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Der Vertrag von München vom 14. April 1816 hat zum einen die gespannten Beziehungen zwischen dem Königreich Bayern und dem Kaisertum Österreich normalisiert. Zum anderen führte er zu erheblichen Gebietsveränderungen.

Inhaltsverzeichnis

Während der napoleonischen Koalitionskriege wurde das Kurfürstentum Bayern in Anlehnung an Frankreich Mitglied im Rheinbund und zum Königreich erhoben. Außerdem konnte das Land erhebliche territoriale Gewinne nicht zuletzt auch zu Lasten Österreichs für sich verbuchen. Der Vertrag von Ried von 1813 besiegelte den Übertritt Bayerns in das Lager der antinapoleonischen Allianz bei gleichzeitiger Garantie der bayerischen Souveränität. Nach der Niederlage Napoleons und dem Frieden von Paris im Mai 1814 war es bereits am 3. Juni 1814 zum Pariser Vertrag zwischen Bayern und Österreich gekommen, in dem Bayern für die Abtretung von Tirol und Vorarlberg im Gegenzug Würzburg erneut und Aschaffenburg erstmals erhielt.

Nach dem Ende des Wiener Kongresses ging es nunmehr darum, die Beziehung zwischen beiden Ländern endgültig auf eine neue Basis zu stellen. Nach dem Wiener Kongress war der territoriale Umfang Österreichs wie vor den Kriegen im Großen und Ganzen wiederhergestellt. Auf die abgelegenen österreichischen Niederlande und Vorderösterreich wurde in Wien verzichtet, dafür sollte nun Salzburg dauerhaft erworben werden und das erstmals 1779 erworbene Innviertel an Österreich zurückfallen. Es gab aber bis fast zu Ende des Kongresses den Plan, beide Gebiete beim Königreich Bayern zu belassen und dafür am Rhein ein neues Vorderösterreich zu schaffen, das nach heutigen Begriffen Rheinhessen, die Pfalz und das Saarland umfasst hätte. Darauf wurde dann zugunsten der staatlichen Geschlossenheit verzichtet. Kronprinz Ludwig von Bayern hing jedoch an Salzburg und versuchte noch im Januar 1816 in Mailand in direkten Gesprächen mit Kaiser Franz I. vergeblich größere Zugeständnisse für Bayern bei der Neuordnung der Territorien infolge des Wiener Kongresses zu erreichen.

Auf österreichischer Seite leitete der Freiherr Wacquant-Geozelles die Verhandlungen. Auf der bayerischen Seite unterzeichneten Maximilian von Montgelas und Aloys von Rechberg den Vertrag von München. Montgelas wusste, dass dieser Vertrag in Bayern Kritik hervorrufen würde und es war im Vorfeld zu einem skurrilen Streit mit Rechberg gekommen, wer den Vertrag unterzeichnen sollte, der schließlich darin mündete, dass beide am 14. April 1816 diesen Vertrag unterschrieben.

Bayern gab die mit dem Frieden von Teschen 1779 verlorenen und im Frieden von Schönbrunn 1809 wiedergewonnenen Gebiete, das Hausruckviertel und das Innviertel, sowie das Amt Vils in Tirol an Österreich zurück und trat auch das Herzogtum Salzburg an Österreich ab. Dafür erhielt Bayern die linksrheinische Pfalz teilweise neu, teilweise retour, dazu Hammelburg, Brückenau, Bieberstein und Redwitz. Das Territorium der früheren Fürstpropstei Berchtesgaden und die Gebiete des nach 1816 so genannten Rupertiwinkels verblieben bei Bayern. Für die im Vertrag von Ried vorgesehenen Gebietsabtretungen erhielt Bayern Entschädigungen und bekam auch einen Anteil an den französischen Kriegskontributionen. Daneben regelte der Vertrag weitere Fragen.

Als Termin der Besitznahmen wurde der 1. Mai 1816 vereinbart.

In einigen Geheimartikeln wurden Absprachen über die zum Großherzogtum Baden gehörenden Gebiete Neckar-, Main- und Tauberkreis sowie über eine Heerstraße durch das Großherzogtum Hessen getroffen und Bayern Zahlungen von jährlich 100.000 Gulden zugesichert.

Der badisch-bayerische Grenzstreit über die rechtsrheinische Pfalz wurde dann 1818 auf dem Aachener Kongress allerdings zugunsten Badens entschieden. 1830 kam nach dem Aussterben der Hauptlinie trotz der bayerischen Ansprüche im gesamten Großherzogtum Baden einschließlich der rechtsrheinischen Pfalz eine Nebenlinie an die Macht, die jährlichen Ausgleichszahlungen Österreichs erfolgten darauf weiterhin bis zum Ende der Monarchie 1918.

Lange nachdem Salzburg 1816 politisch zu Österreich gekommen war, konnte sich König Ludwig I. von Bayern dann die alten Forstrechte des Königreiches Bayern auf immer sichern; am 18. März 1829 wurde die Salinenkonvention vereinbart, in der der österreichische Kaiser dem Nachbarstaat neben einigen anderen Rechten auch die Rechte am Forst zugestand. „Die Saalforste gehören auf unwiderrufliche Zeiten zu Bayern“, heißt es in diesem Staatsvertrag mit Österreich. Noch heute befinden sich die Saalforste im privatrechtlichen Eigentum des Freistaats Bayern.

Durch diesen Vertrag verwirklichte sich endgültig ein für die nachfolgende Zeit bedeutsamer Zustand, den Historiker so beschrieben, dass nach dem Wiener Kongress neben dem Königreich Preußen auch das Königreich Bayern nach „Deutschland hineinwuchs“. Österreich war nur mit einem Teil seiner Länder an der Peripherie Bundesmitglied, es „wuchs aus Deutschland hinaus“. Auf dem Wiener Kongress hatte Preußen das Rheinland und Westfalen gewonnen, und Wittelsbacher und Hohenzollern übernahmen nun von den Habsburgern die „Wacht am Rhein“ (gegen Frankreich). Auch durch die Industrie an Rhein und Ruhr konnte Preußen wirtschaftlich und industriell Österreich bald überholen. Auch für Bayern stellte die Rheinpfalz bald eines seiner zunächst wenigen industriellen Zentren dar.

Durch den Vertrag löste die Zugspitze den Großvenediger als höchsten Berg des Königreichs Bayern ab.

  • Bayern und der Rheinbund 1812 vor dem Wiener Kongress und dem Vertrag von München

  • Bayern im Deutschen Bund 1816 nach dem Vertrag von München

  • G. M. Kletke: Die Staats-Verträge des Königreichs Bayern …: von 1806 bis einschließlich 1858. Pustet, 1860, Abtheilung II. Staats-Verträge in Bezug auf Hoheits-, Territorial und Grenzverträge 27., S. 310–324 (cf. Pragmatisches Inhalts-Verzeichniß. wikisource)

Vertrag von Munchen 1816 Vertrag zwischen dem Konigreich Bayern und dem Kaisertum Osterreich Sprache Beobachten Bearbeiten Der Vertrag von Munchen vom 14 April 1816 hat zum einen die gespannten Beziehungen zwischen dem Konigreich Bayern und dem Kaisertum Osterreich normalisiert Zum anderen fuhrte er zu erheblichen Gebietsveranderungen Inhaltsverzeichnis 1 Vorgeschichte 2 Unterzeichnung 3 Inhalt 4 Nachfolgende Zeit 5 Karten 6 Quellen 7 Literatur 8 WeblinksVorgeschichte BearbeitenWahrend der napoleonischen Koalitionskriege wurde das Kurfurstentum Bayern in Anlehnung an Frankreich Mitglied im Rheinbund und zum Konigreich erhoben Ausserdem konnte das Land erhebliche territoriale Gewinne nicht zuletzt auch zu Lasten Osterreichs fur sich verbuchen Der Vertrag von Ried von 1813 besiegelte den Ubertritt Bayerns in das Lager der antinapoleonischen Allianz bei gleichzeitiger Garantie der bayerischen Souveranitat Nach der Niederlage Napoleons und dem Frieden von Paris im Mai 1814 war es bereits am 3 Juni 1814 zum Pariser Vertrag zwischen Bayern und Osterreich gekommen in dem Bayern fur die Abtretung von Tirol und Vorarlberg im Gegenzug Wurzburg erneut und Aschaffenburg erstmals erhielt Nach dem Ende des Wiener Kongresses ging es nunmehr darum die Beziehung zwischen beiden Landern endgultig auf eine neue Basis zu stellen Nach dem Wiener Kongress war der territoriale Umfang Osterreichs wie vor den Kriegen im Grossen und Ganzen wiederhergestellt Auf die abgelegenen osterreichischen Niederlande und Vorderosterreich wurde in Wien verzichtet dafur sollte nun Salzburg dauerhaft erworben werden und das erstmals 1779 erworbene Innviertel an Osterreich zuruckfallen Es gab aber bis fast zu Ende des Kongresses den Plan beide Gebiete beim Konigreich Bayern zu belassen und dafur am Rhein ein neues Vorderosterreich zu schaffen das nach heutigen Begriffen Rheinhessen die Pfalz und das Saarland umfasst hatte Darauf wurde dann zugunsten der staatlichen Geschlossenheit verzichtet Kronprinz Ludwig von Bayern hing jedoch an Salzburg und versuchte noch im Januar 1816 in Mailand in direkten Gesprachen mit Kaiser Franz I vergeblich grossere Zugestandnisse fur Bayern bei der Neuordnung der Territorien infolge des Wiener Kongresses zu erreichen Unterzeichnung BearbeitenAuf osterreichischer Seite leitete der Freiherr Wacquant Geozelles die Verhandlungen Auf der bayerischen Seite unterzeichneten Maximilian von Montgelas und Aloys von Rechberg den Vertrag von Munchen Montgelas wusste dass dieser Vertrag in Bayern Kritik hervorrufen wurde und es war im Vorfeld zu einem skurrilen Streit mit Rechberg gekommen wer den Vertrag unterzeichnen sollte der schliesslich darin mundete dass beide am 14 April 1816 diesen Vertrag unterschrieben Inhalt BearbeitenBayern gab die mit dem Frieden von Teschen 1779 verlorenen und im Frieden von Schonbrunn 1809 wiedergewonnenen Gebiete das Hausruckviertel und das Innviertel sowie das Amt Vils in Tirol an Osterreich zuruck und trat auch das Herzogtum Salzburg an Osterreich ab Dafur erhielt Bayern die linksrheinische Pfalz teilweise neu teilweise retour dazu Hammelburg Bruckenau Bieberstein und Redwitz Das Territorium der fruheren Furstpropstei Berchtesgaden und die Gebiete des nach 1816 so genannten Rupertiwinkels verblieben bei Bayern Fur die im Vertrag von Ried vorgesehenen Gebietsabtretungen erhielt Bayern Entschadigungen und bekam auch einen Anteil an den franzosischen Kriegskontributionen Daneben regelte der Vertrag weitere Fragen Als Termin der Besitznahmen wurde der 1 Mai 1816 vereinbart In einigen Geheimartikeln wurden Absprachen uber die zum Grossherzogtum Baden gehorenden Gebiete Neckar Main und Tauberkreis sowie uber eine Heerstrasse durch das Grossherzogtum Hessen getroffen und Bayern Zahlungen von jahrlich 100 000 Gulden zugesichert Nachfolgende Zeit BearbeitenDer badisch bayerische Grenzstreit uber die rechtsrheinische Pfalz wurde dann 1818 auf dem Aachener Kongress allerdings zugunsten Badens entschieden 1830 kam nach dem Aussterben der Hauptlinie trotz der bayerischen Anspruche im gesamten Grossherzogtum Baden einschliesslich der rechtsrheinischen Pfalz eine Nebenlinie an die Macht die jahrlichen Ausgleichszahlungen Osterreichs erfolgten darauf weiterhin bis zum Ende der Monarchie 1918 Lange nachdem Salzburg 1816 politisch zu Osterreich gekommen war konnte sich Konig Ludwig I von Bayern dann die alten Forstrechte des Konigreiches Bayern auf immer sichern am 18 Marz 1829 wurde die Salinenkonvention vereinbart in der der osterreichische Kaiser dem Nachbarstaat neben einigen anderen Rechten auch die Rechte am Forst zugestand Die Saalforste gehoren auf unwiderrufliche Zeiten zu Bayern heisst es in diesem Staatsvertrag mit Osterreich Noch heute befinden sich die Saalforste im privatrechtlichen Eigentum des Freistaats Bayern Durch diesen Vertrag verwirklichte sich endgultig ein fur die nachfolgende Zeit bedeutsamer Zustand den Historiker so beschrieben dass nach dem Wiener Kongress neben dem Konigreich Preussen auch das Konigreich Bayern nach Deutschland hineinwuchs Osterreich war nur mit einem Teil seiner Lander an der Peripherie Bundesmitglied es wuchs aus Deutschland hinaus Auf dem Wiener Kongress hatte Preussen das Rheinland und Westfalen gewonnen und Wittelsbacher und Hohenzollern ubernahmen nun von den Habsburgern die Wacht am Rhein gegen Frankreich Auch durch die Industrie an Rhein und Ruhr konnte Preussen wirtschaftlich und industriell Osterreich bald uberholen Auch fur Bayern stellte die Rheinpfalz bald eines seiner zunachst wenigen industriellen Zentren dar Durch den Vertrag loste die Zugspitze den Grossvenediger als hochsten Berg des Konigreichs Bayern ab Karten Bearbeiten Bayern und der Rheinbund 1812 vor dem Wiener Kongress und dem Vertrag von Munchen Bayern im Deutschen Bund 1816 nach dem Vertrag von MunchenQuellen BearbeitenG M Kletke Die Staats Vertrage des Konigreichs Bayern von 1806 bis einschliesslich 1858 Pustet 1860 Abtheilung II Staats Vertrage in Bezug auf Hoheits Territorial und Grenzvertrage 27 S 310 324 cf Pragmatisches Inhalts Verzeichniss wikisource Literatur BearbeitenVolker Schafer Munchener Vertrag In Gerhard Taddey Hrsg Lexikon der deutschen Geschichte Personen Ereignisse Institutionen Von der Zeitwende bis zum Ausgang des 2 Weltkrieges 2 uberarbeitete Auflage Kroner Stuttgart 1983 ISBN 3 520 80002 0 S 851 Weblinks BearbeitenText des Vertrages Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Vertrag von Munchen 1816 amp oldid 222139298, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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