fbpx
Wikipedia

Die Zentralafrikanische Republik (sangoKödörösêse tî Bêafrîka,französischRépublique Centrafricaine) ist ein Binnenstaat in Zentralafrika. Sie grenzt (im Uhrzeigersinn von Norden) an den Tschad, den Sudan, den Südsudan, die Demokratische Republik Kongo, die Republik Kongo und Kamerun. Die Hauptstadt ist Bangui.

Ködörösêse tî Bêafrîka(Sango)
République Centrafricaine(französisch)
Zentralafrikanische Republik
Wahlspruch: Unité, Dignité, Travail
(französisch für „Einigkeit, Würde, Arbeit“)
Amtssprache Sango und Französisch
Hauptstadt Bangui
Staats- und Regierungsform präsidentielle Republik
Staatsoberhaupt Präsident
Faustin Archange Touadéra
Regierungschef Premierminister
Félix Moloua
Fläche 622.984 km²
Einwohnerzahl 4,7 Millionen (123.) (2019; Schätzung)
Bevölkerungsdichte 7 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung + 1,7 % (Schätzung für das Jahr 2019)
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2019 (Schätzung)
  • 2,3 Milliarden USD (168.)
  • 4,7 Milliarden USD (169.)
  • 480 USD (190.)
  • 985 USD (191.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,397 (188.) (2019)
Währung 1 CFA-Franc BEAC
1 € = 655,957 XAF

100 XAF = 0,152449 EUR
(fixer Wechselkurs)

Unabhängigkeit 13. August 1960 (von Frankreich)
National­hymne La Renaissance
Nationalfeiertag 1. Dezember (1958, Tag der Republik)
Zeitzone UTC+1
Kfz-Kennzeichen RCA
ISO 3166 CF, CAF, 140
Internet-TLD .cf
Telefonvorwahl +236

Die Zentralafrikanische Republik ist ein stark unterentwickelter und instabiler Staat. Das Land war 2016, gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, das ärmste der Welt. Die Bevölkerung des Landes gilt als die am ungesündesten lebende und diejenige mit der niedrigsten Lebenserwartung weltweit.

Inhaltsverzeichnis

Das Land liegt hauptsächlich auf dem Plateau der Nordäquatorialschwelle, welche im Durchschnitt eine Höhe von 600 Metern über dem Meeresspiegel hat. Im Norden des Landes liegen 216.000 km² im Tschadbecken. Das Bongo-Massiv an der Grenze zum Sudan erhebt sich bis zu einer Höhe von 1330 m, im Yadé-Massiv (östlichster Bereich des Hochlandes von Adamaua) entlang der Grenze zu Kamerun liegt der Ngaoui, mit 1420 m höchster Berg des Landes.

Klima

Das Klima entspricht größtenteils dem der wechselfeuchten Tropen und im Süden der immerfeuchten Tropen. Das heißt, es gibt eine feuchte und eine trockene Jahreszeit. Im Norden, an der Grenze zur Trockensavanne, ist die Regenzeit rund vier Monate lang, während sie sich im Süden über acht bis zehn Monate erstreckt. Im Norden ist es vor allem in der Trockenzeit enorm heiß, teilweise bis 40 °C. Nachts hingegen kühlt es teilweise auf unter 10 °C ab. In der Hauptstadt sind die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede wegen der Nähe zum tropischen Regenwald hingegen gering.

Hydrologie

Praktisch der gesamte Niederschlag in dem Land entwässert entweder über den Schari in das Tschadbecken oder über den Sangha und den Ubangi in den Kongo. Nur im äußersten Westen der Zentralafrikanischen Republik liegen kleine Bereiche des Einzugsgebietes des Grenzflusses Lom, der über den Sanaga in den Golf von Guinea entwässert. Die Grenze zum Südsudan ist, abgesehen von kleinen Unschärfen, nahezu deckungsgleich mit den Einzugsgebietsgrenzen des Ubangi und des Nils. Hier befindet sich auch der Hauptwasserscheidepunkt Afrikas (etwa9° 8′ 23,3″ N,23° 28′ 5,9″ O9.13981123.468314)

Flora und Fauna

Der dichte tropische Regenwald im Süden ist eine der letzten Zufluchtsstätten für Flachlandgorillas und Waldelefanten. Hier liegt auch das Dzanga-Sangha-Schutzgebiet, in dem beide Arten geschützt sind. Der größte Teil des Landes besteht aber aus Baumsavanne (Feuchtsavanne) und lichtem Wald, die im Norden allmählich in die baumärmere Trockensavanne übergehen. Zum Tierbestand zählen Elefanten, Affen, Antilopen, Büffel, seltene Vögel sowie Warane und Flusspferde in den Gewässern.

Weite Teile des Landes befinden sich in der so genannten Ökoregion Wald-Savannen-Mosaik des nördlichen Kongo.

Mit durchschnittlich 4,6 Kindern pro Frau (2019) hat die Zentralafrikanische Republik eine hohe Fertilitätsrate, wenngleich diese seit den 1990er Jahren rückläufig ist. Diese hohe Rate ist unter anderem auch dadurch bedingt, dass nur 29 % der verheirateten Frauen moderne Verhütungsmittel zur Verfügung stehen – Tendenz steigend. 43,9 % der Bevölkerung sind unter 15 Jahre alt, weniger als 3 % der Bevölkerung älter als 65. Das Medianalter betrug 2020 geschätzt 17,6 Jahre. Die Lebenserwartung lag 2019 bei nur 53,3 Jahren. Die Lebenserwartung in der Zentralafrikanischen Republik war damit die niedrigste der Welt.

Während die Regenwaldgebiete und die Trockensavanne fast menschenleer sind, was auch zu einer niedrigen Bevölkerungsdichte von 8,8 Einwohner pro km² führt, siedelt der größte Teil der Bevölkerung entlang der wichtigsten Wasserwege des Landes.

Bevölkerungsentwicklung in Millionen Einwohnern
Bevölkerungspyramide der Zentralafrikanische Republik (2020)

Für das Jahr 2050 prognostiziert die UN eine Einwohnerzahl von 8,4 Millionen.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohnerzahl
1950 1.327.000
1960 1.504.000
1970 1.829.000
1980 2.280.000
1990 2.940.000
2000 3.755.000
2010 4.449.000
2020 4.830.000
2030 5.942.000

Volksgruppen

Die ursprüngliche Bevölkerungsgruppe, die Pygmäen, zählt heute wenige Angehörige und lebt nur noch in den südwestlichen Regenwäldern. Die als Bewohner der südlichen Flusslandschaften lebenden Bantuvölker der Ngala-Gruppe bilden ebenfalls eine Minderheit: Von ihnen sind die Yakoma mit 4 % Anteil an der Bevölkerung das größte Volk, daneben gibt es auch die Mbaka mit ebenfalls 4 %, Lissongo, Bamda und Banziri.

Hinzu kommen im Norden sahelo-sudanische Völker – zumeist Savannenbewohner, von denen die Baya mit 33 % der Bevölkerung die größte Volksgruppe des Landes stellen, neben den Banda mit 27 %. Weiterhin sind unter den sahelosudanischen Völkern die Mandschia mit 13 %, die Sara mit 10 %, die Mboum mit 7 % und die Ngbandi stärker vertreten.

Ferner gibt es Niloten – vor allem Runga – sowie im Osten Azande-Völker. Einige Tausend Europäer, zumeist Franzosen, leben in den Städten. Im Jahr 2017 waren 1,9 % der Bevölkerung im Ausland geboren.

Sprachen

Die Amtssprachen sind Sango (seit 1991) und Französisch (seit der Unabhängigkeit). Darüber hinaus werden zahlreiche weitere indigene Sprachen gesprochen, vor allem Ubangi-Sprachen, zu denen auch das Sango gehört. Sango hat zudem auch den Status einer Nationalsprache. Insgesamt werden 72 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen.

Religionen

Christen bilden mit etwa 80 % die mit Abstand größte Glaubensgruppe der Zentralafrikanischen Republik. Gemäß der Volkszählung 2003 sind nur noch rund 9,6 % der Einwohner offiziell Anhänger der indigenen Glaubensrichtungen. Der sunnitische Islam wird von etwa 10 % der Bevölkerung praktiziert (mit zunehmender Tendenz) und ist vor allem im Nordosten bis Norden, in geringerem Maße auch im Nordwesten sowie durch Binnenvertreibung in weiteren Regionen des Landes verbreitet. Weitere 10 % sind Animisten.

Seit der Kolonialzeit agieren viele Missionarsgruppen im Land, vor allem Lutheraner und Katholiken, aber auch Baptisten, Grace Brethren und Zeugen Jehovas. Während diese Missionare anfangs vorherrschend aus Frankreich, den Vereinigten Staaten, Italien und Spanien kamen, stammen viele Missionare inzwischen auch aus Nigeria, der Demokratischen Republik Kongo und anderen Subsahara-Staaten. Viele westliche Missionare verließen das Land in den Jahren 2002/2003 aufgrund von Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen.

Bildung

Trotz Schulpflicht liegt die Analphabetenrate bei 62,6 % (Stand 2018). Die Schulbildung ist zwar kostenlos, aber immer noch nur einer kleinen Minderheit zugänglich. Seit 1969 besteht die Universität Bangui. 2008 kam die internationale Euclid-Universität hinzu.

Gesundheit

Mütter sowie Kinder im Alter zwischen 0 und 5 Jahren warten vor einem Gesundheitszentrum in Bangui auf ihre Polio-Impfung (2008).

Das Gesundheitswesen ist der Schlafkrankheit, Malaria, der Lepra, AIDS und anderen Krankheiten nicht gewachsen. Ein hoher Anteil der Bevölkerung ist HIV-infiziert. Je nach Quelle wird von einer Prävalenz von 6,3 % bis 13,5 % ausgegangen. Eine soziale Versorgung gibt es kaum.

Nur 54 % der Geburten können medizinisch betreut werden. Die Säuglingssterblichkeit liegt bei 79 pro 1000 Geburten, die Kindersterblichkeit bei 117 pro 1000 Geburten.

Beim Welthunger-Index 2019 belegte die Zentralafrikanische Republik den letzten Platz. Sie ist das einzige Land der Welt, in dem die Lage als „gravierend“ eingeschätzt wurde. Im Zeitraum 2016–18 galten fast 60 % der Bevölkerung als unterernährt.

Die weltweite COVID-19-Pandemie trat in der Zentralafrikanischen Republik erstmals im März 2020 auf.

Siehe auch: COVID-19-Pandemie in der Zentralafrikanischen Republik

Siehe auch: HIV/AIDS in Afrika

Nach dem vom Sudan aus betriebenen Sklavenhandel siedelten hier später Bantu und Azande. Letztere gründeten die Sultanate Rafaï und Bang Assou.

Das Gebiet der heutigen Zentralafrikanischen Republik deckt sich weitgehend mit dem ehemaligen Ubangi-Schari, Teil von Französisch-Äquatorialafrika. Am 25. April 1946 wurde von der Konstituierenden Nationalversammlung Frankreichs die Loi Lamine Guèye verabschiedet, nach der ab dem 1. Juni 1946 alle Bewohner der überseeischen Gebiete einschließlich Algeriens denselben Bürgerstatus wie Franzosen in Frankreich oder den überseeischen Gebieten hatten. Damit war das Frauenwahlrecht Gesetz. Bei den Wahlen zur Französischen Nationalversammlung sowie für alle örtlichen Wahlen in ganz Afrika außer Senegal galt bis 1956 ein Zweiklassenwahlrecht. 1956 wurde, noch unter französischer Verwaltung, die loi-cadre Defferre und damit das allgemeine Wahlrecht eingeführt.

Das Land erlangte im „Afrikanischen Jahr“ 1960 seine volle Unabhängigkeit von der französischen Kolonialherrschaft. Barthélemy Boganda wurde bereits vor Unabhängigkeit Ende 1958 zum Premierminister ernannt, verunglückte aber 1959 bei einem Flugzeugabsturz. David Dacko wurde 1960 zum Präsidenten gewählt. Für die Bestätigung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts nach der Unabhängigkeit nennen mehrere Quellen 1986, eine abweichende Quelle 1960.

Der selbsternannte Kaiser Jean-Bédel Bokassa (1970er Jahre)

1966 setzte Jean-Bédel Bokassa Dacko durch einen Putsch ab und verwandelte 1976 bis 1979 das Land in eine Monarchie, das Zentralafrikanische Kaiserreich, das er als Kaiser despotisch regierte. 1979 wurde Bokassa von Général André Kolingba abgesetzt, der als Präsident bis 1993 regierte. 1991 wurden politische Parteien wieder zugelassen. Bei freien Wahlen verlor Kolingba 1993 gegen Ange-Félix Patassé, der am 19. September 1993 neuer Präsident wurde. Seitdem gab es verschiedene Versuche, zur Demokratie zurückzukehren, aber bis 1997 auch Militärrevolten, Umstürze und Umsturzversuche, an denen zum Teil die frühere Kolonialmacht Frankreich beteiligt war.

Patassé wurde nach zwischenzeitlichen Umstürzen am 22. Oktober 1999 wiedergewählt und am 15. März 2003 durch François Bozizé gestürzt. Die Präsidentschaftswahlen 2005 gewann Bozizé im zweiten Wahlgang am 24. Mai 2005 mit 64,6 % der registrierten Stimmen. Seit Mitte 2006 litt der Norden des Landes unter Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Nach Angaben der humanitären Organisationen im Land waren Millionen Menschen von den gewaltsamen Auseinandersetzungen betroffen. Mehr als 212.000 Menschen waren aus ihren Dörfern geflüchtet. 78.000 Flüchtlinge hatten das Land verlassen. Die bewaffneten Konflikte im Tschad und in Darfur (→ Darfur-Konflikt) begannen auf die Zentralafrikanische Republik überzugreifen. Die Regierung wurde beim Kampf gegen Rebellen von der ehemaligen französischen Kolonialmacht unterstützt.

Ab Dezember 2012 kam es zu schweren Gefechten der Regierung mit den islamisch dominierten Rebellenkoalition der Séléka, die USA zogen aus Angst vor Übergriffen ihren Botschafter zurück, Frankreich lehnte eine Intervention ohne UN-Mandat ab. Am 24. März 2013 nahm die Séléka den Präsidentenpalast in der Hauptstadt Bangui ein und übernahm die Macht; Präsident François Bozizé floh ins Ausland. Der Rebellenführer Michel Djotodia ließ sich zum Präsidenten küren und löste die Séléka auf, trotzdem kam es zunehmend zu Gewalttätigkeiten zwischen Kämpfern der ehemaligen Rebellen und den Anhängern Bozizés sowie gegen Zivilisten. Nach Zustimmung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen am 5. Dezember 2013 wurde der französische Militäreinsatz ausgeweitet; Präsident Djotodia und Premierminister Nicolas Tiangaye traten am 10. Januar 2014 zurück. Catherine Samba-Panza wurde zur Interimspräsidentin ernannt, eine neue Verfassung trat in Kraft, 2016 fanden wieder Wahlen statt.

Am 14. Dezember 2015 rief die Séléka im Norden des Landes die Republik Dar El Kuti aus. Man wolle zuerst nur Autonomie, strebe aber für die Zukunft die völlige Unabhängigkeit an.

Politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 107,5 von 120 6 von 178 Stabilität des Landes: großer Alarm
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
2020
Demokratieindex 1,32 von 10 165 von 167 Autoritäres Regime
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2020
Freedom in the World 10 von 100 --- Freiheitsstatus: nicht frei
0 = unfrei / 100 = frei
2020
Rangliste der Pressefreiheit 41,92 von 100 126 von 180 Schwierige Lage für die Pressefreiheit
0 = gute Lage / 100 = sehr ernste Lage
2021
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 26 von 100 146 von 180 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2020

Politisches System

Nach der Verfassung von 2015 ist die Zentralafrikanische Republik eine präsidentielle Republik mit Mehrparteiensystem. Der Präsident wird für fünf Jahre vom Volk direkt gewählt (zuvor sechs Jahre) und kann einmal wiedergewählt werden. Als Staatsoberhaupt ist er Oberbefehlshaber der Streitkräfte und hat die Befugnis, den Premierminister und Kabinettsmitglieder zu ernennen und zu entlassen.

Bei den Wahlen im Februar 2016 setzte sich der ehemalige Premierminister Faustin-Archange Touadéra mit 62,7 % im zweiten Wahlgang durch, nachdem er im ersten Wahlgang im Dezember 2015 noch mit 19 % hinter seinem Konkurrenten Anicet Georges Dologuélé lag. Im Dezember 2020 wurde Touadéra bereits im ersten Wahlgang mit 53,9 % wiedergewählt. Aufgrund der Corona-Pandemie versuchte die Regierung durch eine Verfassungsänderung die Amtszeit des Präsidenten zu verlängern, was jedoch vom Verfassungsgericht abgelehnt wurde.

Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung der Zentralafrikanischen Republik mit 140 Abgeordneten, die zeitgleich mit dem Präsidenten für fünf Jahre vom Volk direkt gewählt werden. Die Abgeordneten werden nach absoluter Mehrheitswahl mit eventueller Stichwahl in Einpersonenwahlkreisen gewählt. Laut Verfassung soll es ein Zweikammerparlament geben, jedoch wurde der vorgesehene Senat bisher nicht etabliert.

Nach den Wahlen von 2016 gingen die meisten Sitze im Parlament an Unabhängige, keine Partei konnte mehr als 10 % der 140 Sitze gewinnen. Die fünf größten Parteien im Parlament sind:

Aus der Präsidentschaftswahl in der Zentralafrikanischen Republik 2020/21 ging Faustin-Archange Touadéra mit 53,92 der abgegebenen Stimmen als Sieger hervor.

Seit Beginn der Untersuchungen 2006 lag das Land kontinuierlich auf einem der letzten Plätze und erreichte nie einen Wert von über 2 von 10 Punkten. Die Medien unterliegen einer staatlichen Zensur.

Verwaltungsgliederung

Der Staat gliedert sich in 14 Präfekturen, zwei Wirtschaftspräfekturen (Préfectures économiques) und eine autonome Stadt (Commune autonome):

Präfekturen der Zentralafrikanischen Republik
Name Status Hauptstadt
Bamingui-Bangoran Präfektur Ndélé
Basse-Kotto Präfektur Mobaye
Haute-Kotto Präfektur Bria
Haut-Mbomou Präfektur Obo
Kémo Präfektur Sibut
Lobaye Präfektur Mbaïki
Mambéré-Kadéï Präfektur Berbérati
Mbomou Präfektur Bangassou
Nana-Mambéré Präfektur Bouar
Ombella-Mpoko Präfektur Bimbo
Ouaka Präfektur Bambari
Ouham Präfektur Bossangoa
Ouham-Pendé Präfektur Bozoum
Vakaga Präfektur Birao
Nana-Grébizi Wirtschaftspräfektur Kaga-Bandoro
Sangha-Mbaéré Wirtschaftspräfektur Nola
Bangui autonome Stadt

Militär

Die Forces Armées Centrafricaines (FACA) gliederten sich im Jahr 2020 in Heer (ca. 9.000 Mann), Luftstreitkräfte (Force Aérienne Centrafricaine, 150 Mann) und Gendarmerie (ca. 1000 Mann). Für junge Männer besteht eine Wehrpflicht von zwei Jahren, aber nur ein geringer Teil eines Jahrgangs wird eingezogen. Die Zentralafrikanische Republik gab 2020 knapp 1,8 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 40,6 Millionen US-Dollar für seine Streitkräfte aus.

Russische Spezialkräfte der Gruppe Wagner waren im Frühjahr 2018 anwesend; es wurde ein Zusammenhang mit Rohstoffen hergestellt (Mangan aus dem Sudan).

Menschenrechte

Im Allgemeinen werden die Bemühungen der Regierung zur Einhaltung der Menschenrechte als sehr gering eingestuft. Bewaffnete Gruppen töten, schlagen und vergewaltigen Zivilisten und plündern und brennen Dörfer im Norden des Landes nieder. Die lokale Bevölkerung wird von den bewaffneten Gruppen erpresst, bedroht und misshandelt. Berichten zufolge sind auch 12-jährige Kinder Mitglieder dieser bewaffneten Gruppen.

Die Lage der Presse- und Meinungsfreiheit wird als kritisch beurteilt. Journalisten werden eingeschüchtert, bedroht und festgenommen. Die Haftbedingungen sind sehr hart.

Zahlreiche Zivilisten wurden 2009 während kriegerischer Auseinandersetzungen von Kämpfern verletzt oder ermordet. Angehörige der Sicherheitskräfte, die Menschenrechtsverletzungen begangen hatten, blieben straffrei. Durch die allgemein kritische Sicherheitslage war es für Menschenrechtsgruppen und humanitäre Hilfsorganisationen äußerst schwierig, die genaue Zahl der Verletzten und Getöteten zu bestimmen. Der Amnesty Report 2010 von Amnesty International gibt an, dass der Glaube an Hexerei weit verbreitet sei. Der Hexerei verdächtigte Menschen würden demnach häufig gefoltert, auf andere Weise grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung ausgesetzt und in einigen Fällen sogar umgebracht.

Laut dem Kinderhilfswerk UNICEF mussten zwischen 1999 und 2007 ca. 47 % der Kinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren Kinderarbeit verrichten. Wegen der Immunschwächekrankheit AIDS gibt es schätzungsweise 100.000 Aids-Waisen im Land, die größtenteils selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen müssen. Aufgrund der großen Armut sind zudem viele Familien auf das Einkommen der Kinder angewiesen. Die Zentralafrikanische Republik ist sowohl Ausgangs- als auch Zielland von Kinderhandel. UNICEF unterhält ein Projekt zur Reintegrierung ehemaliger Kindersoldaten zurück in die Gesellschaft.

Das Strafgesetzbuch kriminalisiert homosexuelles Verhalten. Auf das „öffentliche Zeigen der Liebe“ zwischen Personen des gleichen Geschlechts steht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe zwischen 150.000 und 600.000 CFA-Francs (230 bis 900 Euro). Jedoch gibt es keine Anhaltspunkte für entsprechende polizeiliche Verfolgungen.

Wirtschaftsstruktur

Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts pro Kopf

Die Binnenlage, eine unzureichende Verkehrsinfrastruktur und Mangel an qualifizierten Arbeitskräften erschwerten die wirtschaftliche Entwicklung des Landes bereits während der Kolonialzeit. Mit der Unabhängigkeit kamen noch Korruption und politische Instabilität hinzu.

60 % der Bevölkerung leben bis heute auf dem Land, daher ist die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftszweig. Obwohl nur gut drei Prozent des Staatsgebietes landwirtschaftlich genutzt werden, trägt der Agrarsektor zu mehr als der Hälfte des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bei. Subsistenzwirtschaft ist weit verbreitet. Angebaut werden etwa Yams, Maniok, Hirse und Mais für den Eigenbedarf und Baumwolle, Kaffee und Tabak für den Export. Holz und Diamanten stellen die wichtigsten Exportgüter dar, die zusammen zwei Drittel des Exports ausmachen. Die Zentralafrikanische Republik ist auf Nahrungsmittelimporte angewiesen.

Die Industrie des Landes ist kaum entwickelt und trägt zu etwa 15 % des BIP bei. Hergestellt werden, neben der Verarbeitung von Holz und Diamanten, einfache Konsumgüter und Gebrauchsgegenstände wie Textilien, Schuhe oder auch Fahrräder. Energieträger, Maschinen, Fahrzeuge und chemische Erzeugnisse müssen importiert werden, wodurch das Land ein hohes Handelsbilanzdefizit aufweist, welches durch internationale Hilfsleistungen nur unzureichend ausgeglichen wird. Der Tourismus ist unbedeutend, etwa 12.000 Touristen bereisten 2005 das Land, welches damit umgerechnet etwa vier Millionen US-Dollar einnahm. Es existieren bedeutende Uranlagerstätten, welche zu 90 % im Besitz von Uramin, einem Tochterunternehmen des französischen Nukleartechnikkonzerns Areva, sind.

Die Arbeitslosenquote wird mit 6,9 % angegeben, allerdings sind nahezu alle Beschäftigungsverhältnisse informeller Natur und Unterbeschäftigung ist weit verbreitet.

Kennzahlen

Alle BIP-Werte sind in US-Dollar (Kaufkraftparität) angeben.

Jahr 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
BIP
(Kaufkraftparität)
0,93 Mrd. 1,39 Mrd. 1,83 Mrd. 2,35 Mrd. 2,69 Mrd. 2,69 Mrd. 3,22 Mrd. 3,45 Mrd. 3,59 Mrd. 3,68 Mrd. 3,84 Mrd. 4,05 Mrd. 4,29 Mrd. 2,76 Mrd. 2,84 Mrd. 3,01 Mrd. 3,19 Mrd. 3,37 Mrd.
BIP pro Kopf
(Kaufkraftparität)
406 537 628 718 738 752 797 841 858 863 883 913 949 599 604 627 652 677
BIP Wachstum
(real)
−3,0 % 3,7 % −2,1 % 4,3 % −1,7 % 2,5 % 4,8 % 4,6 % 2,1 % 1,9 % 3,0 % 3,3 % 4,1 % −36,7 % 1,0 % 4,8 % 4,5 % 4,0 %
Inflation
(in Prozent)
13,3 % 10,5 % −0,2 % 19,2 % 3,2 % 2,9 % 6,7 % 0,9 % 9,3 % 3,5 % 1,5 % 1,2 % 5,9 % 6,6 % 11,6 % 4,5 % 4,6 % 3,8 %
Staatsverschuldung
(in Prozent des BIP)
93 % 109 % 49 % 49 % 37 % 21 % 21 % 22 % 24 % 39 % 69 % 64 % 56 % 53 %

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 285 Mio. US-Dollar; dem standen Einnahmen von umgerechnet 207 Mio. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 4,4 % des BIP.

Die Staatsverschuldung betrug 2016 42,8 % des BIP.

LKWs in Bangui (2007)

Die Verkehrsinfrastruktur ist sowohl in Umfang als auch im Zustand unzureichend. Es besteht ein Straßennetz mit einer Länge von ca. 24.000 km, von dem aber nur etwa drei Prozent asphaltiert sind, sodass ein beträchtlicher Teil davon während der Regenzeit (Juli–Oktober) nicht befahrbar ist. Ein Abschnitt des Trans-African Highway 8 verläuft durch das Land.

Schienenverkehr gibt es seit 1962 nicht mehr. Die einzige Strecke war nur wenige Kilometer lang. Sie diente der Umgehung von Stromschnellen im Ubangi und war somit in den Schiffsverkehr integriert. Es gibt Vorschläge, das Land an das Eisenbahnnetz von Kamerun und dem Sudan anzuschließen. Vor der Unabhängigkeit war eine Strecke in den Tschad geplant.

Schiffsverkehr ist in der Regenzeit auf einer Länge von 2800 Kilometern auf den Flüssen Ubangi und Sangha bzw. auf dem Kongo möglich. Binnenhäfen befinden sich in Bangui und Salo.

Einziger internationaler Flughafen ist der Bangui M’Poko International Airport, daneben sind 37 kleinere Flugplätze in Betrieb.

Traditionelle Musik

Die traditionelle Musik ist wie in den meisten afrikanischen Gesellschaften untrennbar in das Leben des Einzelnen, seiner Familie und seiner Gemeinschaft eingebunden. Bei einer rituellen Musik, die benötigt wird, um mit den Ahnen und Geistern in Kontakt zu treten, ist der ästhetische Wert zweitrangig. Traditionelle Musik basiert auf mündlichen Überlieferungen, die durch Nachahmung und verbale Unterweisung weitergegeben werden. Ihre Ausführung ist innerhalb eines vom Kollektiv (Familie, Dorfgemeinschaft) aufgestellten Rahmens mehr oder weniger streng vorgegeben. Eine nicht institutionalisierte Musik ist dafür im Alltag leichter zugänglich. Musik gehört funktionell zu Übergangszeremonien wie Initiationen, Hochzeiten und Begräbnissen, ferner zu Gottesdiensten, Besessenheitszeremonien von traditionellen Glaubensvorstellungen und gesellschaftlichen Feierlichkeiten.

Jede der rund 85 Ethnien der Zentralafrikanischen Republik pflegt ein zu einem gewissen Teil eigenständiges Repertoire, das für bestimmte gesellschaftliche Anlässe reserviert ist. Es gibt keine speziellen Gruppen professioneller Musiker; bei bestimmten Zeremonien, etwa Initiationen, werden aber auf ihrem jeweiligen Instrument anerkannte Musiker engagiert. Musik ist ein mit Tanz verbundenes und in andere kulturelle Aktivitäten eingebettetes Phänomen, weswegen es, wie in vielen schwarzafrikanischen Kulturen, hierfür kein spezifisches Wort gibt. Erst in jüngerer Zeit wurden für „Musik“ die Begriffe mosoko und ngombi in die Nationalsprache Sango eingeführt. Instrumentales Spiel und Gesang gelten als die beiden Aufführungsformen von Musik, aus denen heraus der nicht als unabhängige Ausdrucksform aufgefasste Tanz entsteht.

Die kolonialzeitlichen politischen Grenzziehungen haben Sprach- und Kulturregionen durchschnitten. Zur Definition von kulturgeographischen Regionen wird primär die Verbreitung von Sprachen herangezogen und weniger das Vorhandensein anderer kultureller Phänomene. Da das Kriterium Sprache besonders eng mit Musik zusammenhängt, ergeben sich daraus für die Zentralafrikanische Republik vier Musikregionen:

Die größte Musikregion A entspricht der Verbreitung der Adamaua-Sprachen, die sich von Nordostnigeria quer durch das Land bis über den gesamten Norden der Demokratischen Republik Kongo erstreckt. Diese Region wird unterteilt in die Gebiete der Gbaya im Westen, der Banda im Zentrum sowie der Nzakara und Azande im Osten. Wahrscheinlich werden in der gesamten Region pentatonische Tonleitern verwendet, häufig kombiniert mit einer homophonen Mehrstimmigkeit.

Die Musikregion B gehört zur Benue-Kongo-Sprachregion und ist auf den südwestlichen Zipfel des Landes mit der Präfektur Sangha-Mbaéré bis zur Stadt Mbaïki entlang der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo beschränkt. Die Musikregion C umfasst den Nordosten der Zentralafrikanischen Republik im Dreiländereck zum Tschad und Südsudan, wo Maban-Sprachen gesprochen werden. In dieser Grenzregion werden zwar ähnliche Rhythmen aus kurzen zyklischen Folgen gespielt wie in der Region A, der rhythmische Stil der dortigen Runga, die auch im Tschad leben, ist aber stark von der Musik der muslimischen Ethnien in der Sahelzone geprägt. Als eigene Musikregion D wird die Musik der Pygmäen im Südwesten betrachtet.

Weit verbreitet sind Ensembles mit Xylophonen und Trommeln, die harmonische und teilweise polyrhythmische Strukturen erzeugen, die sich aus der Überlagerung der melodischen Formen einzelner Instrumente ergeben. Xylophon-Ensembles kennen beispielsweise die Azande, Banda und Mandschia. In der Präfektur Ouham-Pendé verwenden die Banda Gbambiya ein Ensemble mit vier tragbaren Xylophonen mbaza, einer zweifelligen Trommel kporo und verschiedenen Gefäßrasseln, zu denen eine oder mehrere Gesangsstimmen kommen. Die Gbaya spielen in einem Ensemble ein Xylophon zanga mit 9 bis 12 Klangplatten, drei Trommeln, zwei Rasseln und eine kleine Hornflöte zak zembèrè für das instrumentale Spiel oder manchmal zur Gesangsbegleitung. Mit beiden Ensembles werden rituelle oder unterhaltende Stücke gespielt. Bei einem Ensemble mit mehreren Xylophonen haben diese eigene Namen und klar umrissene musikalische Aufgaben. Wie bei den Gbaya, Mandschia und Mbaka werden häufig auch drei Xylophone verwendet: bezanga (kleines Xylophon), rgiringba (Xylophon der Ahnen) und kpembe (jüngstes Kind). Hinzu kommen die zweifellige Trommel bion, Rasseln ngala, kleine Glocken und Händeklatschen. Die Zentralafrikanische Republik liegt im Verbreitungsgebiet der alten, früher für die Häuptlingstümer bedeutenden Stieldoppelglocken vom Typ der gankogui. Andere Typen der weit verbreiteten Xylophonfamilie sind das Tragbügelxylophon mentsiang der Mpyemo (entsprechend dem mendzan in Kamerun), das Tragbügelxylophon zanga der Gbaya mit Resonatoren aus Rinderhörnern und Kalebassen, das Holmxylophon kponingbo der Azande mit 12 oder 13 Platten und das kangba der Manza.

Glocken und Lamellophone (sanza und likembe, mit Resonator kembe) gehören zu den in jüngerer Zeit durch Migration eingeführten Instrumenten. So verwenden die Gbaya die sanza häufig zur Begleitung sentimentaler ruhiger Liebeslieder. Die Liedtexte gehören zur Tradition, sie werden solistisch oder als Call and Response vorgetragen, Instrumentalstücke kennen die Gbaya praktisch nicht.

Lamellophone und Bogenharfen sind die beliebtesten traditionellen Instrumente zur eigenen musikalischen Unterhaltung. Beide können auch beim Gehen auf langen Wanderungen gespielt werden. Die Zentralafrikanische Republik liegt im Gebiet der auf altägyptische Vorbilder zurückgehenden zentralafrikanischen Harfen, unter denen sie zum Typus mit Tüllenschäftung (vgl. adungu) gehören. Die fünfsaitige Bogenharfe kundi ist hauptsächlich bei den Azande und daneben bei einigen anderen Ethnien verbreitet. Aufwendig figürlich gestaltete Exemplare sind seit dem Ende des 19. Jahrhunderts begehrte Sammlerobjekte in europäischen Museen. Bei dem Mbaka heißt diese Harfe kundu. Nur die Mbaka verwenden darüber hinaus die zehnsaitige Bogenharfe ngombi (ein regional für unterschiedliche Harfen verwendeter Name) mit einem sehr großen langrechteckigen Korpus, der aus einem Holzblock geschnitzt wird.

Zu den Musik- und Tanzstilen der Region A gehören der kponingbo-Tanz, der nach dem hierzu gespielten Holmxylophon benannt ist, der Tanz rebe bei den Azande (begleitet vom hölzernen Schlagidiophon kepe und der Kürbisrassel geye), Arbeitsgesänge der Frauen auf den Feldern, das Flötenensemble wombo der Azande mit meist vier gleichnamigen Kerbflöten und sangbatule, der Vortrag von Märchen über eine Trickster-Schildkröte.

Die völlig andere Musik der verschiedenen Pygmäengruppen ist wegen ihren polyphonen und polyrhythmischen Strukturen bekannt. Die polyphonen und mit Jodeln kombinierten Gesänge der Pygmäen dienten als Anregung für westliche Jazzmusiker und beeinflussten die Minimal Music von György Ligeti. Die Ba-Benzele singen einen Melodieton und blasen im Wechsel die Eintonflöte hindewhu, sodass sich aus dem hohen Bordunton der Eintonflöte und mehreren Gesangsstimmen ein komplexer polyphoner Gesamtklang ergibt. Andere Pygmäengruppen spielen die aus Kamerun stammende Kerbstegzither mvet. Die Ba-Aka verwenden die dreisaitige Harfe ngombi und die Frauen der Ba-Aka den Musikbogen mbiti. Generell haben die einzelnen Pygmäengruppen Musikinstrumente und Spielweisen ihrer sesshaften Kontaktbevölkerung übernommen. Mit Trommeln oder Schlagbalken (mbanda bei den Bangombe-Pygmäen) produzieren sie komplexe asymmetrische Rhythmusmuster.

Während einige Musikinstrumente wie Lamellophone, Rasseln und Glocken landesweit verbreitet sind, kommen andere nur bei einzelnen Ethnien vor, etwa die langen endgeblasenen Holztrompeten bei den Banda-Linda, Schlitztrommeln oder bestimmte ein- oder zweifellige Trommeln. Musikinstrumente werden üblicherweise nicht nach ihrer Form, sondern nach ihrem Verwendungszweck regional klassifiziert. So kennen die Mpyemo (a) Musikinstrumente zur Begleitung von zeremoniellen und unterhaltenden Tänzen: Trommeln, Schlitztrommeln; (b) selbständig verwendete Musikinstrumente: Lamellophone, Xylophone, Musikbögen; (c) reine Begleitinstrumente: Rasseln, Glocken, kurze Quertrompeten; (d) Instrumente für Kinder: Pfeifen und Erdbögen.

Popularmusik

Eine Musik, die weitgehend auf mündlicher Überlieferung basiert, verändert sich ständig durch Migrationsbewegungen und kulturellen Austausch mit anderen Ethnien. Die Ankunft der Europäer brachte europäische Unterhaltungsmusik, Pop und Jazz, ein Re-Import ist die afrokubanische Musik und einen großen Einfluss auf die zentralafrikanische Popularmusik hatten die „kongolesischen Rhythmen“ (mit dem Soukous). Neben diesen modernen Musikstilen existieren traditionelle Stile auf den Dörfern ohne sich zu vermischen weiterhin nebeneinander. Zweckgebundene rituelle Musik verschwindet aber, wenn die gesellschaftlichen oder religiösen Anlässe nicht mehr bestehen.

Die städtische Tanzmusik ist eine durch lokale Rhythmen und Gesangsstile beeinflusste Variante des kongolesischen Soukous. Eine solche städtische Mischform ist Zokela. Aus dem ursprünglichen Namen einer Band in der Präfektur Lobaye, der auf Mbati „(gurgelndes, sirenenartiges) Geräusch“ bedeutet, wurde in den 1980er Jahren ein eigener traditionell-moderner Stil. Bei den typischen Zokela-Bands, wie sie seitdem samstagabends in einem Club in der Hauptstadt Bangui und anderen Städten auftreten, produzieren vier in einer Reihe stehende Sänger einen Wechselgesang aus überlagernden Stimmen und engen Harmonien, begleitet von Musikern mit E-Gitarren und Schlagzeug. Die Band Zokela imitierte mit der Bassgitarre die Schläge einer traditionellen tiefklingenden Trommel und ergänzte das Schlagzeug um eine mit einem Stock geschlagene Glasflasche, welche die synkopierten Rhythmusmuster der hoch klingenden traditionellen Trommel übernahm. Zokela war die erste Band, die Melodien, Gesangsstimmen und die Tanzrhythmen von Lobaye in eine moderne Popularmusik überführte. Weitere Bands wie Musiki, Makembe, Cannon Stars und Cool Stars kamen zur Tanzmusikszene von Bangui hinzu. Die Entwicklung des Zokela-Stils stand stets im Schatten der überregional bekannteren Stile Soukous im Kongo und Makossa in Kamerun.

Christliche Musik

Mit den Europäern kamen Ende des 19. Jahrhunderts die ersten christlichen Missionare, die christliche Riten und hymnische Gesänge mitbrachten, aus denen zusammen mit den einheimischen Bräuchen eine neue Art von synkretistischer Religion wurde, die den Ahnenglauben nicht ernsthaft gefährdete. In die Liturgie wurden zwar einige traditionelle Rhythmusinstrumente eingeführt, die Musik wurde aber weitgehend auf das europäische Instrumentarium (Tasteninstrumente) angepasst. Der Chor sang überwiegend a cappella, afrikanische Melodieinstrumente und manche Trommeln waren unerwünscht. Das Zweite Vatikanische Konzil brachte 1963 die Wende von einer auf Latein vorgetragenen Liturgie und Musik hin zu afrikanischen Musikstilen, die seitdem zu einem zentralen Bestandteil des Gottesdienstes wurden.

Einer der beliebtesten Tänze bei den Ba-Aka-Pygmäen war Ende der 1980er Jahre der neu eingeführte Jagdtanz mabo. In Abständen von einigen Jahren entwickeln die Ba-Aka neue Tänze, die dann für wenige Jahre oder viele Jahrzehnte gepflegt werden. Ein weiterer Tanzmusikstil entstand bei den Ba-Aka Ende des 20. Jahrhunderts als Antwort auf das Erscheinen von Missionaren und als Ausdruck von Modernität in der Umgebung des Dorfes Bagandu in Lobaye. Er heißt eboka ya nzapa, „Gottes Tanz“. Im Dorf Bagandu wurden Hymnen der fundamentalistischen Church of the Brethren mit baptistischen, apostolischen und römisch-katholischen Hymnen und Musikformen, mit dem Tanz der Ba-Aka und mit auf Lingala gesungener kongolesischer Popmusik gemischt. Im Jahr 1992 hatten die Ba-Aka ihre kontroverse Diskussion darüber beendet und waren zu dem Schluss gekommen, dass sich ihr „Gottes Tanz“ und christliche Gebete vereinbaren lassen und sie beides praktizieren wollen.

  • Tatiana Carayannis, Louisa Lombard (Hrsg.): Making Sense of the Central African Republic. Zed, London 2015, ISBN 978-1-78360-380-0.
Commons: Zentralafrikanische Republik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Zentralafrikanische Republik – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikimedia-Atlas: Zentralafrikanische Republik – geographische und historische Karten
  1. The World Factbook.
  2. Population, total. In: World Economic Outlook Database. World Bank, 2020, abgerufen am 14. März 2021 (englisch).
  3. Population growth (annual %). In: World Economic Outlook Database. World Bank, 2020, abgerufen am 14. März 2021 (englisch).
  4. World Economic Outlook Database Oktober 2020. In: World Economic Outlook Database. International Monetary Fund, 2020, abgerufen am 14. März 2021 (englisch).
  5. Table: Human Development Index and its components. In: Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (Hrsg.): Human Development Report 2020. United Nations Development Programme, New York 2020, ISBN 978-92-1126442-5,S.346 (englisch, undp.org [PDF]).
  6. http://plaque.free.fr/
  7. Statoids.com
  8. These are the world's unhealthiest countries. 25. September 2016, abgerufen am 19. März 2022 (englisch).
  9. World Population Prospects – Population Division – United Nations. Abgerufen am 21. Juli 2017.
  10. World Population Prospects 2019, Volume II: Demographic Profiles. United Nations, Department of Economic and Social Affairs, Population Division, abgerufen am 24. Januar 2021.
  11. Länderdatenbank 2020. In: DSW. Abgerufen am 27. Januar 2021 (deutsch).
  12. World Population Prospects – Population Division – United Nations. Abgerufen am 10. September 2017.
  13. Auswärtiges Amt – Zentralafrikanische Republik. Abgerufen am 6. Mai 2011.
  14. CIA World Fact Book – Zentralafrikanische Republik. Abgerufen am 15. August 2011.
  15. Meyers Großes Länderlexikon. Meyers Lexikonverlag, Mannheim 2005.
  16. Migration Report 2017. UN, abgerufen am 30. September 2018 (englisch).
  17. Origins and Destinations of the World’s Migrants, 1990-2017. In: Pew Research Center’s Global Attitudes Project. 28. Februar 2018 (pewglobal.org [abgerufen am 30. September 2018]).
  18. La Centrafrique – Réligion auf http://www.missioncentrafrique.ch
  19. Ministère du Plan et de l’Economie (Memento vom 25. Februar 2008 im Internet Archive)
  20. U.S. Department of State. State.gov, 20. September 2005, abgerufen am 27. Juni 2010.
  21. Central African Republic. In: Human Development Reports. United Nations, abgerufen am 15. Februar 2022.
  22. Homepage der Universität Bangui
  23. Homepage der Euclid-Universität
  24. Länderdatenbank der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung: „Zentralafrikanische Republik“
  25. CIA: The world Factbook
  26. Welthunger-Index 2019. Welthungerhilfe, 2019, abgerufen am 27. Januar 2021.
  27. Central African Republic confirms first coronavirus case -WHO. In: Reuters. 14. März 2020 (reuters.com [abgerufen am 19. April 2020]).
  28. Franz Ansprenger: Politik im Schwarzen Afrika. Die modernen politischen Bewegungen im Afrika französischer Prägung. Westdeutscher Verlag Köln und Opladen, 1961, S. 73.
  29. Jad Adams: Women and the Vote. A World History. Oxford University Press, Oxford 2014, ISBN 978-0-19-870684-7, S. 438.
  30. Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 74.
  31. United Nations Development Programme: Human Development Report 2007/2008. New York, 2007, ISBN 978-0-230-54704-9, S. 346.
  32. Christine Pintat: Women’s Representation in Parliaments and Political Parties in Europe and North America In: Christine Fauré (Hrsg.): Political and Historical Encyclopedia of Women. Routledge, New York / London 2003, S. 481–502, hier S. 487.
  33. June Hannam, Mitzi Auchterlonie, Katherine Holden: International Encyclopedia of Women’s Suffrage. ABC-Clio, Santa Barbara / Denver / Oxford 2000, ISBN 1-57607-064-6, S. 9.
  34. Humanitarian and Development Partners Central African Republic.
  35. Johann Hari: Inside France’s secret war. In: The Independent, 5. Oktober 2007. Abgerufen am 11. Juli 2018 (englisch).
  36. The Republic of Logone: Self-determination and CAR’s territorial integrity. The Africa Report, abgerufen am 19. Dezember 2015.
  37. Fragile States Index: Global Data. Fund for Peace, 2020, abgerufen am 9. Januar 2021 (englisch).
  38. Democracy Index. The Economist Intelligence Unit, abgerufen am 6. Februar 2021 (englisch).
  39. Countries and Territories. Freedom House, 2020, abgerufen am 9. Januar 2021 (englisch).
  40. 2021 World Press Freedom Index. Reporter ohne Grenzen, 2021, abgerufen am 21. Juli 2021 (englisch).
  41. Transparency International Deutschland e.V: CPI 2020: Tabellarische Rangliste. Abgerufen am 12. März 2021.
  42. Central African Republic President Touadera is re-elected. Abgerufen am 5. Januar 2021.
  43. [1]
  44. International Institute for Strategic Studies (Hrsg.): The Military Balance 2021. 121. Auflage. Taylor & Francis, 2021, ISBN 978-1-03-201227-8,S.455–456.
  45. „Es gibt keine Kosaken, aber unsere regulären Soldaten“: Ex-Botschafter Yevgeny Korendyasov über die weißen Spezialeinheiten des Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik, Doschd, 9. Juni 2018.
  46. http://www.state.gov/r/pa/ei/bgn/4007.htm#political
  47. http://www.state.gov/g/drl/rls/hrrpt/2009/af/135944.htm
  48. Amnesty International Länderbericht 2010
  49. http://aktiv-gegen-kinderarbeit.de/welt/afrika/zentralafrikanische_republik
  50. Child Soldiers Demobilized in the Central African Republic UNICEF (englisch)
  51. 2009 Human Rights Report: Central African Republic Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor (englisch)
  52. Europa Publications: The Europa World Year Book 2008 Routledge, New York 2008, ISBN 978-1-85743-452-1, S. 1152.
  53. Nanjala Nyabola: Chasing ghosts in the Central African Republic. AlJazeera, 14. Februar 2014.
  54. The World Factbook – Central Intelligence Agency. Abgerufen am 6. August 2018 (englisch).
  55. Report for Selected Countries and Subjects. International Monetary Fund, abgerufen am 5. September 2018 (amerikanisches Englisch).
  56. Report for Selected Countries and Subjects. International Monetary Fund, abgerufen am 21. Juli 2017 (amerikanisches Englisch).
  57. Europa Publications: The Europa World Year Book 2008 Routledge, New York 2008, ISBN 978-1-85743-452-1, S. 1151f
  58. Maurice Djenda: Central African Republic. 2. Music and society. In: Grove Music Online, 2001
  59. Gerhard Kubik: Central Africa: An Introduction. In: Ruth M. Stone (Hrsg.): Garland Encyclopedia of World Music. Band 1: Africa. Routledge, New York / London 1998, S. 651
  60. Maurice Djenda: Central African Republic. 4. Music of the main linguistic regions. In: Grove Music Online, 2001
  61. Sylvie Le Bomin: Begleitheft zur CD Centralafrique. Xylophones de l'Ouham-Pendé. Ocora. Radio France, 1996
  62. Maurice Djenda: Central African Republic. 3. Musical characteristics. In: Grove Music Online, 2001
  63. Jan Vansina: The Bells of Kings. In: The Journal of African History, Band 10, Nr. 2, 1969, S. 187–197, hier S. 192f
  64. Centrafrique: Musique pour sanza en pays gbaya. Archives internationales de musique populaire, Musée d'ethnographie Geneve AIMP XXVII. CD von 1993 Text Begleitheft: Vincent Dehoux, Paulette Roulon; Rezension: Nathalie Fernando, Fabrice Marandola: Centrafrique: musiques pour sanzas et xylophones. In: Cahiers d'Ethnomusicologie, Nr. 9, 1996, S. 341–345
  65. Vgl. Gerhard Kubik: Harp music of the Azande and related peoples in the Central African Republic (Part 1 – Horizontal harp playing). In: African Music: Journal of the International Library of African Music, Band 3, Nr. 3, 1964, S. 37–76
  66. Gerhard Kubik: Zentralafrika. III. Musikregionen und kulturen Zentralafrikas. 1. Adamawa-Ost Musikkulturen. In: MGG Online, September 2016
  67. Peter Cooke, Michelle Kisliuk: Pygmy music. In: Grove Music Online, 2001
  68. Gerhard Kubik: Zentralafrika. II. Umrisse einer Musikgeschichte Zentralafrikas. In: MGG Online, September 2016
  69. Vgl. Simha Arom: The Music of the Banda-Linda Horn Ensembles: Form and Structure. In: Studies in African music. Selected reports in ethnomusicology. University of California Press, Los Angeles 1984, S. 173–193
  70. Maurice Djenda: Central African Republic. 5. Musical instruments. In: Grove Music Online, 2001
  71. Simha Arom: African Polyphony and Polyrhythm. Musical Structure and Methodology. Cambridge University Press, Cambridge 1991, s.v. Book I: The Music of the Central African Republic, S. 3–32, hier S. 5
  72. Michelle Kisliuk: Musical Life in the Central African Republic. In: Ruth M. Stone (Hrsg.): Garland Encyclopedia of World Music. Band 1: Africa. Routledge, New York / London 1998, S. 363
  73. Michelle Kisliuk: Central African Republic. 6. Modern developments. In: Grove Music Online, 2001
  74. Simha Arom, 1991, S. 4f
  75. Roberta King: Music in the Life of the African Church. Baylor University Press, Waco (Texas) 2008, S. 19, 49
Politische Gliederung Afrikas

Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen
Ägypten1 | Algerien | Angola | Äquatorialguinea | Äthiopien | Benin | Botswana | Burkina Faso | Burundi | Dschibuti | Elfenbeinküste | Eritrea | Eswatini | Gabun | Gambia | Ghana | Guinea | Guinea-Bissau | Jemen2 | Kamerun | Kap Verde | Kenia | Komoren | Demokratische Republik Kongo | Republik Kongo | Lesotho | Liberia | Libyen | Madagaskar | Malawi | Mali | Marokko | Mauretanien | Mauritius | Mosambik | Namibia | Niger | Nigeria | Ruanda | Sambia | São Tomé und Príncipe | Senegal | Seychellen | Sierra Leone | Simbabwe | Somalia | Südafrika | Sudan | Südsudan | Tansania | Togo | Tschad | Tunesien | Uganda | Zentralafrikanische Republik

Abhängige Gebiete
Îles Éparses | Kanarische Inseln | Madeira | Mayotte | Plazas de soberanía (mit Ceuta und Melilla) | Réunion | St. Helena, Ascension und Tristan da Cunha

Umstrittene Gebiete
Demokratische Arabische Republik Sahara | Somaliland

1 Liegt zum Teil auch in Asien. 2 Liegt größtenteils in Asien.

6.966666666666720.616666666667Koordinaten:N,21° O

Normdaten (Geografikum): GND:4067608-0(OGND, AKS) | LCCN:n78060051 | NDL:00573916 | VIAF:138969798

Zentralafrikanische Republik Staat in Afrika Sprache Beobachten Bearbeiten Die Zentralafrikanische Republik sango Kodorosese ti Beafrika franzosisch Republique Centrafricaine ist ein Binnenstaat in Zentralafrika Sie grenzt im Uhrzeigersinn von Norden an den Tschad den Sudan den Sudsudan die Demokratische Republik Kongo die Republik Kongo und Kamerun Die Hauptstadt ist Bangui Kodorosese ti Beafrika Sango Republique Centrafricaine franzosisch Zentralafrikanische RepublikFlagge WappenWahlspruch Unite Dignite Travail franzosisch fur Einigkeit Wurde Arbeit Amtssprache Sango und Franzosisch 1 Hauptstadt BanguiStaats und Regierungsform prasidentielle RepublikStaatsoberhaupt Prasident Faustin Archange TouaderaRegierungschef Premierminister Felix MolouaFlache 622 984 1 km Einwohnerzahl 4 7 Millionen 123 2019 Schatzung 2 Bevolkerungsdichte 7 Einwohner pro km Bevolkerungs entwicklung 1 7 Schatzung fur das Jahr 2019 3 Bruttoinlandsprodukt Total nominal Total KKP BIP Einw nom BIP Einw KKP 2019 Schatzung 4 2 3 Milliarden USD 168 4 7 Milliarden USD 169 480 USD 190 985 USD 191 Index der menschlichen Entwicklung 0 397 188 2019 5 Wahrung 1 CFA Franc BEAC 1 655 957 XAF 100 XAF 0 152449 EUR fixer Wechselkurs Unabhangigkeit 13 August 1960 von Frankreich 1 National hymne La Renaissance source source track Nationalfeiertag 1 Dezember 1958 Tag der Republik 1 Zeitzone UTC 1Kfz Kennzeichen RCA 6 ISO 3166 CF CAF 140 7 Internet TLD cfTelefonvorwahl 236 1 Vorlage Infobox Staat Wartung NAME DEUTSCH Bangui Ndele Mobaye Bria Obo Sibut Mbaiki Berberati Bangassou Bouar Bimbo Bambari Bossangoa Bozoum Birao Kaga Bandoro Nola Mont Toussoro TSCHAD SUDAN SUDSUDAN DR KONGO KONGO KAMERUN Die Zentralafrikanische Republik ist ein stark unterentwickelter und instabiler Staat Das Land war 2016 gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf das armste der Welt Die Bevolkerung des Landes gilt als die am ungesundesten lebende 8 und diejenige mit der niedrigsten Lebenserwartung 9 weltweit Inhaltsverzeichnis 1 Geographie 1 1 Klima 1 2 Hydrologie 1 3 Flora und Fauna 2 Bevolkerung 2 1 Volksgruppen 2 2 Sprachen 2 3 Religionen 2 4 Bildung 2 5 Gesundheit 3 Geschichte 4 Politik 4 1 Politisches System 4 2 Verwaltungsgliederung 4 3 Militar 4 4 Menschenrechte 5 Wirtschaft 5 1 Wirtschaftsstruktur 5 2 Kennzahlen 5 3 Staatshaushalt 6 Verkehr 7 Musik 7 1 Traditionelle Musik 7 2 Popularmusik 7 3 Christliche Musik 8 Siehe auch 9 Rundfunkberichte 10 Literatur 11 Weblinks 12 EinzelnachweiseGeographie BearbeitenDas Land liegt hauptsachlich auf dem Plateau der Nordaquatorialschwelle welche im Durchschnitt eine Hohe von 600 Metern uber dem Meeresspiegel hat Im Norden des Landes liegen 216 000 km im Tschadbecken Das Bongo Massiv an der Grenze zum Sudan erhebt sich bis zu einer Hohe von 1330 m im Yade Massiv ostlichster Bereich des Hochlandes von Adamaua entlang der Grenze zu Kamerun liegt der Ngaoui mit 1420 m hochster Berg des Landes Klima Bearbeiten Das Klima entspricht grosstenteils dem der wechselfeuchten Tropen und im Suden der immerfeuchten Tropen Das heisst es gibt eine feuchte und eine trockene Jahreszeit Im Norden an der Grenze zur Trockensavanne ist die Regenzeit rund vier Monate lang wahrend sie sich im Suden uber acht bis zehn Monate erstreckt Im Norden ist es vor allem in der Trockenzeit enorm heiss teilweise bis 40 C Nachts hingegen kuhlt es teilweise auf unter 10 C ab In der Hauptstadt sind die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede wegen der Nahe zum tropischen Regenwald hingegen gering Hydrologie Bearbeiten Praktisch der gesamte Niederschlag in dem Land entwassert entweder uber den Schari in das Tschadbecken oder uber den Sangha und den Ubangi in den Kongo Nur im aussersten Westen der Zentralafrikanischen Republik liegen kleine Bereiche des Einzugsgebietes des Grenzflusses Lom der uber den Sanaga in den Golf von Guinea entwassert Die Grenze zum Sudsudan ist abgesehen von kleinen Unscharfen nahezu deckungsgleich mit den Einzugsgebietsgrenzen des Ubangi und des Nils Hier befindet sich auch der Hauptwasserscheidepunkt Afrikas etwa 9 8 23 3 N 23 28 5 9 O 9 139811 23 468314 Siehe auch Liste der Flusse in der Zentralafrikanischen Republik Flora und Fauna Bearbeiten Der dichte tropische Regenwald im Suden ist eine der letzten Zufluchtsstatten fur Flachlandgorillas und Waldelefanten Hier liegt auch das Dzanga Sangha Schutzgebiet in dem beide Arten geschutzt sind Der grosste Teil des Landes besteht aber aus Baumsavanne Feuchtsavanne und lichtem Wald die im Norden allmahlich in die baumarmere Trockensavanne ubergehen Zum Tierbestand zahlen Elefanten Affen Antilopen Buffel seltene Vogel sowie Warane und Flusspferde in den Gewassern Weite Teile des Landes befinden sich in der so genannten Okoregion Wald Savannen Mosaik des nordlichen Kongo Bevolkerung BearbeitenMit durchschnittlich 4 6 Kindern pro Frau 2019 10 hat die Zentralafrikanische Republik eine hohe Fertilitatsrate wenngleich diese seit den 1990er Jahren rucklaufig ist Diese hohe Rate ist unter anderem auch dadurch bedingt dass nur 29 der verheirateten Frauen moderne Verhutungsmittel zur Verfugung stehen Tendenz steigend 11 43 9 der Bevolkerung sind unter 15 Jahre alt weniger als 3 der Bevolkerung alter als 65 10 Das Medianalter betrug 2020 geschatzt 17 6 Jahre 10 Die Lebenserwartung lag 2019 bei nur 53 3 Jahren Die Lebenserwartung in der Zentralafrikanischen Republik war damit die niedrigste der Welt 10 Wahrend die Regenwaldgebiete und die Trockensavanne fast menschenleer sind was auch zu einer niedrigen Bevolkerungsdichte von 8 8 Einwohner pro km fuhrt siedelt der grosste Teil der Bevolkerung entlang der wichtigsten Wasserwege des Landes Bevolkerungsentwicklung in Millionen Einwohnern 12 Bevolkerungspyramide der Zentralafrikanische Republik 2020 Fur das Jahr 2050 prognostiziert die UN eine Einwohnerzahl von 8 4 Millionen 10 Bevolkerungsentwicklung 10 Jahr Einwohnerzahl1950 1 327 0001960 1 504 0001970 1 829 0001980 2 280 0001990 2 940 0002000 3 755 0002010 4 449 0002020 4 830 0002030 5 942 000Volksgruppen Bearbeiten Die ursprungliche Bevolkerungsgruppe die Pygmaen zahlt heute wenige Angehorige und lebt nur noch in den sudwestlichen Regenwaldern Die als Bewohner der sudlichen Flusslandschaften lebenden Bantuvolker der Ngala Gruppe bilden ebenfalls eine Minderheit Von ihnen sind die Yakoma mit 4 Anteil an der Bevolkerung das grosste Volk daneben gibt es auch die Mbaka mit ebenfalls 4 Lissongo Bamda und Banziri 13 Hinzu kommen im Norden sahelo sudanische Volker zumeist Savannenbewohner von denen die Baya mit 33 der Bevolkerung die grosste Volksgruppe des Landes stellen neben den Banda mit 27 Weiterhin sind unter den sahelosudanischen Volkern die Mandschia mit 13 die Sara mit 10 die Mboum mit 7 und die Ngbandi starker vertreten 14 Ferner gibt es Niloten vor allem Runga sowie im Osten Azande Volker Einige Tausend Europaer zumeist Franzosen leben in den Stadten 15 Im Jahr 2017 waren 1 9 der Bevolkerung im Ausland geboren 16 17 Sprachen Bearbeiten Hauptartikel Sprachen der Zentralafrikanischen Republik Die Amtssprachen sind Sango seit 1991 und Franzosisch seit der Unabhangigkeit Daruber hinaus werden zahlreiche weitere indigene Sprachen gesprochen vor allem Ubangi Sprachen zu denen auch das Sango gehort Sango hat zudem auch den Status einer Nationalsprache Insgesamt werden 72 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen Religionen Bearbeiten Christen bilden mit etwa 80 die mit Abstand grosste Glaubensgruppe der Zentralafrikanischen Republik 18 Gemass der Volkszahlung 2003 sind nur noch rund 9 6 der Einwohner offiziell Anhanger der indigenen Glaubensrichtungen 19 Der sunnitische Islam wird von etwa 10 der Bevolkerung praktiziert mit zunehmender Tendenz und ist vor allem im Nordosten bis Norden in geringerem Masse auch im Nordwesten sowie durch Binnenvertreibung in weiteren Regionen des Landes verbreitet Weitere 10 sind Animisten 18 Seit der Kolonialzeit agieren viele Missionarsgruppen im Land vor allem Lutheraner und Katholiken aber auch Baptisten Grace Brethren und Zeugen Jehovas Wahrend diese Missionare anfangs vorherrschend aus Frankreich den Vereinigten Staaten Italien und Spanien kamen stammen viele Missionare inzwischen auch aus Nigeria der Demokratischen Republik Kongo und anderen Subsahara Staaten Viele westliche Missionare verliessen das Land in den Jahren 2002 2003 aufgrund von Kampfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen 20 Bildung Bearbeiten Trotz Schulpflicht liegt die Analphabetenrate bei 62 6 Stand 2018 21 Die Schulbildung ist zwar kostenlos aber immer noch nur einer kleinen Minderheit zuganglich Seit 1969 besteht die Universitat Bangui 22 2008 kam die internationale Euclid Universitat hinzu 23 Gesundheit Bearbeiten Mutter sowie Kinder im Alter zwischen 0 und 5 Jahren warten vor einem Gesundheitszentrum in Bangui auf ihre Polio Impfung 2008 Das Gesundheitswesen ist der Schlafkrankheit Malaria der Lepra AIDS und anderen Krankheiten nicht gewachsen Ein hoher Anteil der Bevolkerung ist HIV infiziert Je nach Quelle wird von einer Pravalenz von 6 3 24 bis 13 5 25 ausgegangen Eine soziale Versorgung gibt es kaum Nur 54 der Geburten konnen medizinisch betreut werden Die Sauglingssterblichkeit liegt bei 79 pro 1000 Geburten die Kindersterblichkeit bei 117 pro 1000 Geburten 10 Beim Welthunger Index 2019 belegte die Zentralafrikanische Republik den letzten Platz Sie ist das einzige Land der Welt in dem die Lage als gravierend eingeschatzt wurde Im Zeitraum 2016 18 galten fast 60 der Bevolkerung als unterernahrt 26 Die weltweite COVID 19 Pandemie trat in der Zentralafrikanischen Republik erstmals im Marz 2020 auf 27 Siehe auch COVID 19 Pandemie in der Zentralafrikanischen Republik Siehe auch HIV AIDS in AfrikaGeschichte Bearbeiten Hauptartikel Geschichte der Zentralafrikanischen Republik und Franzosisch Aquatorialafrika Nach dem vom Sudan aus betriebenen Sklavenhandel siedelten hier spater Bantu und Azande Letztere grundeten die Sultanate Rafai und Bang Assou Das Gebiet der heutigen Zentralafrikanischen Republik deckt sich weitgehend mit dem ehemaligen Ubangi Schari Teil von Franzosisch Aquatorialafrika Am 25 April 1946 wurde von der Konstituierenden Nationalversammlung Frankreichs die Loi Lamine Gueye verabschiedet nach der ab dem 1 Juni 1946 alle Bewohner der uberseeischen Gebiete einschliesslich Algeriens denselben Burgerstatus wie Franzosen in Frankreich oder den uberseeischen Gebieten hatten Damit war das Frauenwahlrecht Gesetz Bei den Wahlen zur Franzosischen Nationalversammlung sowie fur alle ortlichen Wahlen in ganz Afrika ausser Senegal galt bis 1956 ein Zweiklassenwahlrecht 28 1956 wurde noch unter franzosischer Verwaltung die loi cadre Defferre und damit das allgemeine Wahlrecht eingefuhrt 29 Das Land erlangte im Afrikanischen Jahr 1960 seine volle Unabhangigkeit von der franzosischen Kolonialherrschaft Barthelemy Boganda wurde bereits vor Unabhangigkeit Ende 1958 zum Premierminister ernannt verungluckte aber 1959 bei einem Flugzeugabsturz David Dacko wurde 1960 zum Prasidenten gewahlt Fur die Bestatigung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts nach der Unabhangigkeit nennen mehrere Quellen 1986 30 31 32 eine abweichende Quelle 1960 33 Der selbsternannte Kaiser Jean Bedel Bokassa 1970er Jahre 1966 setzte Jean Bedel Bokassa Dacko durch einen Putsch ab und verwandelte 1976 bis 1979 das Land in eine Monarchie das Zentralafrikanische Kaiserreich das er als Kaiser despotisch regierte 1979 wurde Bokassa von General Andre Kolingba abgesetzt der als Prasident bis 1993 regierte 1991 wurden politische Parteien wieder zugelassen Bei freien Wahlen verlor Kolingba 1993 gegen Ange Felix Patasse der am 19 September 1993 neuer Prasident wurde Seitdem gab es verschiedene Versuche zur Demokratie zuruckzukehren aber bis 1997 auch Militarrevolten Umsturze und Umsturzversuche an denen zum Teil die fruhere Kolonialmacht Frankreich beteiligt war Patasse wurde nach zwischenzeitlichen Umsturzen am 22 Oktober 1999 wiedergewahlt und am 15 Marz 2003 durch Francois Bozize gesturzt Die Prasidentschaftswahlen 2005 gewann Bozize im zweiten Wahlgang am 24 Mai 2005 mit 64 6 der registrierten Stimmen Seit Mitte 2006 litt der Norden des Landes unter Kampfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen Nach Angaben der humanitaren Organisationen im Land waren Millionen Menschen von den gewaltsamen Auseinandersetzungen betroffen Mehr als 212 000 Menschen waren aus ihren Dorfern gefluchtet 78 000 Fluchtlinge hatten das Land verlassen Die bewaffneten Konflikte im Tschad und in Darfur Darfur Konflikt begannen auf die Zentralafrikanische Republik uberzugreifen 34 Die Regierung wurde beim Kampf gegen Rebellen von der ehemaligen franzosischen Kolonialmacht unterstutzt 35 Ab Dezember 2012 kam es zu schweren Gefechten der Regierung mit den islamisch dominierten Rebellenkoalition der Seleka die USA zogen aus Angst vor Ubergriffen ihren Botschafter zuruck Frankreich lehnte eine Intervention ohne UN Mandat ab Am 24 Marz 2013 nahm die Seleka den Prasidentenpalast in der Hauptstadt Bangui ein und ubernahm die Macht Prasident Francois Bozize floh ins Ausland Der Rebellenfuhrer Michel Djotodia liess sich zum Prasidenten kuren und loste die Seleka auf trotzdem kam es zunehmend zu Gewalttatigkeiten zwischen Kampfern der ehemaligen Rebellen und den Anhangern Bozizes sowie gegen Zivilisten Nach Zustimmung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen am 5 Dezember 2013 wurde der franzosische Militareinsatz ausgeweitet Prasident Djotodia und Premierminister Nicolas Tiangaye traten am 10 Januar 2014 zuruck Catherine Samba Panza wurde zur Interimsprasidentin ernannt eine neue Verfassung trat in Kraft 2016 fanden wieder Wahlen statt Am 14 Dezember 2015 rief die Seleka im Norden des Landes die Republik Dar El Kuti aus Man wolle zuerst nur Autonomie strebe aber fur die Zukunft die vollige Unabhangigkeit an 36 Politik BearbeitenPolitische Indizes Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe JahrFragile States Index 107 5 von 120 6 von 178 Stabilitat des Landes grosser Alarm 0 sehr nachhaltig 120 sehr alarmierend 2020 37 Demokratieindex 1 32 von 10 165 von 167 Autoritares Regime 0 autoritares Regime 10 vollstandige Demokratie 2020 38 Freedom in the World 10 von 100 Freiheitsstatus nicht frei 0 unfrei 100 frei 2020 39 Rangliste der Pressefreiheit 41 92 von 100 126 von 180 Schwierige Lage fur die Pressefreiheit 0 gute Lage 100 sehr ernste Lage 2021 40 Korruptionswahrnehmungsindex CPI 26 von 100 146 von 180 0 sehr korrupt 100 sehr sauber 2020 41 Politisches System Bearbeiten Nach der Verfassung von 2015 ist die Zentralafrikanische Republik eine prasidentielle Republik mit Mehrparteiensystem Der Prasident wird fur funf Jahre vom Volk direkt gewahlt zuvor sechs Jahre und kann einmal wiedergewahlt werden Als Staatsoberhaupt ist er Oberbefehlshaber der Streitkrafte und hat die Befugnis den Premierminister und Kabinettsmitglieder zu ernennen und zu entlassen Bei den Wahlen im Februar 2016 setzte sich der ehemalige Premierminister Faustin Archange Touadera mit 62 7 im zweiten Wahlgang durch nachdem er im ersten Wahlgang im Dezember 2015 noch mit 19 hinter seinem Konkurrenten Anicet Georges Dologuele lag Im Dezember 2020 wurde Touadera bereits im ersten Wahlgang mit 53 9 wiedergewahlt 42 Aufgrund der Corona Pandemie versuchte die Regierung durch eine Verfassungsanderung die Amtszeit des Prasidenten zu verlangern was jedoch vom Verfassungsgericht abgelehnt wurde Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung der Zentralafrikanischen Republik mit 140 Abgeordneten die zeitgleich mit dem Prasidenten fur funf Jahre vom Volk direkt gewahlt werden Die Abgeordneten werden nach absoluter Mehrheitswahl mit eventueller Stichwahl in Einpersonenwahlkreisen gewahlt Laut Verfassung soll es ein Zweikammerparlament geben jedoch wurde der vorgesehene Senat bisher nicht etabliert Nach den Wahlen von 2016 gingen die meisten Sitze im Parlament an Unabhangige keine Partei konnte mehr als 10 der 140 Sitze gewinnen Die funf grossten Parteien im Parlament sind Union pour le renouveau centrafricain URCA 13 Sitze Union nationale pour la democratie et le progres UNDP 13 Sitze Rassemblement Democratique Centralafricain RDC 10 Sitze Mouvement pour la Liberation du Peuple Centrafricain MLPC 9 Sitze Nationale Konvergenz Kwa Na Kwa 7 Sitze Aus der Prasidentschaftswahl in der Zentralafrikanischen Republik 2020 21 ging Faustin Archange Touadera mit 53 92 der abgegebenen Stimmen als Sieger hervor 43 Seit Beginn der Untersuchungen 2006 lag das Land kontinuierlich auf einem der letzten Platze und erreichte nie einen Wert von uber 2 von 10 Punkten Die Medien unterliegen einer staatlichen Zensur Verwaltungsgliederung Bearbeiten Siehe auch Verwaltungsgliederung der Zentralafrikanischen Republik Siehe auch Liste der Stadte in der Zentralafrikanischen Republik Der Staat gliedert sich in 14 Prafekturen zwei Wirtschaftsprafekturen Prefectures economiques und eine autonome Stadt Commune autonome Prafekturen der Zentralafrikanischen Republik Name Status HauptstadtBamingui Bangoran Prafektur NdeleBasse Kotto Prafektur MobayeHaute Kotto Prafektur BriaHaut Mbomou Prafektur OboKemo Prafektur SibutLobaye Prafektur MbaikiMambere Kadei Prafektur BerberatiMbomou Prafektur BangassouNana Mambere Prafektur BouarOmbella Mpoko Prafektur BimboOuaka Prafektur BambariOuham Prafektur BossangoaOuham Pende Prafektur BozoumVakaga Prafektur BiraoNana Grebizi Wirtschaftsprafektur Kaga BandoroSangha Mbaere Wirtschaftsprafektur NolaBangui autonome StadtMilitar Bearbeiten Hauptartikel Forces Armees Centrafricaines Die Forces Armees Centrafricaines FACA gliederten sich im Jahr 2020 in Heer ca 9 000 Mann Luftstreitkrafte Force Aerienne Centrafricaine 150 Mann und Gendarmerie ca 1000 Mann Fur junge Manner besteht eine Wehrpflicht von zwei Jahren aber nur ein geringer Teil eines Jahrgangs wird eingezogen Die Zentralafrikanische Republik gab 2020 knapp 1 8 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 40 6 Millionen US Dollar fur seine Streitkrafte aus 44 Russische Spezialkrafte der Gruppe Wagner waren im Fruhjahr 2018 anwesend es wurde ein Zusammenhang mit Rohstoffen hergestellt Mangan aus dem Sudan 45 Menschenrechte Bearbeiten Im Allgemeinen werden die Bemuhungen der Regierung zur Einhaltung der Menschenrechte als sehr gering eingestuft Bewaffnete Gruppen toten schlagen und vergewaltigen Zivilisten und plundern und brennen Dorfer im Norden des Landes nieder Die lokale Bevolkerung wird von den bewaffneten Gruppen erpresst bedroht und misshandelt Berichten zufolge sind auch 12 jahrige Kinder Mitglieder dieser bewaffneten Gruppen Die Lage der Presse und Meinungsfreiheit wird als kritisch beurteilt Journalisten werden eingeschuchtert bedroht und festgenommen Die Haftbedingungen sind sehr hart 46 47 Zahlreiche Zivilisten wurden 2009 wahrend kriegerischer Auseinandersetzungen von Kampfern verletzt oder ermordet Angehorige der Sicherheitskrafte die Menschenrechtsverletzungen begangen hatten blieben straffrei Durch die allgemein kritische Sicherheitslage war es fur Menschenrechtsgruppen und humanitare Hilfsorganisationen ausserst schwierig die genaue Zahl der Verletzten und Getoteten zu bestimmen Der Amnesty Report 2010 von Amnesty International gibt an dass der Glaube an Hexerei weit verbreitet sei Der Hexerei verdachtigte Menschen wurden demnach haufig gefoltert auf andere Weise grausamer unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung ausgesetzt und in einigen Fallen sogar umgebracht 48 Laut dem Kinderhilfswerk UNICEF mussten zwischen 1999 und 2007 ca 47 der Kinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren Kinderarbeit verrichten Wegen der Immunschwachekrankheit AIDS gibt es schatzungsweise 100 000 Aids Waisen im Land die grosstenteils selbst fur ihren Lebensunterhalt aufkommen mussen Aufgrund der grossen Armut sind zudem viele Familien auf das Einkommen der Kinder angewiesen Die Zentralafrikanische Republik ist sowohl Ausgangs als auch Zielland von Kinderhandel 49 UNICEF unterhalt ein Projekt zur Reintegrierung ehemaliger Kindersoldaten zuruck in die Gesellschaft 50 Das Strafgesetzbuch kriminalisiert homosexuelles Verhalten Auf das offentliche Zeigen der Liebe zwischen Personen des gleichen Geschlechts steht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe zwischen 150 000 und 600 000 CFA Francs 230 bis 900 Euro Jedoch gibt es keine Anhaltspunkte fur entsprechende polizeiliche Verfolgungen 51 Wirtschaft BearbeitenWirtschaftsstruktur Bearbeiten Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts pro Kopf Die Binnenlage eine unzureichende Verkehrsinfrastruktur und Mangel an qualifizierten Arbeitskraften erschwerten die wirtschaftliche Entwicklung des Landes bereits wahrend der Kolonialzeit Mit der Unabhangigkeit kamen noch Korruption und politische Instabilitat hinzu 1 60 der Bevolkerung leben bis heute auf dem Land daher ist die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftszweig Obwohl nur gut drei Prozent des Staatsgebietes landwirtschaftlich genutzt werden tragt der Agrarsektor zu mehr als der Halfte des Bruttoinlandsprodukts BIP bei Subsistenzwirtschaft ist weit verbreitet Angebaut werden etwa Yams Maniok Hirse und Mais fur den Eigenbedarf und Baumwolle Kaffee und Tabak fur den Export Holz und Diamanten stellen die wichtigsten Exportguter dar die zusammen zwei Drittel des Exports ausmachen Die Zentralafrikanische Republik ist auf Nahrungsmittelimporte angewiesen 1 Die Industrie des Landes ist kaum entwickelt und tragt zu etwa 15 des BIP bei Hergestellt werden neben der Verarbeitung von Holz und Diamanten einfache Konsumguter und Gebrauchsgegenstande wie Textilien Schuhe oder auch Fahrrader Energietrager Maschinen Fahrzeuge und chemische Erzeugnisse mussen importiert werden wodurch das Land ein hohes Handelsbilanzdefizit aufweist welches durch internationale Hilfsleistungen nur unzureichend ausgeglichen wird 1 Der Tourismus ist unbedeutend etwa 12 000 Touristen bereisten 2005 das Land welches damit umgerechnet etwa vier Millionen US Dollar einnahm 52 Es existieren bedeutende Uranlagerstatten welche zu 90 im Besitz von Uramin einem Tochterunternehmen des franzosischen Nukleartechnikkonzerns Areva sind 53 Die Arbeitslosenquote wird mit 6 9 angegeben allerdings sind nahezu alle Beschaftigungsverhaltnisse informeller Natur und Unterbeschaftigung ist weit verbreitet 54 Kennzahlen Bearbeiten Alle BIP Werte sind in US Dollar Kaufkraftparitat angeben 55 Jahr 1980 1985 1990 1995 2000 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017BIP Kaufkraftparitat 0 93 Mrd 1 39 Mrd 1 83 Mrd 2 35 Mrd 2 69 Mrd 2 69 Mrd 3 22 Mrd 3 45 Mrd 3 59 Mrd 3 68 Mrd 3 84 Mrd 4 05 Mrd 4 29 Mrd 2 76 Mrd 2 84 Mrd 3 01 Mrd 3 19 Mrd 3 37 Mrd BIP pro Kopf Kaufkraftparitat 406 537 628 718 738 752 797 841 858 863 883 913 949 599 604 627 652 677BIP Wachstum real 3 0 3 7 2 1 4 3 1 7 2 5 4 8 4 6 2 1 1 9 3 0 3 3 4 1 36 7 1 0 4 8 4 5 4 0 Inflation in Prozent 13 3 10 5 0 2 19 2 3 2 2 9 6 7 0 9 9 3 3 5 1 5 1 2 5 9 6 6 11 6 4 5 4 6 3 8 Staatsverschuldung in Prozent des BIP 93 109 49 49 37 21 21 22 24 39 69 64 56 53 Staatshaushalt Bearbeiten Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 285 Mio US Dollar dem standen Einnahmen von umgerechnet 207 Mio US Dollar gegenuber Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Hohe von 4 4 des BIP 1 Die Staatsverschuldung betrug 2016 42 8 des BIP 56 Verkehr Bearbeiten Hauptartikel Liste der Nationalstrassen in der Zentralafrikanischen Republik LKWs in Bangui 2007 Die Verkehrsinfrastruktur ist sowohl in Umfang als auch im Zustand unzureichend Es besteht ein Strassennetz mit einer Lange von ca 24 000 km von dem aber nur etwa drei Prozent asphaltiert sind sodass ein betrachtlicher Teil davon wahrend der Regenzeit Juli Oktober nicht befahrbar ist Ein Abschnitt des Trans African Highway 8 verlauft durch das Land Hauptartikel Schienenverkehr in der Zentralafrikanischen Republik Schienenverkehr gibt es seit 1962 nicht mehr Die einzige Strecke war nur wenige Kilometer lang Sie diente der Umgehung von Stromschnellen im Ubangi und war somit in den Schiffsverkehr integriert Es gibt Vorschlage das Land an das Eisenbahnnetz von Kamerun und dem Sudan anzuschliessen Vor der Unabhangigkeit war eine Strecke in den Tschad geplant Schiffsverkehr ist in der Regenzeit auf einer Lange von 2800 Kilometern auf den Flussen Ubangi und Sangha bzw auf dem Kongo moglich Binnenhafen befinden sich in Bangui und Salo Hauptartikel Liste der Flughafen und Flugplatze in der Zentralafrikanischen Republik Einziger internationaler Flughafen ist der Bangui M Poko International Airport daneben sind 37 kleinere Flugplatze in Betrieb 57 Musik BearbeitenTraditionelle Musik Bearbeiten Azande Bogenharfe kundi im Koniglichen Museum fur Zentral Afrika Tervuren Die traditionelle Musik ist wie in den meisten afrikanischen Gesellschaften untrennbar in das Leben des Einzelnen seiner Familie und seiner Gemeinschaft eingebunden Bei einer rituellen Musik die benotigt wird um mit den Ahnen und Geistern in Kontakt zu treten ist der asthetische Wert zweitrangig Traditionelle Musik basiert auf mundlichen Uberlieferungen die durch Nachahmung und verbale Unterweisung weitergegeben werden Ihre Ausfuhrung ist innerhalb eines vom Kollektiv Familie Dorfgemeinschaft aufgestellten Rahmens mehr oder weniger streng vorgegeben Eine nicht institutionalisierte Musik ist dafur im Alltag leichter zuganglich Musik gehort funktionell zu Ubergangszeremonien wie Initiationen Hochzeiten und Begrabnissen ferner zu Gottesdiensten Besessenheitszeremonien von traditionellen Glaubensvorstellungen und gesellschaftlichen Feierlichkeiten Jede der rund 85 Ethnien der Zentralafrikanischen Republik pflegt ein zu einem gewissen Teil eigenstandiges Repertoire das fur bestimmte gesellschaftliche Anlasse reserviert ist Es gibt keine speziellen Gruppen professioneller Musiker bei bestimmten Zeremonien etwa Initiationen werden aber auf ihrem jeweiligen Instrument anerkannte Musiker engagiert Musik ist ein mit Tanz verbundenes und in andere kulturelle Aktivitaten eingebettetes Phanomen weswegen es wie in vielen schwarzafrikanischen Kulturen hierfur kein spezifisches Wort gibt Erst in jungerer Zeit wurden fur Musik die Begriffe mosoko und ngombi in die Nationalsprache Sango eingefuhrt Instrumentales Spiel und Gesang gelten als die beiden Auffuhrungsformen von Musik aus denen heraus der nicht als unabhangige Ausdrucksform aufgefasste Tanz entsteht 58 Die kolonialzeitlichen politischen Grenzziehungen haben Sprach und Kulturregionen durchschnitten Zur Definition von kulturgeographischen Regionen wird primar die Verbreitung von Sprachen herangezogen und weniger das Vorhandensein anderer kultureller Phanomene Da das Kriterium Sprache besonders eng mit Musik zusammenhangt ergeben sich daraus fur die Zentralafrikanische Republik vier Musikregionen Die grosste Musikregion A entspricht der Verbreitung der Adamaua Sprachen die sich von Nordostnigeria quer durch das Land bis uber den gesamten Norden der Demokratischen Republik Kongo erstreckt 59 Diese Region wird unterteilt in die Gebiete der Gbaya im Westen der Banda im Zentrum sowie der Nzakara und Azande im Osten Wahrscheinlich werden in der gesamten Region pentatonische Tonleitern verwendet haufig kombiniert mit einer homophonen Mehrstimmigkeit Die Musikregion B gehort zur Benue Kongo Sprachregion und ist auf den sudwestlichen Zipfel des Landes mit der Prafektur Sangha Mbaere bis zur Stadt Mbaiki entlang der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo beschrankt Die Musikregion C umfasst den Nordosten der Zentralafrikanischen Republik im Dreilandereck zum Tschad und Sudsudan wo Maban Sprachen gesprochen werden In dieser Grenzregion werden zwar ahnliche Rhythmen aus kurzen zyklischen Folgen gespielt wie in der Region A der rhythmische Stil der dortigen Runga die auch im Tschad leben ist aber stark von der Musik der muslimischen Ethnien in der Sahelzone gepragt Als eigene Musikregion D wird die Musik der Pygmaen im Sudwesten betrachtet 60 Weit verbreitet sind Ensembles mit Xylophonen und Trommeln die harmonische und teilweise polyrhythmische Strukturen erzeugen die sich aus der Uberlagerung der melodischen Formen einzelner Instrumente ergeben Xylophon Ensembles kennen beispielsweise die Azande Banda und Mandschia In der Prafektur Ouham Pende verwenden die Banda Gbambiya ein Ensemble mit vier tragbaren Xylophonen mbaza einer zweifelligen Trommel kporo und verschiedenen Gefassrasseln zu denen eine oder mehrere Gesangsstimmen kommen Die Gbaya spielen in einem Ensemble ein Xylophon zanga mit 9 bis 12 Klangplatten drei Trommeln zwei Rasseln und eine kleine Hornflote zak zembere fur das instrumentale Spiel oder manchmal zur Gesangsbegleitung Mit beiden Ensembles werden rituelle oder unterhaltende Stucke gespielt 61 Bei einem Ensemble mit mehreren Xylophonen haben diese eigene Namen und klar umrissene musikalische Aufgaben Wie bei den Gbaya Mandschia und Mbaka werden haufig auch drei Xylophone verwendet bezanga kleines Xylophon rgiringba Xylophon der Ahnen und kpembe jungstes Kind Hinzu kommen die zweifellige Trommel bion Rasseln ngala kleine Glocken und Handeklatschen 62 Die Zentralafrikanische Republik liegt im Verbreitungsgebiet der alten fruher fur die Hauptlingstumer bedeutenden Stieldoppelglocken vom Typ der gankogui 63 Andere Typen der weit verbreiteten Xylophonfamilie sind das Tragbugelxylophon mentsiang der Mpyemo entsprechend dem mendzan in Kamerun das Tragbugelxylophon zanga der Gbaya mit Resonatoren aus Rinderhornern und Kalebassen das Holmxylophon kponingbo der Azande mit 12 oder 13 Platten und das kangba der Manza Glocken und Lamellophone sanza und likembe mit Resonator kembe gehoren zu den in jungerer Zeit durch Migration eingefuhrten Instrumenten So verwenden die Gbaya die sanza haufig zur Begleitung sentimentaler ruhiger Liebeslieder 64 Die Liedtexte gehoren zur Tradition sie werden solistisch oder als Call and Response vorgetragen Instrumentalstucke kennen die Gbaya praktisch nicht Lamellophone und Bogenharfen sind die beliebtesten traditionellen Instrumente zur eigenen musikalischen Unterhaltung Beide konnen auch beim Gehen auf langen Wanderungen gespielt werden Die Zentralafrikanische Republik liegt im Gebiet der auf altagyptische Vorbilder zuruckgehenden zentralafrikanischen Harfen unter denen sie zum Typus mit Tullenschaftung vgl adungu gehoren Die funfsaitige Bogenharfe kundi ist hauptsachlich bei den Azande und daneben bei einigen anderen Ethnien verbreitet 65 Aufwendig figurlich gestaltete Exemplare sind seit dem Ende des 19 Jahrhunderts begehrte Sammlerobjekte in europaischen Museen Bei dem Mbaka heisst diese Harfe kundu Nur die Mbaka verwenden daruber hinaus die zehnsaitige Bogenharfe ngombi ein regional fur unterschiedliche Harfen verwendeter Name mit einem sehr grossen langrechteckigen Korpus der aus einem Holzblock geschnitzt wird Zu den Musik und Tanzstilen der Region A gehoren der kponingbo Tanz der nach dem hierzu gespielten Holmxylophon benannt ist der Tanz rebe bei den Azande begleitet vom holzernen Schlagidiophon kepe und der Kurbisrassel geye Arbeitsgesange der Frauen auf den Feldern das Flotenensemble wombo der Azande mit meist vier gleichnamigen Kerbfloten und sangbatule der Vortrag von Marchen uber eine Trickster Schildkrote 66 Die vollig andere Musik der verschiedenen Pygmaengruppen ist wegen ihren polyphonen und polyrhythmischen Strukturen bekannt Die polyphonen und mit Jodeln kombinierten Gesange der Pygmaen dienten als Anregung fur westliche Jazzmusiker und beeinflussten die Minimal Music von Gyorgy Ligeti Die Ba Benzele singen einen Melodieton und blasen im Wechsel die Eintonflote hindewhu sodass sich aus dem hohen Bordunton der Eintonflote und mehreren Gesangsstimmen ein komplexer polyphoner Gesamtklang ergibt Andere Pygmaengruppen spielen die aus Kamerun stammende Kerbstegzither mvet Die Ba Aka verwenden die dreisaitige Harfe ngombi und die Frauen der Ba Aka den Musikbogen mbiti 67 Generell haben die einzelnen Pygmaengruppen Musikinstrumente und Spielweisen ihrer sesshaften Kontaktbevolkerung ubernommen Mit Trommeln oder Schlagbalken mbanda bei den Bangombe Pygmaen produzieren sie komplexe asymmetrische Rhythmusmuster 68 Wahrend einige Musikinstrumente wie Lamellophone Rasseln und Glocken landesweit verbreitet sind kommen andere nur bei einzelnen Ethnien vor etwa die langen endgeblasenen Holztrompeten bei den Banda Linda 69 Schlitztrommeln oder bestimmte ein oder zweifellige Trommeln Musikinstrumente werden ublicherweise nicht nach ihrer Form sondern nach ihrem Verwendungszweck regional klassifiziert So kennen die Mpyemo a Musikinstrumente zur Begleitung von zeremoniellen und unterhaltenden Tanzen Trommeln Schlitztrommeln b selbstandig verwendete Musikinstrumente Lamellophone Xylophone Musikbogen c reine Begleitinstrumente Rasseln Glocken kurze Quertrompeten d Instrumente fur Kinder Pfeifen und Erdbogen 70 Popularmusik Bearbeiten Eine Musik die weitgehend auf mundlicher Uberlieferung basiert verandert sich standig durch Migrationsbewegungen und kulturellen Austausch mit anderen Ethnien Die Ankunft der Europaer brachte europaische Unterhaltungsmusik Pop und Jazz ein Re Import ist die afrokubanische Musik und einen grossen Einfluss auf die zentralafrikanische Popularmusik hatten die kongolesischen Rhythmen mit dem Soukous Neben diesen modernen Musikstilen existieren traditionelle Stile auf den Dorfern ohne sich zu vermischen weiterhin nebeneinander Zweckgebundene rituelle Musik verschwindet aber wenn die gesellschaftlichen oder religiosen Anlasse nicht mehr bestehen 71 Die stadtische Tanzmusik ist eine durch lokale Rhythmen und Gesangsstile beeinflusste Variante des kongolesischen Soukous Eine solche stadtische Mischform ist Zokela Aus dem ursprunglichen Namen einer Band in der Prafektur Lobaye der auf Mbati gurgelndes sirenenartiges Gerausch bedeutet wurde in den 1980er Jahren ein eigener traditionell moderner Stil Bei den typischen Zokela Bands wie sie seitdem samstagabends in einem Club in der Hauptstadt Bangui und anderen Stadten auftreten produzieren vier in einer Reihe stehende Sanger einen Wechselgesang aus uberlagernden Stimmen und engen Harmonien begleitet von Musikern mit E Gitarren und Schlagzeug 72 Die Band Zokela imitierte mit der Bassgitarre die Schlage einer traditionellen tiefklingenden Trommel und erganzte das Schlagzeug um eine mit einem Stock geschlagene Glasflasche welche die synkopierten Rhythmusmuster der hoch klingenden traditionellen Trommel ubernahm Zokela war die erste Band die Melodien Gesangsstimmen und die Tanzrhythmen von Lobaye in eine moderne Popularmusik uberfuhrte Weitere Bands wie Musiki Makembe Cannon Stars und Cool Stars kamen zur Tanzmusikszene von Bangui hinzu Die Entwicklung des Zokela Stils stand stets im Schatten der uberregional bekannteren Stile Soukous im Kongo und Makossa in Kamerun 73 Christliche Musik Bearbeiten Mit den Europaern kamen Ende des 19 Jahrhunderts die ersten christlichen Missionare die christliche Riten und hymnische Gesange mitbrachten aus denen zusammen mit den einheimischen Brauchen eine neue Art von synkretistischer Religion wurde die den Ahnenglauben nicht ernsthaft gefahrdete In die Liturgie wurden zwar einige traditionelle Rhythmusinstrumente eingefuhrt 74 die Musik wurde aber weitgehend auf das europaische Instrumentarium Tasteninstrumente angepasst Der Chor sang uberwiegend a cappella afrikanische Melodieinstrumente und manche Trommeln waren unerwunscht Das Zweite Vatikanische Konzil brachte 1963 die Wende von einer auf Latein vorgetragenen Liturgie und Musik hin zu afrikanischen Musikstilen die seitdem zu einem zentralen Bestandteil des Gottesdienstes wurden 75 Einer der beliebtesten Tanze bei den Ba Aka Pygmaen war Ende der 1980er Jahre der neu eingefuhrte Jagdtanz mabo In Abstanden von einigen Jahren entwickeln die Ba Aka neue Tanze die dann fur wenige Jahre oder viele Jahrzehnte gepflegt werden Ein weiterer Tanzmusikstil entstand bei den Ba Aka Ende des 20 Jahrhunderts als Antwort auf das Erscheinen von Missionaren und als Ausdruck von Modernitat in der Umgebung des Dorfes Bagandu in Lobaye Er heisst eboka ya nzapa Gottes Tanz Im Dorf Bagandu wurden Hymnen der fundamentalistischen Church of the Brethren mit baptistischen apostolischen und romisch katholischen Hymnen und Musikformen mit dem Tanz der Ba Aka und mit auf Lingala gesungener kongolesischer Popmusik gemischt Im Jahr 1992 hatten die Ba Aka ihre kontroverse Diskussion daruber beendet und waren zu dem Schluss gekommen dass sich ihr Gottes Tanz und christliche Gebete vereinbaren lassen und sie beides praktizieren wollen 73 Siehe auch BearbeitenUnion Zentralafrikanischer RepublikenRundfunkberichte BearbeitenBettina Ruhl Zentralafrikanische Republik Gewalt zwischen Muslimen und Christen eskaliert In Deutschlandfunk Hintergrund 15 Februar 2014 Literatur BearbeitenTatiana Carayannis Louisa Lombard Hrsg Making Sense of the Central African Republic Zed London 2015 ISBN 978 1 78360 380 0 Weblinks Bearbeiten Commons Zentralafrikanische Republik Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Wiktionary Zentralafrikanische Republik Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Wikivoyage Zentralafrikanische Republik Reisefuhrer Wikimedia Atlas Zentralafrikanische Republik geographische und historische Karten Landerinformationen des Auswartigen Amtes zur Zentralafrikanischen Republik CIA World Factbook Zentralafrikanische Republik englisch Einzelnachweise Bearbeiten a b c d e f g h i The World Factbook Population total In World Economic Outlook Database World Bank 2020 abgerufen am 14 Marz 2021 englisch Population growth annual In World Economic Outlook Database World Bank 2020 abgerufen am 14 Marz 2021 englisch World Economic Outlook Database Oktober 2020 In World Economic Outlook Database International Monetary Fund 2020 abgerufen am 14 Marz 2021 englisch Table Human Development Index and its components In Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen Hrsg Human Development Report 2020 United Nations Development Programme New York 2020 ISBN 978 92 1126442 5 S 346 englisch undp org PDF http plaque free fr Statoids com These are the world s unhealthiest countries 25 September 2016 abgerufen am 19 Marz 2022 englisch World Population Prospects Population Division United Nations Abgerufen am 21 Juli 2017 a b c d e f g World Population Prospects 2019 Volume II Demographic Profiles United Nations Department of Economic and Social Affairs Population Division abgerufen am 24 Januar 2021 Landerdatenbank 2020 In DSW Abgerufen am 27 Januar 2021 deutsch World Population Prospects Population Division United Nations Abgerufen am 10 September 2017 Auswartiges Amt Zentralafrikanische Republik Abgerufen am 6 Mai 2011 CIA World Fact Book Zentralafrikanische Republik Abgerufen am 15 August 2011 Meyers Grosses Landerlexikon Meyers Lexikonverlag Mannheim 2005 Migration Report 2017 UN abgerufen am 30 September 2018 englisch Origins and Destinations of the World s Migrants 1990 2017 In Pew Research Center s Global Attitudes Project 28 Februar 2018 pewglobal org abgerufen am 30 September 2018 a b La Centrafrique Religion auf http www missioncentrafrique ch Ministere du Plan et de l Economie Memento vom 25 Februar 2008 im Internet Archive U S Department of State State gov 20 September 2005 abgerufen am 27 Juni 2010 Central African Republic In Human Development Reports United Nations abgerufen am 15 Februar 2022 Homepage der Universitat Bangui Homepage der Euclid Universitat Landerdatenbank der Deutschen Stiftung Weltbevolkerung Zentralafrikanische Republik CIA The world Factbook Welthunger Index 2019 Welthungerhilfe 2019 abgerufen am 27 Januar 2021 Central African Republic confirms first coronavirus case WHO In Reuters 14 Marz 2020 reuters com abgerufen am 19 April 2020 Franz Ansprenger Politik im Schwarzen Afrika Die modernen politischen Bewegungen im Afrika franzosischer Pragung Westdeutscher Verlag Koln und Opladen 1961 S 73 Jad Adams Women and the Vote A World History Oxford University Press Oxford 2014 ISBN 978 0 19 870684 7 S 438 Mart Martin The Almanac of Women and Minorities in World Politics Westview Press Boulder Colorado 2000 S 74 United Nations Development Programme Human Development Report 2007 2008 New York 2007 ISBN 978 0 230 54704 9 S 346 Christine Pintat Women s Representation in Parliaments and Political Parties in Europe and North America In Christine Faure Hrsg Political and Historical Encyclopedia of Women Routledge New York London 2003 S 481 502 hier S 487 June Hannam Mitzi Auchterlonie Katherine Holden International Encyclopedia of Women s Suffrage ABC Clio Santa Barbara Denver Oxford 2000 ISBN 1 57607 064 6 S 9 Humanitarian and Development Partners Central African Republic Johann Hari Inside France s secret war In The Independent 5 Oktober 2007 Abgerufen am 11 Juli 2018 englisch The Republic of Logone Self determination and CAR s territorial integrity The Africa Report abgerufen am 19 Dezember 2015 Fragile States Index Global Data Fund for Peace 2020 abgerufen am 9 Januar 2021 englisch Democracy Index The Economist Intelligence Unit abgerufen am 6 Februar 2021 englisch Countries and Territories Freedom House 2020 abgerufen am 9 Januar 2021 englisch 2021 World Press Freedom Index Reporter ohne Grenzen 2021 abgerufen am 21 Juli 2021 englisch Transparency International Deutschland e V CPI 2020 Tabellarische Rangliste Abgerufen am 12 Marz 2021 Central African Republic President Touadera is re elected Abgerufen am 5 Januar 2021 1 International Institute for Strategic Studies Hrsg The Military Balance 2021 121 Auflage Taylor amp Francis 2021 ISBN 978 1 03 201227 8 S 455 456 Es gibt keine Kosaken aber unsere regularen Soldaten Ex Botschafter Yevgeny Korendyasov uber die weissen Spezialeinheiten des Prasidenten der Zentralafrikanischen Republik Doschd 9 Juni 2018 http www state gov r pa ei bgn 4007 htm political http www state gov g drl rls hrrpt 2009 af 135944 htm Amnesty International Landerbericht 2010 http aktiv gegen kinderarbeit de welt afrika zentralafrikanische republik Child Soldiers Demobilized in the Central African Republic UNICEF englisch 2009 Human Rights Report Central African Republic Bureau of Democracy Human Rights and Labor englisch Europa Publications The Europa World Year Book 2008 Routledge New York 2008 ISBN 978 1 85743 452 1 S 1152 Nanjala Nyabola Chasing ghosts in the Central African Republic AlJazeera 14 Februar 2014 The World Factbook Central Intelligence Agency Abgerufen am 6 August 2018 englisch Report for Selected Countries and Subjects International Monetary Fund abgerufen am 5 September 2018 amerikanisches Englisch Report for Selected Countries and Subjects International Monetary Fund abgerufen am 21 Juli 2017 amerikanisches Englisch Europa Publications The Europa World Year Book 2008 Routledge New York 2008 ISBN 978 1 85743 452 1 S 1151f Maurice Djenda Central African Republic 2 Music and society In Grove Music Online 2001 Gerhard Kubik Central Africa An Introduction In Ruth M Stone Hrsg Garland Encyclopedia of World Music Band 1 Africa Routledge New York London 1998 S 651 Maurice Djenda Central African Republic 4 Music of the main linguistic regions In Grove Music Online 2001 Sylvie Le Bomin Begleitheft zur CD Centralafrique Xylophones de l Ouham Pende Ocora Radio France 1996 Maurice Djenda Central African Republic 3 Musical characteristics In Grove Music Online 2001 Jan Vansina The Bells of Kings In The Journal of African History Band 10 Nr 2 1969 S 187 197 hier S 192f Centrafrique Musique pour sanza en pays gbaya Archives internationales de musique populaire Musee d ethnographie Geneve AIMP XXVII CD von 1993 Text Begleitheft Vincent Dehoux Paulette Roulon Rezension Nathalie Fernando Fabrice Marandola Centrafrique musiques pour sanzas et xylophones In Cahiers d Ethnomusicologie Nr 9 1996 S 341 345 Vgl Gerhard Kubik Harp music of the Azande and related peoples in the Central African Republic Part 1 Horizontal harp playing In African Music Journal of the International Library of African Music Band 3 Nr 3 1964 S 37 76 Gerhard Kubik Zentralafrika III Musikregionen und kulturen Zentralafrikas 1 Adamawa Ost Musikkulturen In MGG Online September 2016 Peter Cooke Michelle Kisliuk Pygmy music In Grove Music Online 2001 Gerhard Kubik Zentralafrika II Umrisse einer Musikgeschichte Zentralafrikas In MGG Online September 2016 Vgl Simha Arom The Music of the Banda Linda Horn Ensembles Form and Structure In Studies in African music Selected reports in ethnomusicology University of California Press Los Angeles 1984 S 173 193 Maurice Djenda Central African Republic 5 Musical instruments In Grove Music Online 2001 Simha Arom African Polyphony and Polyrhythm Musical Structure and Methodology Cambridge University Press Cambridge 1991 s v Book I The Music of the Central African Republic S 3 32 hier S 5 Michelle Kisliuk Musical Life in the Central African Republic In Ruth M Stone Hrsg Garland Encyclopedia of World Music Band 1 Africa Routledge New York London 1998 S 363 a b Michelle Kisliuk Central African Republic 6 Modern developments In Grove Music Online 2001 Simha Arom 1991 S 4f Roberta King Music in the Life of the African Church Baylor University Press Waco Texas 2008 S 19 49 Politische Gliederung Afrikas Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen Agypten1 Algerien Angola Aquatorialguinea Athiopien Benin Botswana Burkina Faso Burundi Dschibuti Elfenbeinkuste Eritrea Eswatini Gabun Gambia Ghana Guinea Guinea Bissau Jemen2 Kamerun Kap Verde Kenia Komoren Demokratische Republik Kongo Republik Kongo Lesotho Liberia Libyen Madagaskar Malawi Mali Marokko Mauretanien Mauritius Mosambik Namibia Niger Nigeria Ruanda Sambia Sao Tome und Principe Senegal Seychellen Sierra Leone Simbabwe Somalia Sudafrika Sudan Sudsudan Tansania Togo Tschad Tunesien Uganda Zentralafrikanische Republik Abhangige Gebiete Iles Eparses Kanarische Inseln Madeira Mayotte Plazas de soberania mit Ceuta und Melilla Reunion St Helena Ascension und Tristan da Cunha Umstrittene Gebiete Demokratische Arabische Republik Sahara Somaliland 1 Liegt zum Teil auch in Asien 2 Liegt grosstenteils in Asien Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union Mitgliedstaaten Agypten Algerien Angola Aquatorialguinea Athiopien Benin Botswana Burkina Faso Burundi Dschibuti Elfenbeinkuste Eritrea Eswatini Gabun Gambia Ghana Guinea Guinea Bissau Kamerun Kap Verde Kenia Komoren Kongo Demokratische Republik Kongo Republik Lesotho Liberia Libyen Madagaskar Malawi Mali Marokko Mauretanien Mauritius Mosambik Namibia Niger Nigeria Ruanda Sambia Sao Tome und Principe Senegal Seychellen Sierra Leone Simbabwe Somalia Sudafrika Sudan Sudsudan Tansania Togo Tschad Tunesien Uganda Zentralafrikanische Republik International nicht anerkannte Mitglieder Demokratische Arabische Republik Sahara 6 9666666666667 20 616666666667 Koordinaten 7 N 21 O Normdaten Geografikum GND 4067608 0 OGND AKS LCCN n78060051 NDL 00573916 VIAF 138969798 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Zentralafrikanische Republik amp oldid 221438242, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

buch

, bücher, bibliothek,

artikel

, lesen, herunterladen, kostenlos, kostenloser herunterladen, MP3, Video, MP4, 3GP, JPG, JPEG, GIF, PNG, Bild, Musik, Lied, Film, Buch, Spiel, Spiele