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Die Veste Otzberg (Hessen) wurde auf dem Gipfel des Otzberges im Odenwald in367,9 m ü. NHN errichtet. An dessen Nordhang befindet sich der Ort Hering im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg, der aus der Vorburg bzw. der Burgmannensiedlung hervorgegangen ist. Die Geschichte von Burg und Ort ist deshalb eng miteinander verknüpft.

Veste Otzberg

Die Veste Otzberg vom Südosten aus aufgenommen

Alternativname(n) castrum Othesberg
Staat Deutschland (DE)
Ort Hering
Entstehungszeit Erstnennung 1231
Burgentyp Höhenburg
Erhaltungszustand Erhalten mit Ausnahme der Kaserne/Kemenate
Ständische Stellung Ministeriale
Geographische Lage 49° 49′ N,8° 55′ O49.8197222222228.9108333333333367.9Koordinaten:49° 49′ 11″ N,8° 54′ 39″ O
Höhenlage 367,9 m ü. NHN

Inhaltsverzeichnis

Das Gebiet um den Otzberg gehörte vermutlich zu dem Territorium, das König Pippin 766 dem Kloster Fulda zusammen mit Groß-Umstadt schenkte.

Die Veste Otzberg dürfte Ende des 12., Anfang des 13. Jahrhunderts gebaut worden sein. Zu dieser Zeit sicherte der Abt Marquard I. von Fulda den Klosterbesitz und errichtete weithin sichtbare Burgen als Zeichen seines Einflusses.

…Hier ist eine Stelle für eine Burg…

Er übergab die Burg an Konrad den Staufer, den Bruder des Kaisers Friedrich Barbarossa, als Vogt. Der Staufer war Pfalzgraf bei Rhein.

Erstmals wurde das castrum Othesberg 1231 in einer Urkunde erwähnt. In dieser Urkunde garantiert der Mainzer Erzbischof Siegfried III., gleichzeitig Verwalter der Abtei Fulda, dem Pfalzgrafen Otto II. die im Jahr zuvor getroffene Abmachung, deren Inhalt nicht bekannt ist.

1244 tauchten erstmals castellanos de odesbrech, Burgmannen der Burg Otzberg auf. Die Verteidigungsanlage muss soweit fertiggestellt gewesen sein, dass fünf Burgmannen mitsamt ihren Knechten die Anlage besetzen konnten. Die Burgmannen errichteten in der Ortschaft Hering Höfe, sogenannte Burgmannenhäuser. Von diesen sind noch Teile des Anwesens der Gans von Otzberg erhalten.

Anfang des 14. Jahrhunderts gingen dem Kloster Fulda die Mittel aus, deshalb verpfändete Fürstabt Heinrich VI. von Hohenberg 1332 die Veste Otzberg sowie den fuldischen Anteil von Umstadt für 4600 Pfund Heller an Werner von Anevelt und Engelhard von Frankenstein, die auf der Veste Otzberg Bauten für 200 Pfund ausführen ließen.

Fulda löste das Gut 1374 wieder ein, verpfändete aber noch im gleichen Jahr Otsperg die burg, Heringes die stat darundir sowie die Hälfte von Umstadt für 23.875 Gulden an Ulrich von Hanau, der wiederum in der Burg Baumaßnahmen für 400 Gulden durchführte.

Im Jahr 1390 verkaufte das Kloster Otzberg und Hering sowie die Hälfte von Umstadt mit der Hanauer Pfandschaft, die mittlerweile auf 33.000 Gulden erhöht worden war, an Pfalzgraf Ruprecht II.

1504 wurde die Bayerische Fehde teilweise auch am Otzberg ausgetragen. Im Streit um das Landshuter Erbe wurde von Kaiser Maximilian gegen Pfalzgraf Philipp wegen Landfriedensbruchs die Reichsacht erklärt. Landgraf Wilhelm II. von Hessen nahm militärisch die Veste Otzberg ein. Nach dem Reichstag von Konstanz 1507 holte sich die Kurpfalz das Amt Otzberg zurück und gab den Besitz nicht mehr heraus. Die Waffentechnik hatte sich jedoch geändert, sodass die Veste nicht mehr alleine durch Burgmannen gehalten werden konnte. Ab 1511 wurden ein Zwinger erbaut, der innere Mauerring verstärkt und ein neues Torhaus errichtet.

In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde auch um die Vorburg (das Dorf Hering) eine steinerne Stadtmauer erbaut.

1621, während des Dreißigjährigen Krieges, quartierte sich ein bayerisches Corps mit 2000 Mann sowie kaiserliche und spanische Truppen im Raum Otzberg-Umstadt ein und belagerten die Veste Otzberg. Ein Jahr später, 1622, kapitulierte die Besatzung der Burg. Die Veste und das Amt Otzberg sowie die Hälfte von Umstadt gingen 1623 wieder an Hessen, das sie als Entschädigung für erlittene Kriegsschäden erhielt.

1647 nahmen die Franzosen die Veste ein. Sie richteten sich auf der Burg ein und bedienten sich an den noch vorhandenen Lebensmitteln. Mit dem Westfälischen Frieden 1648 kam Otzberg wieder an die Pfalz.

Obwohl im französischen Krieg die ganze Pfalz in französischer Hand war, blieben die beiden Ämter Otzberg und Umstadt kurpfälzisch. Damals lagerte auf der Veste Otzberg das Pfälzische Archiv, aus dem die Besitzansprüche für einen Neuanfang nachgewiesen werden konnten.

Mit der Stabilisierung der politischen Verhältnisse hatte die Veste Otzberg ihre militärische Bedeutung für die Pfälzer verloren. Nach und nach wurden ab 1711 aktive Soldaten durch Invaliden ersetzt, so dass die Veste Otzberg sich ab 1720 als reine Invalidengarnison darstellte, die die darin einsitzenden Gefangenen bewachte.

Wer diesen Ring durchbeißt, dem gehört die Veste, so eine Sage
Innenhof Anno 1900

1802 ging das kurpfälzische Oberamt Otzberg an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt über, welche es ab 1803 als Staatsgefängnis nutzte.

Im Jahre 1818 wurde die Veste Otzberg als Standort aufgegeben.

Am 25. Juli 1826 erging eine Verfügung des Finanzministeriums in Darmstadt, den Turm der Veste, das Kommandantenhaus mit den kleinen Ställen, die Arztwohnung, den Stall bei der Marketenderei, das Brunnenhaus und die Neue Kaserne (Bandhaus) zu erhalten. Alle anderen Gebäude sollten auf Abriss verkauft werden.

1921 wurde das Bandhaus zur Jugendherberge ausgebaut.

In den 1950er Jahren befand sich eine Forststelle und eine Gaststätte im Kommandantenhaus. Das Kommandantenhaus wurde bis Mitte der sechziger Jahre gemeinsam als Forsthaus und Gaststätte genutzt und danach mit wechselnden Pächtern als Gaststätte weitergeführt.

Ab 1985 zog das Museum Sammlung zur Volkskunde in Hessen in das Bandhaus ein. 1996 wurde das Korporalshaus wieder aufgebaut. Es wird seitdem als Museumsgebäude und Standesamt der Gemeinde Otzberg genutzt. Der Pachtvertrag für die Veste endete im Juni 2019, zurzeit wird das gesamte Gemäuer vom Land Hessen saniert. Während der Sanierung waren Innenhof und Bergfried zunächst weiter tagsüber öffentlich zugänglich, im Rahmen der Maßnahmen gegen die COVID-19-Pandemie wurde die Veste für die Öffentlichkeit geschlossen.

Die Bewohner waren von Anfang an Soldaten; im 14. Jahrhundert lebten dort oben sechs Männer, um 1471 war von 14 Personen die Rede. Spezialisierte Soldtruppen kamen erst im 16. Jahrhundert dazu, zu der Zeit, als das Anwesen zur wehrhaften Festung ausgebaut wurde.

Lageplan der Veste Otzberg

Die Gestalt der Festung wird geprägt durch die im 16. Jahrhundert errichteten doppelten Ringmauern, die eine ovale Form beschreiben, und den Bergfried, der romanischen Ursprungs ist. Der Charakter ist immer noch der einer Festung aus der Zeit nach Einführung der Artillerie, typische Burgeigenschaften wie Turmlandschaften fehlen völlig.

Bergfried

Der Bergfried, im Volksmund auch Weiße Rübe oder Sauerkrautfass genannt, ist das älteste Gebäude der Veste Otzberg. Der rund gemauerte 17 m hohe Turm hat unten einen Durchmesser von 10 m, in etwa 2 m Höhe verjüngt er sich auf 9,6 m. In 15,5 m Höhe befindet sich eine umlaufende Auskragung aus Sandstein, die ablaufendes Regenwasser vom Turm fernhalten soll. Von der 15,9 m hohen Aussichtsplattform der Weißen Rübe kann man an schönen Tagen über den ganzen Landkreis Darmstadt-Dieburg bis nach Frankfurt am Main und den Taunus schauen.

Brunnen

Der Burgbrunnen von ca. 1320 an der Durchfahrt ist einer der tiefsten Brunnen Hessens. Nach neueren Ausgrabungen wird die Tiefe des Brunnens nun auf circa 50 Meter geschätzt. Daneben steht das 1788 eingebaute Tretrad, das die Wasserförderung damals erheblich erleichterte.

Kommandantenhaus

Das Kommandantenhaus, in dem sich bis Juni 2019 die Burgschänke befand, entstand 1574 zusammen mit mehreren anderen neuen Gebäuden.

Palas

Der Palas beheimatete von 1985 bis 2019 das Museum Otzberg – Sammlung zur Volkskunde in Hessen.

Kaserne/Kemenate

Die frühere Kemenate wurde später als Kaserne genutzt. Wegen der hessischen Abrissverfügung von 1806 wurde sie als eines der wenigen Gebäude auf der Veste Otzberg zerstört. Heute sind nur noch die Grundmauern zu erkennen.

Korporalshaus

Das 1996 wieder aufgebaute Korporalshaus dient als Trauzimmer der Gemeinde Otzberg.

  • Gebäude auf der Veste Otzberg
  • Der Otzberg – Nordansicht

  • Torhaus, zur Burg

  • Torhaus, zur Ausfahrt

  • Brunnenhaus

  • Bergfried

  • Kommandantenhaus

  • Kaserne/Kemenate

  • Korporalshaus

  • Korporalshaus und Palas

  • Palas

  • Palas Südansicht

  • November/Dezember: Weihnachtsmarkt (findet ab 2019 bis zum Ende der Sanierungsarbeiten nicht statt)

In historischer und malerischer Hinsicht möchte dasselbe [Schloss Otzberg] der Erhaltung, wenigstens zum Teil, nicht unwert erscheinen, führte Georg Moller 1834 aus.

Die Veste ist heute nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz (HDSchG) als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt. Darüber hinaus ist das Gebiet um den Otzberg als flächenhaftes Naturdenkmal geschützt, dieses umfasst den oberen Bergkegel mit der Veste Otzberg sowie das umgebende Gelände.

  • Wolfram Becher: Name und Ursprung der Burg Otzberg. In: Der Odenwald. Zeitschrift des Breuberg-Bundes 26/1, 1979, S. 3–26.
  • Thomas Biller: Burgen und Schlösser im Odenwald. Ein Führer zu Geschichte und Architektur. Schnell und Steiner, Regensburg 2005, ISBN 3-7954-1711-2, S. 189–192.
  • Elmar Brohl: Festungen in Hessen. Herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung e.V., Wesel, Schnell und Steiner, Regensburg 2013 (= Deutsche Festungen 2), ISBN 978-3-7954-2534-0, S. 147–152.
  • Carl Bronner: Odenwaldburgen. Verlag von Karl Zibulski, Buchhandlung, Groß-Umstadt 1924.
  • Thomas Steinmetz: Zur Frühgeschichte der Burg Otzberg. In: Der Odenwald. Zeitschrift des Breuberg-Bundes. 51. Jahrgang (2004), Heft 2,ISSN 0029-8360, S. 43–57.
  • Axel W. Gleue: Otzberg Burg-Festung-Kaserne. Otzberg 2003.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 540–542.
  • Rolf Müller (Hrsg.): Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei, Wiesbaden 1990, ISBN 3-89214-017-0, S. 287–289.
Commons: Veste Otzberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Die Gesta Marcuardi, in: Traditiones et Antiquitates Fuldenses, Fulda 1844
  3. Veste Otzberg wird ausverkauft
  4. Darmstädter Echo, Donnerstag, 26. November 2015, S. 20
  5. Zitiert nach: Friedrich Knöpp: Der Historische Verein 1833–1933. In: Volk und Scholle. Heimatblätter für beide Hessen, Nassau und Frankfurt am Main war die Verbandszeitschrift des Hessischen Verkehrsverbandes 11 (1933), Heft 4, S. 93–112.
  6. Veste Otzberg auf der Webpräsenz der Denkmalpflege Hessen, abgerufen am 22. April 2021.
  7. Horst Bathon, Georg Wittenberger: Die Naturdenkmale des Landkreises Darmstadt-Dieburg mit Biotop-Touren, 2. erweiterte und vollständig überarbeitete Auflage. In: Schriftenreihe Landkreis Darmstadt-Dieburg, (Hrsg.) Kreisausschuss des Landkreises Darmstadt-Dieburg - Untere Naturschutzbehörde, Darmstadt, 2016. ISBN 978-3-00-050136-4. 243 Seiten. (S. 103–106).

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Burgen und Schlösser im Odenwald

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Veste Otzberg Burg im Odenwald Deutschland Sprache Beobachten Bearbeiten Die Veste Otzberg Hessen wurde auf dem Gipfel des Otzberges im Odenwald in 367 9 m u NHN 1 errichtet An dessen Nordhang befindet sich der Ort Hering im sudhessischen Landkreis Darmstadt Dieburg der aus der Vorburg bzw der Burgmannensiedlung hervorgegangen ist Die Geschichte von Burg und Ort ist deshalb eng miteinander verknupft Veste OtzbergDie Veste Otzberg vom Sudosten aus aufgenommenAlternativname n castrum OthesbergStaat Deutschland DE Ort HeringEntstehungszeit Erstnennung 1231Burgentyp HohenburgErhaltungszustand Erhalten mit Ausnahme der Kaserne KemenateStandische Stellung MinisterialeGeographische Lage 49 49 N 8 55 O 49 819722222222 8 9108333333333 367 9 Koordinaten 49 49 11 N 8 54 39 OHohenlage 367 9 m u NHN Inhaltsverzeichnis 1 Geschichte 2 Militar 3 Baubeschreibung 3 1 Bergfried 3 2 Brunnen 3 3 Kommandantenhaus 3 4 Palas 3 5 Kaserne Kemenate 3 6 Korporalshaus 4 Regelmassige Veranstaltungen 5 Kultur und Naturdenkmal 6 Literatur 7 Weblinks 8 EinzelnachweiseGeschichte BearbeitenDas Gebiet um den Otzberg gehorte vermutlich zu dem Territorium das Konig Pippin 766 dem Kloster Fulda zusammen mit Gross Umstadt schenkte Die Veste Otzberg durfte Ende des 12 Anfang des 13 Jahrhunderts gebaut worden sein Zu dieser Zeit sicherte der Abt Marquard I von Fulda den Klosterbesitz und errichtete weithin sichtbare Burgen als Zeichen seines Einflusses Hier ist eine Stelle fur eine Burg 2 Er ubergab die Burg an Konrad den Staufer den Bruder des Kaisers Friedrich Barbarossa als Vogt Der Staufer war Pfalzgraf bei Rhein Erstmals wurde das castrum Othesberg 1231 in einer Urkunde erwahnt In dieser Urkunde garantiert der Mainzer Erzbischof Siegfried III gleichzeitig Verwalter der Abtei Fulda dem Pfalzgrafen Otto II die im Jahr zuvor getroffene Abmachung deren Inhalt nicht bekannt ist 1244 tauchten erstmals castellanos de odesbrech Burgmannen der Burg Otzberg auf Die Verteidigungsanlage muss soweit fertiggestellt gewesen sein dass funf Burgmannen mitsamt ihren Knechten die Anlage besetzen konnten Die Burgmannen errichteten in der Ortschaft Hering Hofe sogenannte Burgmannenhauser Von diesen sind noch Teile des Anwesens der Gans von Otzberg erhalten Anfang des 14 Jahrhunderts gingen dem Kloster Fulda die Mittel aus deshalb verpfandete Furstabt Heinrich VI von Hohenberg 1332 die Veste Otzberg sowie den fuldischen Anteil von Umstadt fur 4600 Pfund Heller an Werner von Anevelt und Engelhard von Frankenstein die auf der Veste Otzberg Bauten fur 200 Pfund ausfuhren liessen Fulda loste das Gut 1374 wieder ein verpfandete aber noch im gleichen Jahr Otsperg die burg Heringes die stat darundir sowie die Halfte von Umstadt fur 23 875 Gulden an Ulrich von Hanau der wiederum in der Burg Baumassnahmen fur 400 Gulden durchfuhrte Im Jahr 1390 verkaufte das Kloster Otzberg und Hering sowie die Halfte von Umstadt mit der Hanauer Pfandschaft die mittlerweile auf 33 000 Gulden erhoht worden war an Pfalzgraf Ruprecht II 1504 wurde die Bayerische Fehde teilweise auch am Otzberg ausgetragen Im Streit um das Landshuter Erbe wurde von Kaiser Maximilian gegen Pfalzgraf Philipp wegen Landfriedensbruchs die Reichsacht erklart Landgraf Wilhelm II von Hessen nahm militarisch die Veste Otzberg ein Nach dem Reichstag von Konstanz 1507 holte sich die Kurpfalz das Amt Otzberg zuruck und gab den Besitz nicht mehr heraus Die Waffentechnik hatte sich jedoch geandert sodass die Veste nicht mehr alleine durch Burgmannen gehalten werden konnte Ab 1511 wurden ein Zwinger erbaut der innere Mauerring verstarkt und ein neues Torhaus errichtet In der Mitte des 16 Jahrhunderts wurde auch um die Vorburg das Dorf Hering eine steinerne Stadtmauer erbaut 1621 wahrend des Dreissigjahrigen Krieges quartierte sich ein bayerisches Corps mit 2000 Mann sowie kaiserliche und spanische Truppen im Raum Otzberg Umstadt ein und belagerten die Veste Otzberg Ein Jahr spater 1622 kapitulierte die Besatzung der Burg Die Veste und das Amt Otzberg sowie die Halfte von Umstadt gingen 1623 wieder an Hessen das sie als Entschadigung fur erlittene Kriegsschaden erhielt 1647 nahmen die Franzosen die Veste ein Sie richteten sich auf der Burg ein und bedienten sich an den noch vorhandenen Lebensmitteln Mit dem Westfalischen Frieden 1648 kam Otzberg wieder an die Pfalz Obwohl im franzosischen Krieg die ganze Pfalz in franzosischer Hand war blieben die beiden Amter Otzberg und Umstadt kurpfalzisch Damals lagerte auf der Veste Otzberg das Pfalzische Archiv aus dem die Besitzanspruche fur einen Neuanfang nachgewiesen werden konnten Mit der Stabilisierung der politischen Verhaltnisse hatte die Veste Otzberg ihre militarische Bedeutung fur die Pfalzer verloren Nach und nach wurden ab 1711 aktive Soldaten durch Invaliden ersetzt so dass die Veste Otzberg sich ab 1720 als reine Invalidengarnison darstellte die die darin einsitzenden Gefangenen bewachte Wer diesen Ring durchbeisst dem gehort die Veste so eine Sage Innenhof Anno 1900 1802 ging das kurpfalzische Oberamt Otzberg an die Landgrafschaft Hessen Darmstadt uber welche es ab 1803 als Staatsgefangnis nutzte Im Jahre 1818 wurde die Veste Otzberg als Standort aufgegeben Am 25 Juli 1826 erging eine Verfugung des Finanzministeriums in Darmstadt den Turm der Veste das Kommandantenhaus mit den kleinen Stallen die Arztwohnung den Stall bei der Marketenderei das Brunnenhaus und die Neue Kaserne Bandhaus zu erhalten Alle anderen Gebaude sollten auf Abriss verkauft werden 1921 wurde das Bandhaus zur Jugendherberge ausgebaut In den 1950er Jahren befand sich eine Forststelle und eine Gaststatte im Kommandantenhaus Das Kommandantenhaus wurde bis Mitte der sechziger Jahre gemeinsam als Forsthaus und Gaststatte genutzt und danach mit wechselnden Pachtern als Gaststatte weitergefuhrt Ab 1985 zog das Museum Sammlung zur Volkskunde in Hessen in das Bandhaus ein 1996 wurde das Korporalshaus wieder aufgebaut Es wird seitdem als Museumsgebaude und Standesamt der Gemeinde Otzberg genutzt Der Pachtvertrag fur die Veste endete im Juni 2019 zurzeit wird das gesamte Gemauer vom Land Hessen saniert 3 Wahrend der Sanierung waren Innenhof und Bergfried zunachst weiter tagsuber offentlich zuganglich im Rahmen der Massnahmen gegen die COVID 19 Pandemie wurde die Veste fur die Offentlichkeit geschlossen Militar BearbeitenDie Bewohner waren von Anfang an Soldaten im 14 Jahrhundert lebten dort oben sechs Manner um 1471 war von 14 Personen die Rede Spezialisierte Soldtruppen kamen erst im 16 Jahrhundert dazu zu der Zeit als das Anwesen zur wehrhaften Festung ausgebaut wurde Baubeschreibung Bearbeiten Lageplan der Veste Otzberg Die Gestalt der Festung wird gepragt durch die im 16 Jahrhundert errichteten doppelten Ringmauern die eine ovale Form beschreiben und den Bergfried der romanischen Ursprungs ist Der Charakter ist immer noch der einer Festung aus der Zeit nach Einfuhrung der Artillerie typische Burgeigenschaften wie Turmlandschaften fehlen vollig Bergfried Bearbeiten Der Bergfried im Volksmund auch Weisse Rube oder Sauerkrautfass genannt ist das alteste Gebaude der Veste Otzberg Der rund gemauerte 17 m hohe Turm hat unten einen Durchmesser von 10 m in etwa 2 m Hohe verjungt er sich auf 9 6 m In 15 5 m Hohe befindet sich eine umlaufende Auskragung aus Sandstein die ablaufendes Regenwasser vom Turm fernhalten soll Von der 15 9 m hohen Aussichtsplattform der Weissen Rube kann man an schonen Tagen uber den ganzen Landkreis Darmstadt Dieburg bis nach Frankfurt am Main und den Taunus schauen Brunnen Bearbeiten Der Burgbrunnen von ca 1320 an der Durchfahrt ist einer der tiefsten Brunnen Hessens Nach neueren Ausgrabungen wird die Tiefe des Brunnens nun auf circa 50 Meter geschatzt Daneben steht das 1788 eingebaute Tretrad das die Wasserforderung damals erheblich erleichterte Kommandantenhaus Bearbeiten Das Kommandantenhaus in dem sich bis Juni 2019 die Burgschanke befand entstand 1574 zusammen mit mehreren anderen neuen Gebauden Palas Bearbeiten Der Palas beheimatete von 1985 bis 2019 das Museum Otzberg Sammlung zur Volkskunde in Hessen Kaserne Kemenate Bearbeiten Die fruhere Kemenate wurde spater als Kaserne genutzt Wegen der hessischen Abrissverfugung von 1806 wurde sie als eines der wenigen Gebaude auf der Veste Otzberg zerstort Heute sind nur noch die Grundmauern zu erkennen Korporalshaus Bearbeiten Das 1996 wieder aufgebaute Korporalshaus dient als Trauzimmer der Gemeinde Otzberg Gebaude auf der Veste Otzberg Der Otzberg Nordansicht Torhaus zur Burg Torhaus zur Ausfahrt Brunnenhaus Bergfried Kommandantenhaus Kaserne Kemenate Korporalshaus Korporalshaus und Palas Palas Palas SudansichtRegelmassige Veranstaltungen BearbeitenNovember Dezember Weihnachtsmarkt 4 findet ab 2019 bis zum Ende der Sanierungsarbeiten nicht statt Kultur und Naturdenkmal BearbeitenIn historischer und malerischer Hinsicht mochte dasselbe Schloss Otzberg der Erhaltung wenigstens zum Teil nicht unwert erscheinen fuhrte Georg Moller 1834 aus 5 Die Veste ist heute nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz HDSchG als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt 6 Daruber hinaus ist das Gebiet um den Otzberg als flachenhaftes Naturdenkmal geschutzt dieses umfasst den oberen Bergkegel mit der Veste Otzberg sowie das umgebende Gelande 7 Literatur BearbeitenWolfram Becher Name und Ursprung der Burg Otzberg In Der Odenwald Zeitschrift des Breuberg Bundes 26 1 1979 S 3 26 Thomas Biller Burgen und Schlosser im Odenwald Ein Fuhrer zu Geschichte und Architektur Schnell und Steiner Regensburg 2005 ISBN 3 7954 1711 2 S 189 192 Elmar Brohl Festungen in Hessen Herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft fur Festungsforschung e V Wesel Schnell und Steiner Regensburg 2013 Deutsche Festungen 2 ISBN 978 3 7954 2534 0 S 147 152 Carl Bronner Odenwaldburgen Verlag von Karl Zibulski Buchhandlung Gross Umstadt 1924 Thomas Steinmetz Zur Fruhgeschichte der Burg Otzberg In Der Odenwald Zeitschrift des Breuberg Bundes 51 Jahrgang 2004 Heft 2 ISSN 0029 8360 S 43 57 Axel W Gleue Otzberg Burg Festung Kaserne Otzberg 2003 Rudolf Knappe Mittelalterliche Burgen in Hessen 800 Burgen Burgruinen und Burgstatten 3 Auflage Wartberg Verlag Gudensberg Gleichen 2000 ISBN 3 86134 228 6 S 540 542 Rolf Muller Hrsg Schlosser Burgen alte Mauern Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei Wiesbaden 1990 ISBN 3 89214 017 0 S 287 289 Weblinks Bearbeiten Commons Veste Otzberg Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Offizieller Internetauftritt der Staatlichen Schlosser und Garten Hessen Veste Otzberg bei burgenwelt de Museum Otzberg DFG Projekt Renaissanceschlosser in Hessen Landesamt fur Denkmalpflege Hessen Hrsg Veste Otzberg In DenkXweb Online Ausgabe von Kulturdenkmaler in HessenEinzelnachweise Bearbeiten Karten und Daten des Bundesamtes fur Naturschutz Hinweise Die Gesta Marcuardi in Traditiones et Antiquitates Fuldenses Fulda 1844 Veste Otzberg wird ausverkauft Darmstadter Echo Donnerstag 26 November 2015 S 20 Zitiert nach Friedrich Knopp Der Historische Verein 1833 1933 In Volk und Scholle Heimatblatter fur beide Hessen Nassau und Frankfurt am Main war die Verbandszeitschrift des Hessischen Verkehrsverbandes 11 1933 Heft 4 S 93 112 Veste Otzberg auf der Webprasenz der Denkmalpflege Hessen abgerufen am 22 April 2021 Horst Bathon Georg Wittenberger Die Naturdenkmale des Landkreises Darmstadt Dieburg mit Biotop Touren 2 erweiterte und vollstandig uberarbeitete Auflage In Schriftenreihe Landkreis Darmstadt Dieburg Hrsg Kreisausschuss des Landkreises Darmstadt Dieburg Untere Naturschutzbehorde Darmstadt 2016 ISBN 978 3 00 050136 4 243 Seiten S 103 106 Burgen und Schlosser in Hessen im Landkreis Darmstadt Dieburg Albinischloss Schloss Alsbach Alte Burg Alte Burg jme broich Altes Schloss Schloss Babenhausen Jagdschloss Bickenbach Schloss Braunshardt Curti Schloss Darmstadter Schloss Gross Umstadt Burganlage Dieburg Burg Dorndiel Schloss Ernsthofen Schloss Fechenbach Burg Frankenstein Gans scher Adelshof Schloss Grafenhausen Burg Habitzheim Altes Jagdschlosschen Harreshausen Heddersdorf scher Adelshof Schloss Heiligenberg Burg Jossa Burg Klein Zimmern Schloss Lichtenberg Burg Nieder Modau Wasserburg Schloss Nauses Veste Otzberg Pfalzer Schloss Rodensteiner Schloss Burg Schaafheim Burg Schlierbach Schlosschen Ober Beerbach Seeheimer Schloss Schloss Stockau Burg Tannenberg Wambolt sches Schloss Weilerhugel Burg Wellberg Burgen und Schlosser im Odenwald Burgstall Altes Kopfchen Palais Amorbach Schloss Alsbach Alte Burg Altes Schloss Schloss Auerbach Bacheburg Schloss Bad Konig Beerfurther Schlosschen Schloss Birkenau Palais Boisseree Burg Breuberg Ringwall Burgstadter Berg Burgschell Jagdschlosschen Carlsruhe Curti Schloss Schloss Dallau Darmstadter Schloss Gross Umstadt Burg Dauchstein Bergfeste Dilsberg Burg Dorndiel Emichsburg Burg Eberbach Schloss Erbach Erdwerk Ohrenbacher Schanze Schloss Ernsthofen Jagdschloss Eulbach Schloss Fechenbach Burg Frankenberg Amorbach Burg Frankenstein Burg Freienstein Burg Freudenberg Schloss Furstenau Staatspark Furstenlager Burg Furstenstein Jagdschloss Gammelsbach Gans scher Adelshof Ringwall Greinberg Burgstall Guttersbach Burg Guttenberg Grossherzogliches Palais Heidelberg Hammerschlosschen Hardheimer Schloss Harfenburg Haus zum Riesen Heddersdorf scher Adelshof Heidelberger Schloss Schloss Heiligenberg Heppenheimer Stadtschloss Hinterburg Hirschburg Burg Hirschhorn Schloss Hochhausen Burg Hornberg Burg Hundheim Burg Jossa Burg Kirchbrombach Jagdschloss Krahberg Kronenburg Kurmainzer Amtshof Kurmainzische Kellerei Burg Landsehr Schloss Lichtenberg Burg Limbach Burg Lindenfels Burg Lohrbach Schloss Lowenstein Burg Lutzelbach Mauersechseck Jagdschloss Max Wilhelmshohe Burg Michelstadt Mildenburg Minneburg Mittelburg Burgstall Morlenbach Palais Morass Muhlhauser Schlosschen Schloss Neuburg Baden Burg Nieder Modau Obere Burg Heidelberg Burg Obrigheim Burg Ohrsberg Veste Otzberg Pfalzer Schloss Schloss Reichenberg Burg Reichenstein Wasserburg Riedern Burg Rodenstein Rodensteiner Schloss Burg Rohrbach Schloss Rohrbach Burg Schaafheim Schanzenkopfle Schauenburg Burg Schlierbach Schlosschen Ober Beerbach Wasserburg Schloss Nauses Turmhugel Schneirersbuckel Burg Schnellerts Schloss Schonberg Schwalbennest Wasserburg Schwarzach Burg Schweinberg Starkenburg Burg Stolzeneck Strahlenburg Burg Stutz Templerhaus Amorbach Burg Tannenberg Untere Burg Hardheim Vorderburg Wachenburg Burgstall Waldau Burg Waldeck Schloss Waldleiningen Burg Wald Michelbach Wambolt sches Schloss Weilerhugel Weinheimer Schloss Schloss Wiser Burg Wildenberg Burg Windeck Schloss Worth Worth am Main Burg Zwingenberg Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Veste Otzberg amp oldid 219055437, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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