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Die Weichgrundätzung, auch Vernis mou genannt, ist ein Ätzverfahren des grafischen Tiefdrucks.

Femme nue assise, Vernis mou von Auguste Renoir; 1906
"Da gibt's nur eins..." Aquatintaradierung mit "negativem Vernis Mou", Wolfgang Autenrieth, 1982, 30 × 40 cm

Inhaltsverzeichnis

Bei der Weichgrundätzung wird ein wachsweicher Säureschutz auf die Druckplatte aufgebracht. In diesen „weichen Grund“ kann man nun strukturierte Gegenstände pressen, deren Oberflächenstruktur den Lack abhebt und zur Ätzung freilegt. Für die Zeichentechnik legt man ein weiches Zeichenpapier auf den Abdecklack und zeichnet das Motiv darauf. Dabei drückt sich der Strich in den weichen Grund. Zieht man dann das Papier ab, so wird an den Druckstellen der Säureschutz von der Platte gehoben, nun wird die Platte mit Salpetersäure (bei Zinkplatten) oder Eisen(III)-chlorid (bei Kupferplatten) geätzt. Das Ergebnis ist ein weicher, malerischer Strich. Sowohl der Charakter des Zeichenstiftes als auch die Körnung des aufgelegten Papiers bleiben im Druck erhalten.

Der Schweizer Dietrich Meyer soll um 1620 als Erster damit begonnen haben, dem harten Ätzgrund Fett zuzusetzen. Félicien Rops hat diese Technik um 1860 wiederentdeckt und neu belebt. Weichgrundätzungen ermöglichen auch das Abreiben oder das Durchdrücken von Textilstrukturen. Dies wurde beispielsweise von Käthe Kollwitz praktiziert.

Eine Variante wurde von Wolfgang Autenrieth entwickelt. Wird ein Übertragungspapier mit leicht ablösbarem Abdecklack präpariert, löst sich dieser beim Zeichnen ab und haftet auf der darunter liegenden, mit Aquatinta präparierten Platte. Bei diesem Verfahren verwendete er Matrizen der Hektografie als Abdecklack. Weil dabei wie im fotografischen Negativ die hell verbleibenden Stellen gezeichnet werden, nennt er das Verfahren negative Weichgrundätzung.

  • Im Unterschied zur Kaltnadel zeigen Abzüge der Druckplatte keinen Gratschatten und keine spitz an- und auslaufende Linien.
  • Die geätzte Linie ist meist gleich stark und zeigt raue, etwas körnige Ränder. Sie ist klarer und gleichmäßiger als bei der Kaltnadel.
  • Flächige Darstellungen sind nur in Kombination mit einer Aquatinta oder durch Verwendung fein strukturierter Materialien beim Abheben der Abdeckschicht möglich (z. B. durch Auflegen und Überreiben von Stoff oder strukturiertem Papier).

Weichgrundatzung Sprache Beobachten Bearbeiten Weitergeleitet von Vernis Mou Die Weichgrundatzung auch Vernis mou genannt ist ein Atzverfahren des grafischen Tiefdrucks Femme nue assise Vernis mou von Auguste Renoir 1906 Da gibt s nur eins Aquatintaradierung mit negativem Vernis Mou Wolfgang Autenrieth 1982 30 40 cm Inhaltsverzeichnis 1 Technik 2 Merkmale einer Weichgrundatzung 3 Literatur 4 Weblinks 5 Siehe auchTechnik BearbeitenBei der Weichgrundatzung wird ein wachsweicher Saureschutz auf die Druckplatte aufgebracht In diesen weichen Grund kann man nun strukturierte Gegenstande pressen deren Oberflachenstruktur den Lack abhebt und zur Atzung freilegt Fur die Zeichentechnik legt man ein weiches Zeichenpapier auf den Abdecklack und zeichnet das Motiv darauf Dabei druckt sich der Strich in den weichen Grund Zieht man dann das Papier ab so wird an den Druckstellen der Saureschutz von der Platte gehoben nun wird die Platte mit Salpetersaure bei Zinkplatten oder Eisen III chlorid bei Kupferplatten geatzt Das Ergebnis ist ein weicher malerischer Strich Sowohl der Charakter des Zeichenstiftes als auch die Kornung des aufgelegten Papiers bleiben im Druck erhalten Der Schweizer Dietrich Meyer soll um 1620 als Erster damit begonnen haben dem harten Atzgrund Fett zuzusetzen Felicien Rops hat diese Technik um 1860 wiederentdeckt und neu belebt Weichgrundatzungen ermoglichen auch das Abreiben oder das Durchdrucken von Textilstrukturen Dies wurde beispielsweise von Kathe Kollwitz praktiziert Eine Variante wurde von Wolfgang Autenrieth entwickelt Wird ein Ubertragungspapier mit leicht ablosbarem Abdecklack prapariert lost sich dieser beim Zeichnen ab und haftet auf der darunter liegenden mit Aquatinta praparierten Platte Bei diesem Verfahren verwendete er Matrizen der Hektografie als Abdecklack Weil dabei wie im fotografischen Negativ die hell verbleibenden Stellen gezeichnet werden nennt er das Verfahren negative Weichgrundatzung Merkmale einer Weichgrundatzung BearbeitenIm Unterschied zur Kaltnadel zeigen Abzuge der Druckplatte keinen Gratschatten und keine spitz an und auslaufende Linien Die geatzte Linie ist meist gleich stark und zeigt raue etwas kornige Rander Sie ist klarer und gleichmassiger als bei der Kaltnadel Flachige Darstellungen sind nur in Kombination mit einer Aquatinta oder durch Verwendung fein strukturierter Materialien beim Abheben der Abdeckschicht moglich z B durch Auflegen und Uberreiben von Stoff oder strukturiertem Papier Literatur BearbeitenWolfgang Autenrieth Neue und alte Techniken der Radierung und Edeldruckverfahren Ein alchemistisches Werkstattbuch fur Radierer Vom Hexenmehl und Drachenblut zur Fotopolymerschicht Tipps Tricks Anleitungen und Rezepte aus funf Jahrhunderten Ein alchemistisches Werkstattbuch fur Radierer 232 Seiten 7 Auflage Krauchenwies 2020 ISBN 978 3 9821765 0 5 Auszuge und Inhaltsverzeichnis online Walter Koschatzky Die Kunst der Graphik 11 Auflage dtv Munchen 1993 ISBN 3 423 02868 8 Volker Steinbacher Workshop Radierung Gravieren Drucken Kolorieren Englisch Wiesbaden 2006 ISBN 3 8241 1337 6 Weblinks BearbeitenRezepturen und Verfahren zur Weichgrundatzung Vernis mou Demonstration einer Weichgrundatzung auf YoutubeSiehe auch BearbeitenRadierung Kupferstich Schabkunst Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Weichgrundatzung amp oldid 218933286, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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