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Ulrich Rückriem (* 30. September 1938 in Düsseldorf) ist ein in Köln und London lebender Bildhauer, der oft dem Minimalismus, der Prozesskunst oder der Konzeptkunst zugeordnet wird.

Ulrich Rückriem, Variationen eines Blocks, Schloss Dyck (Foto 2004)
Variationen eines Blocks, Ausschnitt

Rückriem, der von 1957 bis 1959 eine Steinmetzlehre in Düren absolvierte, arbeitete an der Dombauhütte in Köln und studierte an den Kölner Werkschulen bei Ludwig Gies. Gleichzeitig begann er seine Tätigkeit als freier Künstler. In dieser Zeit war er als Kunsterzieher am Gymnasium am Wirteltor Düren tätig, ebenso wie Herb Schiffer. 1966/1967 trat er mit Skulpturen aus Holzbalken hervor, ab 1968 gestaltet er Steinskulpturen. Hier bildete sich sein bis heute kennzeichnendes künstlerisches Verfahren heraus: typischerweise teilt Rückriem einen Steinblock von stark reduzierter kubischer Form und setzt die Teile anschließend wieder zusammen.

Von 1969 arbeitete Ulrich Rückriem in einem gemeinsamen Atelier mit Blinky Palermo in Mönchengladbach. Darüber hinaus lebte und arbeitete er von 1963 bis 1971 in Nörvenich mit Atelier im dortigen Schloss Nörvenich, das seit 1980 das Museum Europäische Kunst beherbergt. Ferner wirkte er in Clonegal, County Carlow, Irland, und in der Normandie. 1974 wurde er Professor an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, 1984 an der Kunstakademie Düsseldorf und 1988 an der Städelschule in Frankfurt am Main.

2010 zeigte das Neue Museum Nürnberg Rückriems aus elf Steinkuben bestehende Installation Granit bleu de Vire zum dritten Mal, zusammen mit weiteren Arbeiten des Künstlers. Die elf Steine sind – in Analogie zum Damenproblem – auf den quadratischen Bodenplatten des Museums wie auf einem Schachbrett arrangiert. Die Arbeit soll dem Konzept des Künstlers gemäß alle fünf Jahre in einer neuen Anordnung präsentiert werden. Es gibt dabei 341 unterschiedliche Anordnungen („unterschiedlich“ in dem Sinne, dass sie jeweils nicht durch Drehung oder Spiegelung des Schachbretts ineinander überführt werden könnten).

Rückriem wurde eine Vielzahl von Einzelausstellungen gewidmet, zum Beispiel 2003 in der Neuen Nationalgalerie, Berlin. Außerdem nahm Rückriem seit 1966 an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen teil, darunter 1972 an der Documenta 5 in Kassel in der Abteilung Individuelle Mythologien Prozesse, 1978 an der Biennale di Venezia zusammen mit Dieter Krieg, 1982 an der documenta 7, 1984 an Von hier aus – Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf, 1987 an der documenta 8 oder 1992 an der documenta IX. Die erste Retrospektive des Künstlers fand im Jahr 1973 in der Kunsthalle Tübingen statt.

Rückriems Skulpturen sind in vielen internationalen Sammlungen und Museen vertreten, darunter z. B. im Skulpturengarten des Neuen Museums Nürnberg, der Neuen Nationalgalerie, Berlin, oder im Museu d’Art Contemporani de Barcelona. Anlässlich seines 70. Geburtstages überließ der Künstler 2008 sein Archiv den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum.

1994 wurden in Rommerskirchen-Sinsteden die Skulpturen-Hallen Ulrich Rückriem eröffnet. In zwei Hallen sowie im Außenbereich werden auf 2000 m² ca. 100 Skulpturen präsentiert. Die Skulpturen-Hallen sind dem Kulturzentrum Sinsteden des Rhein-Kreises Neuss angegliedert.

Viele Arbeiten Rückriems sind als Kunst im öffentlichen Raum frei zugänglich. Seine Skulptur Granit Rosa Porriño beispielsweise steht auf dem Alten Marktplatz im Zentrum von Lörrach im Rahmen des Lörracher Skulpturenwegs. Weitere Skulpturen von Rückriem stehen vor der Zentrale des Goethe-Instituts in München, neben der Neuen Nationalgalerie in Berlin, vor dem Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, im Skulpturenpark Köln oder vor dem Hauptquartier von Novartis in Basel und im Stadtgarten Essen.

Ende Juni 2011 wurde vor dem Leopold-Hoesch-Museum in Düren seine 80 t schwere Steinskulptur „Ursprung“ aufgebaut. Sie besteht aus Anröchter Dolomit. Aus demselben Material schuf er auch den Hauptaltar des Hildesheimer Doms.

Für den südlichen Innenhof des Reichstages schuf Rückriem zwei Bodenskulpturen aus Granit, die die architektonische Raumsituation aufgreifen und ergänzen, vgl. Kunstwerke im Reichstagsgebäude.

  • Ulrich Rückriem (Autor), Werner J. Hannappel (Hrsg.), Ulrich Wilmes (Hrsg.): Bahndamm. Edition König, Köln 2003, ISBN 3-88375-699-7.
  • Ulrich Rückriem (Autor), Heinrich Ehrhardt (Hrsg.): Arbeiten. Edition Oktagon, Stuttgart 1994, ISBN 3-927789-33-X (in deutscher, englischer und französischer Sprache).
  • Jürgen Hohmeyer: Ulrich Rückriem. S. Schreiber Verlag, München 1988, ISBN 3-88960-013-1.
  • Ulrich Rückriem: Skulpturen 1968–1973 Dumont-Schauberg, Köln 1973, ISBN 3-7701-0728-4 (in deutscher und englischer Sprache).
  • Mont Joie – Festschrift zum 60. Geburtstag von Ulrich Rückriem, Hrsg.: Rhein-Kreis Neuss, Kulturzentrum Sinsteden 1998
  1. Ulrich Rückriem: Sockel – Passepartout – Kleiner Kosmos. Archiviert vomOriginal am 3. November 2012. Abgerufen am 3. November 2012.
  2. Ulrich Rückriem: Granit Bleu de Vire zugeschnitten, 2000
  3. http://www.aachener-zeitung.de/lokales/dueren/duerener-kunstpreis-geht-an-ulrich-rueckriem-1.1113297
  4. Archiv Ulrich Rückriem. In: kunstgeschichte.ruhr-uni-bochum.de. Ruhr-Universität Bochum, abgerufen am 7. August 2021.
  5. http://www.novartis.com/campus/index.htm#/tour/basel/p1/fs2-a
  6. http://www.az-web.de/lokales/dueren-detail-az/1728258?_link=&skip=&_g=Nicht-alltaegliches-Spektakel-vor-dem-Hoesch-Museum.html
  7. NEUER ALTAR FÜR DEN HILDESHEIMER DOM
  8. http://www.kunstinfo.net/archiv/gemeinden-initiativen-projekte/rueckriem-stein.php
Commons: Ulrich Rückriem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Personendaten
NAME Rückriem, Ulrich
KURZBESCHREIBUNG deutscher Bildhauer
GEBURTSDATUM 30. September 1938
GEBURTSORT Düsseldorf

Ulrich Ruckriem deutscher Bildhauer Sprache Beobachten Bearbeiten Ulrich Ruckriem 30 September 1938 in Dusseldorf ist ein in Koln und London lebender Bildhauer 1 der oft dem Minimalismus der Prozesskunst oder der Konzeptkunst zugeordnet wird Ulrich Ruckriem 2017 Inhaltsverzeichnis 1 Leben und Werk 2 Ehrungen und Auszeichnungen 3 Ausstellungen und Sammlungen 4 Arbeiten im offentlichen Raum 5 Literatur 6 Einzelnachweise 7 WeblinksLeben und Werk Bearbeiten Ulrich Ruckriem Variationen eines Blocks Schloss Dyck Foto 2004 Variationen eines Blocks Ausschnitt Ruckriem der von 1957 bis 1959 eine Steinmetzlehre in Duren absolvierte arbeitete an der Dombauhutte in Koln und studierte an den Kolner Werkschulen bei Ludwig Gies Gleichzeitig begann er seine Tatigkeit als freier Kunstler In dieser Zeit war er als Kunsterzieher am Gymnasium am Wirteltor Duren tatig ebenso wie Herb Schiffer 1966 1967 trat er mit Skulpturen aus Holzbalken hervor ab 1968 gestaltet er Steinskulpturen Hier bildete sich sein bis heute kennzeichnendes kunstlerisches Verfahren heraus typischerweise teilt Ruckriem einen Steinblock von stark reduzierter kubischer Form und setzt die Teile anschliessend wieder zusammen Von 1969 arbeitete Ulrich Ruckriem in einem gemeinsamen Atelier mit Blinky Palermo in Monchengladbach Daruber hinaus lebte und arbeitete er von 1963 bis 1971 in Norvenich mit Atelier im dortigen Schloss Norvenich das seit 1980 das Museum Europaische Kunst beherbergt Ferner wirkte er in Clonegal County Carlow Irland und in der Normandie 1974 wurde er Professor an der Hochschule fur bildende Kunste Hamburg 1984 an der Kunstakademie Dusseldorf und 1988 an der Stadelschule in Frankfurt am Main 2010 zeigte das Neue Museum Nurnberg Ruckriems aus elf Steinkuben bestehende Installation Granit bleu de Vire zum dritten Mal zusammen mit weiteren Arbeiten des Kunstlers Die elf Steine sind in Analogie zum Damenproblem auf den quadratischen Bodenplatten des Museums wie auf einem Schachbrett arrangiert Die Arbeit soll dem Konzept des Kunstlers gemass alle funf Jahre in einer neuen Anordnung prasentiert werden 2 Es gibt dabei 341 unterschiedliche Anordnungen unterschiedlich in dem Sinne dass sie jeweils nicht durch Drehung oder Spiegelung des Schachbretts ineinander uberfuhrt werden konnten Ehrungen und Auszeichnungen Bearbeiten1973 Forderpreis des Landes Nordrhein Westfalen fur Bildende Kunst 1984 Konrad von Soest Preis des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe 1984 Deutscher Kritikerpreis fur den Bereich Bildende Kunst 1985 Arnold Bode Preises der documenta Stadt Kassel 1998 Piepenbrock Preis fur Skulptur Berlin 2001 Grosser Kulturpreis der Sparkassen Kulturstiftung Rheinland 2015 Kulturpreis des Kreises Duren 3 Ausstellungen und Sammlungen BearbeitenRuckriem wurde eine Vielzahl von Einzelausstellungen gewidmet zum Beispiel 2003 in der Neuen Nationalgalerie Berlin Ausserdem nahm Ruckriem seit 1966 an zahlreichen internationalen Gruppenausstellungen teil darunter 1972 an der Documenta 5 in Kassel in der Abteilung Individuelle Mythologien Prozesse 1978 an der Biennale di Venezia zusammen mit Dieter Krieg 1982 an der documenta 7 1984 an Von hier aus Zwei Monate neue deutsche Kunst in Dusseldorf 1987 an der documenta 8 oder 1992 an der documenta IX Die erste Retrospektive des Kunstlers fand im Jahr 1973 in der Kunsthalle Tubingen statt Ruckriems Skulpturen sind in vielen internationalen Sammlungen und Museen vertreten darunter z B im Skulpturengarten des Neuen Museums Nurnberg der Neuen Nationalgalerie Berlin oder im Museu d Art Contemporani de Barcelona Anlasslich seines 70 Geburtstages uberliess der Kunstler 2008 sein Archiv den Kunstsammlungen der Ruhr Universitat Bochum 4 1994 wurden in Rommerskirchen Sinsteden die Skulpturen Hallen Ulrich Ruckriem eroffnet In zwei Hallen sowie im Aussenbereich werden auf 2000 m ca 100 Skulpturen prasentiert Die Skulpturen Hallen sind dem Kulturzentrum Sinsteden des Rhein Kreises Neuss angegliedert Arbeiten im offentlichen Raum BearbeitenViele Arbeiten Ruckriems sind als Kunst im offentlichen Raum frei zuganglich Seine Skulptur Granit Rosa Porrino beispielsweise steht auf dem Alten Marktplatz im Zentrum von Lorrach im Rahmen des Lorracher Skulpturenwegs Weitere Skulpturen von Ruckriem stehen vor der Zentrale des Goethe Instituts in Munchen neben der Neuen Nationalgalerie in Berlin vor dem Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden im Skulpturenpark Koln oder vor dem Hauptquartier von Novartis in Basel 5 und im Stadtgarten Essen Ende Juni 2011 wurde vor dem Leopold Hoesch Museum in Duren seine 80 t schwere Steinskulptur Ursprung aufgebaut Sie besteht aus Anrochter Dolomit 6 Aus demselben Material schuf er auch den Hauptaltar des Hildesheimer Doms 7 Fur den sudlichen Innenhof des Reichstages schuf Ruckriem zwei Bodenskulpturen aus Granit die die architektonische Raumsituation aufgreifen und erganzen vgl Kunstwerke im Reichstagsgebaude Ehrenmal 1965 Norvenich Granitstein in Alt Oberbolheim Heine Denkmal 1982 Alter Zoll Bonn Ein Granitblock 1982 Kassel Castell 1991 24 teilig Granit Skulpturenwald Halden Zollverein Zeche Zollverein Essen Skulptur Skulpturenwald Halden Zollverein Zeche Zollverein Essen o T Anrochter Dolomit 1983 Moltkeplatz Essen Granit Normandie gespalten geschnitten 1985 Neue Nationalgalerie Berlin Granit Bleu de Vire geschnitten 1987 Bochum Granit Bleu de Vire 1988 Bochum Granit Rosa Porrino Lorrach Ehrenmal 1966 Norvenich Frauwullesheim Stele besteht aus funf Elementen Stein Granit Bleu de vire aus der Normandie 2012 Evangelisches Kirchenzentrum Kronsberg 8 Dolomit zugeschnitten 1977 Munster Nahe Burg Langendorf Zulpich Luftaufnahme 2016 o T 1986 Augustinerplatz Freiburg im Breisgau Literatur BearbeitenUlrich Ruckriem Autor Werner J Hannappel Hrsg Ulrich Wilmes Hrsg Bahndamm Edition Konig Koln 2003 ISBN 3 88375 699 7 Ulrich Ruckriem Autor Heinrich Ehrhardt Hrsg Arbeiten Edition Oktagon Stuttgart 1994 ISBN 3 927789 33 X in deutscher englischer und franzosischer Sprache Jurgen Hohmeyer Ulrich Ruckriem S Schreiber Verlag Munchen 1988 ISBN 3 88960 013 1 Ulrich Ruckriem Skulpturen 1968 1973 Dumont Schauberg Koln 1973 ISBN 3 7701 0728 4 in deutscher und englischer Sprache Mont Joie Festschrift zum 60 Geburtstag von Ulrich Ruckriem Hrsg Rhein Kreis Neuss Kulturzentrum Sinsteden 1998Einzelnachweise Bearbeiten Ulrich Ruckriem Sockel Passepartout Kleiner Kosmos Archiviert vom Original am 3 November 2012 Abgerufen am 3 November 2012 Ulrich Ruckriem Granit Bleu de Vire zugeschnitten 2000 http www aachener zeitung de lokales dueren duerener kunstpreis geht an ulrich rueckriem 1 1113297 Archiv Ulrich Ruckriem In kunstgeschichte ruhr uni bochum de Ruhr Universitat Bochum abgerufen am 7 August 2021 http www novartis com campus index htm tour basel p1 fs2 a http www az web de lokales dueren detail az 1728258 link amp skip amp g Nicht alltaegliches Spektakel vor dem Hoesch Museum html NEUER ALTAR FUR DEN HILDESHEIMER DOM http www kunstinfo net archiv gemeinden initiativen 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1938GEBURTSORT Dusseldorf Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Ulrich Ruckriem amp oldid 221963789, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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