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Der Deutsche Volkssturm war eine deutsche militärische Formation in der Endphase des Zweiten Weltkrieges. Er wurde nach einem von der NSDAP ausgehenden propagandistischen Aufruf an alle waffenfähigen Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren außerhalb der vorherigen Wehrpflicht gebildet, um den „Heimatboden“ des Deutschen Reiches zu verteidigen, „bis ein die Zukunft Deutschlands und seiner Verbündeten und damit Europas sichernder Frieden gewährleistet“ sei. Ziel des Aufrufs war es, die Truppen der Wehrmacht zu verstärken.

Erlass des Führers über die Bildung des Deutschen Volkssturms vom 25. September 1944
Volkssturmmann 1944

Die Bildung des Deutschen Volkssturms wurde am 18. Oktober 1944, dem 131. Jahrestag der Völkerschlacht von Leipzig, publik gemacht und zwei Tage später offiziell verkündet. Dadurch konnten erste Volkssturmverbände propagandawirksam vorgeführt werden, die auf einen Führererlass vom 25. September 1944 hin aufgestellt worden waren.

Bundesarchiv Bild 183-H29033, Ratibor, Volkssturmmänner mit Panzerfaust

Inhaltsverzeichnis

Einberufung zum Volkssturm in einer Meldestelle, Oktober 1944
Vereidigung von Volkssturmmännern

Das Aufgabengebiet des Volkssturmes umfasste in erster Linie Bau- und Schanzarbeiten, Sicherungsaufgaben und die Verteidigung von Ortschaften, zumeist in unmittelbarer Heimatgegend.

Die militärische Organisation, Ausbildung, Bewaffnung und Ausrüstung sollte vom Ersatzheer geleistet werden, das dem Reichsführer SS und Chef der Heeresrüstung Heinrich Himmler unterstand. Aufstellung und Führung der Bataillone des Volkssturms wurden in die Hände der Gauleiter gelegt, die sich dazu des Führungspersonals der lokalen Organisationen der NSDAP, der SA, der SS, des NSKK und der HJ bedienen sollten. Martin Bormann erhielt die Befugnis, die „politischen und organisatorischen“ Ausführungsbestimmungen zu erlassen. Er ordnete an, dass der Volkssturm nach NSDAP-Ortsgruppen und Kreisgruppen gegliedert in Kompanien und Bataillonen aufgestellt wurde, und gab Bestimmungen über Ausrüstung und Kennzeichnung der Volkssturmmänner heraus.

Die Aufstellung des Volkssturms wurde von umfangreichen Propagandaaktivitäten begleitet. Der Volkssturm war nicht Teil der Wehrmacht. Die Männer waren ohne Uniform und wenn sie nicht mindestens eine angesteckte Armbinde als Kennzeichen trugen, waren sie keine Kombattanten nach der Haager Landkriegsordnung und genossen dann deren Schutz nicht.

Oberfeldwebel der Panzergrenadier-Division „Großdeutschland“ bei der Ausbildung von Volkssturm-Männern am Maschinengewehr 42 in Ostpreußen, Oktober 1944
„Erlaß über die Bildung des deutschen Volkssturms“ an Berliner Litfaßsäule, 1944
Volkssturmmänner an der Oder, der Soldat ganz links trägt ein Volkssturmgewehr VG 1-5.

Nach der deutschen Bevölkerungsstatistik wären etwa sechs Millionen Männer volkssturmpflichtig gewesen. Dem standen jedoch Erfordernisse der Kriegswirtschaft entgegen. Produktionsrückgänge sollten möglichst vermieden werden. Je nach Alter und Tauglichkeit wurden die Volkssturmpflichtigen klassifiziert:

  • Das Aufgebot I umfasste alle tauglichen und waffenfähigen Männer der Jahrgänge 1884 bis 1924. Die meisten Angehörigen dieses Aufgebots waren über 50 Jahre alt und hatten bereits im Ersten Weltkrieg gedient. Sie konnten bis zu sechs Wochen ununterbrochen einberufen werden. Die aus ihnen gebildeten Volkssturmbataillone konnten auch außerhalb des Heimatgaus eingesetzt werden.
  • Das Aufgebot II bildeten Männer von 25 bis 50 Jahren, die einen als kriegswichtig erachteten Beruf ausübten und deswegen unabkömmlich („uk“) gestellt waren. Diese Einheiten wurden immer nur kurzzeitig und in unmittelbarer Heimatnähe eingesetzt, um mögliche Rüstungsproduktionen nicht zu stören.
  • Das Aufgebot III umfasste die Jahrgänge 1925 bis 1928, soweit sie nicht schon bei der Wehrmacht oder Waffen-SS Dienst taten. Der Jahrgang 1928, damals 16-jährig, sollte bis zum 31. März 1945 in der Hitlerjugend (HJ) und dem Reichsarbeitsdienst (RAD) militärisch ausgebildet werden, die älteren Jahrgänge dieses Aufgebots waren bereits in der HJ organisiert oder zum RAD eingezogen worden.
  • Das Aufgebot IV umfasste alle nicht kriegsdienstverwendungsfähigen, das heißt eigentlich wehruntauglichen Männer; sie sollten für Wach- und Sicherungsaufgaben eingesetzt werden.
  • Jüdische Mischlinge ersten Grades“ sollten nach Vorschlag der Kanzlei des Führers von der Teilnahme am Volkssturm ausgeschlossen werden.

In der Regel wurden zunächst nur die beiden ersten Aufgebote gebildet und aufgestellt. Mit dem Geburtsjahrgang 1928 wurden Jugendliche eingezogen, die vollständig während der nationalsozialistischen Herrschaft sozialisiert worden waren. Siebzig Prozent des Jahrgangs meldeten sich freiwillig zum Waffendienst. Eine Verordnung Wilhelm Keitels vom 5. März 1945 dehnte die Wehrpflicht grundsätzlich auf die männlichen Angehörigen des Jahrgangs 1929 aus.

Wie viele Männer im Volkssturm Dienst taten, ist nicht bekannt. Generalmajor Hans Kissel, Chef des „Führungsstabes Deutscher Volkssturm beim Reichsführer SS“, schätzte, dass über 700 Volkssturm-Bataillone zu einem Einsatz mit Feindberührung kamen.

Volkssturmmänner mit Panzerfäusten im Januar 1945 in Königsberg

Der Volkssturm wurde nur notdürftig ausgerüstet und ausgebildet, weshalb die militärische Wirkung eher gering war. Mancherorts standen tschechische, italienische, norwegische oder französische Beutegewehre zur Verfügung, oft ohne ausreichende Munition. Nach einer Aufstellung Kissels über den Waffenbedarf vom November 1944 benötigten die Aufgebote I und II allein in den feindbedrohten Gauen 1,3 Millionen Handfeuerwaffen; nur 18.575 waren vorhanden. Statt einer Sollstärke von 75.000 Maschinengewehren waren nur 181 verfügbar. Waffenausbildung und Schießausbildung waren mangels Waffen und Munition sinnlos. Viele blieben der Ausbildung fern, obwohl eine Abwesenheit nach Militärstrafgesetzbuch abgeurteilt werden konnte.

Der Volkssturm kam im Osten zwischen Mitte Januar und Mitte April 1945 in den zu „Festen Plätzen“ erklärten Städten des Reichs wie bei Breslau und bei Posen, zur Verteidigung der Oder-Linie, in Pommern und während der Schlacht um Berlin zum Einsatz. Die Angst vor Racheakten und Gräueltaten der Roten Armee stärkte den Kampfwillen. 15.000 Angehörige des Volkssturms verteidigten zusammen mit Soldaten der Wehrmacht, immer wieder angetrieben von Gauleiter Karl Hanke, monatelang das belagerte Breslau bis in den Mai 1945 hinein. Obwohl die NS-Propaganda versuchte, die angloamerikanische Besetzung für ebenso schrecklich auszugeben wie die sowjetische, gaben die Volkssturmbataillone an der Westfront sehr schnell den Kampf auf. Der amerikanische Nachrichtendienst fasste eine mehrmonatige Erfahrung folgendermaßen zusammen:

„Nirgends an der Westfront war der Volkssturm fähig, auch nur hinhaltende Gefechte zu liefern oder einen Haus-zu-Haus-Widerstand zu leisten, wofür er ja aufgestellt worden war.

Insgesamt erlitt der Volkssturm hohe Verluste bei geringer militärischer Wirkung. Exakte Opferzahlen sind unbekannt; es wird angenommen, dass von den 175.000 als vermisst gemeldeten Volkssturmangehörigen die meisten gefallen sind.

Die Strategie von Bormann und Joseph Goebbels, durch fanatischen Widerstand und damit auch für die Alliierten steigende Kriegsopferzahlen doch noch einen Ermattungsfrieden zu ertrotzen, ging nicht auf. Entsprechende Hoffnungen beruhten auf der deutschen Einschätzung, die öffentliche Meinung insbesondere in den Ländern der Westalliierten werde sich bei fortgesetzt hohen Opferzahlen gegen die Strategie der westlichen Regierungen wenden, den Krieg ohne Einschränkungen bis zur bedingungslosen Kapitulation der deutschen Streitkräfte fortzusetzen.

Kriegsgefangene Volkssturmmänner wurden – wie andere deutsche Soldaten auch – von der amerikanischen „Military Intelligence“ verhört, also von Einheiten, deren Aufgabe die militärische Feindaufklärung war. In den Berichten der CPM/MID (Captured Material and Branch Personel/Military Intelligence Division) erschien der Volkssturm wahlweise als militärisch wertlose Zwangsvereinigung alter Männer oder als NSDAP-gesteuertes Instrument mit der Aufgabe, fahnenflüchtige Wehrmachtssoldaten zu fassen.

Volkssturmmann (kein Abzeichen), Gruppenführer (1), Zugführer (2), Kompanieführer (3), Bataillonsführer (4)
Armbinde des Volkssturms

In rechtlicher Hinsicht waren die Angehörigen des Volkssturms während ihrer Einsätze Soldaten im Sinne des deutschen Wehrgesetzes von 1935. Dieses Gesetz ermöglichte es, den Kreis der Wehrpflichtigen auch über das 45. Lebensjahr hinaus auszudehnen, um weitere Reserven zur Reichsverteidigung aufzubieten.

Es gab nur fünf unterschiedliche Dienstgrade: Volkssturm-Mann, Gruppenführer, Zugführer, Kompanieführer und Bataillonsführer.

Da die Wehrmacht nicht ausreichend Uniformen zur Verfügung stellen konnte, trugen zahlreiche Volkssturmangehörige „Phantasieuniformen“, so etwa diejenige der Reichsbahn, umgefärbte Partei- oder HJ-Uniformen, alte Uniformen des Deutschen Heeres oder gewöhnliche zivile Anzüge. Eine Armbinde mit der Aufschrift „Deutscher Volkssturm – Wehrmacht“ machte seine Angehörigen als Kombattanten kenntlich, auch wenn sie in der Uniform der Hitlerjugend oder in Zivilkleidung kämpften.

Der Name Volkssturm sollte für alle Einheiten verbindlich sein, jedoch veranlasste der Gauleiter des Reichsgaus Tirol-Vorarlberg Franz Hofer, dass die Volkssturmbataillone des Gaus gauintern die Bezeichnung Standschützenbataillone trugen, und verschaffte ihnen sogar ein eigenes Ärmelzeichen in Rautenform mit einem Tiroler Adler auf dem Hakenkreuz und der Inschrift „Standschützen Bataillon (Ort)“. Des Weiteren wurde das Freikorps Sauerland des Gau Westfalen-Süd im Oktober 1944 in den Volkssturm integriert und behielt dort seine Bezeichnung und Abzeichen.

Das Freikorps Adolf Hitler war ein gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland aufgestellter Kampfverband des Volkssturms.

Am 28. März 1945 wurde von Adolf Hitler die Aufstellung des nach ihm benannten Verbandes verfügt (Aufstellungsverfügung siehe BA-ZNS/WA 11g). Wie Reichspropagandaminister Joseph Goebbels den Gauleitern der NSDAP am 30. März in einem Brief mitteilte, sollte sich dieser aus „Aktivisten der Bewegung, Freiwilligen des Volkssturms und Freiwilligen der Werkschar“ zusammensetzen und von Robert Ley, dem Reichsorganisationsleiter der NSDAP und Führer der Deutschen Arbeitsfront, kommandiert werden; jeder Gau sollte einen „Gauschwarm“ von 1000 Mann aufstellen. Die Kandidaten für das Freikorps sollten im Sinne der NSDAP politisch geschult sein und über eine militärische Grundausbildung verfügen. Die Ablehnung einer Freiwilligenmeldung aus dem Grunde der Unabkömmlichkeit des Freiwilligen in der Verwaltung sei aufgrund der dringenden Kriegslage nicht statthaft. Jeder Freiwillige sei mit einer Lebensmittelration für drei Tage auszustatten.

Die Aufstellung der „Gauschwärme“, die in „Kreisschwärme“ und „Einzelschwärme“ gegliedert wurden, sollte auf den Truppenübungsplätzen der Wehrmacht, die im Gau lagen, erfolgen. Die Uniform sollte aus Trainingshose, Uniformjacke, Mütze, Tarnanzug und Armbinde mit der Aufschrift „Freikorps Adolf Hitler“ bestehen, die Bewaffnung aus Sturmgewehren, Panzerfäusten und Handgranaten. Fahrräder sollten ihnen eine gewisse Mobilität verleihen.

Die Einheiten wurden für den Einsatz dem Heer unterstellt und von diesem auch versorgt. Von der Wehrmacht wurden die Einheiten als Panzerjagdkommandos oder Panzerjagdverbände bezeichnet.

So kämpften Verbände des Freikorps „Adolf Hitler“ wie der Panzerjagdverband „Döberitz“ („Gauschwarm Berlin“) und der Panzerjagdverband „Munster“ bis zur Kapitulation im Rahmen der 12. Armee westlich von Berlin.

Im Wiener Heeresgeschichtlichen Museum ist der Volkssturm ausführlich dokumentiert. So sind im Bereich Republik und Diktatur Uniformen und Bewaffnung des Volkssturms ausgestellt.

  • Perry Biddiscombe: Werwolf! The History of the National Socialist Guerilla Movement 1944–1946. Univ. of Toronto Press, Toronto 1998, ISBN 0-8020-0862-3.
  • Klaus Mammach: Der Volkssturm. Das letzte Aufgebot 1944/45. Pahl-Rugenstein, Köln 1981, ISBN 3-7609-0642-7.
  • Alastair Noble: The People's Levy. The Volkssturm and Popular Mobilisation in Eastern Germany 1944–45. In: Journal of Strategic Studies. 24, 2001, S. 165–187.
  • David K. Yelton: „Ein Volk steht auf.“ The German Volkssturm and Nazi Strategy, 1944–45. In: Journal of Military History. 64, 2000, S. 1061–1083.
  • Franz W. Seidler: „Deutscher Volkssturm“. Das letzte Aufgebot 1944/45. 2. Auflage. Herbig, München 1991, ISBN 3-7766-1608-3.
  • David K. Yelton: Hitler's Volkssturm. The Nazi Militia and the Fall of Germany 1944–1945. Univ. of Kansas Press, Lawrence, Kans. 2002, ISBN 0-7006-1192-4.
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Commons: Volkssturm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Volkssturm – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  1. Wortlaut des Originaldokuments (Reichsgesetzblatt 1944, Teil I, S. 253), abgedruckt in Gerd R. Ueberschär, Rolf-Dieter Müller: 1945. Das Ende des Krieges. Darmstadt 2005, ISBN 3-89678-266-5, S. 160 f.
  2. Dokument VEJ 11/179 vom 30. Oktober 1944. In: Lisa Hauff (Bearb.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945 (Quellensammlung), Band 11: Deutsches Reich und Protektorat Böhmen und Mähren April 1943–1945. Berlin/Boston 2020, ISBN 978-3-11-036499-6, S. 498-499.
  3. In der Zeit vom 26. Januar bis zum 3. Februar durchbrach die 1. Weißrussische Front an der ehemaligen deutsch-polnischen Grenze in der Neumark die deutschen Verteidigungslinien und bildete erste Brückenköpfe bei Küstrin an der Oder.
  4. zitiert nach: Klaus-Dietmar Henke: Die amerikanische Besetzung Deutschlands. München 1995, ISBN 3-486-54141-2, S. 957.
  5. Rafael A. Zagovec: Gespräche mit der 'Volksgemeinschaft'. In: Bernhard Chiari u. a.: Die deutsche Kriegsgesellschaft 1939 bis 1945 – Ausbeutung, Deutungen, Ausgrenzung. im Auftrag des MGFA hrsg. von Jörg Echternkamp. Band 9/2. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-421-06528-5, S. 355.
  6. Franz W. Seidler: „Deutscher Volkssturm“. Das letzte Aufgebot 1944/45. 2. Auflage. Herbig, München 1991, ISBN 3-7766-1608-3, S. 113f.
  7. Heeresgeschichtliches Museum / Militärhistorisches Institut (Hrsg.): Das Heeresgeschichtliche Museum im Wiener Arsenal. Verlag Militaria, Wien 2016, ISBN 978-3-902551-69-6, S. 146.
Normdaten (Körperschaft): GND:10357506-6(OGND, AKS) | VIAF:137073708

Volkssturm deutsche militarische Formation aus zwangsrekrutierten Mannern September 1944 Mai 1945 Sprache Beobachten Bearbeiten Der Deutsche Volkssturm war eine deutsche militarische Formation in der Endphase des Zweiten Weltkrieges Er wurde nach einem von der NSDAP ausgehenden propagandistischen Aufruf an alle waffenfahigen Manner im Alter von 16 bis 60 Jahren ausserhalb der vorherigen Wehrpflicht gebildet um den Heimatboden des Deutschen Reiches zu verteidigen bis ein die Zukunft Deutschlands und seiner Verbundeten und damit Europas sichernder Frieden gewahrleistet 1 sei Ziel des Aufrufs war es die Truppen der Wehrmacht zu verstarken Erlass des Fuhrers uber die Bildung des Deutschen Volkssturms vom 25 September 1944 Volkssturmmann 1944 Die Bildung des Deutschen Volkssturms wurde am 18 Oktober 1944 dem 131 Jahrestag der Volkerschlacht von Leipzig publik gemacht und zwei Tage spater offiziell verkundet Dadurch konnten erste Volkssturmverbande propagandawirksam vorgefuhrt werden die auf einen Fuhrererlass vom 25 September 1944 hin aufgestellt worden waren Bundesarchiv Bild 183 H29033 Ratibor Volkssturmmanner mit Panzerfaust Inhaltsverzeichnis 1 Organisatorische Einbindung 2 Rekrutierung 3 Bewaffnung 4 Einsatze 5 Rechtlicher Status und Uniformierung 6 Freikorps Adolf Hitler 7 Museale Rezeption 8 Literatur 9 Weblinks 10 EinzelnachweiseOrganisatorische Einbindung Bearbeiten Einberufung zum Volkssturm in einer Meldestelle Oktober 1944 Vereidigung von Volkssturmmannern Das Aufgabengebiet des Volkssturmes umfasste in erster Linie Bau und Schanzarbeiten Sicherungsaufgaben und die Verteidigung von Ortschaften zumeist in unmittelbarer Heimatgegend Die militarische Organisation Ausbildung Bewaffnung und Ausrustung sollte vom Ersatzheer geleistet werden das dem Reichsfuhrer SS und Chef der Heeresrustung Heinrich Himmler unterstand Aufstellung und Fuhrung der Bataillone des Volkssturms wurden in die Hande der Gauleiter gelegt die sich dazu des Fuhrungspersonals der lokalen Organisationen der NSDAP der SA der SS des NSKK und der HJ bedienen sollten Martin Bormann erhielt die Befugnis die politischen und organisatorischen Ausfuhrungsbestimmungen zu erlassen Er ordnete an dass der Volkssturm nach NSDAP Ortsgruppen und Kreisgruppen gegliedert in Kompanien und Bataillonen aufgestellt wurde und gab Bestimmungen uber Ausrustung und Kennzeichnung der Volkssturmmanner heraus Die Aufstellung des Volkssturms wurde von umfangreichen Propagandaaktivitaten begleitet Der Volkssturm war nicht Teil der Wehrmacht Die Manner waren ohne Uniform und wenn sie nicht mindestens eine angesteckte Armbinde als Kennzeichen trugen waren sie keine Kombattanten nach der Haager Landkriegsordnung und genossen dann deren Schutz nicht Rekrutierung Bearbeiten Oberfeldwebel der Panzergrenadier Division Grossdeutschland bei der Ausbildung von Volkssturm Mannern am Maschinengewehr 42 in Ostpreussen Oktober 1944 Erlass uber die Bildung des deutschen Volkssturms an Berliner Litfasssaule 1944 Volkssturmmanner an der Oder der Soldat ganz links tragt ein Volkssturmgewehr VG 1 5 Nach der deutschen Bevolkerungsstatistik waren etwa sechs Millionen Manner volkssturmpflichtig gewesen Dem standen jedoch Erfordernisse der Kriegswirtschaft entgegen Produktionsruckgange sollten moglichst vermieden werden Je nach Alter und Tauglichkeit wurden die Volkssturmpflichtigen klassifiziert Das Aufgebot I umfasste alle tauglichen und waffenfahigen Manner der Jahrgange 1884 bis 1924 Die meisten Angehorigen dieses Aufgebots waren uber 50 Jahre alt und hatten bereits im Ersten Weltkrieg gedient Sie konnten bis zu sechs Wochen ununterbrochen einberufen werden Die aus ihnen gebildeten Volkssturmbataillone konnten auch ausserhalb des Heimatgaus eingesetzt werden Das Aufgebot II bildeten Manner von 25 bis 50 Jahren die einen als kriegswichtig erachteten Beruf ausubten und deswegen unabkommlich uk gestellt waren Diese Einheiten wurden immer nur kurzzeitig und in unmittelbarer Heimatnahe eingesetzt um mogliche Rustungsproduktionen nicht zu storen Das Aufgebot III umfasste die Jahrgange 1925 bis 1928 soweit sie nicht schon bei der Wehrmacht oder Waffen SS Dienst taten Der Jahrgang 1928 damals 16 jahrig sollte bis zum 31 Marz 1945 in der Hitlerjugend HJ und dem Reichsarbeitsdienst RAD militarisch ausgebildet werden die alteren Jahrgange dieses Aufgebots waren bereits in der HJ organisiert oder zum RAD eingezogen worden Das Aufgebot IV umfasste alle nicht kriegsdienstverwendungsfahigen das heisst eigentlich wehruntauglichen Manner sie sollten fur Wach und Sicherungsaufgaben eingesetzt werden Judische Mischlinge ersten Grades sollten nach Vorschlag der Kanzlei des Fuhrers von der Teilnahme am Volkssturm ausgeschlossen werden 2 In der Regel wurden zunachst nur die beiden ersten Aufgebote gebildet und aufgestellt Mit dem Geburtsjahrgang 1928 wurden Jugendliche eingezogen die vollstandig wahrend der nationalsozialistischen Herrschaft sozialisiert worden waren Siebzig Prozent des Jahrgangs meldeten sich freiwillig zum Waffendienst Eine Verordnung Wilhelm Keitels vom 5 Marz 1945 dehnte die Wehrpflicht grundsatzlich auf die mannlichen Angehorigen des Jahrgangs 1929 aus Wie viele Manner im Volkssturm Dienst taten ist nicht bekannt Generalmajor Hans Kissel Chef des Fuhrungsstabes Deutscher Volkssturm beim Reichsfuhrer SS schatzte dass uber 700 Volkssturm Bataillone zu einem Einsatz mit Feindberuhrung kamen Bewaffnung Bearbeiten Volkssturmmanner mit Panzerfausten im Januar 1945 in Konigsberg Der Volkssturm wurde nur notdurftig ausgerustet und ausgebildet weshalb die militarische Wirkung eher gering war Mancherorts standen tschechische italienische norwegische oder franzosische Beutegewehre zur Verfugung oft ohne ausreichende Munition Nach einer Aufstellung Kissels uber den Waffenbedarf vom November 1944 benotigten die Aufgebote I und II allein in den feindbedrohten Gauen 1 3 Millionen Handfeuerwaffen nur 18 575 waren vorhanden Statt einer Sollstarke von 75 000 Maschinengewehren waren nur 181 verfugbar Waffenausbildung und Schiessausbildung waren mangels Waffen und Munition sinnlos Viele blieben der Ausbildung fern obwohl eine Abwesenheit nach Militarstrafgesetzbuch abgeurteilt werden konnte Einsatze BearbeitenDer Volkssturm kam im Osten zwischen Mitte Januar und Mitte April 1945 in den zu Festen Platzen erklarten Stadten des Reichs wie bei Breslau und bei Posen zur Verteidigung der Oder Linie 3 in Pommern und wahrend der Schlacht um Berlin zum Einsatz Die Angst vor Racheakten und Graueltaten der Roten Armee starkte den Kampfwillen 15 000 Angehorige des Volkssturms verteidigten zusammen mit Soldaten der Wehrmacht immer wieder angetrieben von Gauleiter Karl Hanke monatelang das belagerte Breslau bis in den Mai 1945 hinein Obwohl die NS Propaganda versuchte die angloamerikanische Besetzung fur ebenso schrecklich auszugeben wie die sowjetische gaben die Volkssturmbataillone an der Westfront sehr schnell den Kampf auf Der amerikanische Nachrichtendienst fasste eine mehrmonatige Erfahrung folgendermassen zusammen Nirgends an der Westfront war der Volkssturm fahig auch nur hinhaltende Gefechte zu liefern oder einen Haus zu Haus Widerstand zu leisten wofur er ja aufgestellt worden war 4 Insgesamt erlitt der Volkssturm hohe Verluste bei geringer militarischer Wirkung Exakte Opferzahlen sind unbekannt es wird angenommen dass von den 175 000 als vermisst gemeldeten Volkssturmangehorigen die meisten gefallen sind Die Strategie von Bormann und Joseph Goebbels durch fanatischen Widerstand und damit auch fur die Alliierten steigende Kriegsopferzahlen doch noch einen Ermattungsfrieden zu ertrotzen ging nicht auf Entsprechende Hoffnungen beruhten auf der deutschen Einschatzung die offentliche Meinung insbesondere in den Landern der Westalliierten werde sich bei fortgesetzt hohen Opferzahlen gegen die Strategie der westlichen Regierungen wenden den Krieg ohne Einschrankungen bis zur bedingungslosen Kapitulation der deutschen Streitkrafte fortzusetzen Kriegsgefangene Volkssturmmanner wurden wie andere deutsche Soldaten auch von der amerikanischen Military Intelligence verhort also von Einheiten deren Aufgabe die militarische Feindaufklarung war In den Berichten der CPM MID Captured Material and Branch Personel Military Intelligence Division erschien der Volkssturm wahlweise als militarisch wertlose Zwangsvereinigung alter Manner oder als NSDAP gesteuertes Instrument mit der Aufgabe fahnenfluchtige Wehrmachtssoldaten zu fassen 5 Rechtlicher Status und Uniformierung Bearbeiten Volkssturmmann kein Abzeichen Gruppenfuhrer 1 Zugfuhrer 2 Kompaniefuhrer 3 Bataillonsfuhrer 4 Armbinde des Volkssturms In rechtlicher Hinsicht waren die Angehorigen des Volkssturms wahrend ihrer Einsatze Soldaten im Sinne des deutschen Wehrgesetzes von 1935 Dieses Gesetz ermoglichte es den Kreis der Wehrpflichtigen auch uber das 45 Lebensjahr hinaus auszudehnen um weitere Reserven zur Reichsverteidigung aufzubieten Es gab nur funf unterschiedliche Dienstgrade Volkssturm Mann Gruppenfuhrer Zugfuhrer Kompaniefuhrer und Bataillonsfuhrer Da die Wehrmacht nicht ausreichend Uniformen zur Verfugung stellen konnte trugen zahlreiche Volkssturmangehorige Phantasieuniformen so etwa diejenige der Reichsbahn umgefarbte Partei oder HJ Uniformen alte Uniformen des Deutschen Heeres oder gewohnliche zivile Anzuge Eine Armbinde mit der Aufschrift Deutscher Volkssturm Wehrmacht machte seine Angehorigen als Kombattanten kenntlich auch wenn sie in der Uniform der Hitlerjugend oder in Zivilkleidung kampften Der Name Volkssturm sollte fur alle Einheiten verbindlich sein jedoch veranlasste der Gauleiter des Reichsgaus Tirol Vorarlberg Franz Hofer dass die Volkssturmbataillone des Gaus gauintern die Bezeichnung Standschutzenbataillone trugen und verschaffte ihnen sogar ein eigenes Armelzeichen in Rautenform mit einem Tiroler Adler auf dem Hakenkreuz und der Inschrift Standschutzen Bataillon Ort Des Weiteren wurde das Freikorps Sauerland des Gau Westfalen Sud im Oktober 1944 in den Volkssturm integriert und behielt dort seine Bezeichnung und Abzeichen 6 Freikorps Adolf Hitler BearbeitenDas Freikorps Adolf Hitler war ein gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland aufgestellter Kampfverband des Volkssturms Am 28 Marz 1945 wurde von Adolf Hitler die Aufstellung des nach ihm benannten Verbandes verfugt Aufstellungsverfugung siehe BA ZNS WA 11g Wie Reichspropagandaminister Joseph Goebbels den Gauleitern der NSDAP am 30 Marz in einem Brief mitteilte sollte sich dieser aus Aktivisten der Bewegung Freiwilligen des Volkssturms und Freiwilligen der Werkschar zusammensetzen und von Robert Ley dem Reichsorganisationsleiter der NSDAP und Fuhrer der Deutschen Arbeitsfront kommandiert werden jeder Gau sollte einen Gauschwarm von 1000 Mann aufstellen Die Kandidaten fur das Freikorps sollten im Sinne der NSDAP politisch geschult sein und uber eine militarische Grundausbildung verfugen Die Ablehnung einer Freiwilligenmeldung aus dem Grunde der Unabkommlichkeit des Freiwilligen in der Verwaltung sei aufgrund der dringenden Kriegslage nicht statthaft Jeder Freiwillige sei mit einer Lebensmittelration fur drei Tage auszustatten Die Aufstellung der Gauschwarme die in Kreisschwarme und Einzelschwarme gegliedert wurden sollte auf den Truppenubungsplatzen der Wehrmacht die im Gau lagen erfolgen Die Uniform sollte aus Trainingshose Uniformjacke Mutze Tarnanzug und Armbinde mit der Aufschrift Freikorps Adolf Hitler bestehen die Bewaffnung aus Sturmgewehren Panzerfausten und Handgranaten Fahrrader sollten ihnen eine gewisse Mobilitat verleihen Die Einheiten wurden fur den Einsatz dem Heer unterstellt und von diesem auch versorgt Von der Wehrmacht wurden die Einheiten als Panzerjagdkommandos oder Panzerjagdverbande bezeichnet So kampften Verbande des Freikorps Adolf Hitler wie der Panzerjagdverband Doberitz Gauschwarm Berlin und der Panzerjagdverband Munster bis zur Kapitulation im Rahmen der 12 Armee westlich von Berlin Museale Rezeption BearbeitenIm Wiener Heeresgeschichtlichen Museum ist der Volkssturm ausfuhrlich dokumentiert So sind im Bereich Republik und Diktatur Uniformen und Bewaffnung des Volkssturms ausgestellt 7 Literatur BearbeitenPerry Biddiscombe Werwolf The History of the National Socialist Guerilla Movement 1944 1946 Univ of Toronto Press Toronto 1998 ISBN 0 8020 0862 3 Klaus Mammach Der Volkssturm Das letzte Aufgebot 1944 45 Pahl Rugenstein Koln 1981 ISBN 3 7609 0642 7 Alastair Noble The People s Levy The Volkssturm and Popular Mobilisation in Eastern Germany 1944 45 In Journal of Strategic Studies 24 2001 S 165 187 David K Yelton Ein Volk steht auf The German Volkssturm and Nazi Strategy 1944 45 In Journal of Military History 64 2000 S 1061 1083 Franz W Seidler Deutscher Volkssturm Das letzte Aufgebot 1944 45 2 Auflage Herbig Munchen 1991 ISBN 3 7766 1608 3 David K Yelton Hitler s Volkssturm The Nazi Militia and the Fall of Germany 1944 1945 Univ of Kansas Press Lawrence Kans 2002 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Januar bis zum 3 Februar durchbrach die 1 Weissrussische Front an der ehemaligen deutsch polnischen Grenze in der Neumark die deutschen Verteidigungslinien und bildete erste Bruckenkopfe bei Kustrin an der Oder zitiert nach Klaus Dietmar Henke Die amerikanische Besetzung Deutschlands Munchen 1995 ISBN 3 486 54141 2 S 957 Rafael A Zagovec Gesprache mit der Volksgemeinschaft In Bernhard Chiari u a Die deutsche Kriegsgesellschaft 1939 bis 1945 Ausbeutung Deutungen Ausgrenzung im Auftrag des MGFA hrsg von Jorg Echternkamp Band 9 2 Deutsche Verlags Anstalt Stuttgart 2005 ISBN 978 3 421 06528 5 S 355 Franz W Seidler Deutscher Volkssturm Das letzte Aufgebot 1944 45 2 Auflage Herbig Munchen 1991 ISBN 3 7766 1608 3 S 113f Heeresgeschichtliches Museum Militarhistorisches Institut Hrsg Das Heeresgeschichtliche Museum im Wiener Arsenal Verlag Militaria Wien 2016 ISBN 978 3 902551 69 6 S 146 Normdaten Korperschaft GND 10357506 6 OGND AKS VIAF 137073708 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Volkssturm amp oldid 220703215, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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