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Vanackerit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Phosphate, Arsenate und Vanadate. Er kristallisiert im trigonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Pb4Cd[Cl|(AsO4)3] und ist damit chemisch gesehen ein Blei-Cadmium-Arsenat mit zusätzlichen Chlorionen.

Vanackerit
Allgemeines und Klassifikation
Andere Namen
  • IMA 2011-114
Chemische Formel
  • Pb4Cd[Cl|(AsO4)3]
  • Pb4Cd(AsO4)3Cl
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Phosphate, Arsenate, Vanadate
Ähnliche Minerale Mimetesit
Kristallographische Daten
Kristallsystem trigonal
Kristallklasse; Symbol trigonal-pyramidal; 3
Raumgruppe P3 (Nr. 147)Vorlage:Raumgruppe/147
Gitterparameter a = 10,0279 Å; c = 7,2965 Å
Formeleinheiten Z = 2
Häufige Kristallflächen {0001}, {0110}, {1121} und {1011}
Zwillingsbildung keine
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte VHS25 = 270 kg/mm2, entspricht einer Mohshärte von ≈ 4
Dichte (g/cm3) 7,28 (berechnet)
Spaltbarkeit keine Angaben; keine Angaben
Bruch; Tenazität keine Angaben
Farbe hellgelb
Strichfarbe weiß
Transparenz durchscheinend
Glanz Diamantglanz
Kristalloptik
Brechungsindex n = 2,04 (berechnet)
Optischer Charakter einachsig
Weitere Eigenschaften
Besondere Merkmale orangefarbene Fluoreszenz unter UV-Licht (am stärksten bei 366 nm)

Vanackerit entwickelt pseudohexagonale dünntafelige Kristalle, die zu rosettenförmigen Aggregaten zusammentreten können und hellgelb gefärbt sind.

Inhaltsverzeichnis

Die Typstufe des Vanackerits befand sich nach ihrer Entdeckung 1980 in einer früheren Sammlung des ehemaligen Mineralogen der Tsumeb Corporation John Innes, wo sie lange Zeit für Mimetesit gehalten wurde. Nachdem sie von Georg Gebhardt erworben worden war, ließ dieser die mimetesitähnlichen Kristalle untersuchen, die sich nach entsprechenden Analysen als neues Mineral herausstellten. Das Mineral wurde 2011 von der International Mineralogical Association (IMA) anerkannt und 2016 von Jochen Schlüter, Thomas Malcherek und Georg Gebhard als Vanackerit beschrieben. Benannt wurde es nach dem belgischen Mineralsammler Georges Vanacker (1923–1992), der eine ausgezeichnete systematische Sammlung mit vielen Mineralstufen aus der Tsumeb Mine aufbaute und diese 1991 dem Institut Royal des Sciences Naturelles de Belgique in Brüssel, Belgien, schenkte.

Typmaterial des Minerals (Holotyp) wird im Mineralogischen Museum der Universität Hamburg in Deutschland (Katalog-Nr. TS 706) aufbewahrt.

Vanackerit wurde erst 2011 als eigenständiges Mineral von der International Mineralogical Association (IMA) anerkannt und die Entdeckung erst 2016 publiziert. Eine genaue Gruppen-Zuordnung in der 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ist daher bisher nicht bekannt. Folgt man der Nomenklatur der Apatit-Übergruppe in der Klassifikation von Pasero et al. (2010), lässt sich der Vanackerit innerhalb der Apatit-Übergruppe am ehesten mit den Mineralen der Belovit-Gruppe parallelisieren. Diese Gruppe besteht momentan allerdings nur aus Phosphaten – Vanackerit würde in dieser Gruppe das erste Arsenat darstellen. Unter den Vertretern der Belovit-Gruppe weicht der Vanackerit am stärksten vom Apatit-Strukturtyp ab.

Da das Mineral ein enger Verwandter von Belovit-(Ce), Belovit-(La) und Kuannersuit-(Ce) ist, die aufgrund ihrer Zusammensetzung in der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in „Mit ausschließlich großen Kationen; (OH usw.) : RO4 = 0,33 : 1“ zu finden sind, wo sie mit zahlreichen anderen Mineralen die „Apatit-Gruppe“ mit der System-Nr. 8.BN.05 bilden, wird Vanackerit voraussichtlich ebenfalls dort einsortiert.

Vanackerit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem in der Raumgruppe P3 (Raumgruppen-Nr. 147)Vorlage:Raumgruppe/147 mit den Gitterparametern a = 10,0279 Å und c = 7,2965 Å sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Die Kristallstruktur des Vanackerits lässt sich aus der hexagonalen Struktur des Mimetesits durch die von einer Rotation der Arsenat-Tetraeder begleiteten Aufspaltung einer der Pb-Positionen ableiten, wodurch Cadmium-Atome die Hälfte der P1-Positionen der Mimetesitstruktur übernehmen, was zu einer alternierenden Anordnung der Cadmium- und Blei-Atome entlang [001] führt.

Vanackerit hat die gemessene Zusammensetzung Pb4,10Cd0,98As2,92O12,07Cl0,61. Diese Formel kann vereinfacht als Pb4Cd(AsO4)3Cl geschrieben werden, was Gehalte von 64,07 % PbO; 9,22 % CdO; 24,74 % As2O5 und 2,54 % Cl erfordert. Vanackerit ist damit ein weiterer Vertreter der cadmiumhaltigem Minerale in Tsumeb; von den 27 derzeit (2016) bekannten Cadmium-Mineralen sind damit immerhin fünf auch in Tsumeb gefunden worden. Von diesen haben vier (Otavit, Andyrobertsit, Keyit und Vanackerit) hier auch ihre Typlokalität. Für Andyrobertsit und Vanackeit ist Tsumeb bislang der weltweit einzige Fundort.

Morphologie

Vanackerit bildet nach {0001} dünntafelige, pseudohexagonale Kristalle bis zu 5 mm Durchmesser, die typischerweise zu rosettenförmigen Aggregaten zusammentreten. Ihre Morphologie erinnert an die von tafeligen bis dünnprismatischen Mimetesitkristallen. Tragende Form ist das Basispinakoid {0001}, an weiteren Formen wurden {0110}, {1121} und {1011} identifiziert.

Physikalische und chemische Eigenschaften

Die Kristalle des Vanackerits sind hellgelb, die Strichfarbe des Minerals wird als weiß beschrieben. Die Oberflächen der durchscheinenden Kristalle weisen einen diamantartigen Glanz auf. Der Vanackerit zeigt im langwelligen UV-Licht (Maximum bei 366 nm) eine deutliche orangefarbene Fluoreszenz. Mit einer Mohshärte von ≈ 4 gehört Vanackerit zu den mittelharten Mineralen, die sich ähnlich wie das Referenzmineral Fluorit mit einem Taschenmesser leicht ritzen lassen. Die berechnete Dichte des Minerals liegt bei 7,28 g/cm3.

Vanackerit stammt aus der zweiten (unteren) Oxidationszone der in Dolomitsteinen sitzenden hydrothermalen polymetallischen Erzlagerstätte Tsumeb. Begleitminerale des Minerals sind bläulichgrüner Thometzekit, Anglesit und Gips.

Das Mineral konnte bisher (Stand 2016) nur an seiner Typlokalität gefunden werden. Als Typlokalität gilt die weltberühmte Cu-Pb-Zn-Ag-Ge-Cd-Lagerstätte der „Tsumeb Mine“ (Tsumcorp Mine) in Tsumeb, Region Oshikoto, Namibia. Darüber hinaus kennt man von diesem Mineral bisher auch nur eine einzige Stufe.

  • Jochen Schlüter, Thomas Malcherek, Georg Gebhard (2016): Vanackerite, a new lead cadmium arsenate of the apatite supergroup from Tsumeb, Namibia. In: Neues Jahrbuch Mineralogie Abhandlungen Band 193 (Heft 1), S. 79–86.
  1. Jochen Schlüter, Thomas Malcherek, Georg Gebhard (2016): Vanackerite, a new lead cadmium arsenate of the apatite supergroup from Tsumeb, Namibia. In: Neues Jahrbuch Mineralogie Abhandlungen, Band 193 (Heft 1), S. 79–86.
  2. Marco Pasero, Anthony R. Kampf, Christiano Ferraris, Igor V. Pekov, John R. Rakovan, Timothy J. White (2010): Nomenclature of the apatite supergroup minerals. In: European Journal of Mineralogy., Band 22, S. 163–179 (PDF 722,5 kB)
  3. Mindat - Anzahl der Fundorte für Vanackerit
  4. Fundortliste für Vanackerit beim Mineralienatlas und bei Mindat

Vanackerit Mineral aus der Apatitgruppe Sprache Beobachten Bearbeiten Vanackerit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Phosphate Arsenate und Vanadate Er kristallisiert im trigonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Pb4Cd Cl AsO4 3 und ist damit chemisch gesehen ein Blei Cadmium Arsenat mit zusatzlichen Chlorionen VanackeritAllgemeines und KlassifikationAndere Namen IMA 2011 114Chemische Formel Pb4Cd Cl AsO4 3 Pb4Cd AsO4 3Cl 1 Mineralklasse und ggf Abteilung Phosphate Arsenate VanadateAhnliche Minerale MimetesitKristallographische DatenKristallsystem trigonalKristallklasse Symbol trigonal pyramidal 3 1 Raumgruppe P3 Nr 147 Vorlage Raumgruppe 147 1 Gitterparameter a 10 0279 A c 7 2965 A 1 Formeleinheiten Z 2 1 Haufige Kristallflachen 0001 011 0 112 1 und 101 1 1 Zwillingsbildung keine 1 Physikalische EigenschaftenMohsharte VHS25 270 kg mm2 entspricht einer Mohsharte von 4 1 Dichte g cm3 7 28 berechnet 1 Spaltbarkeit keine Angaben keine AngabenBruch Tenazitat keine AngabenFarbe hellgelbStrichfarbe weissTransparenz durchscheinendGlanz DiamantglanzKristalloptikBrechungsindex n 2 04 berechnet 1 Optischer Charakter einachsigWeitere EigenschaftenBesondere Merkmale orangefarbene Fluoreszenz unter UV Licht am starksten bei 366 nm Vanackerit entwickelt pseudohexagonale dunntafelige Kristalle die zu rosettenformigen Aggregaten zusammentreten konnen und hellgelb gefarbt sind Inhaltsverzeichnis 1 Etymologie und Geschichte 2 Klassifikation 3 Kristallstruktur 4 Chemismus 5 Eigenschaften 5 1 Morphologie 5 2 Physikalische und chemische Eigenschaften 6 Bildung und Fundorte 7 Siehe auch 8 Literatur 9 Weblinks 10 EinzelnachweiseEtymologie und Geschichte BearbeitenDie Typstufe des Vanackerits befand sich nach ihrer Entdeckung 1980 in einer fruheren Sammlung des ehemaligen Mineralogen der Tsumeb Corporation John Innes wo sie lange Zeit fur Mimetesit gehalten wurde Nachdem sie von Georg Gebhardt erworben worden war liess dieser die mimetesitahnlichen Kristalle untersuchen die sich nach entsprechenden Analysen als neues Mineral herausstellten Das Mineral wurde 2011 von der International Mineralogical Association IMA anerkannt und 2016 von Jochen Schluter Thomas Malcherek und Georg Gebhard als Vanackerit beschrieben Benannt wurde es nach dem belgischen Mineralsammler Georges Vanacker 1923 1992 der eine ausgezeichnete systematische Sammlung mit vielen Mineralstufen aus der Tsumeb Mine aufbaute und diese 1991 dem Institut Royal des Sciences Naturelles de Belgique in Brussel Belgien schenkte Typmaterial des Minerals Holotyp wird im Mineralogischen Museum der Universitat Hamburg in Deutschland Katalog Nr TS 706 aufbewahrt 1 Klassifikation BearbeitenVanackerit wurde erst 2011 als eigenstandiges Mineral von der International Mineralogical Association IMA anerkannt und die Entdeckung erst 2016 publiziert Eine genaue Gruppen Zuordnung in der 9 Auflage der Strunz schen Mineralsystematik ist daher bisher nicht bekannt Folgt man der Nomenklatur der Apatit Ubergruppe in der Klassifikation von Pasero et al 2010 2 lasst sich der Vanackerit innerhalb der Apatit Ubergruppe am ehesten mit den Mineralen der Belovit Gruppe parallelisieren Diese Gruppe besteht momentan allerdings nur aus Phosphaten Vanackerit wurde in dieser Gruppe das erste Arsenat darstellen Unter den Vertretern der Belovit Gruppe weicht der Vanackerit am starksten vom Apatit Strukturtyp ab 1 Da das Mineral ein enger Verwandter von Belovit Ce Belovit La und Kuannersuit Ce ist die aufgrund ihrer Zusammensetzung in der Mineralklasse der Phosphate Arsenate und Vanadate und dort in Mit ausschliesslich grossen Kationen OH usw RO4 0 33 1 zu finden sind wo sie mit zahlreichen anderen Mineralen die Apatit Gruppe mit der System Nr 8 BN 05 bilden wird Vanackerit voraussichtlich ebenfalls dort einsortiert Kristallstruktur BearbeitenVanackerit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem in der Raumgruppe P3 Raumgruppen Nr 147 Vorlage Raumgruppe 147 mit den Gitterparametern a 10 0279 A und c 7 2965 A sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle 1 Die Kristallstruktur des Vanackerits lasst sich aus der hexagonalen Struktur des Mimetesits durch die von einer Rotation der Arsenat Tetraeder begleiteten Aufspaltung einer der Pb Positionen ableiten wodurch Cadmium Atome die Halfte der P1 Positionen der Mimetesitstruktur ubernehmen was zu einer alternierenden Anordnung der Cadmium und Blei Atome entlang 001 fuhrt Chemismus BearbeitenVanackerit hat die gemessene Zusammensetzung Pb4 10Cd0 98As2 92O12 07Cl0 61 Diese Formel kann vereinfacht als Pb4Cd AsO4 3Cl geschrieben werden was Gehalte von 64 07 PbO 9 22 CdO 24 74 As2O5 und 2 54 Cl erfordert 1 Vanackerit ist damit ein weiterer Vertreter der cadmiumhaltigem Minerale in Tsumeb von den 27 derzeit 2016 bekannten Cadmium Mineralen sind damit immerhin funf auch in Tsumeb gefunden worden Von diesen haben vier Otavit Andyrobertsit Keyit und Vanackerit hier auch ihre Typlokalitat Fur Andyrobertsit und Vanackeit ist Tsumeb bislang der weltweit einzige Fundort Eigenschaften BearbeitenMorphologie Bearbeiten Vanackerit bildet nach 0001 dunntafelige pseudohexagonale Kristalle bis zu 5 mm Durchmesser die typischerweise zu rosettenformigen Aggregaten zusammentreten Ihre Morphologie erinnert an die von tafeligen bis dunnprismatischen Mimetesitkristallen Tragende Form ist das Basispinakoid 0001 an weiteren Formen wurden 011 0 112 1 und 101 1 identifiziert 1 Physikalische und chemische Eigenschaften Bearbeiten Die Kristalle des Vanackerits sind hellgelb die Strichfarbe des Minerals wird als weiss beschrieben Die Oberflachen der durchscheinenden Kristalle weisen einen diamantartigen Glanz auf Der Vanackerit zeigt im langwelligen UV Licht Maximum bei 366 nm eine deutliche orangefarbene Fluoreszenz 1 Mit einer Mohsharte von 4 gehort Vanackerit zu den mittelharten Mineralen die sich ahnlich wie das Referenzmineral Fluorit mit einem Taschenmesser leicht ritzen lassen Die berechnete Dichte des Minerals liegt bei 7 28 g cm3 1 Bildung und Fundorte BearbeitenVanackerit stammt aus der zweiten unteren Oxidationszone der in Dolomitsteinen sitzenden hydrothermalen polymetallischen Erzlagerstatte Tsumeb Begleitminerale des Minerals sind blaulichgruner Thometzekit Anglesit und Gips Das Mineral konnte bisher Stand 2016 nur an seiner Typlokalitat gefunden werden Als Typlokalitat gilt die weltberuhmte Cu Pb Zn Ag Ge Cd Lagerstatte der Tsumeb Mine Tsumcorp Mine in Tsumeb Region Oshikoto Namibia Daruber hinaus kennt man von diesem Mineral bisher auch nur eine einzige Stufe 1 3 4 Siehe auch BearbeitenListe der MineraleLiteratur BearbeitenJochen Schluter Thomas Malcherek Georg Gebhard 2016 Vanackerite a new lead cadmium arsenate of the apatite supergroup from Tsumeb Namibia In Neues Jahrbuch Mineralogie Abhandlungen Band 193 Heft 1 S 79 86 Weblinks BearbeitenMineralienatlas Vanackerit Wiki Mindat Vanackerite American Mineralogist Crystal Structure Database VanackeriteEinzelnachweise Bearbeiten a b c d e f g h i j k l m n o p q Jochen Schluter Thomas Malcherek Georg Gebhard 2016 Vanackerite a new lead cadmium arsenate of the apatite supergroup from Tsumeb Namibia In Neues Jahrbuch Mineralogie Abhandlungen Band 193 Heft 1 S 79 86 Marco Pasero Anthony R Kampf Christiano Ferraris Igor V Pekov John R Rakovan Timothy J White 2010 Nomenclature of the apatite supergroup minerals In European Journal of Mineralogy Band 22 S 163 179 PDF 722 5 kB Mindat Anzahl der Fundorte fur Vanackerit Fundortliste fur Vanackerit beim Mineralienatlas und bei Mindat Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Vanackerit amp oldid 190498896, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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