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Die Zauneidechse (Lacerta agilis) ist ein vor allem in Mittel- und Osteuropa sowie Vorderasien verbreitetes Reptil aus der Familie der Echten Eidechsen (Lacertidae).

Zauneidechse

Zauneidechse (Lacerta agilis), Männchen

Systematik
Wissenschaftlicher Name
Lacerta agilis
Linnaeus, 1758

Inhaltsverzeichnis

Im deutschsprachigen Raum erreichen Zauneidechsen Gesamtlängen von etwa 24 cm. Besonders große Tiere weisen hier Kopf-Rumpf-Längen von etwa 9,5 cm und Schwanzlängen von etwa 14 cm auf. Die größte bekannte Kopf-Rumpf-Länge von 11,5 cm stammt von einer Zauneidechse aus dem Kaukasus. Generell haben die Weibchen längere Rümpfe, die Männchen dagegen längere Köpfe und geringfügig längere Schwänze. Im Vergleich zur Waldeidechse und zur Mauereidechse wirkt das Tier plumper und viel kräftiger. Die Schnauzenseiten sind steil und hoch und enden nach vorne abgestumpft. Der Oberkopf ist abgeplattet und durch eine von den Augen bis zu den Nasenlöchern reichende Kante von den Seiten abgegrenzt. Der Hinterkopf ist etwas breiter als der Hals und daher von diesem abgesetzt. Der Schwanz ist an seiner Wurzel wesentlich höher als breit und verjüngt sich allmählich; die Spitze ist nicht sehr lang ausgezogen. (Ein nachgewachsener, regenerierter Schwanz ist meist deutlich kürzer und weniger gezeichnet.)

Die Färbung und Zeichnung ist je nach Individuum, Geschlecht, Altersstadium und Jahreszeit (Männchen!) sehr variabel. Oft verläuft auf der Rücken- und Schwanzmitte ein „leiterartiges“ Zeichnungsmuster aus hellen Seitenlinien (Parietalbänder) und dunkelbraunen „Quersprossen“ (Dorsalflecken) mit braunen Zwischenräumen. Mittig sowie seitlich über die Dorsalflecken verlaufen zudem meist weißliche, unterbrochene Längsstriche (Occipitallinie sowie Parietallinien). Auch die Grundfarbe von Oberkopf, Schwanz und Gliedmaßen ist bräunlich und die Flecken der Flanken sind ebenfalls weißkernig. Die Männchen zeigen zur Paarungszeit (bis Juni/Juli) grün gefärbte Kopf-, Rumpf- und Bauchseiten; besonders in Südwestdeutschland kommen auch Tiere vor, die nahezu insgesamt grün erscheinen. Eine weitere Besonderheit sind rotrückige Exemplare. Die Unterseite ist bei den Weibchen gelblich und fleckenlos, bei den Männchen grün mit schwarzen Flecken. Die Jungtiere besitzen eine bräunliche Färbung, oft mit auffälligen Augenflecken auf Rücken und Seiten.

  • Männchen

  • Weibchen

  • Eine gelegentlich zu beobachtende Farbanomalie sind rotrückige Zauneidechsen, sogenannte Erythronotus-Formen – hier ein Männchen aus Bayern

  • Kopf eines Männchens im Profil

  • Jungtier

  • "Concolor-Mutante" = gänzlich zeichnungslose Zauneidechse

Zauneidechse während der Häutung
Männchen mit beginnender Regeneration des abgeworfenen Schwanzes

In Mitteleuropa beginnt die Überwinterung, sobald ausreichende Energiereserven angelegt wurden. Adulte Männchen verschwinden meist Anfang August, die Weibchen im September, Jungtiere ziehen sich im September oder Oktober zurück. Ab Anfang März erscheinen zunächst die Jungtiere und/oder die Männchen und einige Wochen später die Weibchen an der Oberfläche. Bei schönem Wetter wird am Morgen zunächst ein Sonnenbad genommen, um den wechselwarmen (poikilothermen) Organismus auf „Betriebstemperatur“ zu bringen. Anschließend gehen die Tiere auf Nahrungssuche. Zum Beutespektrum zählen vor allem Insekten, beispielsweise Heuschrecken, Zikaden, Käfer und deren Larven, Wanzen, Ameisen sowie Spinnen und Regenwürmer. Sie trinken von Tau- und Regentropfen. Bei großer Hitze, schlechtem Wetter sowie nachts verkriechen sich Zauneidechsen in ihren Unterschlüpfen.

Zu ihren natürlichen Feinden gehören viele Vögel und Säugetiere, aber auch andere Reptilien. Sie werden u. a. von Greifvögeln, Rabenvögeln, Staren, Fasanen, Amseln, Mardern, Füchsen, Igeln und Schlingnattern gejagt. Die Eier werden unter anderem von Maulwurfsgrille und Laufkäfer gefressen. Eine besondere Bedrohung durch streunende Hauskatzen wird oftmals genannt. Hierfür fehlen jedoch Belege, auch die Verbreitungsschwerpunkte der Zauneidechse in Gebieten mit lockerer Wohnbebauung sprechen dagegen. Belegt sind hingegen Gefährdungen durch oft in großen Mengen ausgesetzte Fasane. Wildschweine können durch ihre Wühltätigkeit Überwinterungsplätze zerstören, diese schafft aber auch offene Bereiche und Eiablagestellen. Bei Bedrohung kann die Eidechse einen Teil des Schwanzes an einer von mehreren „Sollbruchstellen“ abwerfen, damit der Feind von dem zuckenden Anhängsel abgelenkt wird. Später bildet sich der Schwanz neu aus; allerdings bleibt er dann kürzer.

Nach der ersten Häutung (in Mitteleuropa etwa Ende April) beginnt die Paarungszeit, die bis Ende Juni andauert. Treffen Männchen aufeinander, kann es zu ritualisierten Droh- und Imponiergebärden (Kommentkämpfen) kommen. Fühlt sich das Weibchen noch nicht paarungsbereit, beißt es das Männchen und versucht so, es fernzuhalten. Bei der Paarung ergreift das Männchen mit den Kiefern zunächst die Schwanzmitte des Weibchens. Danach verbeißt es sich in der Flanke und krümmt seinen Körper so, dass sich die Kloaken beider Tiere treffen und der Hemipenis eingeführt werden kann. Diese Vereinigung dauert drei bis fünf Minuten und wird mehrmals nacheinander durchgeführt.

Die Eiablage erfolgt von Mitte Mai bis Ende Juli, vereinzelt auch noch im August. Dazu werden sandige Plätze aufgesucht, die von der Sonne erreicht werden. Das Weibchen gräbt kleine Löcher und setzt darin 5 bis 14 weichschalige Eier ab. Die Entwicklungszeit der Eier im Sandboden ist stark von der Umgebungstemperatur abhängig; bei 21 bis 24 °C beträgt sie zwei Monate. Die Schlüpflinge sind etwa 5-6 cm lang. Frisch geschlüpft müssen sie sich auch vor ihren eigenen Eltern in Acht nehmen, um nicht gefressen zu werden. Ihre Geschlechtsreife erreichen sie nach anderthalb bis zwei Jahren. In Ausnahmefällen kann die Geschlechtsreife bereits nach der ersten Überwinterung mit einem Jahr erreicht werden.

  • Zauneidechsen bei der Paarung

  • Ein Männchen folgt dem Weibchen bis dieses bereit zur Paarung ist

  • Halbwüchsiges Exemplar

Weibchen vor Unterschlupf

Zauneidechsen sind bezüglich ihrer Lebensraumstrukturen anthropogen orientierte Lebewesen. Sie besiedeln Magerbiotope wie trockene Waldränder, Bahndämme, Heideflächen, Dünen, Steinbrüche, Kiesgruben, Wildgärten und ähnliche Lebensräume mit einem Wechsel aus offenen, lockerbödigen Abschnitten und dichter bewachsenen Bereichen. In kühleren Gegenden beschränken sich die Vorkommen auf wärmebegünstigte Standorte. Wichtig sind auch Elemente wie Totholz und Altgras.

Das Verbreitungsareal reicht von Zentralfrankreich über ganz Mittel- und Osteuropa sowie Südschweden, über das Baltikum, den Ladoga- und Onegasee bis zur Südspitze des Baikalsees im äußersten Osten. Die Britische Hauptinsel wird nur punktuell im Süden bewohnt. Die südliche Arealgrenze wird unter anderem von den Pyrenäen, der Nordabdachung der Alpen, dem Süden der Balkanhalbinsel und dem Kaukasus gebildet. Nicht besiedelt sind beispielsweise Nord- und Mittelskandinavien, Schottland und Irland sowie weitgehend der Mittelmeerraum.

Im Norden ihres Verbreitungsgebiets lebt die Zauneidechse vor allem im Flach- und Hügelland. Am Südrand ihres Areals ist die Art dagegen nur in höheren Gebirgslagen zu finden; die Höhenverbreitung erreicht im Süden stellenweise 2000 Meter NN. Das südlichste Vorkommen der Art liegt im griechischen Pindos-Gebirge.

Straßenverkehrsopfer – tote weibliche Zauneidechse mit Eiern

Bestände der Zauneidechse werden vor allem durch die Zerstörung von Lebensräumen und Kleinstrukturen in der Landschaft dezimiert. Dazu gehören etwa die Rekultivierung von zumindest zur menschlichen Nutzung ungeeigneten Ödlands, die Wiederbewirtschaftung von Brachen, der Verlust von Randstreifen und Böschungen, allgemein eine intensive Landwirtschaft oder auch die Fragmentierung der Landschaft durch Straßenbau bzw. -verkehr und Siedlungsbau. Im Zuge von Baumaßnahmen kann es erforderlich sein, Zauneidechsen umzusiedeln.

Gesetzlicher Schutzstatus (Auswahl)

Nationale Rote Liste-Einstufungen (Auswahl)

  • Rote Liste Bundesrepublik Deutschland: V – Vorwarnliste
  • Rote Liste Österreichs: 4 – Gefährdung droht
  • Rote Liste der Schweiz: VU (gefährdet)

Die Zauneidechse wurde in der Schweiz zum „Tier des Jahres 2005“ und in Deutschland zum „Reptil des Jahres 2020“ ausgerufen. Zauneidechsen produzieren Abwehrstoffe gegen Borreliose.

Literatur

  • Dieter Glandt, Wolfgang Bischoff (Hrsg.): Biologie und Schutz der Zauneidechse (Lacerta agilis) = Ergebnisse des gleichnamigen Symposiums vom 24. bis 26. Februar 1988 im Biologischen Institut Metelen e.V., Metelen/Bundesrepublik Deutschland. = Biology and conservation of the sand lizard (Lacerta agilis) (= Mertensiella. Band 1). Ziegan, Berlin 1988, ISBN 3-9801929-0-3.
  • Kerstin Elbing, Rainer Günther, Ulf Rahmel: Zauneidechse – Lacerta agilis, Linnaeus, 1758. In: Rainer Günther (Hrsg.): Die Amphibien und Reptilien Deutschlands. Gustav Fischer, Jena u. a. 1996, ISBN 3-437-35016-1, S. 535–557.
  • Ina Blanke: Die Zauneidechse – zwischen Licht und Schatten. Zeitschrift für Feldherpetologie, Beiheft 7 (2., aktualisierte und ergänzte Auflage). Laurenti Verlag, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-933066-43-5.
  • Ina Blanke, Helen Fearnley: The sand lizard between light and shadow. Aktualisierte und ergänzte internationale Ausgabe. Laurenti, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-933066-55-8.

Einzelnachweise

  1. Hubert Laufer: Praxisorientierte Umsetzung des strengen Artenschutzes am Beispiel von Zauneidechsen. In: Naturschutzinfo. Nr. 1, 2014 (PDF). Hrsg. Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg.
  2. Lacerta agilis (Linnaeus, 1758). Schutzstatus im Wissenschaftlichen Informationssystem zum Internationalen Artenschutz des Bundesamtes für Naturschutz, abgerufen am 7. März 2021.
  3. Klaus-Detlef Kühnel, Arno Geiger, Hubert Laufer, Richard Podloucky, Martin Schlüpmann: Rote Liste und Gesamtartenliste der Kriechtiere (Reptilia) Deutschlands. In: Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands. Band 1: Wirbeltiere (= Naturschutz und biologische Vielfalt. 70, 1). Bundesamt für Naturschutz u. a., Bonn-Bad Godesberg u. a. 2009, ISBN 978-3-7843-5033-2, S. 231–256, Digitalisat (PDF; 1,41 MB).
  4. Rote Listen. Online-Übersicht auf der Website Amphibien- und Reptilienschutz aktuell des NABU, abgerufen am 7. März 2021.
  5. Rote Liste der gefährdeten Arten der Schweiz: Reptilien. Stand 2005. Bundesamt für Umwelt (BAFU).
  6. Ökologe: „Straßen sind Amphibienkiller“. Schwarzwälder Bote, 13. März 2017.

Weblinks

Commons: Zauneidechse (Lacerta agilis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Zauneidechse – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Lacertaagilis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.1. Eingestellt von: Agasyan, A., Avci, A., Tuniyev, B., Lymberakis, P., Andrén, C., Cogalniceanu, D., Wilkinson, J., Ananjeva, N., Üzüm, N., Orlov, N., Podloucky, R., Tuniyev, S., Kaya, U., Crnobrnja Isailovic, J., Vogrin, M., Corti, C., Pérez Mellado, V., Sá-Sousa, P., Cheylan, M., Pleguezuelos, J., Kyek, M., Westerström, A., Nettmann, H.K., Borczyk, B., Sterijovski, B. & Schmidt, B., 2010. Abgerufen am 3. September 2013.

Waldeidechse (2006) | Knoblauchkröte (2007) | Europäischer Laubfrosch (2008) | Würfelnatter (2009) | Teichmolch (2010) | Mauereidechse (2011) | Erdkröte (2012) | Schlingnatter (2013) | Gelbbauchunke (2014) | Europäische Sumpfschildkröte (2015) | Feuersalamander (2016) | Blindschleiche (2017) | Grasfrosch (2018) | Bergmolch (2019) | Zauneidechse (2020/2021)

Normdaten (Sachbegriff): GND:4190553-2(OGND, AKS)

Zauneidechse Echse der Gattung Lacerta Sprache Beobachten Bearbeiten Die Zauneidechse Lacerta agilis ist ein vor allem in Mittel und Osteuropa sowie Vorderasien verbreitetes Reptil aus der Familie der Echten Eidechsen Lacertidae ZauneidechseZauneidechse Lacerta agilis MannchenSystematikUberordnung Schuppenechsen Lepidosauria Ordnung Schuppenkriechtiere Squamata Familie Echte Eidechsen Lacertidae Unterfamilie LacertinaeGattung LacertaArt ZauneidechseWissenschaftlicher NameLacerta agilisLinnaeus 1758 Inhaltsverzeichnis 1 Merkmale 2 Lebensweise 3 Fortpflanzung 4 Lebensraum 5 Verbreitung 6 Gefahrdung 7 Besonderheiten 8 Quellen 8 1 Literatur 8 2 Einzelnachweise 8 3 WeblinksMerkmaleIm deutschsprachigen Raum erreichen Zauneidechsen Gesamtlangen von etwa 24 cm Besonders grosse Tiere weisen hier Kopf Rumpf Langen von etwa 9 5 cm und Schwanzlangen von etwa 14 cm auf Die grosste bekannte Kopf Rumpf Lange von 11 5 cm stammt von einer Zauneidechse aus dem Kaukasus Generell haben die Weibchen langere Rumpfe die Mannchen dagegen langere Kopfe und geringfugig langere Schwanze Im Vergleich zur Waldeidechse und zur Mauereidechse wirkt das Tier plumper und viel kraftiger Die Schnauzenseiten sind steil und hoch und enden nach vorne abgestumpft Der Oberkopf ist abgeplattet und durch eine von den Augen bis zu den Nasenlochern reichende Kante von den Seiten abgegrenzt Der Hinterkopf ist etwas breiter als der Hals und daher von diesem abgesetzt Der Schwanz ist an seiner Wurzel wesentlich hoher als breit und verjungt sich allmahlich die Spitze ist nicht sehr lang ausgezogen Ein nachgewachsener regenerierter Schwanz ist meist deutlich kurzer und weniger gezeichnet Die Farbung und Zeichnung ist je nach Individuum Geschlecht Altersstadium und Jahreszeit Mannchen sehr variabel Oft verlauft auf der Rucken und Schwanzmitte ein leiterartiges Zeichnungsmuster aus hellen Seitenlinien Parietalbander und dunkelbraunen Quersprossen Dorsalflecken mit braunen Zwischenraumen Mittig sowie seitlich uber die Dorsalflecken verlaufen zudem meist weissliche unterbrochene Langsstriche Occipitallinie sowie Parietallinien Auch die Grundfarbe von Oberkopf Schwanz und Gliedmassen ist braunlich und die Flecken der Flanken sind ebenfalls weisskernig Die Mannchen zeigen zur Paarungszeit bis Juni Juli grun gefarbte Kopf Rumpf und Bauchseiten besonders in Sudwestdeutschland kommen auch Tiere vor die nahezu insgesamt grun erscheinen Eine weitere Besonderheit sind rotruckige Exemplare Die Unterseite ist bei den Weibchen gelblich und fleckenlos bei den Mannchen grun mit schwarzen Flecken Die Jungtiere besitzen eine braunliche Farbung oft mit auffalligen Augenflecken auf Rucken und Seiten Mannchen Weibchen Eine gelegentlich zu beobachtende Farbanomalie sind rotruckige Zauneidechsen sogenannte Erythronotus Formen hier ein Mannchen aus Bayern Kopf eines Mannchens im Profil Jungtier Concolor Mutante ganzlich zeichnungslose ZauneidechseLebensweise Zauneidechse wahrend der Hautung Mannchen mit beginnender Regeneration des abgeworfenen Schwanzes In Mitteleuropa beginnt die Uberwinterung sobald ausreichende Energiereserven angelegt wurden Adulte Mannchen verschwinden meist Anfang August die Weibchen im September Jungtiere ziehen sich im September oder Oktober zuruck Ab Anfang Marz erscheinen zunachst die Jungtiere und oder die Mannchen und einige Wochen spater die Weibchen an der Oberflache Bei schonem Wetter wird am Morgen zunachst ein Sonnenbad genommen um den wechselwarmen poikilothermen Organismus auf Betriebstemperatur zu bringen Anschliessend gehen die Tiere auf Nahrungssuche Zum Beutespektrum zahlen vor allem Insekten beispielsweise Heuschrecken Zikaden Kafer und deren Larven Wanzen Ameisen sowie Spinnen und Regenwurmer Sie trinken von Tau und Regentropfen Bei grosser Hitze schlechtem Wetter sowie nachts verkriechen sich Zauneidechsen in ihren Unterschlupfen Zu ihren naturlichen Feinden gehoren viele Vogel und Saugetiere aber auch andere Reptilien Sie werden u a von Greifvogeln Rabenvogeln Staren Fasanen Amseln Mardern Fuchsen Igeln und Schlingnattern gejagt Die Eier werden unter anderem von Maulwurfsgrille und Laufkafer gefressen Eine besondere Bedrohung durch streunende Hauskatzen wird oftmals genannt Hierfur fehlen jedoch Belege auch die Verbreitungsschwerpunkte der Zauneidechse in Gebieten mit lockerer Wohnbebauung sprechen dagegen Belegt sind hingegen Gefahrdungen durch oft in grossen Mengen ausgesetzte Fasane Wildschweine konnen durch ihre Wuhltatigkeit Uberwinterungsplatze zerstoren diese schafft aber auch offene Bereiche und Eiablagestellen Bei Bedrohung kann die Eidechse einen Teil des Schwanzes an einer von mehreren Sollbruchstellen abwerfen damit der Feind von dem zuckenden Anhangsel abgelenkt wird Spater bildet sich der Schwanz neu aus allerdings bleibt er dann kurzer FortpflanzungNach der ersten Hautung in Mitteleuropa etwa Ende April beginnt die Paarungszeit die bis Ende Juni andauert Treffen Mannchen aufeinander kann es zu ritualisierten Droh und Imponiergebarden Kommentkampfen kommen Fuhlt sich das Weibchen noch nicht paarungsbereit beisst es das Mannchen und versucht so es fernzuhalten Bei der Paarung ergreift das Mannchen mit den Kiefern zunachst die Schwanzmitte des Weibchens Danach verbeisst es sich in der Flanke und krummt seinen Korper so dass sich die Kloaken beider Tiere treffen und der Hemipenis eingefuhrt werden kann Diese Vereinigung dauert drei bis funf Minuten und wird mehrmals nacheinander durchgefuhrt Die Eiablage erfolgt von Mitte Mai bis Ende Juli vereinzelt auch noch im August Dazu werden sandige Platze aufgesucht die von der Sonne erreicht werden Das Weibchen grabt kleine Locher und setzt darin 5 bis 14 weichschalige Eier ab Die Entwicklungszeit der Eier im Sandboden ist stark von der Umgebungstemperatur abhangig bei 21 bis 24 C betragt sie zwei Monate Die Schlupflinge sind etwa 5 6 cm lang Frisch geschlupft mussen sie sich auch vor ihren eigenen Eltern in Acht nehmen um nicht gefressen zu werden Ihre Geschlechtsreife erreichen sie nach anderthalb bis zwei Jahren In Ausnahmefallen kann die Geschlechtsreife bereits nach der ersten Uberwinterung mit einem Jahr erreicht werden Zauneidechsen bei der Paarung source source source source source source source source source source source source source source Ein Mannchen folgt dem Weibchen bis dieses bereit zur Paarung ist Halbwuchsiges ExemplarLebensraum Weibchen vor Unterschlupf Zauneidechsen sind bezuglich ihrer Lebensraumstrukturen anthropogen orientierte Lebewesen Sie besiedeln Magerbiotope wie trockene Waldrander Bahndamme Heideflachen Dunen Steinbruche Kiesgruben Wildgarten und ahnliche Lebensraume mit einem Wechsel aus offenen lockerbodigen Abschnitten und dichter bewachsenen Bereichen In kuhleren Gegenden beschranken sich die Vorkommen auf warmebegunstigte Standorte Wichtig sind auch Elemente wie Totholz und Altgras VerbreitungDas Verbreitungsareal reicht von Zentralfrankreich uber ganz Mittel und Osteuropa sowie Sudschweden uber das Baltikum den Ladoga und Onegasee bis zur Sudspitze des Baikalsees im aussersten Osten Die Britische Hauptinsel wird nur punktuell im Suden bewohnt Die sudliche Arealgrenze wird unter anderem von den Pyrenaen der Nordabdachung der Alpen dem Suden der Balkanhalbinsel und dem Kaukasus gebildet Nicht besiedelt sind beispielsweise Nord und Mittelskandinavien Schottland und Irland sowie weitgehend der Mittelmeerraum Im Norden ihres Verbreitungsgebiets lebt die Zauneidechse vor allem im Flach und Hugelland Am Sudrand ihres Areals ist die Art dagegen nur in hoheren Gebirgslagen zu finden die Hohenverbreitung erreicht im Suden stellenweise 2000 Meter NN Das sudlichste Vorkommen der Art liegt im griechischen Pindos Gebirge Gefahrdung Strassenverkehrsopfer tote weibliche Zauneidechse mit Eiern Bestande der Zauneidechse werden vor allem durch die Zerstorung von Lebensraumen und Kleinstrukturen in der Landschaft dezimiert Dazu gehoren etwa die Rekultivierung von zumindest zur menschlichen Nutzung ungeeigneten Odlands die Wiederbewirtschaftung von Brachen der Verlust von Randstreifen und Boschungen allgemein eine intensive Landwirtschaft oder auch die Fragmentierung der Landschaft durch Strassenbau bzw verkehr und Siedlungsbau Im Zuge von Baumassnahmen kann es erforderlich sein Zauneidechsen umzusiedeln 1 Gesetzlicher Schutzstatus Auswahl 2 FFH Richtlinie Anhang IV streng zu schutzende Art Bundesnaturschutzgesetz BNatSchG streng geschutzt Nationale Rote Liste Einstufungen Auswahl 3 4 5 Rote Liste Bundesrepublik Deutschland V Vorwarnliste Rote Liste Osterreichs 4 Gefahrdung droht Rote Liste der Schweiz VU gefahrdet BesonderheitenDie Zauneidechse wurde in der Schweiz zum Tier des Jahres 2005 und in Deutschland zum Reptil des Jahres 2020 ausgerufen Zauneidechsen produzieren Abwehrstoffe gegen Borreliose 6 QuellenLiteratur Dieter Glandt Wolfgang Bischoff Hrsg Biologie und Schutz der Zauneidechse Lacerta agilis Ergebnisse des gleichnamigen Symposiums vom 24 bis 26 Februar 1988 im Biologischen Institut Metelen e V Metelen Bundesrepublik Deutschland Biology and conservation of the sand lizard Lacerta agilis Mertensiella Band 1 Ziegan Berlin 1988 ISBN 3 9801929 0 3 Kerstin Elbing Rainer Gunther Ulf Rahmel Zauneidechse Lacerta agilis Linnaeus 1758 In Rainer Gunther Hrsg Die Amphibien und Reptilien Deutschlands Gustav Fischer Jena u a 1996 ISBN 3 437 35016 1 S 535 557 Ina Blanke Die Zauneidechse zwischen Licht und Schatten Zeitschrift fur Feldherpetologie Beiheft 7 2 aktualisierte und erganzte Auflage Laurenti Verlag Bielefeld 2010 ISBN 978 3 933066 43 5 Ina Blanke Helen Fearnley The sand lizard between light and shadow Aktualisierte und erganzte internationale Ausgabe Laurenti Bielefeld 2015 ISBN 978 3 933066 55 8 Einzelnachweise Hubert Laufer Praxisorientierte Umsetzung des strengen Artenschutzes am Beispiel von Zauneidechsen In Naturschutzinfo Nr 1 2014 PDF Hrsg Landesanstalt fur Umwelt Baden Wurttemberg Lacerta agilis Linnaeus 1758 Schutzstatus im Wissenschaftlichen Informationssystem zum Internationalen Artenschutz des Bundesamtes fur Naturschutz abgerufen am 7 Marz 2021 Klaus Detlef Kuhnel Arno Geiger Hubert Laufer Richard Podloucky Martin Schlupmann Rote Liste und Gesamtartenliste der Kriechtiere Reptilia Deutschlands In Bundesamt fur Naturschutz Hrsg Rote Liste gefahrdeter Tiere Pflanzen und Pilze Deutschlands Band 1 Wirbeltiere Naturschutz und biologische Vielfalt 70 1 Bundesamt fur Naturschutz u a Bonn Bad Godesberg u a 2009 ISBN 978 3 7843 5033 2 S 231 256 Digitalisat PDF 1 41 MB Rote Listen Online Ubersicht auf der Website Amphibien und Reptilienschutz aktuell des NABU abgerufen am 7 Marz 2021 Rote Liste der gefahrdeten Arten der Schweiz Reptilien Stand 2005 Bundesamt fur Umwelt BAFU Okologe Strassen sind Amphibienkiller Schwarzwalder Bote 13 Marz 2017 Weblinks Commons Zauneidechse Lacerta agilis Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Wiktionary Zauneidechse Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Lacerta agilis in der Roten Liste gefahrdeter Arten der IUCN 2013 1 Eingestellt von Agasyan A Avci A Tuniyev B Lymberakis P Andren C Cogalniceanu D Wilkinson J Ananjeva N Uzum N Orlov N Podloucky R Tuniyev S Kaya U Crnobrnja Isailovic J Vogrin M Corti C Perez Mellado V Sa Sousa P Cheylan M Pleguezuelos J Kyek M Westerstrom A Nettmann H K Borczyk B Sterijovski B amp Schmidt B 2010 Abgerufen am 3 September 2013 Fotos der Zauneidechse bei www herp it Verbreitungskarte bei der SEH jpeg 1111 kB Zauneidechse Lacerta agilis LINNAEUS 1758 Memento vom 26 Juni 2012 im Internet Archive Zauneidechse bei www reptilien brauchen freunde de Fotos und Tipps zum Schutz der Zauneidechse im eigenen Garten und offentlichen Grunflachen beim BUND Darmstadt Lacerta agilis In The Reptile DatabaseReptil Lurch des Jahres in Deutschland und seit 2010 in Osterreich Waldeidechse 2006 Knoblauchkrote 2007 Europaischer Laubfrosch 2008 Wurfelnatter 2009 Teichmolch 2010 Mauereidechse 2011 Erdkrote 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