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-37.131514-62.810125Koordinaten:37° 8′ S,62° 49′ W

Villa Epecuén
Provinz Buenos Aires

Villa Epecuén war eine argentinische Touristenstadt am Lago Epecuén etwa 600 km südwestlich von Buenos Aires, gelegen im Partido Adolfo Alsina in der Provinz Buenos Aires.

Inhaltsverzeichnis

Villa Epecuén 2009

Der Ort wurde offiziell am 23. Januar 1921 gegründet. Die Basis der wirtschaftlichen Entwicklung der kleinen Stadt war der nahegelegene Lago Epecuén, ein See, dessen Wasser nach dem Toten Meer den zweithöchsten Salzgehalt aufwies. Zunächst sollte das Salz gewonnen und als Produkt nutzbar gemacht werden. Parallel jedoch sprach sich die therapeutische Wirkung des Wassers herum und bald blühte Villa Epecuén touristisch auf. Mit dem Gesundheitstourismus kamen Hotels, Restaurants und Freizeiteinrichtungen. Der Boom wurde durch den Zweiten Weltkrieg noch verstärkt, da nun die Kurorte in Europa von Südamerika aus nicht mehr oder nur unter großen Gefahren erreichbar waren. Zeitweise kamen auf ca. zweitausend Einwohner fünftausend Gäste, und die Stadt erhielt eine direkte Eisenbahnanbindung nach Buenos Aires.

Epecuén in den 1980ern

Da die 1930er und 1940er Jahre sehr niederschlagsarm waren, schrumpfte der Lago Epecuén ständig. Um den Badebetrieb in Villa Epecuén aufrechterhalten zu können, beschloss die Regierung der Provinz Buenos Aires den Bau des 25 Kilometer langen Ameghino-Kanals. Dieser sammelte Wasser aus weiter entfernten Seen und Flüssen und leitete es in ein System von sechs großen Seen, deren letzter der Lago Epecuén war. Dadurch sank zwar der Salzgehalt im See, der Hauptgrund für den Besucherstrom, aber das erschien gegenüber der weiteren Verlandung des Sees als das kleinere Übel. In den 1980er Jahren stiegen die Niederschlagsmengen wieder stark an.

1985 führten ungewöhnlich starke Regenfälle über Wochen zu einem stetigen Ansteigen des Wasserspiegels im See, der nur über einen kleinen, schlecht gewarteten Abfluss verfügte. Am 10. November 1985 brachen schließlich die Lehmdämme bei Villa Epecuén an mehreren Stellen und das Wasser ergoss sich in die Stadt. Binnen Stunden versank die Stadt in den Fluten und musste aufgegeben werden. Ein Wiederaufbau schien unmöglich und so versank Villa Epecuén für 25 Jahre im See.

Ruine der alten Schlachterei

Seit 2009 zieht sich das Wasser durch regionale Regenarmut wieder zurück und gibt die Reste der Stadt frei. Sie zeigt sich verwüstet, aber gleichzeitig auch als Momentaufnahme des Tages ihres Untergangs. Straßen, Fahrzeugwracks, Möbel, Spielzeug und Werbetafeln blieben salzverkrustet erhalten und bieten einen unwirklichen Anblick. Reste von Bäumen scheinen auf ihren freigelegten Wurzeln zu stehen und am Stadtrand bietet die Ruine der ehemaligen Schlachterei ein beliebtes Fotomotiv.

Commons: Villa Epecuén – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Argentiniens Atlantis, spiegel.de
  2. Argentiniens Atlantis ragt wieder aus dem Wasser, Die Welt

Villa Epecuen Ortschaft in Argentinien Sprache Beobachten Bearbeiten 37 131514 62 810125 Koordinaten 37 8 S 62 49 WVilla Epecuen Provinz Buenos Aires Villa Epecuen war eine argentinische Touristenstadt am Lago Epecuen etwa 600 km sudwestlich von Buenos Aires gelegen im Partido Adolfo Alsina in der Provinz Buenos Aires Inhaltsverzeichnis 1 Geschichte 2 Kanalbau 3 Untergang 4 Villa Epecuen heute 5 Weblinks 6 Literatur 7 EinzelnachweiseGeschichte Bearbeiten Villa Epecuen 2009 Der Ort wurde offiziell am 23 Januar 1921 gegrundet Die Basis der wirtschaftlichen Entwicklung der kleinen Stadt war der nahegelegene Lago Epecuen ein See dessen Wasser nach dem Toten Meer den zweithochsten Salzgehalt aufwies Zunachst sollte das Salz gewonnen und als Produkt nutzbar gemacht werden Parallel jedoch sprach sich die therapeutische Wirkung des Wassers herum und bald bluhte Villa Epecuen touristisch auf Mit dem Gesundheitstourismus kamen Hotels Restaurants und Freizeiteinrichtungen Der Boom wurde durch den Zweiten Weltkrieg noch verstarkt da nun die Kurorte in Europa von Sudamerika aus nicht mehr oder nur unter grossen Gefahren erreichbar waren Zeitweise kamen auf ca zweitausend Einwohner funftausend Gaste und die Stadt erhielt eine direkte Eisenbahnanbindung nach Buenos Aires Kanalbau Bearbeiten Epecuen in den 1980ern Da die 1930er und 1940er Jahre sehr niederschlagsarm waren schrumpfte der Lago Epecuen standig Um den Badebetrieb in Villa Epecuen aufrechterhalten zu konnen beschloss die Regierung der Provinz Buenos Aires den Bau des 25 Kilometer langen Ameghino Kanals Dieser sammelte Wasser aus weiter entfernten Seen und Flussen und leitete es in ein System von sechs grossen Seen deren letzter der Lago Epecuen war Dadurch sank zwar der Salzgehalt im See der Hauptgrund fur den Besucherstrom aber das erschien gegenuber der weiteren Verlandung des Sees als das kleinere Ubel In den 1980er Jahren stiegen die Niederschlagsmengen wieder stark an 1 Untergang Bearbeiten1985 fuhrten ungewohnlich starke Regenfalle uber Wochen zu einem stetigen Ansteigen des Wasserspiegels im See der nur uber einen kleinen schlecht gewarteten Abfluss verfugte Am 10 November 1985 brachen schliesslich die Lehmdamme bei Villa Epecuen an mehreren Stellen und das Wasser ergoss sich in die Stadt Binnen Stunden versank die Stadt in den Fluten und musste aufgegeben werden Ein Wiederaufbau schien unmoglich und so versank Villa Epecuen fur 25 Jahre im See Villa Epecuen heute Bearbeiten Ruine der alten Schlachterei Seit 2009 zieht sich das Wasser durch regionale Regenarmut wieder zuruck und gibt die Reste der Stadt frei Sie zeigt sich verwustet aber gleichzeitig auch als Momentaufnahme des Tages ihres Untergangs Strassen Fahrzeugwracks Mobel Spielzeug und Werbetafeln blieben salzverkrustet erhalten und bieten einen unwirklichen Anblick Reste von Baumen scheinen auf ihren freigelegten Wurzeln zu stehen und am Stadtrand bietet die Ruine der ehemaligen Schlachterei ein beliebtes Fotomotiv 1 2 Weblinks Bearbeiten Commons Villa Epecuen Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien The Ruins of Villa Epecuen Bilder von Villa Epecuen englisch City Lost Epecuen Argentina Satelittenbilder von Villa Epecuen englisch Literatur BearbeitenAude de Tocqueville Atlas der verlorenen Stadte Frederking amp Thaler Munchen 2015 ISBN 978 3 95416 179 9 Einzelnachweise Bearbeiten a b Argentiniens Atlantis spiegel de Argentiniens Atlantis ragt wieder aus dem Wasser Die Welt Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Villa Epecuen amp oldid 216798749, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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