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Uldin († um oder kurz nach 409) war ein Stammesführer bzw. vielleicht sogar König der Hunnen an der unteren Donau. Er ist der erste historisch wirklich fassbare Hunnenherrscher, da die Person des Balamir möglicherweise nicht historisch ist.

Uldin, der in der Chronik des Marcellinus Comes und bei Orosius Huldin genannt wird, soll zu Anfang des Jahres 395 den ersten großen Angriff der Hunnen über die Donau gegen das Römische Reich geführt haben. Er schlug im Dezember 400 die Reste des Heeres des Rebellen Gainas, der kurz zuvor vergeblich gegen den oströmischen Kaiser Arcadius rebelliert hatte. Gainas fiel und Uldin schickte seinen Kopf nach Konstantinopel, wofür er eine hohe Belohnung erhielt.

406 sandte Uldin Truppen zum weströmischen General Stilicho, mit dem er ein Bündnis geschlossen hatte, um dessen Kampf gegen den Goten Radagaisus zu unterstützen. Nachdem Uldin bereits im Winter 404/05 oströmisches Gebiet angegriffen hatte, fiel er 408 auf die Nachricht vom Tode des Arcadius, dem sein Sohn Theodosius II. im Alter von nur sieben Jahren folgte, in das oströmische Thrakien ein, musste sich aber nach ersten Erfolgen 409 zurückziehen, während die Römer 410 zum Gegenstoß über die Donau übergingen. Anschließend sind keine Nachrichten über Uldin mehr überliefert. Frieden mit dem Oströmischen Reich schloss 412 Charaton, bei dem es sich womöglich um den Nachfolger Uldins handelt.

Über den Zusammenhalt des Reiches, über das Uldin herrschte, ist viel spekuliert worden. Wahrscheinlich vollzog sich eine regelrechte „hunnische Reichsbildung“ erst nach Uldins Tod. Dennoch sollte sein Anteil an der zukünftigen Entwicklung nicht unterschätzt werden.

Otto Mänchen-Helfen hielt den Namen für türkisch. Omeljan Pritsak hält ihn für eine Ableitung aus dem Verbalstamm öl-, der in den mongolischen Worten ölje („Glück“), öljetü („glücklich“), oljigetai („geschützt“) überlebte. Als „der Glückliche“ übersetzt auch der ungarische Archäologe István Bóna, der ihn als „Großfürst“ bezeichnet.

  • István Bóna u. a.: Hunok – gepidák – langobardok, Budapest 1993. Lexikon (ungarisch).
  • István Bóna: Das Hunnenreich. Corvina, Budapest 1993, S. 18–23.
  • Otto J. Maenchen-Helfen: Die Welt der Hunnen. Herkunft, Geschichte, Religion, Gesellschaft, Kriegführung, Kunst, Sprache. VMA-Verlag, Wiesbaden 1997, S. 43–53, ISBN 3-928127-43-8 (Erstaufl. 1978). [Standardwerk, welches gegenüber der amerikanischen Originalausgabe durchgesehen und verbessert wurde.]
  1. Zosimos 5,22.
  2. Orosius, Historiae adversum Paganos 7,37.
  3. Omeljan Protsak: The Hunnic Language of the Attila Clan. In: Harvard Ukrainian Studies. Vol. 6, No. 4 (Dezember 1982), S. 436–437.
  4. Bóna 1993.
Uldin hunnischer Stammesfuhrer Sprache Beobachten Bearbeiten Uldin um oder kurz nach 409 war ein Stammesfuhrer bzw vielleicht sogar Konig der Hunnen an der unteren Donau Er ist der erste historisch wirklich fassbare Hunnenherrscher da die Person des Balamir moglicherweise nicht historisch ist Uldin der in der Chronik des Marcellinus Comes und bei Orosius Huldin genannt wird soll zu Anfang des Jahres 395 den ersten grossen Angriff der Hunnen uber die Donau gegen das Romische Reich gefuhrt haben Er schlug im Dezember 400 die Reste des Heeres des Rebellen Gainas der kurz zuvor vergeblich gegen den ostromischen Kaiser Arcadius rebelliert hatte Gainas fiel und Uldin schickte seinen Kopf nach Konstantinopel wofur er eine hohe Belohnung erhielt 1 406 sandte Uldin Truppen zum westromischen General Stilicho mit dem er ein Bundnis geschlossen hatte um dessen Kampf gegen den Goten Radagaisus zu unterstutzen 2 Nachdem Uldin bereits im Winter 404 05 ostromisches Gebiet angegriffen hatte fiel er 408 auf die Nachricht vom Tode des Arcadius dem sein Sohn Theodosius II im Alter von nur sieben Jahren folgte in das ostromische Thrakien ein musste sich aber nach ersten Erfolgen 409 zuruckziehen wahrend die Romer 410 zum Gegenstoss uber die Donau ubergingen Anschliessend sind keine Nachrichten uber Uldin mehr uberliefert Frieden mit dem Ostromischen Reich schloss 412 Charaton bei dem es sich womoglich um den Nachfolger Uldins handelt Uber den Zusammenhalt des Reiches uber das Uldin herrschte ist viel spekuliert worden Wahrscheinlich vollzog sich eine regelrechte hunnische Reichsbildung erst nach Uldins Tod Dennoch sollte sein Anteil an der zukunftigen Entwicklung nicht unterschatzt werden Etymologie BearbeitenOtto Manchen Helfen hielt den Namen fur turkisch Omeljan Pritsak halt ihn fur eine Ableitung aus dem Verbalstamm ol der in den mongolischen Worten olje Gluck oljetu glucklich oljigetai geschutzt uberlebte 3 Als der Gluckliche ubersetzt auch der ungarische Archaologe Istvan Bona 4 der ihn als Grossfurst bezeichnet Literatur BearbeitenIstvan Bona u a Hunok gepidak langobardok Budapest 1993 Lexikon ungarisch Istvan Bona Das Hunnenreich Corvina Budapest 1993 S 18 23 Otto J Maenchen Helfen Die Welt der Hunnen Herkunft Geschichte Religion Gesellschaft Kriegfuhrung Kunst Sprache VMA Verlag Wiesbaden 1997 S 43 53 ISBN 3 928127 43 8 Erstaufl 1978 Standardwerk welches gegenuber der amerikanischen Originalausgabe durchgesehen und verbessert wurde Einzelnachweise Bearbeiten Zosimos 5 22 Orosius Historiae adversum Paganos 7 37 Omeljan Protsak The Hunnic Language of the Attila Clan In Harvard Ukrainian Studies Vol 6 No 4 Dezember 1982 S 436 437 Bona 1993 PersonendatenNAME UldinKURZBESCHREIBUNG hunnischer StammesfuhrerGEBURTSDATUM 4 JahrhundertSTERBEDATUM um 409 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Uldin amp oldid 216057433, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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Personendaten
NAME Uldin
KURZBESCHREIBUNG hunnischer Stammesführer
GEBURTSDATUM 4. Jahrhundert
STERBEDATUM um 409