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Die Victoria-Insel ist in Ost-West-Richtung rund 750 km lang, in Nord-Süd-Richtung bis zu 625 km breit und erreicht in den Shaler Mountains eine Höhe von bis zu 665 m über dem Meer. Westlich von ihr, nur durch die schmale Prince of Wales Strait getrennt, liegt die Banksinsel, nördlich die Melville-Insel und östlich, durch den McClintock-Kanal getrennt, die Prince-of-Wales-Insel. Eine weitere größere Nachbarinsel im Südosten ist die King-William-Insel. Vom südlich gelegenen nordamerikanischen Festland wird die Victoria-Insel durch eine Meeresstraße bestehend aus Amundsen-Golf, Dolphin-und-Union-Straße, Coronation-Golf, Dease-Straße, Königin-Maud-Golf und der Victoria-Straße getrennt.

Die beiden Siedlungen auf der Insel sind Cambridge Bay (1477 Einwohner) im Süden, Standort einer kanadischen Wetterstation, und Ulukhaktok (ehem. Holman, 398 Einwohner) an der Westküste am Eingang des Prinz-Albert-Sunds gelegen.

Zeltring der Thule-Zeit bei Cambridge Bay

An der Pembroke Site (nach dem Borden-System NgNc-2), einem archäologischen Fundplatz im Südosten der Insel, nördlich von Cambridge Bay, fanden sich Überreste der ältesten bekannten Thule-Inuit-Siedlung (vg. Inuit-Kultur). Zu dieser gehörten elf ausgedehnte Wohnstellen, die sich anhand von fünf Zeltringen (tent rings), fünf leichten, in den Boden eingesenkten hausartigen Strukturen und einem qalgiq, einer großen Gemeinschaftsstruktur, nachweisen ließen. Eine andere Stelle wurde in den 1970er Jahren durch Straßenbau zerstört, bei einer weiteren Struktur ist die Funktion unklar. Nahrungsgrundlagen der Bewohner waren Karibu, Seesaibling und Amerikanischer Seesaibling. Hinzu kamen sehr geringe Mengen von Meeressäugern und Vögeln. Die Siedlungsstelle bestand um 1400, und damit nur 200 Jahre nach der ersten Ostwanderung der Thule-Leute von Alaska in den östlichen Arktisbereich bis nach Grönland. Sie repräsentiert damit die zweite Wanderungswelle Richtung Osten, allerdings in weniger günstige Gebiete. Die Thule-Leute, vielleicht vier bis fünf Familien, waren auf dem Weg nach Osten und hielten sich möglicherweise nur wenige Jahre auf der Insel auf – das Gemeinschaftsgebäude hoch auf dem Hügel weist auf eine ostentative Besetzung hin, zumal dort Tanz- und Musikveranstaltungen stattgefunden haben dürften. Dennoch war die Pembroke-Stätte nur kurze Zeit bewohnt. Andererseits ist es möglich, dass die späten Dorset-Leute im Süden der Insel wohnten und dies den Thule-Leuten Umwege abverlangte; daher ist unklar, ob sie nördlich oder südlich um die große Insel herumfuhren, obwohl die Südroute bessere Ressourcen bot. Ausgrabungen fanden zuerst 1963 und 1965 statt, wobei zunächst eine Siedlungsstelle, dann vier weitere ergraben wurden, allerdings nur mit 26 Artefakten. Ab 2008 wurde neuerlich gegraben, wobei, neben der Datierung und der Ergrabung weiterer Wohnstrukturen, der Nachweis gelang, dass in einem nur 20 m entfernten Süßwasserbach der meiste Fisch gefangen wurde. Der lokalen Kitikmeot Heritage Society unter Leitung von Brendan Griebel gelang es, die Bevölkerung in das Grabungsprojekt zu involvieren. Der qalgiq wurde im May Hakongak Community Library and Cultural Centre rekonstruiert und dient heute Versammlungen.

Die Insel war schon lange von Inuit besiedelt, als sie 1826 während der zweiten Expedition John Franklins gesichtet wurde. Sie wurde 1839 nach der britischen Königin Victoria benannt und in den späten 1830er Jahren von den britischen Forschern Thomas Simpson (1808–1840) und Peter Warren Dease (1788–1863) sowie 1851 von John Rae erkundet. Richard Collinson überwinterte 1851 bis 1853 zweimal im Schutze der Insel. Große Teile des Küstenverlaufs wurden erst durch die Expeditionen Roald Amundsens 1903–1906 und Vilhjálmur Stefánssons 1915–1917 aufgeklärt.

1923 errichtete die Hudson’s Bay Company ihre Handelsposten Cambridge Bay und Port Brabant (zeitweise Fort Collinson genannt, 1939 nach Holman verlegt, dem heutigen Ulukhaktok). 1926 folgte die Royal Canadian Mounted Police mit einer Station in Cambridge Bay.

Auf der ersten Durchquerung der Nordwestpassage von West nach Ost überwinterte Henry Larsen mit der St. Roch 1940–1941 in der Walker Bay im Westen der Insel.

  • Lesley Howse: Late Dorset Caribou Hunters: Zooarchaeology of the Bell Site, Victoria Island, in: Arctic Anthropology 45 (2008) 22–40. (academia.edu)
Commons: Victoria-Insel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Victoria Island (englisch, französisch) In: The Canadian Encyclopedia. Abgerufen am 22. August 2016.

  1. Darren Keith: Inuit Qaujimaningit Nanurnut Inuit Knowledge of Polar Bears (PDF; 7,0 MB). Gjoa Haven Hunters’ and Trappers’ Organization and CCI Press, 2005, Appendix 5.
  2. The Atlas of Canada – Sea Islands (Memento vom 22. Januar 2013 im Internet Archive) (englisch)
  3. Website der Pitquhirnikkut Ilihautiniq/Kitikmeot Heritage Society.
  4. T. Max Friesen, Lauren E. Y. Norman: The Pembroke Site: Thule Inuit Migrants on Southern Victoria Island, in: Arctic 69 (2016) 1–18 (academia.edu).
  5. William James Mills: Exploring Polar Frontiers. A Historical Encyclopedia, Bd. 1, ABC–CLIO, Santa Barbara/Denver/Oxford 2003, S. 676.
  6. Across the Northwest Passage: The Larsen Expeditions auf der Website Arctic Expedition der University of Calgary, abgerufen am 18. Mai 2013.
Normdaten (Geografikum): GND:4227305-5(OGND, AKS) | VIAF:234667739

Victoria Insel Insel Kanadas Sprache Beobachten Bearbeiten Dieser Artikel behandelt die Victoria Insel in Kanada fur die gleichnamige Insel in Russland siehe Victoria Insel Russland Die Victoria Insel englisch Victoria Island Inuktitut Kiilliniq 1 ist die zweitgrosste Insel Kanadas und die achtgrosste Insel der Welt nach anderen Zahlungen die neunt oder zehntgrosste Sie liegt im Nordpolarmeer im Kanadisch Arktischen Archipel und hat eine Grosse von 217 291 km 2 Der westliche Teil der Insel gehort politisch zur Inuvik Region der Nordwest Territorien der ostliche Teil und somit etwa zwei Drittel der Flache zur Region Kitikmeot des Territoriums Nunavut Victoria Insel Victoria Island KiilliniqSatellitenbild der Victoria InselGewasser Arktischer OzeanGeographische Lage 71 N 110 W 71 110 665 Koordinaten 71 N 110 WLange 750 kmBreite 625 kmFlache 217 291 km Hochste Erhebung 665 mEinwohner 1875 2006 lt 1 Einw km Hauptort Cambridge BayKarte der Insel Inhaltsverzeichnis 1 Geographie 2 Geschichte 3 Literatur 4 Weblinks 5 EinzelnachweiseGeographie BearbeitenDie Victoria Insel ist in Ost West Richtung rund 750 km lang in Nord Sud Richtung bis zu 625 km breit und erreicht in den Shaler Mountains eine Hohe von bis zu 665 m uber dem Meer Westlich von ihr nur durch die schmale Prince of Wales Strait getrennt liegt die Banksinsel nordlich die Melville Insel und ostlich durch den McClintock Kanal getrennt die Prince of Wales Insel Eine weitere grossere Nachbarinsel im Sudosten ist die King William Insel Vom sudlich gelegenen nordamerikanischen Festland wird die Victoria Insel durch eine Meeresstrasse bestehend aus Amundsen Golf Dolphin und Union Strasse Coronation Golf Dease Strasse Konigin Maud Golf und der Victoria Strasse getrennt Die beiden Siedlungen auf der Insel sind Cambridge Bay 1477 Einwohner im Suden Standort einer kanadischen Wetterstation und Ulukhaktok ehem Holman 398 Einwohner an der Westkuste am Eingang des Prinz Albert Sunds gelegen Geschichte Bearbeiten Zeltring der Thule Zeit bei Cambridge Bay An der Pembroke Site nach dem Borden System NgNc 2 einem archaologischen Fundplatz im Sudosten der Insel nordlich von Cambridge Bay fanden sich Uberreste der altesten bekannten Thule Inuit Siedlung vg Inuit Kultur Zu dieser gehorten elf ausgedehnte Wohnstellen die sich anhand von funf Zeltringen tent rings funf leichten in den Boden eingesenkten hausartigen Strukturen und einem qalgiq einer grossen Gemeinschaftsstruktur nachweisen liessen Eine andere Stelle wurde in den 1970er Jahren durch Strassenbau zerstort bei einer weiteren Struktur ist die Funktion unklar Nahrungsgrundlagen der Bewohner waren Karibu Seesaibling und Amerikanischer Seesaibling Hinzu kamen sehr geringe Mengen von Meeressaugern und Vogeln Die Siedlungsstelle bestand um 1400 und damit nur 200 Jahre nach der ersten Ostwanderung der Thule Leute von Alaska in den ostlichen Arktisbereich bis nach Gronland Sie reprasentiert damit die zweite Wanderungswelle Richtung Osten allerdings in weniger gunstige Gebiete Die Thule Leute vielleicht vier bis funf Familien waren auf dem Weg nach Osten und hielten sich moglicherweise nur wenige Jahre auf der Insel auf das Gemeinschaftsgebaude hoch auf dem Hugel weist auf eine ostentative Besetzung hin zumal dort Tanz und Musikveranstaltungen stattgefunden haben durften Dennoch war die Pembroke Statte nur kurze Zeit bewohnt Andererseits ist es moglich dass die spaten Dorset Leute im Suden der Insel wohnten und dies den Thule Leuten Umwege abverlangte daher ist unklar ob sie nordlich oder sudlich um die grosse Insel herumfuhren obwohl die Sudroute bessere Ressourcen bot Ausgrabungen fanden zuerst 1963 und 1965 statt wobei zunachst eine Siedlungsstelle dann vier weitere ergraben wurden allerdings nur mit 26 Artefakten Ab 2008 wurde neuerlich gegraben wobei neben der Datierung und der Ergrabung weiterer Wohnstrukturen der Nachweis gelang dass in einem nur 20 m entfernten Susswasserbach der meiste Fisch gefangen wurde Der lokalen Kitikmeot Heritage Society unter Leitung von Brendan Griebel gelang es die Bevolkerung in das Grabungsprojekt zu involvieren Der qalgiq wurde im May Hakongak Community Library and Cultural Centre 3 rekonstruiert und dient heute Versammlungen 4 Die Insel war schon lange von Inuit besiedelt als sie 1826 wahrend der zweiten Expedition John Franklins gesichtet wurde Sie wurde 1839 nach der britischen Konigin Victoria benannt und in den spaten 1830er Jahren von den britischen Forschern Thomas Simpson 1808 1840 und Peter Warren Dease 1788 1863 sowie 1851 von John Rae erkundet Richard Collinson uberwinterte 1851 bis 1853 zweimal im Schutze der Insel Grosse Teile des Kustenverlaufs wurden erst durch die Expeditionen Roald Amundsens 1903 1906 und Vilhjalmur Stefanssons 1915 1917 aufgeklart 1923 errichtete die Hudson s Bay Company ihre Handelsposten Cambridge Bay und Port Brabant zeitweise Fort Collinson genannt 1939 nach Holman verlegt dem heutigen Ulukhaktok 1926 folgte die Royal Canadian Mounted Police mit einer Station in Cambridge Bay 5 Auf der ersten Durchquerung der Nordwestpassage von West nach Ost uberwinterte Henry Larsen mit der St Roch 1940 1941 in der Walker Bay im Westen der Insel 6 Literatur BearbeitenLesley Howse Late Dorset Caribou Hunters Zooarchaeology of the Bell Site Victoria Island in Arctic Anthropology 45 2008 22 40 academia edu Weblinks Bearbeiten Commons Victoria Insel Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Victoria Island englisch franzosisch In The Canadian Encyclopedia Abgerufen am 22 August 2016 Einzelnachweise Bearbeiten Darren Keith Inuit Qaujimaningit Nanurnut Inuit Knowledge of Polar Bears PDF 7 0 MB Gjoa Haven Hunters and Trappers Organization and CCI Press 2005 Appendix 5 The Atlas of Canada Sea Islands Memento vom 22 Januar 2013 im Internet Archive englisch Website der Pitquhirnikkut Ilihautiniq Kitikmeot Heritage Society T Max Friesen Lauren E Y Norman The Pembroke Site Thule Inuit Migrants on Southern Victoria Island in Arctic 69 2016 1 18 academia edu William James Mills Exploring Polar Frontiers A Historical Encyclopedia Bd 1 ABC CLIO Santa Barbara Denver Oxford 2003 S 676 Across the Northwest Passage The Larsen Expeditions auf der Website Arctic Expedition der University of Calgary abgerufen am 18 Mai 2013 Normdaten Geografikum GND 4227305 5 OGND AKS VIAF 234667739 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Victoria Insel amp oldid 195553225, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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