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Das Unternehmen Bodenplatte fand am 1. Januar 1945 statt. Etwa 850 Jagdflugzeuge der deutschen Luftwaffe griffen Flugplätze der West-Alliierten in den Niederlanden, Belgien und Frankreich an. Die Luftwaffe plante, bei diesem Angriff 17 feindliche Frontflugplätze zu zerstören. Einige hundert alliierte Flugzeuge wurden zerstört oder beschädigt. Es war aber ein Pyrrhussieg: die Verluste der Luftwaffe waren hoch; die Verluste an erfahrenen Piloten waren hoch; knappe Kraftstoffvorräte wurden aufgebraucht.

Unternehmen Bodenplatte
Teil von: Westfront, Zweiter Weltkrieg

Bei Wemmel notgelandete Focke-Wulf Fw 190D-9, W.Nr.210079, 10./JG 54
Datum 1. Januar 1945
Ort Belgien, Niederlande, Frankreich
Ausgang Deutscher Pyrrhussieg
Konfliktparteien

Vereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
Neuseeland Neuseeland
Polen 1928 Polnische Exilregierung
Kanada 1921 Kanada

Deutsches Reich NS Deutsches Reich

Befehlshaber

Vereinigtes Konigreich Arthur Coningham
Vereinigte Staaten 48 James Doolittle
Vereinigte Staaten 48 Hoyt S. Vandenberg

Deutsches Reich NS Werner Kreipe
Deutsches Reich NS Josef Schmid
Deutsches Reich NS Dietrich Peltz
Deutsches Reich NS Karl Hentschel
Deutsches Reich NS Gotthard Handrick

Truppenstärke
Vereinigtes Konigreich RAF Second Tactical Air Force
Vereinigte Staaten 48 Eighth Air Force
Vereinigte Staaten 48 Ninth Air Force
Deutsches Reich NS II. Jagdkorps
Deutsches Reich NS 3. Jagd-Division
Deutsches Reich NS 5. Jagd-Division
Verluste

Am Boden:

  • 290 Flugzeuge zerstört
  • 180 Flugzeuge beschädigt

Im Luftkampf:

  • 15 Flugzeuge zerstört
  • 10 Flugzeuge beschädigt

143 Tote
21 Verwundete
70 Gefangene
292 Flugzeuge zerstört

Auftakt
KesternichWahlerscheid

Deutscher Angriff
LosheimergrabenClervauxStößerGreif

Alliierte Verteidigung und Gegenangriff
Elsenborn RückenSt. VithBastogneBure

Deutscher Gegenangriff
BodenplatteNordwind

Kriegsverbrechen
MalmedyWerethChenogne

Das Unternehmen beschleunigte den Niedergang der Luftwaffe; die Kampfkraft der alliierten Luftstreitkräfte wurde kaum beeinträchtigt.

Inhaltsverzeichnis

Im Herbst 1944 begann die deutsche Wehrmacht mit der Planung einer großen Offensive gegen die Alliierten im Gebiet der Ardennen („Unternehmen Wacht am Rhein“). Die Vorbereitungen für einen begleitenden Großeinsatz der Luftwaffe gegen alliierte Flugplätze begannen am 16. September. Ab dem 16. Oktober wurden Einheiten aus dem Reichsgebiet in die Nähe des Operationsgebietes verlegt. Die Westalliierten hatten damals weitgehende Luftüberlegenheit. Der Befehl Hermann Görings verlangte, die alliierten taktischen Luftstreitkräfte durch einen Überraschungsangriff auf ihre Flugplätze zu dezimieren, um den eigenen Bodentruppen mehr Bewegungsfreiheit am Tage zu verschaffen. Mit der Durchführung wurde Generalmajor Dietrich Peltz als Kommandeur des II. Jagdkorps beauftragt, der am 5. Dezember die Detailplanung des „Unternehmens Bodenplatte“ mit den Geschwaderkommandeuren leitete. Dafür wurde die Mehrzahl der verfügbaren Jagdflugzeuge vorgesehen. Diese sollten die Bomber- und Jägerverbände der in Belgien, Frankreich und in den Niederlanden stationierten Royal Air Force (RAF) und der United States Army Air Forces (USAAF) im Tiefflug angreifen und möglichst viele feindliche Flugzeuge am Boden zerstören. Die Bodenoffensive, die später als Ardennenoffensive bezeichnet wurde, begann planungsgemäß am 16. Dezember. Wegen schlechten Wetters konnte der begleitende Luftangriff nicht gleichzeitig stattfinden. Wegen der langen Verzögerung und der ins Stocken geratenen Bodenoffensive nahmen angeblich einige Geschwaderkommandeure an, Bodenplatte sei abgesagt, als am 31. Dezember 1944 der Befehl zur Durchführung kam.

Überraschungsangriff

Alle Jagdgeschwader, die zur Reichsverteidigung an der Westfront stationiert waren, nahmen an dem Angriff teil. Sie waren hierzu auf den Fliegerhorsten Bonn-Hangelar, Köln-Ostheim und Köln-Wahn stationiert. 44 Junkers-Ju-88-Nachtjäger der II. bzw. III./ NJG 1, III./ NJG 5, II./ NJG 6, II./ NJG 100 und I. bzw. II./ NJG 101 leiteten als „Lotsen“ die Angriffsverbände zu ihren Angriffszielen.

Die Hauptlast des Angriffes trugen einmotorige Jäger und Jagdbomber der Typen Messerschmitt Bf 109 und Focke-Wulf Fw 190, die wegen der Einsatzlänge keine Bomben mitführen konnten. Über dem Einsatzgebiet kam es zu heftiger Gegenwehr durch Flugabwehrgeschütze, die zu hohen deutschen Verlusten führte. Es konnten aber nur verhältnismäßig wenige alliierte Abfangjäger zur Verteidigung aufsteigen. Da die meisten deutschen Piloten unerfahren und für Luft-Bodeneinsätze unzureichend ausgebildet waren, konnte der Überraschungseffekt kaum genutzt werden.

Übersicht über Angriffsziele und beteiligte Einheiten

Den Jagdgeschwadern (JG), Kampfgeschwadern (KG) und Schlachtgeschwadern (SG) der Luftwaffe standen auf alliierter Seite gegenüber:

  • die Royal Air Force mit der 2nd Tactical Air Force (2nd TAF). Diese war in vier Groups (Geschwader) eingeteilt, die aus Wings (dt. Gruppe) von drei bis fünf Squadrons (entspricht einer deutschen Staffel) mit durchschnittlich zwölf einsatzfähigen Flugzeugen bestanden.
  • die 8th und 9th Air Force. Diese unterteilten sich in Fighter Groups (Jagdgruppen) und Bombardment Groups (Bombergruppen) und weiter in Squadrons.

Die Aufgabe der 2nd TAF und der 9th Air Force war während der Landung in der Normandie vor allem die Luftnahunterstützung der Bodentruppen gewesen. Mit dem Fortschreiten des Bodenkrieges wurden die Einheiten auf das europäische Festland verlegt. Die Aufgabe der 8th Air Force war der strategische Luftkrieg gegen Deutschland.

Angriffsziel Einheit der Luftwaffe Alliierte Kräfte Wirkung
Antwerpen-Deurne (Belgien) JG 77 vier Spitfire-Staffeln der 2nd TAF, fünf Typhoon-Staffeln der 2nd TAF geringfügige Zerstörung
Asch (Belgien) JG 11 drei Staffeln P-51 der 352nd Fighter Group, drei Staffeln P-47 der 366th Fighter Group geringe Zerstörung
Brüssel-Evere II., III./JG 26 zahlreiche amerikanische und britische Jäger, Bomber und Transportflugzeuge schwere Zerstörung
Brüssel-Grimbergen I./JG 26, III./JG 54 Flugplatz war bis auf sechs Flugzeuge unbelegt und für den Flugbetrieb gesperrt geringfügige Zerstörung
Brüssel-Melsbroek JG 27, IV./JG 54 drei Aufklärerstaffeln der 2nd TAF und drei Bomberstaffeln der 8th Air Force schwere Zerstörung
Eindhoven (Niederlande) JG 3, I./JG 6 acht Typhoon-Staffeln und drei Spitfire- bzw. Mustang-Staffeln der 2nd TAF schwere Zerstörung
Sint-Denijs-Westrem (Belgien) II./JG 1 drei polnische Spitfire-Staffeln (302., 308. und 317. Squadron) schwere Zerstörung, heftige Luftkämpfe
Gilze-Rijen (Niederlande) I./KG 51, III./KG 76 drei Aufklärerstaffeln der 2nd TAF (Mustang/ Spitfire) geringfügige Zerstörung
Heesch (Niederlande) Ziel nicht erkannt fünf Spitfire-Staffeln der 2nd TAF ohne Wirkung
Le Culot (Belgien) JG 4 drei Thunderbolt-Staffeln und zwei F-5-Staffeln der 9th Air Force Platz verfehlt, keine Zerstörung
Maldegem (Belgien) I./JG 1 zwei Spitfire-Staffeln der 2nd TAF schwere Zerstörung
Metz-Frescaty (Frankreich) JG 53 etwa 40 Thunderbolts der 365th Fighter Group der 9th Air Force mäßige Zerstörung
Ophoven (Belgien) II./JG 11 vier Spitfire-Staffeln der 2nd TAF mäßige Zerstörung
Sint-Truiden (Belgien) JG 2, IV./JG 4, SG 4 sechs Thunderbolt-Staffeln der 9th Air Force mäßige Zerstörung
Volkel (Niederlande) II. und III./JG 6 drei Typhoon- und fünf Tempest-Staffeln der 2nd TAF geringe Zerstörung
Woensdrecht (Niederlande) JG 77 fünf Spitfire-Staffeln der 2nd TAF, die sich alle im Flug befanden ohne Wirkung
Ursel (Belgien) JG 1 Flugplatz bis auf vier beschädigte Flugzeuge unbelegt geringfügige Zerstörung

Auftrag „Hermann“

Die letzte Eintragung im Flugbuch vieler deutscher Piloten lautete: „Auftrag Hermann 1.1.1945, Zeit: 09:20 Uhr“. Als die Flugbücher bei den abgeschossenen Piloten gefunden wurden, dachte man auf alliierter Seite zunächst, es handele sich um die „Operation Hermann“, also um ein nach seinem mutmaßlichen Planer, Hermann Göring, benanntes Unternehmen. Tatsächlich stand „Hermann“ lediglich für „Angriffstermin“ und bedeutete, dass alle Verbände um 09:20 Uhr den Angriff auf die gegnerischen Flugplätze eröffnen würden. Göring selbst hatte mit der komplexen Planung des Unternehmens nichts zu tun.

Air Vice Marshal (Generalleutnant) John Edgar „Johnnie“ Johnson (1915–1996), der an diesem Tag in Brüssel-Evere war, beschrieb den Angriff so:

„Operation Hermann war ein kühner Schlag. Wir konnten feststellen, dass der durchschnittliche deutsche Pilot dieser Aufgabe nicht gewachsen war.“

Bei dem deutschen Angriff sind insgesamt 305 alliierte Flugzeuge zerstört und 190 beschädigt worden. Davon gingen 15 Flugzeuge durch Luftkämpfe verloren und weitere 10 wurden beschädigt.

Von den rund 850 eingesetzten deutschen Flugzeugen gingen 292 (34 %) verloren. Dabei fielen 213 Piloten oder wurden gefangen genommen. Auf dem Hin- und Rückflug wurden nach heutigen Erkenntnissen 30–35 Maschinen durch die deutsche Flugabwehr (Flak) abgeschossen (Eigenbeschuss); frühere Publikationen nennen wesentlich höhere Verluste. Aufgrund von Geheimhaltung, Planungsmängeln und Abweichungen von der Flugroute waren manche deutsche Flak-Batterien nicht über den Überflug von eigenen Kräften informiert gewesen.

Besonders folgenschwer für die Kampfkraft der Jagdverbände war der Verlust von insgesamt 22 erfahrenen Verbandsführern: Drei Geschwaderkommodore, fünf Gruppenkommandeure und 14 Staffelkapitäne kehrten von dem Einsatz nicht zurück.

Die Alliierten führten in den darauffolgenden zwei Wochen keinen Großangriff von den getroffenen Flugplätzen durch. Die deutsche Heimatverteidigung war derweil durch den hohen Verlust an erfahrenen Piloten unwiderruflich gebrochen. Die deutsche Ardennenoffensive war spätestens seit dem 3. Januar gescheitert, als die alliierte Gegenoffensive begann, bei der die Alliierten ihre trotz Bodenplatte ungebrochene Luftüberlegenheit voll ausspielen konnten.

  • Steven J. Zaloga, Howard Gerrard: Battle of the Bulge. Osprey Publishing, 2004, ISBN 1-84176-810-3.
  • Werner Girbig: Start im Morgengrauen. Eine Chronik vom Untergang der deutschen Jagdwaffe im Westen 1944/1945. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1989, ISBN 3-613-01292-8.
  • John Manrho, Ron Pütz: Bodenplatte. The Luftwaffe’s Last Hope. Hikoki Publ., 2004, ISBN 1-902109-40-6.
Commons: Unternehmen Bodenplatte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. laut dieser Quelle (S. 7) waren es 1035
  2. John Manrho, Ron Pütz: Bodenplatte. The Luftwaffe’s Last Hope. reprint Auflage. Stackpole Books, Mechanicsburg, PA 2010, ISBN 978-0-8117-0686-5,S.2, 3 (erstmals verlegt von Hikoki Publications, 2004).
  3. John Manrho, Ron Pütz: Bodenplatte. The Luftwaffe’s Last Hope. reprint Auflage. Stackpole Books, Mechanicsburg, PA 2010, ISBN 978-0-8117-0686-5,S.7 (erstmals verlegt von Hikoki Publications, 2004).
  4. Air Vice-Marshal 'Johnnie' (J.E.) Johnson: Wing Leader. Goodall paperback edition by Crécy Publishing, Manchester 2000, ISBN 0-907579-87-6, S. 294–295.
  5. John Manrho, Ron Pütz: Bodenplatte. The Luftwaffe’s Last Hope. Hikoki Publ., 2004, ISBN 1-902109-40-6, S. 272 f.
  6. John Manrho, Ron Pütz: Bodenplatte. The Luftwaffe’s Last Hope. reprint Auflage. Stackpole Books, Mechanicsburg, PA 2010, ISBN 978-0-8117-0686-5,S.461–462 (erstmals verlegt von Hikoki Publications, 2004).

Unternehmen Bodenplatte Luftangriff im Zweiten Weltkrieg Sprache Beobachten Bearbeiten Das Unternehmen Bodenplatte fand am 1 Januar 1945 statt Etwa 850 Jagdflugzeuge der deutschen Luftwaffe 1 griffen Flugplatze der West Alliierten in den Niederlanden Belgien und Frankreich an Die Luftwaffe plante bei diesem Angriff 17 feindliche Frontflugplatze zu zerstoren Einige hundert alliierte Flugzeuge wurden zerstort oder beschadigt Es war aber ein Pyrrhussieg die Verluste der Luftwaffe waren hoch die Verluste an erfahrenen Piloten waren hoch knappe Kraftstoffvorrate wurden aufgebraucht Unternehmen Bodenplatte Teil von Westfront Zweiter Weltkrieg Bei Wemmel notgelandete Focke Wulf Fw 190D 9 W Nr 210079 10 JG 54 Datum 1 Januar 1945Ort Belgien Niederlande FrankreichAusgang Deutscher PyrrhussiegKonfliktparteienVereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Konigreich Neuseeland Neuseeland Polen 1928 Polnische Exilregierung Kanada 1921 Kanada Deutsches Reich NS Deutsches ReichBefehlshaberVereinigtes Konigreich Arthur Coningham Vereinigte Staaten 48 James Doolittle Vereinigte Staaten 48 Hoyt S Vandenberg Deutsches Reich NS Werner Kreipe Deutsches Reich NS Josef Schmid Deutsches Reich NS Dietrich Peltz Deutsches Reich NS Karl Hentschel Deutsches Reich NS Gotthard HandrickTruppenstarkeVereinigtes Konigreich RAF Second Tactical Air Force Vereinigte Staaten 48 Eighth Air Force Vereinigte Staaten 48 Ninth Air Force Deutsches Reich NS II Jagdkorps Deutsches Reich NS 3 Jagd Division Deutsches Reich NS 5 Jagd DivisionVerlusteAm Boden 290 Flugzeuge zerstort 180 Flugzeuge beschadigt Im Luftkampf 15 Flugzeuge zerstort 10 Flugzeuge beschadigt 143 Tote 21 Verwundete 70 Gefangene 292 Flugzeuge zerstort Ardennenoffensive Auftakt Kesternich Wahlerscheid Deutscher Angriff Losheimergraben Clervaux Stosser Greif Alliierte Verteidigung und Gegenangriff Elsenborn Rucken St Vith Bastogne Bure Deutscher Gegenangriff Bodenplatte Nordwind Kriegsverbrechen Malmedy Wereth Chenogne Bedeutende Militaroperationen an der Westfront 1944 1945 1944 Overlord Dragoon Mons Market Garden Scheldemundung Aachen Hurtgenwald Queen Elsass Lothringen Ardennen 1945 Nordwind Bodenplatte Blackcock Colmar Veritable Grenade Blockbuster Lumberjack Undertone Plunder Flashpoint Aschaffenburg Wurzburg Ruhrkessel Friesoythe Nurnberg Das Unternehmen beschleunigte den Niedergang der Luftwaffe die Kampfkraft der alliierten Luftstreitkrafte wurde kaum beeintrachtigt Inhaltsverzeichnis 1 Planung und Durchfuhrung 1 1 Uberraschungsangriff 1 2 Ubersicht uber Angriffsziele und beteiligte Einheiten 1 3 Auftrag Hermann 2 Ergebnis 3 Folgen 4 Literatur 5 Weblinks 6 EinzelnachweisePlanung und Durchfuhrung BearbeitenIm Herbst 1944 begann die deutsche Wehrmacht mit der Planung einer grossen Offensive gegen die Alliierten im Gebiet der Ardennen Unternehmen Wacht am Rhein Die Vorbereitungen fur einen begleitenden Grosseinsatz der Luftwaffe gegen alliierte Flugplatze begannen am 16 September Ab dem 16 Oktober wurden Einheiten aus dem Reichsgebiet in die Nahe des Operationsgebietes verlegt Die Westalliierten hatten damals weitgehende Luftuberlegenheit Der Befehl Hermann Gorings verlangte die alliierten taktischen Luftstreitkrafte durch einen Uberraschungsangriff auf ihre Flugplatze zu dezimieren um den eigenen Bodentruppen mehr Bewegungsfreiheit am Tage zu verschaffen Mit der Durchfuhrung wurde Generalmajor Dietrich Peltz als Kommandeur des II Jagdkorps beauftragt der am 5 Dezember die Detailplanung des Unternehmens Bodenplatte mit den Geschwaderkommandeuren leitete 2 Dafur wurde die Mehrzahl der verfugbaren Jagdflugzeuge vorgesehen Diese sollten die Bomber und Jagerverbande der in Belgien Frankreich und in den Niederlanden stationierten Royal Air Force RAF und der United States Army Air Forces USAAF im Tiefflug angreifen und moglichst viele feindliche Flugzeuge am Boden zerstoren Die Bodenoffensive die spater als Ardennenoffensive bezeichnet wurde begann planungsgemass am 16 Dezember Wegen schlechten Wetters konnte der begleitende Luftangriff nicht gleichzeitig stattfinden Wegen der langen Verzogerung und der ins Stocken geratenen Bodenoffensive nahmen angeblich einige Geschwaderkommandeure an Bodenplatte sei abgesagt als am 31 Dezember 1944 der Befehl zur Durchfuhrung kam 3 Uberraschungsangriff Bearbeiten Alle Jagdgeschwader die zur Reichsverteidigung an der Westfront stationiert waren nahmen an dem Angriff teil Sie waren hierzu auf den Fliegerhorsten Bonn Hangelar Koln Ostheim und Koln Wahn stationiert 44 Junkers Ju 88 Nachtjager der II bzw III NJG 1 III NJG 5 II NJG 6 II NJG 100 und I bzw II NJG 101 leiteten als Lotsen die Angriffsverbande zu ihren Angriffszielen Die Hauptlast des Angriffes trugen einmotorige Jager und Jagdbomber der Typen Messerschmitt Bf 109 und Focke Wulf Fw 190 die wegen der Einsatzlange keine Bomben mitfuhren konnten Uber dem Einsatzgebiet kam es zu heftiger Gegenwehr durch Flugabwehrgeschutze die zu hohen deutschen Verlusten fuhrte Es konnten aber nur verhaltnismassig wenige alliierte Abfangjager zur Verteidigung aufsteigen Da die meisten deutschen Piloten unerfahren und fur Luft Bodeneinsatze unzureichend ausgebildet waren konnte der Uberraschungseffekt kaum genutzt werden Ubersicht uber Angriffsziele und beteiligte Einheiten Bearbeiten Den Jagdgeschwadern JG Kampfgeschwadern KG und Schlachtgeschwadern SG der Luftwaffe standen auf alliierter Seite gegenuber die Royal Air Force mit der 2nd Tactical Air Force 2nd TAF Diese war in vier Groups Geschwader eingeteilt die aus Wings dt Gruppe von drei bis funf Squadrons entspricht einer deutschen Staffel mit durchschnittlich zwolf einsatzfahigen Flugzeugen bestanden die 8th und 9th Air Force Diese unterteilten sich in Fighter Groups Jagdgruppen und Bombardment Groups Bombergruppen und weiter in Squadrons Die Aufgabe der 2nd TAF und der 9th Air Force war wahrend der Landung in der Normandie vor allem die Luftnahunterstutzung der Bodentruppen gewesen Mit dem Fortschreiten des Bodenkrieges wurden die Einheiten auf das europaische Festland verlegt Die Aufgabe der 8th Air Force war der strategische Luftkrieg gegen Deutschland Angriffsziel Einheit der Luftwaffe Alliierte Krafte WirkungAntwerpen Deurne Belgien JG 77 vier Spitfire Staffeln der 2nd TAF funf Typhoon Staffeln der 2nd TAF geringfugige ZerstorungAsch Belgien JG 11 drei Staffeln P 51 der 352nd Fighter Group drei Staffeln P 47 der 366th Fighter Group geringe ZerstorungBrussel Evere II III JG 26 zahlreiche amerikanische und britische Jager Bomber und Transportflugzeuge schwere ZerstorungBrussel Grimbergen I JG 26 III JG 54 Flugplatz war bis auf sechs Flugzeuge unbelegt und fur den Flugbetrieb gesperrt geringfugige ZerstorungBrussel Melsbroek JG 27 IV JG 54 drei Aufklarerstaffeln der 2nd TAF und drei Bomberstaffeln der 8th Air Force schwere ZerstorungEindhoven Niederlande JG 3 I JG 6 acht Typhoon Staffeln und drei Spitfire bzw Mustang Staffeln der 2nd TAF schwere ZerstorungSint Denijs Westrem Belgien II JG 1 drei polnische Spitfire Staffeln 302 308 und 317 Squadron schwere Zerstorung heftige LuftkampfeGilze Rijen Niederlande I KG 51 III KG 76 drei Aufklarerstaffeln der 2nd TAF Mustang Spitfire geringfugige ZerstorungHeesch Niederlande Ziel nicht erkannt funf Spitfire Staffeln der 2nd TAF ohne WirkungLe Culot Belgien JG 4 drei Thunderbolt Staffeln und zwei F 5 Staffeln der 9th Air Force Platz verfehlt keine ZerstorungMaldegem Belgien I JG 1 zwei Spitfire Staffeln der 2nd TAF schwere ZerstorungMetz Frescaty Frankreich JG 53 etwa 40 Thunderbolts der 365th Fighter Group der 9th Air Force massige ZerstorungOphoven Belgien II JG 11 vier Spitfire Staffeln der 2nd TAF massige ZerstorungSint Truiden Belgien JG 2 IV JG 4 SG 4 sechs Thunderbolt Staffeln der 9th Air Force massige ZerstorungVolkel Niederlande II und III JG 6 drei Typhoon und funf Tempest Staffeln der 2nd TAF geringe ZerstorungWoensdrecht Niederlande JG 77 funf Spitfire Staffeln der 2nd TAF die sich alle im Flug befanden ohne WirkungUrsel Belgien JG 1 Flugplatz bis auf vier beschadigte Flugzeuge unbelegt geringfugige ZerstorungAuftrag Hermann Bearbeiten Die letzte Eintragung im Flugbuch vieler deutscher Piloten lautete Auftrag Hermann 1 1 1945 Zeit 09 20 Uhr Als die Flugbucher bei den abgeschossenen Piloten gefunden wurden dachte man auf alliierter Seite zunachst es handele sich um die Operation Hermann also um ein nach seinem mutmasslichen Planer Hermann Goring benanntes Unternehmen Tatsachlich stand Hermann lediglich fur Angriffstermin und bedeutete dass alle Verbande um 09 20 Uhr den Angriff auf die gegnerischen Flugplatze eroffnen wurden Goring selbst hatte mit der komplexen Planung des Unternehmens nichts zu tun Air Vice Marshal Generalleutnant John Edgar Johnnie Johnson 1915 1996 der an diesem Tag in Brussel Evere war beschrieb den Angriff so Operation Hermann war ein kuhner Schlag Wir konnten feststellen dass der durchschnittliche deutsche Pilot dieser Aufgabe nicht gewachsen war 4 Ergebnis BearbeitenBei dem deutschen Angriff sind insgesamt 305 alliierte Flugzeuge zerstort und 190 beschadigt worden 5 Davon gingen 15 Flugzeuge durch Luftkampfe verloren und weitere 10 wurden beschadigt Von den rund 850 eingesetzten deutschen Flugzeugen gingen 292 34 verloren Dabei fielen 213 Piloten oder wurden gefangen genommen Auf dem Hin und Ruckflug wurden nach heutigen Erkenntnissen 30 35 Maschinen durch die deutsche Flugabwehr Flak abgeschossen Eigenbeschuss fruhere Publikationen nennen wesentlich hohere Verluste Aufgrund von Geheimhaltung Planungsmangeln und Abweichungen von der Flugroute waren manche deutsche Flak Batterien nicht uber den Uberflug von eigenen Kraften informiert gewesen 6 Besonders folgenschwer fur die Kampfkraft der Jagdverbande war der Verlust von insgesamt 22 erfahrenen Verbandsfuhrern Drei Geschwaderkommodore funf Gruppenkommandeure und 14 Staffelkapitane kehrten von dem Einsatz nicht zuruck Folgen BearbeitenDie Alliierten fuhrten in den darauffolgenden zwei Wochen keinen Grossangriff von den getroffenen Flugplatzen durch Die deutsche Heimatverteidigung war derweil durch den hohen Verlust an erfahrenen Piloten unwiderruflich gebrochen Die deutsche Ardennenoffensive war spatestens seit dem 3 Januar gescheitert als die alliierte Gegenoffensive begann bei der die Alliierten ihre trotz Bodenplatte ungebrochene Luftuberlegenheit voll ausspielen konnten Literatur BearbeitenSteven J Zaloga Howard Gerrard Battle of the Bulge Osprey Publishing 2004 ISBN 1 84176 810 3 Werner Girbig Start im Morgengrauen Eine Chronik vom Untergang der deutschen Jagdwaffe im Westen 1944 1945 Motorbuch Verlag Stuttgart 1989 ISBN 3 613 01292 8 John Manrho Ron Putz Bodenplatte The Luftwaffe s Last Hope Hikoki Publ 2004 ISBN 1 902109 40 6 Weblinks Bearbeiten Commons Unternehmen Bodenplatte Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Luftwaffe Operation Bodenplatte 1 January 1945 Memento vom 15 November 2012 im Internet Archive englisch PDF 74 kB Einzelnachweise Bearbeiten laut dieser Quelle S 7 waren es 1035 John Manrho Ron Putz Bodenplatte The Luftwaffe s Last Hope reprint Auflage Stackpole Books Mechanicsburg PA 2010 ISBN 978 0 8117 0686 5 S 2 3 erstmals verlegt von Hikoki Publications 2004 John Manrho Ron Putz Bodenplatte The Luftwaffe s Last Hope reprint Auflage Stackpole Books Mechanicsburg PA 2010 ISBN 978 0 8117 0686 5 S 7 erstmals verlegt von Hikoki Publications 2004 Air Vice Marshal Johnnie J E Johnson Wing Leader Goodall paperback edition by Crecy Publishing Manchester 2000 ISBN 0 907579 87 6 S 294 295 John Manrho Ron Putz Bodenplatte The Luftwaffe s Last Hope Hikoki Publ 2004 ISBN 1 902109 40 6 S 272 f John Manrho Ron Putz Bodenplatte The Luftwaffe s Last Hope reprint Auflage Stackpole Books Mechanicsburg PA 2010 ISBN 978 0 8117 0686 5 S 461 462 erstmals verlegt von Hikoki Publications 2004 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Unternehmen Bodenplatte amp oldid 221915497, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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