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Hauptartikel: Geographie Vietnams

Vietnams Fläche entspricht ungefähr 93 % jener Deutschlands. Das Land umfasst die weiten Ebenen der Flussdeltas von Rotem Fluss und Mekong, die gesamte östliche Festlandküste Südostasiens sowie die langen Gebirgszüge und Hochebenen des Hinterlandes. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 1650 km, die Ost-West-Breite bis zu 600 km, während die schmalste Stelle in Mittelvietnam nur 50 km breit ist.

Die Geographie Vietnams wird auch als „Bambusstange mit zwei Reisschalen“ beschrieben: Im Norden und Süden liegen zwei fruchtbare reisliefernde Flussdeltas, dazwischen als Verbindung ein schmales, eher karges, von Wald und Gebirge geprägtes Gebiet. Insgesamt ist Vietnam zu drei Vierteln von Bergen und Hochebenen überzogen.

Landschaften

Von Nord nach Süd werden fünf Landschaften unterschieden:

  • Yunnan-Hochland: Gebirgslandschaft im Norden, wo Vietnam an China grenzt und sein höchster Berg Phan-xi-păng (3144 m) liegt. Diese Region ist Siedlungsgebiet von vielen ethnischen Minderheiten, wobei die Stadt Sa Pa am Fuße des Phan-xi-păng die meisten Touristen anzieht.
  • Delta des Roten Flusses: Diese fruchtbare Gegend rund um die Hauptstadt Hanoi (Hà Nội) erstreckt sich bis zum Golf von Tonkin (Bắc Bộ). Touristenattraktionen sind hier die Kalksteinfelsen um Ninh Bình südlich von Hanoi, und die Halong-Bucht östlich der Hauptstadt.
  • Annamitisches Hochland: Das bergige, dünn besiedelte Hinterland Mittel- und Südvietnams ist vor allem Siedlungsgebiet ethnischer Minderheiten.
  • Annamitischer Küstenstreifen: der schmale, relativ dicht besiedelte Küstenraum zwischen dem Gebirge und dem Südchinesischen Meer in Mittel- und Südvietnam. Die größten Städte Annams sind Huế und Đà Nẵng.
  • Mekongdelta: fruchtbare, dichtbesiedelte Schwemmlandebene, an deren nordöstlichem Rand die Millionenstadt Ho-Chi-Minh-Stadt (Thành phố Hồ Chí Minh, bis 1976 Saigon) liegt.

Klima

Hai-Van-Pass (Wolkenpass)

Das Klima unterscheidet sich erheblich zwischen Nord- und Südvietnam. Der Norden weist ein gemäßigtes tropisches Wechselklima auf, es gibt eine kühle Jahreszeit von November bis April und eine heiße von Mai bis Oktober. Der Süden ist tropisch: warm bis sehr heiß während des ganzen Jahres, etwas kühler von November bis Januar, heiß von Februar bis Mai und mit einer Regenzeit zwischen Mai und Oktober. Die Wetterscheide zwischen diesen Gebieten bildet der Wolkenpass nördlich von Đà Nẵng.

Während der Regenzeit wüten häufig Taifune, die besonders im Mekongdelta, aber auch in anderen Küstenregionen Überschwemmungen anrichten können.

Tierwelt

Arbeitselefant am Ufer des Parfüm-Flusses in Mittel-Vietnam

Vietnam hat eine artenreiche Tierwelt, die jedoch durch die fortschreitende Zerstörung der Wälder und Wilderei bedroht ist. So leben nach neueren Schätzungen nur mehr rund 200 Tiger und weniger als 60 Asiatische Elefanten dort, deren Überleben fraglich ist. Die Java-Nashörner, die in Vietnam lange nur noch auf das Gebiet des Cat-Tien-Nationalparks beschränkt waren, sind bereits 2010 durch Wilderei ausgerottet worden. Außerhalb Vietnams leben die seltenen Tiere nur noch im Ujung-Kulon-Nationalpark auf der Insel Java. Weitere Säugetiere umfassen Primaten (Schopfgibbons, Plumploris, Languren, Makaken), Raubtiere (darunter Malaienbären, Marmorkatzen sowie etliche Schleichkatzenarten), Paarhufer (Kantschile, Muntjaks, Hirsche, Bantengrinder, Gaure) sowie zahlreiche Fledermaus- und Nagetiergattungen. Die Vogelwelt ist ebenfalls artenreich, dazu gehören Fasane, Nashornvögel, Eulen, Greifvögel, Reiher und zahlreiche Singvögel. Auch Krokodile, Schlangen, Echsen und Frösche sind in diesem Land beheimatet, dazu zahllose Arten von Insekten und Wirbellosen. In den 1990er-Jahren wurden mehrere neue Arten Vietnams beschrieben, darunter das Vu-Quang-Rind und mehrere Muntjakarten. Das Vu-Quang-Rind wird im Vu-Quang-Nationalpark geschützt.

Umwelt

Der Einsatz von Umweltgiften durch die USA während des Vietnamkrieges hat die vietnamesische Natur nachhaltig geschädigt. Vor allem dioxinhaltige Herbizide wie Agent Orange, von dem die US-Luftwaffe über 45 Millionen Liter über dem Land versprühte, zeigen in großen Landstrichen nach wie vor Wirkung, da sie sich nur sehr langsam zersetzen und eine Halbwertszeit von etwa einem Jahrzehnt haben. So wurde während des Krieges etwa die Hälfte der Mangrovensümpfe zerstört, die sich nicht selbst regenerieren können. Die entlaubten Hänge im Landesinneren können nach wie vor nicht aufgeforstet werden, denn es können sich nur sehr widerstandsfähige Gräser halten, die während der Trockenzeit sehr anfällig für Flächenbrände sind. In der Regenzeit kommt es in diesen Regionen deshalb zu extrem starker Erosion.

Unter den Spätfolgen des Dioxineinsatzes haben nicht nur jene immer noch zu leiden, die damals direkt damit in Berührung kamen (Hautverätzungen, Chlorakne, Krebs). Das Gift fand auch seinen Weg in die Nahrungskette, was durch die dadurch verursachte Schädigung des Erbgutes unter anderem zu signifikant erhöhten Zahlen an Fehl-, Tot- und Missgeburten führt.

Neben Umweltgiften sind in den ländlichen Gebieten auch noch eine große Zahl von Blindgängern und Landminen zu finden. Nach wie vor werden jedes Jahr Bauern und Altmetallsucher von explodierender Munition getötet oder verletzt.

Millionen Hektar der tropischen Wälder, die zuvor bereits unter den Herbiziden zu leiden hatten, wurden seit den 1960er Jahren durch Brandrodung und Abholzung zerstört. Besonders betroffen hiervon ist der teils schwer zugängliche Norden. Zwar versucht die Regierung dem Einhalt zu gebieten, aber der Druck der schnell wachsenden Bevölkerung und die Armut in den Bergprovinzen veranlasst die Bevölkerung immer wieder dazu, Wald niederzubrennen, um Ackerland zu gewinnen. Tropenhölzer wie Teakholz werden in Vietnam wie in ganz Südostasien trotz inzwischen strenger gesetzlicher Regelungen nach wie vor illegal gewonnen, um daraus Möbel für den europäischen, US-amerikanischen und japanischen Markt zu fertigen.

Es gibt Programme mit teils großer ausländischer Hilfe, die das Umweltbewusstsein der Vietnamesen stärken sollen. Regierung und Umweltorganisationen setzen große Hoffnungen in die Entwicklung des Ökotourismus. Sie haben bereits mehrere Nationalparks eingerichtet – den ältesten davon schon 1962 –, und einige Landschaften des Landes stehen unter besonderem Schutz der UNESCO.

Verwaltungsgliederung

Vietnam ist in 58 Provinzen und fünf Munizipalitäten unterteilt. Unter dieser Ebene folgen Städte, Distrikte und Dörfer. Die Volksräte der Provinzen und Munizipalitäten sind direkt der Zentralregierung unterstellt. Auf Distrikts- und Gemeindeebene gibt es ebenfalls gewählte Volksräte, gegenüber welchen die lokalen Behörden bis zu einem gewissen Maß gebunden sind. Die Volksräte wählen außerdem die Volkskomitees, welche die regionalen Regierungen darstellen.

Städte

Rathaus von Hồ-Chí-Minh-Stadt im Kolonialstil

Die zwei mit Abstand wichtigsten Städte sind die Hauptstadt Hanoi (Hà Nội) und die größte Stadt Vietnams Ho-Chi-Minh-Stadt (Thành phố Hồ Chí Minh, früher Saigon). Während letztere eine der schnellstwachsenden Boomstädte der Welt ist und als wirtschaftliches Zentrum des ASEAN verstanden wird, hat Hà Nội den Ruf, ruhiger und eleganter zu sein. In der Tat ist Hà Nội in wirtschaftlichen Belangen gegenüber der südlichen Metropole recht weit im Hintertreffen.

Die Hafenstädte Đà Nẵng, Hải Phòng und Nha Trang sind in ihrem Stadtbild teilweise stark französisch geprägt. Dies ist unter anderem an den Kirchen und Villen der Städte zu erkennen. Die Städte Huế als Hauptstadt während der letzten Kaiserdynastie und die kaiserliche Sommerresidenz Đà Lạt im südlichen Hochland sind von großer geschichtlicher Bedeutung und ziehen viele Besucher an. Für Touristen ist auch die Handelsstadt Hội An interessant, da ihre zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Altstadt sehr gut erhalten ist. Reine Industriestädte sind hingegen Vinh, Ninh Bình, Mỹ Tho oder Bến Tre.

Die gesamte Küste ist mit touristisch teils unerschlossenen Stränden übersät. Beispiele dafür sind Mũi Né, Long Hải und Vũng Tàu am Südchinesischen Meer sowie Hà Tiên am oder die Insel Phú Quốc im Golf von Thailand.

Im Jahr 2020 lebten 37 Prozent der Einwohner Vietnams in Städten. Die 5 größten Städte sind (Stand 2016):

  1. Ho-Chi-Minh-Stadt: 6.642.000 Einwohner
  2. Hanoi: 3.442.000 Einwohner
  3. Da Nang: 915.000 Einwohner
  4. Hai Phong: 842.000 Einwohner
  5. Bien Hoa: 821.000 Einwohner

Demografie

Alterspyramide in Millionen Einwohnern

Die Vietnam hatte im Jahr 2020 geschätzt 97,3 Millionen Einwohner. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2020 bei 32,5 Jahren. Das Bevölkerungswachstum wird auf 1,3 % bis 1,4 % geschätzt. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2020 statistisch bei 2,0. Aufgrund verbesserter medizinischer Bedingungen sinkt die Sterberate (2005: 6,2 pro 1000). Die Lebenserwartung der Einwohner Vietnams ab der Geburt lag 2020 bei 75,5 Jahren (Frauen: 79,6, Männer: 71,4).

Während die vietnamesische Bevölkerung von westlichen Beobachtern als durchweg jung wahrgenommen wird, beginnt Vietnam sich darauf einzustellen, dass die Bevölkerung in eine Phase der Alterung eingetreten ist. Am 1. April 2010 erreichte die Zahl der über 60-Jährigen den Stand von 8,1 Millionen; das sind 9,4 % der Gesamtbevölkerung und bedeutet einen Zuwachs von 4 % gegenüber 2009. Vietnam gehört damit zu den Ländern mit einer außergewöhnlich schnellen Alterung der Gesamtbevölkerung. Während es in Schweden 85 Jahre, in Japan 26 Jahre und in Thailand 22 Jahre dauerte, um den Status alternde Bevölkerung nach den Richtlinien der UNFPA (United Nations Population Fund) zu erreichen, dauerte dies in Vietnam nur 20 Jahre. Die schnelle Alterung der Bevölkerung ist darauf zurückzuführen, dass die Fertilitätsrate von über 5 Kindern pro Frau in den 70er Jahren auf heute noch 2,0 Kinder zurückgegangen ist.

Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in den dichtbesiedelten Gebieten der Mündungsdeltas von Rotem Fluss und Mekong, in denen Landwirtschaft vorherrscht. Trotz der agrarischen Prägung lebten 2016 bereits rund 34 % der Vietnamesen in den urbanen Regionen der großen Städte (in den 1980er Jahren waren es nur 15 %), und die Zuwanderung aus den wirtschaftlich wenig entwickelten ländlichen Gebieten nimmt stetig zu. Dazu kommt eine Wanderungsbewegung von Norden in Richtung Süden. In Vietnam existiert selbst kein privates Eigentum an Grund und Boden. Der vietnamesische Staat erteilt Landnutzungsrechte, deren durchschnittliche bewilligte Nutzungsdauer rund 50 Jahre beträgt.

Knapp 2,5 Millionen leben im Ausland, die meisten davon sind im Vietnamkrieg geflüchtet oder mussten das Land aufgrund von politischer Verfolgung verlassen. Knapp 1,3 Millionen davon leben in den Vereinigten Staaten und 125.000 in der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich. Die Rücküberweisungen der Exil-Vietnamesen sind eine äußerst wichtige Einnahmequelle für die Verwandten in der Heimat. In Vietnam selbst sind nur 0,1 % der Einwohner im Ausland geboren, womit das Land eines der homogensten weltweit ist.

Entwicklung der Bevölkerung über Zeit

Bevölkerungsentwicklung in Millionen Einwohnern
Jahr Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl
1950 24.810.000 1990 68.210.000
1955 28.148.000 1995 75.199.000
1960 32.671.000 2000 80.286.000
1965 37.860.000 2005 84.309.000
1970 43.407.000 2010 88.473.000
1975 48.729.000 2020 97.339.000
1980 54.373.000 2030 106.284.000
1985 61.049.000 2050 114.630.000

Quelle: UN, Zahlen für 2030 und 2050 sind Prognosen

Völker

Hauptartikel: Völker Vietnams
Tanz von Cham-Frauen vor ihrem Tempel

Etwa 88 % der Bevölkerung sind ethnische Vietnamesen (Việt oder Kinh). Daneben sind 53 ethnische Minderheitengruppen anerkannt. Die größte davon sind die „Auslandschinesen“ (vietnam.: Hoa), deren Zahl auf etwa 1,2 Millionen geschätzt wird. Die Mehrzahl von ihnen sind Nachfahren von Einwanderern, die 1644, nach dem Zusammenbruch der Ming-Dynastie, ins Land gekommen waren. Weitere Volksgruppen sind Thái, Khmer (vor allem im Süden, der Region des Mekongdelta, die über Jahrhunderte zu Kambodscha gehörte) und die unter der Sammelbezeichnung Montagnards („Bergvölker“) bekannten Bewohner der Bergregionen. Letztere, die als die ursprünglichen Bewohner des kontinentalen Südostasien gelten, wurden im Verlauf der Geschichte in Vietnam, Thailand, Myanmar und Laos von den zugewanderten Mehrheitsvölkern aus den fruchtbareren Regionen der Flussebenen und Küsten in die unzugänglichen Bergregionen verdrängt.

Da einige Angehörige der „Bergvölker“ im Indochinakrieg und im Vietnamkrieg jeweils auf Seiten Frankreichs bzw. der USA kämpften, gab es nach der Wiedervereinigung Vietnams Repressionen gegen diese Völker und sie sind in der vietnamesischen Gesellschaft teils nicht gut angesehen. Aber auch Minderheitenvölker, die auf vietnamesischer Seite gekämpft haben, finden kaum positive Beachtung. Diese Völker sind bis heute von der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes weitgehend abgeschnitten und leben vergleichsweise in Armut. Kultur und Sprache der Minderheiten unterscheiden sich meist sehr stark von jener der Vietnamesen.

Sprachen

Die Amtssprache ist Vietnamesisch, das 88 % der Bevölkerung als Muttersprache beherrschen. Geschrieben wird die vietnamesische Sprache seit 1945 in einer eigenen, lateinbasierten Schrift. Aus vietnamesischer Sicht werden die zahlreichen ethnischen Minderheiten anerkannt, die Sprachen der Minderheiten erlaubt und auch gefördert.

Die französische Sprache hatte nach der französischen Kolonialzeit schrittweise ihren offiziellen Status verloren, hat aber weiterhin hohe Bedeutung, da sie in vielen Schulen als erste Fremdsprache unterrichtet wird. Vietnam ist zudem Vollmitglied der Gemeinschaft frankophoner Staaten. Viele Vietnamesen sind während der Indochinakriege nach Frankreich ausgewandert und bilden dort eine französischsprachige Diaspora. Russisch – und in geringerem Ausmaß auch Deutsch, Tschechisch und Polnisch – werden von vielen Vietnamesen beherrscht, die während des Kalten Krieges in den Staaten des Ostblocks studiert oder gearbeitet haben. Mittlerweile werden die russische und die französische Sprache durch das Englische aus dem öffentlichen und dem Schulleben verdrängt, weil viele Touristen aus dem angelsächsischen Raum kommen und der Handel mit dem ehemaligen „Erzfeind“ USA zunimmt. Das Erlernen des Englischen ist heute in den meisten Schulen obligatorisch, obwohl Französisch immer noch in manchen Bildungseinrichtungen angeboten wird.

Religion

Cao-Dai-Tempel in Tây Ninh

Genaue Angaben über die Religionszugehörigkeit in Vietnam sind schwer zu machen. Die große Mehrheit der Vietnamesen bekennt sich zu keinem Glauben. Laut einer 2004 veröffentlichten Studie sind 81,5 Prozent der Vietnamesen Atheisten. Schätzungen gehen von ca. 20 Millionen Buddhisten und 6 Millionen Katholiken aus. Weitere Konfessionen sind Cao Dai (2 Millionen Anhänger), Hoa Hao (1 Million), Protestantismus (500.000) und Islam (50.000). Im Religionsverständnis der Vietnamesen gibt es keine strikte Trennung verschiedener Konfessionen. Die Religiosität ist zumeist eine historisch gewachsene Mischung mit vielen Aspekten unterschiedlicher religiöser Ursprünge. Es ist für Vietnamesen nicht unüblich, regelmäßig buddhistische Pagoden zu besuchen und ihre Ahnen zu verehren.

Die Alltagsreligiosität – bzw. vielmehr die Lebensweise – ist im Allgemeinen am ehesten durch den Theravada- und Mahayana-Buddhismus, den Taoismus, den Konfuzianismus, sowie animistische Vorstellungen und insbesondere auch einen Ahnenkult beeinflusst, ohne dass es dabei zu Dogmen kommt. Geisterglaube ist verbreitet. Rituelle Handlungselemente der unterschiedlichen Einflüsse können beim Einzelnen je nach Alltagssituation auftreten. In den ursprünglich konfuzianistisch geprägten Volksreligion Đạo Mẫu und Cao Đài gibt es auch heute noch Stadtschamanen (Dong), die vielfältige Rituale des Opfers und der Inspiration ausführen. Besonders beliebt bei allen Vietnamesen unabhängig von ihrer Konfession ist das Lên đồng-Ritual, bei dem die Schamanin die Geister in Trance um Gesundheit und Wohlstand für die Gastgeber des Rituals bittet. Dabei spielt das Kostüm eine wichtige Rolle: Es spiegelt die klassische Hoftracht der Vormoderne und wird dem Geist „angezogen“, um ihn in dieser Weise zu ehren. Der Geist tritt dann über das Medium mit den Anwesenden in Kontakt, um Opfergaben in Empfang zu nehmen und die Musik zu genießen.

Anders als in anderen asiatischen Staaten existiert in (Süd-)Vietnam seit 1963 auch eine zentrale Vereinigung von Ordensleuten und Laien aller buddhistischen Schulen, die „Kongregation der Vereinigten Vietnamesischen Buddhistischen Kirche“ (KVVBK).

Die Verfassung Vietnams sieht generell eine Religions- bzw. Glaubensfreiheit vor. Da religiöse Institutionen aber immer auch eine gewisse Konkurrenz zum staatlichen Einfluss auf die Bevölkerung darstellen, wurden Religion und deren Institutionen zumindest in der Vergangenheit seitens der Kommunistischen Partei Vietnams mit Misstrauen behandelt.

Der katholische Glaube kam erstmals im 16. Jahrhundert mit französischen, spanischen und portugiesischen Missionaren ins Land. Er wurde unter Druck der französischen Kolonialherrschaft verbreitet. Nachdem der Katholizismus in den ersten Jahren der kommunistischen Herrschaft aktiv bekämpft wurde, bemüht sich die Regierung nun um ein besseres Verhältnis zum Heiligen Stuhl. Der Besuch des damaligen Premierministers Nguyễn Tấn Dũng bei Papst Benedikt XVI. 2007 hat die Hoffnung auf eine weitere Öffnung hin zu einer größeren Religionsfreiheit gestärkt, aber die katholische Kirche wird weiterhin als „reaktionär“ angesehen.

Bildungswesen

Universität für Medizin in Hanoi

Im Jahr 2000 wurden laut Schätzungen 92 % aller Kinder eingeschult. Jedoch nur zwei Drittel absolvierten die fünf Grundschuljahre. Speziell auf dem Land verlassen viele Kinder vorzeitig die Schule, wobei die Gründe in den Kosten für Schulmaterial, Bücher und Uniformen sowie der Notwendigkeit, Geld für den Familienunterhalt verdienen zu müssen, zu suchen sind. Regional gibt es riesige Unterschiede: In einigen ländlichen Gegenden gehen nur 10 bis 15 % der Kinder länger als drei Jahre zur Schule, während in Ho-Chi-Minh-Stadt 96 % der Schüler die Grundschuljahre beenden. Nur 62,5 % der Kinder beginnen die Mittelschule. In Vietnam stieg die mittlere Schulbesuchsdauer (Hochschulbesuche miteinberechnet) der über 25-Jährigen von 3,9 Jahren im Jahr 1990 auf 8 Jahre im Jahr 2015 an. Die aktuelle Bildungserwartung (Hochschulbesuche miteinberechnet) beträgt bereits 12,6 Jahre.

Etwa 6 % der Einwohner über 15 Jahre sind Analphabeten; Analphabetismus betrifft 3,7 % der Männer und 7,2 % der Frauen, insgesamt liegt sie bei 4,5 % (Stand: 2015). In Vietnam gibt es keine Schulpflicht. Da die Ausbildung selbst bezahlt werden muss und einige Familien dafür nicht genug Geld haben, schicken sie ihre Kinder nicht in die Schule. Im PISA-Ranking von 2015 erreichen vietnamesische Schüler Platz 22 von 72 Ländern in Mathematik, Platz 8 in Naturwissenschaften und Platz 30 beim Leseverständnis. Vietnam erreichte damit ein für ein Entwicklungsland außergewöhnlich gutes Ergebnis.

Die Grundschule geht bis zur 5. Klasse, die Mittelschule bis zur 9.; dann muss man eine Prüfung bestehen, um in die Oberschule zu kommen (10., 11. und 12. Klasse). Wird diese nicht bestanden, bleibt man immer wieder sitzen. Dies gilt für Gymnasium und Realschule (vorausgesetzt, man bricht die Ausbildung nicht ab).

Besucht man ein Gymnasium bzw. eine Realschule, kann und darf man nicht mehr wechseln.

Es gibt staatliche und private Universitäten, die renommiertesten davon sind die Staatliche Universität Hà Nội und die Staatliche Universität Hồ-Chí-Minh-Stadt; der Zugang wird durch eine Aufnahmeprüfung der jeweiligen Universität geregelt. Seit 2008 befindet sich in Hồ-Chí-Minh-Stadt auch die Vietnamesisch-Deutsche Universität.

Die verbreitetste Fremdsprache in Vietnam ist heute Englisch. Aus Gründen, die mit der Geschichte des Landes und der früheren Einbindung in den Ostblock zusammenhängen, trifft man oft Leute an, die Französisch, Russisch oder Deutsch sprechen; so haben etwa 100.000 Vietnamesen in der DDR studiert, gearbeitet oder eine Ausbildung genossen. Immer mehr Vietnamesen lernen auch Japanisch und Chinesisch.

Gesundheitswesen

Krankenhaus Tam Duc in Ho-Chi-Minh-Stadt
Entwicklung der Kindersterblichkeit (Tode pro 1000 Geburten)

Im Jahr 2001 gab die Regierung 0,9 % des BIP für das Gesundheitssystem aus. Im Jahr 2000 gab es 14,8 Krankenhausbetten pro 10.000 Einwohner, was auch für Asien ein sehr niedriger Wert ist. 80 % aller Aufwendungen für das Gesundheitssystem stammen von den Patienten selbst.

Nachdem in den 1980er und 1990er Jahren Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose, Denguefieber, Typhus und Cholera große Probleme darstellten, hat Vietnam ausländische Hilfe angenommen und diese Epidemien weitgehend zurückgedrängt. Die HIV-Prävalenz lag 2005 offiziell bei 0,35 %, was dem weltweiten Durchschnitt entspricht. HIV/AIDS-Patienten werden gesellschaftlich geächtet, was eine effiziente Bekämpfung der Epidemie erschwert.

Eine Gesundheitsstudie aus dem Jahr 2007 zeigt, dass 87 % der Vietnamesen aus der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen an Krankheiten leidet. In den noch älteren Bevölkerungsschichten ist die Krankheitsrate noch größer.

Nach den zahlreichen Kriegen in Vietnams Vergangenheit sind 5 Millionen Vietnamesen bzw. 6 % der Bevölkerung behindert.

Entwicklung der Lebenserwartung (in Jahren)

Der Anteil der unterernährten Bevölkerung konnte von 24,3 % im Jahr 2000 auf 10,7 % im Jahr 2015 gesenkt werden.

Entwicklung der Lebenserwartung seit 1950
Zeitraum Lebenserwartung in
Jahren
Zeitraum Lebenserwartung in
Jahren
1950–1955 53,5 1985–1990 69,8
1955–1960 57,3 1990–1995 71,2
1960–1965 60,5 1995–2000 72,7
1965–1970 62,3 2000–2005 73,8
1970–1975 57,8 2005–2010 74,7
1975–1980 66,1 2010–2015 75,6
1980–1985 68,1

Quelle: UN

Hauptartikel: Geschichte Vietnams

Altertum

Dong-Son-Trommel

Die frühesten Spuren menschlicher Aktivität auf dem Gebiet des heutigen Vietnam wurden bisher mit dem Fundplatz Nui Do in der Provinz Thanh Hoa verbunden und in die Zeit um 300.000 Jahre vor heute datiert. Da es sich um Oberflächenfunde von sehr groben Steinartefakten handelt, die einige vietnamesische Archäologen auch in die Bronzezeit datierten, blieb dieser frühe Nachweis lange umstritten. Seit 2014 haben Ausgrabungen in der Provinz Gia Lai neue Steingeräte aus Fundschichten zutage gebracht, die auf ein Alter von 800.000 Jahren datiert werden.

Die ältesten bisher bekannten Kulturen dieser Region sind fast ausschließlich durch Steinartefakte überliefert und werden deshalb auch als Steingeräte-"Industrien" bezeichnet. Dazu gehört die mehr als 30.000 Jahre alte Sơn-Vi-Kultur in Nordvietnam, gefolgt von der rund 20.000 Jahre alten Hoa-Binh-Kultur. Die letzte altsteinzeitliche Kultur der Region war die Bac-Son-Kultur (ca. 10.000 v. Chr.), die auch bereits Keramik anfertigte. Der Bewässerungsanbau von Reis war etwa ab 3000 v. Chr. bekannt.

Die Bronzezeit begann im Norden etwa um 1300 v. Chr. mit der Phung-Nguyen-Kultur, deren Bevölkerung vor allem eine ausgedehnte Region nordwestlich von Hanoi besiedelte. Etwa ab 400 v. Chr. existierte im Delta des Roten Flusses die Dong-Son-Kultur, bekannt vor allem für ihre reich verzierten Bronzetrommeln. Aus dieser Kultur ging in der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends v. Chr. das erste bekannte Königreich der Việt (chinesisch, Pinyin Yuè) hervor, das den größten Teil des heutigen Nordvietnam umfasste. Südlich benachbart siedelten während der Eisenzeit ab dem 4. Jh. v. Chr. Bevölkerungsgruppen der Sa-Huynh-Kultur, die bis zum Beginn des 1. Jh. n. Chr. existierte. Die Gefäßgräberfelder dieser Kultur wurden vor allem in der Nähe der Mündungen großer Flüsse, wie beispielsweise entlang des Unterlaufs des Thu-Bon-Flusses in der Provinz Quang Nam nachgewiesen

Im 3. Jahrhundert v. Chr. wanderten Âu Việt aus dem Gebiet des heutigen Südchina ein und vermischten sich mit den ansässigen Lạc Việt. Im Jahr 258 v. Chr. gründete Thục Phán das Königreich Âu Lạc (aus der Vereinigung von Âu Việt und Lạc Việt) und erklärte sich selbst zum König. Nach einem langen Krieg mit den Qín wurde er 208 v. Chr. von dem Qín-General趙佗 /赵佗, Zhào Tuó (vietnamesisch: Triệu Đà) besiegt. Dieser rief sich selbst zum König aus und nannte sein Königreich Nam Việt (南越, Nányuè = Südviệt oder Südyuè).

Im Jahr 111 v. Chr. wurde Nam Việt von Truppen Hàn Wǔdìs erobert und als Präfektur (, jùn (quận)) 交趾, Jiāozhǐ (Giao Chỉ) in das chinesische Reich eingegliedert. Unter dieser Herrschaft wurden technische Errungenschaften im Reisanbau, in der Viehhaltung und in der Baukunst übernommen. Es kam aber auch zu zahlreichen Aufständen und kurzen Phasen der Unabhängigkeit. Im Jahr 679 wurde die Präfektur in An Nam (安南, Ān Nán – „friedlicher Süden“) umbenannt.

Frühe Dynastien

Zitadelle und verbotene Stadt in Huế

Am Anfang des 10. Jahrhunderts brach in China die Tang-Dynastie zusammen. Annam nutzte die Schwächephase, um sich der chinesischen Macht zu entziehen. Der erste vietnamesische Staat entstand 938 unter dem Strategen Ngô Quyền. Bis 968 wurde der Staat unter Đinh Bộ Lĩnh konsolidiert; bis 1009 wechselten sich jedoch mehrere kurzlebige Dynastien an der Macht ab.

Von 1010 bis 1225 wurde der Staat Dai Viet von der Lý-Dynastie beherrscht. Ihr Gründer Lý Thái Tổ verteidigte ihn erfolgreich gegen Chinesen, Khmer und Cham. Die Ly stärkten das Staatswesen nach chinesischem Vorbild und passten es an vietnamesische Bedürfnisse an.

Nach Unruhen übernahm im Jahr 1225 die Trần-Dynastie die Macht. Sie verteidigte 1257/58 in Allianz mit den Cham das Land erfolgreich gegen drei Angriffe der Chinesen und Mongolen unter Kublai Khan (Yuan-Dynastie). Unter der Führung von Trần Hưng Đạo gelang es den Vietnamesen, eine Armee von angeblich 500.000 Mongolen zu besiegen und die Unabhängigkeit Vietnams zu sichern. Um 1400 löste die Hồ-Dynastie die Trần ab und es kam zu einer kurzzeitigen chinesischen Herrschaft unter den Ming. Diese versuchten, Vietnam bewusst weiter zu sinisieren, beispielsweise wurde das vietnamesische Literaturerbe systematisch zerstört.

Nam tien (1069 bis 1757), historischer Zug nach Süden

Im Jahr 1427 gründete Lê Lợi die Lê-Dynastie, die bis 1789 regierte. Unter den Le wurden wieder die vietnamesischen Traditionen bewusst betont, dennoch blieb der Konfuzianismus die dominante Säule der Staatsorganisation. Champa wurde erobert und die vietnamesische Macht bis an den Mekong ausgedehnt. Bereits ab dem Ende des 15. Jahrhunderts erodierte die Macht des Königshauses. Nutznießer waren einflussreiche Händlerfamilien (vor allem die Trinh und Nguyen) und die seit 1516 präsenten Europäer. Das vietnamesische Königshaus musste zahlreiche Jesuiten und Franziskaner im Land dulden. Die europäischen Missionare brachten neben der neuen Religion auch neue Technologien ins Land, beispielsweise entwickelte der Jesuit Alexandre de Rhodes die bis heute gebräuchliche, auf den lateinischen Buchstaben basierende vietnamesische Schrift Quốc ngữ.

Im Jahr 1765 brach die Tây-Sơn-Rebellion aus. Aus dem nachfolgenden Bürgerkrieg ging 1789 der Prinz Nguyễn Ánh aus der einflussreichen Händlerfamilie Nguyễn mit französischer Hilfe als Sieger hervor. Er rief sich zum Kaiser Gia Long aus, verlegte die Hauptstadt des Landes nach Huế und initiierte erstmals die Namensgebung Việt Nam für das Land. 1802 ersuchte er den chinesischen Kaiser Jiāqìng um die Erlaubnis, das Land von Đại Việt 大越 in Nam Việt 南越 umbenennen zu dürfen. Dieser tauschte allerdings die beiden Silben zu Việt Nam 越南, um Verwechslungen mit dem alten Königreich Nam Việt unter Qín-General Zhào Tuó (vietn.: Triệu Đà) zu verhindern, da dieses Reich einen Teil des Gebietes umfasste, das später Südchina wurde.

Unter der Herrschaft Gia Longs wurden mit französischer Beratung große Infrastruktur- und Verteidigungsprojekte in Angriff genommen, die die Staatskasse leerten. Das Territorium des Reiches wurde erweitert, ab 1834 gehörten Teile des heutigen Kambodscha als Provinz Trấn Tây thành zu Vietnam.

Französische Kolonialherrschaft

Französisch-Indochina 1913

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts verstärkten die Franzosen ihren Druck auf die Nguyen-Kaiser, was zu Ausschreitungen der verarmten Bevölkerung gegen französische Missionare führte. Um als Schutzmacht der christlichen Missionen Stärke zu demonstrieren, griffen französische Kanonenboote 1858 den Hafen Đà Nẵng und das Mekongdelta an und tauchten auch auf dem Parfüm-Fluss auf, der durch die Hauptstadt Huế fließt. Ab 1862 musste Vietnam Gebiete an die Franzosen abtreten. Bis 1883 wurden drei Protektorate namens Annam, Cochinchina und Tonkin gegründet, die der vietnamesische Kaiser akzeptieren musste. Damit stand Vietnam unter französischer Kolonialherrschaft. Mit der Einführung der Geldwirtschaft schritt die Verarmung der Bevölkerung voran, während auf dem Land eine schmale Großgrundbesitzerschicht entstand. Die chinesische Minderheit dominierte die Ökonomie des Landes. Bereits ab 1905 waren vietnamesische nationalistische Freiheitskämpfer um Phan Bội Châu (1868–1940) und Cuong De in Japan und Südchina aktiv.

In der Folgezeit kamen vietnamesische Studenten und Intellektuelle in Europa, vor allem in Frankreich, mit den Ideen des Nationalismus und Kommunismus in Kontakt. Der bedeutendste unter ihnen war Hồ Chí Minh (1890–1969), der 1929 die in Annam, Cochinchina und Tonkin tätigen kommunistischen Parteien zu einer Einheitspartei vereinigte. Die Partei wurde 1930 nach dem missglückten Yen-Bai-Aufstand und der Hinrichtung vieler ihrer Mitglieder dezimiert und geschwächt.

Während des Zweiten Weltkrieges geriet 1941 ganz Indochina und damit auch Vietnam verstärkt unter den Einfluss Japans (geteilte Herrschaft mit dem Vichy-Regime). Nachdem Hồ Chí Minh 1941 aus dem Exil zurückgekehrt war, wurde bald aus über 40 lokalen Widerstandsgruppen eine Liga für die Unabhängigkeit Vietnams unter der Kurzbezeichnung Việt Minh zur Abwehr des japanischen Imperialismus und französischen Kolonialismus gebildet. Im März 1945 besetzten die Japaner Indochina, beendeten die französische Kolonialverwaltung und setzten Kaiser Bảo Đại ein. Die USA unterstützten die Việt Minh, die bei der Bekämpfung der japanischen Okkupation einige Erfolge erzielten. Nach der Kapitulation Japans musste Bảo Đại am 25. August 1945 abdanken. Am 2. September 1945 proklamierte Hồ Chí Minh nach der erfolgreichen Augustrevolution die Demokratische Republik Vietnam. Die Unabhängigkeitserklärung berief sich auf die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von 1776 und auf die Deklaration der Menschen- und Bürgerrechte der französischen Revolution.

Nach der Potsdamer Konferenz fiel Vietnam in den Herrschaftsbereich der Briten. Diese mussten jedoch die besiegten Japaner bitten, im aufständischen Süden einzuschreiten. Im Norden wiederum marschierten ab September 1945 nationalchinesische Truppen mit dem Auftrag ein, die Japaner zu entwaffnen. Trotz eines Friedensvertrages mit den Việt Minh erzwangen die Franzosen am 23. September 1945 die Wiedererrichtung ihres kolonialen Regimes in Südvietnam, so dass am 5. Oktober französische Truppen in der Stadt Saigon landeten. Chinesen und Briten übergaben Vietnam wieder an Frankreich.

Indochinakrieg und Teilung in zwei Staaten

Hauptartikel: Indochinakrieg

Der Versuch Frankreichs, auch das inzwischen unabhängige Nordvietnam wieder unter seine Kontrolle zu bringen, führte 1946 zum Ausbruch des Ersten Indochinakrieges. In Südvietnam wurde 1948 eine unter französischer Aufsicht stehende Gegenregierung eingesetzt, der ab 1949 der ehemalige Kaiser Bảo Đại als Staatsoberhaupt vorstand. Nach jahrelangem Guerillakampf gelang es den Việt Minh unter General Võ Nguyên Giáp am 7. Mai 1954, die Franzosen in der Schlacht um Điện Biên Phủ zu besiegen. Dieser Sieg markierte das Ende der französischen Kolonialherrschaft in Indochina. Es folgten ein Waffenstillstand und die Genfer Konferenz vom 21. Juli 1954, auf der die Teilung Vietnams entlang des 17. Breitengrades in die (nördliche) Demokratische Republik Vietnam (Hauptstadt Hanoi) und die (südliche) Republik Vietnam (Hauptstadt Saigon) beschlossen wurde. Bis Mai 1955 hatte Frankreich alle Truppen aus Indochina abzuziehen.

In Südvietnam beauftragte Bảo Đại am 16. Juni 1954 den Katholikenführer Diệm mit der Regierungsbildung. Im Jahr darauf entmachtete Diệm Bảo Đại und erhob sich selbst zum Staatschef. Landreformen, die die Việt Minh veranlasst hatten, wurden zurückgenommen. Die Regierung Diệms war unpopulär, Studenten und Buddhisten protestierten gegen die Regierungspolitik. Die USA verstärkten ihre Unterstützung für Südvietnam, um den Sturz des Regimes zu verhindern. Bis 1960 versank Südvietnam immer mehr in Korruption und Chaos. Am 1. November 1963 wurde Diệm gestürzt und ermordet. Darauf folgten mehrere kurzlebige Militärregierungen, bis sich ab 1967 unter dem von den USA protegierten Präsidenten Nguyễn Văn Thiệu eine neue, stabile Regierung etablieren konnte.

Vietnamkrieg

Hauptartikel: Vietnamkrieg

Am 2. und 4. August 1964 ereignete sich der Zwischenfall im Golf von Tonkin. Die USA starteten ab 1965 massive „Vergeltungsangriffe“ auf Nordvietnam. Die erst 1971 veröffentlichten sogenannten Pentagon-Papiere zeigten auf, dass die USA diesen Krieg unter anderem seit längerem geplant hatten, um in Südvietnam eine Beteiligung der Kommunisten an der Regierung zu verhindern. Ab 1965 führten die USA einen systematischen Luftkrieg gegen Nordvietnam; im Süden operierten US-Bodentruppen. Bis 1968 eskalierte der Krieg, obwohl die USA Nordvietnam militärisch weit überlegen galten. Auf der Seite der Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams kämpften rund 230.000 Partisanen und 50.000 Angehörige der offiziellen nordvietnamesischen Streitkräfte. Ihnen standen rund 550.000 Amerikaner, ungefähr die gleiche Zahl ARVN-Soldaten, 50.000 Südkoreaner und kleinere Kontingente Verbündeter (darunter auch aus Australien und Neuseeland) gegenüber.

Am 31. Januar 1968 gelang den Viet Cong ein politisch wichtiger Sieg: In der Tet-Offensive nahmen die kommunistischen Partisanen Südvietnams vorübergehend Teile Saigons und weiterer Städte ein, die gut gesicherte Botschaft der USA in Saigon wurde angegriffen. In den USA konnte nun die Regierung nicht mehr behaupten, dass der Konflikt unter Kontrolle sei. Trotz schwerer Verluste der Vietcong schien offensichtlich, dass der Krieg nicht mehr gewonnen werden konnte. Die öffentliche Meinung in den USA schwenkte um, nicht zuletzt aufgrund von Presseberichten und Bildreportagen über Kriegsgräuel, Massaker und Napalm-Opfer. Die USA beschlossen deshalb 1969 die Vietnamisierung des Krieges und den Abzug ihrer Truppen in mehreren Schritten. Die Bombardierungen und Luftangriffe, insbesondere die Verwendung von Entlaubungsmitteln, dauerten bis 1973 an.

Versprühung von Agent Orange im Mekongdelta am 26. Juli 1969

Am 2. September 1969 starb Hồ Chí Minh, der Präsident Nordvietnams. Am 27. Januar 1973 vereinbarten Henry Kissinger und Lê Đức Thọ, der Nachfolger von Hồ Chí Minh, einen Waffenstillstand. Damit endete die direkte Kriegsbeteiligung der USA, die Waffenlieferungen an Südvietnam gingen jedoch weiter. Die Nordvietnamesen setzten den Kampf gegen Südvietnam erfolgreich fort. Am 21. April 1975 stand Saigon vor dem Fall, Staatschef Nguyễn Văn Thiệu legte sein Amt nieder, die letzten verbliebenen Vertreter der USA wurden evakuiert. Am 30. April wurde Saigon eingenommen, Südvietnam kapitulierte bedingungslos am 1. Mai 1975, der Vietnamkrieg war damit zu Ende. Bis zur Wiedervereinigung übernahm eine Provisorische Revolutionäre Regierung die Macht im Süden.

Sozialistische Republik Vietnam

Am 2. Juli 1976 wurden Nord- und Südvietnam unter dem Namen Sozialistische Republik Vietnam wiedervereint. Saigon, die ehemalige Hauptstadt Südvietnams, wurde in Ho-Chi-Minh-Stadt (Thành phố Hồ Chí Minh) umbenannt.

Das in der Folge des Vietnamkrieges entstandene kommunistisch-maoistische Regime der Roten Khmer in Kambodscha und vor allem deren Attacken auf vietnamesisches Gebiet veranlassten Vietnam, in Kambodscha einzumarschieren. Anfang 1979 eroberten vietnamesische Truppen Phnom Penh und errichteten einen von Vietnam abhängigen „Revolutionären Volksrat“ unter Heng Samrin. Die Volksrepublik China, die die Regierung der Roten Khmer unterstützt hatte, provozierte daraufhin angesichts der moskautreuen Politik Vietnams entlang der Grenze zu Vietnam bewaffnete Auseinandersetzungen, die als Erziehungskrieg bekannt wurden. Während der mehrwöchigen Kämpfe erlitten beide Seiten hohe Verluste. China zog sich schließlich wieder zurück und gab an, seine Ziele erreicht zu haben. Der Konflikt endete ohne klaren Sieger. Erst 1989 zog sich Vietnam aus Kambodscha zurück.

Im Jahr 1983 befanden sich rund 2000 sowjetische Militärberater im Land, die Luft- und Seestützpunkte (u. a. in Cam Ranh) sowie eine Abhörstation betrieben, deren Nutzung vertraglich vereinbart war.

Ab 1986 veranlasste die Kommunistische Partei Vietnams wirtschaftliche Reformen, genannt Đổi mới (Erneuerung). Während der 1990er Jahre wuchs die Wirtschaft stark und Vietnam wurde wieder in die internationale Staatengemeinschaft aufgenommen. Am 3. Februar 1994 hob die Regierung Clinton das seit dem Vietnamkrieg bestehende Handelsembargo auf. 1995 nahmen Vietnam und die USA wieder diplomatische Beziehungen auf; 2001 trat ihr bilaterales Handelsabkommen in Kraft.

Präsidentenpalast in Hanoi

Vietnam ist ein Einparteienstaat, in welchem die Kommunistische Partei Vietnams die Einheitspartei darstellt und somit das Monopol auf die Macht innehat. Die Menschenrechtslage ist problematisch. Die Presse wird entsprechend der Regierungsmeinung zensiert und die Zivilgesellschaft stark überwacht.

Regierungssystem

Vietnam wird hauptsächlich von einem Kollegium aus drei Personen geführt, welches aus dem Generalsekretär der KPV, dem Premierminister und dem Staatspräsidenten besteht. Alle drei sind Parteifunktionäre und treffen ihre Entscheidungen in der Regel einstimmig. Der Generalsekretär ist nicht nur Leiter des Sekretariats, sondern in der Regel auch Vorsitzender des Politbüros der KPV, welches momentan aus 14 Mitgliedern besteht.

Gebäude der Nationalversammlung Vietnams

Laut Verfassung ist die Nationalversammlung, das Einkammerparlament Vietnams, das höchste Organ staatlicher Macht. Die 493 Abgeordneten werden für eine Legislaturperiode von fünf Jahren gewählt. Mindestens zweimal jährlich muss die Nationalversammlung eine Vollversammlung abhalten. In der übrigen Zeit werden ihre Aufgaben vom Ständigen Ausschuss der Nationalversammlung (SANV) ausgeführt. Die Nationalversammlung ernennt den Staatspräsidenten, den Premierminister und die Regierung (Exekutive) sowie die Prokuratur des Obersten Volksgerichtshofes und des Obersten Volkskontrollamtes (Judikative). Die Nationalversammlung hat seit den letzten Verfassungsänderungen stark an politischem Einfluss gewonnen. Sie kann jetzt Gesetze ändern, kann Minister zur Verantwortung ziehen und muss den Staatshaushalts- und Produktionsplänen zustimmen. Die größte politische Macht liegt weiterhin bei der kommunistischen Partei, welche durch die Vietnamesische Vaterlandsfront – einen Dachverband für Massenorganisationen – den Wahlprozess unter ihrer Kontrolle hat. Sie steuert mit ihrem Zentralkomitee und dem Politbüro die Politik des Landes. Durch den etwa 90-prozentigen Anteil an KPV-Mitgliedern in der NV sind alle ranghohen Regierungsmitglieder ebenfalls Teil der KPV.

Wahlen finden in Vietnam alle fünf Jahre auf mehreren Ebenen statt: Auf Zentralebene (Nationalversammlung) sowie auf Provinz-, Distrikts- und Gemeindeebene (Volksräte). Die Kandidaten, die sich zur Wahl stellen wollen, werden von der Vietnamesischen Vaterlandsfront und der Kommunistischen Partei nach strengen Kriterien ausgewählt. Trotzdem sind momentan ca. 10 % der Abgeordneten keine Parteimitglieder, nachdem bei der Wahl 2002 ungefähr 15 % Nicht-Parteimitglieder zugelassen wurden. Allerdings hatten sich zuvor 69 Unabhängige beworben, und nur 13 wurden angenommen. Seit 2003 müssen von Rechts wegen in jedem Wahlkreis mindestens zwei Kandidaten mehr antreten als Mandate zu vergeben sind.

Frauenwahlrecht

Nach Goscha verlautbarten die Việt Minh bei Gründung der Demokratischen Republik Vietnam (DRV) das allgemeine Wahlrecht unabhängig von den Geschlechtern. Der Autor nennt kein konkretes Datum, aber benennt die Dekrete No. 14 und No. 51 als Rechtsgrundlagen und schildert, dass dies im Rahmen der Machtübernahme während der Augustrevolution (Unabhängigkeitserklärung 2. September 1945) geschehen sei. Am 2. September 1945 wurde die Demokratische Republik Vietnam ausgerufen. Frauen erhielten im Rahmen der Machtübernahme während der Augustrevolution (Unabhängigkeitserklärung 2. September 1945) erstmals gleiche Rechte wie Männer, auch das Wahlrecht. Rechtsgrundlage hierfür waren die Dekrete Nummer 14 und Nummer 51. Ausgeübt wurde das Recht erstmals bei den Wahlen vom 6. Januar 1946. 1946 waren in der gesetzgebenden Versammlung nur 2,5 Prozent der Abgeordneten Frauen. Die Demokratische Republik Vietnam umfasste nur kurz das ganze Gebiet des Landes. 1946 kehrte in den Süden die französischen Kolonialmacht zurück. Während der Kolonialzeit bis 1954 gab es kein Wahlrecht für nicht-naturalisierte Indigene der Kolonie. Eine Quelle berichtet von einem aktiven Frauenwahlrecht in Südvietnam zur Wahl von Ngo Dinh Diem 1955.

Verfassung und Menschenrechte

Die erste Verfassung Vietnams wurde im November 1946 verabschiedet. Sie legte die Unteilbarkeit des Landes sowie die Gleichheit aller Bürger des Landes vor dem Gesetz fest. Das Frauenwahlrecht wurde 1946 ebenfalls eingeführt. Seitdem gab es 1959, 1980 und 1992 neue Verfassungen. Die heutige vietnamesische Verfassung gilt in ihrer Version vom 15. April 1992, welche 2001 modifiziert wurde. Mit einem zusätzlichen Abschnitt im Artikel 4 stellt sich die kommunistische Partei, im Unterschied zur Verfassung von 1980, formell unter die Verfassung und das Gesetz, während sie bis dahin die Autorisierung dazu hatte, alles zu tun, was sie zum Aufbau des Sozialismus für notwendig erachtete. Die heutige Verfassung hat ihren Schwerpunkt in Richtung der Entwicklung von Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft und Technologie und des Schutzes des privaten Sektors und von ausländischen Investoren verschoben.

Artikel 4 der Verfassung legt jedoch nach wie vor die führende Rolle der Kommunistischen Partei Vietnams fest und verbietet alle Oppositionsparteien. Die Präambel der Verfassung beschreibt die Partei als Führer, das Volk als Herrscher und den Staat als Verwalter.

Die vor dem Verbot bestehenden oder nach dem Verbot gegründeten Parteien im Ausland bestehen weiter. Diese haben zwar keinen Einfluss auf das politische Geschehen in Vietnam, veranstalten aber viele Demonstrationen im Inland und Ausland. Zudem besitzen manche Parteien eigene Parteizeitungen, die zumeist kritische Enthüllungen gegen die kommunistische Regierung in Vietnam beinhalten.

(Siehe auch: Liste der politischen Parteien in Vietnam)

Des Weiteren räumt die Verfassung Vietnams formell allen Bürgern Grundrechte wie z. B. Redefreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit und Glaubensfreiheit ein. Aufgrund der staatlichen Zensur und Kontrolle durch die kommunistische Partei ist es den Bürgern allerdings nur in beschränktem Umfang möglich, diese Grundrechte in Anspruch zu nehmen. So wurden bereits mehrere kritische Blogger verhaftet. Der bekannte Blogger und Dissident Le Quoc Quan, ein Anwalt, der sich für die Menschenrechte einsetzt, wurde im Herbst 2013 aufgrund des Vorwurfs der Steuerhinterziehung zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt. Daraufhin kam es zu einer Protestdemonstration.

Am 19. September 2015 wurde die Bloggerin Ta Phong Tan nach drei Jahren Haft unter bloßer Suspendierung des Rests auf zehn Jahre Haftstrafe ins Exil gezwungen. Pen International fordert freie Einreise und Erlassen dieser Strafe für sie genauso wie Freilassung einer Reihe anderer Blogger.

Rechtssystem

Oberster Gerichtshof von Vietnam in Hanoi

Vietnam verfügt de facto über keine unabhängige Judikative. Die im vietnamesischen Rechtssystem handelnden Personen sind alle unmittelbar oder mittelbar durch die kommunistische Partei bzw. die Vietnamesische Vaterlandsfront ausgewählt, wobei politische Zuverlässigkeit ein wichtiges Auswahlkriterium darstellt. Die Partei nimmt auch auf Rechtsentscheidungen Einfluss, welche die Monopolstellung der KPV in Frage stellen könnten. Darüber hinaus fehlt es an Richtern und Anwälten mit adäquater Ausbildung. Allerdings haben die Schöffen in Vietnam im Gegensatz zum deutschen System eine juristische Ausbildung.

Die oberste Instanz des vietnamesischen Rechtssystems ist der Oberste Volksgerichtshof, welcher der Nationalversammlung unterstellt ist und dessen Mitglieder auf Vorschlag des Staatspräsidenten von der Nationalversammlung ernannt werden. Die Nationalversammlung bestimmt auch das Budget der Judikative. Dem Obersten Volksgerichtshof sind die Volksgerichte auf Distrikts- und Provinzebene, die Militärtribunale sowie die Verwaltungs-, Wirtschafts- und Arbeitsgerichte unterstellt.

Die Todesstrafe ist in Vietnam nicht abgeschafft; sie wird unter anderem gegen Personen verhängt, die der Korruption oder des Drogenhandels überführt wurden.

Politische Indizes

Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes
Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
Fragile States Index 63,3 von 120 114 von 179 Stabilität des Landes: Warnung
0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
2021
Demokratieindex 2,94 von 10 131 von 167 Autoritäres Regime
0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
2021
Freedom in the World Index 19 von 100 Freiheitsstatus: unfrei
0 = unfrei / 100 = frei
2022
Rangliste der Pressefreiheit 78,46 von 100 175 von 180 Sehr ernste Lage für die Pressefreiheit
0 = gute Lage / 100 = sehr ernste Lage
2021
Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 39 von 100 87 von 180 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2021

Außenpolitik

Standorte der diplomatischen Vertretungen Vietnams

Während des Vietnamkrieges und danach war Vietnam in Südostasien weitgehend isoliert. Die USA hatten ein Wirtschaftsembargo verhängt und drängten auch andere Staaten, Vietnam zu boykottieren. Speziell nach dem Einmarsch in Kambodscha (1978–1989) waren auch die Beziehungen zur Volksrepublik China so gespannt, dass an der vietnamesisch-chinesischen Grenze ein Krieg ausbrach. Vietnam integrierte sich deshalb sehr stark in den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW). Aus der Isolierung kam das Land erst nach dem Rückzug aus Kambodscha 1991 heraus.

In den 1990er Jahren entspannten sich die Beziehungen zu allen Nachbarstaaten. Im Jahr 1991 nahm das Land wieder diplomatische Beziehungen zu China sowie den meisten Ländern Europas und Ostasiens auf. Unterhielt Vietnam vor dem Ende des Kalten Krieges nur zu 23 nicht-kommunistischen Staaten diplomatische Beziehungen, sind es heute 172. Es gibt Handelsabkommen mit 76 Ländern sowie eine ebenso hohe Anzahl an Ländern mit Meistbegünstigtenstatus. Die USA haben ihr Embargo gegen Vietnam aufgehoben und so wurde der Beitritt zur Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds und zur Asiatischen Entwicklungsbank möglich. Im Juli 1995 trat Vietnam der ASEAN bei, 1998 der APEC. Seit dem 11. Januar 2007 ist Vietnam 150. Mitglied der WTO. Von 2008 bis 2009 war das Land eines von zehn nicht-ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats.

Von besonderem Interesse für Vietnam sind die Beziehung zur asiatisch-pazifischen Region, und hier besonders zu China, als ebenfalls sozialistischem Staat und Hauptordnungsmacht in der Region. Auch mit Deutschland gibt es einige Kooperationen. Die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Rosa-Luxemburg-Stiftung und das Goethe-Institut haben Außenstellen in Vietnam. Im Jahr 2010 riefen mehrere Organisationen das Veranstaltungsjahr „Deutschland in Vietnam“ aus, bei dem diverse Veranstaltungen deutscher Kultur in Vietnam stattfanden. Parallel dazu wurde auch ein Veranstaltungskalender „Vietnam in Deutschland“ erstellt. Die mutmaßliche Entführung des vietnamesischen Managers Trịnh Xuân Thanh, der sich als Asylbewerber in Deutschland aufhielt, am 23. Juli 2017 durch den vietnamesischen Geheimdienst, veranlasste die Bundesregierung, einen vietnamesischen Diplomaten auszuweisen.

Grenzstreitigkeiten gibt es mit einer Reihe von Staaten um die Paracel-Inseln sowie die Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer.

Militär

Flagge der Vietnamesischen Volksarmee

Die Vietnamesische Volksarmee ging auf die Gründung eines vietnamesischen kommunistischen Staates während der Augustrevolution zurück. Die Streitkräfte spielten im Indochinakrieg und Vietnamkrieg die entscheidende Rolle zum Erreichen der Unabhängigkeit und Einheit des Landes im Rahmen eines kommunistischen Staates. Im Kambodschanischen Bürgerkrieg besetzten die Streitkräfte Teile des Nachbarlandes. 1979 verteidigten die Streitkräfte den Nordteil des Landes gegen eine chinesische Invasion. Die Streitkräfte unterliegen einer rigorosen politischen Kontrolle durch die kommunistische Partei. Darüber hinaus besitzen die Streitkräfte eigene Unternehmen, etwa das Telekommunikationsunternehmen Viettel.

Die Landstreitkräfte haben eine Stärke von etwa 412.000 Mann; es existiert eine allgemeine Wehrpflicht für alle Männer, die in der Regel zwei Jahre dauert. Die Marine hat 42.000 Mann; die modernste Teilstreitkraft Vietnams ist die Luftwaffe mit 30.000 Mann. Ihre Hauptstärke besteht aus 124 MiG-21, 53 Su-22, 12 Su-27 und 24 Su-30.

Soldaten der Vietnamesischen Volksarmee

Vietnam sieht sich momentan keinen Bedrohungen von außen gegenübergestellt. Die Regierung hat deshalb in den vergangenen Jahren die Truppenstärke und Verteidigungsausgaben reduziert. Es wird geschätzt, dass Vietnam 2017 knapp 2,3 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 5,1 Milliarden Dollar für seine Streitkräfte ausgab. Trotzdem gehört das vietnamesische Militär zu den mächtigsten und schlagkräftigsten in der Region. Auch innenpolitisch ist das Militär stark, viele ranghohe Militärs nehmen einflussreiche Positionen in Partei- und Staatsführung ein. Nach den militärischen Auseinandersetzungen mit Frankreich, den USA und China hat es in der Bevölkerung starken Rückhalt. Vietnam lag 2018 auf Platz 16 von 155 Ländern im Globalen Militarisierungsindex (GMI). Gemäß dem Ranking von Global Firepower (2018) gehört das Land zu den 20 stärksten Militärmächten der Welt.

Neben der regulären Armee gibt es paramilitärische Reserveeinheiten, deren Stärke auf 4 bis 5 Millionen Mann geschätzt wird. Hierzu gehören die Selbstverteidigungskräfte und die Volksmiliz.

Hauptartikel: Wirtschaft Vietnams
Skyline von Hanoi

Vietnam gehört zu jenen Staaten, die sich in einer Transformation von der Zentralverwaltungswirtschaft zur sozialistischen Marktwirtschaft befinden. Dieser Prozess hat in Vietnam ein rasantes Wirtschaftswachstum ausgelöst und das Land zu einem attraktiven Investitionsstandort für internationale Unternehmen werden lassen. Die Weltbank stuft Vietnam seit Beginn 2011 als Schwellenland ein.

Gemäß dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI) zählt Vietnam zu den Ländern mittlerer Entwicklung. Mit einem HDI von 0,693 steht es an der Schwelle zu den Ländern hoher menschlicher Entwicklung. Seit 1990 ist der HDI von Vietnam stark angestiegen. Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Vietnam Platz 67 von 141 Ländern (Stand 2019). Im Index für wirtschaftliche Freiheit belegte das Land 2018 Platz 141 von 180 Ländern und wurde als „größenteils unfrei“ eingestuft.

Wirtschaftsgeschichte

Blick vom Saigon-Fluss auf Downtown Ho-Chi-Minh-Stadt
Langfristige Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts pro Kopf

Nach der Wiedervereinigung Vietnams stand die Wirtschaft des Landes vor dem Problem, in zwei Hälften geteilt zu sein, die nach komplett verschiedenen Mustern organisiert waren: Im Norden gab es die kommunistische, planwirtschaftlich organisierte Hälfte, deren Landwirtschaft in Kooperativen betrieben wurde und dessen Land zudem durch die Armee der USA im Vietnamkrieg stark zerbombt worden war. Der Süden hingegen war einige Zeit marktwirtschaftlich organisiert, hatte aber während der vergangenen zwei Jahrzehnte eine Wirtschaft entwickelt, die vollständig vom Zustrom amerikanischen Geldes abhing, das bedingt durch die Militärpräsenz zufloss.

Der Süden wurde nach sowjetischem Vorbild restrukturiert, die Landwirtschaft kollektiviert und die Betriebe wurden verstaatlicht. Im Jahr 1978 trat Vietnam dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe bei, während die USA ein Wirtschaftsembargo über Vietnam verhängten, das nicht nur Amerikanern verbot, mit Vietnam Handel zu treiben, sondern auch den IWF, die Weltbank und ähnliche Organisationen daran hinderte, Vietnam Aufbaukredite zu geben.

Keangnam Hanoi Landmark Tower in Hanoi, mit 336 Metern zweithöchstes Gebäude Vietnams

Das Resultat aus der Unproduktivität der Staatsbetriebe und der kollektivierten Landwirtschaft, den Handelshindernissen und den massiven Umweltschäden aus dem Vietnamkrieg war schreckliche Armut. Repressionen der kommunistischen Führung gegen die früheren Feinde, Armut und Enteignungen der Privatwirtschaft im Süden veranlassten mehr als eine halbe Million Vietnamesen dazu, als Boatpeople unter Lebensgefahr das Land zu verlassen. Die Anzahl Überlebender wird auf nur 20 % bis 40 % geschätzt. Angesichts offensichtlicher ökonomischer Probleme entschied sich die Kommunistische Partei 1979 dazu, private Wirtschaftssubjekte stärker zu fördern und 1981 wurden in der Landwirtschaft die ersten Reformschritte gesetzt. Weitere Reformen blieben jedoch wirkungslos, es kam zu wirtschaftlicher Stagnation und Hyperinflation sowie zu schwerwiegenden Versorgungsengpässen. 1980 lag die Reisproduktion pro Kopf mit 265 kg unter der Subsistenzgrenze von 300 kg pro Kopf und Jahr. Das Einzige, was Vietnam halbwegs am Leben hielt, war Wirtschaftshilfe der RGW-Staaten, die sich auf geschätzte drei Milliarden Dollar jährlich belief.

Im Jahr 1986 starb Lê Duẩn und machte Platz für eine reformorientierte, jüngere Generation. Unter Nguyễn Văn Linh wurde Đổi mới (Wirtschaftserneuerung) angekündigt und ab 1989 wurden die ersten Maßnahmen dieser Reformpolitik verwirklicht. Das bedeutete, dass die zentrale Planung aufgegeben, die Kollektivierung schrittweise abgeschafft und marktwirtschaftliche Reformen eingeführt wurden. Allerdings gab die KPV keineswegs ihre sozialistische Prägung auf, denn es wurde betont, dass eine sozialistische Marktwirtschaft aufgebaut werde, welche die erste Stufe des Übergangs zum Kommunismus sei. Ausländischen Firmen wurde erlaubt, in Vietnam zu investieren. Als Vietnam am Beginn der 1990er Jahre aus der internationalen Isolation fand, in die es durch die Intervention in Kambodscha gekommen war, und die Amerikaner 1993 ihr Wirtschaftsembargo aufhoben, flossen so viele ausländische Investitionen und Finanzhilfe in das Land, dass das Wirtschaftswachstum zeitweise 10 % pro Jahr überstieg. Aus dem früheren Mangelland Vietnam wurde, speziell durch die Reformen in der Landwirtschaft, der zweitgrößte Reisexporteur der Welt. 2003 lag die Reisjahresproduktion pro Kopf bei rund 470 kg.

Markt in Hanoi

Ein beträchtlicher Teil der Wirtschaftsleistung wird durch finanzielle Unterstützung, Waren und Investitionen von Auslandsvietnamesen (vor allem aus den USA) erbracht; für das Jahr 2000 wurde dieser Betrag auf eine Milliarde US$ geschätzt.

Vietnam hat 2009 die Grenze von 1000 USD Jahreseinkommen pro Kopf überschritten und ist seitdem ein „Middle Income Country“. 2018 wurde das Bruttoinlandsprodukt auf 241 Mrd. USD geschätzt, demnach 2546 USD pro Kopf. Allerdings ist das Volkseinkommen zwischen Stadt und Land sehr ungleich verteilt. Nach wie vor leben 60 Prozent der Bevölkerung auf dem Land, erwirtschaften dort aber nur 20 Prozent des Volkseinkommens. Die Inflationsrate lag in Vietnam 2017 bei 3,52 %.

Das um die Kaufkraftparität bereinigte BIP pro Person lag 1999 noch bei 410 US$ (Stadt 640, Land 180), 2016 schon bei etwa 6530 US$, was ca. 18 Dollar/Tag entspricht. Immer noch etwa 6 % der Bevölkerung verdienen weniger als einen US$ pro Tag.

Auf dem X. Parteikongress der KPV, der vom 18.–25. April 2006 in Hanoi stattfand, verabschiedeten 1178 Delegierte den Fünf-Jahres-Plan für den Zeitraum 2006–2010 (Socio-Economic Development Plan for the Five Year Period 2006–2010). Gemäß diesem Plan soll Vietnam bis 2020 ein Industrieland werden; das Wirtschaftswachstum soll bis dahin zwischen 8 und 8,5 % bleiben. Bezeichnenderweise hielt sich gleichzeitig der ehemalige Microsoft-Chef Bill Gates auf Einladung der vietnamesischen Regierung ebenfalls in Hanoi auf.

Im Mai 2006 wurde bekannt, dass Vietnam und die USA im Juni 2006 ein bilaterales Handelsabkommen abschließen wollen. Im November 2006 fand in Hanoi zudem das Gipfeltreffen der APEC-Staaten statt, an dem auch US-Präsident George W. Bush teilnahm. Zum 11. Januar 2007 trat Vietnam der Welthandelsorganisation WTO bei.

Landwirtschaft

Anbau von Nassreis
Pflügen des Reisfeldes mit Wasserbüffel und Holzpflug

Vietnam war bis vor wenigen Jahren ein fast ausschließlich agrarisch geprägtes Land. Bis heute sind in der Landwirtschaft 40 % der Arbeitskräfte Vietnams tätig, jedoch trägt dieser Sektor nur mehr 15 % des BIPs bei. Für 2007 verzeichnete man einen Zuwachs von 3,4 %, trotz zahlreicher Naturkatastrophen.

Der von den französischen Kolonialherren 1857 in Vietnam eingeführte Kaffeeanbau hat sich in den letzten 25 Jahren rasant entwickelt, von einer Anbaufläche von 22.000 Hektar 1980 auf heute eine halbe Million Hektar. Damit ist Vietnam hinter Brasilien der weltweit zweitgrößte Kaffeeproduzent geworden. Auslöser für diese Entwicklung war die DDR. Wegen der in den 1980er Jahren stetig gestiegenen Preise für Rohkaffee und dem immensen Bedarf der DDR an diesem wurde ein Ausweg aus dem Problem gesucht, wertvolle harte Währung für Kaffee ausgeben zu müssen. Das damalige sozialistische Bruderland Vietnam bietet gute klimatische Voraussetzungen für den Kaffeeanbau in mittlerweile auch weltmarktfähiger Qualität. Eines der Zentren des vietnamesischen Kaffeeanbaus ist die südliche Hochland-Provinz Đắk Lắk (durchschnittlich bei einer Höhe von600 m).

Vietnam ist der fünft-größte Reisproduzent (Stand: 2016). In den letzten Jahren ist Vietnam zum viert-größten Fischproduzenten aufgestiegen. Die Mehrheit der jährlichen Produktion von 6,4 Mio. Tonnen (2016) stammt bereits aus der Zucht und nicht mehr aus der traditionellen Fischerei.

Rohstoffe und Energie

Siehe auch: Vinacomin

Vietnam verfügte Ende 2017 über bekannte Erdölreserven in Höhe von etwa 600 Millionen Tonnen (bzw. 4400 Millionen Barrel). 2017 wurden täglich ca. 335.000 Barrel gefördert und 486.000 Barrel verbraucht. Die Erdölförderung stagnierte in den letzten 10 Jahren, während der Verbrauch stark zugenommen hat (2007 lag der tägliche Verbrauch noch bei 283.000 Barrel). In Vietnam gibt es eine Raffinerie, die Dung Quất Raffinerie, und eine zweite ist in Bau. Die Raffineriekapazität lag 2017 bei 167.000 Barrel pro Tag.

In Vietnam gibt es weiterhin große Vorkommen von Anthrazitkohle (Reserven von 3.116 Millionen Tonnen) und Erdgas sowie Antimon, Bauxit, Chrom, Gold, Eisen, Phosphaten, Zinn und Zink.

2014 war Vietnam mit 41 Mio. t weltweit dreizehntgrößter Steinkohleförderer.

2017 wurden in Vietnam 190,3 Milliarden Kilowattstunden elektrischer Energie erzeugt. 2005 waren es noch 51,3 Milliarden kWh und 1995 gar nur 14,3 Milliarden. 70,2 Milliarden kWh (37 %) entfielen auf Wasserkraft, 74,3 Milliarden kWh (39 %) auf Kohle und 44,4 Milliarden kWh (23 %) auf Erdgas. Im November 2016 wurden Pläne, ein Kernkraftwerk in der Provinz Ninh Thuận zu errichten, aufgegeben.

Industrie

Die Industrie trug 2007 42 % zum BIP bei und ist Hauptsäule des Wirtschaftswachstums des Landes mit 10,6 % Zuwachs in diesem Jahr. Der wichtigste Industriezweig ist die Herstellung von Textilien und Schuhen, daneben sind die Herstellung von Zement, Stahl und die Montage von Automobilen bedeutend. Etwa 40 % der Industriebetriebe Vietnams befinden sich nach wie vor in staatlicher Hand und mindestens ein Viertel davon arbeitet defizitär; trotzdem hat die Regierung 2002 beschlossen, dass alle Betriebe, die in sensitiven Bereichen tätig sind, zu 100 % unter staatlicher Kontrolle bleiben. Die vietnamesischen Betriebe sind in der Regel sehr klein und kapitalschwach. Es wird erwartet, dass viele davon die schnell fortschreitende wirtschaftliche Öffnung Vietnams nicht überleben werden.

Wirtschaftsstruktur

Terrassenfeldbau in Nordvietnam

Vor der Einführung von Đổi mới waren private Unternehmen, abhängig vom Wirtschaftssektor, entweder verboten oder vernachlässigbar. Nur Familienbetriebe waren legal. Einige Zeit nach dem Beginn der Reformen, im Jahr 2002, betrug der Anteil des privaten Sektors am BIP etwa 40 %, wobei der Anteil in der Landwirtschaft besonders hoch war und der Anteil an der Industrieproduktion etwa ein Drittel ausmachte.

Die Asienkrise 1998 hat auch Vietnam stark getroffen und das Wirtschaftswachstum (2001: etwa 5 %) sowie das Interesse ausländischer Investoren hatten zwischenzeitlich merklich nachgelassen. Die Regierung war nun gezwungen eine Reihe von Reformen umzusetzen, um der Wirtschaft weiterhin ein starkes Wachstum zu ermöglichen. Dies beinhaltet vor allem eine Reform der Rechtsordnung, denn rechtliche Unsicherheit schreckte viele potentielle Investoren ab. Ebenso war die Frage von Eigentum an Grund und Boden nicht restlos geklärt und die Unmöglichkeit, landwirtschaftliche Flächen in Industrieflächen umzuwidmen, hat dazu geführt, dass die Preise für Industrieland jene in Japan zeitweise überstiegen.

Die staatlichen Unternehmen stellen für die vietnamesische Wirtschaft ein Problem dar: Sie sind meist unrentabel, international nicht konkurrenzfähig und haben eine hohe Menge an Krediten, die sie wahrscheinlich nicht zurückzahlen werden können und damit das ganze Bankensystem bedrohen. Eine Anzahl von Staatsbetrieben wurde bereits mit anderen Staatsbetrieben fusioniert, oder geschlossen. Der Prozess läuft aber wegen der sozialen Auswirkungen (Arbeitslosigkeit) recht schleppend.

Die Wirtschaft ist durch einen starken Unterschied zwischen dem Norden und dem Süden geprägt, wobei die Wirtschaft im Süden bedeutend dynamischer ist als im Norden. Dies wird meist damit begründet, dass die strategische Lage des Südens besser ist und dass dort Đổi mới – aufgrund der kürzer zurückliegenden Erfahrung mit den Marktmechanismen – schneller gegriffen hat als im Norden.

Die Inflation, die in den 1980er Jahren ein großes Problem darstellte, ist mittlerweile unter Kontrolle. Als Erinnerung an die Inflation bleiben astronomisch wirkende Preise mit vielen Nullen. Es gibt Scheine von 500 bis 500.000 Dong Nennbetrag und mittlerweile auch Münzen ab 500 Dong. Ein Euro ist etwa 25.000 Dong wert (2017), der größte Schein also nur gut 20 €, so dass es normal ist, dass man es bei großen Beträgen mit Bündeln, in Geschäften und Banken bei der Abrechnung auch mit Säcken von Geldscheinen zu tun hat.

Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2017 bei nur 2,2 %, allerdings sind viele Beschäftigungsverhältnisse informeller Natur und Unterbeschäftigung ist verbreitet. 2017 arbeiteten 40,3 % aller Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, 25,7 % in der Industrie und 34 % im Dienstleistungssektor. Die Gesamtzahl der Beschäftigten wird für 2017 auf 54,8 Millionen geschätzt.

Außenwirtschaft

Täglicher Ölverbrauch einiger Länder in Südostasien, Liter pro Tag/Einwohner

Vietnams Außenhandel hat sich in den Jahren seit seiner Integration in die Weltwirtschaft rasant entwickelt und die vietnamesische Volkswirtschaft hat einen Offenheitsgrad erreicht, der etwa dem Thailands entspricht. 2016 wurden Waren im Wert von 176,6 Milliarden US-Dollar exportiert, was gegenüber 2015 einer Steigerung von 9,0 % entspricht. Wichtigste Exportprodukte sind Rohöl, Güter der Leichtindustrie, wie etwa Textilien, Schuhe oder Elektro- und Elektronikgeräte, Holzprodukte und landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Meeresfrüchte, Fisch, Reis und Kaffee. Im Jahr 2008 war Vietnam der zweitgrößte Kaffeeproduzent der Welt. Hauptabnehmer für vietnamesische Erzeugnisse sind die USA, die EU-Länder, China und die anderen ASEAN-Staaten.

Vietnams Importe machten 2016 einen Wert von 174,1 Milliarden US-Dollar aus, sie stiegen gegenüber 2016 um 5,0 %. Importiert werden vor allem Maschinen und Fahrzeuge, Erdölprodukte, Eisen und Stahl, Textil- und Ledermaterialien sowie Computer und IT-Ausrüstungen. Die wichtigsten Lieferanten sind die VR China, die anderen ASEAN-Staaten, die EU, Südkorea und Japan. Die USA spielen als Lieferanten für Vietnam eine nur sehr untergeordnete Rolle.

Mit einem Warenhandelsvolumen von gut 50 Milliarden Euro war Vietnam zuletzt der zweitwichtigste EU-Handelspartner in Südostasien, die EU ist ihrerseits global der viertwichtigste Handelspartner Vietnams. Zwischen 2014 und 2018 wuchs der gegenseitige Warenhandel bereits durchschnittlich um 15 % jährlich. Um das volle Potenzial der gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen zu heben, haben sich die EU und Vietnam auf ein umfangreiches Freihandelsabkommen zwischen Vietnam und der Europäischen Union (EVFTA) geeinigt, dem nach dem Europaparlament nun auch der Rat der Europäischen Union zugestimmt hat. Nach der noch notwendigen Ratifizierung durch die vietnamesische Nationalversammlung könnte das EVFTA im Frühsommer 2020 in Kraft treten.

Vietnam hat ein relativ hohes Handelsbilanzdefizit, das durch die Einnahmen aus dem Tourismus, durch Zuflüsse von ausländischen Direktinvestitionen, Entwicklungshilfe (2007: 5,4 Milliarden US-Dollar) und Überweisungen von Auslandsvietnamesen (2007: mehr als 5,5 Milliarden US-Dollar) ausgeglichen wird. Deshalb sind Leistungs- und Zahlungsbilanz unter Kontrolle. Aufgrund seiner Attraktivität als Produktionsstandort ist die Handelsbilanz Vietnams inzwischen positiv (Stand 2016). Sogar chinesische Unternehmen haben aufgrund der niedrigeren Lohnkosten ihre Produktion nach Vietnam verlagert.

Vietnam bleibt ein bevorzugtes Ziel für ausländische Direktinvestitionen. Der größte Investor Vietnams 2016 war Südkorea mit einem neu registrierten Investitionsbetrag in Höhe von 5,518 Mrd. USD, entsprechend 36,3 % des gesamten Investitionsvolumens. Danach folgten Singapur mit 1,59 Mrd. USD, Hong Kong mit 1,1 Mrd. USD und Japan 868 Mio. USD. Deutschland steht mit ca. 300 in Vietnam aktiven Unternehmen und einem kumulierten Investitionsbetrag von 1,357 Mrd. USD auf Rang 21 der Investorenliste.

Die Auslandsverschuldung ist mit etwa 16,6 Milliarden US-Dollar bzw. 37 % des BIP (2005) relativ niedrig. Dies liegt vor allem daran, dass Vietnam bis 1993 fast keine Kredite aus dem westlichen Ausland bekommen konnte. Bis 2016 stieg sie auf knapp 60 % des BIP an.

Die vietnamesische Währung ist inoffiziell an den US-Dollar gekoppelt (Crawling Peg).

Tourismus

Lăng Cô-Strand in Huế
Altstadt in Hội An
Hauptartikel: Tourismus in Vietnam

In Europa wurde Vietnam eher mit Vietnamkrieg, Kommunismus und Armut assoziiert und zählte zunächst nicht zu den klassischen Urlaubsländern. Bis vor wenigen Jahren wurde Vietnam deshalb fast ausschließlich von Leuten besucht, die sich für die Kultur interessieren, Abenteuer erleben wollten oder mit dem Land nach dem Vietnamkrieg in der einen oder anderen Art emotional verbunden waren.

Seit etwa 1999 erlebt Vietnam einen Boom im Tourismus. Neben Studienreisenden kommen auch immer mehr Rucksack-, Pauschal- und Badetouristen, letztere vor allem aus anderen asiatischen Ländern. Dies beruht z. T. auf einem „Ausweich-Effekt“, der mit der anhaltenden Gewalt und den Terroranschlägen auf den Philippinen und in Indonesien begründet ist, wohingegen Vietnam ein sicheres Land mit niedriger Kriminalität ist. Mittlerweile fahren auch Kreuzfahrtschiffe vietnamesische Häfen an bzw. ankern vor der Küste und bieten Tagesausflüge nach Ho-Chi-Minh-Stadt, Nha Trang, Đà Nẵng oder Huế an.

In den letzten Jahren wurden in einigen Fischerdörfern eilig einige internationale Hotels und Resorts hochgezogen, Restaurants für Ausländer eröffnet und der Aufbau einer touristischen Infrastruktur in Angriff genommen. Mehrere hunderttausend Menschen sind bereits im Tourismus beschäftigt.

Die am meisten besuchten Reiseziele in Vietnam sind Ho-Chi-Minh-Stadt mit rund 5,8 Millionen internationalen Besuchern, gefolgt von Hanoi mit 4,6 Millionen und der Hạ Long Bucht mit 4,4 Millionen Besuchern. Alle drei befinden sich in den Top 100 der meistbesuchten Städte der Welt. In Vietnam gibt es 8 UNESCO-Welterbestätten. In Südostasien gibt es kein Land mit mehr Welterbestätten. Im Jahr 2018 wurde Hội An vom bekannten Reisemagazin "Travel and Leisure" zu den 15 besten Reisezielen der Welt gewählt.

Ab dem Jahr 2020 ist der Hanoi Street Circuit Teil der Formel-1-Rennserie. Dieser befindet sich in der Hauptstadt Vietnams und sollte am ersten GP-Wochenende Anfang April 2020 stattfinden und 300.000 Zuschauern Unterhaltung bieten; allerdings wurde das Rennen aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt, so dass der erste vietnamesische Grand Prix im Jahre 2021 stattfinden soll.

Wirtschaftskennzahlen

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real
in % gegenüber dem Vorjahr
Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Veränderung in % gg. Vj. 7,5 7,0 7,1 5,7 5,4 6,4 6,2 5,2 5,4 6,0 6,7 6,2 6,8
Quelle: Weltbank
Entwicklung des BIP (nominal)
absolut (in Mrd. US$) je Einwohner (in Tsd. US$)
Jahr 2015 2016 2017 Jahr 2015 2016 2017
BIP in Mrd. US$ 193,2 202,6 223,9 BIP je Einw.
(in Tsd. US$)
2,06 2,17 2,34
Quelle: Weltbank
Entwicklung der Inflationsrate Entwicklung des Haushaltssaldos
in % gegenüber dem Vorjahr in % des BIP
(„minus“ = Defizit im Staatshaushalt)
Jahr 2014 2015 2016 Jahr 2016 2017 2018
Inflationsrate 4,1 0,9 2,0 Haushaltssaldo −4,5 −3,2 ~−2,2
Quelle: GTAI ~ = geschätzt
Haupthandelspartner (2016)
Ausfuhr (in %) nach Einfuhr (in %) von
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 20,7 China Volksrepublik Volksrepublik China 29,8
China Volksrepublik Volksrepublik China 10,2 Korea Sud Südkorea 16,6
Japan Japan 8,7 Japan Japan 8,6
Korea Sud Südkorea 5,5 Taiwan Taiwan 6,6
Hongkong Hongkong 4,3 Thailand Thailand 5,0
Deutschland Deutschland 3,5 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4,7
Vereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate 3,5 Singapur Singapur 3,6
sonstige Länder 43,6 sonstige Länder 25,1
Quelle: GTAI
Hauptprodukte des Außenhandels (2016)
Ausfuhrgüter (Anteil in %) Einfuhrgüter (Anteil in %)
Elektronik 29,2 Elektronik 20,2
Textilien u. Bekleidung 17,1 Maschinen 11,8
Nahrungsmittel 12,4 Textilien u. Bekleidung 8,2
Quelle: GTAI
Entwicklung des Außenhandels
in Mrd. US$ und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
2014 2015 2016
Mrd. US$ % gg. Vj. Mrd. US$ % gg. Vj. Mrd. US$ % gg. Vj.
Einfuhr 147,8 +11,9 165,8 +12,1 174,1 +5,0
Ausfuhr 150,2 +13,7 162,0 +7,9 176,6 +9,0
Saldo +2,4 −3,8 +2,5
Quelle: GTAI

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 57,2 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 48,0 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 4,5 % des BIP.

Die Staatsverschuldung betrug 2016 126 Mrd. US-Dollar oder 62,4 % des BIP.

Die Staatsausgaben entfielen in % des BIP unter anderem auf folgende Bereiche:

Erreichbarkeit

In den letzten Jahren konnte die Infrastruktur des Landes, dank hoher Investitionen, deutlich verbessert werden. Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird, belegte Vietnam 2018 den 39. Platz unter 160 Ländern.

Die zwei größten Städte des Landes, Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt haben internationale Flughäfen, die von wenigen europäischen (unter anderem Frankfurt, London und Paris), aber den meisten asiatischen Großstädten direkt angeflogen werden. Daneben gibt es Eisenbahnverbindungen von und nach China und Straßenverbindungen in alle Nachbarländer. Die Grenzübergänge sind meist nur am Tag geöffnet. Ausländer können, sofern sie alle notwendigen Papiere haben, jeden beliebigen Grenzübergang zur Einreise benutzen.

Straßenverkehr

Einige der auf über 2 Millionen geschätzten Mopeds in Ho-Chi-Minh-Stadt
Stadtbusse in Ho-Chi-Minh-Stadt

Vietnams Straßen haben eine Länge von insgesamt etwa 210.000 Kilometern, wovon nur etwa 13,5 % in einem guten Zustand und 29 % asphaltiert sind. 10 % der vietnamesischen Dörfer sind jährlich wegen unpassierbarer Straßen mehr als einen Monat von der Außenwelt abgeschnitten.

Durch starke Anstrengungen im Tiefbau wächst der Anteil, der internationalen Standards entspricht, stetig; vorerst meist in den Einzugsgebieten von Großstädten. Trotz der fortschreitenden Asphaltierung ist der größere Teil in eher schlechtem Zustand. Straßen in einer Qualität, die man als Autobahn bezeichnen könnte, gibt es nur wenige. Die wichtigste Straße Vietnams, die über 2100 km als verkehrstechnisches Rückgrat durch das gesamte Land von der chinesischen Grenze bis ins Mekongdelta verläuft, ist die Nationalstraße 1, vietnamesisch Quốc lộ 1A.

Derzeit wird an einer zweiten Nord-Süd-Verbindung gebaut, dem so genannten Ho-Chi-Minh-Highway, der auf weiten Strecken entlang der Strecke des berühmten Ho-Chi-Minh-Pfads verläuft. Nach ihrer Fertigstellung soll diese 1690 km lange und 500 Millionen US-Dollar teure Straße Hanoi mit Ho-Chi-Minh-Stadt verbinden. 2006 waren bereits 960 km der Strecke zwischen den Orten Khe Co (Provinz Ha Tinh) und Ngoc Hoi (Provinz Kon Tum) in Form einer meist zweispurigen Asphaltstraße fertig gestellt. Nach der Fertigstellung wird diese Route eine attraktive Alternative zur Nationalstraße 1 darstellen. Zum einen wird der Verkehr weniger dicht sein, zum anderen führt die geplante Strecke durch reizvolle Landschaften. Dabei wird sie allerdings auch einige der letzten, bisher unberührten Wildnisgebiete und Nationalparks an der laotischen Grenze durchschneiden.

In Vietnam herrscht offiziell Rechtsverkehr. In der Regel wird jedoch gefahren, wo gerade Platz ist. Kreuzungen, die mit Ampeln geregelt sind, kommen eher in den Städten vor. Auch wenn die Regierung versucht, den Busverkehr zu fördern, ist das bedeutendste Nahverkehrsmittel das Moped, das bei wohlhabenderen Familien zunehmend vom Auto abgelöst wird. Die bis vor wenigen Jahren allgegenwärtigen Fahrrad-Rikschas (Cyclo) richten sich in den Großstädten heute meist an die Touristen. Auch andere Formen des „Taxifahrens“ sind bei Touristen populär, so in den Innenstädten das Mopedtaxi (Xe Ôm). Seit 2007 gilt in Vietnam die Helmpflicht, und die Bußgelder sind recht hoch. Es ist erlaubt, maximal zwei schwere oder drei leichte Personen mit einem Moped zu befördern.

Schienenverkehr

Ga Hanoi, Hauptbahnhof der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi
Zug in Hanoi

Das vietnamesische Eisenbahnnetz besteht aus sechs Linien mit 3260 Kilometern Schiene, stammt größtenteils aus der Kolonialzeit und wird nur langsam modernisiert. Die längste Linie führt von Hanoi nach Ho-Chi-Minh-Stadt; für die 1730 Kilometer benötigt der Reunification Express 29,5 Stunden. Das Bahnnetz ist überwiegend in Meterspur ausgeführt, zwischen Hanoi und der chinesischen Grenze gibt es ein Dreischienengleis mit Normalspur. Grenzüberschreitende Verbindungen gibt es zurzeit nur nach China über den Grenzübergang Đồng Đăng.

Die Züge sind ausschließlich dieselbetrieben. Ältere Fahrzeuge stammen großteils aus sowjetischer Produktion, in den letzten Jahren ist China der Hauptlieferant. Pläne zur Errichtung einer Hochgeschwindigkeitsstrecke wurden aufgrund zu hoher Kosten nicht umgesetzt.

Fahrkarten werden in verschiedenen Klassen verkauft (drei Sitzplatzkategorien, Schlafabteile mit zwei bis sechs Plätzen pro Abteil). Alle Klassen außer der billigsten sind klimatisiert. Die Züge fahren recht langsam, sind dafür sicher und vergleichsweise pünktlich. Für längere Fahrten empfehlen sich Liege- oder Schlafwagen, die man längere Zeit im Voraus buchen sollte.

In Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt werden U-Bahn-Systeme gebaut und geplant, die ab 2021 in Betrieb gehen sollen.

Luftverkehr

Die wichtigste Fluglinie des Landes ist die staatliche Vietnam Airlines. Sie bietet zahlreiche Flüge in andere asiatische Länder sowie einige Interkontinentalstrecken an und bedient die meisten Flughäfen in Vietnam. Besonders hier sind neben den Strecken zwischen den großen Städten des Landes auch die abgelegenen kleineren Städte im eher schwach erschlossenen Bergland von Bedeutung, die hier zumeist über einen eigenen Flugplatz verfügen. Die Flotte von Vietnam Airlines entspricht internationalem Niveau. Im regionalen Flugverkehr Südvietnams ist die Vietnam Air Service Company (VASCO) aktiv, eine Tochtergesellschaft der Vietnam Airlines.

Flugzeuge der wichtigsten Fluggesellschaft Vietnams, der Vietnam Airlines auf dem Flughafen Tan-Son-Nhat in Ho-Chi-Minh-Stadt

Überwiegend auf den Inlandsmarkt sind die Billigfluglinien Jetstar Pacific Airlines und VietJet Air fokussiert. Anfang 2019 nahm auch Bamboo Airways den Betrieb auf. Diese Fluglinien besitzen westlichem Standard entsprechende Flotten mit nur einer Beförderungsklasse und haben relativ günstige Tarife, die jedoch die Gepäckbeförderung nicht einschließen.

Wasserverkehr

Fähre in Ho-Chi-Minh-Stadt

Vietnam verfügt über etwa 5000 Kilometer Wasserstraßen, die ganzjährig befahrbar sind. Besonders im Mekongdelta ist der Wassertransport wichtig, und die Straßen werden durch zahlreiche Flussarme unterbrochen, die mittels Fähre überbrückt werden müssen.

Die wichtigsten Seehäfen sind Ho-Chi-Minh-Stadt, Hải Phòng, Đà Nẵng, Quang Ninh, Qui Nhon sowie Cần Thơ. 2005 wurden etwa 15 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen, nach 4,5 Millionen im Jahr 1993.

Telekommunikation

Im Telefonnetz Vietnams gab es in den letzten Jahren viele Investitionen. Wo investiert wurde, kommt modernste Technologie zum Einsatz, dementsprechend zuverlässig und komfortabel ist das Netz. Wo noch nicht investiert wurde, ist das Telekommunikationsnetz weit zurückgeblieben. Für Mitte 2004 wurden 4,9 Millionen Festnetzanschlüsse, 3,4 Millionen Mobiltelefone und 5,1 Millionen Internet-Benutzer gezählt. Im Jahr 2020 nutzten 70 Prozent der Einwohner Vietnams das Internet.

Im Jahr 2016 gab es in fast allen größeren Orten Breitbandinternet. Standardmäßig kommt hier Glasfaserkabel bis zum Endkunden zum Einsatz. Fast überall finden sich offene WLANs. In Lokalen oder Hotels gibt es standardmäßig Gratis-WLAN.

Es existieren mehrere gut ausgebaute Mobilfunknetze mit 3G- und HSDPA-Internet. Sim-Karten mit reichlich Datenvolumen werden praktischerweise an jeder Ecke angeboten. Die Tarife sind auch für Einheimische ziemlich günstig. Praktisch jeder Vietnamese verfügt inzwischen über ein Mobiltelefon oder zunehmend über Smartphones.

Die Internet-Cafés, von denen es im ganzen Land eine hohe Anzahl gibt, werden überwiegend für Onlinespiele besucht. Ähnlich wie in China ist die Regierung besorgt, dass durch das Internet das staatliche Informationsmonopol untergraben wird und letzten Endes die Legitimität der Alleinregierung der Kommunistischen Partei in Frage gestellt werden könnte. Deshalb kommt für das ganze Land ein Gateway (Vietnam Data Communications) mit Filtersystem zum Einsatz, welches unerwünschte Inhalte blockieren soll. Dazu gehörte in der Vergangenheit mehrmals die vietnamesischsprachige Webpräsenz der BBC.

Hauptartikel: Kultur Vietnams

Die vietnamesische Kultur hat ihre Anfänge in der Dong-Son-Kultur vor etwa 3000 Jahren. Sie war anderen südostasiatischen Kulturen sehr ähnlich.

Die heutige vielfältige Kultur Vietnams ist eine Mischung aus originären lokalen Kulturen der Vietnamesen und anderer Völker des Landes, sowie chinesischen und westlichen Elementen.

Küche

Hauptartikel: Vietnamesische Küche

Feiertage

Datum Deutscher Name Vietnames. Name Anmerkungen
1. Januar Neujahr Tết Tây
Ende Januar bis Ende Februar Fest des Ersten Morgens Tết Nguyên Đán Bedeutendstes Fest an den ersten drei Tagen des Jahres nach dem Mondkalender
30. April Tag der Befreiung des Südens Ngày Giải Phóng Miền Nam Fall von Saigon im Jahr 1975
1. Mai Tag der Arbeit Ngày Quốc Tế Lao Động
2. September Unabhängigkeitstag Quốc Khánh Unabhängigkeitserklärung von Hồ Chí Minh 1945

Medien

Alle Medien Vietnams werden vom Staat und damit der Kommunistischen Partei Vietnams gesteuert; nur von der Regierung genehmigte Informationen dürfen veröffentlicht werden. Zeitungen, die sich diesen Regeln entzogen haben, wurden wiederholt zensiert; ebenso wurden Dissidenten, die kritische Informationen über das Internet verbreitet hatten, in Haft genommen, sobald das Regime ihrer habhaft wurde. 2016 setzten sich beim Parteikongress die Hardliner der KP durch, woraufhin zahlreiche Medienschaffende zu langen Haftstrafen verurteilt wurden – oft aufgrund schwammiger Vorwürfe wie „Propaganda gegen den Staat“. Zum Stand 2018 saßen laut RSF zwanzig Online-Aktivisten und Bürgerjournalisten im Gefängnis. Im Dezember 2017 gaben die Vietnamesischen Streitkräfte den Einsatz einer Cyber-Armee zur Bekämpfung „falscher“ Informationen im Internet bekannt. Ein 2019 in Kraft getretenes Gesetz gegen Internetkriminalität schreibt ausländischen Online-Plattformen vor, die Daten einheimischer Nutzer auf Servern in Vietnam zu speichern und sie den Behörden auf Anweisung auszuhändigen. Auf der weltweite Rangliste der Pressefreiheit belegt Vietnam regelmäßig einen der letzten Plätze und wurde 2021 auf Rang 175 von 180 Ländern und Territorien gelistet.

In den Büchereien der Großstädte ist ausländische Literatur in verschiedenen Sprachen als Lehrmaterial erhältlich. Auch englischsprachige Printmedien werden in Vietnam angeboten. Dies sind zum einen Zeitschriften, die sich an Touristen richten und Reise- oder Unterhaltungsmöglichkeiten bewerben. Die meisten englischsprachigen Publikationen richten sich an Geschäftsleute und verkünden die neuesten Errungenschaften der Wirtschaftspolitik Vietnams. Ausländische Publikationen werden nicht zensiert, sind aber für die durchschnittlichen Vietnamesen sehr teuer. Alte Exemplare von ausländischen Zeitungen werden häufig von Straßenhändlern angeboten.

Logo von VTV (Vietnam TV)

Das staatliche vietnamesische Radio und Fernsehen strahlt mehrere teils landesweite, teils regionale Programme aus. Der staatliche Auslandsdienst Voice of Vietnam, der seit der Augustrevolution existiert und während des Vietnamkrieges hauptsächlich Propaganda gegen die Vereinigten Staaten ausstrahlte, sendet auch heute noch Propaganda im Sinne der Regierung. Es werden halbstündige Programme auf Englisch, Französisch, Russisch, und seit dem 1. März 2006 auch in deutscher Sprache produziert, die sich an Hörer in Europa richten. Die Sendungen werden auf Kurzwelle und via Stream ausgestrahlt und sollen in Hanoi laut einer Quelle auch auf UKW verbreitet werden.

Das staatliche Fernsehen VTV betreibt sieben Programme. Zudem sind ausländische Fernsehsender (z. B. ESPN, BBC, CNN, TV5 oder Deutsche Welle TV) mit entsprechenden digitalen Decodern empfangbar.

Portal: Vietnam – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Vietnam

Bücher

Zeitschriften

  • Vietnam Cultural Window (Cua-sâ-van-Hóa-Viêt-Nam). The Gioi Publishers, Hanoi 1998ff. (monatlich)
  • Vietnamese Studies. The Gioi Publishers, Hanoi 1964ff. (vierteljährlich)ISSN 1859-0985
  • VietNam Kurier. Freundschaftsgesellschaft Vietnam e. V., Düsseldorf 1977ff. (vierteljährlich)ISSN 0946-0691
  • Südostasien Aktuell. Institut für Asienkunde, Hamburg 1982ff. (zweimonatlich)ISSN 0722-8821
Commons: Vietnam – Sammlung von Bildern
Wikimedia-Atlas: Vietnam – geographische und historische Karten
Wiktionary: Vietnam – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikivoyage: Vietnam – Reiseführer
Wikinews: Kategorie:Vietnam – in den Nachrichten
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Landesteile: Norden | Mitte | Süden

Regionen: Nordwesten | Nordosten | Delta des Roten Flusses | Nördliche Küstenregion | Südliche Küstenregion | Zentrales Hochland | Südosten | Mekongdelta

Großstädte auf Provinzebene: Cần Thơ | Đà Nẵng | Hải Phòng | Hà Nội | Thành phố Hồ Chí Minh

Provinzen: An Giang | Bắc Giang | Bắc Kạn | Bạc Liêu | Bắc Ninh | Bà Rịa-Vũng Tàu | Bến Tre | Bình Định | Bình Dương | Bình Phước | Bình Thuận | Cà Mau | Cao Bằng | Đắk Lắk | Đắk Nông | Điện Biên | Đồng Nai | Đồng Tháp | Gia Lai | Hà Giang | Hải Dương | Hà Nam | Hà Tĩnh | Hòa Bình | Hậu Giang | Hưng Yên | Khánh Hòa | Kiên Giang | Kon Tum | Lai Châu | Lâm Đồng | Lạng Sơn | Lào Cai | Long An | Nam Định | Nghệ An | Ninh Bình | Ninh Thuận | Phú Thọ | Phú Yên | Quảng Bình | Quảng Nam | Quảng Ngãi | Quảng Ninh | Quảng Trị | Sóc Trăng | Sơn La | Tây Ninh | Thái Bình | Thái Nguyên | Thanh Hóa | Thừa Thiên Huế | Tiền Giang | Trà Vinh | Tuyên Quang | Vĩnh Long | Vĩnh Phúc | Yên Bái

Mitgliedstaaten des Verbandes Südostasiatischer Nationen (ASEAN)
Politische Gliederung Asiens

Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen
Afghanistan | Ägypten1 | Armenien | Aserbaidschan | Bahrain | Bangladesch | Bhutan | Brunei | China, Volksrepublik | Georgien | Indien | Indonesien2 | Irak | Iran | Israel | Japan | Jemen3 | Jordanien | Kambodscha | Kasachstan4 | Katar | Kirgisistan | Kuwait | Laos | Libanon | Malaysia | Malediven | Mongolei | Myanmar | Nepal | Nordkorea | Oman | Osttimor | Pakistan | Philippinen | Russland4 | Saudi-Arabien | Singapur | Sri Lanka | Südkorea | Syrien | Tadschikistan | Thailand | Türkei4 | Turkmenistan | Usbekistan | Vereinigte Arabische Emirate | Vietnam | Zypern

Abhängige Gebiete
Akrotiri und Dekelia | Britisches Territorium im Indischen Ozean | Hongkong | Kokosinseln | Macau | Weihnachtsinsel

Umstrittene Gebiete
Abchasien | Arzach, Republik | China, Republik (Taiwan) | Südossetien | Palästina | Palästinensische Autonomiegebiete | Türkische Republik Nordzypern

1 Liegt größtenteils in Afrika. 2 Liegt zum Teil auch in Ozeanien. 3 Liegt zum Teil auch in Afrika. 4 Liegt zum Teil auch in Europa.

14.033333333333107.9Koordinaten:14° N,108° O

Normdaten (Geografikum): GND:4063514-4(OGND, AKS) | LCCN:n79032186 | NDL:00560635 | VIAF:155871049

Vietnam Staat in Sudostasien Sprache Beobachten Bearbeiten Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig Weitere Bedeutungen sind unter Vietnam Begriffsklarung aufgefuhrt Vietnam vi ɛtˈna ː m vietnamesisch Việt Nam in Hanoi viɜʔt ˀ ʔ naːm Bedeutung Viet des Sudens amtlich Sozialistische Republik Vietnam vietnamesisch Cộng hoa Xa hội chủ nghĩa Việt Nam Chữ Nom 共和社會主義越南 in Hanoi kɜwŋ m ˀ ʔ hwaː s aː ˀ hoj ˀ ʔ ṯɕu ŋiɜ ˀ viɜʔt ˀ ʔ naːm ist ein langgestreckter Kustenstaat in Sudostasien Er grenzt an China Laos Kambodscha den Golf von Thailand und das Sudchinesische Meer Cộng hoa Xa hội chủ nghĩa Việt NamSozialistische Republik VietnamFlagge EmblemWahlspruch Độc lập Tự do Hạnh phuc Unabhangigkeit Freiheit Gluck Amtssprache VietnamesischHauptstadt HanoiStaats und Regierungsform Sozialistische Republik mit EinparteiensystemStaatsoberhaupt Generalsekretar der Kommunistische Partei Vietnams Nguyễn Phu Trọng de facto Prasident Nguyễn Xuan Phuc de jure Regierungschef Premierminister Phạm Minh ChinhFlache 331 690 1 km Einwohnerzahl 97 3 Millionen 15 2020 Schatzung 2 Bevolkerungsdichte 314 Einwohner pro km Bevolkerungs entwicklung 0 9 Schatzung fur das Jahr 2020 3 Bruttoinlandsprodukt Total nominal Total KKP BIP Einw nom BIP Einw KKP 2020 4 343 Milliarden USD 38 1 1 Billionen USD 26 3 521 USD 124 10 897 USD 113 Index der menschlichen Entwicklung 0 704 117 2019 5 Wahrung Đồng VND Unabhangigkeit von Frankreich am 2 September 1945 erklart 1954 anerkanntNational hymne Tiến Quan CaNationalfeiertag 2 SeptemberZeitzone UTC 7Kfz Kennzeichen VNISO 3166 VN VNM 704Internet TLD vnTelefonvorwahl 84Vorlage Infobox Staat Wartung NAME DEUTSCH Hanoi Ho Chi Minh Stadt Cần Thơ Đa Nẵng Hải Phong Điện Bien Phủ Nha Trang Huế Quy Nhơn Lao Cai Buon Ma Thuột Bien Hoa Vũng Tau Vinh Ca Mau Đa Lạt Phan xi păng Phu Quốc Con Đảo LAOS KAMBODSCHA VOLKSREPUBLIK CHINA THAILAND PAZIFIK SUDCHI NESISCHES MEER GOLF VON TONKING Das erste historisch belegte Konigreich auf dem Gebiet des heutigen Vietnams entstand im 1 Jahrtausend v Chr Danach entwickelte sich ein friedliches Zusammenleben zwischen den Yue und den Han wahrend der Trieu Dynastie 111 v Chr kam die Dynastie unter die Kontrolle der Han Chinesen als Provinz der Han Dynastie und blieb dies unterbrochen von kurzen Zeitraumen der Unabhangigkeit bis 938 n Chr als sie nach der Schlacht am Bạch Đằng Fluss die Unabhangigkeit errang Danach folgte eine Blutezeit der Kultur Gesellschaft Wirtschaft und Politik In den folgenden Jahrhunderten expandierte Vietnam nach Suden Im 19 Jahrhundert kam das Gebiet nach und nach als Teil von Franzosisch Indochina unter franzosische Kolonialherrschaft Im Zweiten Weltkrieg besetzte Japan die Region Von 1946 bis 1954 versuchte Frankreich im Ersten Indochinakrieg ohne Erfolg seine Kolonialherrschaft wiederherzustellen Als Folge der franzosischen Niederlage wurde 1954 aus Tonkin und dem nordlichen Teil Annams das sozialistische Nordvietnam mit der Hauptstadt Hanoi und aus Cochinchina und dem sudlichen Teil Annams das von den Westmachten unterstutzte Sudvietnam mit der Hauptstadt Saigon Von 1964 bis 1973 scheiterten die Vereinigten Staaten von Amerika im Vietnamkrieg Nordvietnam und die mit ihm verbundete Nationale Front fur die Befreiung Sudvietnams zu besiegen Stattdessen wurden die beiden vietnamesischen Staaten 1976 unter kommunistischer Fuhrung wiedervereinigt Seit 1986 laufen im Rahmen des Đổi mới marktwirtschaftliche Reformen In Ansatzen kam es zu einer politischen Liberalisierung Hanoi wurde 1976 Hauptstadt des wiedervereinigten Vietnams grosste Stadt nach Einwohnern ist Ho Chi Minh Stadt Saigon Haiphong Cần Thơ und Đa Nẵng sind ebenfalls bedeutende Metropolen des Landes Inhaltsverzeichnis 1 Geographie 1 1 Landschaften 1 2 Klima 1 3 Tierwelt 1 4 Umwelt 1 5 Verwaltungsgliederung 1 6 Stadte 2 Bevolkerung 2 1 Demografie 2 2 Volker 2 3 Sprachen 2 4 Religion 2 5 Bildungswesen 2 6 Gesundheitswesen 3 Geschichte 3 1 Altertum 3 2 Fruhe Dynastien 3 3 Franzosische Kolonialherrschaft 3 4 Indochinakrieg und Teilung in zwei Staaten 3 5 Vietnamkrieg 3 6 Sozialistische Republik Vietnam 4 Politik 4 1 Regierungssystem 4 1 1 Frauenwahlrecht 4 2 Verfassung und Menschenrechte 4 3 Rechtssystem 4 4 Politische Indizes 4 5 Aussenpolitik 4 6 Militar 5 Wirtschaft 5 1 Wirtschaftsgeschichte 5 2 Landwirtschaft 5 3 Rohstoffe und Energie 5 4 Industrie 5 5 Wirtschaftsstruktur 5 6 Aussenwirtschaft 5 7 Tourismus 5 8 Wirtschaftskennzahlen 5 9 Staatshaushalt 6 Infrastruktur 6 1 Erreichbarkeit 6 2 Strassenverkehr 6 3 Schienenverkehr 6 4 Luftverkehr 6 5 Wasserverkehr 6 6 Telekommunikation 7 Kultur 7 1 Kuche 7 2 Feiertage 7 3 Medien 8 Siehe auch 9 Literatur 10 Weblinks 11 EinzelnachweiseGeographie Bearbeiten Hauptartikel Geographie Vietnams Vietnams Flache entspricht ungefahr 93 jener Deutschlands Das Land umfasst die weiten Ebenen der Flussdeltas von Rotem Fluss und Mekong die gesamte ostliche Festlandkuste Sudostasiens sowie die langen Gebirgszuge und Hochebenen des Hinterlandes Die Nord Sud Ausdehnung betragt etwa 1650 km die Ost West Breite bis zu 600 km wahrend die schmalste Stelle in Mittelvietnam nur 50 km breit ist Die Geographie Vietnams wird auch als Bambusstange mit zwei Reisschalen beschrieben Im Norden und Suden liegen zwei fruchtbare reisliefernde Flussdeltas dazwischen als Verbindung ein schmales eher karges von Wald und Gebirge gepragtes Gebiet Insgesamt ist Vietnam zu drei Vierteln von Bergen und Hochebenen uberzogen Landschaften Bearbeiten Von Nord nach Sud werden funf Landschaften unterschieden Mekongdelta Yunnan Hochland Gebirgslandschaft im Norden wo Vietnam an China grenzt und sein hochster Berg Phan xi păng 3144 m liegt Diese Region ist Siedlungsgebiet von vielen ethnischen Minderheiten wobei die Stadt Sa Pa am Fusse des Phan xi păng die meisten Touristen anzieht Delta des Roten Flusses Diese fruchtbare Gegend rund um die Hauptstadt Hanoi Ha Nội erstreckt sich bis zum Golf von Tonkin Bắc Bộ Touristenattraktionen sind hier die Kalksteinfelsen um Ninh Binh sudlich von Hanoi und die Halong Bucht ostlich der Hauptstadt Annamitisches Hochland Das bergige dunn besiedelte Hinterland Mittel und Sudvietnams ist vor allem Siedlungsgebiet ethnischer Minderheiten Annamitischer Kustenstreifen der schmale relativ dicht besiedelte Kustenraum zwischen dem Gebirge und dem Sudchinesischen Meer in Mittel und Sudvietnam Die grossten Stadte Annams sind Huế und Đa Nẵng Mekongdelta fruchtbare dichtbesiedelte Schwemmlandebene an deren nordostlichem Rand die Millionenstadt Ho Chi Minh Stadt Thanh phố Hồ Chi Minh bis 1976 Saigon liegt Klima Bearbeiten Hai Van Pass Wolkenpass Das Klima unterscheidet sich erheblich zwischen Nord und Sudvietnam Der Norden weist ein gemassigtes tropisches Wechselklima auf es gibt eine kuhle Jahreszeit von November bis April und eine heisse von Mai bis Oktober Der Suden ist tropisch warm bis sehr heiss wahrend des ganzen Jahres etwas kuhler von November bis Januar heiss von Februar bis Mai und mit einer Regenzeit zwischen Mai und Oktober Die Wetterscheide zwischen diesen Gebieten bildet der Wolkenpass nordlich von Đa Nẵng Wahrend der Regenzeit wuten haufig Taifune die besonders im Mekongdelta aber auch in anderen Kustenregionen Uberschwemmungen anrichten konnen Tierwelt Bearbeiten Arbeitselefant am Ufer des Parfum Flusses in Mittel Vietnam Vietnam hat eine artenreiche Tierwelt die jedoch durch die fortschreitende Zerstorung der Walder und Wilderei bedroht ist So leben nach neueren Schatzungen nur mehr rund 200 Tiger und weniger als 60 Asiatische Elefanten dort deren Uberleben fraglich ist Die Java Nashorner die in Vietnam lange nur noch auf das Gebiet des Cat Tien Nationalparks beschrankt waren sind bereits 2010 durch Wilderei ausgerottet worden 6 7 Ausserhalb Vietnams leben die seltenen Tiere nur noch im Ujung Kulon Nationalpark auf der Insel Java 7 Weitere Saugetiere umfassen Primaten Schopfgibbons Plumploris Languren Makaken Raubtiere darunter Malaienbaren Marmorkatzen sowie etliche Schleichkatzenarten Paarhufer Kantschile Muntjaks Hirsche Bantengrinder Gaure sowie zahlreiche Fledermaus und Nagetiergattungen Die Vogelwelt ist ebenfalls artenreich dazu gehoren Fasane Nashornvogel Eulen Greifvogel Reiher und zahlreiche Singvogel Auch Krokodile Schlangen Echsen und Frosche sind in diesem Land beheimatet dazu zahllose Arten von Insekten und Wirbellosen In den 1990er Jahren wurden mehrere neue Arten Vietnams beschrieben darunter das Vu Quang Rind und mehrere Muntjakarten Das Vu Quang Rind wird im Vu Quang Nationalpark geschutzt Umwelt Bearbeiten Der Einsatz von Umweltgiften durch die USA wahrend des Vietnamkrieges hat die vietnamesische Natur nachhaltig geschadigt Vor allem dioxinhaltige Herbizide wie Agent Orange von dem die US Luftwaffe uber 45 Millionen Liter uber dem Land verspruhte 8 zeigen in grossen Landstrichen nach wie vor Wirkung da sie sich nur sehr langsam zersetzen und eine Halbwertszeit von etwa einem Jahrzehnt haben So wurde wahrend des Krieges etwa die Halfte der Mangrovensumpfe zerstort die sich nicht selbst regenerieren konnen Die entlaubten Hange im Landesinneren konnen nach wie vor nicht aufgeforstet werden denn es konnen sich nur sehr widerstandsfahige Graser halten die wahrend der Trockenzeit sehr anfallig fur Flachenbrande sind In der Regenzeit kommt es in diesen Regionen deshalb zu extrem starker Erosion Unter den Spatfolgen des Dioxineinsatzes haben nicht nur jene immer noch zu leiden die damals direkt damit in Beruhrung kamen Hautveratzungen Chlorakne Krebs Das Gift fand auch seinen Weg in die Nahrungskette was durch die dadurch verursachte Schadigung des Erbgutes unter anderem zu signifikant erhohten Zahlen an Fehl Tot und Missgeburten fuhrt Neben Umweltgiften sind in den landlichen Gebieten auch noch eine grosse Zahl von Blindgangern und Landminen zu finden Nach wie vor werden jedes Jahr Bauern und Altmetallsucher von explodierender Munition getotet oder verletzt Millionen Hektar der tropischen Walder die zuvor bereits unter den Herbiziden zu leiden hatten wurden seit den 1960er Jahren durch Brandrodung und Abholzung zerstort Besonders betroffen hiervon ist der teils schwer zugangliche Norden Zwar versucht die Regierung dem Einhalt zu gebieten aber der Druck der schnell wachsenden Bevolkerung und die Armut in den Bergprovinzen veranlasst die Bevolkerung immer wieder dazu Wald niederzubrennen um Ackerland zu gewinnen Tropenholzer wie Teakholz werden in Vietnam wie in ganz Sudostasien trotz inzwischen strenger gesetzlicher Regelungen nach wie vor illegal gewonnen um daraus Mobel fur den europaischen US amerikanischen und japanischen Markt zu fertigen Es gibt Programme mit teils grosser auslandischer Hilfe die das Umweltbewusstsein der Vietnamesen starken sollen Regierung und Umweltorganisationen setzen grosse Hoffnungen in die Entwicklung des Okotourismus Sie haben bereits mehrere Nationalparks eingerichtet den altesten davon schon 1962 und einige Landschaften des Landes stehen unter besonderem Schutz der UNESCO Verwaltungsgliederung Bearbeiten Hauptartikel Verwaltungsgliederung Vietnams Vietnam ist in 58 Provinzen und funf Munizipalitaten unterteilt Unter dieser Ebene folgen Stadte Distrikte und Dorfer Die Volksrate der Provinzen und Munizipalitaten sind direkt der Zentralregierung unterstellt Auf Distrikts und Gemeindeebene gibt es ebenfalls gewahlte Volksrate gegenuber welchen die lokalen Behorden bis zu einem gewissen Mass gebunden sind 9 Die Volksrate wahlen ausserdem die Volkskomitees welche die regionalen Regierungen darstellen Stadte Bearbeiten Rathaus von Hồ Chi Minh Stadt im Kolonialstil Die zwei mit Abstand wichtigsten Stadte sind die Hauptstadt Hanoi Ha Nội und die grosste Stadt Vietnams Ho Chi Minh Stadt Thanh phố Hồ Chi Minh fruher Saigon Wahrend letztere eine der schnellstwachsenden Boomstadte der Welt ist und als wirtschaftliches Zentrum des ASEAN verstanden wird hat Ha Nội den Ruf ruhiger und eleganter zu sein In der Tat ist Ha Nội in wirtschaftlichen Belangen gegenuber der sudlichen Metropole recht weit im Hintertreffen Die Hafenstadte Đa Nẵng Hải Phong und Nha Trang sind in ihrem Stadtbild teilweise stark franzosisch gepragt Dies ist unter anderem an den Kirchen und Villen der Stadte zu erkennen Die Stadte Huế als Hauptstadt wahrend der letzten Kaiserdynastie und die kaiserliche Sommerresidenz Đa Lạt im sudlichen Hochland sind von grosser geschichtlicher Bedeutung und ziehen viele Besucher an Fur Touristen ist auch die Handelsstadt Hội An interessant da ihre zum UNESCO Weltkulturerbe erklarte Altstadt sehr gut erhalten ist Reine Industriestadte sind hingegen Vinh Ninh Binh Mỹ Tho oder Bến Tre Die gesamte Kuste ist mit touristisch teils unerschlossenen Stranden ubersat Beispiele dafur sind Mũi Ne Long Hải und Vũng Tau am Sudchinesischen Meer sowie Ha Tien am oder die Insel Phu Quốc im Golf von Thailand Im Jahr 2020 lebten 37 Prozent der Einwohner Vietnams in Stadten 10 Die 5 grossten Stadte sind Stand 2016 11 Ho Chi Minh Stadt 6 642 000 Einwohner Hanoi 3 442 000 Einwohner Da Nang 915 000 Einwohner Hai Phong 842 000 Einwohner Bien Hoa 821 000 EinwohnerSiehe auch Liste der Stadte in VietnamBevolkerung BearbeitenDemografie Bearbeiten Alterspyramide in Millionen Einwohnern 12 Die Vietnam hatte im Jahr 2020 geschatzt 97 3 Millionen Einwohner 13 Der Median des Alters der Bevolkerung lag im Jahr 2020 bei 32 5 Jahren 14 Das Bevolkerungswachstum wird auf 1 3 bis 1 4 geschatzt Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2020 statistisch bei 2 0 15 Aufgrund verbesserter medizinischer Bedingungen sinkt die Sterberate 2005 6 2 pro 1000 Die Lebenserwartung der Einwohner Vietnams ab der Geburt lag 2020 bei 75 5 Jahren 16 Frauen 79 6 17 Manner 71 4 18 Wahrend die vietnamesische Bevolkerung von westlichen Beobachtern als durchweg jung wahrgenommen wird beginnt Vietnam sich darauf einzustellen dass die Bevolkerung in eine Phase der Alterung eingetreten ist Am 1 April 2010 erreichte die Zahl der uber 60 Jahrigen den Stand von 8 1 Millionen das sind 9 4 der Gesamtbevolkerung und bedeutet einen Zuwachs von 4 gegenuber 2009 19 Vietnam gehort damit zu den Landern mit einer aussergewohnlich schnellen Alterung der Gesamtbevolkerung Wahrend es in Schweden 85 Jahre in Japan 26 Jahre und in Thailand 22 Jahre dauerte um den Status alternde Bevolkerung nach den Richtlinien der UNFPA United Nations Population Fund zu erreichen dauerte dies in Vietnam nur 20 Jahre 20 Die schnelle Alterung der Bevolkerung ist darauf zuruckzufuhren dass die Fertilitatsrate von uber 5 Kindern pro Frau in den 70er Jahren auf heute noch 2 0 Kinder zuruckgegangen ist Die Mehrheit der Bevolkerung lebt in den dichtbesiedelten Gebieten der Mundungsdeltas von Rotem Fluss und Mekong in denen Landwirtschaft vorherrscht Trotz der agrarischen Pragung lebten 2016 bereits rund 34 der Vietnamesen in den urbanen Regionen der grossen Stadte in den 1980er Jahren waren es nur 15 und die Zuwanderung aus den wirtschaftlich wenig entwickelten landlichen Gebieten nimmt stetig zu Dazu kommt eine Wanderungsbewegung von Norden in Richtung Suden 9 In Vietnam existiert selbst kein privates Eigentum an Grund und Boden Der vietnamesische Staat erteilt Landnutzungsrechte deren durchschnittliche bewilligte Nutzungsdauer rund 50 Jahre betragt Knapp 2 5 Millionen leben im Ausland die meisten davon sind im Vietnamkrieg gefluchtet oder mussten das Land aufgrund von politischer Verfolgung verlassen Knapp 1 3 Millionen davon leben in den Vereinigten Staaten und 125 000 in der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich Die Ruckuberweisungen der Exil Vietnamesen sind eine ausserst wichtige Einnahmequelle fur die Verwandten in der Heimat In Vietnam selbst sind nur 0 1 der Einwohner im Ausland geboren womit das Land eines der homogensten weltweit ist 21 Entwicklung der Bevolkerung uber Zeit Bevolkerungsentwicklung in Millionen Einwohnern 12 Jahr Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl1950 24 810 000 1990 68 210 0001955 28 148 000 1995 75 199 0001960 32 671 000 2000 80 286 0001965 37 860 000 2005 84 309 0001970 43 407 000 2010 88 473 0001975 48 729 000 2020 22 97 339 0001980 54 373 000 2030 106 284 0001985 61 049 000 2050 114 630 000 Quelle UN Zahlen fur 2030 und 2050 sind Prognosen 23 Volker Bearbeiten Hauptartikel Volker Vietnams Tanz von Cham Frauen vor ihrem Tempel Etwa 88 der Bevolkerung sind ethnische Vietnamesen Việt oder Kinh Daneben sind 53 ethnische Minderheitengruppen anerkannt Die grosste davon sind die Auslandschinesen vietnam Hoa deren Zahl auf etwa 1 2 Millionen geschatzt wird Die Mehrzahl von ihnen sind Nachfahren von Einwanderern die 1644 nach dem Zusammenbruch der Ming Dynastie ins Land gekommen waren Weitere Volksgruppen sind Thai Khmer vor allem im Suden der Region des Mekongdelta die uber Jahrhunderte zu Kambodscha gehorte und die unter der Sammelbezeichnung Montagnards Bergvolker bekannten Bewohner der Bergregionen Letztere die als die ursprunglichen Bewohner des kontinentalen Sudostasien gelten wurden im Verlauf der Geschichte in Vietnam Thailand Myanmar und Laos von den zugewanderten Mehrheitsvolkern aus den fruchtbareren Regionen der Flussebenen und Kusten in die unzuganglichen Bergregionen verdrangt Da einige Angehorige der Bergvolker im Indochinakrieg und im Vietnamkrieg jeweils auf Seiten Frankreichs bzw der USA kampften gab es nach der Wiedervereinigung Vietnams Repressionen gegen diese Volker und sie sind in der vietnamesischen Gesellschaft teils nicht gut angesehen Aber auch Minderheitenvolker die auf vietnamesischer Seite gekampft haben finden kaum positive Beachtung Diese Volker sind bis heute von der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes weitgehend abgeschnitten und leben vergleichsweise in Armut Kultur und Sprache der Minderheiten unterscheiden sich meist sehr stark von jener der Vietnamesen Sprachen Bearbeiten Siehe auch Vietnamesische Sprache Die Amtssprache ist Vietnamesisch das 88 der Bevolkerung als Muttersprache beherrschen Geschrieben wird die vietnamesische Sprache seit 1945 in einer eigenen lateinbasierten Schrift Aus vietnamesischer Sicht werden die zahlreichen ethnischen Minderheiten anerkannt die Sprachen der Minderheiten erlaubt und auch gefordert Die franzosische Sprache hatte nach der franzosischen Kolonialzeit schrittweise ihren offiziellen Status verloren hat aber weiterhin hohe Bedeutung da sie in vielen Schulen als erste Fremdsprache unterrichtet wird Vietnam ist zudem Vollmitglied der Gemeinschaft frankophoner Staaten Viele Vietnamesen sind wahrend der Indochinakriege nach Frankreich ausgewandert und bilden dort eine franzosischsprachige Diaspora 24 Russisch und in geringerem Ausmass auch Deutsch Tschechisch und Polnisch werden von vielen Vietnamesen beherrscht die wahrend des Kalten Krieges in den Staaten des Ostblocks studiert oder gearbeitet haben 25 Mittlerweile werden die russische und die franzosische Sprache durch das Englische aus dem offentlichen und dem Schulleben verdrangt weil viele Touristen aus dem angelsachsischen Raum kommen und der Handel mit dem ehemaligen Erzfeind USA zunimmt 26 Das Erlernen des Englischen ist heute in den meisten Schulen obligatorisch obwohl Franzosisch immer noch in manchen Bildungseinrichtungen angeboten wird 25 Religion Bearbeiten Siehe auch Protestantismus in Vietnam und Romisch katholische Kirche in Vietnam Einsaulenpagode in Hanoi Cao Dai Tempel in Tay Ninh Genaue Angaben uber die Religionszugehorigkeit in Vietnam sind schwer zu machen Die grosse Mehrheit der Vietnamesen bekennt sich zu keinem Glauben Laut einer 2004 veroffentlichten Studie sind 81 5 Prozent der Vietnamesen Atheisten 27 Schatzungen gehen von ca 20 Millionen Buddhisten und 6 Millionen Katholiken aus 28 Weitere Konfessionen sind Cao Dai 2 Millionen Anhanger Hoa Hao 1 Million Protestantismus 500 000 und Islam 50 000 9 Im Religionsverstandnis der Vietnamesen gibt es keine strikte Trennung verschiedener Konfessionen Die Religiositat ist zumeist eine historisch gewachsene Mischung mit vielen Aspekten unterschiedlicher religioser Ursprunge Es ist fur Vietnamesen nicht unublich regelmassig buddhistische Pagoden zu besuchen und ihre Ahnen zu verehren Die Alltagsreligiositat bzw vielmehr die Lebensweise ist im Allgemeinen am ehesten durch den Theravada und Mahayana Buddhismus den Taoismus den Konfuzianismus sowie animistische Vorstellungen und insbesondere auch einen Ahnenkult beeinflusst ohne dass es dabei zu Dogmen kommt Geisterglaube ist verbreitet 29 Rituelle Handlungselemente der unterschiedlichen Einflusse konnen beim Einzelnen je nach Alltagssituation auftreten In den ursprunglich konfuzianistisch gepragten Volksreligion Đạo Mẫu und Cao Đai gibt es auch heute noch Stadtschamanen Dong die vielfaltige Rituale des Opfers und der Inspiration ausfuhren Besonders beliebt bei allen Vietnamesen unabhangig von ihrer Konfession ist das Len đồng Ritual bei dem die Schamanin die Geister in Trance um Gesundheit und Wohlstand fur die Gastgeber des Rituals bittet Dabei spielt das Kostum eine wichtige Rolle Es spiegelt die klassische Hoftracht der Vormoderne und wird dem Geist angezogen um ihn in dieser Weise zu ehren Der Geist tritt dann uber das Medium mit den Anwesenden in Kontakt um Opfergaben in Empfang zu nehmen und die Musik zu geniessen 30 Anders als in anderen asiatischen Staaten existiert in Sud Vietnam seit 1963 auch eine zentrale Vereinigung von Ordensleuten und Laien aller buddhistischen Schulen die Kongregation der Vereinigten Vietnamesischen Buddhistischen Kirche KVVBK 31 Die Verfassung Vietnams sieht generell eine Religions bzw Glaubensfreiheit vor Da religiose Institutionen aber immer auch eine gewisse Konkurrenz zum staatlichen Einfluss auf die Bevolkerung darstellen wurden Religion und deren Institutionen zumindest in der Vergangenheit seitens der Kommunistischen Partei Vietnams mit Misstrauen behandelt Der katholische Glaube kam erstmals im 16 Jahrhundert mit franzosischen spanischen und portugiesischen Missionaren ins Land Er wurde unter Druck der franzosischen Kolonialherrschaft verbreitet Nachdem der Katholizismus in den ersten Jahren der kommunistischen Herrschaft aktiv bekampft wurde bemuht sich die Regierung nun um ein besseres Verhaltnis zum Heiligen Stuhl Der Besuch des damaligen Premierministers Nguyễn Tấn Dũng bei Papst Benedikt XVI 2007 hat die Hoffnung auf eine weitere Offnung hin zu einer grosseren Religionsfreiheit gestarkt 32 aber die katholische Kirche wird weiterhin als reaktionar angesehen Bildungswesen Bearbeiten Universitat fur Medizin in Hanoi Im Jahr 2000 wurden laut Schatzungen 92 aller Kinder eingeschult Jedoch nur zwei Drittel absolvierten die funf Grundschuljahre Speziell auf dem Land verlassen viele Kinder vorzeitig die Schule wobei die Grunde in den Kosten fur Schulmaterial Bucher und Uniformen sowie der Notwendigkeit Geld fur den Familienunterhalt verdienen zu mussen zu suchen sind Regional gibt es riesige Unterschiede In einigen landlichen Gegenden gehen nur 10 bis 15 der Kinder langer als drei Jahre zur Schule wahrend in Ho Chi Minh Stadt 96 der Schuler die Grundschuljahre beenden Nur 62 5 der Kinder beginnen die Mittelschule 9 In Vietnam stieg die mittlere Schulbesuchsdauer Hochschulbesuche miteinberechnet 33 der uber 25 Jahrigen von 3 9 Jahren im Jahr 1990 auf 8 Jahre im Jahr 2015 an Die aktuelle Bildungserwartung Hochschulbesuche miteinberechnet betragt bereits 12 6 Jahre 34 Etwa 6 der Einwohner uber 15 Jahre sind Analphabeten Analphabetismus betrifft 3 7 der Manner und 7 2 der Frauen insgesamt liegt sie bei 4 5 Stand 2015 35 In Vietnam gibt es keine Schulpflicht Da die Ausbildung selbst bezahlt werden muss und einige Familien dafur nicht genug Geld haben schicken sie ihre Kinder nicht in die Schule 36 Im PISA Ranking von 2015 erreichen vietnamesische Schuler Platz 22 von 72 Landern in Mathematik Platz 8 in Naturwissenschaften und Platz 30 beim Leseverstandnis Vietnam erreichte damit ein fur ein Entwicklungsland aussergewohnlich gutes Ergebnis 37 Die Grundschule geht bis zur 5 Klasse die Mittelschule bis zur 9 dann muss man eine Prufung bestehen um in die Oberschule zu kommen 10 11 und 12 Klasse Wird diese nicht bestanden bleibt man immer wieder sitzen Dies gilt fur Gymnasium und Realschule vorausgesetzt man bricht die Ausbildung nicht ab Besucht man ein Gymnasium bzw eine Realschule kann und darf man nicht mehr wechseln Es gibt staatliche und private Universitaten die renommiertesten davon sind die Staatliche Universitat Ha Nội und die Staatliche Universitat Hồ Chi Minh Stadt der Zugang wird durch eine Aufnahmeprufung der jeweiligen Universitat geregelt Seit 2008 befindet sich in Hồ Chi Minh Stadt auch die Vietnamesisch Deutsche Universitat Die verbreitetste Fremdsprache in Vietnam ist heute Englisch Aus Grunden die mit der Geschichte des Landes und der fruheren Einbindung in den Ostblock zusammenhangen trifft man oft Leute an die Franzosisch Russisch oder Deutsch sprechen so haben etwa 100 000 Vietnamesen in der DDR studiert gearbeitet oder eine Ausbildung genossen Immer mehr Vietnamesen lernen auch Japanisch und Chinesisch Gesundheitswesen Bearbeiten Krankenhaus Tam Duc in Ho Chi Minh Stadt Entwicklung der Kindersterblichkeit Tode pro 1000 Geburten 38 Im Jahr 2001 gab die Regierung 0 9 des BIP fur das Gesundheitssystem aus Im Jahr 2000 gab es 14 8 Krankenhausbetten pro 10 000 Einwohner was auch fur Asien ein sehr niedriger Wert ist 80 aller Aufwendungen fur das Gesundheitssystem stammen von den Patienten selbst 9 Nachdem in den 1980er und 1990er Jahren Krankheiten wie Malaria Tuberkulose Denguefieber Typhus und Cholera grosse Probleme darstellten hat Vietnam auslandische Hilfe angenommen und diese Epidemien weitgehend zuruckgedrangt Die HIV Pravalenz lag 2005 offiziell bei 0 35 was dem weltweiten Durchschnitt entspricht HIV AIDS Patienten werden gesellschaftlich geachtet was eine effiziente Bekampfung der Epidemie erschwert 9 Eine Gesundheitsstudie aus dem Jahr 2007 zeigt dass 87 der Vietnamesen aus der Altersgruppe der 60 bis 69 Jahrigen an Krankheiten leidet In den noch alteren Bevolkerungsschichten ist die Krankheitsrate noch grosser 39 Nach den zahlreichen Kriegen in Vietnams Vergangenheit sind 5 Millionen Vietnamesen bzw 6 der Bevolkerung behindert 9 Entwicklung der Lebenserwartung in Jahren Der Anteil der unterernahrten Bevolkerung konnte von 24 3 im Jahr 2000 auf 10 7 im Jahr 2015 gesenkt werden 40 Entwicklung der Lebenserwartung seit 1950Zeitraum Lebenserwartung in Jahren Zeitraum Lebenserwartung in Jahren1950 1955 53 5 1985 1990 69 81955 1960 57 3 1990 1995 71 21960 1965 60 5 1995 2000 72 71965 1970 62 3 2000 2005 73 81970 1975 57 8 2005 2010 74 71975 1980 66 1 2010 2015 75 61980 1985 68 1 Quelle UN 41 Geschichte Bearbeiten Hauptartikel Geschichte Vietnams Altertum Bearbeiten Dong Son Trommel Die fruhesten Spuren menschlicher Aktivitat auf dem Gebiet des heutigen Vietnam wurden bisher mit dem Fundplatz Nui Do in der Provinz Thanh Hoa verbunden und in die Zeit um 300 000 Jahre vor heute datiert Da es sich um Oberflachenfunde von sehr groben Steinartefakten handelt die einige vietnamesische Archaologen auch in die Bronzezeit datierten blieb dieser fruhe Nachweis lange umstritten Seit 2014 haben Ausgrabungen in der Provinz Gia Lai neue Steingerate aus Fundschichten zutage gebracht die auf ein Alter von 800 000 Jahren datiert werden Die altesten bisher bekannten Kulturen dieser Region sind fast ausschliesslich durch Steinartefakte uberliefert und werden deshalb auch als Steingerate Industrien bezeichnet Dazu gehort die mehr als 30 000 Jahre alte Sơn Vi Kultur in Nordvietnam gefolgt von der rund 20 000 Jahre alten Hoa Binh Kultur Die letzte altsteinzeitliche Kultur der Region war die Bac Son Kultur ca 10 000 v Chr die auch bereits Keramik anfertigte Der Bewasserungsanbau von Reis war etwa ab 3000 v Chr bekannt Die Bronzezeit begann im Norden etwa um 1300 v Chr mit der Phung Nguyen Kultur deren Bevolkerung vor allem eine ausgedehnte Region nordwestlich von Hanoi besiedelte Etwa ab 400 v Chr existierte im Delta des Roten Flusses die Dong Son Kultur bekannt vor allem fur ihre reich verzierten Bronzetrommeln Aus dieser Kultur ging in der zweiten Halfte des 1 Jahrtausends v Chr das erste bekannte Konigreich der Việt chinesisch 越 Pinyin Yue hervor das den grossten Teil des heutigen Nordvietnam umfasste Sudlich benachbart siedelten wahrend der Eisenzeit ab dem 4 Jh v Chr Bevolkerungsgruppen der Sa Huynh Kultur die bis zum Beginn des 1 Jh n Chr existierte Die Gefassgraberfelder dieser Kultur wurden vor allem in der Nahe der Mundungen grosser Flusse wie beispielsweise entlang des Unterlaufs des Thu Bon Flusses in der Provinz Quang Nam nachgewiesen Im 3 Jahrhundert v Chr wanderten Au Việt aus dem Gebiet des heutigen Sudchina ein und vermischten sich mit den ansassigen Lạc Việt Im Jahr 258 v Chr grundete Thục Phan das Konigreich Au Lạc aus der Vereinigung von Au Việt und Lạc Việt und erklarte sich selbst zum Konig Nach einem langen Krieg mit den Qin wurde er 208 v Chr von dem Qin General 趙佗 赵佗 Zhao Tuo vietnamesisch Triệu Đa besiegt Dieser rief sich selbst zum Konig aus und nannte sein Konigreich Nam Việt 南越 Nanyue Sudviệt oder Sudyue Im Jahr 111 v Chr wurde Nam Việt von Truppen Han Wǔdis erobert und als Prafektur 郡 jun quận 交趾 Jiaozhǐ Giao Chỉ in das chinesische Reich eingegliedert Unter dieser Herrschaft wurden technische Errungenschaften im Reisanbau in der Viehhaltung und in der Baukunst ubernommen Es kam aber auch zu zahlreichen Aufstanden und kurzen Phasen der Unabhangigkeit Im Jahr 679 wurde die Prafektur in An Nam 安南 An Nan friedlicher Suden umbenannt Fruhe Dynastien Bearbeiten Zitadelle und verbotene Stadt in Huế Am Anfang des 10 Jahrhunderts brach in China die Tang Dynastie zusammen Annam nutzte die Schwachephase um sich der chinesischen Macht zu entziehen Der erste vietnamesische Staat entstand 938 unter dem Strategen Ngo Quyền Bis 968 wurde der Staat unter Đinh Bộ Lĩnh konsolidiert bis 1009 wechselten sich jedoch mehrere kurzlebige Dynastien an der Macht ab Von 1010 bis 1225 wurde der Staat Dai Viet von der Ly Dynastie beherrscht Ihr Grunder Ly Thai Tổ verteidigte ihn erfolgreich gegen Chinesen Khmer und Cham Die Ly starkten das Staatswesen nach chinesischem Vorbild und passten es an vietnamesische Bedurfnisse an Nach Unruhen ubernahm im Jahr 1225 die Trần Dynastie die Macht Sie verteidigte 1257 58 in Allianz mit den Cham das Land erfolgreich gegen drei Angriffe der Chinesen und Mongolen unter Kublai Khan Yuan Dynastie Unter der Fuhrung von Trần Hưng Đạo gelang es den Vietnamesen eine Armee von angeblich 500 000 Mongolen zu besiegen und die Unabhangigkeit Vietnams zu sichern Um 1400 loste die Hồ Dynastie die Trần ab und es kam zu einer kurzzeitigen chinesischen Herrschaft unter den Ming Diese versuchten Vietnam bewusst weiter zu sinisieren beispielsweise wurde das vietnamesische Literaturerbe systematisch zerstort Nam tien 1069 bis 1757 historischer Zug nach Suden Im Jahr 1427 grundete Le Lợi die Le Dynastie die bis 1789 regierte Unter den Le wurden wieder die vietnamesischen Traditionen bewusst betont dennoch blieb der Konfuzianismus die dominante Saule der Staatsorganisation Champa wurde erobert und die vietnamesische Macht bis an den Mekong ausgedehnt Bereits ab dem Ende des 15 Jahrhunderts erodierte die Macht des Konigshauses Nutzniesser waren einflussreiche Handlerfamilien vor allem die Trinh und Nguyen und die seit 1516 prasenten Europaer Das vietnamesische Konigshaus musste zahlreiche Jesuiten und Franziskaner im Land dulden Die europaischen Missionare brachten neben der neuen Religion auch neue Technologien ins Land beispielsweise entwickelte der Jesuit Alexandre de Rhodes die bis heute gebrauchliche auf den lateinischen Buchstaben basierende vietnamesische Schrift Quốc ngữ Im Jahr 1765 brach die Tay Sơn Rebellion aus Aus dem nachfolgenden Burgerkrieg ging 1789 der Prinz Nguyễn Anh aus der einflussreichen Handlerfamilie Nguyễn mit franzosischer Hilfe als Sieger hervor Er rief sich zum Kaiser Gia Long aus verlegte die Hauptstadt des Landes nach Huế und initiierte erstmals die Namensgebung Việt Nam fur das Land 1802 ersuchte er den chinesischen Kaiser Jiaqing um die Erlaubnis das Land von Đại Việt 大越 in Nam Việt 南越 umbenennen zu durfen Dieser tauschte allerdings die beiden Silben zu Việt Nam 越南 um Verwechslungen mit dem alten Konigreich Nam Việt unter Qin General Zhao Tuo vietn Triệu Đa zu verhindern da dieses Reich einen Teil des Gebietes umfasste das spater Sudchina wurde Unter der Herrschaft Gia Longs wurden mit franzosischer Beratung grosse Infrastruktur und Verteidigungsprojekte in Angriff genommen die die Staatskasse leerten Das Territorium des Reiches wurde erweitert ab 1834 gehorten Teile des heutigen Kambodscha als Provinz Trấn Tay thanh zu Vietnam Franzosische Kolonialherrschaft Bearbeiten Hauptartikel Vietnam unter franzosischer Kolonialherrschaft und Vietnam wahrend des Zweiten Weltkrieges Franzosisch Indochina 1913 Ab Mitte des 19 Jahrhunderts verstarkten die Franzosen ihren Druck auf die Nguyen Kaiser was zu Ausschreitungen der verarmten Bevolkerung gegen franzosische Missionare fuhrte Um als Schutzmacht der christlichen Missionen Starke zu demonstrieren griffen franzosische Kanonenboote 1858 den Hafen Đa Nẵng und das Mekongdelta an und tauchten auch auf dem Parfum Fluss auf der durch die Hauptstadt Huế fliesst Ab 1862 musste Vietnam Gebiete an die Franzosen abtreten Bis 1883 wurden drei Protektorate namens Annam Cochinchina und Tonkin gegrundet die der vietnamesische Kaiser akzeptieren musste Damit stand Vietnam unter franzosischer Kolonialherrschaft Mit der Einfuhrung der Geldwirtschaft schritt die Verarmung der Bevolkerung voran wahrend auf dem Land eine schmale Grossgrundbesitzerschicht entstand Die chinesische Minderheit dominierte die Okonomie des Landes Bereits ab 1905 waren vietnamesische nationalistische Freiheitskampfer um Phan Bội Chau 1868 1940 und Cuong De in Japan und Sudchina aktiv In der Folgezeit kamen vietnamesische Studenten und Intellektuelle in Europa vor allem in Frankreich mit den Ideen des Nationalismus und Kommunismus in Kontakt Der bedeutendste unter ihnen war Hồ Chi Minh 1890 1969 der 1929 die in Annam Cochinchina und Tonkin tatigen kommunistischen Parteien zu einer Einheitspartei vereinigte Die Partei wurde 1930 nach dem missgluckten Yen Bai Aufstand und der Hinrichtung vieler ihrer Mitglieder dezimiert und geschwacht Wahrend des Zweiten Weltkrieges geriet 1941 ganz Indochina und damit auch Vietnam verstarkt unter den Einfluss Japans geteilte Herrschaft mit dem Vichy Regime Nachdem Hồ Chi Minh 1941 aus dem Exil zuruckgekehrt war wurde bald aus uber 40 lokalen Widerstandsgruppen eine Liga fur die Unabhangigkeit Vietnams unter der Kurzbezeichnung Việt Minh zur Abwehr des japanischen Imperialismus und franzosischen Kolonialismus gebildet Im Marz 1945 besetzten die Japaner Indochina beendeten die franzosische Kolonialverwaltung und setzten Kaiser Bảo Đại ein Die USA unterstutzten die Việt Minh die bei der Bekampfung der japanischen Okkupation einige Erfolge erzielten Nach der Kapitulation Japans musste Bảo Đại am 25 August 1945 abdanken Am 2 September 1945 proklamierte Hồ Chi Minh nach der erfolgreichen Augustrevolution die Demokratische Republik Vietnam Die Unabhangigkeitserklarung berief sich auf die Unabhangigkeitserklarung der Vereinigten Staaten von 1776 und auf die Deklaration der Menschen und Burgerrechte der franzosischen Revolution Nach der Potsdamer Konferenz fiel Vietnam in den Herrschaftsbereich der Briten Diese mussten jedoch die besiegten Japaner bitten im aufstandischen Suden einzuschreiten Im Norden wiederum marschierten ab September 1945 nationalchinesische Truppen mit dem Auftrag ein die Japaner zu entwaffnen Trotz eines Friedensvertrages mit den Việt Minh erzwangen die Franzosen am 23 September 1945 die Wiedererrichtung ihres kolonialen Regimes in Sudvietnam so dass am 5 Oktober franzosische Truppen in der Stadt Saigon landeten Chinesen und Briten ubergaben Vietnam wieder an Frankreich Indochinakrieg und Teilung in zwei Staaten Bearbeiten Hauptartikel Indochinakrieg Der Versuch Frankreichs auch das inzwischen unabhangige Nordvietnam wieder unter seine Kontrolle zu bringen fuhrte 1946 zum Ausbruch des Ersten Indochinakrieges In Sudvietnam wurde 1948 eine unter franzosischer Aufsicht stehende Gegenregierung eingesetzt der ab 1949 der ehemalige Kaiser Bảo Đại als Staatsoberhaupt vorstand Nach jahrelangem Guerillakampf gelang es den Việt Minh unter General Vo Nguyen Giap am 7 Mai 1954 die Franzosen in der Schlacht um Điện Bien Phủ zu besiegen Dieser Sieg markierte das Ende der franzosischen Kolonialherrschaft in Indochina Es folgten ein Waffenstillstand und die Genfer Konferenz vom 21 Juli 1954 auf der die Teilung Vietnams entlang des 17 Breitengrades in die nordliche Demokratische Republik Vietnam Hauptstadt Hanoi und die sudliche Republik Vietnam Hauptstadt Saigon beschlossen wurde Bis Mai 1955 hatte Frankreich alle Truppen aus Indochina abzuziehen In Sudvietnam beauftragte Bảo Đại am 16 Juni 1954 den Katholikenfuhrer Diệm mit der Regierungsbildung Im Jahr darauf entmachtete Diệm Bảo Đại und erhob sich selbst zum Staatschef Landreformen die die Việt Minh veranlasst hatten wurden zuruckgenommen Die Regierung Diệms war unpopular Studenten und Buddhisten protestierten gegen die Regierungspolitik Die USA verstarkten ihre Unterstutzung fur Sudvietnam um den Sturz des Regimes zu verhindern Bis 1960 versank Sudvietnam immer mehr in Korruption und Chaos Am 1 November 1963 wurde Diệm gesturzt und ermordet Darauf folgten mehrere kurzlebige Militarregierungen bis sich ab 1967 unter dem von den USA protegierten Prasidenten Nguyễn Văn Thiệu eine neue stabile Regierung etablieren konnte Vietnamkrieg Bearbeiten Hauptartikel Vietnamkrieg Hồ Chi Minhs Mausoleum in Hanoi Am 2 und 4 August 1964 ereignete sich der Zwischenfall im Golf von Tonkin Die USA starteten ab 1965 massive Vergeltungsangriffe auf Nordvietnam Die erst 1971 veroffentlichten sogenannten Pentagon Papiere zeigten auf dass die USA diesen Krieg unter anderem seit langerem geplant hatten um in Sudvietnam eine Beteiligung der Kommunisten an der Regierung zu verhindern Ab 1965 fuhrten die USA einen systematischen Luftkrieg gegen Nordvietnam im Suden operierten US Bodentruppen Bis 1968 eskalierte der Krieg obwohl die USA Nordvietnam militarisch weit uberlegen galten Auf der Seite der Nationalen Front fur die Befreiung Sudvietnams kampften rund 230 000 Partisanen und 50 000 Angehorige der offiziellen nordvietnamesischen Streitkrafte Ihnen standen rund 550 000 Amerikaner ungefahr die gleiche Zahl ARVN Soldaten 50 000 Sudkoreaner und kleinere Kontingente Verbundeter darunter auch aus Australien und Neuseeland gegenuber Am 31 Januar 1968 gelang den Viet Cong ein politisch wichtiger Sieg In der Tet Offensive nahmen die kommunistischen Partisanen Sudvietnams vorubergehend Teile Saigons und weiterer Stadte ein die gut gesicherte Botschaft der USA in Saigon wurde angegriffen In den USA konnte nun die Regierung nicht mehr behaupten dass der Konflikt unter Kontrolle sei Trotz schwerer Verluste der Vietcong schien offensichtlich dass der Krieg nicht mehr gewonnen werden konnte Die offentliche Meinung in den USA schwenkte um nicht zuletzt aufgrund von Presseberichten und Bildreportagen uber Kriegsgrauel Massaker und Napalm Opfer Die USA beschlossen deshalb 1969 die Vietnamisierung des Krieges und den Abzug ihrer Truppen in mehreren Schritten Die Bombardierungen und Luftangriffe insbesondere die Verwendung von Entlaubungsmitteln dauerten bis 1973 an Verspruhung von Agent Orange im Mekongdelta am 26 Juli 1969 Am 2 September 1969 starb Hồ Chi Minh der Prasident Nordvietnams Am 27 Januar 1973 vereinbarten Henry Kissinger und Le Đức Thọ der Nachfolger von Hồ Chi Minh einen Waffenstillstand Damit endete die direkte Kriegsbeteiligung der USA die Waffenlieferungen an Sudvietnam gingen jedoch weiter Die Nordvietnamesen setzten den Kampf gegen Sudvietnam erfolgreich fort Am 21 April 1975 stand Saigon vor dem Fall Staatschef Nguyễn Văn Thiệu legte sein Amt nieder die letzten verbliebenen Vertreter der USA wurden evakuiert Am 30 April wurde Saigon eingenommen Sudvietnam kapitulierte bedingungslos am 1 Mai 1975 der Vietnamkrieg war damit zu Ende Bis zur Wiedervereinigung ubernahm eine Provisorische Revolutionare Regierung die Macht im Suden Sozialistische Republik Vietnam Bearbeiten Am 2 Juli 1976 wurden Nord und Sudvietnam unter dem Namen Sozialistische Republik Vietnam wiedervereint Saigon die ehemalige Hauptstadt Sudvietnams wurde in Ho Chi Minh Stadt Thanh phố Hồ Chi Minh umbenannt Das in der Folge des Vietnamkrieges entstandene kommunistisch maoistische Regime der Roten Khmer in Kambodscha und vor allem deren Attacken auf vietnamesisches Gebiet veranlassten Vietnam in Kambodscha einzumarschieren Anfang 1979 eroberten vietnamesische Truppen Phnom Penh und errichteten einen von Vietnam abhangigen Revolutionaren Volksrat unter Heng Samrin Die Volksrepublik China die die Regierung der Roten Khmer unterstutzt hatte provozierte daraufhin angesichts der moskautreuen Politik Vietnams entlang der Grenze zu Vietnam bewaffnete Auseinandersetzungen die als Erziehungskrieg bekannt wurden Wahrend der mehrwochigen Kampfe erlitten beide Seiten hohe Verluste China zog sich schliesslich wieder zuruck und gab an seine Ziele erreicht zu haben Der Konflikt endete ohne klaren Sieger Erst 1989 zog sich Vietnam aus Kambodscha zuruck Im Jahr 1983 befanden sich rund 2000 sowjetische Militarberater im Land die Luft und Seestutzpunkte u a in Cam Ranh sowie eine Abhorstation betrieben deren Nutzung vertraglich vereinbart war Ab 1986 veranlasste die Kommunistische Partei Vietnams wirtschaftliche Reformen genannt Đổi mới Erneuerung Wahrend der 1990er Jahre wuchs die Wirtschaft stark und Vietnam wurde wieder in die internationale Staatengemeinschaft aufgenommen Am 3 Februar 1994 hob die Regierung Clinton das seit dem Vietnamkrieg bestehende Handelsembargo auf 42 1995 nahmen Vietnam und die USA wieder diplomatische Beziehungen auf 2001 trat ihr bilaterales Handelsabkommen in Kraft 43 Politik Bearbeiten Prasidentenpalast in Hanoi Vietnam ist ein Einparteienstaat in welchem die Kommunistische Partei Vietnams die Einheitspartei darstellt und somit das Monopol auf die Macht innehat Die Menschenrechtslage ist problematisch Die Presse wird entsprechend der Regierungsmeinung zensiert und die Zivilgesellschaft stark uberwacht Regierungssystem Bearbeiten Vietnam wird hauptsachlich von einem Kollegium aus drei Personen gefuhrt welches aus dem Generalsekretar der KPV dem Premierminister und dem Staatsprasidenten besteht Alle drei sind Parteifunktionare und treffen ihre Entscheidungen in der Regel einstimmig Der Generalsekretar ist nicht nur Leiter des Sekretariats sondern in der Regel auch Vorsitzender des Politburos der KPV welches momentan aus 14 Mitgliedern besteht 44 Gebaude der Nationalversammlung Vietnams Laut Verfassung ist die Nationalversammlung das Einkammerparlament Vietnams das hochste Organ staatlicher Macht Die 493 Abgeordneten werden fur eine Legislaturperiode von funf Jahren gewahlt Mindestens zweimal jahrlich muss die Nationalversammlung eine Vollversammlung abhalten In der ubrigen Zeit werden ihre Aufgaben vom Standigen Ausschuss der Nationalversammlung SANV ausgefuhrt Die Nationalversammlung ernennt den Staatsprasidenten den Premierminister und die Regierung Exekutive sowie die Prokuratur des Obersten Volksgerichtshofes und des Obersten Volkskontrollamtes Judikative Die Nationalversammlung hat seit den letzten Verfassungsanderungen stark an politischem Einfluss gewonnen Sie kann jetzt Gesetze andern kann Minister zur Verantwortung ziehen und muss den Staatshaushalts und Produktionsplanen zustimmen Die grosste politische Macht liegt weiterhin bei der kommunistischen Partei welche durch die Vietnamesische Vaterlandsfront einen Dachverband fur Massenorganisationen den Wahlprozess unter ihrer Kontrolle hat Sie steuert mit ihrem Zentralkomitee und dem Politburo die Politik des Landes Durch den etwa 90 prozentigen Anteil an KPV Mitgliedern in der NV sind alle ranghohen Regierungsmitglieder ebenfalls Teil der KPV Wahlen finden in Vietnam alle funf Jahre auf mehreren Ebenen statt Auf Zentralebene Nationalversammlung sowie auf Provinz Distrikts und Gemeindeebene Volksrate Die Kandidaten die sich zur Wahl stellen wollen werden von der Vietnamesischen Vaterlandsfront und der Kommunistischen Partei nach strengen Kriterien ausgewahlt Trotzdem sind momentan ca 10 der Abgeordneten keine Parteimitglieder nachdem bei der Wahl 2002 ungefahr 15 Nicht Parteimitglieder zugelassen wurden Allerdings hatten sich zuvor 69 Unabhangige beworben und nur 13 wurden angenommen 45 Seit 2003 mussen von Rechts wegen in jedem Wahlkreis mindestens zwei Kandidaten mehr antreten als Mandate zu vergeben sind 9 Frauenwahlrecht Bearbeiten Nach Goscha verlautbarten die Việt Minh bei Grundung der Demokratischen Republik Vietnam DRV das allgemeine Wahlrecht unabhangig von den Geschlechtern 46 Der Autor nennt kein konkretes Datum aber benennt die Dekrete No 14 und No 51 als Rechtsgrundlagen und schildert dass dies im Rahmen der Machtubernahme wahrend der Augustrevolution Unabhangigkeitserklarung 2 September 1945 geschehen sei Am 2 September 1945 wurde die Demokratische Republik Vietnam ausgerufen Frauen erhielten im Rahmen der Machtubernahme wahrend der Augustrevolution Unabhangigkeitserklarung 2 September 1945 erstmals gleiche Rechte wie Manner auch das Wahlrecht 47 48 Rechtsgrundlage hierfur waren die Dekrete Nummer 14 und Nummer 51 48 Ausgeubt wurde das Recht erstmals bei den Wahlen vom 6 Januar 1946 49 1946 waren in der gesetzgebenden Versammlung nur 2 5 Prozent der Abgeordneten Frauen 50 Die Demokratische Republik Vietnam umfasste nur kurz das ganze Gebiet des Landes 1946 kehrte in den Suden die franzosischen Kolonialmacht zuruck Wahrend der Kolonialzeit bis 1954 gab es kein Wahlrecht fur nicht naturalisierte Indigene der Kolonie Eine Quelle berichtet von einem aktiven Frauenwahlrecht in Sudvietnam zur Wahl von Ngo Dinh Diem 1955 51 Verfassung und Menschenrechte Bearbeiten Flagge der Kommunistischen Partei Vietnams Die erste Verfassung Vietnams wurde im November 1946 verabschiedet Sie legte die Unteilbarkeit des Landes sowie die Gleichheit aller Burger des Landes vor dem Gesetz fest Das Frauenwahlrecht wurde 1946 ebenfalls eingefuhrt 52 Seitdem gab es 1959 1980 und 1992 neue Verfassungen Die heutige vietnamesische Verfassung gilt in ihrer Version vom 15 April 1992 welche 2001 modifiziert wurde Mit einem zusatzlichen Abschnitt im Artikel 4 stellt sich die kommunistische Partei im Unterschied zur Verfassung von 1980 formell unter die Verfassung und das Gesetz wahrend sie bis dahin die Autorisierung dazu hatte alles zu tun was sie zum Aufbau des Sozialismus fur notwendig erachtete Die heutige Verfassung hat ihren Schwerpunkt in Richtung der Entwicklung von Wirtschaft Bildung Wissenschaft und Technologie und des Schutzes des privaten Sektors und von auslandischen Investoren verschoben Artikel 4 der Verfassung legt jedoch nach wie vor die fuhrende Rolle der Kommunistischen Partei Vietnams fest und verbietet alle Oppositionsparteien Die Praambel der Verfassung beschreibt die Partei als Fuhrer das Volk als Herrscher und den Staat als Verwalter Die vor dem Verbot bestehenden oder nach dem Verbot gegrundeten Parteien im Ausland bestehen weiter Diese haben zwar keinen Einfluss auf das politische Geschehen in Vietnam veranstalten aber viele Demonstrationen im Inland und Ausland Zudem besitzen manche Parteien eigene Parteizeitungen die zumeist kritische Enthullungen gegen die kommunistische Regierung in Vietnam beinhalten Siehe auch Liste der politischen Parteien in Vietnam Des Weiteren raumt die Verfassung Vietnams formell allen Burgern Grundrechte wie z B Redefreiheit Pressefreiheit Versammlungsfreiheit und Glaubensfreiheit ein Aufgrund der staatlichen Zensur 53 und Kontrolle durch die kommunistische Partei ist es den Burgern allerdings nur in beschranktem Umfang moglich diese Grundrechte in Anspruch zu nehmen So wurden bereits mehrere kritische Blogger verhaftet 54 Der bekannte Blogger und Dissident Le Quoc Quan ein Anwalt der sich fur die Menschenrechte einsetzt wurde im Herbst 2013 aufgrund des Vorwurfs der Steuerhinterziehung zu einer zweieinhalbjahrigen Haftstrafe verurteilt Daraufhin kam es zu einer Protestdemonstration 55 Am 19 September 2015 wurde die Bloggerin Ta Phong Tan nach drei Jahren Haft unter blosser Suspendierung des Rests auf zehn Jahre Haftstrafe ins Exil gezwungen Pen International fordert freie Einreise und Erlassen dieser Strafe fur sie genauso wie Freilassung einer Reihe anderer Blogger 56 Rechtssystem Bearbeiten Oberster Gerichtshof von Vietnam in Hanoi Vietnam verfugt de facto uber keine unabhangige Judikative Die im vietnamesischen Rechtssystem handelnden Personen sind alle unmittelbar oder mittelbar durch die kommunistische Partei bzw die Vietnamesische Vaterlandsfront ausgewahlt wobei politische Zuverlassigkeit ein wichtiges Auswahlkriterium darstellt Die Partei nimmt auch auf Rechtsentscheidungen Einfluss welche die Monopolstellung der KPV in Frage stellen konnten Daruber hinaus fehlt es an Richtern und Anwalten mit adaquater Ausbildung Allerdings haben die Schoffen in Vietnam im Gegensatz zum deutschen System eine juristische Ausbildung Die oberste Instanz des vietnamesischen Rechtssystems ist der Oberste Volksgerichtshof welcher der Nationalversammlung unterstellt ist und dessen Mitglieder auf Vorschlag des Staatsprasidenten von der Nationalversammlung ernannt werden Die Nationalversammlung bestimmt auch das Budget der Judikative Dem Obersten Volksgerichtshof sind die Volksgerichte auf Distrikts und Provinzebene die Militartribunale sowie die Verwaltungs Wirtschafts und Arbeitsgerichte unterstellt Die Todesstrafe ist in Vietnam nicht abgeschafft sie wird unter anderem gegen Personen verhangt die der Korruption oder des Drogenhandels uberfuhrt wurden 9 Politische Indizes Bearbeiten Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene politische Indizes Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe JahrFragile States Index 63 3 von 120 114 von 179 Stabilitat des Landes Warnung 0 sehr nachhaltig 120 sehr alarmierend 2021 57 Demokratieindex 2 94 von 10 131 von 167 Autoritares Regime 0 autoritares Regime 10 vollstandige Demokratie 2021 58 Freedom in the World Index 19 von 100 Freiheitsstatus unfrei 0 unfrei 100 frei 2022 59 Rangliste der Pressefreiheit 78 46 von 100 175 von 180 Sehr ernste Lage fur die Pressefreiheit 0 gute Lage 100 sehr ernste Lage 2021 60 Korruptionswahrnehmungsindex CPI 39 von 100 87 von 180 0 sehr korrupt 100 sehr sauber 2021 61 Aussenpolitik Bearbeiten Standorte der diplomatischen Vertretungen Vietnams Wahrend des Vietnamkrieges und danach war Vietnam in Sudostasien weitgehend isoliert Die USA hatten ein Wirtschaftsembargo verhangt und drangten auch andere Staaten Vietnam zu boykottieren Speziell nach dem Einmarsch in Kambodscha 1978 1989 waren auch die Beziehungen zur Volksrepublik China so gespannt dass an der vietnamesisch chinesischen Grenze ein Krieg ausbrach Vietnam integrierte sich deshalb sehr stark in den Rat fur gegenseitige Wirtschaftshilfe RGW Aus der Isolierung kam das Land erst nach dem Ruckzug aus Kambodscha 1991 heraus Vietnamesische Botschaft in Berlin In den 1990er Jahren entspannten sich die Beziehungen zu allen Nachbarstaaten Im Jahr 1991 nahm das Land wieder diplomatische Beziehungen zu China sowie den meisten Landern Europas und Ostasiens auf Unterhielt Vietnam vor dem Ende des Kalten Krieges nur zu 23 nicht kommunistischen Staaten diplomatische Beziehungen sind es heute 172 Es gibt Handelsabkommen mit 76 Landern sowie eine ebenso hohe Anzahl an Landern mit Meistbegunstigtenstatus Die USA haben ihr Embargo gegen Vietnam aufgehoben und so wurde der Beitritt zur Weltbank dem Internationalen Wahrungsfonds und zur Asiatischen Entwicklungsbank moglich Im Juli 1995 trat Vietnam der ASEAN bei 1998 der APEC Seit dem 11 Januar 2007 ist Vietnam 150 Mitglied der WTO Von 2008 bis 2009 war das Land eines von zehn nicht standigen Mitgliedern des UN Sicherheitsrats Von besonderem Interesse fur Vietnam sind die Beziehung zur asiatisch pazifischen Region und hier besonders zu China als ebenfalls sozialistischem Staat und Hauptordnungsmacht in der Region 62 Auch mit Deutschland gibt es einige Kooperationen Die Friedrich Ebert Stiftung die Konrad Adenauer Stiftung die Rosa Luxemburg Stiftung und das Goethe Institut haben Aussenstellen in Vietnam Im Jahr 2010 riefen mehrere Organisationen das Veranstaltungsjahr Deutschland in Vietnam aus bei dem diverse Veranstaltungen deutscher Kultur in Vietnam stattfanden Parallel dazu wurde auch ein Veranstaltungskalender Vietnam in Deutschland erstellt 63 Die mutmassliche Entfuhrung des vietnamesischen Managers Trịnh Xuan Thanh der sich als Asylbewerber in Deutschland aufhielt am 23 Juli 2017 durch den vietnamesischen Geheimdienst veranlasste die Bundesregierung einen vietnamesischen Diplomaten auszuweisen 64 Grenzstreitigkeiten gibt es mit einer Reihe von Staaten um die Paracel Inseln sowie die Spratly Inseln im Sudchinesischen Meer Militar Bearbeiten Flagge der Vietnamesischen Volksarmee Die Vietnamesische Volksarmee ging auf die Grundung eines vietnamesischen kommunistischen Staates wahrend der Augustrevolution zuruck Die Streitkrafte spielten im Indochinakrieg und Vietnamkrieg die entscheidende Rolle zum Erreichen der Unabhangigkeit und Einheit des Landes im Rahmen eines kommunistischen Staates Im Kambodschanischen Burgerkrieg besetzten die Streitkrafte Teile des Nachbarlandes 1979 verteidigten die Streitkrafte den Nordteil des Landes gegen eine chinesische Invasion Die Streitkrafte unterliegen einer rigorosen politischen Kontrolle durch die kommunistische Partei Daruber hinaus besitzen die Streitkrafte eigene Unternehmen 65 etwa das Telekommunikationsunternehmen Viettel Die Landstreitkrafte haben eine Starke von etwa 412 000 Mann es existiert eine allgemeine Wehrpflicht fur alle Manner die in der Regel zwei Jahre dauert Die Marine hat 42 000 Mann die modernste Teilstreitkraft Vietnams ist die Luftwaffe mit 30 000 Mann Ihre Hauptstarke besteht aus 124 MiG 21 53 Su 22 12 Su 27 und 24 Su 30 9 Soldaten der Vietnamesischen Volksarmee Vietnam sieht sich momentan keinen Bedrohungen von aussen gegenubergestellt Die Regierung hat deshalb in den vergangenen Jahren die Truppenstarke und Verteidigungsausgaben reduziert Es wird geschatzt dass Vietnam 2017 knapp 2 3 Prozent seiner Wirtschaftsleistung oder 5 1 Milliarden Dollar fur seine Streitkrafte ausgab 66 Trotzdem gehort das vietnamesische Militar zu den machtigsten und schlagkraftigsten in der Region 9 Auch innenpolitisch ist das Militar stark viele ranghohe Militars nehmen einflussreiche Positionen in Partei und Staatsfuhrung ein Nach den militarischen Auseinandersetzungen mit Frankreich den USA und China hat es in der Bevolkerung starken Ruckhalt 9 Vietnam lag 2018 auf Platz 16 von 155 Landern im Globalen Militarisierungsindex GMI 67 Gemass dem Ranking von Global Firepower 2018 68 gehort das Land zu den 20 starksten Militarmachten der Welt Neben der regularen Armee gibt es paramilitarische Reserveeinheiten deren Starke auf 4 bis 5 Millionen Mann geschatzt wird Hierzu gehoren die Selbstverteidigungskrafte und die Volksmiliz 9 Wirtschaft Bearbeiten Hauptartikel Wirtschaft Vietnams Skyline von Hanoi Vietnam gehort zu jenen Staaten die sich in einer Transformation von der Zentralverwaltungswirtschaft zur sozialistischen Marktwirtschaft befinden Dieser Prozess hat in Vietnam ein rasantes Wirtschaftswachstum ausgelost und das Land zu einem attraktiven Investitionsstandort fur internationale Unternehmen werden lassen 69 Die Weltbank stuft Vietnam seit Beginn 2011 als Schwellenland ein Gemass dem Index der menschlichen Entwicklung HDI zahlt Vietnam zu den Landern mittlerer Entwicklung Mit einem HDI von 0 693 steht es an der Schwelle zu den Landern hoher menschlicher Entwicklung Seit 1990 ist der HDI von Vietnam stark angestiegen 70 Im Global Competitiveness Index der die Wettbewerbsfahigkeit eines Landes misst belegt Vietnam Platz 67 von 141 Landern Stand 2019 71 Im Index fur wirtschaftliche Freiheit belegte das Land 2018 Platz 141 von 180 Landern und wurde als grossenteils unfrei eingestuft 72 Wirtschaftsgeschichte Bearbeiten Blick vom Saigon Fluss auf Downtown Ho Chi Minh Stadt Langfristige Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts pro Kopf Nach der Wiedervereinigung Vietnams stand die Wirtschaft des Landes vor dem Problem in zwei Halften geteilt zu sein die nach komplett verschiedenen Mustern organisiert waren Im Norden gab es die kommunistische planwirtschaftlich organisierte Halfte deren Landwirtschaft in Kooperativen betrieben wurde und dessen Land zudem durch die Armee der USA im Vietnamkrieg stark zerbombt worden war Der Suden hingegen war einige Zeit marktwirtschaftlich organisiert hatte aber wahrend der vergangenen zwei Jahrzehnte eine Wirtschaft entwickelt die vollstandig vom Zustrom amerikanischen Geldes abhing das bedingt durch die Militarprasenz zufloss Der Suden wurde nach sowjetischem Vorbild restrukturiert die Landwirtschaft kollektiviert und die Betriebe wurden verstaatlicht Im Jahr 1978 trat Vietnam dem Rat fur gegenseitige Wirtschaftshilfe bei wahrend die USA ein Wirtschaftsembargo uber Vietnam verhangten das nicht nur Amerikanern verbot mit Vietnam Handel zu treiben sondern auch den IWF die Weltbank und ahnliche Organisationen daran hinderte Vietnam Aufbaukredite zu geben Keangnam Hanoi Landmark Tower in Hanoi mit 336 Metern zweithochstes Gebaude Vietnams Das Resultat aus der Unproduktivitat der Staatsbetriebe und der kollektivierten Landwirtschaft den Handelshindernissen und den massiven Umweltschaden aus dem Vietnamkrieg war schreckliche Armut Repressionen der kommunistischen Fuhrung gegen die fruheren Feinde Armut und Enteignungen der Privatwirtschaft im Suden veranlassten mehr als eine halbe Million Vietnamesen dazu als Boatpeople unter Lebensgefahr das Land zu verlassen Die Anzahl Uberlebender wird auf nur 20 bis 40 geschatzt Angesichts offensichtlicher okonomischer Probleme entschied sich die Kommunistische Partei 1979 dazu private Wirtschaftssubjekte starker zu fordern und 1981 wurden in der Landwirtschaft die ersten Reformschritte gesetzt Weitere Reformen blieben jedoch wirkungslos es kam zu wirtschaftlicher Stagnation und Hyperinflation sowie zu schwerwiegenden Versorgungsengpassen 73 1980 lag die Reisproduktion pro Kopf mit 265 kg unter der Subsistenzgrenze von 300 kg pro Kopf und Jahr 74 Das Einzige was Vietnam halbwegs am Leben hielt war Wirtschaftshilfe der RGW Staaten die sich auf geschatzte drei Milliarden Dollar jahrlich belief Im Jahr 1986 starb Le Duẩn und machte Platz fur eine reformorientierte jungere Generation Unter Nguyễn Văn Linh wurde Đổi mới Wirtschaftserneuerung angekundigt und ab 1989 wurden die ersten Massnahmen dieser Reformpolitik verwirklicht 73 Das bedeutete dass die zentrale Planung aufgegeben die Kollektivierung schrittweise abgeschafft und marktwirtschaftliche Reformen eingefuhrt wurden Allerdings gab die KPV keineswegs ihre sozialistische Pragung auf denn es wurde betont dass eine sozialistische Marktwirtschaft aufgebaut werde welche die erste Stufe des Ubergangs zum Kommunismus sei Auslandischen Firmen wurde erlaubt in Vietnam zu investieren Als Vietnam am Beginn der 1990er Jahre aus der internationalen Isolation fand in die es durch die Intervention in Kambodscha gekommen war und die Amerikaner 1993 ihr Wirtschaftsembargo aufhoben flossen so viele auslandische Investitionen und Finanzhilfe in das Land dass das Wirtschaftswachstum zeitweise 10 pro Jahr uberstieg Aus dem fruheren Mangelland Vietnam wurde speziell durch die Reformen in der Landwirtschaft der zweitgrosste Reisexporteur der Welt 73 2003 lag die Reisjahresproduktion pro Kopf bei rund 470 kg 74 Markt in Hanoi Ein betrachtlicher Teil der Wirtschaftsleistung wird durch finanzielle Unterstutzung Waren und Investitionen von Auslandsvietnamesen vor allem aus den USA erbracht fur das Jahr 2000 wurde dieser Betrag auf eine Milliarde US geschatzt Vietnam hat 2009 die Grenze von 1000 USD Jahreseinkommen pro Kopf uberschritten und ist seitdem ein Middle Income Country 2018 wurde das Bruttoinlandsprodukt auf 241 Mrd USD geschatzt 75 demnach 2546 USD pro Kopf Allerdings ist das Volkseinkommen zwischen Stadt und Land sehr ungleich verteilt Nach wie vor leben 60 Prozent der Bevolkerung auf dem Land erwirtschaften dort aber nur 20 Prozent des Volkseinkommens Die Inflationsrate lag in Vietnam 2017 bei 3 52 76 Das um die Kaufkraftparitat bereinigte BIP pro Person lag 1999 noch bei 410 US Stadt 640 Land 180 2016 schon bei etwa 6530 US was ca 18 Dollar Tag entspricht Immer noch etwa 6 der Bevolkerung verdienen weniger als einen US pro Tag Auf dem X Parteikongress der KPV der vom 18 25 April 2006 in Hanoi stattfand verabschiedeten 1178 Delegierte den Funf Jahres Plan fur den Zeitraum 2006 2010 Socio Economic Development Plan for the Five Year Period 2006 2010 Gemass diesem Plan soll Vietnam bis 2020 ein Industrieland werden das Wirtschaftswachstum soll bis dahin zwischen 8 und 8 5 bleiben 69 Bezeichnenderweise hielt sich gleichzeitig der ehemalige Microsoft Chef Bill Gates auf Einladung der vietnamesischen Regierung ebenfalls in Hanoi auf 77 Im Mai 2006 wurde bekannt dass Vietnam und die USA im Juni 2006 ein bilaterales Handelsabkommen abschliessen wollen Im November 2006 fand in Hanoi zudem das Gipfeltreffen der APEC Staaten statt an dem auch US Prasident George W Bush teilnahm Zum 11 Januar 2007 trat Vietnam der Welthandelsorganisation WTO bei Landwirtschaft Bearbeiten Anbau von Nassreis Pflugen des Reisfeldes mit Wasserbuffel und Holzpflug Vietnam war bis vor wenigen Jahren ein fast ausschliesslich agrarisch gepragtes Land Bis heute sind in der Landwirtschaft 40 der Arbeitskrafte Vietnams tatig jedoch tragt dieser Sektor nur mehr 15 des BIPs bei Fur 2007 verzeichnete man einen Zuwachs von 3 4 trotz zahlreicher Naturkatastrophen 69 Der von den franzosischen Kolonialherren 1857 in Vietnam eingefuhrte Kaffeeanbau hat sich in den letzten 25 Jahren rasant entwickelt von einer Anbauflache von 22 000 Hektar 1980 auf heute eine halbe Million Hektar Damit ist Vietnam hinter Brasilien der weltweit zweitgrosste Kaffeeproduzent geworden 78 Ausloser fur diese Entwicklung war die DDR Wegen der in den 1980er Jahren stetig gestiegenen Preise fur Rohkaffee und dem immensen Bedarf der DDR an diesem wurde ein Ausweg aus dem Problem gesucht wertvolle harte Wahrung fur Kaffee ausgeben zu mussen Das damalige sozialistische Bruderland Vietnam bietet gute klimatische Voraussetzungen fur den Kaffeeanbau in mittlerweile auch weltmarktfahiger Qualitat Eines der Zentren des vietnamesischen Kaffeeanbaus ist die sudliche Hochland Provinz Đắk Lắk durchschnittlich bei einer Hohe von 600 m Vietnam ist der funft grosste Reisproduzent Stand 2016 79 In den letzten Jahren ist Vietnam zum viert grossten Fischproduzenten aufgestiegen Die Mehrheit der jahrlichen Produktion von 6 4 Mio Tonnen 2016 stammt bereits aus der Zucht und nicht mehr aus der traditionellen Fischerei 80 Rohstoffe und Energie Bearbeiten Siehe auch Vinacomin Vietnam verfugte Ende 2017 uber bekannte Erdolreserven in Hohe von etwa 600 Millionen Tonnen bzw 4400 Millionen Barrel 2017 wurden taglich ca 335 000 Barrel gefordert und 486 000 Barrel verbraucht Die Erdolforderung stagnierte in den letzten 10 Jahren wahrend der Verbrauch stark zugenommen hat 2007 lag der tagliche Verbrauch noch bei 283 000 Barrel In Vietnam gibt es eine Raffinerie die Dung Quất Raffinerie und eine zweite ist in Bau Die Raffineriekapazitat lag 2017 bei 167 000 Barrel pro Tag 81 In Vietnam gibt es weiterhin grosse Vorkommen von Anthrazitkohle Reserven von 3 116 Millionen Tonnen 82 und Erdgas sowie Antimon Bauxit Chrom Gold Eisen Phosphaten Zinn und Zink 2014 war Vietnam mit 41 Mio t weltweit dreizehntgrosster Steinkohleforderer 82 2017 wurden in Vietnam 190 3 Milliarden Kilowattstunden elektrischer Energie erzeugt 83 2005 waren es noch 51 3 Milliarden kWh und 1995 gar nur 14 3 Milliarden 70 2 Milliarden kWh 37 entfielen auf Wasserkraft 74 3 Milliarden kWh 39 auf Kohle und 44 4 Milliarden kWh 23 auf Erdgas 84 Im November 2016 wurden Plane ein Kernkraftwerk in der Provinz Ninh Thuận zu errichten aufgegeben 85 Industrie Bearbeiten Die Industrie trug 2007 42 zum BIP bei und ist Hauptsaule des Wirtschaftswachstums des Landes mit 10 6 Zuwachs in diesem Jahr Der wichtigste Industriezweig ist die Herstellung von Textilien und Schuhen daneben sind die Herstellung von Zement Stahl und die Montage von Automobilen bedeutend 69 Etwa 40 der Industriebetriebe Vietnams befinden sich nach wie vor in staatlicher Hand und mindestens ein Viertel davon arbeitet defizitar trotzdem hat die Regierung 2002 beschlossen dass alle Betriebe die in sensitiven Bereichen tatig sind zu 100 unter staatlicher Kontrolle bleiben 69 Die vietnamesischen Betriebe sind in der Regel sehr klein und kapitalschwach Es wird erwartet dass viele davon die schnell fortschreitende wirtschaftliche Offnung Vietnams nicht uberleben werden 69 Wirtschaftsstruktur Bearbeiten Terrassenfeldbau in Nordvietnam Vor der Einfuhrung von Đổi mới waren private Unternehmen abhangig vom Wirtschaftssektor entweder verboten oder vernachlassigbar Nur Familienbetriebe waren legal Einige Zeit nach dem Beginn der Reformen im Jahr 2002 betrug der Anteil des privaten Sektors am BIP etwa 40 wobei der Anteil in der Landwirtschaft besonders hoch war und der Anteil an der Industrieproduktion etwa ein Drittel ausmachte Die Asienkrise 1998 hat auch Vietnam stark getroffen und das Wirtschaftswachstum 2001 etwa 5 sowie das Interesse auslandischer Investoren hatten zwischenzeitlich merklich nachgelassen Die Regierung war nun gezwungen eine Reihe von Reformen umzusetzen um der Wirtschaft weiterhin ein starkes Wachstum zu ermoglichen Dies beinhaltet vor allem eine Reform der Rechtsordnung denn rechtliche Unsicherheit schreckte viele potentielle Investoren ab Ebenso war die Frage von Eigentum an Grund und Boden nicht restlos geklart und die Unmoglichkeit landwirtschaftliche Flachen in Industrieflachen umzuwidmen hat dazu gefuhrt dass die Preise fur Industrieland jene in Japan zeitweise uberstiegen Die staatlichen Unternehmen stellen fur die vietnamesische Wirtschaft ein Problem dar Sie sind meist unrentabel international nicht konkurrenzfahig und haben eine hohe Menge an Krediten die sie wahrscheinlich nicht zuruckzahlen werden konnen und damit das ganze Bankensystem bedrohen Eine Anzahl von Staatsbetrieben wurde bereits mit anderen Staatsbetrieben fusioniert oder geschlossen Der Prozess lauft aber wegen der sozialen Auswirkungen Arbeitslosigkeit recht schleppend Die Wirtschaft ist durch einen starken Unterschied zwischen dem Norden und dem Suden gepragt wobei die Wirtschaft im Suden bedeutend dynamischer ist als im Norden Dies wird meist damit begrundet dass die strategische Lage des Sudens besser ist und dass dort Đổi mới aufgrund der kurzer zuruckliegenden Erfahrung mit den Marktmechanismen schneller gegriffen hat als im Norden Die Inflation die in den 1980er Jahren ein grosses Problem darstellte ist mittlerweile unter Kontrolle Als Erinnerung an die Inflation bleiben astronomisch wirkende Preise mit vielen Nullen Es gibt Scheine von 500 bis 500 000 Dong Nennbetrag und mittlerweile auch Munzen ab 500 Dong Ein Euro ist etwa 25 000 Dong wert 2017 der grosste Schein also nur gut 20 so dass es normal ist dass man es bei grossen Betragen mit Bundeln in Geschaften und Banken bei der Abrechnung auch mit Sacken von Geldscheinen zu tun hat Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2017 bei nur 2 2 allerdings sind viele Beschaftigungsverhaltnisse informeller Natur und Unterbeschaftigung ist verbreitet 2017 arbeiteten 40 3 aller Arbeitskrafte in der Landwirtschaft 25 7 in der Industrie und 34 im Dienstleistungssektor Die Gesamtzahl der Beschaftigten wird fur 2017 auf 54 8 Millionen geschatzt 86 Aussenwirtschaft Bearbeiten Taglicher Olverbrauch einiger Lander in Sudostasien Liter pro Tag Einwohner Vietnams Aussenhandel hat sich in den Jahren seit seiner Integration in die Weltwirtschaft rasant entwickelt und die vietnamesische Volkswirtschaft hat einen Offenheitsgrad erreicht der etwa dem Thailands entspricht 2016 wurden Waren im Wert von 176 6 Milliarden US Dollar exportiert was gegenuber 2015 einer Steigerung von 9 0 entspricht Wichtigste Exportprodukte sind Rohol Guter der Leichtindustrie wie etwa Textilien Schuhe oder Elektro und Elektronikgerate Holzprodukte und landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Meeresfruchte Fisch Reis und Kaffee Im Jahr 2008 war Vietnam der zweitgrosste Kaffeeproduzent der Welt Hauptabnehmer fur vietnamesische Erzeugnisse sind die USA die EU Lander China und die anderen ASEAN Staaten 69 Vietnams Importe machten 2016 einen Wert von 174 1 Milliarden US Dollar aus sie stiegen gegenuber 2016 um 5 0 Importiert werden vor allem Maschinen und Fahrzeuge Erdolprodukte Eisen und Stahl Textil und Ledermaterialien sowie Computer und IT Ausrustungen Die wichtigsten Lieferanten sind die VR China die anderen ASEAN Staaten die EU Sudkorea und Japan Die USA spielen als Lieferanten fur Vietnam eine nur sehr untergeordnete Rolle 69 Mit einem Warenhandelsvolumen von gut 50 Milliarden Euro war Vietnam zuletzt der zweitwichtigste EU Handelspartner in Sudostasien die EU ist ihrerseits global der viertwichtigste Handelspartner Vietnams Zwischen 2014 und 2018 wuchs der gegenseitige Warenhandel bereits durchschnittlich um 15 jahrlich Um das volle Potenzial der gegenseitigen Wirtschaftsbeziehungen zu heben haben sich die EU und Vietnam auf ein umfangreiches Freihandelsabkommen zwischen Vietnam und der Europaischen Union EVFTA geeinigt dem nach dem Europaparlament nun auch der Rat der Europaischen Union zugestimmt hat Nach der noch notwendigen Ratifizierung durch die vietnamesische Nationalversammlung konnte das EVFTA im Fruhsommer 2020 in Kraft treten 87 Vietnam hat ein relativ hohes Handelsbilanzdefizit das durch die Einnahmen aus dem Tourismus durch Zuflusse von auslandischen Direktinvestitionen Entwicklungshilfe 2007 5 4 Milliarden US Dollar und Uberweisungen von Auslandsvietnamesen 2007 mehr als 5 5 Milliarden US Dollar ausgeglichen wird Deshalb sind Leistungs und Zahlungsbilanz unter Kontrolle 69 Aufgrund seiner Attraktivitat als Produktionsstandort ist die Handelsbilanz Vietnams inzwischen positiv Stand 2016 Sogar chinesische Unternehmen haben aufgrund der niedrigeren Lohnkosten ihre Produktion nach Vietnam verlagert Vietnam bleibt ein bevorzugtes Ziel fur auslandische Direktinvestitionen Der grosste Investor Vietnams 2016 war Sudkorea mit einem neu registrierten Investitionsbetrag in Hohe von 5 518 Mrd USD entsprechend 36 3 des gesamten Investitionsvolumens Danach folgten Singapur mit 1 59 Mrd USD Hong Kong mit 1 1 Mrd USD und Japan 868 Mio USD Deutschland steht mit ca 300 in Vietnam aktiven Unternehmen und einem kumulierten Investitionsbetrag von 1 357 Mrd USD auf Rang 21 der Investorenliste 88 Die Auslandsverschuldung ist mit etwa 16 6 Milliarden US Dollar bzw 37 des BIP 2005 relativ niedrig 9 Dies liegt vor allem daran dass Vietnam bis 1993 fast keine Kredite aus dem westlichen Ausland bekommen konnte Bis 2016 stieg sie auf knapp 60 des BIP an Die vietnamesische Wahrung ist inoffiziell an den US Dollar gekoppelt Crawling Peg Tourismus Bearbeiten Lăng Co Strand in Huế Altstadt in Hội An Hauptartikel Tourismus in Vietnam In Europa wurde Vietnam eher mit Vietnamkrieg Kommunismus und Armut assoziiert und zahlte zunachst nicht zu den klassischen Urlaubslandern Bis vor wenigen Jahren wurde Vietnam deshalb fast ausschliesslich von Leuten besucht die sich fur die Kultur interessieren Abenteuer erleben wollten oder mit dem Land nach dem Vietnamkrieg in der einen oder anderen Art emotional verbunden waren Seit etwa 1999 erlebt Vietnam einen Boom im Tourismus Neben Studienreisenden kommen auch immer mehr Rucksack Pauschal und Badetouristen letztere vor allem aus anderen asiatischen Landern Dies beruht z T auf einem Ausweich Effekt der mit der anhaltenden Gewalt und den Terroranschlagen auf den Philippinen und in Indonesien begrundet ist wohingegen Vietnam ein sicheres Land mit niedriger Kriminalitat ist 89 Mittlerweile fahren auch Kreuzfahrtschiffe vietnamesische Hafen an bzw ankern vor der Kuste und bieten Tagesausfluge nach Ho Chi Minh Stadt Nha Trang Đa Nẵng oder Huế an In den letzten Jahren wurden in einigen Fischerdorfern eilig einige internationale Hotels und Resorts hochgezogen Restaurants fur Auslander eroffnet und der Aufbau einer touristischen Infrastruktur in Angriff genommen Mehrere hunderttausend Menschen sind bereits im Tourismus beschaftigt Die am meisten besuchten Reiseziele in Vietnam sind Ho Chi Minh Stadt mit rund 5 8 Millionen internationalen Besuchern gefolgt von Hanoi mit 4 6 Millionen und der Hạ Long Bucht mit 4 4 Millionen Besuchern Alle drei befinden sich in den Top 100 der meistbesuchten Stadte der Welt In Vietnam gibt es 8 UNESCO Welterbestatten In Sudostasien gibt es kein Land mit mehr Welterbestatten Im Jahr 2018 wurde Hội An vom bekannten Reisemagazin Travel and Leisure zu den 15 besten Reisezielen der Welt gewahlt Ab dem Jahr 2020 ist der Hanoi Street Circuit Teil der Formel 1 Rennserie Dieser befindet sich in der Hauptstadt Vietnams und sollte am ersten GP Wochenende Anfang April 2020 stattfinden und 300 000 Zuschauern Unterhaltung bieten allerdings wurde das Rennen aufgrund der Corona Pandemie abgesagt so dass der erste vietnamesische Grand Prix im Jahre 2021 stattfinden soll 90 Wirtschaftskennzahlen Bearbeiten Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt Inflation Haushaltssaldo und Aussenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermassen Veranderung des Bruttoinlandsprodukts BIP realin gegenuber dem VorjahrJahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017Veranderung in gg Vj 7 5 7 0 7 1 5 7 5 4 6 4 6 2 5 2 5 4 6 0 6 7 6 2 6 8Quelle Weltbank 91 Entwicklung des BIP nominal absolut in Mrd US je Einwohner in Tsd US Jahr 2015 2016 2017 Jahr 2015 2016 2017BIP in Mrd US 193 2 202 6 223 9 BIP je Einw in Tsd US 2 06 2 17 2 34Quelle Weltbank 92 Entwicklung der Inflationsrate Entwicklung des Haushaltssaldosin gegenuber dem Vorjahr in des BIP minus Defizit im Staatshaushalt Jahr 2014 2015 2016 Jahr 2016 2017 2018Inflationsrate 4 1 0 9 2 0 Haushaltssaldo 4 5 3 2 2 2Quelle GTAI geschatztHaupthandelspartner 2016 Ausfuhr in nach Einfuhr in vonVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 20 7 China Volksrepublik Volksrepublik China 29 8China Volksrepublik Volksrepublik China 10 2 Korea Sud Sudkorea 16 6Japan Japan 8 7 Japan Japan 8 6Korea Sud Sudkorea 5 5 Taiwan Taiwan 6 6Hongkong Hongkong 4 3 Thailand Thailand 5 0Deutschland Deutschland 3 5 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 4 7Vereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate 3 5 Singapur Singapur 3 6sonstige Lander 43 6 sonstige Lander 25 1Quelle GTAI 93 Hauptprodukte des Aussenhandels 2016 Ausfuhrguter Anteil in Einfuhrguter Anteil in Elektronik 29 2 Elektronik 20 2Textilien u Bekleidung 17 1 Maschinen 11 8Nahrungsmittel 12 4 Textilien u Bekleidung 8 2Quelle GTAI 93 Entwicklung des Aussenhandelsin Mrd US und seine Veranderung gegenuber dem Vorjahr in 2014 2015 2016Mrd US gg Vj Mrd US gg Vj Mrd US gg Vj Einfuhr 147 8 11 9 165 8 12 1 174 1 5 0Ausfuhr 150 2 13 7 162 0 7 9 176 6 9 0Saldo 2 4 3 8 2 5Quelle GTAIStaatshaushalt Bearbeiten Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 57 2 Mrd US Dollar dem standen Einnahmen von umgerechnet 48 0 Mrd US Dollar gegenuber Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Hohe von 4 5 des BIP 94 Die Staatsverschuldung betrug 2016 126 Mrd US Dollar oder 62 4 des BIP 95 Die Staatsausgaben entfielen in des BIP unter anderem auf folgende Bereiche Gesundheit 96 6 6 2006 Bildung 94 97 4 6 2016 Militar 94 2 3 2018 Infrastruktur BearbeitenErreichbarkeit Bearbeiten In den letzten Jahren konnte die Infrastruktur des Landes dank hoher Investitionen deutlich verbessert werden Im Logistics Performance Index der von der Weltbank erstellt wird belegte Vietnam 2018 den 39 Platz unter 160 Landern 98 Die zwei grossten Stadte des Landes Hanoi und Ho Chi Minh Stadt haben internationale Flughafen die von wenigen europaischen unter anderem Frankfurt London und Paris aber den meisten asiatischen Grossstadten direkt angeflogen werden Daneben gibt es Eisenbahnverbindungen von und nach China und Strassenverbindungen in alle Nachbarlander Die Grenzubergange sind meist nur am Tag geoffnet Auslander konnen sofern sie alle notwendigen Papiere haben jeden beliebigen Grenzubergang zur Einreise benutzen Strassenverkehr Bearbeiten Einige der auf uber 2 Millionen geschatzten Mopeds in Ho Chi Minh Stadt Stadtbusse in Ho Chi Minh Stadt Vietnams Strassen haben eine Lange von insgesamt etwa 210 000 Kilometern wovon nur etwa 13 5 in einem guten Zustand und 29 asphaltiert sind 9 10 der vietnamesischen Dorfer sind jahrlich wegen unpassierbarer Strassen mehr als einen Monat von der Aussenwelt abgeschnitten 9 Durch starke Anstrengungen im Tiefbau wachst der Anteil der internationalen Standards entspricht stetig vorerst meist in den Einzugsgebieten von Grossstadten Trotz der fortschreitenden Asphaltierung ist der grossere Teil in eher schlechtem Zustand Strassen in einer Qualitat die man als Autobahn bezeichnen konnte gibt es nur wenige Die wichtigste Strasse Vietnams die uber 2100 km als verkehrstechnisches Ruckgrat durch das gesamte Land von der chinesischen Grenze bis ins Mekongdelta verlauft ist die Nationalstrasse 1 vietnamesisch Quốc lộ 1A Derzeit wird an einer zweiten Nord Sud Verbindung gebaut dem so genannten Ho Chi Minh Highway der auf weiten Strecken entlang der Strecke des beruhmten Ho Chi Minh Pfads verlauft Nach ihrer Fertigstellung soll diese 1690 km lange und 500 Millionen US Dollar teure Strasse Hanoi mit Ho Chi Minh Stadt verbinden 9 2006 waren bereits 960 km der Strecke zwischen den Orten Khe Co Provinz Ha Tinh und Ngoc Hoi Provinz Kon Tum in Form einer meist zweispurigen Asphaltstrasse fertig gestellt Nach der Fertigstellung wird diese Route eine attraktive Alternative zur Nationalstrasse 1 darstellen Zum einen wird der Verkehr weniger dicht sein zum anderen fuhrt die geplante Strecke durch reizvolle Landschaften Dabei wird sie allerdings auch einige der letzten bisher unberuhrten Wildnisgebiete und Nationalparks an der laotischen Grenze durchschneiden In Vietnam herrscht offiziell Rechtsverkehr In der Regel wird jedoch gefahren wo gerade Platz ist Kreuzungen die mit Ampeln geregelt sind kommen eher in den Stadten vor Auch wenn die Regierung versucht den Busverkehr zu fordern ist das bedeutendste Nahverkehrsmittel das Moped das bei wohlhabenderen Familien zunehmend vom Auto abgelost wird Die bis vor wenigen Jahren allgegenwartigen Fahrrad Rikschas Cyclo richten sich in den Grossstadten heute meist an die Touristen Auch andere Formen des Taxifahrens sind bei Touristen popular so in den Innenstadten das Mopedtaxi Xe Om Seit 2007 gilt in Vietnam die Helmpflicht und die Bussgelder sind recht hoch Es ist erlaubt maximal zwei schwere oder drei leichte Personen mit einem Moped zu befordern Schienenverkehr Bearbeiten Siehe auch Geschichte der Eisenbahn in Vietnam Ga Hanoi Hauptbahnhof der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi Zug in Hanoi Das vietnamesische Eisenbahnnetz besteht aus sechs Linien mit 3260 Kilometern Schiene stammt grosstenteils aus der Kolonialzeit und wird nur langsam modernisiert 9 Die langste Linie fuhrt von Hanoi nach Ho Chi Minh Stadt fur die 1730 Kilometer benotigt der Reunification Express 29 5 Stunden Das Bahnnetz ist uberwiegend in Meterspur ausgefuhrt zwischen Hanoi und der chinesischen Grenze gibt es ein Dreischienengleis mit Normalspur 99 Grenzuberschreitende Verbindungen gibt es zurzeit nur nach China uber den Grenzubergang Đồng Đăng Die Zuge sind ausschliesslich dieselbetrieben Altere Fahrzeuge stammen grossteils aus sowjetischer Produktion in den letzten Jahren ist China der Hauptlieferant 100 Plane zur Errichtung einer Hochgeschwindigkeitsstrecke wurden aufgrund zu hoher Kosten nicht umgesetzt Fahrkarten werden in verschiedenen Klassen verkauft drei Sitzplatzkategorien Schlafabteile mit zwei bis sechs Platzen pro Abteil Alle Klassen ausser der billigsten sind klimatisiert 101 Die Zuge fahren recht langsam sind dafur sicher und vergleichsweise punktlich Fur langere Fahrten empfehlen sich Liege oder Schlafwagen die man langere Zeit im Voraus buchen sollte In Hanoi und Ho Chi Minh Stadt werden U Bahn Systeme gebaut und geplant die ab 2021 in Betrieb gehen sollen 9 Luftverkehr Bearbeiten Die wichtigste Fluglinie des Landes ist die staatliche Vietnam Airlines Sie bietet zahlreiche Fluge in andere asiatische Lander sowie einige Interkontinentalstrecken an und bedient die meisten Flughafen in Vietnam Besonders hier sind neben den Strecken zwischen den grossen Stadten des Landes auch die abgelegenen kleineren Stadte im eher schwach erschlossenen Bergland von Bedeutung die hier zumeist uber einen eigenen Flugplatz verfugen Die Flotte von Vietnam Airlines entspricht internationalem Niveau Im regionalen Flugverkehr Sudvietnams ist die Vietnam Air Service Company VASCO aktiv eine Tochtergesellschaft der Vietnam Airlines Flugzeuge der wichtigsten Fluggesellschaft Vietnams der Vietnam Airlines auf dem Flughafen Tan Son Nhat in Ho Chi Minh Stadt Uberwiegend auf den Inlandsmarkt sind die Billigfluglinien Jetstar Pacific Airlines und VietJet Air fokussiert Anfang 2019 nahm auch Bamboo Airways den Betrieb auf 102 Diese Fluglinien besitzen westlichem Standard entsprechende Flotten mit nur einer Beforderungsklasse und haben relativ gunstige Tarife die jedoch die Gepackbeforderung nicht einschliessen Wasserverkehr Bearbeiten Fahre in Ho Chi Minh Stadt Vietnam verfugt uber etwa 5000 Kilometer Wasserstrassen die ganzjahrig befahrbar sind Besonders im Mekongdelta ist der Wassertransport wichtig und die Strassen werden durch zahlreiche Flussarme unterbrochen die mittels Fahre uberbruckt werden mussen Die wichtigsten Seehafen sind Ho Chi Minh Stadt Hải Phong Đa Nẵng Quang Ninh Qui Nhon sowie Cần Thơ 2005 wurden etwa 15 Millionen Tonnen Fracht umgeschlagen nach 4 5 Millionen im Jahr 1993 9 Telekommunikation Bearbeiten Im Telefonnetz Vietnams gab es in den letzten Jahren viele Investitionen Wo investiert wurde kommt modernste Technologie zum Einsatz dementsprechend zuverlassig und komfortabel ist das Netz Wo noch nicht investiert wurde ist das Telekommunikationsnetz weit zuruckgeblieben Fur Mitte 2004 wurden 4 9 Millionen Festnetzanschlusse 3 4 Millionen Mobiltelefone und 5 1 Millionen Internet Benutzer gezahlt 9 Im Jahr 2020 nutzten 70 Prozent der Einwohner Vietnams das Internet 103 Im Jahr 2016 gab es in fast allen grosseren Orten Breitbandinternet Standardmassig kommt hier Glasfaserkabel bis zum Endkunden zum Einsatz Fast uberall finden sich offene WLANs In Lokalen oder Hotels gibt es standardmassig Gratis WLAN Es existieren mehrere gut ausgebaute Mobilfunknetze mit 3G und HSDPA Internet Sim Karten mit reichlich Datenvolumen werden praktischerweise an jeder Ecke angeboten Die Tarife sind auch fur Einheimische ziemlich gunstig Praktisch jeder Vietnamese verfugt inzwischen uber ein Mobiltelefon oder zunehmend uber Smartphones Die Internet Cafes von denen es im ganzen Land eine hohe Anzahl gibt werden uberwiegend fur Onlinespiele besucht Ahnlich wie in China ist die Regierung besorgt dass durch das Internet das staatliche Informationsmonopol untergraben wird und letzten Endes die Legitimitat der Alleinregierung der Kommunistischen Partei in Frage gestellt werden konnte Deshalb kommt fur das ganze Land ein Gateway Vietnam Data Communications mit Filtersystem zum Einsatz welches unerwunschte Inhalte blockieren soll Dazu gehorte in der Vergangenheit mehrmals die vietnamesischsprachige Webprasenz der BBC 9 Kultur Bearbeiten Hauptartikel Kultur Vietnams Die vietnamesische Kultur hat ihre Anfange in der Dong Son Kultur vor etwa 3000 Jahren Sie war anderen sudostasiatischen Kulturen sehr ahnlich Die heutige vielfaltige Kultur Vietnams ist eine Mischung aus originaren lokalen Kulturen der Vietnamesen und anderer Volker des Landes sowie chinesischen und westlichen Elementen Kuche Bearbeiten Hauptartikel Vietnamesische Kuche Feiertage Bearbeiten Datum Deutscher Name Vietnames Name Anmerkungen1 Januar Neujahr Tết TayEnde Januar bis Ende Februar Fest des Ersten Morgens Tết Nguyen Đan Bedeutendstes Fest an den ersten drei Tagen des Jahres nach dem Mondkalender30 April Tag der Befreiung des Sudens Ngay Giải Phong Miền Nam Fall von Saigon im Jahr 19751 Mai Tag der Arbeit Ngay Quốc Tế Lao Động2 September Unabhangigkeitstag Quốc Khanh Unabhangigkeitserklarung von Hồ Chi Minh 1945Medien Bearbeiten Alle Medien Vietnams werden vom Staat und damit der Kommunistischen Partei Vietnams gesteuert nur von der Regierung genehmigte Informationen durfen veroffentlicht werden Zeitungen die sich diesen Regeln entzogen haben wurden wiederholt zensiert ebenso wurden Dissidenten die kritische Informationen uber das Internet verbreitet hatten in Haft genommen sobald das Regime ihrer habhaft wurde 9 2016 setzten sich beim Parteikongress die Hardliner der KP durch woraufhin zahlreiche Medienschaffende zu langen Haftstrafen verurteilt wurden oft aufgrund schwammiger Vorwurfe wie Propaganda gegen den Staat Zum Stand 2018 sassen laut RSF zwanzig Online Aktivisten und Burgerjournalisten im Gefangnis 104 Im Dezember 2017 gaben die Vietnamesischen Streitkrafte den Einsatz einer Cyber Armee zur Bekampfung falscher Informationen im Internet bekannt Ein 2019 in Kraft getretenes Gesetz gegen Internetkriminalitat schreibt auslandischen Online Plattformen vor die Daten einheimischer Nutzer auf Servern in Vietnam zu speichern und sie den Behorden auf Anweisung auszuhandigen 105 Auf der weltweite Rangliste der Pressefreiheit belegt Vietnam regelmassig einen der letzten Platze und wurde 2021 auf Rang 175 von 180 Landern und Territorien gelistet 105 In den Buchereien der Grossstadte ist auslandische Literatur in verschiedenen Sprachen als Lehrmaterial erhaltlich Auch englischsprachige Printmedien werden in Vietnam angeboten Dies sind zum einen Zeitschriften die sich an Touristen richten und Reise oder Unterhaltungsmoglichkeiten bewerben Die meisten englischsprachigen Publikationen richten sich an Geschaftsleute und verkunden die neuesten Errungenschaften der Wirtschaftspolitik Vietnams Auslandische Publikationen werden nicht zensiert sind aber fur die durchschnittlichen Vietnamesen sehr teuer Alte Exemplare von auslandischen Zeitungen werden haufig von Strassenhandlern angeboten Logo von VTV Vietnam TV Das staatliche vietnamesische Radio und Fernsehen strahlt mehrere teils landesweite teils regionale Programme aus Der staatliche Auslandsdienst Voice of Vietnam der seit der Augustrevolution existiert und wahrend des Vietnamkrieges hauptsachlich Propaganda gegen die Vereinigten Staaten ausstrahlte sendet auch heute noch Propaganda im Sinne der Regierung Es werden halbstundige Programme auf Englisch Franzosisch Russisch und seit dem 1 Marz 2006 auch in deutscher Sprache produziert die sich an Horer in Europa richten Die Sendungen werden auf Kurzwelle und via Stream ausgestrahlt und sollen in Hanoi laut einer Quelle auch auf UKW verbreitet werden 106 Das staatliche Fernsehen VTV betreibt sieben Programme Zudem sind auslandische Fernsehsender z B ESPN BBC CNN TV5 oder Deutsche Welle TV mit entsprechenden digitalen Decodern empfangbar Siehe auch Bearbeiten Portal Vietnam Ubersicht zu Wikipedia Inhalten zum Thema VietnamLiteratur BearbeitenBucher Andreas Reinecke Hrsg Schatze der Archaologie Vietnams Begleitband zur Sonderausstellung Nunnerich Asmus Verlag Mainz 2016 ISBN 978 3 945751 44 2 Marc Frey Geschichte des Vietnamkriegs Die Tragodie in Asien und das Ende des amerikanischen Traums C H Beck Munchen 2016 ISBN 978 3 406 69912 2 Ben Kiernan Viet Nam A History from Earliest Times to the Present Oxford University Press Oxford 2017 ISBN 978 0 19 516076 5 Ulrich Brinkhoff Albtraume am Saigon Fluss Sudvietnam 1965 1968 Agenda Verlag Munster 2014 ISBN 978 3 89688 516 6 Susanne My Giang Andreas Grimmel Eckhard Grimmel Vietnam Natur Geschichte Gesellschaft Wirtschaft Politik Peter Lang Verlag Frankfurt am Main 2012 ISBN 978 3 631 60447 2 Heinz Kotte Rudiger Siebert Vietnam Die neue Zeit auf 100 Uhren Lamuv Gottingen 2001 ISBN 3 88977 604 3 Andreas Margara Der Amerikanische Krieg Erinnerungskultur in Vietnam Regiospectra Berlin 2012 ISBN 978 3 940132 48 2 Andrea Markand Markus Markand Stefan Loose Reisefuhrer Laos mit Reiseatlas 2018 ISBN 978 3770178858 Zeitschriften Vietnam Cultural Window Cua sa van Hoa Viet Nam The Gioi Publishers Hanoi 1998ff monatlich Vietnamese Studies The Gioi Publishers Hanoi 1964ff vierteljahrlich ISSN 1859 0985 VietNam Kurier Freundschaftsgesellschaft Vietnam e V Dusseldorf 1977ff vierteljahrlich ISSN 0946 0691 Sudostasien Aktuell Institut fur Asienkunde Hamburg 1982ff zweimonatlich ISSN 0722 8821Weblinks Bearbeiten Commons Vietnam Sammlung von Bildern Wikimedia Atlas Vietnam geographische und historische Karten Wiktionary Vietnam Bedeutungserklarungen Wortherkunft Synonyme Ubersetzungen Wikivoyage Vietnam Reisefuhrer Wikinews Kategorie Vietnam in den Nachrichten Linkkatalog zum Thema Vietnam bei curlie org ehemals DMOZ Landerinformationen des Auswartigen Amtes zu Vietnam Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen politischen und wirtschaftlichen Situation in Vietnam Vietnam im Human Development Report der 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Sudossetien Palastina Palastinensische Autonomiegebiete Turkische Republik Nordzypern 1 Liegt grosstenteils in Afrika 2 Liegt zum Teil auch in Ozeanien 3 Liegt zum Teil auch in Afrika 4 Liegt zum Teil auch in Europa 14 033333333333 107 9 Koordinaten 14 N 108 O Normdaten Geografikum GND 4063514 4 OGND AKS LCCN n79032186 NDL 00560635 VIAF 155871049 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Vietnam amp oldid 222409782, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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