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Venerque (occitanisch: Venèrca) ist eine südfranzösische Gemeinde mit 2702 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Haute-Garonne in der Region Okzitanien.

Venerque
Venèrca
Staat Frankreich
Region Okzitanien
Département (Nr.) Haute-Garonne (31)
Arrondissement Muret
Kanton Portet-sur-Garonne
Gemeindeverband Lèze Ariège
Koordinaten 43° 26′ N,1° 27′ O43.4341666666671.4444444444444Koordinaten:43° 26′ N,1° 27′ O
Höhe 157–272 m
Fläche 14,48 km²
Einwohner 2.702 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 187 Einw./km²
Postleitzahl 31810
INSEE-Code 31572

Venerque – Église Saint-Pierre-et-Saint-Phébade

Inhaltsverzeichnis

Venerque liegt im äußersten Westen der Kulturlandschaft des Lauragais an der Einmündung der Hyse in die Ariège und ist etwa 30 Kilometer in südlicher Richtung von Toulouse bzw. elf Kilometer in südöstlicher Richtung von Muret entfernt.

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012 2019
Einwohner 1274 1510 1907 2158 2328 2582 2583 2702

Im 19. Jahrhundert lag die Bevölkerungszahl stets zwischen 800 und 1000 Einwohnern. Infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft sank die Zahl der Einwohner auf etwa 700 in den 1920er Jahren ab. Der deutliche Bevölkerungsanstieg in den letzten Jahrzehnten ist auf die Nähe zu Toulouse und vergleichsweise niedrige Miet- und Grundstückspreise zurückzuführen.

Der Ort lebte jahrhundertelang von der Landwirtschaft, wobei im Mittelalter und in der frühen Neuzeit der Anbau von Färberwaid (pastel) eine dominierende Rolle spielte. Das stetige Anwachsen der Einwohnerzahlen von Venerque ist ein Indikator für die positive wirtschaftliche Entwicklung der Region. Aufgrund der Nähe zur Großstadt Toulouse und vergleichsweise niedriger Grundstückspreise ist in den letzten Jahrzehnten ein Neubauviertel entstanden.

Auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde wurde Ende des 19. Jahrhunderts eine paläolithische Steinaxt gefunden. Auch kleinere eisenzeitliche Funde wurden im Jahr 1965 auf dem Plateau de La Trinité gemacht. Dagegen fehlen bislang Funde aus römischer und gallorömischer Zeit. Einige westgotische und merowingische Gräber wurden freigelegt, doch fanden sich keine Grabbeigaben. Aus karolingischer Zeit ist die Existenz eines Benediktinerklosters mit Namen Saint-Pierre überliefert; Benedikt von Aniane soll dort wiederholt Gast gewesen sein. Im Jahre 1050 wurde die Abtei auf den Rang eines Priorats herabgestuft, welches der ehemaligen Abtei von Saint-Pons-de-Thomières zugehörte. In der Zeit der Katharerbewegung und der Albigenserkreuzzüge (1209–1229) blieb Venerque eine Hochburg des Katholizismus und im Vorfeld der Schlacht bei Muret (1213) machten die Truppen Simon de Montforts einen Bogen um die Stadt. In einer Urkunde des Jahres 1268 ist mit Guillaume de Falgar erstmals der Name eines Grundherren (seigneurs) überliefert. Einer seiner Nachfolger, Raymond de Falgar, organisierte hundert Jahre später den Widerstand des Languedoc gegen die Engländer. Im 15. und 16. Jahrhundert erlebten Venerque und die ganze Region ihre Blütezeit durch den Anbau von Pastel; außerdem beherbergte die Kirche einen reichen Reliquienschatz und so leistete sich die Stadt eine Stadtmauer (remparts) zum Schutz vor Übergriffen marodierender Banden. Auch in der Zeit der Hugenottenkriege (1562–1598) blieb Venerque eine Hochburg des Katholizismus; dennoch wurde die Stadt zweimal eingenommen – einmal von den Truppen Admiral Colignys im Jahr 1570 und einmal von den Truppen der Katholischen Liga im Jahr 1595. Im 17. Jahrhundert erhielt die Stadt erweiterte Markt- und Messerechte, was wohlhabende Händler anzog.

Apsis der Kirche
  • Die Pfarrkirche (Église Saint-Pierre-et-Saint-Phébade) stammt in großen Teilen aus dem 13. Jahrhundert; ihre Mauern enthalten jedoch noch Reste der ehemaligen Abtei Saint-Pierre. Der mächtige Kirchenbau erhielt im 15. Jahrhundert einen burgartigen Turmaufbau aus Ziegelsteinmauerwerk über der polygonal gebrochenen Apsis; außerdem finden sich mehrere Hinzufügungen aus derselben Zeit, die dem Bauwerk insgesamt den Charakter einer Wehrkirche verleihen. Das dreischiffige gotische Langhaus ist rippengewölbt. Der Chor der Kirche wurde am Ende des 19. Jahrhunderts ausgemalt; hier werden die Reliquien des im Mittelalter aus Agen hierher verbrachten hl. Phebadus und der hl. Alberta, der Schwester der hl. Fides in eigens dafür angefertigten Behältnissen aufbewahrt. Hörenswert ist das 15-teilige Glockenspiel (carillon) aus dem Jahre 1844. Das Kirchenbauwerk ist bereits seit dem Jahr 1840 als Monument historique anerkannt.
  • Die Markthalle (halle) aus dem Jahr 1858 ist zu einem Mehrzweckraum umgebaut worden.
  • Das Rathaus (mairie) ist ein imposanter Ziegelsteinbau aus der Zeit des Zweiten Kaiserreichs.
  • Das Waschhaus (lavoir) wurde erst im frühen 20. Jahrhundert erbaut. Im Jahre 1977 wurde es zum Clubhaus des örtlichen Pétanque-Clubs umgebaut.
  • Le Patrimoine des Communes de la Haute-Garonne. Flohic Editions, Band 1, Paris 2000, ISBN 2-84234-081-7, S. 204–206.
Commons: Venerque – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Église Saint-Pierre-et-Saint-Phébade, Venerque in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)

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Venerque franzosische Gemeinde Sprache Beobachten Bearbeiten Venerque occitanisch Venerca ist eine sudfranzosische Gemeinde mit 2702 Einwohnern Stand 1 Januar 2019 im Departement Haute Garonne in der Region Okzitanien Venerque VenercaStaat FrankreichRegion OkzitanienDepartement Nr Haute Garonne 31 Arrondissement MuretKanton Portet sur GaronneGemeindeverband Leze AriegeKoordinaten 43 26 N 1 27 O 43 434166666667 1 4444444444444 Koordinaten 43 26 N 1 27 OHohe 157 272 mFlache 14 48 km Einwohner 2 702 1 Januar 2019 Bevolkerungsdichte 187 Einw km Postleitzahl 31810INSEE Code 31572Venerque Eglise Saint Pierre et Saint Phebade Inhaltsverzeichnis 1 Lage 2 Bevolkerungsentwicklung 3 Wirtschaft 4 Geschichte 5 Sehenswurdigkeiten 6 Literatur 7 Weblinks 8 EinzelnachweiseLage BearbeitenVenerque liegt im aussersten Westen der Kulturlandschaft des Lauragais an der Einmundung der Hyse in die Ariege und ist etwa 30 Kilometer in sudlicher Richtung von Toulouse bzw elf Kilometer in sudostlicher Richtung von Muret entfernt Bevolkerungsentwicklung BearbeitenJahr 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012 2019Einwohner 1274 1510 1907 2158 2328 2582 2583 2702 Im 19 Jahrhundert lag die Bevolkerungszahl stets zwischen 800 und 1000 Einwohnern Infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft sank die Zahl der Einwohner auf etwa 700 in den 1920er Jahren ab Der deutliche Bevolkerungsanstieg in den letzten Jahrzehnten ist auf die Nahe zu Toulouse und vergleichsweise niedrige Miet und Grundstuckspreise zuruckzufuhren Wirtschaft BearbeitenDer Ort lebte jahrhundertelang von der Landwirtschaft wobei im Mittelalter und in der fruhen Neuzeit der Anbau von Farberwaid pastel eine dominierende Rolle spielte Das stetige Anwachsen der Einwohnerzahlen von Venerque ist ein Indikator fur die positive wirtschaftliche Entwicklung der Region Aufgrund der Nahe zur Grossstadt Toulouse und vergleichsweise niedriger Grundstuckspreise ist in den letzten Jahrzehnten ein Neubauviertel entstanden Geschichte BearbeitenAuf dem Gebiet der heutigen Gemeinde wurde Ende des 19 Jahrhunderts eine palaolithische Steinaxt gefunden Auch kleinere eisenzeitliche Funde wurden im Jahr 1965 auf dem Plateau de La Trinite gemacht Dagegen fehlen bislang Funde aus romischer und galloromischer Zeit Einige westgotische und merowingische Graber wurden freigelegt doch fanden sich keine Grabbeigaben Aus karolingischer Zeit ist die Existenz eines Benediktinerklosters mit Namen Saint Pierre uberliefert Benedikt von Aniane soll dort wiederholt Gast gewesen sein Im Jahre 1050 wurde die Abtei auf den Rang eines Priorats herabgestuft welches der ehemaligen Abtei von Saint Pons de Thomieres zugehorte In der Zeit der Katharerbewegung und der Albigenserkreuzzuge 1209 1229 blieb Venerque eine Hochburg des Katholizismus und im Vorfeld der Schlacht bei Muret 1213 machten die Truppen Simon de Montforts einen Bogen um die Stadt In einer Urkunde des Jahres 1268 ist mit Guillaume de Falgar erstmals der Name eines Grundherren seigneurs uberliefert Einer seiner Nachfolger Raymond de Falgar organisierte hundert Jahre spater den Widerstand des Languedoc gegen die Englander Im 15 und 16 Jahrhundert erlebten Venerque und die ganze Region ihre Blutezeit durch den Anbau von Pastel ausserdem beherbergte die Kirche einen reichen Reliquienschatz und so leistete sich die Stadt eine Stadtmauer remparts zum Schutz vor Ubergriffen marodierender Banden Auch in der Zeit der Hugenottenkriege 1562 1598 blieb Venerque eine Hochburg des Katholizismus dennoch wurde die Stadt zweimal eingenommen einmal von den Truppen Admiral Colignys im Jahr 1570 und einmal von den Truppen der Katholischen Liga im Jahr 1595 Im 17 Jahrhundert erhielt die Stadt erweiterte Markt und Messerechte was wohlhabende Handler anzog Sehenswurdigkeiten Bearbeiten Apsis der Kirche Die Pfarrkirche Eglise Saint Pierre et Saint Phebade stammt in grossen Teilen aus dem 13 Jahrhundert ihre Mauern enthalten jedoch noch Reste der ehemaligen Abtei Saint Pierre Der machtige Kirchenbau erhielt im 15 Jahrhundert einen burgartigen Turmaufbau aus Ziegelsteinmauerwerk uber der polygonal gebrochenen Apsis ausserdem finden sich mehrere Hinzufugungen aus derselben Zeit die dem Bauwerk insgesamt den Charakter einer Wehrkirche verleihen Das dreischiffige gotische Langhaus ist rippengewolbt Der Chor der Kirche wurde am Ende des 19 Jahrhunderts ausgemalt hier werden die Reliquien des im Mittelalter aus Agen hierher verbrachten hl Phebadus und der hl Alberta der Schwester der hl Fides in eigens dafur angefertigten Behaltnissen aufbewahrt Horenswert ist das 15 teilige Glockenspiel carillon aus dem Jahre 1844 Das Kirchenbauwerk ist bereits seit dem Jahr 1840 als Monument historique anerkannt 1 Die Markthalle halle aus dem Jahr 1858 ist zu einem Mehrzweckraum umgebaut worden Das Rathaus mairie ist ein imposanter Ziegelsteinbau aus der Zeit des Zweiten Kaiserreichs Das Waschhaus lavoir wurde erst im fruhen 20 Jahrhundert erbaut Im Jahre 1977 wurde es zum Clubhaus des ortlichen Petanque Clubs umgebaut Literatur BearbeitenLe Patrimoine des Communes de la Haute Garonne Flohic Editions Band 1 Paris 2000 ISBN 2 84234 081 7 S 204 206 Weblinks Bearbeiten Commons Venerque Sammlung von Bildern Videos und AudiodateienEinzelnachweise Bearbeiten Eglise Saint Pierre et Saint Phebade Venerque in der Base Merimee des franzosischen Kulturministeriums franzosisch Gemeinden im Arrondissement Muret Auragne Auribail Auterive Bax Beaufort Beaumont sur Leze Berat Bois de la Pierre Bonrepos sur Aussonnelle Boussens Bragayrac Cambernard Canens Capens Carbonne Castagnac Castelnau Picampeau Casties Labrande Caujac Cazeres Cintegabelle Couladere Eaunes Empeaux Esperce Fonsorbes Fontenilles Forgues Francon Frouzins Fustignac Gaillac Toulza Gensac sur Garonne Goutevernisse Gouzens Gratens Grazac Grepiac Labarthe sur Leze Labastide Clermont Labastidette Labruyere Dorsa Lacaugne Lafitte Vigordane Lagardelle sur Leze Lagrace Dieu Lahage Lahitere Lamasquere Lapeyrere Latour Latrape Lautignac Lavelanet de Comminges Lavernose Lacasse Le Fauga Le Fousseret Le Pin Murelet Le Plan Lescuns Lherm Longages Lussan Adeilhac Mailholas Marignac Lasclares Marignac Laspeyres Marliac Marquefave Martres Tolosane Massabrac Mauran Mauressac Mauzac Miremont Mondavezan Mones Montastruc Saves Montaut Montberaud Montbrun Bocage Montclar de Comminges Montegut Bourjac Montesquieu Volvestre Montgazin Montgras Montoussin Muret Noe Palaminy Peyssies Pinsaguel Pins Justaret Plagne Plagnole Polastron Portet sur Garonne Poucharramet Pouy de Touges Puydaniel Rieumes Rieux Volvestre Roques Roquettes Sabonneres Saiguede Saint Araille Saint Christaud Saint Clar de Riviere Sainte Foy de Peyrolieres Saint Elix le Chateau Saint Hilaire Saint Julien sur Garonne Saint Lys Saint Michel Saint Sulpice sur Leze Saint Thomas Sajas Salles sur Garonne Sana Saubens Saveres Senarens Seysses Venerque Vernet Villate Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Venerque amp oldid 221827443, wikipedia, wiki, 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