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Viktor Mittag (* 28. Juli 1896 in Wien; † 25. November 1962 ebenda) war ein österreichischer Architekt.

Inhaltsverzeichnis

Viktor Mittag war der Sohn des Tischlermeisters Alois Mittag und dessen Frau Maria Sedivi. Nach dem Abschluss des Realgymnasiums arbeitete er zunächst in den Ateliers von Carl Witzmann und Hans Prutscher, die über eine Tischlerausbildung verfügten und Möbelentwerfer und Innenarchitekten waren. Da aber beide auch als Architekten tätig waren, wurde wahrscheinlich während dieser Zeit auch bei Viktor Mittag das Interesse daran geweckt. Er besuchte daher von 1912 bis 1914 die Staatsgewerbeschule, wechselte dann aber auf die Kunstgewerbeschule zu Heinrich Tessenow in die Fachklasse für Architektur. Die Einberufung zum Militär während des Ersten Weltkrieges unterbrach seine Ausbildung von 1915 bis 1918. Danach setzte er seine Studien fort, zunächst wieder bei Tessenow, nach dessen Ausscheiden bei Josef Hoffmann. Gleichzeitig besuchte er aber auch die Akademie der bildenden Künste Wien bei Friedrich Ohmann und 1921 bei Franz von Krauß, bei dem er das Studium mit Diplom abschloss. Da Mittag von 1919 bis 1920 auch noch als außerordentlicher Hörer an der Technischen Hochschule bei Karl Mayreder und Franz von Krauß studierte, hat er sämtliche Ausbildungsstätten in Wien, die Architektur unterrichteten, durchlaufen.

Nach dem Studium arbeitete Mittag im Büro von Heinrich Schmid und Hermann Aichinger, Architekten die vor allem im kommunalen Wohnbau der Stadt Wien engagiert waren. Dies wies ihm die Richtung, in der er ab 1924 auch selbständig tätig war, gemeinsam mit Karl Hauschka, bis sich dieser 1935 ins Ausland zurückzog. Nach dem Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg kehrte er erst 1947 in die Heimat zurück. Es gelang ihm wieder, für die Gemeinde Wien tätig zu werden. Mittag arbeitete dabei im Rahmen verschiedener Architektengruppen, außerdem auch für die gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Aufbau im Burgenland.

Viktor Mittag war dreimal verheiratet. Er starb mit 66 Jahren und wurde auf dem Hietzinger Friedhof beigesetzt.

Viktor Mittag war ausschließlich im Wohnbau tätig, und hier überwiegend im Gemeindebau. Die frühen Gemeindebauten sind durch eine sehr abwechslungsreiche Gestaltung und den Einsatz von Terrassen, Arkaden, Laubengängen, runden und eckigen Erkern, Loggien, deutlich hervortretenden Gesimsbändern, schweren Torgittern und spitzbogigen Durchgängen akzentuiert. Diese romantisierende und burgenartige Gestaltung steht unter dem Einfluss von Schmid und Aichinger. Die späteren Gemeindebauten, wie der große Wildganshof, sind dagegen einfacher und klarer konzipiert. Gegenüber den Vorkriegsbauten sind jene Wohnbauten, die Mittag nach 1945 errichtete, nüchtern, einfach und zweckmäßig, und ohne künstlerischen Anspruch.

Ebert-Hof (1925–1926)
Thury-Hof (1925–1926)
  • Wohnhausanlage der Gemeinde Wien „Ebert-Hof“, Hütteldorfer Straße 16–22 / Loeschenkohlgasse 13 / Pouthongasse 23 / Costagasse 2, Wien 15 (1925–1926), mit Karl Hauschka
  • Wohnhausanlage der Gemeinde Wien „Thury-Hof“, Marktgasse 3–7 / Salzgasse 2–4, Wien 9 (1925–1926), mit Karl Hauschka
  • Verwaltungsgebäude des internationalen Genfer Verbandes, Grüngasse 1a / Schönbrunner Straße 4, Wien 4 (1928–1929), mit Karl Hauschka
  • Wohnhausanlage der Gemeinde Wien Goethehof, Schüttaustraße 1–39, Wien 22 (1928–1930), mit Karl Hauschka, Hugo Mayer, Rudolf Frass, Heinrich Schopper, Alfred Chalousch, Johann Rothmüller
  • Wohnhausanlage der Gemeinde Wien Wildganshof, Landstraßer Hauptstraße 177–187 / Grasbergergasse 2–4 / Leberstraße 2-2a / Hofmannsthalgasse 1 / Wildgansplatz 1, Wien 3 (1931–1933), mit Karl Hauschka
  • Aufstockung des Familienhauses, Maxingstraße 10, Wien 13 (um 1933)
  • Wohnhausanlage der Gemeinde Wien, Kaupaunplatz 7, Wien 20 (1949), II. und III. Bauteil mit Anton Dolenz, Anton Schmid, Karl Schubert
  • Wohnhausanlage der Gemeinde Wien, Herzgasse 99–101, Wien 10 (1953), mit Gass und Schmidt
  • Miethaus „Josef Cudlin-Hof“, Wattmanngasse 26, Wien 13 (1953)
  • Planung des Hauses der Ingenieurkammer, Karlsgasse 9, Wien 4 (1960–1966), von J. Lust fertiggestellt
  • Planung des Wohn- und Geschäftshauses „J.F. Kennedy-Hof“, Rotenturmstraße 1–3, Wien 1 (1960–1966), mit Georg Lippert
Commons: Viktor Mittag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Personendaten
NAME Mittag, Viktor
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Architekt
GEBURTSDATUM 28. Juli 1896
GEBURTSORT Wien
STERBEDATUM 25. November 1962
STERBEORT Wien

Viktor Mittag osterreichischer Architekt Sprache Beobachten Bearbeiten Viktor Mittag 28 Juli 1896 in Wien 25 November 1962 ebenda war ein osterreichischer Architekt Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Werk 3 Literatur 4 WeblinksLeben BearbeitenViktor Mittag war der Sohn des Tischlermeisters Alois Mittag und dessen Frau Maria Sedivi Nach dem Abschluss des Realgymnasiums arbeitete er zunachst in den Ateliers von Carl Witzmann und Hans Prutscher die uber eine Tischlerausbildung verfugten und Mobelentwerfer und Innenarchitekten waren Da aber beide auch als Architekten tatig waren wurde wahrscheinlich wahrend dieser Zeit auch bei Viktor Mittag das Interesse daran geweckt Er besuchte daher von 1912 bis 1914 die Staatsgewerbeschule wechselte dann aber auf die Kunstgewerbeschule zu Heinrich Tessenow in die Fachklasse fur Architektur Die Einberufung zum Militar wahrend des Ersten Weltkrieges unterbrach seine Ausbildung von 1915 bis 1918 Danach setzte er seine Studien fort zunachst wieder bei Tessenow nach dessen Ausscheiden bei Josef Hoffmann Gleichzeitig besuchte er aber auch die Akademie der bildenden Kunste Wien bei Friedrich Ohmann und 1921 bei Franz von Krauss bei dem er das Studium mit Diplom abschloss Da Mittag von 1919 bis 1920 auch noch als ausserordentlicher Horer an der Technischen Hochschule bei Karl Mayreder und Franz von Krauss studierte hat er samtliche Ausbildungsstatten in Wien die Architektur unterrichteten durchlaufen Nach dem Studium arbeitete Mittag im Buro von Heinrich Schmid und Hermann Aichinger Architekten die vor allem im kommunalen Wohnbau der Stadt Wien engagiert waren Dies wies ihm die Richtung in der er ab 1924 auch selbstandig tatig war gemeinsam mit Karl Hauschka bis sich dieser 1935 ins Ausland zuruckzog Nach dem Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg kehrte er erst 1947 in die Heimat zuruck Es gelang ihm wieder fur die Gemeinde Wien tatig zu werden Mittag arbeitete dabei im Rahmen verschiedener Architektengruppen ausserdem auch fur die gemeinnutzige Siedlungsgenossenschaft Aufbau im Burgenland Viktor Mittag war dreimal verheiratet Er starb mit 66 Jahren und wurde auf dem Hietzinger Friedhof beigesetzt Werk BearbeitenViktor Mittag war ausschliesslich im Wohnbau tatig und hier uberwiegend im Gemeindebau Die fruhen Gemeindebauten sind durch eine sehr abwechslungsreiche Gestaltung und den Einsatz von Terrassen Arkaden Laubengangen runden und eckigen Erkern Loggien deutlich hervortretenden Gesimsbandern schweren Torgittern und spitzbogigen Durchgangen akzentuiert Diese romantisierende und burgenartige Gestaltung steht unter dem Einfluss von Schmid und Aichinger Die spateren Gemeindebauten wie der grosse Wildganshof sind dagegen einfacher und klarer konzipiert Gegenuber den Vorkriegsbauten sind jene Wohnbauten die Mittag nach 1945 errichtete nuchtern einfach und zweckmassig und ohne kunstlerischen Anspruch Ebert Hof 1925 1926 Thury Hof 1925 1926 Wohnhausanlage der Gemeinde Wien Ebert Hof Hutteldorfer Strasse 16 22 Loeschenkohlgasse 13 Pouthongasse 23 Costagasse 2 Wien 15 1925 1926 mit Karl Hauschka Wohnhausanlage der Gemeinde Wien Thury Hof Marktgasse 3 7 Salzgasse 2 4 Wien 9 1925 1926 mit Karl Hauschka Verwaltungsgebaude des internationalen Genfer Verbandes Grungasse 1a Schonbrunner Strasse 4 Wien 4 1928 1929 mit Karl Hauschka Wohnhausanlage der Gemeinde Wien Goethehof Schuttaustrasse 1 39 Wien 22 1928 1930 mit Karl Hauschka Hugo Mayer Rudolf Frass Heinrich Schopper Alfred Chalousch Johann Rothmuller Wohnhausanlage der Gemeinde Wien Wildganshof Landstrasser Hauptstrasse 177 187 Grasbergergasse 2 4 Leberstrasse 2 2a Hofmannsthalgasse 1 Wildgansplatz 1 Wien 3 1931 1933 mit Karl Hauschka Aufstockung des Familienhauses Maxingstrasse 10 Wien 13 um 1933 Wohnhausanlage der Gemeinde Wien Kaupaunplatz 7 Wien 20 1949 II und III Bauteil mit Anton Dolenz Anton Schmid Karl Schubert Wohnhausanlage der Gemeinde Wien Herzgasse 99 101 Wien 10 1953 mit Gass und Schmidt Miethaus Josef Cudlin Hof Wattmanngasse 26 Wien 13 1953 Planung des Hauses der Ingenieurkammer Karlsgasse 9 Wien 4 1960 1966 von J Lust fertiggestellt Planung des Wohn und Geschaftshauses J F Kennedy Hof Rotenturmstrasse 1 3 Wien 1 1960 1966 mit Georg LippertLiteratur BearbeitenFelix Czeike Hrsg Mittag Viktor In Historisches Lexikon Wien Band 4 Kremayr amp Scheriau Wien 1995 ISBN 3 218 00546 9 S 277 Digitalisat Helmut Weihsmann In Wien erbaut Lexikon der Wiener Architekten des 20 Jahrhunderts Promedia Wien 2005 ISBN 3 85371 234 7 S 258Weblinks Bearbeiten Commons Viktor Mittag Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Viktor Mittag In Architektenlexikon Wien 1770 1945 Herausgegeben vom Architekturzentrum Wien Wien 2007 PersonendatenNAME Mittag ViktorKURZBESCHREIBUNG osterreichischer ArchitektGEBURTSDATUM 28 Juli 1896GEBURTSORT WienSTERBEDATUM 25 November 1962STERBEORT Wien Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Viktor Mittag amp oldid 180507410, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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