fbpx
Wikipedia

Udo Michael Wilhelm Pastörs (* 24. August 1952 in Wegberg) ist ein deutscher Neonazi und Politiker (NPD), der dem NPD-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern angehört. Von 2006 bis 2016 war er Abgeordneter des Landtages Mecklenburg-Vorpommern und zudem von Dezember 2013 bis November 2014 Bundesvorsitzender der Partei.

Udo Pastörs (2013)

Pastörs gilt als einer der Führungskader innerhalb der rechtsextremen Szene in Deutschland. Wiederholt wurden gegen Udo Pastörs strafrechtliche Ermittlungsverfahren eingeleitet. So ist er wegen Volksverhetzung und Holocaustleugnung mehrfach rechtskräftig verurteilt worden und vertritt offen rassistische sowie antisemitische Ansichten. Dabei orientieren sich seine politischen Positionen am historischen Nationalsozialismus.

Inhaltsverzeichnis

Nach einer Uhrmacherlehre war er vier Jahre Soldat auf Zeit bei der Luftwaffe der Bundeswehr. Im Anschluss daran erwarb er an der Uhrmacherfachschule den Meisterbrief in seinem Handwerk. Danach war Pastörs einige Jahre als Kaufmann im Goldhandel aktiv. Er soll nach eigenen Angaben in einem Interview mit der Zeitschrift Stern zweimal die von Altnazis mitgegründete deutschstämmige Sektensiedlung Colonia Dignidad in Chile besucht haben, die weltweit für ihre Menschenrechtsverletzungen und ihren schweren Kindesmissbrauch bekannt wurde. Bei diesen Besuchen habe Pastörs laut Interview „viel gelernt“ und sich angeschaut, wie man eine völkische Siedlung in Deutschland aufziehen könne. Ende der 1990er Jahre zog Pastörs aus den alten in die neuen Bundesländer. Im Rahmen des Aufbaus von neuen rechtsradikalen Szenestrukturen wurde er in Lübtheen (Mecklenburg-Vorpommern) ansässig und betrieb dort bis Juni 2006 einen Uhren- und Schmuckladen. Seither fungierten die Räume als Wahlkreisbüro der NPD.

Pastörs ist verheiratet und hat ein Kind.

Pastörs ist, wie er es bei einer Vorstellungsrede auf einem NPD-Parteitag formulierte, „seit jungen Jahren der nationalen Sache engstens verbunden“. So war Udo Pastörs aktives Mitglied der 1994 verbotenen neonazistischen Wiking-Jugend, die in der Nachfolge der Hitler-Jugend agierte, und der rechtsextremen DLVH. So äußerte Pastörs beispielsweise über Adolf Hitler: „Er ist ja ein Phänomen gewesen, dieser Mann, militärisch, sozial, ökonomisch – er hat ja wahnsinnige Pflöcke eingerammt auf fast allen Gebieten“, und über Menschen mit einer Behinderung: „Unser erstes Augenmerk hat dem Gesunden und Starken zu gelten. Dieses ist zuallererst zu fördern und zu unterstützen. Dies ist keine Selektion, sondern einfache Logik.“ Nach eigenen Angaben war er zeitweise im Umfeld rechtskonservativer Kreise der CDU aktiv, trat im Jahr 2000 im Rahmen der Einleitung des ersten NPD-Verbotverfahrens der NPD bei und war mehrere Jahre im NPD-Kreisverband Ludwigslust aktiv. Allerdings agierte er zunächst nur im Hintergrund und trat gelegentlich als Schulungsleiter der Bundes-NPD und als Referent bei NPD-Veranstaltungen auf. Dabei stellte Pastörs eine wichtige Integrationsfigur zwischen der NPD und den militant-neonazistischen Freien Kameradschaften dar.

Pastörs bei einer Landtagssitzung in Schwerin (20. Juni 2013)

Seit 2005 ist er stellvertretender Landesvorsitzender der NPD Mecklenburg-Vorpommern. Auf dem Landesparteitag der NPD am 5. Februar 2006 wurde er ohne Gegenkandidaten mit 95,35 Prozent auf Platz 1 der Landesliste zur Landtagswahl gewählt. Hintergrund war ein laufendes Ermittlungsverfahren gegen den NPD-Landesvorsitzenden Stefan Köster, welches dazu führte, dass dieser nicht als Spitzenkandidat zur Verfügung stand. Die Wahl fiel daher auf Kösters Stellvertreter als Landesvorsitzender, Udo Pastörs. Im Zuge dieser Nominierung hatte seine Präsenz in der Öffentlichkeit deutlich zugenommen. In seiner Heimatgemeinde Lübtheen engagierte er sich stark im kommunalen Alltagsleben. Aus der 2005 dort gegründeten Bürgerinitiative Braunkohle Nein e.V. wurde er durch Vorstandsbeschluss vom 16. Oktober 2006 ausgeschlossen. Mit dem Einzug der NPD in den Schweriner Landtag nach den Wahlen vom September 2006 wurde Pastörs Landtagsabgeordneter, außerdem war er Fraktionsvorsitzender der NPD.

Auf dem Parteitag der NPD in Berlin am 4. April 2009 kandidierte Pastörs gegen den amtierenden Vorsitzenden Udo Voigt für das Amt des Parteivorsitzenden, unterlag in der Abstimmung jedoch deutlich. Als Spitzenkandidat der NPD für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2011 wurde er am 4. September 2011 erneut in den Landtag gewählt. Sein Büroleiter ist Andreas Theißen, der wie auch Pastörs’ Ehefrau im Stadtrat von Lübtheen sitzt. Am 13. November 2011 wurde Pastörs bei einem Bundesparteitag in Neuruppin zu einem von drei Stellvertretenden Bundesvorsitzenden der NPD gewählt. Nach dem Rücktritt Holger Apfels führte Pastörs die Partei zunächst ab Dezember 2013 kommissarisch, bis er im Januar 2014 vom Parteivorstand zum Bundesvorsitzenden gewählt wurde. Dieses Amt hatte er bis November 2014 inne.

Auf dem Bundesparteitag der NPD am 18. Januar 2014 in Kirchheim scheiterte Pastörs mit seinem Vorhaben, die Partei als Spitzenkandidat in die bevorstehende Europawahl zu führen. In einer Kampfkandidatur um den ersten Listenplatz unterlag er mit 71 Stimmen dem früheren Parteivorsitzenden Udo Voigt, der 93 Stimmen erhielt. Daraufhin zog Pastörs seine Kandidatur zurück. Beim Bundesparteitag im November 2014 kandidierte Pastörs nicht mehr für den Parteivorsitz, zu seinem Nachfolger wurde Frank Franz gewählt.

Im zweiten NPD-Verbotsverfahren wurden vom Bundesrat mehrere verfassungsfeindliche Äußerungen von Udo Pastörs als Nachweismaterial für das angestrebte Parteiverbot der NPD benutzt und flossen in den Verbotsantrag mit ein.

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016 verpasste seine Fraktion den erneuten Einzug in den Landtag.

Es wurden mehrmalig gegen Udo Pastörs strafrechtliche Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nachdem Pastörs in seiner Rede beim politischen Aschermittwoch der NPD am 25. Februar 2009 in Saarbrücken die Bundesrepublik Deutschland als „Judenrepublik“, türkische Männer als „Samenkanonen“ und den Vorsitzenden der US-Notenbank Alan Greenspan als „Krummnase“ bezeichnet hatte, verurteilte ihn das Amtsgericht Saarbrücken am 6. Mai 2010 wegen Volksverhetzung (§ 130 StGB) zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten, deren Vollstreckung mit einer Geldauflage (§ 59a Abs. 2 Nr. 3 StGB) von 6.000 Euro zur Bewährung ausgesetzt wurde. Pastörs' Berufung wurde am 19. Oktober 2010 vom Landgericht Saarbrücken zurückgewiesen. Auf seine Revision bestätigte das Saarländische Oberlandesgericht am 28. Juni 2011 zwar den Schuldspruch wegen Volksverhetzung, wies die Sache allerdings zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht insofern zurück, „als die Feststellungen zum subjektiven Tatbestand einer der beiden von dem Landgericht straferschwerend angenommenen Alternativen der Volksverhetzung lückenhaft waren und deshalb auch der Strafausspruch keinen Bestand haben konnte“. Diese Feststellungen ließ das Landgericht in der Hauptverhandlung am 22. Februar 2013 fallen und reduzierte die Freiheitsstrafe auf sieben Monate.

Am 16. August 2012 verurteilte ein Schöffengericht des Amtsgerichts Schwerin Pastörs wegen Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener in Tateinheit mit Verleumdung von Opfern der nationalsozialistischen Diktatur zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe, deren Vollstreckung mit einer Geldauflage (§ 59a Abs. 2 Nr. 3 StGB) von 6.000 Euro zur Bewährung ausgesetzt wurde. Nachdem die NPD-Fraktion der Feier des Landtags Mecklenburg-Vorpommern zum Holocaustgedenktag am 27. Januar 2010 ferngeblieben war, hatte Pastörs in der Landtagssitzung am 28. Januar 2010 von „Schuldkult“, „Betroffenheitstheater“, „Propagandalügen“ und „Auschwitzprojektionen“ gesprochen und, als der Fraktionsvorsitzende der SPD Norbert Nieszery als eines der Ziele Hitlers die „Vernichtung des jüdischen Bolschewismus“ nannte, dazwischengerufen, das sei „eine gute Idee“ gewesen. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hatte Pastörs damit den Holocaust indirekt geleugnet. Als Landtagsabgeordneter genoss Pastörs Indemnität, die ihn grundsätzlich vor strafrechtlicher Verfolgung wegen im Landtag gemachter Äußerungen schützt. Dies gilt auch für eine Leugnung des Holocausts, nicht aber für verleumderische Beleidigungen; insofern hatte der Landtag die Anklageerhebung am 26. Januar 2011 und die Durchführung des gerichtlichen Strafverfahrens am 1. Februar 2012 genehmigt. Am 25. März 2013 wies das Landgericht Pastörs' Berufung zurück; seine Revision wurde am 16. August 2013 vom Oberlandesgericht Rostock als unbegründet verworfen. Am 29. Januar 2014 genehmigte der Landtag dann auch die Strafvollstreckung. Damit war die Geldauflage von 6.000 Euro fällig; bei ihrer Nichtzahlung drohte Pastörs (hinsichtlich der achtmonatigen Freiheitsstrafe) ein Widerruf der Strafaussetzung zur Bewährung (§ 56f Abs. 1 Nr. 3 StGB). Im November 2014 hob der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern seine politische Immunität auf, da er Politiker der Partei Die Linke als „Stasi-Schweine“ bezeichnet hatte.

Commons: Udo Pastörs – Sammlung von Bildern
  1. Pastörs, Udo. Landtag M-V. Abgerufen am 7. Mai 2016.
  2. Philipp Wittrock, DER SPIEGEL: Neonazis: NPD-Fraktionschef nach Hetzrede im Visier der Staatsanwaltschaft - DER SPIEGEL - Politik. Abgerufen am 9. März 2020.
  3. Michael Schlieben: Neue Deutsche Nazis: Der Extreme unter den Rechtsextremen. In: Zeit Online. 18. April 2012, abgerufen am 8. Juli 2018.
  4. Bayerischer Rundfunk Jürgen P. Lang: Partei mit Brüchen: Sammelpunkt für Neonazis. 20. Dezember 2012, abgerufen am 31. Oktober 2020.
  5. Juliane Bohrer: 60 Jahre Grundgesetz. LIT Verlag Münster, 2010, ISBN 978-3-643-10636-0, S. 259 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Abgeordneteninformation über Udo Pastörs auf Seite des Landtags Mecklenburg-Vorpommern
  7. Martin Knobbe, Gerald Drissner: NPD: „Krankhafte Keime“ - Deutschland. stern.de. 7. September 2006. Abgerufen am 7. Mai 2016.
  8. Almut Knigge: „Ist der Ruf erst ruiniert …“. Deutschlandradio Kultur. 8. Januar 2008. Abgerufen am 7. Mai 2016.
  9. Pastörs auf der Website des Landtages MV, abgerufen am 1. Juni 2020
  10. Andrea Röpke: Ferien im Führerbunker. Die neonazistische Kindererziehung der ‚Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ)‘. 2. Auflage. Bildungsvereinigung Arbeit und Leben, Braunschweig 2008, ISBN 978-3-932082-32-0, S. 39 ff.
  11. Toralf Staud: Udo Pastörs: Das wahre Gesicht der NPD. In: Die Zeit, 12. Januar 2014. Abgerufen am 7. Mai 2016.
  12. Toralf Staud: Udo Pastörs: Lob für Hitler. In: Zeit Online. 12. Januar 2014, abgerufen am 20. Juni 2016.
  13. Christina Hebel: Rechtsextreme in der Krise: Hardliner Pastörs ist neuer NPD-Chef. In: SPIEGEL ONLINE. 10. Januar 2014. Abgerufen am 7. Mai 2016.
  14. Die Mitgliederversammlung vom 6. März 2007 bestätigte den Ausschluss mit 51:4 Stimmen: Mitgliederversammlung vom 6. März 2007. braunkohle-nein.net. Archiviert vomOriginal am 6. März 2016. Abgerufen am 7. Mai 2016.
  15. Pastörs ist neuer NPD-Vorsitzender. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. Januar 2014, abgerufen am 11. Januar 2014.
  16. Christina Hebel: NPD-Parteitag in Thüringen: Voigt setzt sich als Europa-Spitzenkandidat durch. In: SPIEGEL ONLINE. 19. Januar 2014. Abgerufen am 7. Mai 2016.
  17. Neuer NPD-Chef Frank Franz: Pastörs' Erbe setzt sich durch. Spiegel Online, 1. November 2014, abgerufen am gleichen Tage
  18. Reden von Pastörs und Andrejewski: NPD-Hetze aus in MV ist Futter für Verbotsantrag | Nordkurier.de. 29. Januar 2014, abgerufen am 31. Oktober 2020.
  19. www.bundesrat.de Antragsschrift zum NPD-Verbotsverfahren
  20. Hetze gegen Juden: NPD-Chef Pastörs verurteilt. daserste.ndr.de. Abgerufen am 7. Mai 2016.
  21. Pressemitteilung des Amtsgerichts Saarbrücken (Memento vom 30. Oktober 2012 im Internet Archive) (PDF; 25 kB) vom 7. Mai 2009
  22. Pressemitteilung (Memento vom 11. Januar 2014 im Internet Archive) vom 19. Oktober 2010
  23. Pressemitteilung des OLG Saarbrücken vom 30. Juni 2011, vgl. wkdis.de (Memento vom 11. Januar 2014 im Internet Archive)
  24. Volksverhetzung: Weniger Strafe für NPD-Mann Pastörs. Der Spiegel, 22. Februar 2013, abgerufen am 23. Februar 2013.
  25. Amtsgericht Schwerin 38 Ls 322/11 = Staatsanwaltschaft Schwerin 111 Js 21811/10
  26. ndr.de: Bewährungsstrafe für NPD-Politiker Pastörs (Memento vom 6. Januar 2013 im Internet Archive), 16. August 2012
  27. Plenarprotokoll 28. Januar 2010 pdf S. 75 und 78
  28. Art. 24 Abs. 1 der Verfassung des Landes Mecklenburg-Vorpommern
  29. Zur Arbeit des Landtages in der 5. Wahlperiode, S. 392; Plenarprotokoll vom 1. Februar 2012, S. 25 zu Drucksache 6/275; der Landtag folgte damit einer Beschlussempfehlung des Rechtsausschusses@1@2Vorlage:Toter Link/www.landtagmv.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  30. OLG Rostock, Beschluss vom 16. August 2013 - Az. 1 Ss 57/13 (62/13). openjur.de. 16. August 2013. Abgerufen am 7. Mai 2016.
  31. Beschlussprotokoll 29. Januar 2014 Seite 5 Tagesordnungspunkt 7; der Landtag folgte damit einer Beschlussempfehlung des Rechtsausschusses
  32. Ermittlung wegen Beleidigung: Landtag hebt Immunität von NPD-Mann Pastörs auf. In: SPIEGEL ONLINE. 12. November 2014. Abgerufen am 7. Mai 2016.
Normdaten (Person):Wikipedia-Personensuche | Kein GND-Personendatensatz. Letzte Überprüfung: 23. Juli 2017.
Personendaten
NAME Pastörs, Udo
ALTERNATIVNAMEN Pastörs, Udo Michael Wilhelm (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Politiker (NPD) und Neonazi
GEBURTSDATUM 24. August 1952
GEBURTSORT Wegberg

Udo Pastors deutscher rechtsextremer Politiker MdL Sprache Beobachten Bearbeiten Udo Michael Wilhelm Pastors 24 August 1952 in Wegberg 1 ist ein deutscher Neonazi 2 und Politiker NPD der dem NPD Landesverband Mecklenburg Vorpommern angehort 3 Von 2006 bis 2016 war er Abgeordneter des Landtages Mecklenburg Vorpommern und zudem von Dezember 2013 bis November 2014 Bundesvorsitzender der Partei Udo Pastors 2013 Pastors gilt als einer der Fuhrungskader innerhalb der rechtsextremen Szene in Deutschland 4 Wiederholt wurden gegen Udo Pastors strafrechtliche Ermittlungsverfahren eingeleitet So ist er wegen Volksverhetzung und Holocaustleugnung mehrfach rechtskraftig verurteilt worden und vertritt offen rassistische sowie antisemitische Ansichten 3 Dabei orientieren sich seine politischen Positionen am historischen Nationalsozialismus 3 5 Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Politische Laufbahn 3 Strafverfahren 4 Weblinks 5 EinzelnachweiseLeben BearbeitenNach einer Uhrmacherlehre war er vier Jahre Soldat auf Zeit bei der Luftwaffe der Bundeswehr Im Anschluss daran erwarb er an der Uhrmacherfachschule den Meisterbrief in seinem Handwerk Danach war Pastors einige Jahre als Kaufmann im Goldhandel aktiv 6 Er soll nach eigenen Angaben in einem Interview mit der Zeitschrift Stern zweimal die von Altnazis mitgegrundete deutschstammige Sektensiedlung Colonia Dignidad in Chile besucht haben 7 die weltweit fur ihre Menschenrechtsverletzungen und ihren schweren Kindesmissbrauch bekannt wurde Bei diesen Besuchen habe Pastors laut Interview viel gelernt und sich angeschaut wie man eine volkische Siedlung in Deutschland aufziehen konne Ende der 1990er Jahre zog Pastors aus den alten in die neuen Bundeslander Im Rahmen des Aufbaus von neuen rechtsradikalen Szenestrukturen wurde er in Lubtheen Mecklenburg Vorpommern ansassig und betrieb dort bis Juni 2006 einen Uhren und Schmuckladen Seither fungierten die Raume als Wahlkreisburo der NPD 8 Pastors ist verheiratet und hat ein Kind 9 Politische Laufbahn BearbeitenPastors ist wie er es bei einer Vorstellungsrede auf einem NPD Parteitag formulierte seit jungen Jahren der nationalen Sache engstens verbunden So war Udo Pastors aktives Mitglied der 1994 verbotenen neonazistischen Wiking Jugend 10 die in der Nachfolge der Hitler Jugend agierte und der rechtsextremen DLVH 11 So ausserte Pastors beispielsweise uber Adolf Hitler Er ist ja ein Phanomen gewesen dieser Mann militarisch sozial okonomisch er hat ja wahnsinnige Pflocke eingerammt auf fast allen Gebieten und uber Menschen mit einer Behinderung Unser erstes Augenmerk hat dem Gesunden und Starken zu gelten Dieses ist zuallererst zu fordern und zu unterstutzen Dies ist keine Selektion sondern einfache Logik 12 Nach eigenen Angaben war er zeitweise im Umfeld rechtskonservativer Kreise der CDU aktiv trat im Jahr 2000 im Rahmen der Einleitung des ersten NPD Verbotverfahrens der NPD bei und war mehrere Jahre im NPD Kreisverband Ludwigslust aktiv Allerdings agierte er zunachst nur im Hintergrund und trat gelegentlich als Schulungsleiter der Bundes NPD und als Referent bei NPD Veranstaltungen auf Dabei stellte Pastors eine wichtige Integrationsfigur zwischen der NPD und den militant neonazistischen Freien Kameradschaften dar 13 Pastors bei einer Landtagssitzung in Schwerin 20 Juni 2013 Seit 2005 ist er stellvertretender Landesvorsitzender der NPD Mecklenburg Vorpommern Auf dem Landesparteitag der NPD am 5 Februar 2006 wurde er ohne Gegenkandidaten mit 95 35 Prozent auf Platz 1 der Landesliste zur Landtagswahl gewahlt Hintergrund war ein laufendes Ermittlungsverfahren gegen den NPD Landesvorsitzenden Stefan Koster welches dazu fuhrte dass dieser nicht als Spitzenkandidat zur Verfugung stand Die Wahl fiel daher auf Kosters Stellvertreter als Landesvorsitzender Udo Pastors Im Zuge dieser Nominierung hatte seine Prasenz in der Offentlichkeit deutlich zugenommen In seiner Heimatgemeinde Lubtheen engagierte er sich stark im kommunalen Alltagsleben Aus der 2005 dort gegrundeten Burgerinitiative Braunkohle Nein e V wurde er durch Vorstandsbeschluss vom 16 Oktober 2006 ausgeschlossen 14 Mit dem Einzug der NPD in den Schweriner Landtag nach den Wahlen vom September 2006 wurde Pastors Landtagsabgeordneter ausserdem war er Fraktionsvorsitzender der NPD Auf dem Parteitag der NPD in Berlin am 4 April 2009 kandidierte Pastors gegen den amtierenden Vorsitzenden Udo Voigt fur das Amt des Parteivorsitzenden unterlag in der Abstimmung jedoch deutlich Als Spitzenkandidat der NPD fur die Landtagswahl in Mecklenburg Vorpommern 2011 wurde er am 4 September 2011 erneut in den Landtag gewahlt Sein Buroleiter ist Andreas Theissen der wie auch Pastors Ehefrau im Stadtrat von Lubtheen sitzt Am 13 November 2011 wurde Pastors bei einem Bundesparteitag in Neuruppin zu einem von drei Stellvertretenden Bundesvorsitzenden der NPD gewahlt Nach dem Rucktritt Holger Apfels fuhrte Pastors die Partei zunachst ab Dezember 2013 kommissarisch bis er im Januar 2014 vom Parteivorstand zum Bundesvorsitzenden gewahlt wurde Dieses Amt hatte er bis November 2014 inne 15 Auf dem Bundesparteitag der NPD am 18 Januar 2014 in Kirchheim scheiterte Pastors mit seinem Vorhaben die Partei als Spitzenkandidat in die bevorstehende Europawahl zu fuhren In einer Kampfkandidatur um den ersten Listenplatz unterlag er mit 71 Stimmen dem fruheren Parteivorsitzenden Udo Voigt der 93 Stimmen erhielt Daraufhin zog Pastors seine Kandidatur zuruck 16 Beim Bundesparteitag im November 2014 kandidierte Pastors nicht mehr fur den Parteivorsitz zu seinem Nachfolger wurde Frank Franz gewahlt 17 Im zweiten NPD Verbotsverfahren wurden vom Bundesrat mehrere verfassungsfeindliche Ausserungen von Udo Pastors als Nachweismaterial fur das angestrebte Parteiverbot der NPD benutzt und flossen in den Verbotsantrag mit ein 18 19 Bei der Landtagswahl in Mecklenburg Vorpommern 2016 verpasste seine Fraktion den erneuten Einzug in den Landtag Strafverfahren BearbeitenEs wurden mehrmalig gegen Udo Pastors strafrechtliche Ermittlungsverfahren eingeleitet Nachdem Pastors in seiner Rede beim politischen Aschermittwoch der NPD am 25 Februar 2009 in Saarbrucken die Bundesrepublik Deutschland als Judenrepublik turkische Manner als Samenkanonen und den Vorsitzenden der US Notenbank Alan Greenspan als Krummnase bezeichnet hatte 20 verurteilte ihn das Amtsgericht Saarbrucken am 6 Mai 2010 wegen Volksverhetzung 130 StGB zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten deren Vollstreckung mit einer Geldauflage 59a Abs 2 Nr 3 StGB von 6 000 Euro zur Bewahrung ausgesetzt wurde 21 Pastors Berufung wurde am 19 Oktober 2010 vom Landgericht Saarbrucken zuruckgewiesen 22 Auf seine Revision bestatigte das Saarlandische Oberlandesgericht am 28 Juni 2011 zwar den Schuldspruch wegen Volksverhetzung wies die Sache allerdings zu neuer Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht insofern zuruck als die Feststellungen zum subjektiven Tatbestand einer der beiden von dem Landgericht straferschwerend angenommenen Alternativen der Volksverhetzung luckenhaft waren und deshalb auch der Strafausspruch keinen Bestand haben konnte 23 Diese Feststellungen liess das Landgericht in der Hauptverhandlung am 22 Februar 2013 fallen und reduzierte die Freiheitsstrafe auf sieben Monate 24 Am 16 August 2012 verurteilte ein Schoffengericht des Amtsgerichts Schwerin 25 Pastors wegen Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener in Tateinheit mit Verleumdung von Opfern der nationalsozialistischen Diktatur zu einer achtmonatigen Freiheitsstrafe deren Vollstreckung mit einer Geldauflage 59a Abs 2 Nr 3 StGB von 6 000 Euro zur Bewahrung ausgesetzt wurde 26 Nachdem die NPD Fraktion der Feier des Landtags Mecklenburg Vorpommern zum Holocaustgedenktag am 27 Januar 2010 ferngeblieben war hatte Pastors in der Landtagssitzung am 28 Januar 2010 von Schuldkult Betroffenheitstheater Propagandalugen und Auschwitzprojektionen gesprochen und als der Fraktionsvorsitzende der SPD Norbert Nieszery als eines der Ziele Hitlers die Vernichtung des judischen Bolschewismus nannte dazwischengerufen das sei eine gute Idee gewesen 27 Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hatte Pastors damit den Holocaust indirekt geleugnet Als Landtagsabgeordneter genoss Pastors Indemnitat die ihn grundsatzlich vor strafrechtlicher Verfolgung wegen im Landtag gemachter Ausserungen schutzt Dies gilt auch fur eine Leugnung des Holocausts nicht aber fur verleumderische Beleidigungen 28 insofern hatte der Landtag die Anklageerhebung am 26 Januar 2011 und die Durchfuhrung des gerichtlichen Strafverfahrens am 1 Februar 2012 genehmigt 29 Am 25 Marz 2013 wies das Landgericht Pastors Berufung zuruck seine Revision wurde am 16 August 2013 vom Oberlandesgericht Rostock als unbegrundet verworfen 30 Am 29 Januar 2014 genehmigte der Landtag dann auch die Strafvollstreckung 31 Damit war die Geldauflage von 6 000 Euro fallig bei ihrer Nichtzahlung drohte Pastors hinsichtlich der achtmonatigen Freiheitsstrafe ein Widerruf der Strafaussetzung zur Bewahrung 56f Abs 1 Nr 3 StGB Im November 2014 hob der Landtag von Mecklenburg Vorpommern seine politische Immunitat auf da er Politiker der Partei Die Linke als Stasi Schweine bezeichnet hatte 32 Weblinks Bearbeiten Commons Udo Pastors Sammlung von Bildern Wikiquote Udo Pastors Zitate Udo Pastors auf abgeordnetenwatch deEinzelnachweise Bearbeiten Pastors Udo Landtag M V Abgerufen am 7 Mai 2016 Philipp Wittrock DER SPIEGEL Neonazis NPD Fraktionschef nach Hetzrede im Visier der Staatsanwaltschaft DER SPIEGEL Politik Abgerufen am 9 Marz 2020 a b c Michael Schlieben Neue Deutsche Nazis Der Extreme unter den Rechtsextremen In Zeit Online 18 April 2012 abgerufen am 8 Juli 2018 Bayerischer Rundfunk Jurgen P Lang Partei mit Bruchen Sammelpunkt fur Neonazis 20 Dezember 2012 abgerufen am 31 Oktober 2020 Juliane Bohrer 60 Jahre Grundgesetz LIT Verlag Munster 2010 ISBN 978 3 643 10636 0 S 259 eingeschrankte Vorschau in der Google Buchsuche Abgeordneteninformation uber Udo Pastors auf Seite des Landtags Mecklenburg Vorpommern Martin Knobbe Gerald Drissner NPD Krankhafte Keime Deutschland stern de 7 September 2006 Abgerufen am 7 Mai 2016 Almut Knigge Ist der Ruf erst ruiniert Deutschlandradio Kultur 8 Januar 2008 Abgerufen am 7 Mai 2016 Pastors auf der Website des Landtages MV abgerufen am 1 Juni 2020 Andrea Ropke Ferien im Fuhrerbunker Die neonazistische Kindererziehung der Heimattreuen Deutschen Jugend HDJ 2 Auflage Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Braunschweig 2008 ISBN 978 3 932082 32 0 S 39 ff Toralf Staud Udo Pastors Das wahre Gesicht der NPD In Die Zeit 12 Januar 2014 Abgerufen am 7 Mai 2016 Toralf Staud Udo Pastors Lob fur Hitler In Zeit Online 12 Januar 2014 abgerufen am 20 Juni 2016 Christina Hebel Rechtsextreme in der Krise Hardliner Pastors ist neuer NPD Chef In SPIEGEL ONLINE 10 Januar 2014 Abgerufen am 7 Mai 2016 Die Mitgliederversammlung vom 6 Marz 2007 bestatigte den Ausschluss mit 51 4 Stimmen Mitgliederversammlung vom 6 Marz 2007 braunkohle nein net Archiviert vom Original am 6 Marz 2016 Abgerufen am 7 Mai 2016 Pastors ist neuer NPD Vorsitzender Frankfurter Allgemeine Zeitung 10 Januar 2014 abgerufen am 11 Januar 2014 Christina Hebel NPD Parteitag in Thuringen Voigt setzt sich als Europa Spitzenkandidat durch In SPIEGEL ONLINE 19 Januar 2014 Abgerufen am 7 Mai 2016 Neuer NPD Chef Frank Franz Pastors Erbe setzt sich durch Spiegel Online 1 November 2014 abgerufen am gleichen Tage Reden von Pastors und Andrejewski NPD Hetze aus in MV ist Futter fur Verbotsantrag Nordkurier de 29 Januar 2014 abgerufen am 31 Oktober 2020 www bundesrat de Antragsschrift zum NPD Verbotsverfahren Hetze gegen Juden NPD Chef Pastors verurteilt daserste ndr de Abgerufen am 7 Mai 2016 Pressemitteilung des Amtsgerichts Saarbrucken Memento vom 30 Oktober 2012 im Internet Archive PDF 25 kB vom 7 Mai 2009 Pressemitteilung Memento vom 11 Januar 2014 im Internet Archive vom 19 Oktober 2010 Pressemitteilung des OLG Saarbrucken vom 30 Juni 2011 vgl wkdis de Memento vom 11 Januar 2014 im Internet Archive Volksverhetzung Weniger Strafe fur NPD Mann Pastors Der Spiegel 22 Februar 2013 abgerufen am 23 Februar 2013 Amtsgericht Schwerin 38 Ls 322 11 Staatsanwaltschaft Schwerin 111 Js 21811 10 ndr de Bewahrungsstrafe fur NPD Politiker Pastors Memento vom 6 Januar 2013 im Internet Archive 16 August 2012 Plenarprotokoll 28 Januar 2010 pdf S 75 und 78 Art 24 Abs 1 der Verfassung des Landes Mecklenburg Vorpommern Zur Arbeit des Landtages in der 5 Wahlperiode S 392 Plenarprotokoll vom 1 Februar 2012 S 25 zu Drucksache 6 275 der Landtag folgte damit einer Beschlussempfehlung des Rechtsausschusses 1 2 Vorlage Toter Link www landtagmv de Seite nicht mehr abrufbar Suche in Webarchiven Info Der Link wurde automatisch als defekt markiert Bitte prufe den Link gemass Anleitung und entferne dann diesen Hinweis OLG Rostock Beschluss vom 16 August 2013 Az 1 Ss 57 13 62 13 openjur de 16 August 2013 Abgerufen am 7 Mai 2016 Beschlussprotokoll 29 Januar 2014 Seite 5 Tagesordnungspunkt 7 der Landtag folgte damit einer Beschlussempfehlung des Rechtsausschusses Ermittlung wegen Beleidigung Landtag hebt Immunitat von NPD Mann Pastors auf In SPIEGEL ONLINE 12 November 2014 Abgerufen am 7 Mai 2016 Parteivorsitzende der NPD Friedrich Thielen Wilhelm Gutmann komm Adolf von Thadden Martin Mussgnug Walter Bachmann komm Gunter Deckert Udo Voigt Holger Apfel Udo Pastors komm Frank Franz Normdaten Person Wikipedia Personensuche Kein GND Personendatensatz Letzte Uberprufung 23 Juli 2017 PersonendatenNAME Pastors UdoALTERNATIVNAMEN Pastors Udo Michael Wilhelm vollstandiger Name KURZBESCHREIBUNG deutscher Politiker NPD und NeonaziGEBURTSDATUM 24 August 1952GEBURTSORT Wegberg Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Udo Pastors amp oldid 221729019, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

buch

, bücher, bibliothek,

artikel

, lesen, herunterladen, kostenlos, kostenloser herunterladen, MP3, Video, MP4, 3GP, JPG, JPEG, GIF, PNG, Bild, Musik, Lied, Film, Buch, Spiel, Spiele