidt, die als junge Zeugin Jehovas ab dem 5. Mai 1944 im KZ Stutthof inhaftiert war, schildert ausführlich die Situation und Schikanen in der Zeit des Nationalsozialismus im Lager sowie den Todesmarsch. (Lesung Hermine Schmidt))
  • Kirsten John-Stucke, Michael Krenzer, Johannes Wrobel: 12 Jahre – 12 Schicksale. Fallbeispiele zur NS-Opfergruppe Jehovas Zeugen in Nordrhein-Westfalen 1933–1945. Arbeitskreis NS-Gedenkstätten NRW e. V., Münster 2006 (jwhistory.net [PDF]).
  • Friedrich Zipfel, Hans Herzfeld (Einleitung): Kirchenkampf in Deutschland 1933–1945. Religionsverfolgung und Selbstbehauptung der Kirchen in der nationalsozialistischen Zeit. In: Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin beim Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin (= Publikationen der Forschungsgruppe Berliner Widerstand beim Senator für Inneres von Berlin.Band1). 1. Auflage.Band11. de Gruyter, Berlin 1965, ISBN 3-11-000459-3.
  • Franz Zürcher: Kreuzzug gegen das Christentum. Europa, Zürich / New York NY 1938.
  • Winfried Nerdinger, Christoph Wilker: Die Verfolgung der Zeugen Jehovas in München 1933–1945. Metropol, Berlin 2018, ISBN 978-3-86331-401-9.
  • Christoph Wilker: „Ich hatte eine gerade Linie, der ich folgte.“ Die Geschichte von Rita Glasner, einem Bibelforscherkind im „Dritten Reich“. Volk, München 2015, ISBN 978-3-86222-165-3.
Commons: Jehovah's Witnesses in the Third Reich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Garbe: Zwischen Widerstand und Martyrium, 2. Auflage 1994, S. 45.
  2. P. B. Gotthilf (d. i. Paul Balzereit): Die größte Geheim-Macht der Welt. Die Ursache aller Kriege, sowie aller nationalen und internationalen Zerwürfnisse. Ein Jahrhunderte alter Betrug aufgedeckt. Sternverlag, Leipzig 1924
  3. Garbe: Zwischen Widerstand und Martyrium, 2. Auflage 1994, S. 485.
  4. Michael H. Kater: Die Ernsten Bibelforscher im Dritten Reich. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. 17, 1969, S. 187 (ifz-muenchen.de; PDF; 6,6 MB; abgerufen am 30. Juni 2011).
  5. Monika Minninger: Eine bekennende „Kirche“. Zur Verfolgung von Zeugen Jehovas in Ostwestfalen und Lippe 1933–1945. Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek, Bielefeld 2001, S. 10.
  6. Michael H. Kater: Die Ernsten Bibelforscher im Dritten Reich. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. 17, 1969, S. 196 (ifz-muenchen.de; PDF; 6,6 MB; abgerufen am 30. Juni 2011).
  7. Das Goldene Zeitalter, 15. Februar 1933, S. 50–53, zitiert nach Garbe: Zwischen Widerstand und Martyrium, 1998, S. 87.
  8. Garbe: Zwischen Widerstand und Martyrium. 1998, S. 88.
  9. Garbe: Zwischen Widerstand und Martyrium. 1998, S. 88 f.
  10. Bundesarchiv ZBI – 1046 A1 Bl. 24.
  11. Garbe: Zwischen Widerstand und Martyrium. 1998, S. 102 ff.
  12. Michael H. Kater: Die Ernsten Bibelforscher im Dritten Reich. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. 17, 1969, S. 188 f. (ifz-muenchen.de; PDF; 6,6 MB; abgerufen am 30. Juni 2011).
  13. Garbe: Zwischen Widerstand und Martyrium. Kap.IV,2 (in der Auflage von 1994: S. 231–260).
  14. Elke Imberger: Widerstand „von unten“: Widerstand und Dissens aus den Reihen der Arbeiterbewegung und der Zeugen Jehovas in Lübeck und Schleswig-Holstein 1933–1945. Neumünster 1991, S. 345.
  15. Graf-Stuhlhofer: Täuferkirchen in der Ostmark. S. 86.
  16. Garbe: Zwischen Widerstand. 1994, S. 527.
  17. Wolfgang Benz. In: Informationen zur politischen Bildung, Nr. 243, 1994, S. 21.
  18. Sibyl Milton, Zeugen Jehova – vergessene Opfer? In: Widerstand aus christlicher Überzeugung – Jehovas Zeugen im Nationalsozialismus. Dokumentation einer Tagung. Hrsg. v. Kreismuseum Wewelsburg, Fritz Bauer Institut, und der Bundeszentrale für politische Bildung, Essen 1998.
  19. Marion Detjen: „Zum Staatsfeind ernannt“ – Widerstand, Verweigerung und Protest gegen das NS-Regime in München. München 1998, S. 237.
  20. Garbe: Zwischen Widerstand und Martyrium. 1998, S. 10.
  21. Das Evangelische Deutschland. Kirchliche Rundschau für das Gesamtgebiet der Deutschen Evangelischen Kirche, Nr. 37, 10. September 1933; zitiert nach Garbe: Zwischen Widerstand und Martyrium. 1998, S. 10.
  22. Detlef Garbe, Ernste Bibelforscher. In: Wolfgang Benz, Hermann Graml und Hermann Weiß (Hrsg.): Enzyklopädie des Nationalsozialismus. Klett-Cotta, Stuttgart 1997, S. 449.
  23. Michael H. Kater: Die Ernsten Bibelforscher im Dritten Reich. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. 17, 1969, S. 197 f. (ifz-muenchen.de; PDF; 6,6 MB; abgerufen am 30. Juni 2011).
  24. Teresa Wontor-Cichy: Jehovah’s Witnesses. Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, archiviert vomOriginal am5. Januar 2010; abgerufen am 9. Februar 2010 (englisch).
  25. Kurzbiographie Wehmeijers (PDF) bei der Berthold-Mehm-Stiftung
  26. Garbe: Zwischen Widerstand und Martyrium. 3. Auflage 1997, S. 12.
  27. Graf-Stuhlhofer: Täuferkirchen in der Ostmark. S. 88.
  28. books.google.nl
  29. Die NS-Verfolgung der Zeugen Jehovas in Köln (1933–1945). (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive) (PDF) S. 34.
  30. Detlef Garbe: Zwischen Widerstand und Martyrium. Die Zeugen Jehovas im Dritten Reich, 1998, S. 28.
  31. Die Gerettete Freude (Memento vom 13. Juli 2015 im Internet Archive)
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Zeugen Jehovas in der Zeit des Nationalsozialismus Sprache Beobachten Bearbeiten Weitergeleitet von Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus Die Geschichte der Zeugen Jehovas in der Zeit des Nationalsozialismus ist gepragt von den Konflikten mit den nationalsozialistischen Staatsorganen unter anderem wegen ihrer Verweigerung des Kriegsdienstes und des Hitlergrusses Wahrend der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Zeugen Jehovas fruher Bibelforscher genannt vor allem deswegen verfolgt KZ Kennzeichnung Bibelforscher Inhaltsverzeichnis 1 Vorgeschichte 1918 bis 1933 2 Orientierung 1933 bis 1939 2 1 Weltanschauung 2 2 Beginn der Verfolgung 2 3 Eskalation 2 4 Verbreitung von Flugblattern 2 5 Kirchen als Unterstutzer der staatlichen Verfolgung 2 6 Religionsausubung trotz Verbots 2 7 Staatliche Massnahmen 2 8 Konzentrationslager 3 Zweiter Weltkrieg 4 Anzahl der Opfer 5 Wertungen 6 Literatur 7 Weblinks 8 EinzelnachweiseVorgeschichte 1918 bis 1933 BearbeitenIm Ersten Weltkrieg leistete die Mehrzahl der deutschen Bibelforscher wie sich die Zeugen Jehovas vor 1931 nannten der Einberufung zum Militardienst Folge 1 Aber einige verweigerten den Kriegsdienst und hatten dadurch Konflikte mit der Gesellschaft Wahrend der Weimarer Republik die keine Wehrpflicht kannte fielen sie durch ihre offensive Missionierung und Anklagen gegen die Amtskirchen auf denen sie unter anderem vorwarfen die Kriegfuhrung im Weltkrieg unterstutzt zu haben Die Religionsgemeinschaft wuchs rasch Bekannten sich 1918 noch 3 900 Menschen als Bibelforscher waren es 1919 schon 5 500 und 1926 bereits 22 500 Die Religionsgemeinschaft stiess aber auch auf deutliche Ablehnung Die Anschuldigungen der volkisch nationalen Presse konzentrierte sich im Kern darauf die Bibelforscher als von Juden oder Freimaurern finanzierte Organisation darzustellen die eine bolschewistische Revolution vorbereite Diese Verschworungstheorien wurden unter anderen von Alfred Rosenberg aufgegriffen dem Chefredakteur des Volkischen Beobachters der Parteizeitung der NSDAP Sie entstammten ursprunglich aus der kirchlichen Agitation mit der Katholiken und Protestanten auf die heftigen Anklagen der pazifistischen Bibelforscher reagiert hatten Auch ihre Herkunft aus den USA wurde als Bedrohung ausgelegt Die Bibelforscher verkundeten den bevorstehenden Untergang aller staatlichen Organisationen und Kirchen die ihrer Auffassung nach unter der Herrschaft Satans stunden Sie betonten zwar ihre politische Neutralitat und erklarten ausdrucklich dass die Vernichtung von Staaten und Kirchen nur durch Jesus und Jehova erfolgen sollte Dennoch interpretierten Anklager in die Schriften der Bibelforscher Belege fur den angeblichen judischen kommunistischen und umsturzlerischen Charakter der Bewegung hinein Weltverschworungstheorien schrieben den Bibelforschern eine zentrale Position in einem angeblich geplanten Umsturz zu Kirchliche Stellen lieferten sich mit den Bibelforschern einen regelrechten Schlagabtausch wobei die evangelischen Kirchen mehr Einsatz zeigten als die katholischen Materialdienste und apologetische Abteilungen beider grossen Kirchen beschaftigten sich intensiv mit der Lehre der Bibelforscher um Pfarrern Argumentationshilfen zu bieten Flugblattaktionen griffen jeweils die andere Position an Wahrend Bibelforscher vor Kirchen und Friedhofen predigten oder Flugblatter und Traktate verteilten versuchten Geistliche wahrend der Vortrage der Bibelforscher Diskussionen zu erzwingen Kirchliche Stellen griffen teilweise auch Argumente der volkisch nationalen Presse auf Als die Kirchen erhebliche Austritte von Freidenkern erfuhren brachten sie die Bibelforscher mit diesen Verbanden in Verbindung Andererseits wurden die Angriffe der Bibelforscher gegen die Kirchen als masslose Kritik empfunden Als Paul Balzereit der Vorsitzende der Wachtturm Bibel und Traktatgesellschaft 1924 seine gegen die katholische Kirche gerichtete Schrift Die grosste Geheim Macht der Welt veroffentlichte war das Echo ausserhalb der Kreise der Bibelforscher rundweg negativ Darin wurde dem Vatikan die Schuld an der bedrangten Lage des deutschen Volks gegeben und die Bibelforscher als Bekampfer Roms dargestellt die dadurch der Menschheit einen grossen Dienst erweisen wurden 2 Das Buch wurde verboten die Religionsgemeinschaft zu einer Geldstrafe verurteilt Die rechtlichen Mittel gegen die Bibelforscher waren jedoch sehr begrenzt Obwohl jahrlich hunderte Gerichtsverfahren wegen unerlaubten Hausierens oder Verstossen gegen die Gewerbeordnung stattfanden wurden nur in wenigen Fallen tatsachlich Geldstrafen verhangt Ein erster Wegbereiter fur die staatliche Verfolgung war die von kirchlichen Kreisen forcierte Notverordnung zur Bekampfung politischer Ausschreitungen vom Marz 1931 die auch ein polizeiliches Einschreiten gegen Beschimpfung oder Verachtlichmachung von religiosen Brauchen oder Gegenstanden erlaubte Bayern war Vorreiter darin auf dieser Grundlage Veranstaltungsverbote gegen Bibelforscher auszusprechen und Beschlagnahmungen durchzufuhren Die Bibelforscher selbst sahen all diese Massnahmen gegen sie als Bestatigung ihrer Auffassung dass Staat und Kirche vom Teufel gelenkt gegen sie kampften und sie als Martyrer eine ahnliche Verfolgung erleiden wurden wie die ersten Christen Sie begriffen die Situation als Bestatigung der Worte Jesu im Johannesevangelium der den Jungern den Hass der Welt ankundigte Joh 15 19 Elb Nachdem sich ihre Prophezeiung im Jahr 1925 wurde Harmagedon der Endkrieg Gottes gegen die Machte Satans mit dem anschliessenden Anbruch eines Tausendjahrigens Reichs eintreten nicht erfullt hatte stagnierte zunachst das Wachstum und ab 1928 sanken die Mitgliederzahlen sogar In den letzten drei Jahren vor der Machtubernahme Hitlers war jedoch wieder eine erhebliche Zunahme der Mitgliederzahlen zu verzeichnen Trotz des relativ hohen Wachstums machten die Zeugen Jehovas beim Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 mit 25 000 bis 30 000 Mitgliedern 3 nur etwa 0 038 Prozent der Bevolkerung des Deutschen Reiches aus Orientierung 1933 bis 1939 BearbeitenWeltanschauung Bearbeiten Die Zeugen Jehovas standen dem NS Regime von Anfang an ablehnend gegenuber Der kanadische Historiker Michael H Kater sieht den Grund fur diese Todfeindschaft in einer strukturellen Ahnlichkeit der jeweiligen Ideologien Sowohl Nationalsozialisten als auch Zeugen Jehovas seien nicht demokratisch sondern totalitar gepragt gewesen wobei sich jene einen Fuhrerstaat aufbauen wollten diese eine Theokratie in der nicht der Fuhrer sondern Jehova Gott diktatorisch regiere beide hatten von ihren Mitgliedern verlangt sich in die jeweilige Herrschaftshierarchie einzugliedern beide hatten dazu aufgefordert fur die jeweiligen hoheren Zwecke die Interessen der Eigenpersonlichkeit zu opfern beide hatten einen Ausschliesslichkeitsanspruch erhoben 4 Die Historikerin Monika Minninger erklart dagegen dass die Zeugen Jehovas in ihrem religiosen Gedankengut eine diametral entgegengesetzte Haltung zu den Nationalsozialisten einnahmen was die Gegnerschaft begrundet habe 5 Beginn der Verfolgung Bearbeiten Die Reichstagsbrandverordnung vom 28 Februar 1933 bildete die Rechtsgrundlage fur viele Verbote und Verfolgungsmassnahmen auch gegen die Zeugen Jehovas die von April bis Juni 1933 in den verschiedenen Landern des Reiches ausgesprochen wurden In den ersten Jahren war neben den allgemein bekannten Vorwurfen die Verweigerung des Hitlergrusses die Wahlverweigerung und das Fernbleiben von staatlichen Organisationen Reichsluftschutzbund Deutsche Arbeitsfront u a m Anlass zu Entlassungen und diversen Formen offentlicher Erniedrigung Ihre Weigerung an den Feiern zum 1 Mai teilzunehmen der seit 1933 gesetzlicher Feiertag war hatte fur viele Mitglieder der Religionsgemeinschaft die fristlose Entlassung zur Folge Zahlungen der Renten oder Pensionskassen wurden einbehalten als angeblich asozialen Elementen wurden ihnen auch die Arbeitslosenunterstutzungen verweigert Da die illegalen Unterstutzungszahlungen aus dem Ausland nicht hinreichten betatigten sich viele Zeugen Jehovas um nicht zu verhungern als Lumpensammler 6 Schulpflichtige Kinder von Zeugen Jehovas waren von Anbeginn starkem Gruppenzwang ausgesetzt Von Lehrern wie Schulern ausgegrenzt und oft korperlich angegriffen wurden nationalsozialistische Rituale die sie durch ihre Erziehung als Gotzendienst empfanden zum taglichen Spiessrutenlauf In ihrem Bemuhen die von verschiedener Seite vorgebrachten Anklagen zu entkraften versuchten die Zeugen Jehovas bereits seit Februar 1933 ihren unpolitischen Charakter herauszustellen Da man aber auch fur die Gleichheit aller Menschen Deutscher Franzose Jude Christ Freier oder Sklave 7 und das messianische Konigreich einstand trugen diese Stellungnahmen nicht zur Versohnung bei In der deutschen Zentrale der Zeugen Jehovas in Magdeburg wurden bereits Anfang April 1933 Vorbereitungen fur den Fall des Verbotes getroffen Gleichzeitig wurde eine Anpassung an die nationalen Verhaltnisse vorbereitet Mit einem Memorandum vom 26 April 1933 teilte die Leitung der Zeugen Jehovas die Internationale Bibelforscher Vereinigung in die Norddeutsche Bibelforschervereinigung und Suddeutsche Bibelforschervereinigung auf 8 Den Bestimmungen entsprechend wurden die jeweils zehn Posten ausschliesslich mit so genannten Ariern besetzt 9 Am 8 Juni 1933 sandte die Zentrale der Zeugen Jehovas in Magdeburg ein Schreiben an den Reichsinnenminister Wilhelm Frick NSDAP Darin heisst es Die unterfertigte Gesellschaft gibt sich die Ehre den verehrten Herrn Minister zu bitten ihren Prasidenten Herrn Richter J F Rutherford Brooklyn N Y dann vorher in nachstehend naher erklarten Angelegenheit empfangen zu wollen wenn in der Angelegenheit eine gegen uns gerichtete Entschliessung beabsichtigt ist 10 Im weiteren Verlauf dieser Ausfuhrungen werden die bereits in einzelnen Landern des Deutschen Reiches ausser Preussen ausgesprochenen Verbote genannt Diese Offerte blieb offenbar ohne Antwort Am 24 Juni 1933 wurden die Zeugen Jehovas in ganz Deutschland verboten Wilmersdorfer Erklarung vom 25 Juni 1933 Seite 1 Fur den 25 Juni 1933 lud die Magdeburger Zentrale zu einer Grossveranstaltung nach Berlin ein In Tennishallen in Berlin Wilmersdorf versammelten sich etwa 7000 Teilnehmer Dort wurde die sogenannte Wilmersdorfer Erklarung verabschiedet die am folgenden Tag an Hitler gesandt und spater in dem in der Schweiz erschienenen Jahrbuch 1934 der Zeugen Jehovas veroffentlicht wurde 11 Man hoffte damit die Anschuldigungen zu widerlegen und distanzierte sich deutlich von dem Vorwurf eine von Juden finanzierte Organisation zu sein Die Leitung hielt es zu diesem Zweck fur notwendig sich an den antisemitischen Sprachgebrauch des Regimes anzupassen und erklarte es seien die Handelsjuden des Britisch Amerikanischen Weltreiches die das Grossgeschaft aufgebaut und benutzt haben als ein Mittel der Ausbeutung und der Bedruckung vieler Volker Aus den eigenen Reihen wurden Stimmen laut die diese Erklarung als zu zuruckhaltend gegenuber den Nationalsozialisten empfanden Eskalation Bearbeiten Im Verlaufe des Jahres 1933 schien sich die deutsche Leitung der Wachtturm Bibel und Traktatgesellschaft unter Paul Balzereit in dem Bemuhen zumindest das Verlagswesen in die Legalitat zuruckzuholen zunehmend von der Basis und schliesslich auch von dem aus der Weltzentrale in Amerika gewunschten Kurs zu entfernen Wahrend sich einige Zeugen Jehovas enttauscht distanzierten begannen andere entgegen der ausdrucklichen Weisung der Leitung die Missionsarbeit in der Illegalitat fortzusetzen Im Februar 1934 erklarte Joseph Franklin Rutherford die Verhandlungen fur gescheitert und stellte Reichskanzler Hitler ein Ultimatum nach dessen Ablauf man beginnen wollte die Menschenrechtsverletzungen seiner Regierung international publik zu machen Reichsleiter Balzereit setzte weiterhin darauf die Verlagstatigkeit der Wachtturm Gesellschaft zu legalisieren und erzielte Ende 1934 erste Erfolge Zeitgleich wurde jedoch auch die Wiederaufnahme der Tatigkeit zum 7 Oktober 1934 in der Illegalitat beschlossen Man schatzt dass sich uber 10 000 Zeugen Jehovas bereit erklarten ihre Religion in Versammlungen und ihre Missionstatigkeit weiter auszuuben Mit Ablauf des Ultimatums begannen die Zeugen Jehovas eine internationale Protestkampagne gegen die Unterdruckung ihrer Glaubensbruder und schwestern im nationalsozialistischen Deutschland Beginnend mit dem 8 Oktober 1934 wurden etwa 20 000 Telegramme und Briefe aus der ganzen Welt an Adolf Hitler zugestellt Ihre schlechte Behandlung der Zeugen Jehovas emport die guten Menschen und entehrt Gottes Namen Horen Sie auf Jehovas Zeugen weiterhin zu verfolgen sonst wird Gott Sie und Ihre nationale Partei vernichten Hitler soll daraufhin gesagt haben Diese Brut wird in Deutschland ausgerottet Damit waren die Verhandlungen und Zugestandnisse endgultig gescheitert Es gab vermehrt Polizeiberichte uber die Tatigkeit der nunmehr verbotenen internationalen Bibelforscher Die fortgesetzte Zuruckhaltung Balzereits wurde von den ubrigen Anhangern der Religionsgemeinschaft mit zunehmender Feindseligkeit betrachtet Im Mai 1935 wurde er trotz seines legalistischen Kurses von den Nationalsozialisten verhaftet und angeklagt Weil er und seine Mitangeklagten im Gerichtsverfahren sich nicht offen zur Lehre der Zeugen Jehovas bekannt hatten wurde er 1936 offiziell aus der Religionsgemeinschaft ausgeschlossen Gleichzeitig verscharften die Zeugen Jehovas in ihrem Schrifttum den Ton gegenuber der Reichsregierung Hitler wurde mehr und mehr als der Antichrist dargestellt seine Herrschaft als die des Teufels auf Erden bezeichnet die Jehova Gott nach seiner Niederkunft als erste zerstoren werde Nach Ansicht des Historikers Michael H Kater war damit die These von der politischen Neutralitat widerlegt auf die sich die Religionsgemeinschaft bis dahin immer berufen hatte Die Zeugen Jehovas standen dem deutschen Staat in offener Feindschaft gegenuber 12 Der relativ geringe Erfolg rechtlicher Schritte gegen die Zeugen Jehovas wurde zu diesem fruhen Zeitpunkt durch juristische Formfehler und das Beharren von Juristen auf der in der Weimarer Verfassung gewahrten Religionsfreiheit bestimmt Auch die Tatsache dass die Wachtturm Bibel und Traktatgesellschaft im Gegensatz zu den Bibelforschervereinigungen eine US amerikanische Zweigstelle war die durch den Berliner Vertrag von 1921 geschutzt war konnten die Zeugen Jehovas zu ihren Gunsten gegenuber den Strafverfolgungsbehorden geltend machen Verbreitung von Flugblattern Bearbeiten In grossen Flugblatt Verteilaktionen machten die Zeugen Jehovas 1936 37 auf ihre Unterdruckung in Deutschland aufmerksam Bei diesen Aktionen wurden etwa bis zu 100 000 Flugblatter verbreitet 13 Dies gilt als die grosste Widerstandsaktion wahrend der Herrschaft des Nationalsozialismus 14 Die Rezeption dieser Aktionen fallt unterschiedlich aus Der Wiener Historiker Franz Graf Stuhlhofer unterstreicht dass sich die damalige Kritik an Hitlers Regierung weitgehend auf die Aufzahlung von Graueltaten gegen die eigene Religionsgemeinschaft beschrankte und dass die Zeugen Jehovas indem sie neben dem NS Regime gelegentlich auch die Kirchen fur die Verfolgung mitverantwortlich machten Verschworungstheorien verbreiten Als Beleg zitiert Graf Stuhlhofer die Broschure Entscheidung Reichtum oder Ruin Was wahlst du in der es hiess In Deutschland organisierten die Jesuiten die kommunistische Partei und brachten sie in Schwung um sie dann in diplomatischer Weise auszunutzen die Menschen in Schrecken zu versetzen das schaffte eine Grundlage die nationalsozialistische Bewegung zu organisieren die die Herrschaft uber die Nation ergriffen hat und sie nun mit eiserner Faust regiert 15 Angesichts solcher Polemik sei es verstandlich dass sich die katholische Kirche nicht mit den verfolgten Zeugen Jehovas solidarisierte 15 Auch Detlef Garbe verweist darauf dass die Leitung der Watch Tower Society die Hitlerregierung bis zuletzt als Instrument eines romisch katholischen Komplottes bezeichnete und damit in ihrem Charakter ganzlich verkannte 16 Wolfgang Benz bis 2011 Leiter des Zentrums fur Antisemitismusforschung der TU Berlin vertritt dagegen die Auffassung dass die Glaubensgemeinschaft durch die Flugblattaktionen die Bevolkerung uber den verbrecherischen Charakter des NS Staates aufzuklaren suchte und sich dadurch uber die Verteidigung ihrer Interessen hinaus gegen das Unrechtsregime engagierte 17 Und Sibyl Milton Leitende Historikerin am United States Holocaust Memorial Museum hebt hervor dass die Flugblattaktion das Schicksal der Zeugen und das der Juden in den Konzentrationslagern in den Mittelpunkt des Interesses ruckte 18 Auch die Historikerin Marion Detjen teilt die Meinung dass der Widerstand der Zeugen Jehovas trotz ihrer politischen Neutralitat im Kern politisch war und sich gegen das NS Unrechtsregime als solches wandte Im Gegensatz zur katholischen und protestantischen Kirche nannten sie in ihren Zeitschriften Hitler und Mussolini als Diktatoren und Gewaltmenschen durchaus beim Namen 19 Kirchen als Unterstutzer der staatlichen Verfolgung Bearbeiten Die Amtskirchen begegneten von wenigen Solidaritatsbekenntnissen abgesehen den staatlichen Verboten und Verfolgungsmassnahmen gegenuber den Bibelforschern mit Dankbarkeit und unterstutzten sie sogar aktiv indem sie die Geheime Staatspolizei in sektenkundlichen Fragen berieten Am 9 Juni 1933 fand eine Zusammenkunft zwischen Vertretern der Ministerien der Gestapo und Vertretern der katholischen und der evangelischen Kirche in Berlin statt um Massnahmen fur das Verbot der Zeugen Jehovas in Preussen zu besprechen Der katholische Domkapitular Piontek bat um strenge staatliche Massnahmen gegen die Religionsgemeinschaft der evangelische Oberkonsistorialrat Fischer wollte ein Verbot der Zeugen Jehovas wegen der Gefahr fur das deutsche Volkstum erwirken Daruber hinaus vertrat er die Auffassung dass die Kirche den Zeugen Jehovas auch mit ihren eigenen Mitteln entgegentreten musse 20 Von offizieller evangelischer Seite wurden bereits im August 1933 Vorschlage unterbreitet mit welchen Sekten ahnlich verfahren werden konnte Das Evangelische Deutschland das in Berlin erscheinende massgebliche Organ auf protestantischer Seite kommentierte am 10 September 1933 das Verbot der Zeugen Jehovas mit Dankbarkeit und forderte weitere Verbote Die Kirche wird dankbar anerkennen dass durch dieses Verbot eine Entartungserscheinung des Glaubens beseitigt worden ist Damit ist jedoch noch keine vollstandige Bereinigung der Sekten erreicht Erwahnt seien nur die Neuapostolischen 21 1937 wurde von einem Vertreter des Landesbischofs der Bremischen Evangelischen Kirche dazu aufgerufen Aktivitaten von Zeugen Jehovas umgehend an die Gestapo zu melden 20 Als am 22 Oktober 1939 Zeugen Jehovas eine Flugschrift vor die Tur eines evangelischen Vikars aus dem Munsterland ablegten verstandigte dieser sofort die Polizei und teilte mit wer nach seiner Meinung als Tater in Frage kommen konnte 20 Religionsausubung trotz Verbots Bearbeiten Jehovas Zeugen wurden aufgrund ihrer Zugehorigkeit zur Bibelforschervereinigung oder der Verweigerung des Hitlergrusses und der Teilnahme an Wahlen als staatsfeindlich oder politisch unzuverlassig betrachtet Daher wurde schon fruh damit begonnen ihnen Arbeitsstellen Gewerbescheine Wandergewerbescheine ihren Beamtenstatus Grundstucke Hauser Fahrzeuge Landwirtschaftserlaubnis oder Betriebsgenehmigungen zu entziehen oder zu verwehren Renten Pensionen Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe wurden verwehrt oder gemindert Jehovas Zeugen galten als unvermittelbare asoziale Elemente denen folglich keine Arbeitslosenunterstutzung zustand Die Inhaftierung Balzereits im Mai 1935 stand am Beginn einer Reihe von zentralen personellen Neubesetzungen der Bibelforschervereinigung Sein Nachfolger war Fritz Winkler Er wurde bei der ersten Verhaftungswelle August September 1936 inhaftiert Ihm folgte Erich Frost in der Leitung der Religionsgemeinschaft nach er wurde bei der zweiten Verhaftungswelle am 21 Marz 1937 inhaftiert Der schon im Voraus bestimmte Nachfolger Heinrich Dietschi wurde bereits mit der dritten Verhaftungswelle im August September 1937 inhaftiert Die personelle Notlage wurde auch dadurch deutlich dass ansonsten ganzlich unublich Fuhrungspositionen zunehmend mit weiblichen Zeugen Jehovas besetzt wurden Die Zeugen Jehovas eigneten sich schnell die notigen Fahigkeiten zu konspirativer Untergrundtatigkeit an Die Verbindungen zu Schwesterorganisationen im Ausland wurden aufrechterhalten der Wachtturm und andere Schriften wurden in grosser Zahl ins Land geschmuggelt oder in Deutschland illegal vervielfaltigt 22 Die Missionsarbeit wurde wegen haufiger Denunzierungen immer seltener klassisch von Haus zu Haus durchgefuhrt sondern zunehmend in kleinen organisierten Blitzaktionen um den Ort vor Ankunft der Gestapo zu verlassen Auf diese Weise wurden bis 1937 auch reichsweit abgestimmte Aktionen durchgefuhrt Mit zunehmender Verfolgung wurde auch die Organisationsstruktur beeinflusst Nachrichten wurden kodiert Personen und Veroffentlichungen der Wachtturmgesellschaft erhielten Tarnnamen Publikationen wie die Zeitschrift Der Wachtturm mussten oft aus dem Ausland eingeschmuggelt und illegal vervielfaltigt werden Zuletzt gab es nur noch Zellen bis zu einer Grosse von etwa sechs Personen Zeugen Jehovas in leitenden Positionen kannten nur wenige andere Leiter damit sie bei Verhoren nicht zu viele Identitaten verraten konnten Staatliche Massnahmen Bearbeiten Auch die Nationalsozialisten stellten sich auf die Situation ein Wiederholt wurden amtliche Stellen sowohl Richter als auch Polizei und Gestapo auf die Gefahr hingewiesen die angeblich von den Bibelforschern ausging Insbesondere den Juristen wurde durch Anweisungen und Veroffentlichungen in Fachzeitschriften dargelegt welche Urteile gegen Bibelforscher erwunscht waren Die Nationalsozialisten wendeten den Sorgerechtsentzug als eine Moglichkeit zur Einflussnahme auf die Zeugen Jehovas an Insbesondere seit der Wiedereinfuhrung der Wehrpflicht im Marz 1935 wurden mannliche Zeugen Jehovas zunehmend wegen Wehrdienstverweigerung belangt Strafverfahren gegen Zeugen Jehovas fanden vor den 1933 eingerichteten Sondergerichten statt die scharfere Urteile fallten als die ubrige Justiz unter anderem nach dem Heimtuckegesetz 23 Gestapo Erlass ordnet Schutzinhaftierung von Zeugen Jehovas an falls das Gericht keinen Haftbefehl erstellt Die Gestapo verlangerte verhangte Strafmasse regelmassig durch die so genannte Schutzhaft Im Juni 1936 bildete sie ein eigenes Sonderkommando zur Bekampfung der Zeugen Jehovas Die Praxis der urteilskorrigierenden Schutzhaft wurde ab dem 5 August 1937 durch das Geheime Staatspolizeiamt in Berlin Gestapa als Erlass an die Dienststellen gegeben Die Haftverlangerung war jedoch nicht einziges Ziel der Gestapo Die Verpflichtungserklarungen Reverse mit denen ein Zeuge Jehovas sich die Schutzhaft ersparen konnte war ein erster Test die Staatstreue zu prufen Personen die die Unterschrift leisteten wurden zumindest bei geringfugigen Vergehen von der Schutzhaft verschont und unter Beobachtung freigelassen Offenbar unterschrieben viele Zeugen Jehovas aus taktischen Grunden um sich oder ihre Angehorigen zu schutzen ohne sich jedoch innerlich vom Glauben zu trennen Dies war vielen moglich weil die Verpflichtungserklarung anfangs von der Internationalen Bibelforschervereinigung sprach sie sich selbst aber als Zeugen Jehovas betrachteten Die Gestapo veranderte den genauen Wortlaut der Erklarungen mehrmals so dass es den Mitgliedern der Religionsgemeinschaft zunehmend schwerer fiel diese zu unterzeichnen Richter sahen durch diese nachtraglichen Urteilskorrekturen der Gestapo die Wurde des Gerichts angegriffen Mitarbeiter des Strafvollzugs fuhlten sich durch die Korrekturen bei ihren Umerziehungsmassnahmen behindert die Bibelforscher zu wertvollen Mitgliedern der Volksgemeinschaft machen sollten Insbesondere das Abfuhren von gerade freigesprochenen Bibelforschern aus dem Gerichtssaal oder die Verbussung einer nachgelagerten Schutzhaft in derselben Gefangniszelle fuhrten zu Beschwerden Der zustandige Ministerialdirektor des Reichsjustizministeriums Wilhelm Crohne leitete die Beschwerden der Generalstaatsanwalte an die Gestapo weiter Bei der Chefprasidentenbesprechung teilte er das Ergebnis mit Die Anweisung zur allgemeinen Schutzhaft musse von der Justiz hingenommen werden Die Gestapo erklarte sich bereit dass die Schutzhaft zukunftig immer in den Konzentrationslagern und eine Verhaftung zur Schutzhaft nicht mehr im Gerichtssaal erfolgen werde Crohne wies die Richter im Zusammenhang darauf hin die Strafen gegen Bibelforscher entsprechend hoch zu bemessen um diese notwendigen Korrekturen zukunftig zu vermeiden Nicht nur die Richterschaft auch die Bevolkerung sollte uber den vermeintlichen Charakter der judisch pazifistischen Sekte aufgeklart werden Die Nationalsozialisten engagierten daher Experten der volkisch nationalen Presse um die geheimen Machenschaften aufzudecken So wurden Gutachten erstellt die nicht nur die Kontakte zu den Freimaurern belegen sondern auch beweisen sollten dass Zeugen Jehovas Josef Stalin als den Stellvertreter Jehovas betrachten Konzentrationslager Bearbeiten Mahntafel im KZ Mauthausen Generelles Schreibverbot fur Bibelforscher Konzentrationslager standen unter Leitung der SS Zeugen Jehovas waren dort unter Schutzhaft und wurden seit 1935 1936 als eigene Gruppe an der Kleidung meist durch blaue Punkte oder Kreise markiert 1938 wurden die Farbcodes vereinheitlicht und die Bibelforscher erhielten ein lila Dreieck Lila Winkel Bis Kriegsbeginn stellten sie in vielen KZs einen betrachtlichen Teil der Insassen in den Frauen KZs bildeten sie 1939 die grosste Gruppe Die Anzahl der Zeugen Jehovas die in Auschwitz inhaftiert waren ist im Unterschied zu allen anderen Konfessionen recht genau bekannt Es waren mindestens 387 24 Die Zahl der Ermordeten ist unbekannt Die Lagerleitungen der KZs beabsichtigten zwar keine systematische Vernichtung der Zeugen Jehovas wie beispielsweise im Falle von Juden Roma und Sinti dennoch war der KZ Alltag von Schwerstarbeit Misshandlung Krankheit Unterernahrung und Tod gepragt Viele Schikanen der SS provozierten zudem den vorzeitigen Tod auch gesunder Haftlinge Die beharrliche Weigerung die Besserungsmassnahmen der SS Leitung anzunehmen brachte den Zeugen Jehovas oftmals viele zusatzliche Angriffe durch die Lagerleitung ein So wurden die ublichen Sanktionen wie Isolation von anderen Gefangenengruppen besonders lange Dienstzeiten in Strafkompanien Kurzung der Essensration und Verweigerung der Krankenbehandlung bei Zeugen Jehovas in einigen Lagern zum Normalzustand Auch brachten ihnen ihre offen bekundeten Glaubensansichten Probleme Jede Verweigerung des Hitler oder Fahnengrusses jede Verweigerung des Wehrdienstes und jede Beantwortung der Frage nach dem Glauben zogen Prugel oft durch mehrere SS Manner nach sich Wurden schon gesunde Zeugen durch diese Misshandlungen schwer mitgenommen bedeuteten sie fur altere Zeugen Jehovas schnell den Tod Die Zeugen Jehovas hatten ein starkes Zusammengehorigkeitsgefuhl Vieles was legal oder illegal in die Baracken gebracht wurde wurde solidarisch geteilt Dies half nicht nur Minderbemittelten oder solchen die keine Angehorigen in Freiheit hatten sondern vermied auch Neid und Diebstahl Da Zeugen Jehovas oft der Zugang zur Krankenversorgung verwehrt blieb waren Kranke darauf angewiesen von ihren Mitglaubigen gepflegt zu werden Dies brachte den Zeugen Jehovas bei vielen Mithaftlingen Respekt ein Auffallend waren auch die Ordnungsliebe und umfassende Hygiene Regeln die einen gewissen Schutz gegen Krankheiten boten Die Ordnungsliebe wurde verschiedentlich von der SS Leitung genutzt um von dem Zustand der Lager ein geschontes Bild zu vermitteln indem nur die Bibelforscher Musterblocke besichtigt wurden Auch die SS Leiter der Konzentrationslager beschaftigten in ihren Dienstvillen gerne weibliche Zeugen Jehovas weil sie als loyal galten Kooperationen mit anderen Haftlingen bildeten die Ausnahme Die Zeugen Jehovas versuchten ihre Neutralitat auch im KZ zu bewahren Wegen ihrer glaubensbedingten Verpflichtung zur Wahrheit und Friedfertigkeit mieden sie die Haftlinge des aktiven Widerstands ebenso wie diese die Zeugen Jehovas Kooperationen fanden auch deshalb kaum statt weil die Lagerleitung bestrebt war die Zeugen Jehovas wegen der unentwegten Missionierungsversuche von anderen Gefangenengruppen fernzuhalten Gelang ihnen dies nicht kam es auch im KZ vereinzelt zu Bekehrungen Zweiter Weltkrieg BearbeitenMit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1 September 1939 trat die Kriegssonderstrafrechtsverordnung vom 17 August 1938 in Kraft Ubliches Todesurteil gegen Kriegsdienstverweigerer Gedenkstein fur den am 2 Dezember 1944 im KZ Neuengamme an den Haftfolgen gestorbenen Erwin Wehmeijer Mitglied der Zeugen Jehovas 25 Zeugen Jehovas wurden zwar schon seit 1936 von Gerichten der Wehrmacht wegen Wehrdienstverweigerung verurteilt Doch mit Kriegsbeginn wurde fur das gleiche Vergehen nun statt ein bis zwei Jahren Haft die Todesstrafe das ubliche Strafmass Der Zeitpunkt zu dem der Einzelne seine Weigerung bekanntgab war unterschiedlich jedoch stellte die Vereidigung vor Gott auf Hitler fur das Gewissen vieler Zeugen Jehovas ein unuberwindliches Hindernis dar Nach Detlef Garbe verweigerten die Zeugen Jehovas in grosser Zahl den Kriegsdienst 26 nach Franz Graf Stuhlhofer handelte es sich um ungefahr ein Viertel der mannlichen Zeugen Jehovas im wehrpflichtigen Alter 27 Weder die noch nicht erfolgte Gestellung noch Wehrunwurdigkeit noch Dienstunfahigkeit noch geistige Unzurechnungsfahigkeit noch die Bereitschaft waffenlosen Dienst zu leisten boten den Zeugen Jehovas Schutz davor fur ihre Gesinnung bestraft zu werden Die Strafe war Tod Verlust der Wehrwurdigkeit und dauernder Verlust der burgerlichen Ehrenrechte Davon konnten auch Frauen betroffen sein Unter den in der Hinrichtungsstatte Berlin Plotzensee ermordeten Zeugen Jehovas war Helene Gotthold verurteilt wegen Wehrkraftzersetzung in Verbindung mit landesverraterischer Begunstigung des Feindes Die von der Militarjustiz erwartete abschreckende Wirkung dieser Strafe trat nicht ein Im ersten Jahr des Krieges machten 152 betroffene Zeugen Jehovas unter den Verfahren wegen Zersetzung der Wehrkraft 14 Prozent aus Wegen dieser Straftat wurden 112 Todesurteile gegen Bibelforscher gefallt 95 7 Prozent Die in der Bibelforscherfrage verunsicherten Richter wurden von Hitler im August 1942 mit dem Hinweis unter Druck gesetzt dass es in der Tierwelt schliesslich auch so sei dass asoziale Elemente ausgemerzt wurden Die Richter versuchten dennoch wiederholt die Zeugen Jehovas von der Notwendigkeit des Kriegsdienstes zu uberzeugen Doch weder die Belehrungen von Offizieren uber die Wichtigkeit des Wehrdienstes noch verlangerte Wartezeit in den Todeszellen noch das Einwirken von Pfarrern beider grossen Konfessionen noch juristische Sanktionen gegen Familienangehorige noch Scheinexekutionen noch das Arrangieren von Familientreffs insbesondere mit andersglaubigen Mitgliedern zeigten die erhoffte Wirkung Und wenn doch wurde der Entschluss oft nachtraglich widerrufen Dabei konnten die Zeugen Jehovas das Urteil abwenden wenn sie sich zum Wehrdienst bereit erklarten bzw als Frau den Treueeid auf den Fuhrer ablegten Die Manner wurden in diesem Fall in Straf und Bewahrungsbataillonen an den gefahrlichen Frontabschnitten eingesetzt Am 15 September 1939 wurde der erste deutsche Wehrdienstverweigerer exekutiert Er war dabei jedoch nicht nach der Kriegssonderstrafrechtsverordnung verurteilt worden sondern hatte eine Sonderbehandlung gemass dem Runderlass vom 3 September 1939 an alle Staatspolizeistellen wegen Zersetzungsausserungen und Kriegsdelikten erfahren Der 29 jahrige Zeuge Jehovas August Dickmann erhielt seinen Wehrpass ins KZ nachgesandt Auf seine Weigerung hin diesen zu unterschreiben wurde er nicht nur wie nach derartigen Befragungen ublich verprugelt sondern in Einzelhaft gebracht und schliesslich vor dem gesamten Lager erschossen Da die erhoffte abschreckende Wirkung ausblieb wurden Erschiessungen in der Folgezeit uberwiegend abseits durchgefuhrt Auf Grundlage dieses Runderlasses und der Kriegssonderstrafrechtsverordnung konnten Zeugen Jehovas sowohl im KZ als auch in Freiheit wegen Wehrdienstverweigerung vorgeblich rechtmassig exekutiert werden Die ersten Kriegsjahre 1939 und 1940 waren im KZ durch eine weitere Steigerung der Misshandlungen der Zeugen Jehovas gepragt Mehrfach suchten sich SS Fuhrer einzelne Zeugen Jehovas heraus um an ihnen eine Demonstration zu vollfuhren Ziel war das Abschworen vom Glauben Dieses Kraftemessen endete meist mit dem Tod des Bibelforschers Die Funktion des so genannten Reichsdieners das heisst des ranghochsten Altesten der Zeugen Jehovas im Reichsgebiet blieb nach der Inhaftierung Heinrich Dietschis bis Kriegsende unbesetzt Die Bereiche Sudwest und Westdeutschland wurden hiernach von Ludwig Cyranek der am 6 Februar 1940 verhaftet und am 3 Juli 1941 enthauptet wurde Osterreich von Peter Golles Verhaftung am 12 Juni 1940 geleitet Die Koordination ubernahm Robert Arthur Winkler aus den Niederlanden Narciso Riet der 1944 1945 in Dachau getotet wurde und Julius Engelhard hingerichtet am 14 August 1944 waren spater fur Sud und Westdeutschland Osterreich und das Protektorat Bohmen und Mahren zustandig Zusammen mit Wilhelm Schumann in Magdeburg und Franz Fritsche inhaftiert Herbst 1943 in Berlin waren sie nach der Verhaftung R A Winklers am 21 Oktober 1941 28 auf die Leitung durch das europaische Zentralburo in Bern angewiesen Der Tatigkeitsschwerpunkt verlagerte sich zunehmend auf die Ubersetzung und Versorgung insbesondere der Inhaftierten mit Literatur der Wachtturm Gesellschaft Ab 1942 erhohten sich die Uberlebenschancen fur Zeugen Jehovas in KZ aus mehreren Grunden Deutsche Haftlinge wurden zur Wehrmacht berufen und die KZs wurden zunehmend mit auslandischen Haftlingen gefullt Daher gab es nur noch wenige qualifizierte erfahrene deutsche Haftlinge und es wurde auf die uberwiegend deutschen Zeugen Jehovas fur Vertrauensstellungen in der Haftlingsselbstverwaltung und Lagerbewirtschaftung zuruckgegriffen Sie ubernahmen diese Aufgaben soweit sie diese mit ihrem Gewissen vereinbaren konnten Ihre Eigenschaften waren ein grosser Vorteil fur die Lagerleitung Ihre Gewissenhaftigkeit bei der Erledigung ihnen ubertragener Aufgaben sowie ihre Gewaltablehnung machte sie zu verlasslichen Haftlingen von denen weder Flucht noch Intrigen noch Schiebungen zu erwarten waren Wegen solcher Beobachtungen stellte der Reichsfuhrer SS Heinrich Himmler zeitweise Uberlegungen an Zeugen Jehovas nach dem Krieg im Osten anzusiedeln um dort ihren Pazifismus zu verbreiten und die russische Gefahr zu bannen Ab Ende 1944 wurden offizielle Aufzeichnungen der Lager Verwaltungen seltener Die Rekonstruktion dieser Zeit ist daher in besonderem Masse auf mundliche Berichte von Augenzeugen angewiesen Zu den dramatischsten Vorgangen in dieser Zeit gehort die planmassige Totung der KZ Insassen durch die SS Auch unter Zeugen Jehovas forderten diese Aktionen Todesopfer Dabei gab es eine bekannte Ausnahme In den zwei Wochen nach dem 21 April 1945 starben bei der Evakuierung des KZ Sachsenhausen von den 33 000 Lagerinsassen etwa 6 000 Personen Den 230 Zeugen Jehovas wurde ausnahmsweise gewahrt eine Gruppe zu bilden Ihre bereits im KZ erprobte Gemeinschaft und ihr Organisationstalent erwiesen sich auf diesem Todesmarsch als lebensrettend Die 230 Zeugen Jehovas die diesen Marsch antraten hatten keine Opfer zu beklagen Einige Zeugen Jehovas die mit der Cap Arcona und der Thielbek in der Neustadter Bucht untergingen ertranken Anzahl der Opfer Bearbeiten Stolperstein zur Erinnerung und Mahnung an die Ermordung eines Zeugen Jehovas aus Berlin 1933 zu Beginn der Herrschaft Hitlers gab es in Deutschland ungefahr 25 000 bis 30 000 Zeugen Jehovas In den folgenden zwolf Jahren bis 1945 wurden 11 300 deutsche und auslandische Zeugen Jehovas inhaftiert Zahlt man diejenigen Personen dazu die von Geldstrafen Rentenentzug Misshandlungen betroffen waren steigt die Zahl auf 13 400 Davon kamen 2 000 Personen in Konzentrationslager 950 deutsche und 540 auslandische Verfolgungsopfer uberlebten die Haftbedingungen nicht wurden ermordet oder hingerichtet Unter diesen 1 490 Toten befinden sich auch die 270 als Kriegsdienstverweigerer exekutierten Zeugen Jehovas alle Zahlenangaben sind circa Werte Da die Forschungsarbeiten nicht abgeschlossen sind werden die Zahlen immer noch nach oben korrigiert 29 Wahrend der Anteil der Zeugen Jehovas in den KZs vor Kriegsbeginn durchschnittlich 5 bis 10 Prozent betrug stellten die Zeuginnen Jehovas in vielen Frauen KZs die grosste Gruppe im Frauen KZ Moringen zeitweise fast 90 Prozent der Inhaftierten Besonders belastend durften fur die Frauen auch die vielen Hundert Sorgerechtsentzuge gewesen sein 652 Falle sind namentlich erfasst Zeugen Jehovas gehen insgesamt von mindestens 860 Fallen aus manche Historiker schatzen die Zahl noch hoher Wertungen BearbeitenDie Verfolgung der Zeugen Jehovas im nationalsozialistischen Deutschland wird von Historikern unterschiedlich bewertet Einige verglichen die Verfolgung der Zeugen Jehovas mit der Verfolgung der Juden wahrend ihnen andere eine weitgehende Kollaboration mit den Nationalsozialisten unterstellen Die Eigenarten der Zeugen Jehovas und ihrer Verfolgung liessen sogar vereinzelt Uneinigkeit daruber aufkommen ob das Bestreben Religionsfreiheit gegen alle Hindernisse zu bewahren tatsachlich dem aktiven Widerstand gegen den Nationalsozialismus zuzuordnen sei Schliesslich wurden die Zeugen Jehovas nicht vorrangig fur das verfolgt was sie taten sondern fur das was sie ablehnten Nach Detlef Garbe eignen sich die Zeugen Jehovas nur bedingt fur das ubliche Verstandnis von Widerstand im Dritten Reich Die couragierte Haltung der Zeugen Jehovas eignet sich als Leitbild in einer demokratisch verfassten Gesellschaft nur bedingt Ihr Handlungsmotiv war die Loyalitat zur Theokratie nicht die Wiedererlangung von Freiheit und Demokratie 30 Weitgehend unbestritten sind folgende Besonderheiten bei der Verfolgung dieser kleinen Gruppe durch die Nationalsozialisten Zeugen Jehovas waren die erste Religionsgemeinschaft die durch die Nationalsozialisten verboten und verfolgt wurden Ihnen wurde ein eigenes Abzeichen in den Konzentrationslagern 1 von 6 zugeteilt wahrend andere christliche Regimegegner den politischen Haftlingen zugeordnet wurden Zeugen Jehovas waren die einzigen Insassen der KZs die sich durch eine Willenserklarung in der sie ihrem Glauben abschworen hatten freikaufen konnen und so die KZs hatten verlassen durfen Literatur BearbeitenWolfgang Benz Walter H Pehle Hrsg Lexikon des deutschen Widerstandes Frankfurt am Main 2001 ISBN 3 596 15083 3 S 321 325 Gerhard Besier Clemens Vollnhals Repression und Selbstbehauptung Die Zeugen Jehovas unter der NS und der SED Diktatur In Zeitgeschichtliche Forschungen ZGF Band 21 Duncker amp Humblot Berlin 2003 ISBN 3 428 10605 9 Sigrid Bruggemann Die Verfolgung der Zeugen Jehovas In Ingrid Bauz Sigrid Bruggemann Roland Maier Hrsg Die Geheime Staatspolizei in Wurttemberg und Hohenzollern Stuttgart Schmetterling Verlag 2013 ISBN 3 89657 138 9 S 249 259 Detlef Garbe Zwischen Widerstand und Martyrium Die Zeugen Jehovas im Dritten Reich In Studien zur Zeitgeschichte 4 Auflage Band 42 Oldenbourg Munchen 1999 ISBN 3 486 56404 8 Online Dissertation an der Universitat Hamburg 1989 Franz Graf Stuhlhofer Tauferkirchen in der Ostmark Von Adventisten Baptisten Mormonen Pfingstlern und Zeugen Jehovas Forschungsbericht In Osterreich in Geschichte und Literatur 44 2000 S 73 93 Gerald Hacke Die Zeugen Jehovas im Dritten Reich und in der DDR Feindbild und Verfolgungspraxis Schriften des Hannah Arendt Instituts fur Totalitarismusforschung Bd 41 Vandenhoeck amp Ruprecht Gottingen 2011 ISBN 978 3 525 36917 3 Hans Hesse Am mutigsten waren immer wieder die Zeugen Jehovas Verfolgung und Widerstand der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus Temmen Bremen 2000 ISBN 3 86108 724 3 Hans Hesse Jurgen Harder und wenn ich lebenslang in einem KZ bleiben musste Die Zeuginnen Jehovas in den Frauenkonzentrationslagern Moringen Lichtenburg und Ravensbruck Klartext Essen 2001 ISBN 3 88474 935 8 Vinzenz Jobst Anton Uran Verfolgt vergessen hingerichtet kitab Klagenfurt 2011 ISBN 978 3 902585 62 2 Michael H Kater Die Ernsten Bibelforscher im Dritten Reich In Vierteljahrshefte fur Zeitgeschichte 17 Jahrgang Nr 2 1969 ISSN 0042 5702 Andreas Maislinger Internationale Bibelforschervereinigung Zeugen Jehovas In Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934 1945 Eine Dokumentation in zwei Banden Band 2 Osterreichischer Bundesverlag Pustet Wien Salzburg 1991 ISBN 3 215 06565 7 S 323 351 Monika Minninger Eine Bekennende Kirche Zur Verfolgung von Zeugen Jehovas in Ostwestfalen und Lippe 1933 1945 Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld Bielefeld 2001 Arnulf Moser Die Konstanzer Zeugen Jehovas als Opfer des Dritten Reiches In Schriften des Vereins fur Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung 131 Heft 2013 ISBN 978 3 7995 1719 5 S 229 242 Hans Simon Pelanda Sandra Breedlove Widerstand gegen das NS Regime aus religioser Uberzeugung Jehovas Zeugen in Regensburg 1933 1945 In Verhandlungen des Historischen Vereins fur die Oberpfalz und Regensburg Band 158 2018 ISSN 0342 2518 S 213 331 M James Penton Jehovah s Witnesses and the Third Reich Sectarian politics under persecution University of Toronto Press Toronto 2004 ISBN 0 8020 8678 0 Bernhard Rammerstorfer Nein statt Ja und Amen Leopold Engleitner Er ging einen anderen Weg Selbstverlag Puchenau 1999 ISBN 3 9500718 6 5 maislinger net Kritik Hermine Schmidt Die Gerettete Freude Eines jungen Menschen Zeit 1925 1945 Gamma Kopenhagen 2007 ISBN 978 3 9807639 0 5 Eine junge Frau geht mutig ihren Weg in einer Zeit bitterer Verfolgung Die Autobiografie der Autorin Hermine Schmidt 31 die als junge Zeugin Jehovas ab dem 5 Mai 1944 im KZ Stutthof inhaftiert war schildert ausfuhrlich die Situation und Schikanen in der Zeit des Nationalsozialismus im Lager sowie den Todesmarsch Lesung Hermine Schmidt Kirsten John Stucke Michael Krenzer Johannes Wrobel 12 Jahre 12 Schicksale Fallbeispiele zur NS Opfergruppe Jehovas Zeugen in Nordrhein Westfalen 1933 1945 Arbeitskreis NS Gedenkstatten NRW e V Munster 2006 jwhistory net PDF Friedrich Zipfel Hans Herzfeld Einleitung Kirchenkampf in Deutschland 1933 1945 Religionsverfolgung und Selbstbehauptung der Kirchen in der nationalsozialistischen Zeit In Veroffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin beim Friedrich Meinecke Institut der Freien Universitat Berlin Publikationen der Forschungsgruppe Berliner Widerstand beim Senator fur Inneres von Berlin Band 1 1 Auflage Band 11 de Gruyter Berlin 1965 ISBN 3 11 000459 3 Franz Zurcher Kreuzzug gegen das Christentum Europa Zurich New York NY 1938 Winfried Nerdinger Christoph Wilker Die Verfolgung der Zeugen Jehovas in Munchen 1933 1945 Metropol Berlin 2018 ISBN 978 3 86331 401 9 Christoph Wilker Ich hatte eine gerade Linie der ich folgte Die Geschichte von Rita Glasner einem Bibelforscherkind im Dritten Reich Volk Munchen 2015 ISBN 978 3 86222 165 3 Weblinks Bearbeiten Commons Jehovah s Witnesses in the Third Reich Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Website von Zeugen Jehovas zur Verfolgung im Dritten Reich 12 Jahre 12 Schicksale Fallbeispiele zur NS Opfergruppe Jehovas Zeugen in NRW PDF 2 13 MB Bibliographie zur Verfolgung in Osterreich Literatur uber aus Osterreich Lebensgeschichte von verfolgten und getoteten Zeugen Jehovas aus Osterreich Sonderausstellungsbreich des United States Holocaust Memorial Museum zur Verfolgung der Zeugen Jehovas Memento vom 12 September 2013 im Internet Archive Einzelnachweise Bearbeiten Garbe Zwischen Widerstand und Martyrium 2 Auflage 1994 S 45 P B Gotthilf d i Paul Balzereit Die grosste Geheim Macht der Welt Die Ursache aller Kriege sowie aller nationalen und internationalen Zerwurfnisse Ein Jahrhunderte alter Betrug aufgedeckt Sternverlag Leipzig 1924 Garbe Zwischen Widerstand und Martyrium 2 Auflage 1994 S 485 Michael H Kater Die Ernsten Bibelforscher im Dritten Reich In Vierteljahrshefte fur Zeitgeschichte 17 1969 S 187 ifz muenchen de PDF 6 6 MB abgerufen am 30 Juni 2011 Monika Minninger Eine bekennende Kirche Zur Verfolgung von Zeugen Jehovas in Ostwestfalen und Lippe 1933 1945 Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld 2001 S 10 Michael H Kater Die Ernsten Bibelforscher im Dritten Reich In Vierteljahrshefte fur Zeitgeschichte 17 1969 S 196 ifz muenchen de PDF 6 6 MB abgerufen am 30 Juni 2011 Das Goldene Zeitalter 15 Februar 1933 S 50 53 zitiert nach Garbe Zwischen Widerstand und Martyrium 1998 S 87 Garbe Zwischen Widerstand und Martyrium 1998 S 88 Garbe Zwischen Widerstand und Martyrium 1998 S 88 f Bundesarchiv ZBI 1046 A1 Bl 24 Garbe Zwischen Widerstand und Martyrium 1998 S 102 ff Michael H Kater Die Ernsten Bibelforscher im Dritten Reich In Vierteljahrshefte fur Zeitgeschichte 17 1969 S 188 f ifz muenchen de PDF 6 6 MB abgerufen am 30 Juni 2011 Garbe Zwischen Widerstand und Martyrium Kap IV 2 in der Auflage von 1994 S 231 260 Elke Imberger Widerstand von unten Widerstand und Dissens aus den Reihen der Arbeiterbewegung und der Zeugen Jehovas in Lubeck und Schleswig Holstein 1933 1945 Neumunster 1991 S 345 a b Graf Stuhlhofer Tauferkirchen in der Ostmark S 86 Garbe Zwischen Widerstand 1994 S 527 Wolfgang Benz In Informationen zur politischen Bildung Nr 243 1994 S 21 Sibyl Milton Zeugen Jehova vergessene Opfer In Widerstand aus christlicher Uberzeugung Jehovas Zeugen im Nationalsozialismus Dokumentation einer Tagung Hrsg v Kreismuseum Wewelsburg Fritz Bauer Institut und der Bundeszentrale fur politische Bildung Essen 1998 Marion Detjen Zum Staatsfeind ernannt Widerstand Verweigerung und Protest gegen das NS Regime in Munchen Munchen 1998 S 237 a b c Garbe Zwischen Widerstand und Martyrium 1998 S 10 Das Evangelische Deutschland Kirchliche Rundschau fur das Gesamtgebiet der Deutschen Evangelischen Kirche Nr 37 10 September 1933 zitiert nach Garbe Zwischen Widerstand und Martyrium 1998 S 10 Detlef Garbe Ernste Bibelforscher In Wolfgang Benz Hermann Graml und Hermann Weiss Hrsg Enzyklopadie des Nationalsozialismus Klett Cotta Stuttgart 1997 S 449 Michael H Kater Die Ernsten Bibelforscher im Dritten Reich In Vierteljahrshefte fur Zeitgeschichte 17 1969 S 197 f ifz muenchen de PDF 6 6 MB abgerufen am 30 Juni 2011 Teresa Wontor Cichy Jehovah s Witnesses Staatliches Museum Auschwitz Birkenau archiviert vom Original am 5 Januar 2010 abgerufen am 9 Februar 2010 englisch Kurzbiographie Wehmeijers PDF bei der Berthold Mehm Stiftung Garbe Zwischen Widerstand und Martyrium 3 Auflage 1997 S 12 Graf Stuhlhofer Tauferkirchen in der Ostmark S 88 books google nl Die NS Verfolgung der Zeugen Jehovas in Koln 1933 1945 Memento vom 30 September 2007 im Internet Archive PDF S 34 Detlef Garbe Zwischen Widerstand und Martyrium Die Zeugen Jehovas im Dritten Reich 1998 S 28 Die Gerettete Freude Memento vom 13 Juli 2015 im Internet Archive Dieser Artikel wurde am 2 September 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Zeugen Jehovas in der Zeit des Nationalsozialismus amp oldid 219747280, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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