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Zahnarzt ist die Berufsbezeichnung für einen Absolventen des Studiums der Zahnmedizin. Die Ausübung des Berufs ist in Deutschland nur aufgrund einer gültigen Berufszulassung (Approbation oder Berufserlaubnis) zulässig. Approbationen ermächtigen zur selbstständigen Berufsausübung in der Bundesrepublik Deutschland. Berufserlaubnisse können nur zeitlich und örtlich befristet erteilt werden. Im Gebiet der ehemaligen DDR werden die Zahnärzte auch Stomatologen genannt. Das Studium der Stomatologie wurde zeitweise mit einer Facharztprüfung (Facharzt für allgemeine Stomatologie) und später mit dem Diplom abgeschlossen (Dipl.-Stom. = Diplom-Stomatologe). Die aus der Gruppe der nichtapprobierten Zahnbehandler hervorgegangene Berufsbezeichnung Dentist ist veraltet und bezeichnete bis 1952 fortgebildete Zahntechniker, die in begrenztem Umfang Zahnheilkunde ausüben durften. Der Zahnarzt gehört in Deutschland zu den Freien Berufen, ebenso wie in Österreich.

US-amerikanischer Zahnarzt (2004)
Zahnarzt in der DDR (1978)
„Der Zahnarzt“ (Gemälde 1622) von Gerrit van Honthorst
Zahnbrecher (Darstellung um 1568)
Zahnarztpraxis vor 1977 im Ditmarsium
Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Das Tätigkeitsfeld eines Zahnarztes beinhaltet Prävention, Diagnose und Therapie von Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen. Ebenfalls werden Patienten mit anerkannten stomatologischen Berufskrankheiten (Abrasio dentium) und Arbeitsunfällen auf Kosten der Berufsgenossenschaft behandelt.

Es gibt rund 112.000 Zahnärzte in Deutschland, davon ca. 53.000 Vertragszahnärzte. Rund 17.500 sind in Praxen tätige Assistenten, Vertreter, angestellte Zahnärzte und außerhalb von Praxen zahnärztlich tätige Mitglieder. Weitere ca. 20.600 sind ohne zahnärztliche Tätigkeit (Stand: 2014). Die Anzahl der Zahnärzte in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen ist von 2005 bis 2011 von 4676 auf 8060 und damit um 72 % gestiegen.

Inhaltsverzeichnis

Spätgotische Altarfigur der heiligen Apollonia aus Rossau (Sachsen)

Die ersten Zahnärzte praktizierten bereits im 5. Jahrhundert vor Christus. Der erste namentlich bekannte deutsche Zahnarzt war im 15. Jahrhundert ein gewisser Ottinger, von dem in einer Handschrift verschiedene zahnmedizinische Behandlungsanweisungen überliefert sind. Das Fachbuch Le chirurgien dentiste des Franzosen Pierre Fauchard begründete im Jahr 1728 die moderne Zahnheilkunde. Früher behandelten und zogen Barbiere Zähne. Sie hatten geeignete Instrumente wie Hebel, Nadeln, Scheren und Klingen und konnten sie im stets verfügbaren warmen Seifenwasser säubern.

Das Dentalhistorische Museum in Zschadraß bei Colditz (Sachsen) gibt einen Überblick über die Geschichte der Zahnmedizin.

Apollonia ist die Schutzpatronin der Zahnärzte.

Historische Entwicklung des Berufsbilds in Deutschland
ab 1825 Das preußische Medizinalreglement legt erste Anforderungen an den Zahnarztberuf fest
ab 1869 Der Norddeutsche Bund legt die erste Prüfungsordnung fest und schützte damit den Begriff „Zahnarzt“; Pflicht: 2 Jahre Studium und praktische Erfahrungen beim Zahnarzt
ab 1889 Einheitliche Prüfungsordnung
ab 1910 Errichtung dentistischer Lehrinstitute. Dentisten werden 2 Jahre geschult, es folgen 4 Jahre Praktikum
ab 1919 Möglichkeit der Promotion für Zahnmediziner, Titel: „Dr. med. dent.“
ab 1920 Dentistenausbildung wird anerkannt, die Berufsbezeichnung „Zahnhandwerker“/„Zahnkünstler“ abgeschafft
ab 1952 Das Zahnheilkundegesetz schafft den Dualismus Dentist/Zahnarzt ab. Dentisten erhalten übergangsweise nach einer Zusatzausbildung ebenfalls die Berufsbezeichnung „Zahnarzt“
ab 1965 Erste Zulassungsbeschränkung für den Studiengang Zahnmedizin
Hauptartikel: Studium der Zahnmedizin

Die zahnärztliche Ausbildung umfasst

  1. ein Studium der Zahnheilkunde von zehn Semestern an einer wissenschaftlichen Hochschule, das sich aus einem vorklinischen und einem klinischen Teil von je fünf Semestern zusammensetzt;
  2. folgende staatliche Prüfungen:
    • a) die naturwissenschaftliche Vorprüfung,
    • b) die zahnärztliche Vorprüfung und
    • c) die zahnärztliche Prüfung.

Die Regelstudienzeit im Sinne des§ 10 Abs. 2 des Hochschulrahmengesetzes beträgt einschließlich der Prüfungszeit für die zahnärztliche Prüfung nach§ 33 Abs. 1 Satz 1 zehn Semester und sechs Monate. Das Studienfach der Zahnmedizin unterliegt einer Zulassungsbeschränkung (Numerus clausus).

Nach dem Staatsexamen erhält der Zahnmediziner auf Antrag die Approbation als Zahnarzt. Die Einzelheiten des Approbationsverfahrens ergeben sich aus der Approbationsordnung für Zahnärzte.

Etwa die Hälfte der Absolventen promoviert anschließend zum Dr. med. dent. Dieser akademische Titel war noch Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland nicht eingeführt. Die Zeitschrift Die Woche meldete in ihrer Ausgabe 51 vom 20. Dezember 1913 deswegen einen Studentenstreik: „In Berlin stellten die Studenten der Zahnheilkunde den Besuch der Vorlesungen ein, weil das Kultusministerium die Einführung des Titels Dr. med. dent. ablehnt.“

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vereinheitlichte die Definition des Berufes Zahnarzt; jedoch dauerte es einige Jahre, die nationalen Approbationsordnungen europaweit dem Urteil anzupassen.

Mit der Approbation wird die Erlaubnis zur Berufsausübung erteilt. Mit Beginn der Berufsausübung wird der Zahnarzt Zwangsmitglied der für ihn zuständigen Zahnärztekammer, deren Berufsaufsicht er bis zu seinem Ableben untersteht. Die zuständige Zahnärztekammer ist diejenige, in deren Zuständigkeitsbereich er seine Praxis oder – ohne eigene Praxis – seinen Hauptwohnsitz hat.

Die Approbationsordnung für Zahnärzte und Zahnärztinnen wurde am 8. Juli 2019 neu gefasst (BGBl. I S. 933). Die Neufassung tritt am 1. Oktober 2020 in Kraft.

Fachzahnarzt für Kieferorthopädie

Der Fachzahnarzt für Kieferorthopädie ist ein Zahnarzt, der nach seinem Studium eine vierjährige Weiterbildungszeit absolviert hat, wovon mindestens ein Jahr an einer Klinik stattfinden muss. Er befasst sich mit der Erkennung, Verhütung und Behandlung von Zahn- und Kieferfehlstellungen sowie mit der Orthopädie des Kiefergelenks. „Klammern“ und „Zahnspangen“ regulieren und optimieren Kiefer- und Zahnstellung. Nach erfolgreicher Prüfung vor der zuständigen Zahnärztekammer wird ihm die Facharztbezeichnung „Fachzahnarzt für Kieferorthopädie“ verliehen.

Fachzahnarzt für Oralchirurgie

Ein Fachzahnarzt für Oralchirurgie ist ein Zahnarzt mit Gebietsbezeichnung, der nach seiner Approbation eine mindestens vierjährige Weiterbildung absolviert hat. Nach einem obligaten allgemeinen zahnärztlichen Jahr folgen drei fachspezifische Jahre, wovon je nach Bundesland mindestens ein Jahr an einer Klinik stattfinden muss. In einigen Bundesländern (z. B. Hessen) kann das Klinikjahr inzwischen durch curriculare Theoriemodule ersetzt werden. Während der Weiterbildung bei einer durch die zuständige Zahnärztekammer ermächtigten Weiterbildungsstätte (Praxis und/oder Klinik) werden umfassende Fertigkeiten und Qualifikationen in Bezug auf oralchirurgische Eingriffe im Zahn-, Mund- und Kieferbereich und in der Implantologie erworben. Das von einem Fachzahnarzt für Oralchirurgie abgedeckte Spektrum – in Bezug auf die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde – ist dabei dem ambulanten Spektrum des Facharztes für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, der die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde aufgrund seiner zusätzlichen zahnärztlichen Approbation ausüben darf, sehr ähnlich und führt zu zahlreichen Überschneidungen. Das Spektrum des Fachzahnarztes für Oralchirurgie umfasst dabei die gesamte operative Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde im gesamtmedizinischen Kontext. Nach der absolvierten Weiterbildung mit Nachweis eines je nach Bundesland unterschiedlich definierten Operations- und Weiterbildungskatalogs sowie bestandener Prüfung vor der zuständigen Zahnärztekammer darf er die Bezeichnung „Fachzahnarzt für Oralchirurgie“ oder „Zahnarzt, Oralchirurgie“ führen. Umgangssprachlich wird der Fachzahnarzt für Oralchirurgie häufig auch abgekürzt „Oralchirurg“ genannt.

Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg

Der Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie hat sowohl ein Studium der Humanmedizin als auch ein Studium der Zahnmedizin absolviert, wobei ein erheblicher Teil des Medizinstudiums auf das Zahnmedizinstudium angerechnet wird, da es sich bei beiden Studiengängen um sehr eng verwandte Studiengänge handelt. Er ist doppelapprobiert. Schon während des Studiums der Zahnmedizin kann die mindestens 60-monatige Weiterbildung zum Facharzt absolviert werden, die durch die Facharztprüfung abgeschlossen wird. Diese erfolgt vor der jeweiligen Ärztekammer, von der die Bezeichnung „Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie“ verliehen wird. Es besteht die Möglichkeit, nach Vorlage der nötigen Operationskenntnisse, der zusätzlichen Fachzahnarztprüfung vor der Zahnärztekammer, die bei Bestehen zusätzlich die Bezeichnung „Fachzahnarzt für Oralchirurgie“ verleiht. Der Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie ist in vielen Ländern nicht anerkannt (z. B. in Skandinavien). In den Ländern Nordamerikas (USA und Kanada), Japan, Australien und Neuseeland ist die „maxillo-facial surgery“ ein zahnärztliches Fachgebiet (dental speciality).

Öffentliches Gesundheitswesen

Eine eher selten absolvierte Fachzahnarztausbildung ist diejenige zum Fachzahnarzt für Öffentliches Gesundheitswesen. Die Weiterbildung zum Fachzahnarzt für Öffentliches Gesundheitswesen vermittelt die Befähigung, den Gesundheitszustand der Bevölkerung und bestimmter Bevölkerungsteile auf dem Gebiet der Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten zu ermitteln und zu überwachen.

Mittlerweile gibt es einige Zusatzqualifikationen für Zahnärzte, die aufgrund eines Postgraduiertenstudiums erworben werden können. Dazu zählt vor allem der Master-Titel einer Hochschule oder Universität. Als erster Master wurde 2004 der Titel Master of Oral Medicine in Implantology von der Universität Münster an 15 Zahnärzte verliehen. Zusammen mit anderen Implantologie-Mastern haben diese sich im Masterverband Implantologie zusammengeschlossen. Die Master-Ausbildung war längere Zeit im Umbruch; mittlerweile hat sich der einheitliche Titel Master of Science etabliert. Der akademische Grad Master of Science wird nach den Bologna-Kriterien auch für zahnmedizinische Fächer nach einem Postgraduiertenstudium vergeben.

Die generelle Fortbildungsverpflichtung des Zahnarztes ist in der Musterberufsordnung der Bundeszahnärztekammer und in den Berufsordnungen der Landeszahnärztekammern vorgeschrieben.

Der Zahnarzt kann durch Fortbildung verschiedene Tätigkeitsschwerpunkte wie „Implantologie“ oder „Parodontologie“ führen, deren Voraussetzungen je nach Bundesland (das legen die Zahnärztekammern fest) variieren können.

Seit dem 1. Juli 2004 besteht die Pflicht zur fachlichen Fortbildung für alle Vertragszahnärzte, ermächtigten Zahnärzte und in Zahnarztpraxen oder Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) angestellte Zahnärzte, die mit Sanktionen belegt ist, gemäߧ 95d SGB V:

  1. Der Vertragsarzt ist verpflichtet, sich in dem Umfang fachlich fortzubilden, wie es zur Erhaltung und Fortentwicklung der zu seiner Berufsausübung in der vertragsärztlichen Versorgung erforderlichen Fachkenntnisse notwendig ist. Die Fortbildungsinhalte müssen dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf dem Gebiet der Medizin, Zahnmedizin oder Psychotherapie entsprechen. Sie müssen frei von wirtschaftlichen Interessen sein.
  2. Der Nachweis über die Fortbildung kann durch Fortbildungszertifikate der Kammern der Ärzte, der Zahnärzte sowie der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten erbracht werden. Andere Fortbildungszertifikate müssen den Kriterien entsprechen, die die jeweilige Arbeitsgemeinschaft der Kammern dieser Berufe auf Bundesebene aufgestellt hat. In Ausnahmefällen kann die Übereinstimmung der Fortbildung mit den Anforderungen nach Absatz 1 Satz 2 und 3 auch durch sonstige Nachweise erbracht werden; die Einzelheiten werden von den Kassenärztlichen Bundesvereinigungen nach Absatz 6 Satz 2 geregelt.
  3. Ein Vertragsarzt hat alle fünf Jahre gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung den Nachweis zu erbringen, dass er in dem zurückliegenden Fünfjahreszeitraum seiner Fortbildungspflicht nach Absatz 1 nachgekommen ist; für die Zeit des Ruhens der Zulassung ist die Frist unterbrochen. Endet die bisherige Zulassung infolge Wegzugs des Vertragsarztes aus dem Bezirk seines Vertragsarztsitzes, läuft die bisherige Frist weiter. Erbringt ein Vertragsarzt den Fortbildungsnachweis nicht oder nicht vollständig, ist die Kassenärztliche Vereinigung verpflichtet, das an ihn zu zahlende Honorar aus der Vergütung vertragsärztlicher Tätigkeit für die ersten vier Quartale, die auf den Fünfjahreszeitraum folgen, um 10 vom Hundert zu kürzen, ab dem darauf folgenden Quartal um 25 vom Hundert. Ein Vertragsarzt kann die für den Fünfjahreszeitraum festgelegte Fortbildung binnen zwei Jahren ganz oder teilweise nachholen; die nachgeholte Fortbildung wird auf den folgenden Fünfjahreszeitraum nicht angerechnet. Die Honorarkürzung endet nach Ablauf des Quartals, in dem der vollständige Fortbildungsnachweis erbracht wird. Erbringt ein Vertragsarzt den Fortbildungsnachweis nicht spätestens zwei Jahre nach Ablauf des Fünfjahreszeitraums, soll die Kassenärztliche Vereinigung unverzüglich gegenüber dem Zulassungsausschuss einen Antrag auf Entziehung der Zulassung stellen. Wird die Zulassungsentziehung abgelehnt, endet die Honorarkürzung nach Ablauf des Quartals, in dem der Vertragsarzt den vollständigen Fortbildungsnachweis des folgenden Fünfjahreszeitraums erbringt.
Zahnarztpraxis in 360°, 2019
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Der Zahnarzt kann sich entweder als Vertragszahnarzt oder als Privatzahnarzt in freier Praxis niederlassen oder ist als angestellter Zahnarzt in einer Zahnklinik, in einem medizinischen Versorgungszentrum oder einer Praxis tätig. Ein weiteres Berufsfeld ist die Forschung.

Nachdem ca. 87 % der Menschen in Deutschland in der Gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind, beantragen fast alle Zahnärzte eine Zulassung als Vertragszahnarzt beim Zulassungsausschuss. Sie werden nach Annahme ihres Antrags auf Kassenzulassung Mitglied der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) ihres Bundeslandes. Sie verpflichten sich damit, sich an die Vorgaben des Sozialgesetzbuchs (SGB V) zu halten. Nach Angaben der KZBV praktizieren rund 53.000 Vertragszahnärzte in Deutschland (Stand 2014). Sie erhalten die Kassenzulassung nach einer mindestens zweijährigen Assistenzzeit (= Vorbereitungszeit) in einer zugelassenen Praxis oder in einer Zahnklinik im Anschluss an das Studium.

Ein Privatzahnarzt hat keine Kassenzulassung und ist daher nicht zur Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen berechtigt. Es steht auch den gesetzlich versicherten Patienten frei, einen Privatzahnarzt aufzusuchen. Die Behandlung wird unabhängig vom Versicherungsstatus des Patienten (gesetzlich, privat oder nicht krankenversichert) auf Grundlage der Gebührenordnung für Zahnärzte vom 5. Dezember 2011 direkt mit dem Patienten abgerechnet ("Privatrechnung", Privatliquidation). Nach derzeitiger Rechtslage bekommen gesetzlich versicherte Patienten für die Behandlung bei einem Privatzahnarzt (im Amtsdeutsch: "Nicht-Vertragszahnarzt") in der Regel keine Kostenerstattung von ihrer Krankenkassen. Dies gilt auch für Not- und Schmerzfälle! Ausnahme: Praktiziert dieser Nicht-Vertragszahnarzt im EU-Ausland, so besteht ein Anspruch des Patienten auf Erstattung der Rechnung durch seine Krankenkasse maximal in Höhe der Kosten, die im Inland angefallen wären.

Der Vertragszahnarzt in der Bundesrepublik Deutschland ist verpflichtet, alle gesetzlich versicherten Patienten nach dem Sachleistungsprinzip zu behandeln. Die Leistungen werden nach Vorlage der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) durch den Versicherten über die jeweilige Kassenzahnärztliche Vereinigung mit den Krankenkassen abgerechnet. Gesetzlich versicherte Patienten erhalten im Bereich Zahnersatz eine Eigenanteilsrechnung über diejenigen Kosten, die nicht über die Krankenkassen-Festzuschüsse abgedeckt sind. Im Bereich Kieferorthopädie muss der Patient (bzw. der Zahlungspflichtige) zunächst quartalsweise einen Eigenanteil bezahlen, der nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung von der Krankenkasse erstattet wird. Zahnärztliche Behandlungen, die über das Wirtschaftlichkeitsgebot des§ 12 SGB V (medizinisch notwendig, zweckmäßig, wirtschaftlich und ausreichend) hinausgehen, werden auf Grundlage der Gebührenordnung für Zahnärzte vom 5. Dezember 2011 privat berechnet und sind vom gesetzlich versicherten Patienten selbst zu bezahlen. Zahn-Zusatzversicherungen können einen Teil der Kosten erstatten.

Das durchschnittliche Bruttoeinkommen von angestellten Zahnärzten weicht erheblich von dem durchschnittlichen Bruttoeinkommen zahnärztlicher Praxisinhaber ab.

Angestellte Zahnärzte

Das durchschnittliche Einkommen eines angestellten Zahnarztes in Deutschland lag bei 5.245 € Monatsbruttogehalt, einer angestellten Zahnärztin bei 3.609 €. (Stand: 2010) Laut umsatzbezogener Kalkulation liegt das Anfangsbruttogehalt eines Assistenzzahnarztes bei etwa 1.500 € monatlich, bei einem angestellten Zahnarzt bei etwa 4.000 €. Laut einer Untersuchung der Bundesagentur für Arbeit verdienen Zahnärzte im Angestelltenverhältnis im Median 4323 Euro brutto monatlich (26,27 Euro pro Stunde) – (Stand 2018).

Nach einer Auswertung der APO-Bank aus 2019 wird empfohlen, dass nach der Assistenzzeit ein Bruttoeinstiegsgehalt von 4.500 Euro monatlich vereinbart wird, wenn es sich um ein Festgehalt handelt. Nach 10 bis 20 Jahren kann das Festgehalt auf 65.000 bis 85.000 Euro pro Jahr ansteigen. Mit Spezialisierung kann das Festgehalt zwischen 45.000 und 115.000 Euro pro Jahr liegen. In ländlichen Gebieten kann mit einem durchschnittlichen Festgehalt (ohne Umsatzbeteiligung) von 55.000 Euro pro Jahr gerechnet werden, in der Großstadt mit 60.000 Euro pro Jahr.

Zahnärztliche Praxisinhaber

Bei zahnärztlichen Praxisinhabern in Deutschland liegt der durchschnittliche Reinertrag bei 175.000 Euro jährlich (Stand: 2015) und der Median des Jahresbruttoeinkommens bei 150.500 Euro (Stand: 2016).

Umsatz zu verfügbarem Einkommen je Praxisinhaber 2016 (Median) Deutschland
Umsatz (Durchschnitt) 495.100,00 €
Umsatz je Behandlungsstundea (Durchschnitt) 344,00 €
Kosten (Durchschnitt) −334.200,00 €
Einnahmen-Überschuss (Durchschnitt) 160.900,00 €
Einnahmen-Überschuss Medianb 144.000,00 €
Einkommensteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag, soziale Sicherung −57.400,00 €
Verfügbares Einkommen pro Jahrc 86.600,00 €
Verfügbares Einkommen pro Monat 7.216,00 €
Wochenarbeitszeitd 45,8 Stunden
Nettohonorar pro Stunde 35,86 €
a Bei 35 Behandlungsstunden pro Woche und 46 Arbeitswochen.
b Median: 50 % der Zahnärzte verdienen mehr, 50 % der Zahnärzte verdienen weniger als den Medianwert.
c Aus dem verfügbaren Einkommen sind Rücklagen zu bilden, um steigende Preise bei Reinvestitionen auffangen zu können. Das verfügbare Einkommen muss darüber hinaus dafür dienen, Investitionen in Innovationen zu tätigen (beispielsweise Lasertechnologie, digitale Röntgengeräte), Thermodesinfektor.
d einschließlich Verwaltung und Fortbildung

Der Anteil der Ausgaben für zahnärztliche Behandlungen an den Gesamtausgaben im deutschen Gesundheitswesen (2014: 193,6 Mrd. €) sank von 15,1 % im Jahre 1976 auf 6,7 % (2014: 13,0 Mrd. €) im Jahr 2014.

Laut der kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung lag das durchschnittliche Bruttoeinkommen von zahnärztlichen Praxisinhabern in Deutschland im Jahr 2019 bei 179.800 Euro. (Stand: 2019)

Die Durchschnittswerte nach Praxisstandort können aus der folgenden Tabelle (auf Tsd. EUR gerundet) abgelesen werden:

Praxisstandort Durchschnittliches Bruttoeinkommen je Praxisinhaber 2019 (auf Tsd. EUR gerundet)
Zahnarztpraxen (Bundesgebiet) 180.000 EUR
Zahnarztpraxen (Westdeutschland) 186.000 EUR
Zahnarztpraxen (Ostdeutschland) 150.000 EUR

Es existieren jedoch große Unterschiede zwischen den Einkommen der zahnärztlichen Praxisinhaber. So hatten 25,7 % aller Praxisinhaber im Jahr 2019 ein Bruttoeinkommen von unter 100.000 Euro, 21,5 % der Praxisinhaber hingegen ein Bruttoeinkommen von über 250.000 Euro. Deutlich zeigten sich die Einkommensunterschiede auch in Bezug auf den Praxisstandort. Während 33,7 % der ostdeutschen Praxisinhaber im Jahr 2019 ein Bruttoeinkommen von unter 100.000 Euro hatten, lag dieser Wert bei westdeutschen Praxisinhabern nur bei 24,0 %. Hingegen hatten 23,3 % aller westdeutschen Praxisinhaber ein Bruttoeinkommen von über 250.000 Euro, während dies nur auf 15,2 % aller ostdeutschen Praxisinhaber zutraf.

Zudem sind die Einkommensverhältnisse von zahnärztlichen Praxisinhabern seit Jahren größeren Veränderungen unterworfen. Seit Mitte der 1970er Jahre nahm das durchschnittliche Einkommen der Praxisinhaber inflationsbereinigt bis zur Jahrtausendwende um etwa 50 % ab. Erst seit 2006 ist wieder eine anhaltend positive Entwicklung auszumachen.

Die historischen durchschnittlichen Einkommenswerte der westdeutschen Praxisinhaber sowie die diesen im Jahr 2020 (inflationsbereinigt) entsprechenden Einkommenswerte können aus der folgenden Tabelle (auf Tsd. EUR gerundet) abgelesen werden:

Jahreszahl Bruttoeinkommen (nominal) in EUR Entspricht 2021
1976 103.000 EUR (201.000 DM) 260.000 EUR
1980 114.000 EUR (223.000 DM) 246.000 EUR
1985 107.000 EUR (210.000 DM) 191.000 EUR
1990 94.000 EUR (184.000 DM) 157.000 EUR
1995 98.000 EUR (192.000 DM) 140.000 EUR
2000 100.000 EUR (195.000 DM) 135.000 EUR
2005 110.000 EUR 137.000 EUR
2010 131.000 EUR 152.000 EUR
2015 163.000 EUR 175.000 EUR

Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus dem Jahre 2012 beträgt der durchschnittliche Nettolohn pro Stunde nach Studienabschlüssen/Ausbildungen 12 € für Männer und 9 € für Frauen. Die DIW-Untersuchung stützt sich auf Daten des Mikrozensus der Jahre 2005 bis 2008. Der durchschnittliche „Nettolohn“ von Zahnärzten beträgt gemäß dieser Studie 19,33 € und von Zahnärztinnen 15,50 €. (Die Berechnung eines durchschnittlichen Stundenlohns erfolgte über die maximal mögliche Erwerbsphase. Hierzu wurden die Stundenlöhne in jedem Alter, Beruf und Ausbildungsgang aufsummiert und mit der maximal möglichen Erwerbsdauer [44 Jahre] in Relation gesetzt.)

Zahnarzt ist ein klassischer Kammerberuf.

Deutsche Zahnärzte unterliegen verschiedenen berufsrechtlichen Regelungen: dem Zahnheilkundegesetz, der Approbationsordnung und der Berufsordnung der zuständigen Zahnärztekammer. Die Honorarberechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) und dem Bewertungsmaßstab zahnärztlicher Leistungen (BEMA).

Daneben gelten Sonderbestimmungen, etwa für eine Zahnarztwebsite: seit dem 1. März 2007 unterliegen derartige Internetpräsenzen wie alle Websites den Vorgaben des § 5 Telemediengesetz (TMG). Einschränkende Vorgaben für die Gestaltung einer Praxiswebsite sind in den Berufsordnungen der Zahnärztekammern nur rudimentär vorhanden.

Hauptartikel: Arztwerberecht

Faltenunterspritzungen im Stirn-, Augen- und Halsbereich, zur Lippen- und Faltenunterfüllung und zur Therapie der Migräneerkrankung sind approbierten Ärzten und Heilpraktikern erlaubt, dem Zahnarzt und anderen Heilberufsangehörigen sowie Laien hingegen untersagt. (§ 5 Heilpraktikergesetz). Das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen bejahte die für den Approbationsentzug vorausgesetzte Unzuverlässigkeit eines Zahnarztes angesichts dessen jahrelanger Verstöße gegen das Verbot der Faltenunterspritzungen. Man hielt dem Zahnarzt sein langjähriges und hartnäckiges Verhalten vor, was er nur durch einen ernsthaften Einstellungswandel hätte beseitigen können.

Zahnärzte erleiden häufig erworbene Krankheiten der Wirbelsäule wie Bandscheibenvorfälle. Alle Bereiche der Wirbelsäule sind gefährdet, eine Häufung besteht im Bereich der Halswirbelsäule. Zahnärzte erkranken, so wie auch Zahntechniker, häufig an allergischen Reaktionen der Haut sowie an toxischen Kontaktdermatitiden insbesondere der Hände. Ursache hierfür ist der häufige direkte oder indirekte Kontakt mit toxischen (schädigenden) Substanzen und Materialien wie z. B. unausgehärteten Kunststoffen (Methylmethacrylat), Quecksilber, Palladium sowie Lösungsmitteln. Vor einer Hepatitis B schützen Impfungen.

Eine Zahnarztpraxis gehört zu den beitragspflichtigen Unternehmen in der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Versichert sind alle Arbeitnehmer sowie pflichtversicherte Unternehmer. Unternehmer, die nicht der Versicherungspflicht unterliegen, können sich freiwillig versichern. Ehrenamtlich beziehungsweise unentgeltlich Tätige sind ebenfalls versichert. Die BGW trägt im Versicherungsfall die Kosten für eine Vielzahl von Leistungen. Staatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst werden nicht von der BGW betreut. Zuständig sind hier die Versicherungsträger der öffentlichen Hand (Unfallkassen). Selbstständig tätige Zahnmediziner können sich freiwillig bei der BGW umfassend gegen Folgen von Arbeits- und Wegeunfällen sowie von Berufskrankheiten versichern. Die BGW trägt die Kosten für eine individuell abgestimmte medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation, zahlt das Verletztengeld als Ersatz für Verdienstausfall während der medizinischen Rehabilitation, sichert im Fall einer Minderung der Erwerbsfähigkeit mit einer Rente ab und sorgt im Todesfall für die Hinterbliebenen: Je nach Sachlage zahlt sie Renten, Sterbegeld, Überführungskosten oder Beihilfen.

Siehe auch: Kategorie Zahnarzt
  • Peter Guttkuhn: Von Zähnen, Warzen und Leichdörnern. Aus der Praxis des Lübecker Zahnarztes Jacob Levy (1784–1840). In: Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt. 47 (1994), Heft 1, S. 7–9.
  • Dominik Groß: Die schwierige Professionalisierung der deutschen Zahnärzteschaft (1867–1919). In: Europäische Hochschulschriften, Reihe 3, 609, Frankfurt a. M. 1994.
  • Dominik Groß: Zahnarzt und Zahnbrecher. In: Enzyklopädie Medizingeschichte. Hrsg. von Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil und Wolfgang Wegner, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2005, S. 1515 f.
  • Gereon Schäfer, Dominik Groß: Zwischen Beruf und Profession: Die späte Professionalisierung der deutschen Zahnärzteschaft und ihre Hintergründe. In: Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift, 62/11, 2007, S. 725–732.1
Wiktionary: Zahnarzt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Zahnärzte bei der Arbeit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Gewerbe
  2. Bundeszahnärztekammer Mitgliederstatistik
  3. Bezug auf IAB Forschungsgruppe Berufliche Arbeitsmärkte ulmato.de
  4. Wolfgang Wegner: Ottingen (Ottinger). In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1085.
  5. Bayerisches Heilberufekammergesetz
  6. Musterweiterbildungsordnung. (PDF) Bundeszahnärztekammer, abgerufen am 6. Dezember 2016.
  7. Pilotprojekt Oralchirurgie. (Nicht mehr online verfügbar.) Hessische Landeszahnärztekammer, archiviert vomOriginal am6. Dezember 2016; abgerufen am 6. Dezember 2016.
  8. moi.uni-frankfurt.de. Abgerufen am 15. Dezember 2014.
  9. Musterberufsordnung, Stand 19. Mai 2010. (PDF; 45 kB) Bundeszahnärztekammer
  10. Daten und Fakten 2015. (PDF; 196 kB) Faltblatt mit statistischen Angaben zur vertragszahnärztlichen Versorgung von KZBV und BZÄK
  11. Statistisches Bundesamt, Verdienststrukturerhebung 2010
  12. D. Nies, K. Nies: Wieviel „darf“ ein angestellter Zahnarzt oder Assistent verdienen? (PDF) Abgerufen am 15. Dezember 2014
  13. Angestellte Zahnärzte verdienen 4.323 Euro brutto, zm-online, 8. April 2019. Abgerufen am 9. April 2019.
  14. Gehalt Zahnarzt, APO-Bank
  15. Zu diesen Konditionen arbeiten angestellte Zahnärzte 2019, Zahnärztliche Mitteilungen, 8. Juli 2019. Abgerufen am 9. Juli 2019.
  16. Kostenstruktur bei Arztpraxen (PDF)
  17. Statistisches Jahrbuch 2018 (PDF; 2,1 MB) KZBV. Abgerufen am 12. Mai 2019.
  18. Statistisches Jahrbuch 2015. Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), ISBN 978-3-944629-03-2
  19. KZBV Jahrbuch 2021. Abgerufen am 6. Januar 2022.
  20. KZBV Jahrbuch 2021. Abgerufen am 6. Januar 2022.
  21. KZBV Jahrbuch 2021. Abgerufen am 3. Januar 2022.
  22. Daniela Glocker, Johanna Storck: Uni, Fachhochschule oder Ausbildung, welche Fächer bringen die höchsten Löhne? (PDF; 489 kB) DIW, Wochenbericht 13/2012
  23. Beschluss vom 17. Mai 2017 – Az.: 13 A 168/16, Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen
  24. Freiwillige Versicherung für Zahnärztinnen und Zahnärzte. (PDF; 561 kB) Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, abgerufen am 26. März 2018.
Normdaten (Sachbegriff): GND:4067303-0(OGND, AKS) | LCCN:sh85036974 | NDL:00570940

Zahnarzt Berufsbezeichnung fur einen Absolventen des Studiums der Zahnmedizin Sprache Beobachten Bearbeiten Zahnarzt ist die Berufsbezeichnung fur einen Absolventen des Studiums der Zahnmedizin Die Ausubung des Berufs ist in Deutschland nur aufgrund einer gultigen Berufszulassung Approbation oder Berufserlaubnis zulassig Approbationen ermachtigen zur selbststandigen Berufsausubung in der Bundesrepublik Deutschland Berufserlaubnisse konnen nur zeitlich und ortlich befristet erteilt werden Im Gebiet der ehemaligen DDR werden die Zahnarzte auch Stomatologen genannt Das Studium der Stomatologie wurde zeitweise mit einer Facharztprufung Facharzt fur allgemeine Stomatologie und spater mit dem Diplom abgeschlossen Dipl Stom Diplom Stomatologe Die aus der Gruppe der nichtapprobierten Zahnbehandler hervorgegangene Berufsbezeichnung Dentist ist veraltet und bezeichnete bis 1952 fortgebildete Zahntechniker die in begrenztem Umfang Zahnheilkunde ausuben durften Der Zahnarzt gehort in Deutschland zu den Freien Berufen ebenso wie in Osterreich US amerikanischer Zahnarzt 2004 Zahnarzt in der DDR 1978 Der Zahnarzt Gemalde 1622 von Gerrit van Honthorst Zahnbrecher Darstellung um 1568 Zahnarztpraxis vor 1977 im Ditmarsium 1 Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar Hilf mit die Situation in anderen Staaten zu schildern Das Tatigkeitsfeld eines Zahnarztes beinhaltet Pravention Diagnose und Therapie von Zahn Mund und Kiefererkrankungen Ebenfalls werden Patienten mit anerkannten stomatologischen Berufskrankheiten Abrasio dentium und Arbeitsunfallen auf Kosten der Berufsgenossenschaft behandelt Es gibt rund 112 000 Zahnarzte in Deutschland davon ca 53 000 Vertragszahnarzte Rund 17 500 sind in Praxen tatige Assistenten Vertreter angestellte Zahnarzte und ausserhalb von Praxen zahnarztlich tatige Mitglieder Weitere ca 20 600 sind ohne zahnarztliche Tatigkeit Stand 2014 2 Die Anzahl der Zahnarzte in sozialversicherungspflichtigen Beschaftigungen ist von 2005 bis 2011 von 4676 auf 8060 und damit um 72 gestiegen 3 Inhaltsverzeichnis 1 Geschichte 2 Ausbildung 3 Approbation 4 Weiterbildung 4 1 Fachzahnarzt fur Kieferorthopadie 4 2 Fachzahnarzt fur Oralchirurgie 4 3 Mund Kiefer und Gesichtschirurg 4 4 Offentliches Gesundheitswesen 5 Master 6 Fortbildung 7 Niederlassung 8 Zulassung 9 Einkommen 9 1 Angestellte Zahnarzte 9 2 Zahnarztliche Praxisinhaber 10 Berufsrecht 11 Heilpraktikergesetz 12 Berufserkrankungen 13 Berufsgenossenschaft 14 Bedeutende Zahnarzte 15 Literatur 16 Weblinks 17 EinzelnachweiseGeschichte Bearbeiten Hauptartikel Geschichte des Zahnarztberufs Spatgotische Altarfigur der heiligen Apollonia aus Rossau Sachsen Die ersten Zahnarzte praktizierten bereits im 5 Jahrhundert vor Christus Der erste namentlich bekannte deutsche Zahnarzt war im 15 Jahrhundert ein gewisser Ottinger von dem in einer Handschrift verschiedene zahnmedizinische Behandlungsanweisungen uberliefert sind 4 Das Fachbuch Le chirurgien dentiste des Franzosen Pierre Fauchard begrundete im Jahr 1728 die moderne Zahnheilkunde Fruher behandelten und zogen Barbiere Zahne Sie hatten geeignete Instrumente wie Hebel Nadeln Scheren und Klingen und konnten sie im stets verfugbaren warmen Seifenwasser saubern Das Dentalhistorische Museum in Zschadrass bei Colditz Sachsen gibt einen Uberblick uber die Geschichte der Zahnmedizin Apollonia ist die Schutzpatronin der Zahnarzte Historische Entwicklung des Berufsbilds in Deutschland ab 1825 Das preussische Medizinalreglement legt erste Anforderungen an den Zahnarztberuf festab 1869 Der Norddeutsche Bund legt die erste Prufungsordnung fest und schutzte damit den Begriff Zahnarzt Pflicht 2 Jahre Studium und praktische Erfahrungen beim Zahnarztab 1889 Einheitliche Prufungsordnungab 1910 Errichtung dentistischer Lehrinstitute Dentisten werden 2 Jahre geschult es folgen 4 Jahre Praktikumab 1919 Moglichkeit der Promotion fur Zahnmediziner Titel Dr med dent ab 1920 Dentistenausbildung wird anerkannt die Berufsbezeichnung Zahnhandwerker Zahnkunstler abgeschafftab 1952 Das Zahnheilkundegesetz schafft den Dualismus Dentist Zahnarzt ab Dentisten erhalten ubergangsweise nach einer Zusatzausbildung ebenfalls die Berufsbezeichnung Zahnarzt ab 1965 Erste Zulassungsbeschrankung fur den Studiengang ZahnmedizinAusbildung Bearbeiten Hauptartikel Studium der Zahnmedizin Die zahnarztliche Ausbildung umfasst ein Studium der Zahnheilkunde von zehn Semestern an einer wissenschaftlichen Hochschule das sich aus einem vorklinischen und einem klinischen Teil von je funf Semestern zusammensetzt folgende staatliche Prufungen a die naturwissenschaftliche Vorprufung b die zahnarztliche Vorprufung und c die zahnarztliche Prufung Die Regelstudienzeit im Sinne des 10 Abs 2 des Hochschulrahmengesetzes betragt einschliesslich der Prufungszeit fur die zahnarztliche Prufung nach 33 Abs 1 Satz 1 zehn Semester und sechs Monate Das Studienfach der Zahnmedizin unterliegt einer Zulassungsbeschrankung Numerus clausus Nach dem Staatsexamen erhalt der Zahnmediziner auf Antrag die Approbation als Zahnarzt Die Einzelheiten des Approbationsverfahrens ergeben sich aus der Approbationsordnung fur Zahnarzte Etwa die Halfte der Absolventen promoviert anschliessend zum Dr med dent Dieser akademische Titel war noch Anfang des 20 Jahrhunderts in Deutschland nicht eingefuhrt Die Zeitschrift Die Woche meldete in ihrer Ausgabe 51 vom 20 Dezember 1913 deswegen einen Studentenstreik In Berlin stellten die Studenten der Zahnheilkunde den Besuch der Vorlesungen ein weil das Kultusministerium die Einfuhrung des Titels Dr med dent ablehnt Ein Urteil des Europaischen Gerichtshofs vereinheitlichte die Definition des Berufes Zahnarzt jedoch dauerte es einige Jahre die nationalen Approbationsordnungen europaweit dem Urteil anzupassen Approbation BearbeitenMit der Approbation wird die Erlaubnis zur Berufsausubung erteilt Mit Beginn der Berufsausubung wird der Zahnarzt Zwangsmitglied der fur ihn zustandigen Zahnarztekammer deren Berufsaufsicht er bis zu seinem Ableben untersteht 5 Die zustandige Zahnarztekammer ist diejenige in deren Zustandigkeitsbereich er seine Praxis oder ohne eigene Praxis seinen Hauptwohnsitz hat Die Approbationsordnung fur Zahnarzte und Zahnarztinnen wurde am 8 Juli 2019 neu gefasst BGBl I S 933 Die Neufassung tritt am 1 Oktober 2020 in Kraft Weiterbildung BearbeitenFachzahnarzt fur Kieferorthopadie Bearbeiten Der Fachzahnarzt fur Kieferorthopadie ist ein Zahnarzt der nach seinem Studium eine vierjahrige Weiterbildungszeit absolviert hat wovon mindestens ein Jahr an einer Klinik stattfinden muss Er befasst sich mit der Erkennung Verhutung und Behandlung von Zahn und Kieferfehlstellungen sowie mit der Orthopadie des Kiefergelenks Klammern und Zahnspangen regulieren und optimieren Kiefer und Zahnstellung Nach erfolgreicher Prufung vor der zustandigen Zahnarztekammer wird ihm die Facharztbezeichnung Fachzahnarzt fur Kieferorthopadie verliehen Fachzahnarzt fur Oralchirurgie Bearbeiten Ein Fachzahnarzt fur Oralchirurgie ist ein Zahnarzt mit Gebietsbezeichnung der nach seiner Approbation eine mindestens vierjahrige Weiterbildung absolviert hat Nach einem obligaten allgemeinen zahnarztlichen Jahr folgen drei fachspezifische Jahre 6 wovon je nach Bundesland mindestens ein Jahr an einer Klinik stattfinden muss In einigen Bundeslandern z B Hessen kann das Klinikjahr inzwischen durch curriculare Theoriemodule ersetzt werden 7 Wahrend der Weiterbildung bei einer durch die zustandige Zahnarztekammer ermachtigten Weiterbildungsstatte Praxis und oder Klinik werden umfassende Fertigkeiten und Qualifikationen in Bezug auf oralchirurgische Eingriffe im Zahn Mund und Kieferbereich und in der Implantologie erworben Das von einem Fachzahnarzt fur Oralchirurgie abgedeckte Spektrum in Bezug auf die Zahn Mund und Kieferheilkunde ist dabei dem ambulanten Spektrum des Facharztes fur Mund Kiefer und Gesichtschirurgie der die Zahn Mund und Kieferheilkunde aufgrund seiner zusatzlichen zahnarztlichen Approbation ausuben darf sehr ahnlich und fuhrt zu zahlreichen Uberschneidungen Das Spektrum des Fachzahnarztes fur Oralchirurgie umfasst dabei die gesamte operative Zahn Mund und Kieferheilkunde im gesamtmedizinischen Kontext 7 Nach der absolvierten Weiterbildung mit Nachweis eines je nach Bundesland unterschiedlich definierten Operations und Weiterbildungskatalogs sowie bestandener Prufung vor der zustandigen Zahnarztekammer darf er die Bezeichnung Fachzahnarzt fur Oralchirurgie oder Zahnarzt Oralchirurgie fuhren Umgangssprachlich wird der Fachzahnarzt fur Oralchirurgie haufig auch abgekurzt Oralchirurg genannt Mund Kiefer und Gesichtschirurg Bearbeiten Der Facharzt fur Mund Kiefer und Gesichtschirurgie hat sowohl ein Studium der Humanmedizin als auch ein Studium der Zahnmedizin absolviert wobei ein erheblicher Teil des Medizinstudiums auf das Zahnmedizinstudium angerechnet wird da es sich bei beiden Studiengangen um sehr eng verwandte Studiengange handelt Er ist doppelapprobiert Schon wahrend des Studiums der Zahnmedizin kann die mindestens 60 monatige Weiterbildung zum Facharzt absolviert werden die durch die Facharztprufung abgeschlossen wird Diese erfolgt vor der jeweiligen Arztekammer von der die Bezeichnung Facharzt fur Mund Kiefer und Gesichtschirurgie verliehen wird Es besteht die Moglichkeit nach Vorlage der notigen Operationskenntnisse der zusatzlichen Fachzahnarztprufung vor der Zahnarztekammer die bei Bestehen zusatzlich die Bezeichnung Fachzahnarzt fur Oralchirurgie verleiht Der Facharzt fur Mund Kiefer und Gesichtschirurgie ist in vielen Landern nicht anerkannt z B in Skandinavien In den Landern Nordamerikas USA und Kanada Japan Australien und Neuseeland ist die maxillo facial surgery ein zahnarztliches Fachgebiet dental speciality Offentliches Gesundheitswesen Bearbeiten Eine eher selten absolvierte Fachzahnarztausbildung ist diejenige zum Fachzahnarzt fur Offentliches Gesundheitswesen Die Weiterbildung zum Fachzahnarzt fur Offentliches Gesundheitswesen vermittelt die Befahigung den Gesundheitszustand der Bevolkerung und bestimmter Bevolkerungsteile auf dem Gebiet der Zahn Mund und Kieferkrankheiten zu ermitteln und zu uberwachen Master BearbeitenMittlerweile gibt es einige Zusatzqualifikationen fur Zahnarzte die aufgrund eines Postgraduiertenstudiums erworben werden konnen Dazu zahlt vor allem der Master Titel einer Hochschule oder Universitat Als erster Master wurde 2004 der Titel Master of Oral Medicine in Implantology von der Universitat Munster an 15 Zahnarzte verliehen Zusammen mit anderen Implantologie Mastern haben diese sich im Masterverband Implantologie zusammengeschlossen Die Master Ausbildung war langere Zeit im Umbruch mittlerweile hat sich der einheitliche Titel Master of Science etabliert 8 Der akademische Grad Master of Science wird nach den Bologna Kriterien auch fur zahnmedizinische Facher nach einem Postgraduiertenstudium vergeben Fortbildung BearbeitenDie generelle Fortbildungsverpflichtung des Zahnarztes ist in der Musterberufsordnung 9 der Bundeszahnarztekammer und in den Berufsordnungen der Landeszahnarztekammern vorgeschrieben Der Zahnarzt kann durch Fortbildung verschiedene Tatigkeitsschwerpunkte wie Implantologie oder Parodontologie fuhren deren Voraussetzungen je nach Bundesland das legen die Zahnarztekammern fest variieren konnen Seit dem 1 Juli 2004 besteht die Pflicht zur fachlichen Fortbildung fur alle Vertragszahnarzte ermachtigten Zahnarzte und in Zahnarztpraxen oder Medizinischen Versorgungszentren MVZ angestellte Zahnarzte die mit Sanktionen belegt ist gemass 95d SGB V Der Vertragsarzt ist verpflichtet sich in dem Umfang fachlich fortzubilden wie es zur Erhaltung und Fortentwicklung der zu seiner Berufsausubung in der vertragsarztlichen Versorgung erforderlichen Fachkenntnisse notwendig ist Die Fortbildungsinhalte mussen dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf dem Gebiet der Medizin Zahnmedizin oder Psychotherapie entsprechen Sie mussen frei von wirtschaftlichen Interessen sein Der Nachweis uber die Fortbildung kann durch Fortbildungszertifikate der Kammern der Arzte der Zahnarzte sowie der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder und Jugendlichenpsychotherapeuten erbracht werden Andere Fortbildungszertifikate mussen den Kriterien entsprechen die die jeweilige Arbeitsgemeinschaft der Kammern dieser Berufe auf Bundesebene aufgestellt hat In Ausnahmefallen kann die Ubereinstimmung der Fortbildung mit den Anforderungen nach Absatz 1 Satz 2 und 3 auch durch sonstige Nachweise erbracht werden die Einzelheiten werden von den Kassenarztlichen Bundesvereinigungen nach Absatz 6 Satz 2 geregelt Ein Vertragsarzt hat alle funf Jahre gegenuber der Kassenarztlichen Vereinigung den Nachweis zu erbringen dass er in dem zuruckliegenden Funfjahreszeitraum seiner Fortbildungspflicht nach Absatz 1 nachgekommen ist fur die Zeit des Ruhens der Zulassung ist die Frist unterbrochen Endet die bisherige Zulassung infolge Wegzugs des Vertragsarztes aus dem Bezirk seines Vertragsarztsitzes lauft die bisherige Frist weiter Erbringt ein Vertragsarzt den Fortbildungsnachweis nicht oder nicht vollstandig ist die Kassenarztliche Vereinigung verpflichtet das an ihn zu zahlende Honorar aus der Vergutung vertragsarztlicher Tatigkeit fur die ersten vier Quartale die auf den Funfjahreszeitraum folgen um 10 vom Hundert zu kurzen ab dem darauf folgenden Quartal um 25 vom Hundert Ein Vertragsarzt kann die fur den Funfjahreszeitraum festgelegte Fortbildung binnen zwei Jahren ganz oder teilweise nachholen die nachgeholte Fortbildung wird auf den folgenden Funfjahreszeitraum nicht angerechnet Die Honorarkurzung endet nach Ablauf des Quartals in dem der vollstandige Fortbildungsnachweis erbracht wird Erbringt ein Vertragsarzt den Fortbildungsnachweis nicht spatestens zwei Jahre nach Ablauf des Funfjahreszeitraums soll die Kassenarztliche Vereinigung unverzuglich gegenuber dem Zulassungsausschuss einen Antrag auf Entziehung der Zulassung stellen Wird die Zulassungsentziehung abgelehnt endet die Honorarkurzung nach Ablauf des Quartals in dem der Vertragsarzt den vollstandigen Fortbildungsnachweis des folgenden Funfjahreszeitraums erbringt Niederlassung Bearbeiten Zahnarztpraxis in 360 2019 Als Kugelpanorama anzeigen Der Zahnarzt kann sich entweder als Vertragszahnarzt oder als Privatzahnarzt in freier Praxis niederlassen oder ist als angestellter Zahnarzt in einer Zahnklinik in einem medizinischen Versorgungszentrum oder einer Praxis tatig Ein weiteres Berufsfeld ist die Forschung Zulassung BearbeitenNachdem ca 87 der Menschen in Deutschland in der Gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind beantragen fast alle Zahnarzte eine Zulassung als Vertragszahnarzt beim Zulassungsausschuss Sie werden nach Annahme ihres Antrags auf Kassenzulassung Mitglied der Kassenzahnarztlichen Vereinigung KZV ihres Bundeslandes Sie verpflichten sich damit sich an die Vorgaben des Sozialgesetzbuchs SGB V zu halten Nach Angaben der KZBV praktizieren rund 53 000 Vertragszahnarzte in Deutschland Stand 2014 10 Sie erhalten die Kassenzulassung nach einer mindestens zweijahrigen Assistenzzeit Vorbereitungszeit in einer zugelassenen Praxis oder in einer Zahnklinik im Anschluss an das Studium Ein Privatzahnarzt hat keine Kassenzulassung und ist daher nicht zur Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen berechtigt Es steht auch den gesetzlich versicherten Patienten frei einen Privatzahnarzt aufzusuchen Die Behandlung wird unabhangig vom Versicherungsstatus des Patienten gesetzlich privat oder nicht krankenversichert auf Grundlage der Gebuhrenordnung fur Zahnarzte vom 5 Dezember 2011 direkt mit dem Patienten abgerechnet Privatrechnung Privatliquidation Nach derzeitiger Rechtslage bekommen gesetzlich versicherte Patienten fur die Behandlung bei einem Privatzahnarzt im Amtsdeutsch Nicht Vertragszahnarzt in der Regel keine Kostenerstattung von ihrer Krankenkassen Dies gilt auch fur Not und Schmerzfalle Ausnahme Praktiziert dieser Nicht Vertragszahnarzt im EU Ausland so besteht ein Anspruch des Patienten auf Erstattung der Rechnung durch seine Krankenkasse maximal in Hohe der Kosten die im Inland angefallen waren Der Vertragszahnarzt in der Bundesrepublik Deutschland ist verpflichtet alle gesetzlich versicherten Patienten nach dem Sachleistungsprinzip zu behandeln Die Leistungen werden nach Vorlage der elektronischen Gesundheitskarte eGK durch den Versicherten uber die jeweilige Kassenzahnarztliche Vereinigung mit den Krankenkassen abgerechnet Gesetzlich versicherte Patienten erhalten im Bereich Zahnersatz eine Eigenanteilsrechnung uber diejenigen Kosten die nicht uber die Krankenkassen Festzuschusse abgedeckt sind Im Bereich Kieferorthopadie muss der Patient bzw der Zahlungspflichtige zunachst quartalsweise einen Eigenanteil bezahlen der nach erfolgreichem Abschluss der Behandlung von der Krankenkasse erstattet wird Zahnarztliche Behandlungen die uber das Wirtschaftlichkeitsgebot des 12 SGB V medizinisch notwendig zweckmassig wirtschaftlich und ausreichend hinausgehen werden auf Grundlage der Gebuhrenordnung fur Zahnarzte vom 5 Dezember 2011 privat berechnet und sind vom gesetzlich versicherten Patienten selbst zu bezahlen Zahn Zusatzversicherungen konnen einen Teil der Kosten erstatten Einkommen BearbeitenDas durchschnittliche Bruttoeinkommen von angestellten Zahnarzten weicht erheblich von dem durchschnittlichen Bruttoeinkommen zahnarztlicher Praxisinhaber ab Angestellte Zahnarzte Bearbeiten Das durchschnittliche Einkommen eines angestellten Zahnarztes in Deutschland lag bei 5 245 Monatsbruttogehalt einer angestellten Zahnarztin bei 3 609 Stand 2010 11 Laut umsatzbezogener Kalkulation liegt das Anfangsbruttogehalt eines Assistenzzahnarztes bei etwa 1 500 monatlich bei einem angestellten Zahnarzt bei etwa 4 000 12 Laut einer Untersuchung der Bundesagentur fur Arbeit verdienen Zahnarzte im Angestelltenverhaltnis im Median 4323 Euro brutto monatlich 26 27 Euro pro Stunde Stand 2018 13 Nach einer Auswertung der APO Bank aus 2019 14 wird empfohlen dass nach der Assistenzzeit ein Bruttoeinstiegsgehalt von 4 500 Euro monatlich vereinbart wird wenn es sich um ein Festgehalt handelt Nach 10 bis 20 Jahren kann das Festgehalt auf 65 000 bis 85 000 Euro pro Jahr ansteigen Mit Spezialisierung kann das Festgehalt zwischen 45 000 und 115 000 Euro pro Jahr liegen In landlichen Gebieten kann mit einem durchschnittlichen Festgehalt ohne Umsatzbeteiligung von 55 000 Euro pro Jahr gerechnet werden in der Grossstadt mit 60 000 Euro pro Jahr 15 Zahnarztliche Praxisinhaber Bearbeiten Bei zahnarztlichen Praxisinhabern in Deutschland liegt der durchschnittliche Reinertrag bei 175 000 Euro jahrlich 16 Stand 2015 und der Median des Jahresbruttoeinkommens bei 150 500 Euro Stand 2016 17 Umsatz zu verfugbarem Einkommen je Praxisinhaber 2016 Median DeutschlandUmsatz Durchschnitt 495 100 00 Umsatz je Behandlungsstundea Durchschnitt 344 00 Kosten Durchschnitt 334 200 00 Einnahmen Uberschuss Durchschnitt 160 900 00 Einnahmen Uberschuss Medianb 144 000 00 Einkommensteuer Kirchensteuer Solidaritatszuschlag soziale Sicherung 57 400 00 Verfugbares Einkommen pro Jahrc 86 600 00 Verfugbares Einkommen pro Monat 7 216 00 Wochenarbeitszeitd 45 8 StundenNettohonorar pro Stunde 35 86 a Bei 35 Behandlungsstunden pro Woche und 46 Arbeitswochen b Median 50 der Zahnarzte verdienen mehr 50 der Zahnarzte verdienen weniger als den Medianwert 18 c Aus dem verfugbaren Einkommen sind Rucklagen zu bilden um steigende Preise bei Reinvestitionen auffangen zu konnen Das verfugbare Einkommen muss daruber hinaus dafur dienen Investitionen in Innovationen zu tatigen beispielsweise Lasertechnologie digitale Rontgengerate Thermodesinfektor d einschliesslich Verwaltung und Fortbildung Der Anteil der Ausgaben fur zahnarztliche Behandlungen an den Gesamtausgaben im deutschen Gesundheitswesen 2014 193 6 Mrd sank von 15 1 im Jahre 1976 auf 6 7 2014 13 0 Mrd im Jahr 2014 Laut der kassenzahnarztlichen Bundesvereinigung lag das durchschnittliche Bruttoeinkommen von zahnarztlichen Praxisinhabern in Deutschland im Jahr 2019 bei 179 800 Euro Stand 2019 19 Die Durchschnittswerte nach Praxisstandort konnen aus der folgenden Tabelle auf Tsd EUR gerundet abgelesen werden Praxisstandort Durchschnittliches Bruttoeinkommen je Praxisinhaber 2019 auf Tsd EUR gerundet Zahnarztpraxen Bundesgebiet 180 000 EURZahnarztpraxen Westdeutschland 186 000 EURZahnarztpraxen Ostdeutschland 150 000 EUR Es existieren jedoch grosse Unterschiede zwischen den Einkommen der zahnarztlichen Praxisinhaber 20 So hatten 25 7 aller Praxisinhaber im Jahr 2019 ein Bruttoeinkommen von unter 100 000 Euro 21 5 der Praxisinhaber hingegen ein Bruttoeinkommen von uber 250 000 Euro Deutlich zeigten sich die Einkommensunterschiede auch in Bezug auf den Praxisstandort Wahrend 33 7 der ostdeutschen Praxisinhaber im Jahr 2019 ein Bruttoeinkommen von unter 100 000 Euro hatten lag dieser Wert bei westdeutschen Praxisinhabern nur bei 24 0 Hingegen hatten 23 3 aller westdeutschen Praxisinhaber ein Bruttoeinkommen von uber 250 000 Euro wahrend dies nur auf 15 2 aller ostdeutschen Praxisinhaber zutraf Zudem sind die Einkommensverhaltnisse von zahnarztlichen Praxisinhabern seit Jahren grosseren Veranderungen unterworfen Seit Mitte der 1970er Jahre nahm das durchschnittliche Einkommen der Praxisinhaber inflationsbereinigt bis zur Jahrtausendwende um etwa 50 ab Erst seit 2006 ist wieder eine anhaltend positive Entwicklung auszumachen Die historischen durchschnittlichen Einkommenswerte der westdeutschen Praxisinhaber sowie die diesen im Jahr 2020 inflationsbereinigt entsprechenden Einkommenswerte konnen aus der folgenden Tabelle auf Tsd EUR gerundet abgelesen werden Jahreszahl Bruttoeinkommen nominal 21 in EUR Entspricht 20211976 103 000 EUR 201 000 DM 260 000 EUR1980 114 000 EUR 223 000 DM 246 000 EUR1985 107 000 EUR 210 000 DM 191 000 EUR1990 94 000 EUR 184 000 DM 157 000 EUR1995 98 000 EUR 192 000 DM 140 000 EUR2000 100 000 EUR 195 000 DM 135 000 EUR2005 110 000 EUR 137 000 EUR2010 131 000 EUR 152 000 EUR2015 163 000 EUR 175 000 EUR Nach einer Studie 22 des Deutschen Instituts fur Wirtschaftsforschung DIW aus dem Jahre 2012 betragt der durchschnittliche Nettolohn pro Stunde nach Studienabschlussen Ausbildungen 12 fur Manner und 9 fur Frauen Die DIW Untersuchung stutzt sich auf Daten des Mikrozensus der Jahre 2005 bis 2008 Der durchschnittliche Nettolohn von Zahnarzten betragt gemass dieser Studie 19 33 und von Zahnarztinnen 15 50 Die Berechnung eines durchschnittlichen Stundenlohns erfolgte uber die maximal mogliche Erwerbsphase Hierzu wurden die Stundenlohne in jedem Alter Beruf und Ausbildungsgang aufsummiert und mit der maximal moglichen Erwerbsdauer 44 Jahre in Relation gesetzt Berufsrecht BearbeitenZahnarzt ist ein klassischer Kammerberuf Deutsche Zahnarzte unterliegen verschiedenen berufsrechtlichen Regelungen dem Zahnheilkundegesetz der Approbationsordnung und der Berufsordnung der zustandigen Zahnarztekammer Die Honorarberechnung erfolgt nach der Gebuhrenordnung fur Zahnarzte GOZ und dem Bewertungsmassstab zahnarztlicher Leistungen BEMA Daneben gelten Sonderbestimmungen etwa fur eine Zahnarztwebsite seit dem 1 Marz 2007 unterliegen derartige Internetprasenzen wie alle Websites den Vorgaben des 5 Telemediengesetz TMG Einschrankende Vorgaben fur die Gestaltung einer Praxiswebsite sind in den Berufsordnungen der Zahnarztekammern nur rudimentar vorhanden Hauptartikel ArztwerberechtHeilpraktikergesetz BearbeitenFaltenunterspritzungen im Stirn Augen und Halsbereich zur Lippen und Faltenunterfullung und zur Therapie der Migraneerkrankung sind approbierten Arzten und Heilpraktikern erlaubt dem Zahnarzt und anderen Heilberufsangehorigen sowie Laien hingegen untersagt 5 Heilpraktikergesetz Das Oberverwaltungsgericht fur das Land Nordrhein Westfalen bejahte die fur den Approbationsentzug vorausgesetzte Unzuverlassigkeit eines Zahnarztes angesichts dessen jahrelanger Verstosse gegen das Verbot der Faltenunterspritzungen Man hielt dem Zahnarzt sein langjahriges und hartnackiges Verhalten vor was er nur durch einen ernsthaften Einstellungswandel hatte beseitigen konnen 23 Berufserkrankungen BearbeitenZahnarzte erleiden haufig erworbene Krankheiten der Wirbelsaule wie Bandscheibenvorfalle Alle Bereiche der Wirbelsaule sind gefahrdet eine Haufung besteht im Bereich der Halswirbelsaule Zahnarzte erkranken so wie auch Zahntechniker haufig an allergischen Reaktionen der Haut sowie an toxischen Kontaktdermatitiden insbesondere der Hande Ursache hierfur ist der haufige direkte oder indirekte Kontakt mit toxischen schadigenden Substanzen und Materialien wie z B unausgeharteten Kunststoffen Methylmethacrylat Quecksilber Palladium sowie Losungsmitteln Vor einer Hepatitis B schutzen Impfungen Berufsgenossenschaft BearbeitenEine Zahnarztpraxis gehort zu den beitragspflichtigen Unternehmen in der Berufsgenossenschaft fur Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege BGW Versichert sind alle Arbeitnehmer sowie pflichtversicherte Unternehmer Unternehmer die nicht der Versicherungspflicht unterliegen konnen sich freiwillig versichern Ehrenamtlich beziehungsweise unentgeltlich Tatige sind ebenfalls versichert Die BGW tragt im Versicherungsfall die Kosten fur eine Vielzahl von Leistungen Staatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst werden nicht von der BGW betreut Zustandig sind hier die Versicherungstrager der offentlichen Hand Unfallkassen Selbststandig tatige Zahnmediziner konnen sich freiwillig bei der BGW umfassend gegen Folgen von Arbeits und Wegeunfallen sowie von Berufskrankheiten versichern Die BGW tragt die Kosten fur eine individuell abgestimmte medizinische berufliche und soziale Rehabilitation zahlt das Verletztengeld als Ersatz fur Verdienstausfall wahrend der medizinischen Rehabilitation sichert im Fall einer Minderung der Erwerbsfahigkeit mit einer Rente ab und sorgt im Todesfall fur die Hinterbliebenen Je nach Sachlage zahlt sie Renten Sterbegeld Uberfuhrungskosten oder Beihilfen 24 Bedeutende Zahnarzte BearbeitenEdward H Angle Sanford Christie Barnum Greene V Black Pierre Fauchard Alfred Gysi Willoughby D Miller Carl Partsch Philipp Pfaff Horst Sebastian Maria Schug Kosters Otto WalkhoffSiehe auch Kategorie ZahnarztLiteratur BearbeitenPeter Guttkuhn Von Zahnen Warzen und Leichdornern Aus der Praxis des Lubecker Zahnarztes Jacob Levy 1784 1840 In Schleswig Holsteinisches Arzteblatt 47 1994 Heft 1 S 7 9 Dominik Gross Die schwierige Professionalisierung der deutschen Zahnarzteschaft 1867 1919 In Europaische Hochschulschriften Reihe 3 609 Frankfurt a M 1994 Dominik Gross Zahnarzt und Zahnbrecher In Enzyklopadie Medizingeschichte Hrsg von Werner E Gerabek Bernhard D Haage Gundolf Keil und Wolfgang Wegner Walter de Gruyter Berlin und New York 2005 S 1515 f Gereon Schafer Dominik Gross Zwischen Beruf und Profession Die spate Professionalisierung der deutschen Zahnarzteschaft und ihre Hintergrunde In Deutsche Zahnarztliche Zeitschrift 62 11 2007 S 725 732 1Weblinks Bearbeiten Wiktionary Zahnarzt Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Wikiquote Zahnarzt Zitate Commons Zahnarzte bei der Arbeit Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Literatur von und uber Zahnarzt im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Kassenzahnarztliche Bundesvereinigung Deutsche Gesellschaft fur Zahn Mund und Kieferheilkunde Bohrlocher aus der Steinzeit Auf wissenschaft de vom 6 April 2006 uber einen Artikel in Nature Bd 440 2006 S 755 Einzelnachweise Bearbeiten Gewerbe Bundeszahnarztekammer Mitgliederstatistik Bezug auf IAB Forschungsgruppe Berufliche Arbeitsmarkte ulmato de Wolfgang Wegner Ottingen Ottinger In Werner E Gerabek Bernhard D Haage Gundolf Keil Wolfgang Wegner Hrsg Enzyklopadie Medizingeschichte De Gruyter Berlin New York 2005 ISBN 3 11 015714 4 S 1085 Bayerisches Heilberufekammergesetz Musterweiterbildungsordnung PDF Bundeszahnarztekammer abgerufen am 6 Dezember 2016 a b Pilotprojekt Oralchirurgie Nicht mehr online verfugbar Hessische Landeszahnarztekammer archiviert vom Original am 6 Dezember 2016 abgerufen am 6 Dezember 2016 moi uni frankfurt de Abgerufen am 15 Dezember 2014 Musterberufsordnung Stand 19 Mai 2010 PDF 45 kB Bundeszahnarztekammer Daten und Fakten 2015 PDF 196 kB Faltblatt mit statistischen Angaben zur vertragszahnarztlichen Versorgung von KZBV und BZAK Statistisches Bundesamt Verdienststrukturerhebung 2010 D Nies K Nies Wieviel darf ein angestellter Zahnarzt oder Assistent verdienen PDF Abgerufen am 15 Dezember 2014 Angestellte Zahnarzte verdienen 4 323 Euro brutto zm online 8 April 2019 Abgerufen am 9 April 2019 Gehalt Zahnarzt APO Bank Zu diesen Konditionen arbeiten angestellte Zahnarzte 2019 Zahnarztliche Mitteilungen 8 Juli 2019 Abgerufen am 9 Juli 2019 Kostenstruktur bei Arztpraxen PDF Statistisches Jahrbuch 2018 PDF 2 1 MB KZBV Abgerufen am 12 Mai 2019 Statistisches Jahrbuch 2015 Kassenzahnarztliche Bundesvereinigung KZBV ISBN 978 3 944629 03 2 KZBV Jahrbuch 2021 Abgerufen am 6 Januar 2022 KZBV Jahrbuch 2021 Abgerufen am 6 Januar 2022 KZBV Jahrbuch 2021 Abgerufen am 3 Januar 2022 Daniela Glocker Johanna Storck Uni Fachhochschule oder Ausbildung welche Facher bringen die hochsten Lohne PDF 489 kB DIW Wochenbericht 13 2012 Beschluss vom 17 Mai 2017 Az 13 A 168 16 Oberverwaltungsgericht Nordrhein Westfalen Freiwillige Versicherung fur Zahnarztinnen und Zahnarzte PDF 561 kB Berufsgenossenschaft fur Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege abgerufen am 26 Marz 2018 Normdaten Sachbegriff GND 4067303 0 OGND AKS LCCN sh85036974 NDL 00570940 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Zahnarzt amp oldid 218863806, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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