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Die Yokohama Specie Bank (jap.横浜正金銀行, Yokohama Shōkin Ginkō, kurz: YSB) war eine japanische, halbstaatliche Außenhandelsbank. Nach 1895 war ihre Hauptaufgabe die Finanzierung und Förderung des Handels mit China, während die Londoner Filiale als japanische Zentralbank in Europa agierte.

Hauptsitz der Yokohama Specie Bank (erbaut 1904, Architekten: Morinaka Tsumaki und Oto Endo; heute: Kanagawa Museum für Kulturgeschichte)

Die US-Besatzungsbehörde (SCAP) organisierte das Institut 1947 zur Tōkyō Ginkō um, die heute Mitsubishi Tōkyō UFJ Ginkō heißt.

Inhaltsverzeichnis

Im November 1879 beantragte Nakamura Michita (中村 道太) als Sprecher eines Konsortiums von 23 Kapitalisten, gemäß den Bestimmungen des National Banking Law eine mit drei Millionen Silber-Yen (¥) kapitalisierte Bank zu gründen, deren Geschäftszweck die Finanzierung des Außenhandels, Geldwechsel und Bereitstellung von Papiergeld im ost-asiatischen Raum sein sollte. Typisch für die zu der Zeit üblichen staatlichen Unterstützung großkapitalistischer Unternehmungen beteiligte sich die Regierung mit einem Drittel des Kapitals. Der Betrieb wurde am 23. Februar 1880 aufgenommen. Nakamura leitete das Institut bis 1882. Ihm folgte für ein halbes Jahr Ono Mitsukage (小野 光景). Die Firma war ursprünglich auf zwanzig Jahre angelegt, dies wurde 1900 um den gleichen Zeitraum verlängert. Wie bei allen halbstaatlichen Banken (tokusho ginkō) war Ausländern der Erwerb von Anteilen nicht gestattet.

Angesichts der besonderen Aufgaben der YSB wurde im Juli 1887 eine spezielle Verordnung (Nr. 29) zur Regelung der Aufgaben erlassen. Ein regierungseigener Revisor wurde bestellt. Seine halbjährliche geprüfte Bilanz wurde veröffentlicht. Man erhielt die exklusive Beauftragung zur Abwicklung von Auslandsgeschäften. Die Nationalbank Nippon Ginkō (Nichigin) subventionierte die YSB durch den Rediskont von Auslandswechseln, Devisen usw. zu nur 2 %. Der staatliche Auftrag und das Geschäftsgebaren der Bank von 1895 bis 1945 passt zu der Theorie, dass der Imperialismus die höchste Form des Kapitalismus darstellt.

Das Betriebskapital wurde mehrfach erhöht, erstmals 1887 auf sechs Millionen (4½ eingezahlt). Ende 1899 waren zwölf Millionen erreicht. Der Umsatz stieg von 1,43 Milliarden 1893 auf 7,19 Milliarden nur fünf Jahre später. Bis September 1911 stieg das Kapital auf 48 Mio. ¥ (davon 30 Mio. eingezahlt) zusätzlich befanden sich im Reservefonds 20,4 Millionen. Von 1898 bis zum Ersten Weltkrieg schüttete man eine konstante Dividende von zwölf Prozent aus. Im Jahre 1920 war das Bankhaus mit einhundert Millionen (61 eingezahlt) kapitalisiert.

Führungskräfte

Die für den sich entwickelnden Hochkapitalismus der späten Meiji- und Taishō-Zeit übliche Verquickung zwischen Großbanken, Zaibatsu und Regierungsämtern ist in der Führungsriege der YSB auffällig. Zu den Präsidenten der Bank gehörten:

1883 bis 1890 Hara Rokuro (1844–1933), einer der ersten Japaner, der nach der Öffnung in Europa studiert hatte, wohl einer bedeutendsten Geschäftsmänner seiner Zeit. Sonoda Kōkichi (Präs. 1890–1897) begann seine Karriere im Außenministerium, als Konsul in London hatte er ein halbes Jahr bei der Bank von England hospitiert. Ihm folgte Sōma Nakatane bis 1906. Zusammen mit Manager Koizumi Shinkichi übersah er die Ausweitung des Geschäfts auf dem Festland. Baron Takahashi Korekiyo (* Juli 1854) begann 1895 als Manager, wurde 1896 Direktor, Vize 1897. Dasselbe Amt hielt er zugleich bei Nippon Ginkō, dann war er in Personalunion auch Präsident der YSB. Er war später mehrfach Finanzminister erstmals im Yamamoto-Kabinett 1913/14, führend in der Rikken Seiyūkai und Premierminister 1921/22. Der um 1904 zum Inlands-Direktor aufgestiegene Sutokeru Takahashi war ein Rechtsanwalt, der in den Fukuoka-Klan adoptiert worden war. Tsuchiko Kionjiro begann seine Karriere bei der Nippon Ginko, war dann stellvertretende Filialleiter in London. Im Juli 1897 erkor man ihn zum Vize, ab Juni 1912 war er Präsident, er trat aber bald erkrankt zurück. Vicomte Yatarō Mishima, war ein Direktor ab 1897, Präsident 1911 bis 1913, danach Chef der Nippon Ginko. Inoue Junnosuke (* 1866) war Vize 1911 bis 1913, danach Präsident bis 1919. Er engagierte sich politisch ebenfalls in der Seiyūkai und wurde als Vorsitzender des Mitsui-Zaibatsu beim Zwischenfall am 15. Mai 1932 getötet. Für Iwasaki Koyata (1879–1945, Baron) war der Präsidentenposten nur einer von vielen; er wurde später Außenminister, erbte die Vorstandschaft des Mitsubishi-Zaibatsu. Kajiwara Nakaji (1919–22) kam ebenfalls von der Zentralbank und übernahm später auch die Leitung derselben. Kodama Kenji (児玉謙次) war 14 Jahre bis 1936 im Amt. Ōkubo Toshikata, Sohn des Politikers Ōkubo Toshimichi, begann seine Karriere in der Londoner Filiale, die er ab 1923 leitete. Die YSB führte er im Krieg bis 1943.

Zum Stichtag 30. September 1945 war der kaiserliche Haushalt der größte Anteilseigner.

10-Yüan-Note der Filiale Hankow (Serie 1917).

Das Recht in Übersee Noten auszugeben wurde der YSB im September 1901 erteilt. Die Emissionen mussten zu einem Drittel in der ausgebenden Filiale gedeckt sein. Insgesamt wurden in neun Niederlassungen am chinesischen Festland Noten ausgegeben, die sich im Design ähnelten und die 1917/18 durch neue Serien ersetzt wurden. Beginnend in Tientsin im November 1902 (Filiale seit Aug. 1899) und Shanghai (Filiale 1893) begab man silber-gedeckte Noten, die in Dollars oder Tael denominiert waren. Mit Beginn des Russisch-Japanischen Kriegs kamen zur lokalen Kriegsfinanzierung der Kwantung-Armee Noten hinzu, die in der Mandschurei zirkulierten. Ausgegeben wurden vom Militär Scheine zu 10, 5 und 1 Yen sowie 50, 20 und 10 sen. Zur Deckung der Noten überwies das Finanzministerium 15¼ Millionen ¥. 1906 folgte eine neue Verordnung bezüglich der Emission von Banknoten im besetzten Gebiet. 1912 waren noch knapp zwei Millionen dieser Noten nicht eingelöst, 1920 noch 900.000, davon geschätzt aber nur noch 300.000 im Umlauf.

Es folgten silbergedeckte Noten in Peking (1910), dem besetzten Tsingtau (1915), Hankow (1917; heute: Wuhan), Tsinan (1920) und Harbin (1921). Insgesamt wurden mindestens 88 verschiedenen Typen emittiert. Das seit 1913 ausgeübte Recht in Dairen (russ.: Dalny) Noten auszugeben, wurde an die Chōsen Ginko abgetreten, die goldgedeckten Scheine der YSB blieben aber bis 30. November 1917 gesetzliches Zahlungsmittel in den besetzten Gebieten von Kwangtung. Zugleich schloss man die 1907 eröffnete Filiale in Andong. Als die Regierung Yuan Shikais 1916 die Konvertibilität chinesischer Noten aufhob, stieg der Bedarf an „gutem Geld“ und damit der Umlauf der von der YSB emittierten Scheine in ganz China. Gesamtsumme 1915: 7 Millionen Gold-Yen, Ende 1916: 18 Mio., Mitte 1919 um 20 Mio., in den nächsten Jahren schnell abnehmend, dann 1928–31 nochmal auf ø 13 Mio. steigend, um danach bis zur Abschaffung Anfang 1936 abzunehmen. Die Emissionen der Bank waren nie als „Besatzungsgeld“ angelegt, sondern bedienten den tatsächlich vorhandenen lokalen Bedarf in einer politisch und wirtschaftlich chaotischen Zeit, als „China“ mehr als geographischer Begriff, denn als Staat existierte.

Ehemalige Filiale in Shanghai am Bund 24 (heute: Industry and Commerce Bank of China)

Nach der Hauptstelle in Yokohama eröffnete man eine erste Filiale im Juni 1880 in Kōbe. Schnell bedeutend wurde die Filiale im mandschurischen Niu-chiang. Es folgte die sukzessive Eröffnung ausländischer Filialen an internationalen Finanz- und Handelsplätzen, bis 1917: in London, Bombay (Agentur 1894), Hongkong (Agentur 1896, Filiale 1900), Lyon, San Francisco, Hawaii, Buenos Aires, Rangun, Surabaya. Dazu kamen noch Agenturen in New York, Kalkutta, Sydney, Tsingtao, der Mandschurei und in China. Die Bank durfte im eigentlichen Japan keine Einlagen Privater annehmen. Vor 1900 befanden sich etwa 60 % der Einlagen in Filialen in Europa, ein Viertel in Amerika und rund 6 % in Indien. Durch den Aufbau mehrerer Filialen auf dem chinesischen Festland, verschob sich das Verhältnis zu Lasten Amerikas bis 1913 dahingehend, dass etwa ein Drittel der Depositen in (geographischen) China lagen. Unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg war die YSB die profitabelste Bank Japans. Zu dieser Zeit war man mit etwa 350 Korrespondenzbanken weltweit verbunden.

Unmittelbar nach der Gründung – die Bank von Japan entstand erst zwei Jahre später – war es Aufgabe der YSB durch Abgabe von Silbermünzen, den rapiden Preisanstieg, der durch den Überfluss von immer schneller verfallenden uneinlösbare Noten von 1879/80, die man für die Abfindung der Samurai emittiert hatte zu bremsen. Diesen Versuch den Silberpreis niedrig zu halten, musste man im Februar 1881 beenden.

Im März 1886 wurde der Bank die Konzession zur Durchführung der kurzlebigen Staats-Lotterie erteilt. Auch die gesamte chinesische Kriegsentschädigung wurde in mehreren Tranchen in die Filiale in London bezahlt. Seit 1896 fungierte diese Filiale als japanische Staatsbank am damals wichtigsten Finanzplatz der Welt. Nachdem durch Gesetz 101 vom April 1899 die Platzierung von japanischen Auslandsanleihen begann, wurde dies ein wichtiger Aufgabenbereich, hauptsächlich der Londoner Filiale.

Anti-Kolonialismus in China nahm seit den Protesten gegen die Einundzwanzig Forderungen immer wieder die Form des Boykotts japanischer Firmen an, so auch 1919–21 und 1931 nach dem Wanpaoshan-Zwischenfall (万宝山事件). Die chinesischen Filialen der Bank waren vom Umsatzrückgang stark betroffen. Trotz des Boykotts lag der Gewinn im ersten Halbjahr 1932 bei 11,2 Mio. Yen, die Dividende bei 10 %.

Mandschurei/Mandschukuo

1-Yüan-Note (Serie 1917–1930). Rückseite Englisch “1 Dollar Local Currency”

Die 1906 gegründete Filiale in Dairen wuchs schnell, man hatte 1918 rund fünfzig Beschäftigte. Immer wichtiger wurde die Exportförderung durch günstige Zinssätze für japanische Großunternehmen die in der Region expandieren wollten. Besonders nach 1931 finanzierte man zahlreiche Großprojekte der südmandschurischen Eisenbahn bzw. des Staates Mandschukuo mit.

Weltwirtschaftskrise und Kriegswirtschaft

Schalterhalle 1944

Der gesamte japanische Außenhandel wurde durch die Kriegsgesetzgebung 1938 vollkommen unterstaatliche Kontrolle gestellt, die YSB war ausführendes Organ der Wirtschaftskontrolle.

Am 19. Juli 1938 stellte die Nationalbank der Bank 300 Million ¥ für eine Außenhandelsfond zur Verfügung. Am 6. Mai 1941 schlossen Japan mit der Verwaltung Französisch-Indochinas ein Handelsabkommen, wonach die gegenseitigen Ex- und Importe per Clearing-Verfahren zwischen der Banque Indochina und der YSB verrechnet wurden.

Während der japanischen Besetzung Hongkongs, wurden nur zwei Banken, die Yokohama Specie Bank und die Bank of Taiwan, wiedereröffnet, während die übrigen Banken von den Japanern liquidiert wurden. Im besetzten Niederländisch-Indien übernahm das Institut den Betrieb der Geschäftsbanken (die Sparkassen übernahm eine Syomin Ginkō).

  • Horesh, Niv; Money for Empire: The Yokohama Specie Bank Monetary Emissions Before and After the May Fourth (Wusi) Boycott of 1919; Modern Asian Studies, Mch 2013; S. 1–26.
  • Ishii Kanji; Japanese Foreign Trade and the Yokohama Specie Bank, 1880–1913; in: Checkland Olive; Shizuya Nishimura; Norio Tamaki (eds.); Pacific Banking, 1859–1959: East Meets West; Hampshire 1994.
  • The Yokohama Specie Bank; in: Journal of Commerce and Commercial Bulletin (Hrsg.); A History of Banking in all the Leading Nations …; New York 1896.
  • Nishimura, Takeshi; The Activities of the Yokohama Specie Bank in the Foreign Trade Financing Operations for Raw Cotton before the First World War; in: The Origins of International Banking in Asia: The Nineteenth and Twentieth Centuries; Oxford 2012; ISBN 9780199646326.
  • 平智之; 第1次大戦前の国際金本位制下における横浜正金銀行; 金融経済 上: (208) (Oct. 1984), S. 41–81,: (209) (Oct. 1984), S. 1–27.
  • Tamaki Norio; Japanese Banking: a History, 1859–1959; Cambridge 1995 (Cambridge Univ. Press).
  • Tōkyō Ginkō; Yokohama Shōkin Ginkō Zenshi; Tōkyō 1980–1984; 6 Bde.
  • [Anon.]; Yokohama Specie Bank Opens New Quarters for Shanghai Branch; in: Far Eastern Review, Vol. 20 (1924,9); S. 420–423.
  • Yokohama Shokin Ginko; in: Japan in the Taishō Era; Tokio 1917; S. 231 [bezahlter Werbeeintrag]
Commons: Yokohama Specie Bank – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Archivalien im japanischen Nationalarchiv u. a.:横浜正金銀行の旧勘定の資金の整理に関する政令(大蔵省) oder昭和24~26年特殊整理期間中日計表綴・特殊財産管理勘定・内訳帳
  2. Jap.: ja:国立銀行条例. Vgl.: A Comparison of National Banks in Japan and the United States between 1872 and 1885 (IMES Discussion Paper No. 2000-E-21; PDF; 433 kB)
  3. Ein Teil dieser Aufgabe wurde an andere Banken delegiert, so 1916 z. B. an die altehrwürdige Kajima Ginkō, Osaka.
  4. Vgl. Mitani Taichirō; Japan’s International Financiers and World Politics, 1904–1931; British Association for Japanese Studies, Proceedings (1980), S. 29–53, 209–212.
  5. Biogr.: Smethurst, Richard J.; From foot soldier to finance minister Takahashi Korekiyo, Japan’s Keynes; Cambridge, Mass. [u. a.] 2007 (Harvard Univ. Asia Center); XIV, 377 S.
  6. Yokohama Specie Bank. List of owners of 1,000 or more shares of Yokohama Specie Bank stock as of September 30, 1945; National Archives: Records of the Assistant Chief of Staff, Intelligence (G-2) — Entry 85A: Classified Numerical Series of Intelligence; Documents (MIS# 231602), 1944–1955
  7. Abbildungen
  8. Gesetz 1 vom März 1906. Für die überseeischen Besitzungen, die Teil des Kaiserreichs wurden, schuf man eigene Zentralbanken: Taiwan Ginkō (Gesetz 38 von 1897) und Chōsen Ginko (gegr. Nov. 1909) für die koreanische Halbinsel.
  9. Chōsen Ginko (朝鮮銀行; Hrsg.); Economic History of Manchuria Compiled in Commemoration of the Decennial of the Bank of Chōsen; Seoul 1920
  10. Im Westflügel des neuen Filialgebäudes von 1935 befindet sich heute das städtische Museum.
  11. Niuzhuang, eröffnet August 1900; (牛莊 zeitgenössisch auch Newchwang). Erste Banknotenausgabe Januar 1903 ($ und Tael). Filiale in Peking ab Januar 1902 mit eigenen Noten ab März 1903.
  12. Zu den Aktivitäten der Bank dort vgl.: Warner, Fred; Anglo-Japanese financial relations a golden tide; Oxford 1991 (Blackwell)
  13. Institute of Pacific Relations, American Council; Memorandum on the Chinese Boycott; Memorandum Vol. 2, No. 5 (Mar. 16, 1933), S. 1–3
  14. vgl. z. B. Horesh (2013)
  15. YOKOHAMA SPECIE BANK.. In: The Brisbane Courier (Qld. : 1864-1933), National Library of Australia, 20. Oktober 1932, S. 10. Abgerufen am 18. März 2013.
  16. Vgl. Japans Kriegswirtschaft 1941–1945 (PDF; 5,8 MB)
  17. Accord franco-japonais relatif au régime douanier, aux échanges commerciaux et à leur modalités de rèlement entre l'Indochine et le Japon. Ratifiziert und in Kraft 5. Juli. Differenzen über 5 Mio. Yen waren durch Gold auszugleichen, Gummi wurde weiter US-Dollar abgerechnet. Umstellung auf fixen Wechselkurs 28. Dez. 1941, dann Transfer-Yen zum 1. Jan. 1943. Tabuchi Yukichika; Indochina’s Role in Japan’s Greater East Asia Co-Prosperity Sphere: A Food Procurement Strategy; in: Indochina in the 1940s and 1950s; Ithaca NY 1992; ISBN 0-87727-401-0
Japanischer Name: Wie in Japan üblich, steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Nakamura der Familienname, Michita der Vorname.

Yokohama Specie Bank Sprache Beobachten Bearbeiten Die Yokohama Specie Bank jap 横浜正金銀行 Yokohama Shōkin Ginkō kurz YSB war eine japanische halbstaatliche Aussenhandelsbank Nach 1895 war ihre Hauptaufgabe die Finanzierung und Forderung des Handels mit China wahrend die Londoner Filiale als japanische Zentralbank in Europa agierte Hauptsitz der Yokohama Specie Bank erbaut 1904 Architekten Morinaka Tsumaki und Oto Endo heute Kanagawa Museum fur Kulturgeschichte Die US Besatzungsbehorde SCAP organisierte das Institut 1947 zur Tōkyō Ginkō um 1 die heute Mitsubishi Tōkyō UFJ Ginkō heisst Inhaltsverzeichnis 1 Grundung und Kapital 1 1 Fuhrungskrafte 2 Banknotenemissionen in China 3 Geschaftsbetrieb 3 1 Mandschurei Mandschukuo 3 2 Weltwirtschaftskrise und Kriegswirtschaft 4 Siehe auch 5 Literatur 6 Weblinks 7 EinzelnachweiseGrundung und Kapital BearbeitenIm November 1879 beantragte Nakamura Michita 中村 道太 als Sprecher eines Konsortiums von 23 Kapitalisten gemass den Bestimmungen des National Banking Law 2 eine mit drei Millionen Silber Yen kapitalisierte Bank zu grunden deren Geschaftszweck die Finanzierung des Aussenhandels Geldwechsel und Bereitstellung von Papiergeld im ost asiatischen Raum sein sollte Typisch fur die zu der Zeit ublichen staatlichen Unterstutzung grosskapitalistischer Unternehmungen beteiligte sich die Regierung mit einem Drittel des Kapitals Der Betrieb wurde am 23 Februar 1880 aufgenommen Nakamura leitete das Institut bis 1882 Ihm folgte fur ein halbes Jahr Ono Mitsukage 小野 光景 Die Firma war ursprunglich auf zwanzig Jahre angelegt dies wurde 1900 um den gleichen Zeitraum verlangert Wie bei allen halbstaatlichen Banken tokusho ginkō war Auslandern der Erwerb von Anteilen nicht gestattet Angesichts der besonderen Aufgaben der YSB wurde im Juli 1887 eine spezielle Verordnung Nr 29 zur Regelung der Aufgaben erlassen Ein regierungseigener Revisor wurde bestellt Seine halbjahrliche geprufte Bilanz wurde veroffentlicht Man erhielt die exklusive Beauftragung zur Abwicklung von Auslandsgeschaften 3 Die Nationalbank Nippon Ginkō Nichigin subventionierte die YSB durch den Rediskont von Auslandswechseln Devisen usw zu nur 2 Der staatliche Auftrag und das Geschaftsgebaren der Bank von 1895 bis 1945 passt zu der Theorie dass der Imperialismus die hochste Form des Kapitalismus darstellt Das Betriebskapital wurde mehrfach erhoht erstmals 1887 auf sechs Millionen 4 eingezahlt Ende 1899 waren zwolf Millionen erreicht Der Umsatz stieg von 1 43 Milliarden 1893 auf 7 19 Milliarden nur funf Jahre spater Bis September 1911 stieg das Kapital auf 48 Mio davon 30 Mio eingezahlt zusatzlich befanden sich im Reservefonds 20 4 Millionen Von 1898 bis zum Ersten Weltkrieg schuttete man eine konstante Dividende von zwolf Prozent aus Im Jahre 1920 war das Bankhaus mit einhundert Millionen 61 eingezahlt kapitalisiert Fuhrungskrafte Bearbeiten Die fur den sich entwickelnden Hochkapitalismus der spaten Meiji und Taishō Zeit ubliche Verquickung zwischen Grossbanken Zaibatsu und Regierungsamtern ist in der Fuhrungsriege der YSB auffallig 4 Zu den Prasidenten der Bank gehorten 1883 bis 1890 Hara Rokuro 1844 1933 einer der ersten Japaner der nach der Offnung in Europa studiert hatte wohl einer bedeutendsten Geschaftsmanner seiner Zeit Sonoda Kōkichi Pras 1890 1897 begann seine Karriere im Aussenministerium als Konsul in London hatte er ein halbes Jahr bei der Bank von England hospitiert Ihm folgte Sōma Nakatane bis 1906 Zusammen mit Manager Koizumi Shinkichi ubersah er die Ausweitung des Geschafts auf dem Festland Baron Takahashi Korekiyo Juli 1854 begann 1895 als Manager wurde 1896 Direktor Vize 1897 Dasselbe Amt hielt er zugleich bei Nippon Ginkō dann war er in Personalunion auch Prasident der YSB Er war spater mehrfach Finanzminister erstmals im Yamamoto Kabinett 1913 14 fuhrend in der Rikken Seiyukai und Premierminister 1921 22 5 Der um 1904 zum Inlands Direktor aufgestiegene Sutokeru Takahashi war ein Rechtsanwalt der in den Fukuoka Klan adoptiert worden war Tsuchiko Kionjiro begann seine Karriere bei der Nippon Ginko war dann stellvertretende Filialleiter in London Im Juli 1897 erkor man ihn zum Vize ab Juni 1912 war er Prasident er trat aber bald erkrankt zuruck Vicomte Yatarō Mishima war ein Direktor ab 1897 Prasident 1911 bis 1913 danach Chef der Nippon Ginko Inoue Junnosuke 1866 war Vize 1911 bis 1913 danach Prasident bis 1919 Er engagierte sich politisch ebenfalls in der Seiyukai und wurde als Vorsitzender des Mitsui Zaibatsu beim Zwischenfall am 15 Mai 1932 getotet Fur Iwasaki Koyata 1879 1945 Baron war der Prasidentenposten nur einer von vielen er wurde spater Aussenminister erbte die Vorstandschaft des Mitsubishi Zaibatsu Kajiwara Nakaji 1919 22 kam ebenfalls von der Zentralbank und ubernahm spater auch die Leitung derselben Kodama Kenji 児玉謙次 war 14 Jahre bis 1936 im Amt Ōkubo Toshikata Sohn des Politikers Ōkubo Toshimichi begann seine Karriere in der Londoner Filiale die er ab 1923 leitete Die YSB fuhrte er im Krieg bis 1943 Zum Stichtag 30 September 1945 war der kaiserliche Haushalt der grosste Anteilseigner 6 Banknotenemissionen in China Bearbeiten 10 Yuan Note der Filiale Hankow Serie 1917 Das Recht in Ubersee Noten auszugeben wurde der YSB im September 1901 erteilt Die Emissionen mussten zu einem Drittel in der ausgebenden Filiale gedeckt sein Insgesamt wurden in neun Niederlassungen am chinesischen Festland Noten ausgegeben die sich im Design ahnelten und die 1917 18 durch neue Serien ersetzt wurden Beginnend in Tientsin im November 1902 Filiale seit Aug 1899 und Shanghai Filiale 1893 begab man silber gedeckte Noten die in Dollars oder Tael denominiert waren Mit Beginn des Russisch Japanischen Kriegs kamen zur lokalen Kriegsfinanzierung der Kwantung Armee Noten hinzu die in der Mandschurei zirkulierten Ausgegeben wurden vom Militar Scheine zu 10 5 und 1 Yen sowie 50 20 und 10 sen 7 Zur Deckung der Noten uberwies das Finanzministerium 15 Millionen 1906 folgte eine neue Verordnung bezuglich der Emission von Banknoten im besetzten Gebiet 8 1912 waren noch knapp zwei Millionen dieser Noten nicht eingelost 1920 noch 900 000 davon geschatzt aber nur noch 300 000 im Umlauf 9 Es folgten silbergedeckte Noten in Peking 1910 dem besetzten Tsingtau 1915 Hankow 1917 heute Wuhan Tsinan 1920 und Harbin 1921 Insgesamt wurden mindestens 88 verschiedenen Typen emittiert Das seit 1913 ausgeubte Recht in Dairen russ Dalny Noten auszugeben wurde an die Chōsen Ginko abgetreten die goldgedeckten Scheine der YSB blieben aber bis 30 November 1917 gesetzliches Zahlungsmittel in den besetzten Gebieten von Kwangtung Zugleich schloss man die 1907 eroffnete Filiale in Andong Als die Regierung Yuan Shikais 1916 die Konvertibilitat chinesischer Noten aufhob stieg der Bedarf an gutem Geld und damit der Umlauf der von der YSB emittierten Scheine in ganz China Gesamtsumme 1915 7 Millionen Gold Yen Ende 1916 18 Mio Mitte 1919 um 20 Mio in den nachsten Jahren schnell abnehmend dann 1928 31 nochmal auf o 13 Mio steigend um danach bis zur Abschaffung Anfang 1936 abzunehmen Die Emissionen der Bank waren nie als Besatzungsgeld angelegt sondern bedienten den tatsachlich vorhandenen lokalen Bedarf in einer politisch und wirtschaftlich chaotischen Zeit als China mehr als geographischer Begriff denn als Staat existierte Geschaftsbetrieb Bearbeiten Ehemalige Filiale in Shanghai am Bund 24 heute Industry and Commerce Bank of China Nach der Hauptstelle in Yokohama eroffnete man eine erste Filiale im Juni 1880 in Kōbe 10 Schnell bedeutend wurde die Filiale im mandschurischen Niu chiang 11 Es folgte die sukzessive Eroffnung auslandischer Filialen an internationalen Finanz und Handelsplatzen bis 1917 in London Bombay Agentur 1894 Hongkong Agentur 1896 Filiale 1900 Lyon San Francisco Hawaii Buenos Aires Rangun Surabaya Dazu kamen noch Agenturen in New York Kalkutta Sydney Tsingtao der Mandschurei und in China Die Bank durfte im eigentlichen Japan keine Einlagen Privater annehmen Vor 1900 befanden sich etwa 60 der Einlagen in Filialen in Europa ein Viertel in Amerika und rund 6 in Indien Durch den Aufbau mehrerer Filialen auf dem chinesischen Festland verschob sich das Verhaltnis zu Lasten Amerikas bis 1913 dahingehend dass etwa ein Drittel der Depositen in geographischen China lagen Unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg war die YSB die profitabelste Bank Japans Zu dieser Zeit war man mit etwa 350 Korrespondenzbanken weltweit verbunden Unmittelbar nach der Grundung die Bank von Japan entstand erst zwei Jahre spater war es Aufgabe der YSB durch Abgabe von Silbermunzen den rapiden Preisanstieg der durch den Uberfluss von immer schneller verfallenden uneinlosbare Noten von 1879 80 die man fur die Abfindung der Samurai emittiert hatte zu bremsen Diesen Versuch den Silberpreis niedrig zu halten musste man im Februar 1881 beenden Im Marz 1886 wurde der Bank die Konzession zur Durchfuhrung der kurzlebigen Staats Lotterie erteilt Auch die gesamte chinesische Kriegsentschadigung wurde in mehreren Tranchen in die Filiale in London bezahlt Seit 1896 fungierte diese Filiale als japanische Staatsbank am damals wichtigsten Finanzplatz der Welt Nachdem durch Gesetz 101 vom April 1899 die Platzierung von japanischen Auslandsanleihen begann wurde dies ein wichtiger Aufgabenbereich hauptsachlich der Londoner Filiale 12 Anti Kolonialismus in China nahm seit den Protesten gegen die Einundzwanzig Forderungen immer wieder die Form des Boykotts japanischer Firmen an so auch 1919 21 und 1931 nach dem Wanpaoshan Zwischenfall 万宝山事件 13 Die chinesischen Filialen der Bank waren vom Umsatzruckgang stark betroffen 14 Trotz des Boykotts lag der Gewinn im ersten Halbjahr 1932 bei 11 2 Mio Yen die Dividende bei 10 15 Mandschurei Mandschukuo Bearbeiten 1 Yuan Note Serie 1917 1930 Ruckseite Englisch 1 Dollar Local Currency Die 1906 gegrundete Filiale in Dairen wuchs schnell man hatte 1918 rund funfzig Beschaftigte Immer wichtiger wurde die Exportforderung durch gunstige Zinssatze fur japanische Grossunternehmen die in der Region expandieren wollten Besonders nach 1931 finanzierte man zahlreiche Grossprojekte der sudmandschurischen Eisenbahn bzw des Staates Mandschukuo mit Weltwirtschaftskrise und Kriegswirtschaft Bearbeiten Schalterhalle 1944 Der gesamte japanische Aussenhandel wurde durch die Kriegsgesetzgebung 1938 vollkommen unterstaatliche Kontrolle gestellt die YSB war ausfuhrendes Organ der Wirtschaftskontrolle 16 Am 19 Juli 1938 stellte die Nationalbank der Bank 300 Million fur eine Aussenhandelsfond zur Verfugung Am 6 Mai 1941 schlossen Japan mit der Verwaltung Franzosisch Indochinas ein Handelsabkommen 17 wonach die gegenseitigen Ex und Importe per Clearing Verfahren zwischen der Banque Indochina und der YSB verrechnet wurden Wahrend der japanischen Besetzung Hongkongs wurden nur zwei Banken die Yokohama Specie Bank und die Bank of Taiwan wiedereroffnet wahrend die ubrigen Banken von den Japanern liquidiert wurden Im besetzten Niederlandisch Indien ubernahm das Institut den Betrieb der Geschaftsbanken die Sparkassen ubernahm eine Syomin Ginkō Siehe auch BearbeitenNachfolgegesellschaft Mitsubishi Tōkyō UFJ GinkōLiteratur BearbeitenHoresh Niv Money for Empire The Yokohama Specie Bank Monetary Emissions Before and After the May Fourth Wusi Boycott of 1919 Modern Asian Studies Mch 2013 S 1 26 Ishii Kanji Japanese Foreign Trade and the Yokohama Specie Bank 1880 1913 in Checkland Olive Shizuya Nishimura Norio Tamaki eds Pacific Banking 1859 1959 East Meets West Hampshire 1994 The Yokohama Specie Bank in Journal of Commerce and Commercial Bulletin Hrsg A History of Banking in all the Leading Nations New York 1896 Nishimura Takeshi The Activities of the Yokohama Specie Bank in the Foreign Trade Financing Operations for Raw Cotton before the First World War in The Origins of International Banking in Asia The Nineteenth and Twentieth Centuries Oxford 2012 ISBN 9780199646326 平智之 第1次大戦前の国際金本位制下における横浜正金銀行 金融経済 上 208 Oct 1984 S 41 81 下 209 Oct 1984 S 1 27 Tamaki Norio Japanese Banking a History 1859 1959 Cambridge 1995 Cambridge Univ Press Tōkyō Ginkō Yokohama Shōkin Ginkō Zenshi Tōkyō 1980 1984 6 Bde Anon Yokohama Specie Bank Opens New Quarters for Shanghai Branch in Far Eastern Review Vol 20 1924 9 S 420 423 Yokohama Shokin Ginko in Japan in the Taishō Era Tokio 1917 S 231 bezahlter Werbeeintrag Weblinks Bearbeiten Commons Yokohama Specie Bank Sammlung von Bildern Videos und AudiodateienEinzelnachweise Bearbeiten Archivalien im japanischen Nationalarchiv u a 横浜正金銀行の旧勘定の資金の整理に関する政令 大蔵省 oder 昭和24 26年特殊整理期間中日計表綴 特殊財産管理勘定 内訳帳 Jap ja 国立銀行条例 Vgl A Comparison of National Banks in Japan and the United States between 1872 and 1885 IMES Discussion Paper No 2000 E 21 PDF 433 kB Ein Teil dieser Aufgabe wurde an andere Banken delegiert so 1916 z B an die altehrwurdige Kajima Ginkō Osaka Vgl Mitani Taichirō Japan s International Financiers and World Politics 1904 1931 British Association for Japanese Studies 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Januar 1903 und Tael Filiale in Peking ab Januar 1902 mit eigenen Noten ab Marz 1903 Zu den Aktivitaten der Bank dort vgl Warner Fred Anglo Japanese financial relations a golden tide Oxford 1991 Blackwell Institute of Pacific Relations American Council Memorandum on the Chinese Boycott Memorandum Vol 2 No 5 Mar 16 1933 S 1 3 vgl z B Horesh 2013 YOKOHAMA SPECIE BANK In The Brisbane Courier Qld 1864 1933 National Library of Australia 20 Oktober 1932 S 10 Abgerufen am 18 Marz 2013 Vgl Japans Kriegswirtschaft 1941 1945 PDF 5 8 MB Accord franco japonais relatif au regime douanier aux echanges commerciaux et a leur modalites de relement entre l Indochine et le Japon Ratifiziert und in Kraft 5 Juli Differenzen uber 5 Mio Yen waren durch Gold auszugleichen Gummi wurde weiter US Dollar abgerechnet Umstellung auf fixen Wechselkurs 28 Dez 1941 dann Transfer Yen zum 1 Jan 1943 Tabuchi Yukichika Indochina s Role in Japan s Greater East Asia Co Prosperity Sphere A Food Procurement Strategy in Indochina in the 1940s and 1950s Ithaca NY 1992 ISBN 0 87727 401 0Japanischer Name Wie in Japan ublich steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen Somit ist Nakamura der Familienname Michita der Vorname Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Yokohama Specie Bank amp oldid 221286699, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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