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Vorderfreundorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Grainet im Landkreis Freyung-Grafenau. Bis 1971 bildete es eine selbstständige Gemeinde.

Vorderfreundorf
Gemeinde Grainet
48.77484213.679221Koordinaten:48° 46′ 29″ N,13° 40′ 45″ O
Einwohner: 410 (25. Mai 1987)
Eingemeindung: 1. April 1971

Lage von Vorderfreundorf in Bayern

Die Dorfkapelle

Inhaltsverzeichnis

Vorderfreundorf liegt im Bayerischen Wald etwa drei Kilometer südöstlich von Grainet an der Staatsstraße 2630.

In einer Urkunde aus dem Jahre 1486 wird der Ort erstmals in Zusammenhang mit Streitigkeiten mit der älteren Siedlung Exenbach um Wiesenwässerung und Weidebenutzung erwähnt. Aus der Urkunde kann entnommen werden, dass die Landwirtschaft die Lebensgrundlage für die junge Siedlung Freindorf war und dass man sich zu Anbeginn auf Weidewirtschaft eingestellt hatte.

Bis zur böhmischen Grenze im Norden und der rannariedlisch-österreichischen Grenze im Osten reichte damals das Wald- und Weideland der viehreichen Freindorfer Bauern. Schon zu Anfang des 16. Jahrhunderts besaßen sie das Weiderecht auf der „großen Haid“ an der böhmischen Grenze. Heute steht auf diesem jahrhundertelang umstrittenen Stück Grenzland am Moldau–Altwasser der Ort Haidmühle. Um 1550 zählte Vorderfreundorf 14 Häuser.

Besondere Bedeutung erlangte in den ersten Jahren des Dreißigjährigen Krieges Vorderfreundorf durch seine Lage am Haidweg, weil es mehrmals größere Truppenabteilungen beherbergen musste. Die Einwohner wurden verpflichtet, Wälder und Wege zu befestigen, zu „verhauen“. Sie mussten Schanzarbeiten verrichten und Vorspanndienste leisten. Fürstbischof Leopold I. gab am 20. Mai 1619 die Anweisung, die „große Schanze“ in Gschwendet zu erbauen. Dieser Zweckbau, der heute noch zu sehen ist, wurde zum großen Teil von den Einwohnern der Dörfer Vorderfreundorf, Fürholz und Grainet gebaut.

In Vorderfreundorf wurden unter anderem 1620 als Grenzschutz wallonische Truppen einquartiert, die so übel hausten, dass am 20. März 1620 der Passauer Hofrat den Befehlshaber um Mäßigung anging, „damit die armen Untertanen nicht ganz von Haus und Hof vertrieben würden“. Im gleichen Jahr aber ist Vorderfreundorf abgebrannt. Am 17. März 1623 verfügte der Hofrat zu Passau, dass die Fürholzer Abbrändler ein für allemal 400 Gulden, die Vorderfreundorfer Abbrändler jeder 20 Gulden erhalten und das Bauholz angefahren werden soll.

Die 1818 gebildete Gemeinde Vorderfreundorf ging, wesentlich verkleinert, aus dem gleichnamigen Steuerdistrikt hervor. Sie gehörte zunächst zum Landgericht Wolfstein, ab 1862 zum neu gebildeten Landgericht Waldkirchen, ab demselben Jahr mit der Trennung von Justiz und Verwaltung zum neu geschaffenen Bezirksamt Wolfstein, aus dem 1939 der Landkreis Wolfstein wurde. Die Gemeinde Vorderfreundorf umfasste zunächst nur die Ortschaften Gschwendet und Vorderfreundorf, 1868 kamen die neuen Siedlungen Reut und Sommerau dazu.

Im Jahre 1852 zählte man in Vorderfreundorf 23 Häuser mit 273 Einwohnern, im Jahre 1900 280 Einwohner und im Jahre 1967 361 Einwohner und 73 Häuser. Seit 1840 hatte die Gemeinde Vorderfreundorf eine Größe von 746 ha. Wenn das Wappen der Gemeinde Vorderfreundorf einen Trifthaken und ein Schälmesser zeigte, so hängt dies mit der Holztrift zusammen, die sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte. Mit Beginn des Triftwesens fanden die Freindorfer Männer, die auch die Waldarbeit beherrschten, eine Beschäftigung am nahe gelegenen Osterbach.

Am 15. Oktober 1968 wurden die Gemeindeteilnamen Reut und Sommerau wieder aufgehoben. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Vorderfreundorf mit Wirkung vom 1. April 1971 aufgelöst und in die Gemeinde Grainet eingegliedert. 1987 hatte Vorderfreundorf 410 Einwohner.

Blasonierung: „Oben ein schwarzer Birkhahn auf weißem Grund, unten gekreuzt in Gold ein Trifthaken und ein Schälmesser auf grünem Grund.“
Wappenbegründung: Der Birkhahn weist auf die reichen Jagdgründe hin, Trifthaken und Schälmesser, einen sogenannten Scheppser, benötigten die Männer von Vorderfreundorf für die Holztrift auf dem Osterbach, die vor allem im 19. Jahrhundert Arbeit und Brot brachte.
  • Marienkapelle. Nach Abriss einer alten, kleinen Kapelle in der Ortsmitte wurde 1960 der Neubau am Ortsrand mit angegliedertem Leichenhaus errichtet. Er enthält die Ausstattung der alten Kapelle.
  • Freiwillige Feuerwehr Vorderfreundorf
  • FC Vorderfreundorf
Dörfer, Weiler und Einzelsiedlungen in der Gemeinde Grainet

Vorderfreundorf Ortsteil von Grainet Sprache Beobachten Bearbeiten Vorderfreundorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Grainet im Landkreis Freyung Grafenau Bis 1971 bildete es eine selbststandige Gemeinde VorderfreundorfGemeinde Grainet48 774842 13 679221 Koordinaten 48 46 29 N 13 40 45 OEinwohner 410 25 Mai 1987 Eingemeindung 1 April 1971Lage von Vorderfreundorf in BayernDie Dorfkapelle Inhaltsverzeichnis 1 Lage 2 Geschichte 3 Wappen 4 Sehenswurdigkeiten 5 Vereine 6 Literatur 7 WeblinksLage BearbeitenVorderfreundorf liegt im Bayerischen Wald etwa drei Kilometer sudostlich von Grainet an der Staatsstrasse 2630 Geschichte BearbeitenIn einer Urkunde aus dem Jahre 1486 wird der Ort erstmals in Zusammenhang mit Streitigkeiten mit der alteren Siedlung Exenbach um Wiesenwasserung und Weidebenutzung erwahnt Aus der Urkunde kann entnommen werden dass die Landwirtschaft die Lebensgrundlage fur die junge Siedlung Freindorf war und dass man sich zu Anbeginn auf Weidewirtschaft eingestellt hatte Bis zur bohmischen Grenze im Norden und der rannariedlisch osterreichischen Grenze im Osten reichte damals das Wald und Weideland der viehreichen Freindorfer Bauern Schon zu Anfang des 16 Jahrhunderts besassen sie das Weiderecht auf der grossen Haid an der bohmischen Grenze Heute steht auf diesem jahrhundertelang umstrittenen Stuck Grenzland am Moldau Altwasser der Ort Haidmuhle Um 1550 zahlte Vorderfreundorf 14 Hauser Besondere Bedeutung erlangte in den ersten Jahren des Dreissigjahrigen Krieges Vorderfreundorf durch seine Lage am Haidweg weil es mehrmals grossere Truppenabteilungen beherbergen musste Die Einwohner wurden verpflichtet Walder und Wege zu befestigen zu verhauen Sie mussten Schanzarbeiten verrichten und Vorspanndienste leisten Furstbischof Leopold I gab am 20 Mai 1619 die Anweisung die grosse Schanze in Gschwendet zu erbauen Dieser Zweckbau der heute noch zu sehen ist wurde zum grossen Teil von den Einwohnern der Dorfer Vorderfreundorf Furholz und Grainet gebaut In Vorderfreundorf wurden unter anderem 1620 als Grenzschutz wallonische Truppen einquartiert die so ubel hausten dass am 20 Marz 1620 der Passauer Hofrat den Befehlshaber um Massigung anging damit die armen Untertanen nicht ganz von Haus und Hof vertrieben wurden Im gleichen Jahr aber ist Vorderfreundorf abgebrannt Am 17 Marz 1623 verfugte der Hofrat zu Passau dass die Furholzer Abbrandler ein fur allemal 400 Gulden die Vorderfreundorfer Abbrandler jeder 20 Gulden erhalten und das Bauholz angefahren werden soll Die 1818 gebildete Gemeinde Vorderfreundorf ging wesentlich verkleinert aus dem gleichnamigen Steuerdistrikt hervor Sie gehorte zunachst zum Landgericht Wolfstein ab 1862 zum neu gebildeten Landgericht Waldkirchen ab demselben Jahr mit der Trennung von Justiz und Verwaltung zum neu geschaffenen Bezirksamt Wolfstein aus dem 1939 der Landkreis Wolfstein wurde Die Gemeinde Vorderfreundorf umfasste zunachst nur die Ortschaften Gschwendet und Vorderfreundorf 1868 kamen die neuen Siedlungen Reut und Sommerau dazu Im Jahre 1852 zahlte man in Vorderfreundorf 23 Hauser mit 273 Einwohnern im Jahre 1900 280 Einwohner und im Jahre 1967 361 Einwohner und 73 Hauser Seit 1840 hatte die Gemeinde Vorderfreundorf eine Grosse von 746 ha Wenn das Wappen der Gemeinde Vorderfreundorf einen Trifthaken und ein Schalmesser zeigte so hangt dies mit der Holztrift zusammen die sich zu Beginn des 19 Jahrhunderts entwickelte Mit Beginn des Triftwesens fanden die Freindorfer Manner die auch die Waldarbeit beherrschten eine Beschaftigung am nahe gelegenen Osterbach Am 15 Oktober 1968 wurden die Gemeindeteilnamen Reut und Sommerau wieder aufgehoben Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Vorderfreundorf mit Wirkung vom 1 April 1971 aufgelost und in die Gemeinde Grainet eingegliedert 1987 hatte Vorderfreundorf 410 Einwohner Wappen Bearbeiten Hauptartikel Wappen der Gemeinde Vorderfreundorf Blasonierung Oben ein schwarzer Birkhahn auf weissem Grund unten gekreuzt in Gold ein Trifthaken und ein Schalmesser auf grunem Grund Wappenbegrundung Der Birkhahn weist auf die reichen Jagdgrunde hin Trifthaken und Schalmesser einen sogenannten Scheppser benotigten die Manner von Vorderfreundorf fur die Holztrift auf dem Osterbach die vor allem im 19 Jahrhundert Arbeit und Brot brachte Sehenswurdigkeiten BearbeitenMarienkapelle Nach Abriss einer alten kleinen Kapelle in der Ortsmitte wurde 1960 der Neubau am Ortsrand mit angegliedertem Leichenhaus errichtet Er enthalt die Ausstattung der alten Kapelle Siehe auch Liste der Baudenkmaler in Grainet VorderfreundorfVereine BearbeitenFreiwillige Feuerwehr Vorderfreundorf FC VorderfreundorfLiteratur BearbeitenLudwig Veit Passau Das Hochstift I XXXV im Historischen Atlas von Bayern Lassleben Kallmunz 1978 ISBN 3 7696 9896 7 Digitalisat Weblinks BearbeitenVorderfreundorfDorfer Weiler und Einzelsiedlungen in der Gemeinde Grainet Exenbach Furholz Grainet Gschwendet Hobelsberg Kronwinkel Obergrainet Oberseilberg Ohmuhle Rehberg Unterseilberg Vorderfreundorf Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Vorderfreundorf amp oldid 211495119, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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