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Schweiz

Hauptartikel: Geographie der Schweiz
Satellitenbild der Schweiz

Der Binnenstaat Schweiz liegt zwischen dem 46. und 48. Breitengrad und verfügt über die Quellgebiete von Flüssen, die in die Nordsee, das Mittelmeer und Schwarzes Meer münden. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 220,1 Kilometer (von Bargen nach Chiasso), die grösste West-Ost-Ausdehnung 348,4 Kilometer (von Chancy nach Val Müstair).

Der höchste Punkt in der Schweiz ist die4634 m ü. M. hohe Dufourspitze an der Grenze zu Italien, der tiefste Punkt ist das Ufer des Lago Maggiore mit193 m ü. M., ebenfalls an der italienischen Grenze. Die höchstgelegene Siedlung Juf im Kanton Graubünden liegt auf2126 m ü. M.; die tiefstgelegenen Siedlungen um den Lago Maggiore im Kanton Tessin auf196 m ü. M. Der geographische Mittelpunkt der Schweiz liegt im Kanton Obwalden auf der Älggi-Alp.

Die Schweiz hat eine Landesgrenze von total 1935 Kilometern Länge. Die längste Staatsgrenze ist mit 782 Kilometern diejenige zu Italien im Süden (→ Grenze zwischen Italien und der Schweiz). Im Westen grenzt die Schweiz über 585 Kilometer an Frankreich (→ Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz); im Norden an Deutschland über 347 Kilometer, die zum grössten Teil den Rhein entlangführen (→ Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz). Im Osten grenzt die Schweiz mit 180 Kilometern an Österreich (→ Grenze zwischen Österreich und der Schweiz) und mit 41 Kilometern an das Fürstentum Liechtenstein (→ Grenze zwischen Liechtenstein und der Schweiz).

23,9 Prozent der Fläche der Schweiz sind landwirtschaftliche Nutzfläche, 13 Prozent sind alpwirtschaftliche Flächen. Siedlungsfläche sind 6,8 Prozent, und 25,5 Prozent – vorwiegend in den Alpen und im Jura – gelten als unproduktive Naturfläche. Rund 30,8 Prozent sind Wald und Gehölze.

Naturräumliche Gliederung

Landschaftliche Grossräume; die Voralpen sind nicht von den Alpen differenziert (Karte mit einem Gemeindebestand per 1. Januar 2021)
Die naturräumliche Gliederung der Schweiz

Die Schweiz lässt sich in drei landschaftliche Grossräume einteilen, die grosse Unterschiede aufweisen: den Jura, das dichtbesiedelte Mittelland sowie die Alpen mit den Voralpen. Rund 48 Prozent der Landesfläche gehören zu den Alpen im engeren Sinne, 12 Prozent zu den Voralpen. 30 Prozent werden zum Mittelland gerechnet, und der Jura nimmt die restlichen zehn Prozent der Landesfläche ein.

Das Schweizer Mittelland wird im Nordwesten und Norden geographisch wie auch geologisch durch die langgestreckten Höhenzüge des Juras abgegrenzt. Im Süden gegen die Alpen hin wird meist der an einigen Orten relativ abrupte Anstieg zu Höhen über1500 m ü. M. als Kriterium für die Abgrenzung verwendet. Die südwestliche Grenze des Schweizer Mittellandes bildet der Genfersee, die nordöstliche der Bodensee zusammen mit dem Rhein. Die Bevölkerungsdichte der Schweiz wird von den sämtlich im Mittelland liegenden Ballungszentren mit den beiden in der Grösse bescheidenen und dennoch wichtigen Weltstädten Zürich und Genf bestimmt.

Mit Voralpen werden in der Schweiz jene Gebiete bezeichnet, die den Übergang vom leicht hügeligen Schweizer Mittelland zum Gebirgsraum der Alpen markieren und sich durch ihre Erhebungen als Naherholungszone speziell während Zeiten des Hochnebels auszeichnen. Mit den Alpen beschreiben sie einen Bogen zwischen Südwesten und Nordosten der Schweiz.

Die Alpen bilden im «Herzen Europas» eine wichtige Klima- und Wasserscheide mit zusätzlichen alpinen und inneralpinen Wettereffekten, durch die in der Schweiz trotz ihrer geringen Grösse meist mehrere Wetterlagen herrschen. Im Schweizer Alpenbogen liegen bekannte Feriendestinationen für Sommer- und Wintertourismus sowie der einzige Schweizer Nationalpark. Das auch in den Alpen vorhandene Netz des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz bekam mit der Albulalinie ein UNESCO-Welterbe, das die Naturerbe der Gebirgslandschaften Tektonikarena Sardona und Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch ergänzt.

Alpensüdseite ist ein Begriff, der vor allem in Wettervorhersagen verwendet wird, da sich Wetterlage, Klima und Vegetation meist von denjenigen auf der Alpennordseite unterscheiden. Die Alpensüdseite umfasst den Kanton Tessin, die Bündner Südtäler Misox, Calanca, Bergell, Puschlav und Val Müstair sowie das Gebiet südlich des Simplonpasses im Kanton Wallis und gehört naturräumlich zu den Alpen.

Der Schweizer Jura kann grob im Osten und Südosten durch das Schweizer Mittelland, im Norden durch den Hochrhein, im Nordwesten durch die Burgundische Pforte eingegrenzt werden. Der Jura ist ein geologisch junges Faltengebirge mit einer Längenausdehnung von etwa 300 Kilometern und beschreibt einen grossen halbmondförmigen, nach Südosten offenen Bogen. Auf der Linie Besançon–Yverdon beträgt die grösste Breite des Gebirges rund 70 Kilometer. Bei Biel/Bienne ändern die Ketten ihre Richtung immer mehr nach Osten, das Gebirgssystem wird schmaler, und die Zahl der nebeneinanderliegenden Ketten nimmt ab. Die östlichste Jurakette, die Lägernkette, verläuft in exakter West-Ost-Richtung und endet bei Dielsdorf, wo die gebirgsbildenden Schichten unter die Molasse des Schweizer Mittellandes abtauchen.

Geologie

Glarner Hauptüberschiebung mit Atlas (rechts) und Tschingelhörnern (links)

Die geologische Struktur der Schweiz ist im Wesentlichen das Ergebnis einer Plattenkollision Afrikas und Europas während der letzten Jahrmillionen. Dieses Phänomen ist bei der Glarner Hauptüberschiebung, einem UNESCO-Weltnaturerbe, besonders deutlich sichtbar.

Geologisch wird die Schweiz in fünf Hauptregionen eingeteilt: Die Alpen (→ Geologie der Alpen) bestehen im Kern aus Granit, der Jura (→ Geologie des Juras) ist ein junges Faltengebirge aus Kalkstein. Zwischen dem Jura und den Alpen liegt das teils flache, teils hügelige Mittelland (→ Geologie des Mittellandes). Dazu kommen noch die Po-Ebene im südlichsten Zipfel des Tessins, dem Mendrisiotto (Mendrisio), sowie die Oberrheinische Tiefebene um Basel, die zum allergrössten Teil ausserhalb der Schweiz liegen.

Die Topografie der heutigen Schweiz wurde während der letzten zwei Millionen Jahre massgebend durch die riesigen Eismassen geprägt und gestaltet, die während der verschiedenen Eiszeiten bis weit ins Mittelland vorgestossen waren.

Die Schweiz weist im europäischen Vergleich eine mittlere Erdbebengefährdung auf, wobei regionale Unterschiede bestehen: Im Wallis, in Basel, im St. Galler Rheintal, in Mittelbünden, im Engadin und der Zentralschweiz treten Erdbeben häufiger auf als in anderen Gebieten. Mit einem Erdbeben der Magnitude 6 oder grösser ist alle 60 bis 100 Jahre zu rechnen. Ein Erdbeben dieser Stärke ereignete sich letztmals im Jahr 1946 bei Siders im Wallis. Das Erdbeben, das sich am 18. Oktober 1356 bei Basel ereignete, ist das stärkste, das in historischer Zeit in Zentraleuropa dokumentiert wurde. Der Schweizerische Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich überwacht die Erdbebenaktivität in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland.

Gebirge

In der Schweiz gibt es über 3350 Gipfel über 2000 Meter Höhe. Die sechzehn höchsten Gipfel der Schweiz liegen alle in den Walliser Alpen. Der höchste Gipfel ist die4634 m ü. M. hohe Dufourspitze im Monte-Rosa-Massiv, das das mächtigste Bergmassiv der Alpen ist. Die Dufourspitze ist damit gleichzeitig der höchste Punkt der Schweiz. Der höchste vollständig auf Schweizer Territorium liegende Berg ist der Dom. Er gehört zur Mischabelgruppe und ist4545 m ü. M. hoch.

Der wohl bekannteste Berg in den Schweizer Alpen ist das4478 m ü. M. hohe Matterhorn. Im Berner Oberland bilden der Eiger (3967 m ü. M.), der Mönch (4107 m ü. M.) und die Jungfrau (4158 m ü. M.) eine bekannte und auch aus dem Mittelland sichtbare Gruppe. Markante Punkte der Ostalpen sind der Piz Bernina (4049 m ü. M.), der östlichste Viertausender der Alpen und einziger Viertausender der Ostalpen, sowie der Piz Kesch, ein weiterer Berg mit mehr als 1’500 Metern Prominenz.

In den Voralpen sind die Erhebungen niedriger, jedoch sind die Berge aufgrund ihrer Dominanz und Schartenhöhe nicht weniger imposant. Bekannte Berge sind der Luzerner Hausberg Pilatus (2132 m ü. M.), der Mythen (1898 m ü. M.), die Rigi (1797 m ü. M.) im Kanton Schwyz oder der Säntis (2502 m ü. M.) im Alpstein in der Ostschweiz.

Der höchste Schweizer Jura-Berg ist der Mont Tendre mit1679 m ü. M. Weitere bedeutende Berge sind La Dôle (1677 m ü. M.), Chasseral (1607 m ü. M.), Chasseron (1607 m ü. M.) und Suchet (1588 m ü. M.). Der östlichste Ausläufer des Juras ist der Randen im Kanton Schaffhausen.

Gletscher

Der Grosse Aletschgletscher ist der längste Gletscher der Alpen.

Das Schweizer Hochgebirge wird massgeblich durch die vielen Gletscher dominiert. Der grösste und längste Alpen-Gletscher ist der Grosse Aletschgletscher, gefolgt vom Gornergletscher (nach Fläche). Den letzten Höchststand erreichten die Schweizer Gletscher während der Kleinen Eiszeit, die von Anfang des 15. bis Mitte des 19. Jahrhunderts dauerte. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist auch in der Schweiz, wie nahezu weltweit, ein deutlicher Rückgang der Gletscher zu beobachten. Dieser Gletscherschwund hat sich in den letzten Jahrzehnten noch verstärkt. Zwischen 1973 und 2010 nahm die Fläche aller Gletscher der Schweizer Alpen um 28 Prozent auf ca. 940 Quadratkilometer ab. Im Hitzesommer 2015 haben die Gletscher im Vergleich zu den Vorjahren ein Vielfaches an Masse verloren.

Höhlen

Das Hölloch im Kanton Schwyz ist das zweitlängste Höhlensystem Europas und der Lac Souterrain de Saint-Léonard im Kanton Wallis ist der grösste, natürliche unterirdische See in Europa.

Der Rhein in Basel als Tor der Schweiz zu Europa

Gewässer und Inseln

Europäische Flusseinzugsgebiete in der Schweiz:
  • Rhein (Alpenrhein, Thur, Birs)
  • Rhein (Aare, Reuss und Limmat)
  • Rhone
  • Po
  • Etsch
  • Donau
  • Hauptartikel: Hydrographie der Schweiz

    In der wasserreichen Schweiz entspringen im Gotthardmassiv mit dem Rhein und der Rhone zwei der längsten Flüsse Europas. Durch die Schweiz verlaufen mehrere europäische Hauptwasserscheiden: Sie trennen die Einzugsgebiete von Nordsee, Mittelmeer und Schwarzem Meer. So fliesst der Rhein mit seinen Zuflüssen in die Nordsee, die Rhone und der Ticino ins Mittelmeer, während das Wasser des Inn über die Donau ins Schwarze Meer gelangt. Eine dreifache Hauptwasserscheide findet sich auf dem Lunghinpass.

    Innerhalb der Schweiz hat der Rhein mit 375 Kilometern den längsten Lauf, vor dem Rhein-Zufluss Aare mit 295 Kilometern. Die Rhone fliesst 264 Kilometer innerhalb der Schweiz, während die Reuss als viertgrösster Fluss der Schweiz 158 Kilometer Länge erreicht. Weitere prägende Flüsse sind die Saane im Westen, der Ticino im Süden, die Birs und der Doubs im Nordwesten, die Linth/Limmat und die Thur im Nordosten und der Inn im Südosten. Bei Schaffhausen bildet der Rhein den grössten Wasserfall Mitteleuropas (Rheinfall). Zeitweise bestand eine Idee, mittels eines transhelvetischen Kanals zwischen Rhein und Rhone die Nordsee und das Mittelmeer mit einer Wasserstrasse zu verbinden, dieses Projekt wurde aber nie realisiert.

    Die Schweiz hat aufgrund ihrer topographischen Struktur und vor allem aufgrund der Vergletscherung während der Eiszeiten rund 1’500 Seen, ein Grossteil davon sind kleinere Bergseen. Insgesamt sind ungefähr vier Prozent der Oberfläche der Schweiz von Seen bedeckt, diese Summe wird aber hauptsächlich von den grössten Seen der Schweiz bestimmt: Der grösste See der Schweiz ist der Genfersee (580,03 Quadratkilometer) an der französischen Grenze. Er liegt zu knapp 60 Prozent auf Schweizer Boden. Der an Deutschland und Österreich grenzende Bodensee ist mit 536,00 Quadratkilometern etwas kleiner (23,73 Prozent der Uferlänge auf Schweizer Boden). Der Lago Maggiore an der italienischen Grenze (19,28 Prozent auf Schweizer Territorium) bildet mit193 m ü. M. den tiefsten Punkt der Schweiz. Die grössten vollständig in der Schweiz liegenden Seen sind der Neuenburgersee (215,20 Quadratkilometer), der Vierwaldstättersee (113,72 Quadratkilometer) und der Zürichsee (88,17 Quadratkilometer).

    In den Schweizer Seen und Flüssen liegen zahlreiche grössere und kleinere Inseln. Zu den bekanntesten zählen die Isole di Brissago, die St. Petersinsel und die Ufenau.

    Klima

    Klimadiagramm Locarno (TI)
    Klimadiagramm Sils Maria (GR)


    Nördlich der Alpen herrscht gemässigtes, meistens von ozeanischen Winden geprägtes, mitteleuropäisches Klima, südlich der Alpen ist es eher mediterran. Das Klima ist regional jedoch sehr unterschiedlich, bedingt durch die geographischen Elemente.

    Grundsätzlich herrscht vom Jurabogen über Mittelland und Voralpen täglich ein ähnliches Wetter, während inneralpin und in der Südschweiz vollkommen anderes Wetter herrschen kann. In der Zentralschweiz, in den Alpen und im Tessin beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge ungefähr 2000 Millimeter im Jahr. Niederschlagsreichster Ort ist der Säntis (2502 m. ü. M.) mit durchschnittlich 2837 mm (Normperiode 1981–2010), trockenster Ort ist Ackersand im Vispertal mit durchschnittlich 545 Millimetern im Jahr (beide Werte Normperiode 1981–2010). In der Normperiode 1961–1990 lag der Wert für Ackersand noch bei 521 Millimetern. Im Mittelland beträgt die Menge etwa 1000 bis 1500 Millimeter pro Jahr. Als einzige Region der Schweiz verzeichnet diese Region seit dem Jahr 1864 eine statistisch signifikante Zunahme der jährlichen Niederschlagsmengen, welche vor allem auf eine Zunahme in den Wintermonaten zurückzuführen ist. Die Niederschlagsmenge in der Schweiz ist im Sommer allgemein ungefähr doppelt so hoch wie im Winter. Primär abhängig von der Höhenlage fällt im Winter viel Niederschlag als Schnee, sodass in den Alpen und Voralpen monatelang eine geschlossene Schneedecke liegt. Vergleichsweise selten schneit es in den Regionen um Genf und Basel sowie im Südtessin, hier kann es auch Winter ohne Schneedecke geben. Die grösste Schneehöhe in der Schweiz wurde mit 816 cm im April 1999 auf dem Säntis gemessen.

    Die Temperaturen in der Schweiz sind primär abhängig von der Höhenlage. Zudem sind sie in der Tendenz im Westen statistisch etwas höher als im Osten (ca. 1 °C). Generell liegt in den Niederungen die Durchschnittstemperatur im Januar bei rund −1 bis +1 °C. Im wärmsten Monat, dem Juli, liegt sie bei 16 bis 19 °C. Die Jahresmitteltemperaturen betragen ungefähr 7 bis 9 °C. Die durchschnittlich wärmsten Orte mit verfügbaren Messreihen sind Locarno-Monti und Lugano mit einem Jahresmittel von jeweils 12,4 °C (Normperiode 1981–2010). Wie an fast allen Messstationen zeigt sich auch hier der Klimawandel: In der Normperiode 1961–1990 lagen die Durchschnittswerte noch bei 11,5 °C (Locarno/Monti) bzw. 11,6 °C (Lugano) und damit um 0,9 bzw. 0,8 °C niedriger als in der zuletzt gemittelten Normperiode. Der durchschnittlich kälteste Ort ist das Jungfraujoch mit −7,2 °C (Normperiode 1981–2010). Auch hier hat die Durchschnittstemperatur um 0,7 °C zugenommen seit der Normperiode 1961–1990. Absolute Rekorde wurden in Grono mit 41,5 °C am 11. August 2003 gemessen, beziehungsweise in La Brévine mit −41,8 °C (12. Januar 1987). Verglichen mit der Höhenlage von Vergleichsorten im Mittelland sind die Temperaturen im Rhonetal, im Rheintal und in der Region Basel durchschnittlich ein bis zwei Grad Celsius wärmer, in der Magadinoebene im Tessin zwei bis drei Grad. Obwohl klimatisch zur Südschweiz zählend, sind die Temperaturen im Engadin um durchschnittlich zehn Grad Celsius kälter. Dies liegt daran, dass das Engadin ein alpines Hochtal ist. Ähnliches gilt für die Seitentäler und das Goms im Wallis.

    Hagel ist in den Alpen, in der Romandie und im Tessin ein eher seltenes Ereignis. In der Periode von 1999 bis 2002 hagelte es im Emmental, im Laufental und im Toggenburg am im Jahresdurchschnitt bis zu 60 Minuten, in den anderen Regionen waren es unter 30 Minuten.

    Nebel ist im ganzen Mittelland zu beobachten, die Alpengebiete sind seltener betroffen. Besonders häufig ist der Nebel entlang der Aare, der nördlichen Reuss und im Thurgau, wo er vor allem im Herbst, im Winter und im Frühfrühling über mehrere Wochen auftreten kann. Mit Ausnahme von Hochnebel ist Nebel im Jurabogen und in der Region Basel ein vergleichsweise seltenes Phänomen. Die Nebelhäufigkeit im Schweizer Mittelland ist seit den 1970er-Jahren deutlich zurückgegangen. Die Wetterstation Zürich-Kloten zum Beispiel registrierte früher immer wieder Jahre mit 50 bis 60 Nebeltagen. Heute sind es um die 40. Ursachen für den Nebelrückgang dürfte in einer Umstellung der vorherrschenden Wetterlagen und in der Verbesserung der Luftreinhaltung zu finden sein.

    Häufig auftretende Winde in der Schweiz sind der milde Föhn beidseits des Alpenkamms und die kalte Bise, von der die Südschweiz oft verschont wird. Die höchste je gemessene Windgeschwindigkeit ist 285 Kilometer pro Stunde (Jungfraujoch, 27. Februar 1990).

    Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz) ist der staatliche Wetterdienst der Schweiz. Weitere bekannte private Wetterdienste sind: SRF Meteo, Meteomedia und MeteoNews. In Davos ist das Institut für Schnee- und Lawinenforschung beheimatet.

    Klimawandel in der Schweiz

    Im Zuge des globalen Klimawandels hat sich das Klima in der Schweiz verändert. Seit 1971 hat die Erwärmung jede Dekade kontinuierlich zugenommen. Die Jahresdurchschnittstemperatur ist seit 1864 um rund 2 °C (Stand 2018) angestiegen. Dies ist mehr als doppelt so viel wie im weltweiten Durchschnitt – somit ist die Schweiz besonders stark vom Klimawandel betroffen. Als besonders grosse Herausforderung gilt u. a. der Gletscherschwund; er tangiert z. B. die Verfügbarkeit von Trinkwasser und die Gewinnung von Strom durch Wasserkraft. Im Jahr 2019 wurden nur mehr 1463 Schweizer Gletscher gezählt, was einem Verlust von 700 Gletschern seit den 1970er-Jahren durch Abschmelzung entspricht. Klimawissenschaftler prognostizieren, dass die meisten Alpengletscher zum Ende des 21. Jahrhunderts verschwunden sein werden. Auch ergeben sich Trends in den Niederschlagssummen, z. B. eine signifikante Zunahme im Mittelland. Darüber hinaus gibt es eine Zunahme in der Häufigkeit und Intensität der Starkniederschläge, was wiederum zu lokalen Überschwemmungen führen kann. Die Sommer werden hingegen trockener und heisser, wodurch es vor allem in der Landwirtschaft zu Wasserknappheit kommen kann.

    2021 belegt die Schweiz den 14. Rang beim Klimaschutz-Index. Am meisten trägt der Verkehrssektor zum Ausstoss von Treibhausgasen bei. Der CO2-Ausstoss der Schweiz pro Kopf und der CO2-Ausstoss bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt sind verglichen mit anderen OECD-Staaten relativ niedrig. Die Treibhausgase, die die Schweiz im Ausland produziert, werden nicht den Schweizern angerechnet. Würde man diese dazurechnen, sähe die CO2-Bilanz weniger gut aus. Der Zementhersteller Holcim ist der grösste Schweizer Emittent von CO2. Pro Person hat die Schweiz hinter Luxemburg und Belgien den grössten CO2-Fussabdruck in Europa. Weltweit gibt es nur 13 Länder, die einen noch höheren CO2-Fussabdruck pro Person haben als die Schweiz. Bei den Spillover-Effekten belegt die Schweiz den letzten Platz. Die aktuelle Klimapolitik der Schweiz will bis 2030 die CO2-Emissionen um mindestens 50 % gegenüber 1990 reduzieren und bis 2050 das Netto-Null-Ziel erreichen.

    In der Schweiz leben schätzungsweise 40'000 Tierarten, davon sind ca. 30'000 Insekten und nur ca. 83 Säugetierarten. Mindestens 40 Prozent der Tierarten sind gefährdet, besonders Amphibien und Reptilien.

    Das Schweizer Gewässernetz umfasst rund 65'300 km Fluss- und Bachläufe. Das Jedermannszutrittsrecht gestattet in der Schweiz allen Menschen, sich unter bestimmten Einschränkungen frei in der Natur zu bewegen. Auch das Sammeln von Beeren und Pilzen ist mit Einschränkungen gestattet. In einigen Kantonen darf an bestimmten Gewässern im Rahmen des Freiangelrechts unter gewissen Voraussetzungen ohne Bewilligung gefischt werden, ansonsten ist ein Patent nötig. Die Jagd ist in den nördlichen Kantonen als Revierjagd organisiert, in den meisten übrigen Kantonen als Patentjagd; siehe auch Jagdrecht (Schweiz).

    Flora und Vegetation

    Die Vegetation im Schweizerischen Nationalpark in Zernez (GR)

    Ein Drittel der Landoberfläche der Schweiz ist bewaldet. In den Alpen dominieren Nadelhölzer (Tannen, Fichten, Lärchen und Arven). Die Wälder in den Alpen haben wichtige Funktionen als Lawinen-Bannwald und Hochwasserschutz (der Wald fängt die Regenmenge auf und gibt sie nur langsam wieder ab). Im Mittelland, im Jura und auf der Alpensüdseite unterhalb von 1'000 Metern wachsen Laubmischwälder und Laubwälder. Besonders bekannte Waldgebiete in der Schweiz sind der Aletschwald, der Sihlwald und der Pfynwald sowie die alpinen Urwälder Bödmerenwald (unberührter Kernbereich ca. 150 Hektaren), der Tannenurwald von Lac de Derborence (22 Hektaren), der Fichtenwald Scatlè bei Brigels im Kanton Graubünden (9 ha) sowie das Waldreservat Val Cama – Val Leggia im Misox. Der Tamangur im Unterengadin ist der höchstgelegene Arvenwald Europas. Im Tessin und im Misox gibt es als regionale Besonderheit ausgedehnte Kastanienwälder, die in früheren Zeiten eine Hauptrolle in der Ernährung der Bevölkerung spielten. Die drei grössten zusammenhängenden Wälder der Schweiz liegen in der Südschweiz sowie auf den Jurahöhen. Es sind dies Waldflächen westlich der Maggia (169 km²), zwischen dem Monte Tamaro und Roveredo (162 km²) sowie beim Col du Mollendruz bis zur Landesgrenze beim La Dôle (117 km²). Über 700 Pflanzenarten in der Schweiz gelten als vom Aussterben bedroht.

    In den Tallagen des Tessins sowie vereinzelt im Mittelland wachsen als Zierpflanzen einige Palmenarten, beispielsweise die Zwergpalme oder die Chinesische Hanfpalme. Letztere Palmenart verwilderte und da sie einheimisches Gehölz bedrängt, wird sie als invasiver Neophyt in der Schwarzen Liste invasiver Neophyten aufgeführt.

    Fauna

    In der Schweiz leben circa 99 Säugetierarten in freier Wildbahn, davon ist der grösste Teil den Fledermäusen und anderen Kleinsäugern zuzuordnen. Alle grossen Raubtiere sind in den letzten hundert Jahren aus der Schweiz verschwunden. Die Wichtigkeit von Räubern in einem gesunden Ökosystem wurde erkannt, und Luchs, Wolf und Bär wurden unter Schutz gestellt. Der Luchs wurde wieder in die Schweiz eingeführt. Der Wolf ist selbständig von Italien und Frankreich her eingewandert. Im Südosten Graubündens sind seit 2005 zudem vereinzelt von Italien herkommende Braunbären, die seit 1910 durch die Jagd verschwunden waren, auf Schweizer Territorium anzutreffen, ohne dass sich jedoch bis anhin eine Population bilden konnte. Am häufigsten zu beobachten ist der Rotfuchs. Er fühlt sich auch in den Schweizer Städten sehr wohl. Dachse bewohnen oft mit Füchsen zusammen dieselbe Wohnhöhle, weshalb sie stark unter der Verfolgung des Fuchses litten. Als weitere Baubewohner gibt es in einigen Alpenregionen Murmeltiere. Neben dem Luchs gibt es in der Schweiz noch vereinzelte Populationen von Wildkatzen im Jura. Fischotter sind seit 1990 aus der Schweiz verschwunden, letzte Spuren fanden sich 1989 am Neuenburgersee. Hauptgrund ist wohl der Zustand der Gewässer und die dadurch reduzierten Fischbestände. Oft in Siedlungen anzutreffen ist der Steinmarder. Sein Verwandter, der Baummarder, ist eher selten und hält Abstand zu Menschen. Der erste Goldschakal wurde 2011 gesichtet.

    Bei den Huftieren sind ebenfalls verschiedene Arten aus der Schweiz verschwunden, so zum Beispiel der Wisent und der Elch. Einige ausgerottete Arten wie der Alpensteinbock wurden mittlerweile wieder angesiedelt; er bevölkert das Hochgebirge der Alpen. Im Unterwallis gibt es zwei Kolonien von Europäischen Mufflons, die aus Frankreich eingewandert sind. Die Gämse ist in den höher gelegenen Regionen der Alpen sowie des Juras sehr häufig. Grösste Hirschart ist momentan der Rothirsch. Kleinste einheimische Hirschart ist das Reh. Das Reh ist auch die häufigste Hirschart und besiedelt Mittelland und Jura. Im zürcherisch-schaffhausischen Grenzgebiet beim Rafzerfeld kommt der Sikahirsch vor. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges entkamen einige Tiere aus süddeutschen Gehegen und besiedelten von dort aus die Schweiz. Ebenfalls recht häufig in einigen Gebieten der Nordschweiz ist das Wildschwein. Von den Nagetieren wurde der Biber wieder eingeführt.

    In der Schweiz leben zahlreiche Vogelarten. Die Schweizer Seen und Flüsse sind wichtige Rast- und Überwinterungsgebiete für Wasservögel. So überwintern jährlich mehrere Tausend Reiher-, Tafel- und Kolbenenten sowie Blesshühner, Gänsesäger und Haubentaucher in der Schweiz. Von den Greifvögeln sind vor allem der Turmfalke und der Mäusebussard sehr häufig. Aber auch Rot- und Schwarzmilane kommen regelmässig vor. Der Steinadler besiedelt erneut den gesamten Alpenraum. Auch die Bestände von Habicht und Sperber haben sich erholt und sind stabil. Der ausgerottete Bartgeier wurde im Schweizerischen Nationalpark ausgesetzt; 2007 brüteten drei Paare erstmals in der Schweiz.

    Von den Raufusshühnern besiedeln Haselhuhn, Alpenschneehuhn, Birkhuhn und Auerhuhn die Schweizer Alpen sowie zum Teil den Jurabogen. Die Bestände des Auerhuhns sind jedoch aufgrund des Alpentourismus sowie der Intensivierung der Forstwirtschaft stark gefährdet. So ist das Auerhuhn bereits aus vielen Gebieten der Voralpen und des nördlichen Juras verschwunden. Naturschutzorganisationen bemühen sich jedoch intensiv um die Erhaltung der Art. Das Steinhuhn besiedelt die Gebiete im Bereich der Waldgrenze. Stark vom Aussterben bedroht sind das Rebhuhn, der Wachtelkönig sowie der Grosse Brachvogel.

    In der Schweiz leben Eulenarten wie der Waldkauz, die Waldohreule, der Uhu, der Sperlingskauz sowie Raufusskauz und Schleiereule. In den alten Bergwäldern leben viele Spechtarten. Singvögel sind in der Schweiz zahlreich vertreten. Durch die Ausdehnung des Siedlungsraumes, der Intensivierung der Landwirtschaft auch in immer höheren Bergregionen sowie den Wintertourismus sind viele Vogelarten in der Schweiz gefährdet. Insgesamt stehen knapp 40 Prozent der Vogelarten in der Schweiz auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Bei Uhus und Weissstörchen ist der Stromschlag, laut Daniela Heynen von der Vogelwarte Sempach, eine der häufigsten bekannten Todesursachen (vgl. Vogelschlag).

    An Reptilien sind vor allem viele Schlangenarten zu nennen, die sich in den sonnigen Südtälern der Alpen wohl fühlen, wie die Aspisviper. In den Hochlagen der Alpen und des Juras lebt zudem die Kreuzotter. Weitaus häufiger und weiter verbreitet sind jedoch ungiftige Schlangen wie die Ringelnatter und die Würfelnatter. Stark verbreitet sind verschiedene Eidechsenarten. Als einzige Schildkrötenart ist in der Schweiz die Europäische Sumpfschildkröte anzutreffen.

    Amphibien sind in der Schweiz weit verbreitet. Häufig sind etwa der Grasfrosch, die Erdkröte und der Bergmolch. Deutlich seltener sind hingegen der Laubfrosch, die Geburtshelferkröte und der Alpen-Kammmolch. Das typischste Wirbeltier der Schweiz ist der Alpensalamander – dessen grösste Populationen und das Zentrum seiner Verbreitung sind die Schweizer Alpen.

    In den Schweizer Gewässern gibt es etwa 65 einheimische Fischarten und Unterarten, davon eine einmalige Vielfalt an Felchen. Zusätzlich kommen etwa 20 eingeführte Fischarten hinzu. Zudem gibt es vier einheimische Krebsarten (Edelkrebs, Italienischer Dohlenkrebs, Dohlenkrebs, Steinkrebs) und 4 eingeführte Krebsarten. Seit dem 19. Jahrhundert werden die Fischbestände auch durch Besatzmassnahmen künstlich erneuert, insbesondere seit den 1980er Jahren. Pro Jahr werden mehrere Hundert Millionen Jungfische ausgesetzt.

    Naturschutz

    Ziel des Naturschutzes in der Schweiz ist es, «das heimatliche Landschafts- und Ortsbild, die geschichtlichen Stätten sowie die Natur- und Kulturdenkmäler des Landes zu schonen, zu schützen sowie ihre Erhaltung und Pflege zu fördern». Der Naturschutz ist rechtlich im Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz (NHG) geregelt. Teilregelungen existieren zudem in der Wald- und Landwirtschaftsgesetzgebung von Bund und Kantonen. Schweizweit sind etwa 300 Ranger im Einsatz.

    Derzeit (Stand Mai 2016) sind 16 Pärke von nationaler Bedeutung in Betrieb und 3 befinden sich in der Errichtungsphase. Der wohl bekannteste unter ihnen ist der 1914 gegründete Schweizerische Nationalpark im Kanton Graubünden. Zwei Parks sind ausserdem auch als Biosphärenreservate ausgezeichnet. 165 geschützte Landschaften sind im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgeführt.

    In der Schweiz gibt es 1073 Naturwaldreservate, inklusive des Schweizerischen Nationalparks, mit einer Gesamtfläche von 46.199 Hektar, das entspricht 3 Prozent der Schweizer Waldfläche (Stand: 12/2018).

    Auch private Organisationen kümmern sich um den einheimischen Naturschutz, so etwa Pro Natura, welche vertraglich über 600 Naturschutzgebiete in der Schweiz mit einer Gesamtfläche von fast 600 km² sichert oder der Schweizer Vogelschutz.

    Seit 1987 sind Moore und Hochmoore durch die Bundesverfassung streng geschützt (Rothenthurm-Initiative). Das Bundesinventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung verzeichnete 2007 1'163 schutzwürdige Moore mit rund 20'000 Hektaren Gesamtfläche und das Bundesinventar der Hochmoore von nationaler Bedeutung umfasst 549 Moore mit einer Gesamtfläche von rund 1'500 Hektaren. Dies entspricht etwa 0,04 % der Landesfläche.

    2019 wurde Lancy als erste Gemeinde Bio-Suisse-zertifiziert.

    Bis 2020 wurden nicht genügend Flächen für das Smaragd-Netzwerk angemeldet. Bisher existieren erst 37 Smaragd-Gebiete. Die Schweiz hat von allen europäischen Ländern den niedrigsten Anteil an Schutzgebieten im Verhältnis zur Landesfläche. Unter anderem trägt der Tourismus, die Ausdehnung der Siedlungsfläche, die Intensivierung der Landwirtschaft, die Umweltverschmutzung und die Übernutzung von Ressourcen zum Biodiversitätsverlust bei. 2020 kam BirdLife Schweiz zum Schluss, dass die Schweiz viel zu wenig für ihre reichhaltige Biodiversität unternommen hat. Auch die OECD und die Europäische Umweltagentur weisen darauf hin, dass die bisherigen Massnahmen zum Schutz der biologische Vielfalt längst nicht ausreichend seien.

    Zoologische Gärten

    Verschiedene Zoos und Tierpärke zeigen den Besuchern einheimische wie auch exotische Tiere. Zu den bekanntesten zoologischen Gärten in der Schweiz gehören der Zoo Basel, der Zoo Zürich mit seiner Masoala-Halle, Knies Kinderzoo sowie der Berner Bärenpark.

    Städte und Gemeinden

    Bevölkerungspyramide der Schweiz 2020

    Die kleinste politische Einheit bilden die Gemeinden. So zählen auch Städte als Gemeinden. Per 1. Januar 2021 existierten 2172 politische Gemeinden. Die Zahl hat in den letzten Jahren durch Gemeindefusionen stark abgenommen.

    Die grösste Stadt der Schweiz ist Zürich mit 420'217 Einwohnern (31. Dezember 2019), die kleinste Gemeinde ist Kammersrohr mit 32 Einwohnern (31. Dezember 2019). Weitere Grossstädte sind Genf mit 203'951 (31. Dezember 2019), Basel mit 173'232 (31. Dezember 2019), Lausanne mit 139'408 (31. Dezember 2019), die Bundesstadt Bern mit 134'591 (31. Dezember 2019) sowie Winterthur mit 113'173 (31. Dezember 2019) Einwohnern. Die grössten Städte mit weniger als 100'000 Einwohnern sind Luzern (82'257), St. Gallen (76'090), Lugano (62'615) und Biel/Bienne (55'602) (alle per 31. Dezember 2014).

    In der Agglomeration Zürich leben rund 1'369'000 Menschen, in der Agglomeration Genf 592'100, in der Agglomeration Basel 547'800, in der Agglomeration Lausanne 420'800 und in der Agglomeration Bern 418'200 Menschen (31. Dezember 2017). Insgesamt leben fast drei Viertel der Bevölkerung in einer der 49 Schweizer Agglomerationen.

    Die flächengrösste politische Gemeinde ist seit dem 1. Januar 2015 die durch Fusion entstandene Gemeinde Scuol (Kanton Graubünden) mit 438 Quadratkilometern; zuvor war die flächenmässig grösste Gemeinde die ebenfalls durch Fusion entstandene Gemeinde Glarus Süd (Kanton Glarus) mit 430 Quadratkilometern. Die nach Fläche kleinsten Gemeinden sind Gottlieben (Kanton Thurgau), Kaiserstuhl (Kanton Aargau) und Rivaz (Kanton Waadt) mit je 0,32 Quadratkilometern.

    Der Schweizer Pass (2010)

    Schweizer Bürgerrecht

    Das Schweizer Bürgerrecht ist die gebräuchliche Bezeichnung für die schweizerische Staatsbürgerschaft. Es kann gemässArt. 37 Abs. 1 der Bundesverfassung nicht ohne gleichzeitigen Erwerb des Bürgerrechts einer Gemeinde und des Bürgerrechts des Kantons erworben werden. Gemeinde- und Kantonsbürgerrecht vermitteln das Schweizer Bürgerrecht.

    Die Gemeinde, deren (Gemeinde-)Bürgerrecht ein Schweizer besitzt, wird Bürgerort (auch Heimatort) genannt.

    Der Schweizer Pass und die Identitätskarte dienen dem Nachweis der Staatsbürgerschaft der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

    Das Staatsangehörigkeitsrecht der Schweiz ist im internationalen Vergleich restriktiv und in den Kantonen bestehen jeweils unterschiedliche Regelungen. In der Schweiz geborene Kinder von im Land lebenden Ausländern erhalten nicht automatisch die Staatsbürgerschaft.

    Schweizer, die im Ausland leben, werden Auslandschweizer und darüber hinaus als Fünfte Schweiz bezeichnet. Dieser Ausdruck erklärt sich aus den vier Sprachregionen der Schweiz. Ende 2018 lebten 760'200 Schweizer Staatsangehörige im Ausland, davon 62 % in Europa, 16 % in Nordamerika, 8 % in Südamerika, 7 % in Asien, 4 % in Australien und 3 % in Afrika (Statistik der bei einer schweizerischen Auslandsvertretung Gemeldeten).

    Demographie

    Langzeit Bevölkerungsentwicklung

    Bevölkerungsentwicklung ab 2010

    Ausländeranteil je Gemeinde (2019)
    Bevölkerungsdichte je Gemeinde (2019)
    Beispiel eines Ausländerausweises: fliederfarben – «L» für Kurzaufenthalter mit bis zu einjährigem Aufenthalt
    Hauptartikel: Demografie der Schweiz

    Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt: von 3,3 Millionen (1900) auf 8,6 Millionen (2019). Das Bevölkerungswachstum flachte 2018 auf 0,7 Prozent ab. Die Bevölkerungszunahme erreichte ihren Höhepunkt zwischen 1950 und 1970. Zu Bevölkerungsrückgängen kam es einzig 1918 als Folge der Spanischen Grippe und in den wirtschaftlichen Rezessionsjahren 1975–1977. Während 2012 insgesamt 148'799 Menschen in die Schweiz einwanderten, verliessen 96'494 das Land.

    Das Wachstum der Bevölkerung mit Schweizer Pass ist seit 1981 langsamer und konstanter als jenes der Gesamtbevölkerung verlaufen. Die Entwicklung der ausländischen Wohnbevölkerung erfolgte etwas rascher, aber über die Jahre unregelmässiger – mit relativ hohen jährlichen Zuwachsraten zwischen 1988 und 1993 von jeweils ungefähr 3 Prozent.

    Während die allgemeine Geburtenziffer 1963 noch bei 2,67 lag, nahm sie danach stetig bis auf einen Wert von 1,38 im Jahre 2001 ab. Seither gab es wieder eine moderate Zunahme auf 1,46 im Jahr 2007. Damit ergab sich auch erstmals seit zehn Jahren wieder ein Geburtenüberschuss von Schweizer Staatsangehörigen (+400). 2018 lag die Geburtenziffer bei 1,52 Kindern pro Frau.

    Die Lebenserwartung betrug im Jahr 2019 gemäss Bundesamt für Statistik 85,6 Jahre für Frauen und 81,9 Jahre für Männer. Laut UN war die Schweiz im Zeitraum von 2015 bis 2020 das Land mit der zweithöchsten Lebenserwartung weltweit.

    Die Bevölkerungsdichte ist im flachen Mittelland mit ca. 450 Personen pro Quadratkilometer auf 30 Prozent des Staatsgebiets – für Schweizer Verhältnisse – sehr hoch, im Alpenland und im Jura naturgemäss dünn. Im Kanton Graubünden, im Alpengebiet gelegen, beträgt die Einwohnerdichte nur einen Bruchteil davon (ca. 27 Personen pro Quadratkilometer). Ausserdem ist das Mittelland, aber auch der Kanton Tessin, stark zersiedelt.

    Eine verlangsamte Zuwanderung hat Auswirkungen auf den Immobilienmarkt: So stieg die Zahl der leerstehenden Wohnungen laut dem Bundesamt für Statistik in den Jahren 2013 bis 2017 von 40'000 auf 65'000 Wohnungen. Demzufolge sinken auch die Mieten.

    In der Schweiz wird zwischen Ausländern (Bevölkerung ohne Schweizer Bürgerrecht) und der Bevölkerung mit Migrationshintergrund (Bevölkerung mit Schweizer Bürgerrecht sowie ausländischen Wurzeln) unterschieden. Der Begriff Secondo ist die in der Schweiz gebräuchliche Bezeichnung für Einwanderer der zweiten Generation, die teilweise Ausländer und teilweise Schweizer Staatsangehörige sind.

    Ausländer

    Ausländer sind Personen ohne Schweizer Bürgerrecht (offizielle Bezeichnung für die Staatsangehörigkeit der Schweiz). Ende 2017 lebten in der Schweiz 2'126'400 Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht, was einem Ausländeranteil von 25,1 Prozent entsprach, die meisten davon aus Italien (317'300), Deutschland (304'600), Portugal (266'600) und Frankreich (131'100) Jeder Ausländer erhält einen Ausländerausweis. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts war der Ausländeranteil an der schweizerischen Gesamtbevölkerung höher als in anderen europäischen Ländern. Gründe dafür sind u. a. die vielen Grenzregionen, die zentrale Lage in Europa und die geringe Grösse des Landes. Andere sehen den Grund hierfür eher in der restriktiven Gesetzgebung, die schnellere Einbürgerungen verhindert. Während der durchschnittliche Anteil an Ausländern im gesamten Land bei 25,1 Prozent liegt, haben einige Gemeinden einen weit überdurchschnittlich hohen Anteil. Hierzu gehören beispielsweise Basel (37,3 %), Lausanne (43,2 %), Dietikon (45,0 %), Montreux (46,5 %), Genf (47,9 %), Spreitenbach (50,3 %), Renens (51,2 %), Kreuzlingen (54,7 %).

    Bevölkerung mit Migrationshintergrund

    Zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund zählen Personen, die in die Schweiz eingewandert sind und deren beide Elternteile im Ausland geboren wurden. Weiter zählen dazu die unmittelbaren (direkten) Nachkommen dieser Personen (sog. Secondos, Angehörige der zweiten Generation), die in der Schweiz geboren wurden.

    Eine Person mit Migrationshintergrund kann sowohl die Schweizer wie auch eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen.

    Keine Personen mit Migrationshintergrund sind folglich die Ausländer der dritten Generation und gebürtige Schweizer, bei denen mindestens ein Elternteil in der Schweiz geboren wurde. Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat bei der Wohnbevölkerung ab 15 Jahren in der ganzen Schweiz per Ende 2013 einen Anteil an Personen mit Migrationshintergrund von 34,8 Prozent (2'374'000 Einwohner) ermittelt.

    Asyl

    Die Schweiz richtet sich nach den völkerrechtlichen Verpflichtungen gemäss der Genfer Flüchtlingskonvention. Rechtsgrundlage ist das Asylgesetz (AsylG). Zuständige Bundesbehörde ist das Staatssekretariat für Migration (SEM). Asylbewerber und Flüchtlinge erhalten, wie alle anderen Ausländer, einen Ausländerausweis: Den Ausweis «N» erhalten Asylsuchende, «F» vorläufig aufgenommene Ausländer und «S» Schutzbedürftige.

    2014 beantragten 23'765 Menschen in der Schweiz Asyl. Von den Asylsuchenden stammte die Mehrheit vornehmlich aus Eritrea, gefolgt von Syrien und Sri Lanka. 2015 beantragten 39'523 Menschen Asyl, vor allem aus Eritrea, Afghanistan und Syrien.

    Sans-Papiers

    Menschen, die ohne gültige Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz leben, werden Sans-Papiers (wörtlich «[Menschen] ohne Papiere») genannt. Ihre Zahl ist naturgemäss unbekannt. Schätzungen variieren zwischen 80'000 und 300'000 Personen, das Bundesamt für Statistik (BFS) beziffert die Anzahl in einer Studie von 2015 auf rund 76'000. Die meisten Sans-Papiers gehen einer Beschäftigung für «niedrig Qualifizierte» nach. Sans-Papiers arbeiten in Branchen, deren Personalbedarf durch Schweizer oder EU-Staatsangehörige nicht vollständig abgedeckt wird. Sie putzen in privaten Haushalten, betreuen Kinder und Betagte, arbeiten auf Baustellen oder in der Landwirtschaft.

    Auswanderung

    Für junge Männer war der Eintritt als Söldner in fremde Kriegsdienste bis in das erste Drittel des 19. Jahrhunderts die häufigste Form der Auswanderung. Ab dem 14. Jahrhundert standen die sogenannten Reisläufer im Dienst des Kaisers, der französischen Könige und von italienischen Städten wie z. B. Mailand (→ Schweizer Truppen in fremden Diensten).

    Hunger und Armut nach dem Dreissigjährigen Krieg führten zu Ausreisewellen nach Ostpreussen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts führte die kriegsbedingte (→ Napoleonische Kriege) allgemeine Verarmung zu Auswanderungen nach Russland, während in den Hungerjahren 1816–1817 (→ Jahr ohne Sommer) besonders Lateinamerika das Ziel war. Die Landwirtschaftskrisen der 1840er-, 1870er- und 1880er-Jahre, sowie Umstrukturierungsprobleme während der Industrialisierung führten zu Massenauswanderungen in noch nie gekannten Dimensionen nach Übersee, besonders nach Nordamerika und Südamerika. Am Ende des 19. Jahrhunderts war Nordamerika für fast 90 Prozent der Emigranten das Ziel. Zwischen 1851 und 1860 wanderten rund 50'000 Personen nach Übersee aus, in den 1860er- und 1870er-Jahren je 35'000 und zwischen 1881 und 1890 über 90'000. Bis 1930 stabilisierte sich die Zahl der Auswanderer pro Jahrzehnt zwischen 40'000 und 50'000. In einigen Kantonen wurden Arme von den Behörden im grossen Stil zur Auswanderung gedrängt.

    Die Auswanderer gründeten in der neuen Welt Kolonien, so entstanden 1803 Nouvelle Vevay (heute New Vevay) in Indiana, 1831 New Switzerland in Illinois und 1845 New Glarus in Wisconsin. Der wohl bekannteste Auswanderer war Johann August Sutter. Der als General Sutter bekanntgewordene kalifornische Ländereienbesitzer gründete die Privatkolonie Neu-Helvetien. Auf seinem Land brach 1848 der kalifornische Goldrausch aus.

    Gemäss empirischen Daten war die Wanderungsbilanz für das Gebiet der heutigen Schweiz von der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des 19. Jahrhunderts stets negativ.

    Einwanderung

    Heute ist die Schweiz – wie fast alle wohlhabenden westlichen Staaten der Welt – ein Einwanderungsland. Zur Zeit der Industrialisierung gab es eine grosse Binnenwanderung vor allem aus den Alpen. Seit dem grossen Wirtschaftswachstum in den 1960er-Jahren wurden Gastarbeiter (→ Saisonnierstatut) gezielt angeworben, später erreichten die Schweiz immer wieder Flüchtlingsströme, etwa aus dem ehemaligen Jugoslawien während der Jugoslawienkriege. Aus der Türkei kamen viele Gastarbeiter nach Westeuropa und damit auch in die Schweiz. Nachdem im Jahr 1992 8544 Menschen (davon 4876 Deutsche) aus Deutschland in die Schweiz zogen, waren es 14'792 (11'225) im Jahr 2003 und 35'061 (29'139) im Jahr 2008. Danach ermässigten sich die Zuzüge aus Deutschland bis auf 25'881 (19'930 Deutsche) im Jahr 2014. Im Jahr 2015 wanderten 106'805 Menschen aus der EU/EFTA ein und 55'111 EU/EFTA-Staatsangehörige verliessen die Schweiz. Im Jahr 2008 waren aus der EU/EFTA nur wenig mehr Menschen, 113'235, eingewandert. Wenige Tausend Menschen aus Drittländern erhalten jährlich eine Arbeitsmarktzulassung.

    2017 bildeten die italienischen Staatsbürger mit 14,9 Prozent die grösste Ausländergruppe, gefolgt von den deutschen (14,3 Prozent), portugiesischen (12,5), französischen (6,2), kosovarischen (5,2), spanischen (3,9), türkischen (3,2) und serbischen (3,1) Staatsbürgern. Aus dem übrigen Europa stammen 19,9 Prozent, aus Asien 7,9, aus Afrika 5,1 und aus Amerika 3,8 Prozent.

    42'699 Menschen, vor allem aus Italien, Deutschland, Portugal, Frankreich und dem Kosovo, wurden 2015 eingebürgert. Im Jahr 2008 waren 45'305 Menschen eingebürgert worden, insbesondere aus dem Kosovo, Italien, Deutschland und der Türkei.

    Sprachen

    Sprachgebiete der Schweiz – Mehrheitsverhältnis nach der BFS-Erhebung 2010; Karte mit einem Gemeindebestand per 1. Januar 2021
  • Deutsch (62 % der Bevölkerung)
  • Französisch (23 % der Bevölkerung)
  • Italienisch (8 % der Bevölkerung)
  • Rätoromanisch (0,5 % der Bevölkerung)
  • Hauptartikel: Sprachen in der Schweiz

    In der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV) werden die Begriffe Landessprachen und Amtssprachen verwendet.

    DerArtikel 4 BV hält seit 1999 fest:

    «Die Landessprachen sind Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch.»

    ImArtikel 70 Absatz 1 BV heisst es zudem:

    «Die Amtssprachen des Bundes sind Deutsch, Französisch und Italienisch. Im Verkehr mit Personen rätoromanischer Sprache ist auch das Rätoromanische Amtssprache des Bundes.»

    Gemäss einer Erhebung der Bundesbehörden aus dem Jahr 2020 ist Deutsch (auf der nebenstehenden Karte blassrot) mit einem Anteil von 62 Prozent an der Gesamtbevölkerung die meistverbreitete Sprache. Im deutschsprachigen Teil der Schweiz werden schweizerdeutsche Dialekte (→ Schweizerdeutsch) und in geringerem Umfang (Schweizer) Hochdeutsch gesprochen, während Geschriebenes in der Regel in Schweizer Hochdeutsch verfasst wird. Dies ist die Bezeichnung für die in der Schweiz gebräuchliche deutsche Schriftsprache. Es ist die schweizerische Varietät des Standarddeutschen (Hochdeutsch) und unterscheidet sich von diesem in Wortschatz, Wortbildung, Morphologie, Syntax, Orthographie (z. B. kein «ß») und Aussprache. Diese Besonderheiten werden Helvetismen genannt. Das Schweizerdeutsche gehört zum schwäbisch-alemannischen Sprachgebiet der deutschen Sprache.

    Schwäbisch-alemannisches Sprachgebiet im 19. und 20. Jahrhundert

    Französisch (violett) wird von 23 Prozent der Gesamtbevölkerung gesprochen (→ Schweizer Französisch). Dieser Teil des Landes wird häufig als Romandie, Suisse romande, Welschland oder Westschweiz bezeichnet, wo neben dem heute vorherrschenden Standardfranzösisch nur noch von einer kleinen Minderheit Patois (Dialekte) gesprochen werden.

    Italienisch wird im Kanton Tessin und vier Südtälern (Misox, Calancatal, Bergell, Puschlav) sowie der Gemeinde Bivio des Kantons Graubünden (Grigioni italiano) (grün) gesprochen. Dies gilt für 8 Prozent der Gesamtbevölkerung in der Schweiz (→ Schweizer Italienisch). Ein grosser, allerdings im Abnehmen begriffener Teil der italienischsprachigen Bevölkerung spricht lokale Dialekte, die zum Lombardischen gehören («Ticinées»).

    Französisches Sprachgebiet vor der allgemeinen Standardisierung, mit der Unterscheidung zwischen den Dialectes d'oïl (blau) und den Dialectes francoprovencaux (grün)

    Die vierte Landessprache, Rätoromanisch (gelb), hat einen Anteil von 0,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung und wird in Graubünden gesprochen, wobei praktisch alle Rätoromanischsprachigen auch die deutsche Sprache beherrschen. Das Rätoromanisch ist seit dem 19. Jahrhundert stark gefährdet und wird trotz Fördermassnahmen zunehmend vom Deutschen verdrängt. Seit 1860 haben 51 Gemeinden in Graubünden vom romanischen ins deutsche Sprachgebiet gewechselt. 1938 nahm das stimmberechtigte Volk eine Verfassungsänderung an, wonach das Rätoromanische zur Landessprache erhoben wurde. Erst seit 1996 gilt das Rätoromanisch auch als Amtssprache. Seit 2001 ist die Schriftsprache Rumantsch Grischun im Kanton Graubünden offizielle Amtsschriftsprache und im Bund für den Verkehr mit der romanischsprachigen Bevölkerung; in den romanischen Gemeinden dient indes nach wie vor eines der fünf bündnerromanischen Idiome als Amtssprache.

    Die Bundesverfassung legt die Sprachgebiete der Schweiz nicht fest.Art. 70 Abs. 2 BV weist den Kantonen die Kompetenz zu, ihre Amtssprachen zu bestimmen. Dabei müssen sie jedoch sprachliche Minderheiten und die herkömmliche Zusammensetzung der Sprachgebiete beachten. Wer aus einem anderssprachigen Landesteil zuzieht, hat kein Recht darauf, in seiner angestammten Sprache mit den neuen Kantons- und Gemeindebehörden zu verkehren (Territorialitätsprinzip). Unter den mehrsprachigen Kantonen haben nur Bern und Wallis die Sprachgebiete räumlich festgelegt; der mehrsprachige Kanton Freiburg weist die Regelung der Amtssprache den Gemeinden zu. Offiziell per Kantonsverfassung zweisprachig sind die Gemeinden Biel/Bienne, Evilard/Leubringen und Freiburg/Fribourg an der Nahtstelle zwischen Französisch und Deutsch. Auch einige weitere Gemeinden wie die sieben des Schulkreises Murten/Morat sowie solche in der Umgebung von Biel bieten ebenfalls zweisprachige Dienstleistungen und Schulen in beiden Kantonssprachen an, um der französischsprachigen Minderheit entgegenzukommen.

    Im Kanton Graubünden gelten gemäss Art. 16 des Bündner Sprachengesetzes von 2006 Gemeinden als amtlich einsprachig, wenn mindestens 40 Prozent der Einwohner die angestammte Sprache sprechen, und als zweisprachig, wenn mindestens 20 Prozent die angestammte Sprache sprechen. Faktisch kann das bedeuten, dass Romanisch dort zwar die Verwaltungs- und Schulsprache, jedoch Schweizerdeutsch die Verkehrssprache ist. Der Kanton Tessin definiert sich als ganz zum italienischen Sprachgebiet und der Kanton Jura als ganz zum französischen Sprachgebiet zugehörig, obwohl je eine Gemeinde (Jura: Ederswiler, Tessin: Bosco/Gurin) eine deutschsprachige Mehrheit aufweist.

    Die Zahl der Fahrenden, unter denen die Jenischen neben einer geringeren Anzahl von Sinti und Roma die weit überwiegende Mehrheit bilden, wird bei Volkszählungen nicht erhoben, aber in offiziellen Schätzungen auf 20'000 bis 35'000 angesetzt. Das entspräche einem Anteil von annähernd 0,5 Prozent. Jenische leben in der ganzen Schweiz verstreut und sprechen neben ihrer internen Gruppensprache Jenisch meist eine der Landessprachen. Jiddisch (Westjiddisch) besitzt in der Schweiz eine alte Tradition in den Surbtaler Dörfern Endingen und Lengnau aufgrund der dortigen, heute nur noch marginal existierenden jüdischen Gemeinden. Eine jüngere Tradition hat Jiddisch (Ostjiddisch) in der Stadt Zürich, wo es teilweise in ultraorthodoxen Kreisen gesprochen wird. Die Sprecher des Jenischen und des Jiddischen werden seit 1997 von der Schweiz im Rahmen der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen als nationale nicht territoriale «Minderheitsgemeinschaften» betrachtet, ihre Sprachen damit jedoch nicht als nationale Minderheitssprachen anerkannt.

    Die Gebärdensprachen werden von rund 10'000 in der Schweiz lebenden Personen beherrscht, in der Schweiz wird die Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS), die Langue des signes Suisse romande (LSF-SR, westschweizer Gebärdensprache) und die Lingua dei segni della Svizzera italiana (LIS-SI, Tessiner Gebärdensprache) verwendet.

    Eine andere Hauptsprache haben 25 Prozent der Gesamtbevölkerung. Durch Zuwanderung bedingt, sprechen mittlerweile 9 Prozent der Einwohner andere Sprachen als die Landessprachen. Von diesen ist das Serbisch-Bosnisch-Kroatische mit 1,5 Prozent am weitesten verbreitet.

    Als Fremdsprachen lernen die Schweizer eine zweite Landessprache und Englisch. Es gibt Diskussionen darüber, ob Englisch gleichzeitig mit oder sogar vor der zweiten Landessprache unterrichtet werden soll. Aufgrund von Protesten aus der jeweils anderen Sprachregion und Grundsatzüberlegungen zum Zusammenhalt der Schweiz hat sich ein rein englischer Fremdsprachenunterricht bisher nirgendwo durchsetzen können.

    Religionen

    Hauptartikel: Religionen in der Schweiz
    Konfessionsgebiete je Gemeinde (2017)

    Von der gesamten Schweizer Wohnbevölkerung waren im Jahr 2017 3'213'411 Personen (37,9 Prozent) Mitglied der römisch-katholischen Kirche und 2'150'387 Personen (25,3 Prozent) Mitglied der evangelisch-reformierten Kirche (100 Prozent: 8'484'130 Personen).

    Von der Wohnbevölkerung ab 15 Jahren waren 2017 laut einer Umfrage des Bundesamtes für Statistik (BFS) 35,9 Prozent römisch-katholisch, 26,0 Prozent konfessionslos, 23,8 Prozent evangelisch-reformiert, 5,9 Prozent gehörten zu anderen christlichen Gemeinschaften (Freikirchen, Christkatholiken und Orthodoxe Christen), 5,4 Prozent gehörten zu islamischen Gemeinschaften, 1,6 Prozent gehörten zu anderen Religionsgemeinschaften (darunter 0,3 Prozent Juden) und 1,4 Prozent machten keine Angabe.

    Laut einer Studie des Pew Research Center aus dem Jahr 2017 bezeichnen sich 75 % der volljährigen Bevölkerung in der Schweiz als Christen – unabhängig davon, ob sie offiziell, z. B. durch das Zahlen einer Kirchensteuer, einer bestimmten christlichen Konfession bzw. Kirche angehören. Jedoch besuchen nur 27 % der Christen mindestens einmal im Monat einen Gottesdienst. 21 % der Befragten fühlen sich keiner Religion zugehörig, wobei sich davon fast die Hälfte als Atheisten bezeichnet.

    Die Religionsfreiheit in der Schweiz ist als verfassungsmässiges Grundrecht verankert. Es ist den Kantonen überlassen, ob sie ausgewählten Religionsgemeinschaften einen besonderen Status als öffentlich-rechtliche Körperschaft und damit als Landeskirche verleihen wollen. In den meisten Kantonen haben die römisch-katholische Kirche und die evangelisch-reformierte Kirche, in vielen Kantonen zusätzlich die christkatholische Kirche und in einigen die jüdischen Gemeinden diesen Status inne. Im Jahr 1973 wurde im Kanton Basel-Stadt die Israelitische Gemeinde Basel (IGB) als erste jüdische Gemeinschaft der Schweiz vom Kanton öffentlich-rechtlich anerkannt, wobei nunmehr die Kantone Bern, Freiburg, St. Gallen, Waadt und Zürich dasselbe Recht kennen. Die christkatholische Kirche ist nur in Teilen der Nordwestschweiz von Bedeutung. In den Westschweizer Kantonen Genf und Neuenburg gibt es keine Landeskirchen, weil dort Kirche und Staat vollständig getrennt sind; sie sind dennoch als «Organisationen von öffentlichem Interesse» anerkannt. In Basel besteht die sogenannte «hinkende Trennung» von Kirche und Staat.

    Mit 0,33 Prozent ist der Buddhismus in der Schweiz stärker vertreten als in anderen Ländern Europas. Synagogen, Moscheen (→ Liste von Moscheen in der Schweiz) und buddhistische Tempel existieren in mehreren Orten in der Schweiz. Historisch gesehen waren die Einwohner der Kantone Zürich, Bern, Basel-Stadt, Basel-Landschaft (ausser Bezirk Arlesheim), Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden und Waadt noch um 1850 praktisch ausschliesslich reformiert, diejenigen der Kantone Freiburg (ausser Bezirk Murten), Wallis, Jura, Solothurn (ausser Bezirk Bucheggberg), Luzern, Ob- und Nidwalden, Uri, Schwyz, Zug, Appenzell Innerrhoden und Tessin fast nur katholischen Glaubens. Konfessionell gemischt waren hingegen die Kantone Glarus, Aargau, St. Gallen, Graubünden und Genf. Die Verteilung der Konfessionen war das Resultat der Anwendung des Territorialprinzips bei der Wahl der Konfession nach den Religionskriegen des 16. Jahrhunderts; die konfessionell gemischten Kantone wiesen entweder junge Kantonsgrenzen auf (Aargau, St. Gallen, Genf) oder aber kannten eine althergebrachte gemeindeweise Festlegung (Glarus, Graubünden). Parität, das heisst gleichzeitiges Vorhandensein beider Konfessionen am selben Ort, war die Ausnahme; sie galt etwa im Toggenburg, in Teilen der vormaligen Untertanengebiete der Eidgenossenschaft (Thurgau, Echallens) und in einigen Gemeinden Graubündens und von Glarus.

    Eine Volksabstimmung 1919 in Vorarlberg zu Verhandlungen mit der Schweiz über einen Beitritt zur Schweizerischen Eidgenossenschaft ergab zwar eine Zustimmung von gut 80 Prozent, weitere Verhandlungen scheiterten an den Reformierten in der Schweiz, die durch einen zusätzlichen Kanton mit Katholiken ihre damalige Mehrheit verloren hätten.

    Niklaus von Flüe gilt als Schutzpatron der Schweiz.

    Vorgeschichte

    Das Gebiet der heutigen Schweiz ist seit der Altsteinzeit (Paläolithikum) besiedelt. Spuren der Magdalénien-Kultur finden sich z. B. im Kesslerloch bei Thayngen. Erst nach der letzten Eiszeit, der sogenannten Würm-Kaltzeit, wurde das Schweizer Mittelland durch die Pfahlbauer dichter besiedelt, besonders die Gebiete um die Seen (→ Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen). Mit dem Beginn der Eisenzeit setzte die keltische Besiedlung des Mittellands ein. Funde bei La Tène im Kanton Neuenburg gaben der gesamten Periode der jüngeren Eisenzeit ihren Namen (→ Latènekultur). Die Kelten pflegten Handelsbeziehungen bis in den griechischen Kulturraum.

    Die Episode um Polyphem aus der Odyssee, die in mündlicher Überlieferung als die «Blendung des Ogers» in der Folklore vieler ethnischer Gruppen weltweit vorkommt, kommt in der schweizerischen Überlieferung für das Gebiet des heutigen Kanton Wallis einer prähistorischen Ursprungsversion am nächsten.

    Frühgeschichte

    Vor der Eroberung durch die Römer lebten laut Aufzeichnungen des römischen Feldherrn und Politikers Julius Caesar in seiner Rechtfertigungsschrift für den Gallischen Krieg (→ De bello Gallico) auf dem Gebiet der heutigen Schweiz verschiedene keltische Stämme und Völker: die Helvetier (Mittelland), die Lepontier (Tessin), die Seduner (Wallis, Genfersee) und die Raetier (Ostschweiz). Im Zuge der Ausdehnung des Römischen Reiches (→ Die Schweiz in römischer Zeit) über die Alpen wurde das Gebiet der heutigen Schweiz bis ins 1. Jahrhundert n. Chr. ins Römische Reich integriert und die Bevölkerung romanisiert. Die wichtigsten römischen Städte der Schweiz waren Aventicum (Avenches), Augusta Raurica, Vindonissa (Windisch), Colonia Iulia Equestris (Nyon) und Forum Claudii Vallensium (Martigny). In der Spätantike wurde die Schweiz, ausgehend von den städtischen Zentren, christianisiert. Frühe Bischofssitze waren Genf, Augusta Raurica/Basel, Martigny/Sitten, Avenches/Lausanne und Chur.

    Die Adelsherrschaften in der heutigen Schweiz im Mittelalter um 1200

    Nach dem Untergang des Römischen Reiches besiedelten die germanischen Stämme der Burgunder und Alamannen von Norden her kommend das Mittelland und vermischten sich mit der romanisierten Bevölkerung. In den zur Römerzeit stärker besiedelten Gebieten der Westschweiz sowie in den Alpentälern hielten sich romanische Sprachen (später Französisch, Rätoromanisch und Italienisch) und das Christentum, während sich in der Nordschweiz das germanische Alemannisch verbreitete. Bis 746 unterwarfen die Franken die Burgunder und Alemannen, womit die Schweiz Teil des Fränkischen Reiches wurde. Bei der Teilung dieses Reiches kam das Gebiet der Schweiz zum Ostfrankenreich, dem späteren Heiligen Römischen Reich. Ihr Gebiet gehörte dabei grösstenteils zum Stammesherzogtum Schwaben und zum Königreich Burgund. Bis ins 9. Jahrhundert wurden auch die Alamannen ausgehend von wichtigen klösterlichen Zentren wie St. Gallen und Reichenau christianisiert.

    In der frühen Geschichte des römisch-deutschen Reichs spielten Adelsgeschlechter aus der Schweiz wie die Habsburger, Kyburger, Lenzburger und Rudolfinger eine wichtige Rolle. Ausserdem waren die Alpenpässe für die deutsche Herrschaft über Italien von grösster Wichtigkeit. So lässt sich erklären, weshalb die deutschen Herrscher immer ein ganz besonderes Augenmerk auf die Talschaften in den Alpen legten und sich bemühten, diese direkt zu beherrschen. Die Bewohner der Talschaften der Innerschweiz sahen diese «Reichsunmittelbarkeit» als Privileg.

    Ab Ende des 12. bis ins 14. Jahrhundert erfolgte eine Wanderbewegung von Bewohnern des Oberwallis in weitere Alpengebiete in der Schweiz, nach Nordwestitalien, Liechtenstein und Westösterreich, vereinzelt auch nach Savoyen und Bayern. Die Aussiedler wurden später als Walser bezeichnet. Auf einer Länge von rund 300 km im Alpenbogen bestehen noch heute rund 150 von den Walsern gegründete Dörfer.

    Alte Eidgenossenschaft

    Die territoriale Entwicklung der Alten Eidgenossenschaft bis 1797
    Die Struktur der Alten Eidgenossenschaft im 18. Jahrhundert. In hellen Farben die Untertanengebiete der Stadt- und Länderorte, der Zugewandten Orte sowie die Gemeinen Herrschaften.
    Darstellung der Eidgenossenschaft auf dem Frontispiz der Topographia Helvetiae von Matthäus Merian, 1654

    Die drei Urkantone oder Waldstätte (Orte) Uri, Schwyz und (bei allerdings unsicherer Lesart) Unterwalden schlossen 1291 nach dem Tod des deutschen Königs Rudolf I. von Habsburg einen Bund zum Schutz ihrer «alten Freiheiten». Eine diesbezügliche Urkunde, der sogenannte Bundesbrief, ist datiert auf Anfang August 1291. Der Legende nach geschah die Beschwörung dieses Bundes auf dem Rütli. Im 19. Jahrhundert wurde der 1. August 1291 als Datum für die «Gründung» der Alten Eidgenossenschaft und damit der 1. August als Schweizer Nationalfeiertag festgelegt.

    Das schlechte Verhältnis zwischen den Eidgenossen und dem Herrscherhaus der Habsburger rührt von der deutschen Königswahl vom 25. November 1314 her, als der Wittelsbacher Ludwig der Bayer und der Habsburger Friedrich der Schöne gleichzeitig zum deutschen König gewählt wurden. Die Eidgenossen hielten zu Ludwig dem Bayern. Dies und ein Überfall auf das Kloster Einsiedeln bewog Leopold I. von Österreich 1315 zu einem Kriegszug gegen die Eidgenossen, der in der Schlacht am Morgarten unglücklich für ihn endete. Um ihre Selbständigkeit gegenüber Habsburg zu wahren, schlossen sich die Reichsstädte Luzern, Zürich, Glarus, Zug und Bern im 14. Jahrhundert dem Bund der Waldstätte an. Das resultierende Gebilde wird als die Acht Alten Orte bezeichnet. Erst als die Städte Zürich, Bern und Luzern durch ihren Betritt die Eidgenossenschaft zum Instrument ihrer Kooperation machten, erlangte der eidgenössische Bund eine stabile politische Bedeutung, welche auch durch die europäischen höfischen Zentren in Wien, Paris und Mailand geduldet wurde.

    Die Schlacht am Morgarten ist heute unter Historikern umstritten. Es folgten weitere Auseinandersetzungen mit dem Haus Habsburg: 1386 bei Sempach (die Lombardei, die ihre wirtschaftlichen Interessen durch die Habsburger gefährdet sah, hatte die eidgenössische Bewaffnung finanziert) und 1388 bei Näfels gelang es den Eidgenossen, habsburgische Ritterheere zu schlagen. 1415 eroberten sie (auf Betreiben von Kaiser Sigismund) die habsburgischen Stammlande im Aargau. Zwischen der Stadt Zürich und den übrigen Eidgenossen kam es wegen der Erbschaft der Grafen von Toggenburg zum Alten Zürichkrieg (1436–1450), in dessen Verlauf sich Zürich mit Habsburg verbündete. Zürich war schliesslich zur Rückkehr in die Eidgenossenschaft gezwungen. Ein weiterer Krieg brachte Habsburg 1460 um den Thurgau, sodass sich Herzog Sigismund von Tirol am 11. Juni 1474 in der «Ewigen Richtung» angesichts der Bedrohung durch Herzog Karl den Kühnen von Burgund gezwungen sah, die Alte Eidgenossenschaft als eigenständiges Staatswesen anzuerkennen. 1474 zogen die Eidgenossen auf Wunsch Kaiser Friedrichs III. gegen Karl den Kühnen und zerstörten in den Burgunderkriegen im Verbund mit Lothringen und Habsburg dessen Reich. Bern und Freiburg expandierten in dieser Zeit ins vormals savoyisch und burgundisch kontrollierte Waadtland, das sie bis 1536 ganz eroberten.

    Der militärische Sieg über die Burgunder bestärkte die Eidgenossenschaft in ihrem Willen nach Selbständigkeit. Aus diesem Grund widersetzte sie sich der Reichsreform des deutschen Königs und späteren Kaisers Maximilian I. Der Versuch Maximilians, die Eidgenossen im Schwabenkrieg gefügig zu machen, endete 1499 im Frieden zu Basel. Als konkrete Folge schlossen sich 1501 Basel und Schaffhausen dem Eidgenössischen Bund an, der sich zu den Dreizehn Alten Orten weiterentwickelte. Dazu kamen weitere Verbündete, die sogenannten Zugewandten Orte, insbesondere das Wallis und die Drei Bünde, aber auch Monarchien wie die Fürstabtei St. Gallen oder die Grafschaft Neuenburg. Als Gemeine Herrschaften wurden bis 1798 Gebiete bezeichnet, die von mehreren der Dreizehn Alten Orte gemeinsam erobert und als Vogteien auch gemeinsam verwaltet wurden. Dazu zählten u. a. Gebiete in den heutigen Kantonen Thurgau und Tessin. Ausserdem besassen die meisten Orte politisch unselbständige Untertanengebiete.

    Die Siege in den Burgunderkriegen und im Schwabenkrieg und ihre moderne Infanterietaktik begründeten den Ruf der eidgenössischen Kämpfer und gaben dem Söldnerwesen enormen Auftrieb. Bis ins 19. Jahrhundert blieb dieses in den ländlichen Regionen der Innerschweiz ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

    Die Expansion der Eidgenossenschaft in Richtung Oberitalien erfolgte zur Sicherung der Alpenpässe. Dadurch wurde die Eidgenossenschaft in die komplizierten italienischen Kriege zwischen Habsburg, Frankreich, Venedig, dem Papst, Spanien und den verschiedenen italienischen Potentaten verwickelt. Aus jener Zeit stammt auch die Schweizergarde, die der Papst Julius II. 1506 gründete. Bis 1513 gelang den Eidgenossen die Eroberung des heutigen Tessins und schliesslich sogar von Mailand, über das sie die Schutzherrschaft ausübten. Nach der Niederlage gegen Frankreich in der Schlacht bei Marignano 1515 endete die militärische Dominanz über Oberitalien. Der politische Mythos der Unbesiegbarkeit der Schweizer war widerlegt und es offenbarte sich die politische Zerstrittenheit der Orte untereinander. Dadurch wurde ab 1515 eine wirksame Aussenpolitik verhindert, und es begann die Phase des «Stillsitzens» (heute Neutralitätspolitik). Die Dreizehn Orte schlossen 1516 den Ewigen Frieden und 1521 ein Soldbündnis mit dem Königreich Frankreich ab und erhielten dafür Pensionen, Zoll- und Handelsvergünstigungen und politischen Beistand bei inneren und äusseren Konflikten. Ausserdem wurde ein Grossteil der Ennetbergischen Gebiete endgültig den Eidgenossen zugesprochen.

    Die von Ulrich Zwingli 1519 eingeleitete Reformation (→ Reformation und Gegenreformation in der Schweiz) in Zürich breitete sich im Mittelland aus und führte zu grossen Spannungen zwischen den verschiedenen Kantonen. Nach dem religiös begründeten Ersten und Zweiten Kappelerkrieg kam es 1531 im Zweiten Kappeler Landfrieden (→ Landfriedensbünde der Schweiz) zum Kompromiss: Zürich, Bern, Basel, Schaffhausen und Teile von Graubünden blieben reformiert; die Urkantone, Luzern, Zug, Solothurn und Freiburg blieben katholisch. 1541 setzte Johannes Calvin in Genf die Reformation durch, das durch sein Wirken zum «reformierten Rom» wurde. Trotzdem kam es noch zweimal in den Villmergerkriegen von 1656 und 1712 zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Konfessionsgruppen unter den Orten. Die Zwinglianer und Calvinisten vereinigten sich 1536 im Helvetischen Bekenntnis und begründeten damit die reformierte Kirche, die sich über England, Schottland und die Niederlande weltweit verbreitete.

    Angesichts der Wirren und Verwüstungen des Dreissigjährigen Krieges beschloss die Eidgenossenschaft 1647 im Defensionale von Wil die «immerwährende bewaffnete Neutralität» und verhielt sich in den Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts weitgehend neutral. Am 24. Oktober 1648 erreichten die Schweizer Kantone im Westfälischen Frieden die Anerkennung ihrer Ausgliederung aus dem Heiligen Römischen Reich und wurden somit unabhängig. Die Auslegung des betreffenden Art. VI IPO bzw. § 61 IPM war umstritten, wurde dann jedoch überwiegend als Anerkennung der völkerrechtlichen Souveränität interpretiert. Im Inneren verhinderte die religiöse Spaltung eine Reform des anachronistischen eidgenössischen Bündnisgeflechts. Besonders die städtischen Kantone konsolidierten im 17. und 18. Jahrhundert ihre Herrschaft im Inneren im absolutistischen Sinn und entwickelten sich wirtschaftlich teilweise so stark, dass von einer Proto-Industrialisierung gesprochen werden kann. Trotzdem blieb die Eidgenossenschaft als Ganzes hinter den Entwicklungen zurück und wurde in der zeitgenössischen Literatur als rückständig, ungeordnet und überkommen wahrgenommen. Damit kontrastiert die in der Aufklärung in Literatur und Malerei vorherrschende Darstellung der Schweiz als Alpenidyll, Arkadien oder als Ort urtümlicher Demokratie (Rousseau).

    Helvetische Republik und Restauration

    Helvetische Revolution und Franzoseneinfall 1797/98
    Die Helvetische Republik bis zum Anschluss Graubündens im April 1799
    Folgen des Wiener Kongresses für die Schweiz

    Am 5. Mai 1798 wurde die Alte Eidgenossenschaft nach kurzer Gegenwehr von Frankreich besetzt und unter der Bezeichnung «Helvetische Republik» als Tochterrepublik seinem Einflussgebiet einverleibt. Die Helvetische Republik war das erste moderne Staatswesen auf Schweizer Gebiet und im Gegensatz zur Tradition als Einheitsstaat stark zentralistisch organisiert. Die bisherigen Unterschiede zwischen Untertanenlande und herrschenden Städten und Orten wurden aufgehoben. Rechtsgleichheit, Schaffung eines einheitlichen Wirtschafts- und Währungsraumes, Glaubens- und Gewissensfreiheit waren nur einige der fortschrittlichen Neuerungen, die damit Eingang in die Schweiz fanden. Als französischer Satellitenstaat wurde die Helvetische Republik jedoch in die Kriegsereignisse der Koalitionskriege hineingezogen und mehrfach Kriegsschauplatz. Nach mehreren Staatsstreichen und der Niederschlagung eines bewaffneten Aufstands verordnete Napoleon Bonaparte 1803 in der Mediationsakte der Schweiz wieder eine föderalistische Verfassung mit autonomen Kantonen. Als Staatsname wurde die Bezeichnung «Schweizerische Eidgenossenschaft» festgelegt. Die ehemaligen Untertanengebiete und die Zugewandten Orte wurden in die neuen Kantone St. Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin und die Waadt umgewandelt.

    1815 wurden die inneren und äusseren Grenzen der Schweiz im Wiener Kongress international anerkannt. Zu den 19 Kantonen der Mediationszeit kamen nun noch Neuenburg, Wallis und Genf hinzu, der Kanton Bern erhielt das Gebiet des Fürstbistums Basel. Im Zweiten Pariser Frieden vom 20. November 1815 verordneten die Grossmächte der Schweiz die «immerwährende bewaffnete Neutralität», um ihr Gebiet dem Einfluss Frankreichs zu entziehen. Die Schweiz wurde durch den «Bundesvertrag» wieder zu einem Staatenbund, sodass während der folgenden Epoche der Restauration die Eigenständigkeit der Kantone gegenüber der napoleonischen Zeit wieder grösser war. Der Kanton Jura entstand erst 1979 durch die Abspaltung eines Teils des 1815 zum Kanton Bern geschlagenen Gebiets.

    Sonderbundskrieg

    Streitigkeiten zwischen den liberal-progressiven und den konservativ-katholischen Kantonen Luzern, Schwyz, Uri, Zug, Ob- und Nidwalden, Freiburg und Wallis (Sonderbund) führten 1847 zum Sonderbundskrieg. Der Bürgerkrieg dauerte vom 3. November bis zum 29. November 1847, als sich das Wallis als letzter der konservativ-katholischen Kantone dem Gegner ergab. Nach offiziellen Angaben hatte der Sonderbundskrieg 150 Menschen das Leben gekostet und rund 400 Verletzte gefordert. Er war die bislang letzte militärische Auseinandersetzung auf Schweizer Boden.

    Gründung und Konsolidierung des neuen Schweizer Bundesstaates

    Nach dem Sieg der liberal-progressiven über die konservativ-katholischen Kantone im Sonderbundskrieg wurde die Schweiz in den modernen Bundesstaat umgewandelt und die Autonomie der Kantone durch die Bundesverfassung von 1848 eingeschränkt. Bern wurde zum Sitz der Bundesbehörden und des Parlaments. Der neu entstandene schweizerische Bundesstaat war in seinen Anfängen politisch von der freisinnigen Bewegung dominiert. Sie stellte die Mehrheit in der Bundesversammlung und den gesamten Bundesrat. Die Bundesverfassung wurde bis jetzt zweimal total revidiert, nämlich 1874 und 1999. Am 1. Januar 1849 wurde die Schweizerische Post (→ Postgeschichte und Briefmarken der Schweiz) gegründet.

    In den ersten 25 Jahren seines Bestehens musste der noch junge Bundesstaat wegen kriegerischer Bedrohungen viermal einen General wählen. Dem erfahrenen und im Sonderbundskrieg umsichtig agierenden General Guillaume Henri Dufour wurde in den Jahren 1849 (Büsinger-Handel), 1856 (Neuenburgerhandel) und 1859 (Savoyerhandel) von der Bundesversammlung erneut der Oberbefehl über das Schweizer Bundesheer übertragen. General Hans Herzog war während des Deutsch-Französischen Kriegs (1870/71) (→ Schweiz im Deutsch-Französischen Krieg) für den Schutz der Landesgrenzen verantwortlich. Im Februar 1871 überquerten unter den Augen der Schweizer Armee etwa 87'000 Mann der geschlagenen französischen «Bourbaki-Armee» in den Kantonen Neuenburg und Waadt die Grenze und wurden interniert. Die Aufnahme und Pflege der entkräfteten Soldaten ist die grösste humanitäre Aktion, welche die Schweiz je durchgeführt hat. (→ Schweiz im Deutsch-Französischen Krieg).

    Auf Initiative von Henry Dunant erfolgte 1864 in Genf die Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz.

    1866 wurden den Schweizer Juden die vollen Bürgerrechte sowie die Niederlassungsfreiheit in der ganzen Schweiz gewährt. Die vollständige Glaubensfreiheit folgte jedoch erst mit der Totalrevision der Schweizer Bundesverfassung 1874 (→ Judentum in der Schweiz).

    Während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Schweiz von einer starken Welle der Industrialisierung und des Eisenbahnbaus (→ Geschichte der Schweizer Eisenbahn) erfasst. Wie kein anderer nahm der Politiker, Wirtschaftsführer und Eisenbahnunternehmer Alfred Escher Einfluss auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz in jener Zeit. Nebst seinen politischen Ämtern war er massgeblich beteiligt bei den Gründungen der Schweizerischen Nordostbahn, dem Eidgenössischen Polytechnikum, der Schweizerischen Kreditanstalt, der Schweizerischen Lebensversicherungs- und Rentenanstalt, der Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft sowie der Gotthardbahn.

    Immer deutlicher zeigten sich die Schattenseiten der Industrialisierung, z. B. mit der Kinderarbeit. Als erste Kantone erliessen Glarus und Zürich Fabrikgesetze zum Schutze der Arbeiter. 1877 übernahm der Bundesstaat die entsprechende Gesetzgebungskompetenz um die schlimmsten Missstände landesweit zu bekämpfen.

    Auf religiösem und kulturellem Gebiet fand die Konfrontation zwischen dem Liberalismus und dem Konservativismus ihre Fortsetzung im Kulturkampf. Die Integration der Katholiken in den neuen Bundesstaat erfolgte 1891 durch die Wahl von Josef Zemp in den Bundesrat. Er war der erste Katholik in der Landesregierung. Zuvor war das Gremium seit Gründung des Bundesstaates ausschliesslich mit Vertretern der Liberalen besetzt gewesen. Seither traten die bürgerlichen Parteien mehr oder weniger geschlossen gegen die Arbeiterbewegung an (seit dem Ersten Weltkrieg im «Bürgerblock»).

    Zwischen Erstem und Zweiten Weltkrieg

    Während des Ersten Weltkriegs (→ Die Schweiz im Ersten Weltkrieg) bewahrte die Schweiz die bewaffnete Neutralität. Unter General Ulrich Wille erfolgte die Grenzbesetzung 1914–1918. Die Schweiz wurde im Ersten Weltkrieg – obwohl ab 1915 vollständig von kriegführenden Nachbarstaaten umgeben – nicht durch eine Invasion in Mitleidenschaft gezogen. Die Kriegsjahre stellten Volk und Armee jedoch vor schwere innere Probleme.

    Im Landesstreik von 1918 kam es zur bisher schärfsten Konfrontation zwischen Arbeiterschaft und Bürgertum in der Schweiz. Die Arbeiterbewegung konnte sich politisch auf nationaler Ebene erst nach der Einführung des Proporzwahlverfahrens 1919 etablieren.

    Die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein unterzeichneten 1923 den heute noch gültigen Zollvertrag.

    Das Friedensabkommen in der Metall- und Uhrenindustrie zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen läutete 1937 das Zeitalter des Arbeitsfriedens und der Gesamtarbeitsverträge ein. Seitdem sind Streiks in der Schweiz äusserst selten. Aus den Nationalratswahlen 1943 ging die Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) als stärkste Fraktion hervor. In der Folge wurde mit Ernst Nobs erstmals ein Sozialdemokrat in den Bundesrat gewählt. Mit der Einführung der Alters- und Hinterbliebenenversicherung (AHV) 1948 ging eine weitere Forderung aus dem Generalstreik in Erfüllung.

    Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs (→ Die Schweiz im Zweiten Weltkrieg) berief sich die Schweiz erneut auf die bewaffnete Neutralität und ordnete die allgemeine Mobilmachung der Armee unter dem Oberbefehlshaber General Henri Guisan an. Die Schweizer Armee zog sich mit dem Aktivdienst ins Réduit zurück, um einem deutschen Angriff möglichst harten Widerstand in Gebirgsstellungen entgegenzuhalten. Der Bevölkerung der Schweiz wurde durch die behördlich geförderte Bewegung der «Geistigen Landesverteidigung» ein starker Behauptungswillen gegen den Nationalsozialismus vermittelt. Die Schweiz nahm während der Herrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland zeitweise Flüchtlinge auf, wies aber nach einiger Zeit gezielt Juden und vor allem als «politisch Verfolgte» eingestufte Flüchtende zurück. Als Reaktion trat der jüdische Nationalrat David Farbstein 1938 zurück. Am 31. August 1938 drohte die Schweiz an, das deutsch-schweizerische Sichtvermerksabkommen aufzukündigen, mit dem 1926 ein visafreier Grenzübertritt vereinbart worden war und das nach dem Anschluss Österreichs ohne formellen Vertrag auch dort Anwendung fand. Um die Visafreiheit für «deutschblütige» Staatsangehörige zu erhalten, erklärte sich die deutsche Seite nach mehrtägigen Verhandlungen am 29. September 1938 bereit, die Reisepässe von Juden besonders zu kennzeichnen. Pässe mit einem Judenstempel berechtigten den Inhaber zum Grenzübertritt nur dann, wenn vorher ein Visum zur Durchreise oder zum Aufenthalt erteilt worden war. Viele Flüchtlinge wurden an den Grenzen zurückgeschickt, manche wurden sogar festgenommen und an deutsche Behörden ausgeliefert. Die ins Land gelassenen Flüchtlinge wurden spätestens nach Kriegsbeginn in Lager interniert. Sie durften sich in keiner Weise politisch äussern. In den Konzentrationslagern der Nazis litten zwischen 1933 und 1945 auch rund 1000 Schweizer Bürger, mindestens 200 davon starben. Keine gewalttätige Auseinandersetzung hat in den letzten 200 Jahren mehr Schweizer Todesopfer gefordert.(→ Schweizer in Nazi-Konzentrationslagern)

    1942 trat nach 24 Jahren Vorbereitung das Schweizerische Strafgesetzbuch in Kraft (zuvor hatte jeder Kanton sein eigenes Strafgesetzbuch). So sind homosexuelle Handlungen in der Schweiz seit 1942 legal (→ Geschichte der Homosexualität in der Schweiz).

    Die Schweiz in der Nachkriegszeit bis heute

    Die Schweiz war nach dem Sieg der Alliierten zunächst aussenpolitisch isoliert. Die Siegermächte betrachteten die Schweizer als «Kriegsgewinnler», die mit den Nazis kooperiert hatten. Mit dem Abkommen von Washington willigte die Schweiz 1946 ein, den USA 250 Mio. Fr. zu zahlen, dafür wurden Schweizer Konten entsperrt und die «Schwarze Liste», auf der Schweizer Unternehmen standen, die mit den Nazis kooperiert hatten, gelöscht.

    Die Schweizer Bevölkerung half durch die Schweizer Spende und die Kinderhilfe des Schweizerischen Roten Kreuzes der notleidenden Bevölkerung im Nachkriegseuropa. Notleidende österreichische und deutsche Kinder wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von Schweizer Gasteltern als Schweizer Kinder eingeladen.

    In der Nachkriegszeit wurden problematische Themen der Vergangenheit aufgegriffen wie die Verfolgung der Jenischen durch das Programm «Kinder der Landstrasse», die Verdingkinder-Problematik, die Administrative Versorgung, die Zwangssterilisationen, die wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Apartheid-Staat Südafrika oder die Rolle der Schweizer Banken im Zusammenhang mit Fluchtgeldern von Diktatoren der Dritten Welt. In den späten 1990er-Jahren entfachte ein Streit über die Entschädigung verlorener jüdischer Vermögen bei Schweizer Banken in der Zeit von 1933 bis 1945. Die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg wurde in den 1990er-Jahren im Bergier-Bericht kritisch aufgearbeitet.

    EFTA (seit 1995)
  • Mitgliedstaaten
  • Ehemalige Mitglieder
  • 1960 wurde die Schweiz Mitglied der neugegründeten Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA). Die Schweiz gehörte 1961 zu den Gründungsmitgliedern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Nach längerer innenpolitischer Auseinandersetzung, die sich hauptsächlich um die Frage der Neutralität drehte, trat die Schweiz 1963 dem Europarat bei und ratifizierte 1974 die Europäische Menschenrechtskonvention. 1970 unternahm der Bundesrat erste Schritte der Schweiz in Richtung EWG, die 1972 in einem Freihandelsabkommen mündeten. 1971 wurde in einer Volksabstimmung das Frauenstimmrecht nach jahrzehntelangem Kampf angenommen. 1973 erfolgte der Beitritt zur Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

    1969 und 1970 erschütterten drei Terroranschläge gegen die Luftfahrt das Land. Dabei kamen insgesamt 51 Menschen ums Leben und die Swissair verlor 2 Flugzeuge (→ Palästinensische Terroranschläge von 1969 und 1970 gegen die Schweiz). 1982 wurden die Pilatus-Flugzeugwerke in Stans Opfer eines Brandanschlags.

    Die Jurafrage beschäftigte die Schweiz während Jahrzehnten. Schliesslich wurde 1979 durch die Abspaltung der französischsprachigen Amtsbezirke Delsberg, Ajoie und Freiberge vom Kanton Bern der neue Kanton Jura gegründet.

    Als erste Frau wurde Elisabeth Kopp 1984 in den Bundesrat gewählt.

    Die Armee konnte in der Schweiz bis in die 1990er-Jahre eine starke gesellschaftliche Stellung behaupten, da durch ihren Aufbau als Milizarmee eine starke Verflechtung von zivilen und militärischen Führungskadern gegeben war. Bereits in den 1970er-Jahren und verstärkt anlässlich der GSoA-Armeeabschaffungsinitiative 1989 kam es aber auch zu Spannungen zwischen Traditionalisten und Kritikern um die Rolle der Armee in der Gesellschaft. Seit dem Ende des Kalten Krieges nahm der Einfluss der Schweizer Armee auf die Zivilgesellschaft stark ab.

    Der von der Regierung angestrebte Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) scheiterte am 6. Dezember 1992 bei einer Abstimmung (→ Alleingang der Schweiz). Nach dem Jahr 1999 stimmte das Schweizervolk mehreren bilateralen Verträgen mit der Europäischen Union zu. 2005 trat die Schweiz auch den Schengen- und Dublin-Abkommen bei. Die Schweiz trat nach einer positiv ausgegangenen Volksabstimmung am 10. September 2002 den Vereinten Nationen (UNO) bei.

    Von 2014 bis 2021 fanden Verhandlungen für ein Rahmenabkommen EU-Schweiz statt. Als Ergebnis wurde im November 2018 ein Vertragsentwurf vorgelegt, der jedoch nicht umgesetzt wurde. Im Mai 2021 wurden die Verhandlungen von der Schweiz ergebnislos abgebrochen.

    Wegen der COVID-19-Pandemie in der Schweiz erklärte der Bundesrat die «besondere Lage» nach Epidemiengesetz mit Wirkung ab 28. Februar 2020. Sie wurde ab 16. März 2020 durch die «ausserordentliche Lage» abgelöst, die bis am 19. Juni 2020 galt. Seither ist wieder die «besondere Lage» in Kraft Die ausserordentliche Lage gab dem Bundesrat die Befugnis, mit Notrecht zu regieren. Es war das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass der Bundesrat längere Zeit von dieser Möglichkeit Gebrauch machte. Die vom Bundesrat erlassenen Massnahmen umfassten

    • das Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern, weshalb u. a. der Engadin Skimarathon, der Automobilsalon Genf sowie die Basler Fasnacht abgesagt wurden,
    • die Schliessung aller Läden (ausser für Dinge des täglichen Bedarfs), Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe,
    • die Umstellung auf Fernunterricht in Schulen und Universitäten,
    • die Möglichkeit, bis zu 8000 Angehörige der Schweizer Armee in den Assistenzdienst aufzubieten, um die zivilen Behörden zu unterstützen. Dies bedeutete das grösste Truppenaufgebot der Schweizer Armee seit dem Zweiten Weltkrieg.

    Zeitleiste der wichtigsten Ereignisse der Schweizer Geschichte

    Reihenfolge des Eintritts der Kantone in die Eidgenossenschaft

    1291 1332 1351 1352 1353 1481 1501 1513 1803 1815 1979
    Kanton Uri Uri
    Kanton Schwyz Schwyz
    Unterwalden
    Kanton Luzern Luzern Kanton Zürich Zürich Kanton Glarus Glarus
    Kanton Zug Zug
    Kanton Bern Bern Kanton Freiburg Freiburg
    Kanton Solothurn Solothurn
    Basel
    Kanton Schaffhausen Schaffhausen
    Appenzell Kanton St. Gallen St. Gallen
    Kanton Graubünden Graubünden
    Kanton Aargau Aargau
    Kanton Thurgau Thurgau
    Kanton Tessin Tessin
    Kanton Waadt Waadt
    Kanton Wallis Wallis
    Kanton Neuenburg Neuenburg
    Kanton Genf Genf
    Kanton Jura Jura

    Herkunft des Namens

    Helvetia auf dem 2-Frankenstück

    Der Landesname «Schweiz» ist sprachgeschichtlich identisch mit dem Orts- und Kantonsnamen «Schwyz» (vgl. dort). In den Kriegen der alten Eidgenossen gegen die Habsburger spielten die Schwyzer Truppen eine wichtige Rolle. Die Schwyzer hatten zudem eine grosse Bedeutung für das europäische Söldnergeschäft. Nach der Schlacht bei Sempach von 1386 wurde der Name «Swiz» oder «Sweiz» legendär: Die deutschen Chronisten bezeichneten nun alle Eidgenossen so. Das erste schriftliche Zeugnis dafür stellt ein Rechtsdokument des Königs Sigismund aus dem Jahr 1415 dar, in dem von «Schweizern» die Rede ist.

    Die Mitglieder der Eidgenossenschaft benutzten diesen Sammelnamen ab dem Schwabenkrieg von 1499, als die als «Schweizer» beschimpften Eidgenossen in trotzigem Stolz anfingen, sich selbst so zu bezeichnen. Offiziell benutzten sie aber weiterhin den – sachlich zutreffenderen – Begriff «Eidgenossen». Erst im 18. Jahrhundert begann der Chronist Johannes von Müller damit, die Eidgenossen als «schweizerische Eidgenossen» zu bezeichnen. 1803 wurde dieser Begriff in der Mediationsverfassung erstmals amtlich gebraucht.

    Der lateinische Name der Schweiz, Confoederatio Helvetica, nimmt Bezug auf den antiken keltischen Stamm der Helvetier, der im Schweizer Mittelland und in Teilen Süddeutschlands siedelte.

    Nach dem Ende der Alten Eidgenossenschaft 1798 wurde das neue Schweizer Staatswesen gemäss der gängigen Praxis bei der Namensgebung für französische Tochterrepubliken «Helvetische Republik» genannt. Bei der Neukonstituierung der Schweiz als Staatenbund 1803 wich man jedoch auf die Bezeichnung «Schweizerische Eidgenossenschaft» aus, um sich von der politisch instabilen und zentralistischen Helvetischen Republik abzugrenzen. Der Ausdruck «Confoederatio Helvetica» wurde 1848 anlässlich der Schaffung des Bundesstaates eingeführt. Er findet sich seit 1879 auf Münzen sowie seit 1948 auf dem Siegel der Eidgenossenschaft und liegt dem Landeskürzel «CH» zugrunde.

    In irischer (an Eilvéis), griechischer (Ελβετία, translit. Elvetia) und rumänischer Sprache (Elveţia) wird der Ausdruck «Helvetia» ebenfalls verwendet, im Italienischen ist als Adjektiv elvetico (für schweizerisch) gebräuchlich. In der Bundesverfassung von 1848 wurde der Landesname offiziell mit Schweizerische Eidgenossenschaft festgelegt.

    Mythen

    Der Apfelschuss, Fresko von Ernst Stückelberg in der Tellskapelle
    Konrad Grob: Der Heldentod Arnold von Winkelrieds bei der Schlacht von Sempach

    Die Nationalmythen der Schweiz sind eine Reihe von politischen Mythen und Legenden, die das schweizerische Nationalbewusstsein prägten und durch ihre Identifikationsfunktion entscheidend zum nationalen Zusammenhalt, insbesondere nach der Gründung des Bundesstaates 1848, beitrugen. Zu den Nationalmythen zählen u. a. die nachfolgenden Personen und Ereignisse:

    • Wilhelm Tell: Der Freiheitskämpfer Wilhelm Tell gilt seit Ende des 19. Jahrhunderts als der Nationalheld des Landes. Weltbekannt wurde die Figur Tell durch das gleichnamige Bühnendrama von Friedrich Schiller.
    • Rütlischwur: Der Legende nach schlossen Vertreter von Uri (Walter Fürst), Schwyz (Werner Stauffacher) und Unterwalden (Arnold von Melchtal) auf dem Rütli, einer Wiese am Vierwaldstättersee, per Eid einen gegen die Habsburger «bösen Vögte» gerichteten Bund. Diese Geschichte einer ersten Verschwörung vermischte sich ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit der Vorstellung, der Bund sei schriftlich gefasst und besiegelt gewesen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde eine auf Anfang August 1291 datierte Urkunde vom Bundesrat als «Bundesbrief von 1291» in den Rang eines «Gründungsdokuments» der Eidgenossenschaft erhoben.
    • Helvetia: Seit dem 17. Jahrhundert versinnbildlicht Helvetia, eine allegorische Frauenfigur, die Schweiz. Sie gilt als die Identifikationsfigur der Eidgenossenschaft. Noch heute befindet sich das Bildnis der Helvetia auf den Münzen zu ½, 1 und 2 Franken.
    • Arnold Winkelried: Am 9. Juli 1386 soll der Legende nach Arnold Winkelried bei der Schlacht von Sempach ein Bündel Lanzen der habsburgischen Ritter gepackt und, sich selbst aufspiessend, den Eidgenossen eine Bresche geöffnet haben. Diese aufopferungsvolle Tat soll der Schlüssel zum eidgenössischen Sieg gegen die Habsburger gewesen sein. Zuvor soll er noch die Worte «Sorget für mein Weib und Kind» gesagt haben. Die erste Erwähnung eines derartigen Helden, allerdings noch ohne Namen, erfolgte erst 1476 in der Zürcher Chronik.
    • Stauffacherin: Gertrud Stauffacher, in Friedrich Schillers Wilhelm Tell die Ehefrau des Landammanns Werner Stauffacher, Symbolfigur der kühnen und energischen Schweizerin.
    • Kappeler Milchsuppe: Im Ersten Kappelerkrieg Ende Juni 1529 marschierten die Zürcher Truppen gegen die Innerschweizer Kantone. Dank der Vermittlung durch die neutralen Orte konnte ein Bruderkrieg unter den Eidgenossen verhindert werden. Während der Verhandlungen kam es der Legende nach zwischen den beiden Heeren zu Fraternisierungserscheinungen. Die Soldaten kochten und assen, genau auf der Grenze zwischen den beiden Kantonen, gemeinsam eine Milchsuppe. Das gemeinsame Mahl hat für die Identitätsfindung der Schweiz einen grossen Symbolwert.
    Politisches System der Schweiz

    Die Politik der Schweiz ist durch das Selbstverständnis als Willensnation geprägt – die nationale Identität basiert nicht auf einer gemeinsamen Sprache und Kultur, sondern unter anderem auf der gemeinsamen Geschichte, gemeinsamen Mythen, der freiheitlichen, basisdemokratischen und föderalistischen Tradition sowie zum Teil aus dem Gefühl, als neutraler und mehrsprachiger, auf sich selbst gestellter «Kleinstaat» in Europa einen «Sonderfall» zu bilden. Es liegt ein Direktorialsystem vor.

    Diese Voraussetzungen haben sich in einem in seiner Gesamtheit einzigartigen politischen System niedergeschlagen, in dem der Föderalismus, erweiterte politische Volksrechte bzw. Elemente der direkten Demokratie, die aussenpolitische Neutralität und innenpolitischer Konsens im Vordergrund stehen.

    Politisches System

    Die jährliche Landsgemeinde im Kanton Glarus. Hierbei stehen die Stimmberechtigten im «Ring».
    Landsgemeinde (Stimmberechtigte) im Kanton Appenzell Innerrhoden


    Die ursprüngliche Schweizer Basisdemokratie in dieser Form praktizieren nur noch diese beiden Kantone.
    Die Judikative der Schweiz – das Bundesgericht in Lausanne (VD)


    Die Schweiz ist ein republikanisch verfasster Bundesstaat. Sie unterscheidet sich von anderen Republiken durch

    Wie in Demokratien üblich, ist die Staatsgewalt, gestützt auf die Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, in drei Säulen gegliedert:

    • Die Legislative (Bundesversammlung) besteht aus zwei Kammern, dem Nationalrat mit 200 Mitgliedern als Vertreter des Volks sowie dem Ständerat mit 46 Mitgliedern als Vertreter der Kantone. Das Schweizer Parlament ist ein sogenanntes Milizparlament: Die National- und Ständeräte üben ihr Mandat (wenigstens nominell) nebenberuflich aus. Die Erneuerungswahlen finden alle vier Jahre statt (→ Schweizer Parlamentswahlen 2019).
    • Die Exekutive ist der Bundesrat mit der Verwaltung. Er besteht aus sieben gleichberechtigten Mitgliedern (Kollegialitätsprinzip), den sogenannten «Bundesräten» (Ministern), die je einem Departement der Bundesverwaltung vorstehen. Die Bundesräte werden vom Parlament gewählt. Für jeweils ein Jahr wird ein Mitglied des Bundesrates von der Bundesversammlung zum Bundespräsidenten gewählt. Er leitet die Sitzungen des Bundesrates und nimmt repräsentative Aufgaben im In- und Ausland wahr, hat aber keine Vorrechte gegenüber dem Restbundesrat. Für gewöhnlich rotiert der Vorsitz auf Grundlage des Amtsalters, die eigentliche Wahl gilt allgemein als Formsache zu dessen Bestätigung; eine Ablehnung durch das Parlament ist dabei allerdings theoretisch möglich. Der Bundespräsident wird während dieses Jahres in der Öffentlichkeit in der Regel als Herr Bundespräsident, Frau Bundespräsidentin angesprochen, nicht mehr als Herr Bundesrat bzw. Frau Bundesrätin. Während des Präsidialjahres nimmt ein Bundesrat seine üblichen Regierungsaufgaben voll wahr.
    • Die Judikative besteht auf Bundesebene aus dem Bundesgericht mit Sitz in Lausanne und zwei sozialrechtlichen Abteilungen des Bundesgerichts in Luzern (bis 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht) als oberster gerichtlicher Instanz. Als untere eidgenössische Instanzen sind das Bundesstrafgericht in Bellinzona sowie das Bundesverwaltungsgericht und das Bundespatentgericht, beide in St. Gallen, tätig. Gewählt werden die Bundesrichter, die meistens einer Partei angehören, von der Bundesversammlung. Das Strafgericht hat die Arbeit 2004 aufgenommen; das Verwaltungsgericht tat dies 2007.
      Ein besonderer Verfassungsgerichtshof wie in anderen Ländern existiert in der Schweiz nicht, doch können alle Gerichte eine (beschränkte) Verfassungsgerichtsbarkeit ausüben. Für das Bundesgericht und die übrigen Gerichte sind nach Art. 190 Bundesverfassung (BV) die Bundesgesetze verbindlich; sie können solche nicht aufheben, für ungültig erklären oder ihnen die Anwendung versagen.

    Die Reihenfolge der einzelnen Bundesräte ergibt sich wie folgt: Der Bundespräsident oder die Bundespräsidentin steht zuoberst der Rangliste, gefolgt vom Vizepräsidenten oder der Vizepräsidentin. Danach folgen die Bundesräte in der Reihenfolge des Amtsalters zur Wiederwahl gemäss Anciennitätsprinzip.

    Im Rahmen der Bundesratswahl 2019 hat die Vereinigte Bundesversammlung am 4. Dezember 2019 die sieben Bundesräte und den Bundeskanzler gewählt. Dabei wurden alle sieben bisherigen Bundesräte wiedergewählt. Die aktuelle Zusammensetzung des Bundesrates mit Parteizugehörigkeit und Verteilung der Departemente ist:

    Bundeskanzler der Schweizerischen Eidgenossenschaft und somit Vorsteher der Bundeskanzlei (BK) ist seit Dezember 2015 Walter Thurnherr (CVP/AG).

    Politische Indizes

    Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene Politische Indizes
    Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe Jahr
    Fragile States Index 17,1 von 120 176 von 178 Stabilität des Landes: sehr nachhaltig
    0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend
    2020
    Demokratieindex 8,83 von 10 12 von 167 Vollständige Demokratie
    0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie
    2020
    Freedom in the World Index 96 von 100 Freiheitsstatus: frei
    0 = unfrei / 100 = frei
    2020
    Rangliste der Pressefreiheit 10,55 von 100 10 von 180 Gute Lage für die Pressefreiheit
    0 = gute Lage / 100 = sehr ernste Lage
    2021
    Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 85 von 100 3 von 180 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber 2020

    Staatshaushalt

    Zinsen zehnjähriger Staatsanleihen

    Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 213,4 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 215,9 Milliarden US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsüberschuss in Höhe von 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
    Die Staatsverschuldung betrug 2016 45,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

    2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des Bruttoinlandsprodukts) im Bereich Gesundheit 10,8 Prozent, im Bereich Bildung 5,8 Prozent im Jahr 2005 und im Bereich Militär 1,0 Prozent im Jahr 2005.

    2016 verzeichnete der Bund Einnahmen (Erträge) von 67,01 Milliarden Franken. Die wichtigste Einnahmequelle war die Mehrwertsteuer (drei verschiedene Sätze) mit 34,0 Prozent, gefolgt von der direkten Bundessteuer mit 31,0 Prozent, der Verrechnungssteuer (8,0 Prozent), der Mineralölsteuer (7,0 Prozent), der Tabaksteuer (3,0 Prozent), den Stempelabgaben (3,0 Prozent), weiteren Fiskaleinnahmen (8,0 Prozent) und nichtfiskalische Einnahmen (7,0 Prozent).

    Der Bund tätigte im Jahr 2016 Ausgaben (Aufwendungen) in Höhe von 66,26 Milliarden Franken für folgende Sektoren: soziale Wohlfahrt (34,0 Prozent), Finanzen und Steuern (14,0 Prozent), Verkehr (14,0 Prozent), Bildung und Forschung (11,0 Prozent), sonstige Ausgaben (10,0 Prozent), Landesverteidigung (7,0 Prozent), Landwirtschaft und Ernährung (6,0 Prozent) sowie Beziehungen zum Ausland (5,0 Prozent).

    Die Einnahmen der 26 Kantone beliefen sich 2016 auf 89,6 Milliarden Franken.

    Durch die seit 2003 in der Verfassung verankerten Schuldenbremse soll der Bund verpflichtet werden, Einnahmen und Ausgaben über den Konjunkturzyklus hinweg im Gleichgewicht zu halten.

    Von der Ratingagentur Standard & Poor’s werden die Staatsanleihen der Schweiz bereits seit dem Jahre 1989 unverändert mit der Bestnote AAA bewertet (Stand 2018). Die langfristigen Zinsen für Schweizer Staatsanleihen sind im internationalen Vergleich sehr gering (siehe Grafik rechts).

    Politische Parteien

    Die Schweiz hat viele nationale, regionale und lokale politische Parteien. Die Organisation und Finanzierung der Parteien ist gesetzlich weitgehend nicht geregelt.

    2015Gesamterneuerungswahlen
    des Nationalrats 2019
    2023
    Wahlbeteiligung: 45,1 %
    %
    30
    20
    10
    0
    25,6
    16,8
    15,1
    13,2
    11,4
    7,8
    2,5
    2,1
    1,0
    4,6
    Gewinne und Verluste
    im Vergleich zu 2015
    %p
    8
    6
    4
    2
    0
    -2
    -4
    −3,8
    −2,0
    −1,3
    +6,1
    −0,2
    +3,2
    −1,6
    +0,2
    −0,2
    −0,3
    Vier der fünf wählerstärksten Parteien sind im Bundesrat vertreten (siehe auch Zauberformel)
    Politische Partei Abk. Einordnung Ausrichtung Wähleranteil 2019
    Schweizerische Volkspartei SVP rechts nationalkonservativ 25,6 %
    Sozialdemokratische Partei der Schweiz SP links sozialdemokratisch 16,8 %
    FDP.Die Liberalen FDP Mitte-rechts liberal 15,1 %
    Grüne Partei der Schweiz Grüne links ökologisch 13,2 %
    Christlichdemokratische Volkspartei CVP Mitte christdemokratisch 11,4 %
    Stärkste Partei je Gemeinde (2019)

    Laut einer Meinungsumfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus dem Jahr 2016 haben 19 Prozent der Schweizer Vertrauen in ihre Politiker. Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen ist das zwar ein geringer Wert, doch das Vertrauen ist wesentlich höher als im westeuropäischen Durchschnitt mit 13 Prozent.

    Kantone

    Schweizer Kantone
    Hauptartikel: Kanton (Schweiz)

    Die Schweiz besteht aus 26 Kantonen (vor der Totalrevision der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft von 1999: 23 Kantone, wovon drei in je zwei Halbkantone gegliedert waren). Traditionell werden die Kantone auch als Stände, auf kantonaler Ebene auch als Staat (französischétat) bezeichnet.

    Die unten stehende Tabelle führt die 26 Kantone mit ihren Eckdaten auf. Dabei sind die Kantone in der Reihenfolge, wie sie in der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft aufgeführt werden, sortiert. Die Einwohnerzahlen datieren auf den 31. Dezember 2019, die Ausländeranteile auf den 31. Dezember 2019 und die Arbeitslosenquoten auf den 30. Juni 2021.

    Kantone mit ihren Eckdaten
    Abk.
    Kanton
    Hauptort
    Gesamtfläche
    (km²)
    Einwohner Einwohner
    pro km²
    Ausländer
    (%)
    Arbeitslosen-
    quote (%)
    Amtssprache
    ZH Kanton Zürich Zürich Zürich 1729 1'539'275 890 27,1 2,9 Deutsch
    BE Kanton Bern Bern Bern 5959 1'039'474 174 16,6 2,2 Deutsch, Französisch
    LU Kanton Luzern Luzern Luzern 1493 413'120 277 18,8 2,0 Deutsch
    UR Kanton Uri Uri Altdorf 1077 36'703 34 12,6 0,9 Deutsch
    SZ Kanton Schwyz Schwyz Schwyz 908 160'480 177 21,9 1,2 Deutsch
    OW Kanton Obwalden Obwalden Sarnen 491 37'930 77 14,7 1,0 Deutsch
    NW Kanton Nidwalden Nidwalden Stans 276 43'087 156 14,8 1,2 Deutsch
    GL Kanton Glarus Glarus Glarus 685 40'590 59 24,2 1,8 Deutsch
    ZG Kanton Zug Zug Zug 239 127'642 534 28,3 2,4 Deutsch
    FR Kanton Freiburg Freiburg Freiburg 1671 321'783 193 22,8 2,8 Französisch, Deutsch
    SO Kanton Solothurn Solothurn Solothurn 791 275'247 348 22,9 2,8 Deutsch
    BS Kanton Basel-Stadt Basel-Stadt Basel 37 195'844 5293 36,6 3,8 Deutsch
    BL Kanton Basel-Landschaft Basel-Landschaft Liestal 518 289'468 559 23,1 2,4 Deutsch
    SH Kanton Schaffhausen Schaffhausen Schaffhausen 298 82'348 276 26,1 3,1 Deutsch
    AR Kanton Appenzell Ausserrhoden Appenzell Ausserrhoden Herisau, Trogen1 243 55'445 228 16,5 1,9 Deutsch
    AI Kanton Appenzell Innerrhoden Appenzell Innerrhoden Appenzell 173 16'128 93 11,3 0,8 Deutsch
    SG Kanton St. Gallen St. Gallen St. Gallen 2026 510'734 252 24,4 2,3 Deutsch
    GR Kanton Graubünden Graubünden Chur 7105 199'021 28 18,8 1,2 Deutsch, Rätoromanisch, Italienisch
    AG Kanton Aargau Aargau Aarau 1404 685'845 488 25,3 3,4 Deutsch
    TG Kanton Thurgau Thurgau Frauenfeld 991 279'547 282 25,2 2,3 Deutsch
    TI Kanton Tessin Tessin Bellinzona 2812 351'491 125 27,6 2,8 Italienisch
    VD Kanton Waadt Waadt Lausanne 3212 805'098 251 33,0 3,9 Französisch
    VS Kanton Wallis Wallis Sitten 5224 345'525 66 22,6 2,7 Französisch, Deutsch
    NE Kanton Neuenburg Neuenburg Neuenburg 803 176'496 220 25,3 3,9 Französisch
    GE Kanton Genf Genf Genf 282 504'128 1788 40,0 4,9 Französisch
    JU Kanton Jura Jura Delsberg 838 73'584 88 14,7 4,7 Französisch
    CH Schweizerische Eidgenossenschaft Bern (Bundesstadt) 41285 8'606'033 208 25,3 2,8 Deutsch (65,6 %), Französisch (22,8 %),
    Italienisch (8,4 %), Rätoromanisch (0,6 %)
    1 Herisau ist Sitz der Regierung und des Parlaments des Kantons Appenzell Ausserrhoden, der Sitz der kantonalen Gerichte ist Trogen. Die frühere Landsgemeinde wurde abwechslungsweise in Trogen und Hundwil abgehalten. Appenzell Ausserrhoden hat daher keinen klar definierten Hauptort.
    Das Haus der Kantone an der Speichergasse in Bern

    Die Kantonsregierungen werden – je nach Kanton – als Regierungsrat, Regierung, Staatsrat, Standeskommission, Conseil exécutif, Conseil d’État (beide französisch), Consiglio di Stato (italienisch) oder Regenza Governo (rätoromanisch) bezeichnet. Die Kantonsparlamente sind als Einkammernparlamente organisiert und heissen Kantonsrat, Grosser Rat, Landrat, Grand Conseil (französisch), Gran Consiglio (italienisch) oder Cussegl grond (rät.).

    Die administrative Ebene zwischen Kanton und Gemeinde wird – soweit überhaupt vorkommend – in den meisten Kantonen als Bezirk bezeichnet, in manchen Kantonen als Verwaltungsregion, Verwaltungskreis, Wahlkreis, Amtei, Amt, im französischsprachigen Landesteil district, im italienischen Landesteil distretto, im rätoromanischen Landesteil districts.

    Aufgrund des Föderalismus in der Schweiz liegt die Verantwortung für viele staatliche Aufgaben ganz oder teilweise bei den Kantonen, so im Schul-, Gesundheits-, Finanz-, Polizei- und Justizwesen sowie im Verwaltungsrecht. Um diese Aufgaben effizient und nach einheitlichen Grundsätzen zu bewältigen, haben die Kantone zahlreiche interkantonale Konkordate geschlossen. Alle Kantone gehören überdies einer von fünf Regionalkonferenzen an, die ihnen der gegenseitigen Information, der Koordination der Regierungstätigkeiten und der wirkungsvollen Interessenvertretung gegenüber dem Bund dienen. Weiter arbeiten die Kantone im Rahmen der verschiedenen Direktorenkonferenzen (z. B. Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren oder Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren) zusammen. Die Sekretariate dieser Konferenzen befinden sich im Haus der Kantone in Bern.

    Enklaven und Exklave

    Büsingen am Hochrhein wie auch Campione d’Italia sind Enklaven in der Schweiz. Die deutsche Gemeinde Büsingen ist nördlich des Rheins vom Kanton Schaffhausen umgeben, südlich davon grenzt sie an die Kantone Zürich und Thurgau. Das italienische Campione, bekannt für sein Spielcasino, liegt am Luganersee innerhalb des Kantons Tessin. Zollrechtlich sind beide Enklaven seit dem 1. Januar 2020 unterschiedlich zu behandeln. Während Büsingen Teil des Schweizer Zollgebiets ist, ist Campione dies seit dem 1. Januar 2020 nicht mehr. Stattdessen gehört die Gemeinde seitdem zum Zollgebiet der Europäischen Union.

    Lange Zeit funktionale Enklave war das italienische Livigno. Seit der Errichtung einer Passstrasse ist Livigno auch von Italien aus zu erreichen. Um das Leben in der dennoch abgeschiedenen Lage zu attraktivieren, ist die Gemeinde heute ein italienisches Zollausschlussgebiet, nachdem sie zuvor dem Schweizer Zollgebiet angehörte.

    Die Gemeinde Samnaun war lange Zeit eine funktionale Exklave, da die einzige Zufahrtsstrasse bis 1912 über österreichisches Hoheitsgebiet führte. Heute ist die Gemeinde ein Schweizer Zollausschlussgebiet.

    Aussenpolitik

    Hauptartikel: Aussenpolitik der Schweiz
    Das Palais des Nations in Genf, welches nach 1945 zum zweiten Sitz der Vereinten Nationen hinter New York City wurde

    Die Schweiz versteht sich als aussenpolitisch neutral, d. h. sie beteiligt sich nicht an Kriegen zwischen Staaten. Die Neutralität der Schweiz wurde 1815 am Wiener Kongress anerkannt. Sie ist dauernd und bewaffnet und auch heute noch international ausdrücklich anerkannt.

    Die Schweiz ist Mitglied in vielen internationalen Organisationen. Als eines der letzten Länder trat die Schweiz 2002 der UNO bei, ist aber zugleich das erste Land, dessen Volk über den Beitritt abstimmen durfte. Daneben ist die Schweiz in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), dem Europarat wie auch in der Europäischen Freihandelszone (EFTA) tätig. Die Schweiz nimmt an der Partnerschaft für den Frieden der NATO teil und ratifizierte das Kyoto-Protokoll. Die Schweiz ist Mitglied im UN-Menschenrechtsrat. In der Forschung kooperiert die Schweiz mit einigen europäischen Organisationen. Sie ist Gründungsmitglied sowohl der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) als auch der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) und stellt mit Genf den Standort der Forschungsanlage. Die Schweiz ist Teil des Schengen-Raums.

    Die Schweiz ist weder Mitglied der Europäischen Union (EU) noch des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR); jedoch bestehen wichtige bilaterale Verträge zwischen der Schweiz und der EU. Seit 2004 nimmt der Schweizer Bundespräsident an den alljährlichen Treffen der Staatsoberhäupter der deutschsprachigen Länder teil, ein Format, das auf den Wunsch des damaligen Bundespräsidenten Joseph Deiss zurückgeht, den Dialog mit der EU zu intensivieren. Ein Beitritt zur NATO stünde im Konflikt zur Neutralität der Schweiz.

    Verhältnis zwischen der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein

    Das Verhältnis zwischen der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein wird seit 1923 durch einen Zollvertrag (amtlich: «Vertrag zwischen der Schweiz und Liechtenstein über den Anschluss des Fürstentums Liechtenstein an das schweizerische Zollgebiet») geregelt.

    Nachdem Österreich den Ersten Weltkrieg verloren hatte und die österreichische Monarchie zusammengebrochen war, löste Fürst Johann II. 1919 den Zollvertrag von 1852 mit Österreich auf und suchte die Nähe zur Schweiz. Seit der Unterzeichnung des Zollvertrags mit der Schweiz im Jahre 1923 gehört das Fürstentum zum Schweizer Zollgebiet und die Landeswährung ist der Schweizer Franken. Einen offiziellen Währungsvertrag mit der Schweiz schloss Liechtenstein jedoch erst am 19. Juni 1980 ab. Der Zollvertrag garantiert weiterhin die vollen souveränen Hoheitsrechte Seiner Durchlaucht des Fürsten von Liechtenstein. Durch den Vertrag herrscht bis heute eine enge Partnerschaft zwischen den beiden Staaten.

    Die Guten Dienste der Schweiz

    In der Schweizer Aussenpolitik haben die Guten Dienste eine lange Tradition. Sie spielen neben den Schutzmachtmandaten eine zentrale Rolle in der schweizerischen Friedenspolitik. Die Guten Dienste der Schweiz beschränken sich heute nicht nur darauf, dass die Schweiz Konfliktparteien ihr Territorium als Verhandlungsort zur Verfügung stellt («Hotelier-Funktion»), sondern sie bietet sich auch als Vermittlerin an (Konfliktmediation).

    Schutzmachtmandate

    Die Wahrung fremder Interessen als Schutzmacht ist ein klassisches Element der Guten Dienste und historisch gesehen für die Schweiz von grosser Bedeutung.

    Die Anfänge der schweizerischen Schutzmachttradition reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Die Eidgenossenschaft vertrat im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 und 1871 die Interessen des Königreichs Bayern und des Grossherzogtums Baden in Frankreich. Den Grundstein ihrer Reputation als die bedeutendste und wichtigste Schutzmacht der Welt legte die Schweiz in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. So übernahm die Schweiz während des Ersten Weltkriegs 36 Mandate zur Interessenvertretung. Die Schutzmachttätigkeit der Schweiz erreichte im Zweiten Weltkrieg 1943/44 mit 219 Mandaten für 35 Staaten ihren Höhepunkt. Nach Beendigung der Kriegshandlungen ging die Zahl der Mandate rasch wieder zurück. Während des Kalten Krieges nutzten mehrere Länder wieder die Interessenvertretung durch die Schweiz. Die Schweiz ist vor Schweden und Österreich das bedeutendste Land für Schutzmachtmandate und verfügte zwischen 1966 und 1974 meist über mehr als 20 Mandate. Die wichtigsten Gründe dafür sind die grosse Erfahrung, die neutrale Haltung sowie das ausgedehnte diplomatische Vertretungsnetz.

    Die Schweiz nimmt zurzeit (Stand September 2020) sieben diplomatische Mandate wahr:

    • Vereinigte Staaten im Iran (1980): Umfassendes Mandat, das auf die Geiselnahme von Teheran in den Jahren 1979 bis 1981 und den daraus resultierenden Abbruch der diplomatischen Beziehungen zurückgeht.
    • Iran in Ägypten (1979)
    • Russland in Georgien (13. Dezember 2008)
    • Georgien in Russland (12. Januar 2009)
    • Iran in Saudi-Arabien (2016)
    • Saudi-Arabien in Iran (2016)
    • Iran in Kanada (2019)

    Nur die Interessenvertretung der Vereinigten Staaten im Iran ist ein umfassendes Mandat. Die übrigen Mandate sind eher formeller Natur.

    Nachdem Kuba und die Vereinigten Staaten 2015 wieder direkte diplomatische Beziehungen aufnahmen, erlosch im Juli 2015 nach 54 Jahren das Schutzmachtmandat der Schweiz für die Vereinigten Staaten in Havanna.

    Gemäss dem Global Peace Index belegt die Schweiz 2017 auf der Rangliste der sichersten Länder der Welt den 9. Platz (von 163 Nationen).

    Schweizer Armee

    Die Schweizer Armee ist die bewaffnete Streitmacht der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Sie besteht aus den Teilstreitkräften Heer und Luftwaffe. Das jährliche Budget beträgt rund 4,873 Milliarden Franken (2011).

    Die Besonderheit der Schweizer Streitkräfte ist ihr Milizsystem. Berufs- und Zeitmilitär machen nur etwa 5 Prozent der Armeeangehörigen aus; alle übrigen sind wehrpflichtige Bürger im Alter zwischen 20 und 34 (in speziellen Fällen bis 50) Jahren. Schweizer Bürgern ist es verboten, in einer fremden Armee zu dienen. Davon ausgenommen ist die Schweizergarde des Vatikans, da sie von der Schweiz lediglich als Sicherheitsdienst angesehen wird.

    Im Rahmen des Milizsystems bewahren die Angehörigen der Armee ihre persönliche Ausrüstung inklusive persönlicher Waffe (bis 2008 inklusive Taschenmunition) zu Hause auf. Im Zusammenhang mit den Eigenheiten des Milizsystems entstand die früher übliche Redewendung «Die Schweiz hat keine Armee, die Schweiz ist eine Armee». Militärdienstpflichtig sind alle männlichen Schweizer Bürger. Frauen können sich freiwillig für den Militärdienst melden und für sie gelten seit 2007 dieselben körperlichen Anforderungen wie für Männer. Jährlich werden ca. 20'000 Personen in Rekrutenschulen von 18 oder 21 Wochen Dauer zu Soldaten ausgebildet. Die Militärdienstuntauglichen leisten Dienst im Zivilschutz und zahlen überdies eine jährliche Militärpflichtersatzsteuer. Militärdienstverweigerer haben die Möglichkeit, Zivildienst (→ Zivildienst in der Schweiz) zu leisten, sofern sie Gewissensgründe geltend machen und bereit sind, als Tatbeweis anderthalb so viele Diensttage wie Soldaten zu absolvieren. Dienstverweigerung aus anderen (etwa politischen oder persönlichen) Gründen führt zwingend zu einem militärgerichtlichen Verfahren.

    Mit der Reform «Armee XXI» – per Volksabstimmung im Jahre 2003 angenommen – wird die im vorangehenden Leitbild «Armee 95» vorgesehene Mannschaftsstärke von 400'000 auf ca. 200'000 reduziert. Davon sind 120'000 in aktive Verbände und 80'000 in Reserveeinheiten eingeteilt.

    Insgesamt fanden drei Generalmobilmachungen (GMob; auch Kriegsmobilmachung, KMob) zum Schutze der Integrität und der Neutralität der Schweiz statt. Die erste GMob fand anlässlich des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 statt. Als Reaktion auf den Ausbruch des Ersten Weltkriegs und um einen deutschen oder französischen Durchmarsch durch die Schweiz zu verhindern, wurde auf den 3. August 1914 die erneute GMob der Armee beschlossen. Die dritte GMob der Armee fand am 1. September 1939 als Reaktion auf den deutschen Überfall auf Polen statt. Henri Guisan wurde zum General gewählt und entwickelte sich in den Kriegsjahren zur Hauptintegrationsfigur der von den Achsenmächten eingeschlossenen Eidgenossenschaft.

    Die heutige Schweiz wurde seit ihrer Gründung 1848 noch nie mit offenen Angriffen feindlicher Kräfte zu Lande konfrontiert. Im Zweiten Weltkrieg kam es jedoch häufig zu Luftraumverletzungen durch deutsche und alliierte Kampfflugzeuge. Beim folgenschwersten Angriff starben bei der Bombardierung von Schaffhausen am 1. April 1944 40 Menschen, 270 wurden zum Teil schwer verletzt (→ Alliierte Bombenabwürfe auf die Schweiz).

    Da sich die militärische Bedrohungslage im heutigen Europa für die Schweiz geändert hat, wird die Armee immer wieder in Frage gestellt. Besonders die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) setzt sich seit Jahren für eine Abschaffung ein – bislang jedoch erfolglos: zwei Abstimmungen zur Abschaffung der Armee wurden vom Volk deutlich verworfen. Auch die Frage, ob friedenserhaltende Armeeeinsätze im Ausland mit der Neutralität vereinbar sind, ist umstritten.

    Zivilschutzorganisation

    Hauptartikel: Zivilschutzorganisation

    Der 1934 gegründete Zivilschutz untersteht dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport. Er kümmert sich im Katastrophenfall als Einsatzmittel der zweiten Staffel (nach Feuerwehr, Polizei und Gesundheitswesen/Rettungsdienst, aber vor Armeeangehörigen) um den Schutz, die Betreuung und Unterstützung der zivilen Bevölkerung. Ausserdem kümmert sich der Zivilschutz um den Schutz von Kulturgütern, unterstützt die Führungsorgane auf kommunaler und regionaler Ebene und setzt Infrastrukturen wieder instand.

    Nachrichtendienst des Bundes NDB

    Der seit dem 1. Januar 2010 existierende Schweizerische Nachrichtendienst NDB ging aus der Zusammenführung des Dienstes für Analyse und Prävention DAP und des Strategischen Nachrichtendienstes SND hervor. Der NDB ist direkt dem Chef des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) unterstellt. Der Nachrichtendienst beschafft Informationen mit nachrichten- bzw. geheimdienstlichen Mitteln und analysiert und wertet diese mit dem Ziel aus, eine führungsrelevante Nachrichtenlage für Entscheidungsträger aller Stufen zu erstellen. Mit seinen operativen und präventiven Leistungen trägt der NDB direkt zum Schutz der Schweiz bei.

    Die Schweiz möchte sich voraussichtlich am französischen Spionagesystem Composante Spatiale Optique beteiligen, da sie keine eigenen Satelliten unterhält.

    Grenzwachtkorps

    Hauptartikel: Grenzwachtkorps

    Das Grenzwachtkorps (GWK) ist für den Schutz der Schweizer Grenze verantwortlich. Die uniformierten und bewaffneten Grenzwächter sind Teil der Eidgenössischen Zollverwaltung, die dem Eidgenössischen Finanzdepartement unterstellt ist. Die Angehörigen des Grenzwachtkorps sind an der Grenze sowie auf den Flughäfen von Zürich, Basel-Mülhausen, Genf und Lugano-Agno stationiert; kontrollieren den Personen- und Warenverkehr; bekämpfen den Schmuggel, die grenzüberschreitende Kriminalität, die Schleppertätigkeit und den Menschenhandel.

    Polizei

    Hauptartikel: Polizei (Schweiz)

    Die Polizeihoheit liegt in der Schweiz bei den Kantonen. Für die Durchsetzung der polizeilichen Gewalt hat jeder Kanton seine eigene Kantonspolizei. In einigen Kantonen wird die polizeiliche Grundversorgung durch Stadt-/Gemeindepolizeien erbracht, so z. B. durch die Stadtpolizei Zürich. Die jeweilige Kantonspolizei ist auch für die Sicherheit auf den auf ihrem Kantonsgebiet befindlichen Flughafen verantwortlich. Das Bundesamt für Polizei (fedpol) ist für die Koordination zwischen den Kantonspolizeien wie auch für die ausländischen Polizeistellen zuständig.

    Die allgemeingültige Notrufnummer der Polizei lautet in der Schweiz 117. Wer die Europäische Notrufnummer 112 wählt, wird automatisch mit der Einsatzzentrale der zuständigen Kantonspolizei verbunden.

    Feuerwehr

    Hauptartikel: Feuerwehr in der Schweiz

    In den meisten Kantonen besteht für erwachsene Männer und teilweise auch Frauen eine Feuerwehrpflicht. Eine Feuerwehr zu organisieren, ist in erster Linie Aufgabe der Gemeinden. Allerdings werden immer mehr Ortsfeuerwehren regional fusioniert. Die Feuerwehr in der Schweiz ist über die Notrufnummer 118 erreichbar.

    Luftrettung

    Rega-Helikopter

    Die Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega) ist eine selbständige und gemeinnützige private Stiftung und in der Schweiz für die Luftrettung zuständig. Sie arbeitet eng mit den Blaulichtorganisationen Polizei, Feuerwehr und Sanität zusammen. Für alpine Rettungs- und Bergungseinsätze ist die Rega enge Partnerin des Schweizerischen Alpen-Clubs SAC. Im Kanton Wallis ist nicht die Rega, sondern Air-Glaciers und Air Zermatt für die Luftrettung zuständig. Die Rega ist in der Schweiz über die Notrufnummer 1414 erreichbar.

    Sozialpolitik

    Hauptartikel: Sozialpolitik (Schweiz)

    Die Schweiz ist ein sehr gut ausgebauter Sozialstaat. Es existieren mehrere Sozialversicherungen. Diese sind Zwangsversicherungen, das heisst, für die Bewohner besteht eine Versicherungspflicht. Die wichtigsten Sozialversicherungen sind:

    Die staatliche Rentenversicherung (AHV), die berufliche Vorsorge (Pensionskasse) wie auch die private Vorsorge werden zusammen als Drei-Säulen-System bezeichnet. Für Erwerbstätige ist eine berufliche Vorsorge, die Pensionskasse, obligatorisch. Diese wird privatwirtschaftlich geregelt und ist Sache des Arbeitgebers. Freiwillig ist dagegen die private Vorsorge in Form von zum Beispiel Lebensversicherungen. Diese werden bis zu einer bestimmten Grenze steuerlich gefördert.

    Daneben gibt es die Erwerbsersatzordnung, sodass Militärdienstpflichtige während der Ausübung militärischer Pflichten ein Taggeld bekommen. Obligatorisch ist auch die Arbeitslosenversicherung.

    Gesundheitswesen

    In der Schweiz ist jeder Einwohner – unabhängig von der Staatsangehörigkeit – aufgrund des Krankenversicherungsgesetzes verpflichtet, sich bei einer Krankenkasse seiner Wahl für die Behandlungskosten bei Krankheit zu versichern («Grundversicherung», «obligatorische Krankenpflegeversicherung»). Die Krankenkassen sind in der Schweiz ausschliesslich privatwirtschaftliche Unternehmen. Sie sind gesetzlich verpflichtet, jeden in die Grundversicherung aufzunehmen, der einen entsprechenden Antrag stellt, sofern er im Tätigkeitsgebiet der Kasse seinen Wohnsitz hat. Die Zahlung der Prämie (Mitgliederbeitrag) ist Sache des Versicherten. Es handelt sich dabei um eine Kopfprämie, d. h., die Prämie ist einkommensunabhängig, variiert jedoch von Krankenkasse zu Krankenkasse und von Kanton zu Kanton. Einkommensschwachen Personen werden von staatlicher Seite individuelle Prämienverbilligungen gewährt. Die Finanzierung der staatlichen Krankenhäuser erfolgt einerseits durch Einnahmen aus Behandlungen, andererseits durch Zuschüsse der Kantone oder Gemeinden. Die Finanzierung der Privatkrankenhäuser erfolgt dagegen in der Regel nur aus den Behandlungstaxen, die deshalb markant höher sind als bei den staatlichen Krankenhäusern. Die gesetzliche Grundversicherung deckt deswegen die Behandlung in Privatkliniken nicht. Ambulante Behandlungen dagegen werden von der Grundversicherung in der ganzen Schweiz und bei jedem zugelassenen Leistungserbringer gedeckt. Zahnarztbehandlungen werden von den Krankenkassen nicht getragen, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Mit den EU-Staaten bestehen Verträge, die die gegenseitige Übernahme der Behandlung bei Notfällen regeln (Formular E111).

    Für Behandlungskosten bei Unfällen ist jeder Angestellte durch das Unfallversicherungsgesetz (UVG) obligatorisch versichert. Auch gegen Lohnausfall sind die meisten Angestellten versichert, Ausnahme sind Nichtberufsunfälle für geringfügig Angestellte, mit einem Arbeitspensum von unter 8 Stunden bei einem Arbeitnehmer. Es gibt einerseits eine selbständige Unfallversicherung des öffentlichen Rechts (Schweizerische Unfallversicherungsanstalt) (kurz SUVA), andererseits bieten auch die meisten privaten Versicherungskonzerne Unfallversicherungen nach UVG an. Die Zuständigkeit, ob SUVA oder Privatversicherung, hängt von der Wirtschaftsbranche des Arbeitgebers ab und wird vom Bundesrat in einer Verordnung geregelt. Unfallträchtigere Branchen wie Bau und Forstwirtschaft sind beispielsweise bei der SUVA. Es ist Sache des Arbeitgebers, alle Angestellten – auch bei Freizeitunfällen – zu versichern. Wer nicht angestellt ist, muss sich selbst gegen Behandlungskosten bei Unfällen versichern.

    Entwicklung der Lebenserwartung
    Zeitraum Jahre Zeitraum Jahre
    1950–1955 69,3 1985–1990 77,2
    1955–1960 70,7 1990–1995 77,9
    1960–1965 71,6 1995–2000 79,2
    1965–1970 72,6 2000–2005 80,5
    1970–1975 73,7 2005–2010 81,8
    1975–1980 75,2 2010–2015 82,7
    1980–1985 76,1 2015–2020 83,6

    Quelle: UN

    Schulsystem

    Das Schweizer Bildungssystem (vereinfachte Darstellung)

    Das Schweizer Schulsystem ist ein komplexes Gebilde. Die Obhut des Schulwesens liegt nicht ausschliesslich beim Bund, sondern ist aufgrund des Föderalismus vorwiegend Sache der Kantone. In der Schweiz betrug die mittlere Schulbesuchsdauer der über 25-jährigen Bevölkerung 2015 insgesamt 13,4 Jahren und war damit die längste weltweit.

    Der Bund und die Kantone teilen sich die Verantwortung für das Bildungswesen, wobei die Kantone weitgehende Autonomie haben. Auf Bundesebene definiert ist die Garantie auf freie Schulbildung, der Beginn eines Schuljahres im August und die Sicherstellung der Qualitätsanforderungen. In anderen Bereichen haben die Kantone die alleinige Kompetenz in der obligatorischen Schule.

    In den weiterführenden Schulen hat der Bund etwas grössere Kompetenzen. Die Kantone sind jedoch weiterhin für die Ausführung zuständig, und ihnen obliegt die Verantwortung.

    In der Tertiärstufe sind die Kompetenzen ebenfalls verteilt. Dem Bund obliegt die Regelungskompetenz für die Fachhochschulen (FH) und die beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) in Zürich (ETHZ) und Lausanne (EPFL) sowie für die Eidgenössische Hochschule für Sport Magglingen. Bei den Universitäten liegt die Obhut wiederum bei den Kantonen.

    Aufgrund dieser Tatsachen kann man entsprechend der Anzahl der Kantone von 26 verschiedenen Schulsystemen in der Schweiz sprechen.

    Die Dauer der Primarschule, der Sekundarstufe I sowie die Anzahl der Ebenen (Leistungsniveau) in der Sekundarstufe I variiert von Kanton zu Kanton; insgesamt sind es meist neun Jahre. Es gibt auch grosse Differenzen im Schulstoff. Die Lehrmittel (Schulbücher) werden von den Kantonen meistens in eigener Regie erstellt und vertrieben. Nach dem Ende des Obligatoriums sind jedoch alle auf einem ähnlichen Niveau. Nach dem Schulobligatorium hat man die Wahl zwischen einer weiterführenden Schule, die zur Matura führt, oder dem Beginn einer Berufsausbildung, einer Lehre. Die Lehre wird begleitet von einem regelmässigen Besuch einer Berufsschule (→ Berufsfachschule in der Schweiz). Freiwillig ist der parallele Besuch einer Berufsmittelschule (BMS), die mit der Berufsmaturität abgeschlossen wird. Die meisten Schweizer Schüler wählen den Weg einer Lehre. Über die BMS ist der Zugang für ein Studium an einer Fachhochschule möglich. Mit der neuen sogenannten «Passerelle» wird ausserdem, nach Erwerb des Berufsmaturitätszeugnisses (BM-Zeugnis), durch ein zusätzliches Schuljahr und eine Zusatzprüfung der prüfungsfreie Zugang an eine universitäre Hochschule ermöglicht.

    Menschenrechte

    Originaldokument der ersten Genfer Konvention, 1864

    Die Schweiz ist Depositarstaat der Genfer Konventionen. Das zwischenstaatliche Abkommen ist eine essentielle Komponente des humanitären Völkerrechts.

    1942 wurde mit der Einführung des Schweizerischen Strafgesetzbuchs die Todesstrafe in der Schweiz in zivilen Strafprozessen abgeschafft. Seit 1999 ist die Todesstrafe auch auf Verfassungsebene verboten.

    1974 ratifizierte die Schweiz die Europäische Menschenrechtskonvention.

    In der Schweiz gibt es eine nationale Menschenrechtsinstitution und eine nationale Kommission zur Verhütung von Folter. Die Kommission besucht Orte des Freiheitsentzugs. In einer Volksabstimmung wurde eine Verfassungsänderung beschlossen, nach der ausländische Staatsangehörige, die wegen bestimmter Straftaten verurteilt werden, unmittelbar in ihre Heimatländer ausgewiesen werden müssen (siehe Eidgenössische Volksinitiative «Für die Ausschaffung krimineller Ausländer (Ausschaffungsinitiative)»). Das Strafrecht enthielt auch weiterhin keine nach internationalem Recht anerkannte Definition von Folter.

    Amnesty International übte wiederholt Kritik an der Asylpolitik der Schweiz. Der UN-Ausschuss gegen Folter äusserte 2010 seine Besorgnis darüber, dass das Schweizer Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer gegen das Prinzip des Non-Refoulement (Abschiebungsverbot) verstossen könne. Das Gesetz erlaubt die automatische Ausweisung ausländischer Staatsangehöriger, die als Sicherheitsbedrohung gelten, ohne dass die Betroffenen Rechtsmittel einlegen können. Im gleichen Jahr drückte der UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte seine Besorgnis darüber aus, dass angesichts unzureichender Einrichtungen für die Aufnahme von Asylsuchenden Menschen für unbestimmte Zeit in unterirdischen Zivilschutzanlagen untergebracht werden.

    Ab Februar 2010 setzte das Bundesverwaltungsgericht die Überstellung von mehreren Asylsuchenden nach Griechenland im Rahmen der Dublin-II-Verordnung aus, um ein Grundsatzurteil zur Frage der Zulässigkeit dieser Überstellungen nach Griechenland abzuwarten. Das Bundesamt für Migration BFM schob dessen ungeachtet im Jahresverlauf 2010 insgesamt 50 Asylsuchende nach Griechenland ab.

    Orden und Ehrenzeichen

    Die Schweiz und ihre Kantone gelten als eines der wenigen Staatswesen, das keine Orden oder Ehrenzeichen verleiht.

    Hauptartikel: Transport in der Schweiz

    Schienenverkehr

    Das Bahnnetz der Schweiz
    Lokremise Erstfeld
    ABe 8-12 Allegra der Rhätischen Bahn auf der Berninastrecke

    Die Schweiz hat mit etwa 122 Metern pro Quadratkilometer das dichteste Eisenbahnnetz der Welt (ausgenommen Kleinststaaten wie Vatikanstaat oder Monaco), obwohl zwei Drittel des Landes in sehr gebirgigem Gelände liegen und keinerlei Beitrag zu diesem Rekord leisten. Das Schweizer normalspurige Eisenbahnnetz beträgt 3778 km und ist komplett elektrifiziert. Die Schmal-, Meter- und Breitspurbahnen haben zusammen eine Länge von 1766 km, wovon 30 km (1,7 Prozent) nicht elektrifiziert sind. Die Elektrifizierung erfolgte zu 80 Prozent mit AC (Wechsel- und Drehstrom) und zu 20 Prozent mit DC (Gleichstrom).

    Mit einer Strecke von 3236 km betreiben die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) die meisten Eisenbahnlinien. Sie allein befördern jährlich über 300 Millionen Passagiere. Das zweitlängste Streckennetz mit gerade noch 420 km Streckenkilometern betreibt die BLS AG, worauf gleich die meterspurige Rhätische Bahn mit 384 Kilometern folgt, deren Linien ausschliesslich im Kanton Graubünden liegen. Daneben gibt es in der Schweiz weitere 47 Privateisenbahngesellschaften. Als Privatbahnen werden in der Schweiz jene Eisenbahnunternehmen bezeichnet, die privatrechtlich organisiert sind, also in der Regel als Aktiengesellschaften nach Obligationenrecht. In den meisten Fällen sind die Hauptaktionäre die öffentliche Hand. Die öffentliche Hand spielt auch eine wichtige Rolle bei der Finanzierung des Schienenverkehrs. Bund, Kantone und Gemeinden haben im Jahr 2016 rund 5,1 Milliarden Franken (45 %) der Gesamtkosten übernommen.

    2019 unternahm jeder Schweizer durchschnittlich 74 Bahnfahrten und legte dabei eine Distanz von 2505 km zurück; damit ist die Schweiz die weltweit führende Bahnfahrernation.

    Im Rahmen der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) wurden die Gotthard- und Lötschberg-Basistunnel erstellt, die der verfassungsmässig vorgeschriebenen Verkehrsumlagerung des Transitverkehrs dienen. Der Lötschberg-Basistunnel wurde mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 für den regulären Personen- und Güterverkehr in Betrieb genommen; der Gotthard-Basistunnel, mit 57 km längster Tunnel der Welt, folgte am 11. Dezember 2016.

    Seit 1990 sind mehrere S-Bahnen (→ S-Bahnen in der Schweiz) entstanden, die mittlerweile einen Grossteil des Schienennahverkehrs bewältigen. Um die Fahrpreise möglichst einfach zu gestalten, wurden flächendeckende Tarifverbünde gegründet.

    Der internationale Schienenpersonenfernverkehr soll wieder verstärkt gefördert werden. Dazu haben die Verkehrsminister aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz im Dezember 2020 einen Grundsatzentscheid gefällt und die vier Staatsbahnen SBB, DB, ÖBB und SNCF eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.

    Nahverkehr

    Als Ergänzung zum sehr dichten Schienennetz übernehmen Busse, Trams und Stadtbahnen die Feinerschliessung im öffentlichen Nahverkehr.

    Mit Biogas betriebener Gelenkbus in der Berner Altstadt

    Bus: Mehrere Dutzend regionale Verkehrsbetriebe befördern Passagiere in den Städten und auf dem Land. Es gibt kaum einen Ort, der nicht an den öffentlichen Verkehr angeschlossen ist; selbst der Ort Juf (Kanton Graubünden), höchstgelegene Siedlung Europas, wird täglich vom öffentlichen Verkehr erschlossen. In den grösseren Städten werden auch elektrisch angetriebene Trolleybusse eingesetzt. Das gelbe Postauto bildet in vielen ländlichen- und Berggebieten das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs.

    Tram: Bis in die 1960er-Jahre verkehrten in vielen Städten und Agglomerationen Trams (Strassenbahnen). Der wachsende Strassenverkehr brauchte mehr Platz und so wurden vielerorts die Trams durch Busse ersetzt. In den sechs Städten Basel, Bern, Genf, Neuenburg, Lausanne und Zürich bestehen noch heute viele Tramlinien.

    Stadtbahn: Als Ergänzung zu den S-Bahnen, Bus und Trams wurden in den letzten Jahren mehrere Stadtbahnen gebaut oder sind noch in Planung. Die jüngste Stadtbahn ist die Glattalbahn bei Zürich.

    U-Bahn: Abgesehen von der Skymetro auf dem Flughafen Zürich ist die Métro Lausanne die einzige städtische U-Bahn der Schweiz.

    Strassenverkehr

    Der Grossteil der Bevölkerung im dicht besiedelten Mittelland wohnt weniger als 10 km von der nächsten Autobahn oder Autostrasse entfernt. Eine grosse Fläche der Schweiz mit einem relativ geringen Bevölkerungsanteil ist demgegenüber durch Hauptstrassen erschlossen, und schliesslich gibt es im Gebirge verschiedene, im Winter meist gesperrte, Verbindungen über Passstrassen (→ Liste der Pässe in der Schweiz) und durch Tunnels (→ Liste der Schweizer Tunnel). 2017 betrug die Gesamtlänge aller Strassen 71'557 km, wovon 1458 km Autobahnen waren. 2020 waren mehr als eine Million Menschen von übermässigem Strassenverkehrslärm betroffen. Die öffentliche Hand zahlt jedes Jahr Milliarden von Franken, um die Kosten der externen Effekte zu begleichen. Diese Kosten lagen im Jahr 2017 bei 9,5 Milliarden Franken, was 71 % der gesamten externen Kosten des Verkehrs in der Schweiz entspricht. Diese Kosten sollten im Prinzip den Automobilisten in Rechnung gestellt werden.

    Das gut ausgebaute öffentliche Verkehrsnetz macht sich dadurch bemerkbar, dass rund ein Fünftel aller Schweizer Haushalte nicht über ein eigenes Auto verfügt. Dieser Anteil steigt in den Städten auf bis zu 57 Prozent, zusätzlich durch den Umstand unterstützt, dass in der Schweiz auch das Carsharing weit verbreitet ist. Im Kanton Graubünden blieb der individuelle Motorfahrzeugverkehr bis zum Jahr 1926 verboten. Durch Reifenverschleiss gelangen mehrere Tausend Tonnen Mikroplastik in die Umwelt. Da immer mehr und auch immer grössere Autos im Einsatz sind, nimmt die Energieeffizienz des Strassenverkehrs laufend ab. Im Jahr 2018 wurde ein Viertel des gesamten Schweizer Energieverbrauchs im Strassenverkehr verbraucht und die Durchschnitts-CO2-Werte von Neuwagen waren die höchsten in Europa. Im Jahr 2019 gab es auf Schweizer Strassen 187 Verkehrstote, der tiefste Stand seit 1940. Im selben Jahr lag der Motorisierungsgrad (Personenwagen pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner) bei 541 und die CO2-Emissionen der Neuwagen nahmen weiter zu. Durch Alternative Antriebe und Treibstoffe etc. soll der Strassenverkehr wieder energieeffizienter und klimaschonender werden. Im Jahr 2019 wurden 13'197 reine Elektroautos zugelassen, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr (+143,9 %). Da im selben Jahr aber auch (mit dem motorisieren Fahrzeugbestand von 6'160'300) mehr gefahren wurde, gingen die CO2-Emissionen nicht zurück. Im Jahr der Corona-Wirtschaftskrise 2020 wurden 236'828 neue Personenwagen zugelassen, so wenige wie seit der Ölkrise Mitte der 1970er Jahre nicht mehr. Dennoch hat sich der Strassenfahrzeugbestand weiter vergrössert. Für den Arbeitsweg können Pendelnde einen Steuerabzug geltend machen.

    Die Benützung des Schweizer Strassennetzes ist für Personenkraftwagen grundsätzlich unentgeltlich. Für die Benützung der Autobahnen mit weiss-grüner Beschilderung besteht in der Schweiz jedoch Vignettenpflicht für Personenkraftwagen, die einmalig für ein Jahr zu entrichtende Nationalstrassenabgabe (CHF 40). Gebühren auf einer der Öffentlichkeit zugänglichen Privatstrasse sind die absolute Ausnahme (bekanntestes Beispiel: der nach Italien führende Tunnel am Grossen St. Bernhard).

    Für Lastkraftwagen gilt seit dem 1. Januar 2001 die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA), die elektronisch erhoben wird und deren Höhe nicht vom Typ der befahrenen Strasse, sondern von der gefahrenen Strecke und von der Emissionskategorie des Fahrzeuges abhängt. Am 28. Februar 2016 wurde in einer Volksabstimmung der Bau einer zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels mit einem Ja-Anteil von 57 Prozent genehmigt. Die neue Tunnelröhre wird wegen der Sanierung des alten Gotthard-Strassentunnels benötigt (→ Eidgenössische Abstimmung über die Sanierung des Gotthard-Strassentunnels).

    Flugverkehr

    Die Schweiz verfügt über drei Landesflughäfen, elf Regionalflugplätze, 44 Flugfelder und fünf zivil mitbenutzte Militärflugplätze. Die grössten Flughäfen und Ausgangspunkte von Langstreckenflügen befinden sich in Kloten (Flughafen Zürich) und Cointrin (Flughafen Genf). Der drittgrösste Flughafen der Schweiz, der Flughafen Basel-Mülhausen, liegt in Hésingue und Saint-Louis auf französischem Boden. Regionalflugplätze befinden sich ausserdem in Sitten (Flughafen Sion), Bern-Belp (Flughafen Bern-Belp), Lugano-Agno (Flughafen Lugano-Agno) und St. Gallen-Altenrhein (Flugplatz St. Gallen-Altenrhein). Einer der am höchsten gelegenen Flugplätze Europas, der Engadin Airport, liegt bei Samedan.

    Laut Greenpeace wird der Flugverkehr in der Schweiz mit jährlich 1,7 Milliarden Franken subventioniert, da bei Fluggesellschaften auf die Mineralölsteuer (siehe auch Kerosinsteuer) verzichtet wird. Zudem gingen im Jahr 2016 die Umwelt- und Gesundheitskosten aus dem Luftverkehr von rund 1,2 Milliarden Franken fast vollumfänglich zu Lasten der Allgemeinheit. Die Kosten dieser externen Effekte lagen im Jahr 2017 bei 1,4 Milliarden Franken, was 10 % der gesamten externen Kosten des Verkehrs in der Schweiz entspricht. Im Jahr 2018 lagen 77 Prozent der Zieldestinationen aus der Schweiz in Europa.

    Bis zur Nachlassstundung im Oktober 2001 war die Swissair nationale Fluggesellschaft und unterhielt ein weltumspannendes Streckennetz und die Regionalfluggesellschaft Crossair. Die Nachfolgerin Swiss ist seit Juli 2007 eine Tochtergesellschaft der Deutschen Lufthansa AG und weiterhin interkontinental tätig. Weitere Schweizer Fluggesellschaften sind u. a. die Edelweiss Air und die Helvetic Airways.

    Einzige Inlandflugverbindung ist die von Swiss angebotene Strecke Zürich–Genf.

    Skyguide, eine privatrechtliche Aktiengesellschaft, kümmert sich im Auftrag des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL), um die Flugsicherung im Schweizer Luftraum sowie des angrenzenden Luftraumes in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien. Im Schweizer Luftraum umfasst dies sowohl die zivile als auch die militärische Flugsicherung.

    Der Lufttransportdienst des Bundes, der unter anderem auch für die beiden Jets des Bundesrats verantwortlich ist, ist auf dem Flughafen Bern-Belp stationiert.

    In Luftfahrzeugkennzeichen ist das Hoheitszeichen der Schweiz HB, Schweizer Flugplätze bekommen ICAO-Codes, die auf LS beginnen.

    Schiffsverkehr

    Die einzigen internationalen Häfen mit Meeresanbindung sind die Schweizerischen Rheinhäfen, die in und bei Basel am Rhein liegen. Vier Reedereien betreiben insgesamt 19 Hochseeschiffe (Stand 2020) unter Schweizer Flagge (→ Schweizer Hochseeschifffahrt).

    Dazu kommen die Häfen der Binnenseen, die neben den Fährbetrieben über den Zürichsee, den Bodensee und Vierwaldstättersee sowie die Erschliessung der Gemeinde Quinten am Walensee einen hohen touristischen Anteil haben.

    Einziger Güterverkehr auf den Seen sind normalerweise Kiestransporte mit Ledischiffen. Auf den meisten grösseren Seen und Flüssen verkehren, teilweise nur im Sommerhalbjahr, Ausflugsschiffe. Besonders beliebt bei den Fahrgästen sind die restaurierten und unter Denkmalschutz stehenden Raddampfer.

    Bergbahnen

    Bedingt durch die Topographie, existieren in der Schweiz viele Berg-, Standseil- und Luftseilbahnen, die zum einen Teil als öffentlicher Verkehr zur Erschliessung von Siedlungen, zum anderen Teil der touristischen Erschliessung dienen. Die Bahnstation auf dem Jungfraujoch ist der höchstgelegene Bahnhof Europas und die Luftseilbahn auf das Kleine Matterhorn ist die höchstgelegene Bahnstation Europas.

    Einige Orte im Schweizer Berggebiet sind aufgrund ihrer Lage nicht oder nur teilweise mit einer Strasse erschlossen. Zu den nur per Eisenbahn oder Seilbahn erreichbaren Orten und Feriensiedlungen gehören in der Schweiz Belalp, Bettmeralp, Braunwald, Fiescheralp, Gimmelwald, Gspon, Landarenca, Lauchernalp, Mürren, Niederrickenbach, Rasa, Riederalp, Schatzalp, Stoos, Wengen, Wirzweli und Zermatt. Für mit dem Auto Anreisende stehen an der jeweils letzten mit dem Auto erreichbaren Bahnstatio

    Schweiz
    Schweiz Staat in Mitteleuropa Sprache Beobachten Bearbeiten Dieser Artikel behandelt den Staat Zur Landschaftsbezeichnung siehe Schweiz Landschaftsbezeichnung Die Schweiz franzosisch Suisse sɥis e italienisch Svizzera ˈzvitːsera ratoromanisch Svizra i ˈʒviːtsrɐ oder ˈʒviːtsʁɐ lateinisch Helvetia amtlich Schweizerische Eidgenossenschaft franzosisch Confederation suisse italienisch Confederazione Svizzera ratoromanisch Confederaziun svizra i lateinisch Confoederatio Helvetica ist ein foderalistischer demokratischer Staat in Mitteleuropa Er grenzt im Norden an Deutschland im Osten an Osterreich und Liechtenstein im Suden an Italien und im Westen an Frankreich Schweizerische Eidgenossenschaft Confederation suisse franzosisch Confederazione Svizzera italienisch Confederaziun svizra ratoromanisch Confoederatio Helvetica CH lateinisch Fahne WappenWahlspruch Unus pro omnibus omnes pro uno 1 Lateinisch fur Einer fur alle alle fur einen deutsch Un pour tous tous pour un franzosisch Uno per tutti tutti per uno italienisch In per tuts tuts per in ratoromanisch Amtssprache Deutsch Franzosisch Italienisch Ratoromanisch 2 Hauptstadt de jure keine de facto Bern 3 Regierungssitz Bern 3 Staats und Regierungsform foderale Republik mit DirektorialsystemStaatsoberhaupt zugleich Regierungschef Der Bundesrat bildet de facto das kollektive Staatsoberhaupt 4 Guy Parmelin Bundesprasident 2021 Ignazio Cassis Vizeprasident 2021 Simonetta Sommaruga Ueli Maurer Alain Berset Viola Amherd Karin Keller SutterFlache 41 285 133 Platz 5 km Einwohnerzahl 8 606 033 6 31 Dezember 2019 Bevolkerungsdichte 208 Einwohner pro km Bevolkerungs entwicklung 0 7 7 2019 Bruttoinlandsprodukt Total nominal Total KKP BIP Einw nom BIP Einw KKP 2019 8 705 Milliarden USD 20 615 Milliarden USD 36 82 484 USD 2 72 008 USD 6 Index der menschlichen Entwicklung 0 955 2 2019 9 Wahrung Schweizer Franken Fr CHF Grundung 1 August 1291 nach Legende als Ewiger Bund Rutlischwur 12 September 1848 als moderner Bundesstaat in der heutigen FormUnabhangigkeit 1499 faktische Ablosung vom Heiligen Romischen Reich im Frieden zu Basel 1648 juristische Trennung vom Heiligen Romischen Reich im Westfalischen Frieden 1798 1813 franzosischer Vasallenstaat zur Zeit von Helvetik und MediationNational hymne Schweizerpsalm source source track track track track track track track track track Nationalfeiertag 1 August Bundesfeiertag Zeitzone UTC 1 MEZ 10 UTC 2 MESZ Marz bis Oktober Kfz Kennzeichen CHISO 3166 CH CHE 756Internet TLD ch swissTelefonvorwahl 41Lage der Schweiz in EuropaPolitische Gliederung der Schweiz die 26 KantoneLogo der Bundesbehorden der Schweizerischen Eidgenossenschaft In der Schweiz leben 8 6 Millionen Menschen 7 Das Land gehort damit zu den dichter besiedelten Staaten Europas wobei sich die Bevolkerung im Mittelland der Beckenzone zwischen Jura und Alpen sowie im sudlichen Tessin konzentriert Die acht grossten Stadte bzw Wirtschaftszentren sind Zurich Genf Basel Bern Lausanne Winterthur Luzern und St Gallen Das Land hat Anteil an drei grossen Sprachraumen dem deutschsprachigen in der Deutschschweiz dem franzosischsprachigen in der Romandie Suisse romande Westschweiz Welschschweiz und dem italienischsprachigen in der italienischen Schweiz als viertes Sprachgebiet tritt das Ratoromanische hinzu in Teilen des Kantons Graubunden Die vier genannten Sprachen sind die offiziellen Amtssprachen des Bundes 11 Um keine einzelne zu bevorzugen lautet das Landeskennzeichen CH die Abkurzung der lateinischen Bezeichnung Confoederatio Helvetica Die Schweizerische Eidgenossenschaft ist ein Bundesstaat der aus 26 teilsouveranen Kantonen besteht Sitz der Regierung und des Parlaments ist die Bundesstadt Bern Die Schweiz gilt als Willensnation nationale Identitat und der Zusammenhalt der Schweiz basieren nicht auf einer gemeinsamen Sprache ethnischen Herkunft oder Religion sondern auf interkulturellen Faktoren wie dem Glauben an die direkte Demokratie einem hohen Mass an lokaler und regionaler Autonomie sowie einer ausgepragten Kultur der Kompromissbereitschaft bei der politischen Entscheidungsfindung Fur das Selbstverstandnis grundlegend ist uberdies die dauernde Neutralitat Die Schweizerische Eidgenossenschaft ging aus den sogenannten Urkantonen Uri Schwyz und Unterwalden hervor Als inoffizielles und mythologisiertes Grundungsdokument gilt der Bundesbrief von 1291 die alteste erhaltene Bundnisurkunde Im Westfalischen Frieden von 1648 wurde ihre staatsrechtliche Unabhangigkeit anerkannt Der heutige Bundesstaat besteht seit 1848 Der Name Schweiz stammt vom Urkanton Schwyz bzw von dessen gleichnamigem Hauptort Auf dem Index der menschlichen Entwicklung belegte die Schweiz 2019 zusammen mit Irland den zweiten Platz und zahlt damit zu den sehr hoch entwickelten Landern 12 Obwohl sie nach der Landergrosse den 133 Rang belegt und nach der Anzahl der Einwohner den 98 Rang 13 halt sie den 20 Rang der grossten Volkswirtschaften der Erde 14 Inhaltsverzeichnis 1 Geographie 1 1 Naturraumliche Gliederung 1 2 Geologie 1 3 Gebirge 1 3 1 Gletscher 1 3 2 Hohlen 1 4 Gewasser und Inseln 1 5 Klima 1 5 1 Klimawandel in der Schweiz 2 Natur 2 1 Flora und Vegetation 2 2 Fauna 2 3 Naturschutz 2 4 Zoologische Garten 3 Bevolkerung 3 1 Stadte und Gemeinden 3 2 Schweizer Burgerrecht 3 3 Demographie 3 3 1 Auslander 3 3 2 Bevolkerung mit Migrationshintergrund 3 3 3 Asyl 3 3 3 1 Sans Papiers 3 3 4 Auswanderung 3 3 5 Einwanderung 3 4 Sprachen 3 5 Religionen 4 Geschichte 4 1 Vorgeschichte 4 2 Fruhgeschichte 4 3 Alte Eidgenossenschaft 4 4 Helvetische Republik und Restauration 4 5 Sonderbundskrieg 4 6 Grundung und Konsolidierung des neuen Schweizer Bundesstaates 4 7 Zwischen Erstem und Zweiten Weltkrieg 4 8 Die Schweiz in der Nachkriegszeit bis heute 4 9 Zeitleiste der wichtigsten Ereignisse der Schweizer Geschichte 4 10 Reihenfolge des Eintritts der Kantone in die Eidgenossenschaft 4 11 Herkunft des Namens 4 12 Mythen 5 Recht 6 Politik 6 1 Politisches System 6 2 Politische Indizes 6 3 Staatshaushalt 6 4 Politische Parteien 6 5 Kantone 6 6 Enklaven und Exklave 6 7 Aussenpolitik 6 7 1 Verhaltnis zwischen der Schweiz und dem Furstentum Liechtenstein 6 7 2 Die Guten Dienste der Schweiz 6 7 3 Schutzmachtmandate 7 Sicherheit 7 1 Schweizer Armee 7 2 Zivilschutzorganisation 7 3 Nachrichtendienst des Bundes NDB 7 4 Grenzwachtkorps 7 5 Polizei 7 6 Feuerwehr 7 7 Luftrettung 8 Gesellschaft 8 1 Sozialpolitik 8 2 Gesundheitswesen 8 3 Schulsystem 8 4 Menschenrechte 8 5 Orden und Ehrenzeichen 9 Verkehr 9 1 Schienenverkehr 9 2 Nahverkehr 9 3 Strassenverkehr 9 4 Flugverkehr 9 5 Schiffsverkehr 9 6 Bergbahnen 9 7 Langsamverkehr 10 Wirtschaft 10 1 Schweizer Franken 10 2 Landwirtschaft 10 3 Rohstoffe und Energieproduktion 10 4 Gewerbe und Industrie 10 5 Dienstleistungen 10 5 1 Tourismus 10 5 2 Detailhandel 10 6 Aussenhandel 10 7 Messen 11 Medien Kommunikation und Post 11 1 Presse 11 2 Radio und Fernsehen 11 2 1 SRG SSR 11 2 2 Radio 11 2 3 Fernsehen 11 2 4 Auslandsdienst 11 3 Kommunikation und Post 12 Kultur 12 1 Brauche 12 2 Feiertage 12 3 Kuche 12 4 UNESCO Welterbe in der Schweiz 12 5 Architektur 12 6 Kultur und Baudenkmaler 12 7 Bildende Kunst 12 8 Theater 12 9 Musik 12 9 1 Hip Hop 12 9 2 Pop Rock 12 9 3 Jazz 12 9 4 Volksmusik 12 9 5 Festivals 12 10 Film 12 11 Literatur und Philosophie 12 12 Museen 12 13 Eidgenossische Feste 12 14 Landesausstellungen und Gartenschauen 12 15 Diverse Kulturthemen 13 Internationale Organisationen 14 Wissenschaft 15 Sport 16 Siehe auch 17 Literatur 18 Weblinks 19 Einzelnachweise und AnmerkungenGeographie Hauptartikel Geographie der Schweiz Satellitenbild der Schweiz Zurich Genf Basel Bern Lausanne Winterthur Luzern St Gallen Lugano Bellinzona Chur St Moritz Andermatt Brig Sitten Freiburg Neuenburg Solothurn Biel Bienne Olten Aarau Delsberg Schaffhausen Altdorf Glarus DEUTSCHLAND OSTER REICH LIECHTEN STEIN ITALIEN FRANKREICH Bodensee Genfersee Der Binnenstaat Schweiz liegt zwischen dem 46 und 48 Breitengrad und verfugt uber die Quellgebiete von Flussen die in die Nordsee das Mittelmeer und Schwarzes Meer munden Die maximale Nord Sud Ausdehnung betragt 220 1 Kilometer von Bargen nach Chiasso die grosste West Ost Ausdehnung 348 4 Kilometer von Chancy nach Val Mustair 15 Der hochste Punkt in der Schweiz ist die 4634 m u M hohe Dufourspitze an der Grenze zu Italien der tiefste Punkt ist das Ufer des Lago Maggiore mit 193 m u M ebenfalls an der italienischen Grenze Die hochstgelegene Siedlung Juf im Kanton Graubunden liegt auf 2126 m u M die tiefstgelegenen Siedlungen um den Lago Maggiore im Kanton Tessin auf 196 m u M Der geographische Mittelpunkt der Schweiz liegt im Kanton Obwalden auf der Alggi Alp Die Schweiz hat eine Landesgrenze von total 1935 Kilometern Lange 16 Die langste Staatsgrenze ist mit 782 Kilometern diejenige zu Italien im Suden Grenze zwischen Italien und der Schweiz Im Westen grenzt die Schweiz uber 585 Kilometer an Frankreich Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz im Norden an Deutschland uber 347 Kilometer die zum grossten Teil den Rhein entlangfuhren Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz Im Osten grenzt die Schweiz mit 180 Kilometern an Osterreich Grenze zwischen Osterreich und der Schweiz und mit 41 Kilometern an das Furstentum Liechtenstein Grenze zwischen Liechtenstein und der Schweiz 17 23 9 Prozent der Flache der Schweiz sind landwirtschaftliche Nutzflache 13 Prozent sind alpwirtschaftliche Flachen Siedlungsflache sind 6 8 Prozent und 25 5 Prozent vorwiegend in den Alpen und im Jura gelten als unproduktive Naturflache Rund 30 8 Prozent sind Wald und Geholze 18 Naturraumliche Gliederung Landschaftliche Grossraume die Voralpen sind nicht von den Alpen differenziert Karte mit einem Gemeindebestand per 1 Januar 2021 Die naturraumliche Gliederung der Schweiz Die Schweiz lasst sich in drei landschaftliche Grossraume einteilen die grosse Unterschiede aufweisen den Jura 19 das dichtbesiedelte Mittelland 20 sowie die Alpen 21 mit den Voralpen 22 Rund 48 Prozent der Landesflache gehoren zu den Alpen im engeren Sinne 12 Prozent zu den Voralpen 30 Prozent werden zum Mittelland gerechnet und der Jura nimmt die restlichen zehn Prozent der Landesflache ein Das Schweizer Mittelland wird im Nordwesten und Norden geographisch wie auch geologisch durch die langgestreckten Hohenzuge des Juras abgegrenzt Im Suden gegen die Alpen hin wird meist der an einigen Orten relativ abrupte Anstieg zu Hohen uber 1500 m u M als Kriterium fur die Abgrenzung verwendet Die sudwestliche Grenze des Schweizer Mittellandes bildet der Genfersee die nordostliche der Bodensee zusammen mit dem Rhein Die Bevolkerungsdichte der Schweiz wird von den samtlich im Mittelland liegenden Ballungszentren mit den beiden in der Grosse bescheidenen und dennoch wichtigen Weltstadten Zurich und Genf bestimmt Mit Voralpen werden in der Schweiz jene Gebiete bezeichnet die den Ubergang vom leicht hugeligen Schweizer Mittelland zum Gebirgsraum der Alpen markieren und sich durch ihre Erhebungen als Naherholungszone speziell wahrend Zeiten des Hochnebels auszeichnen Mit den Alpen beschreiben sie einen Bogen zwischen Sudwesten und Nordosten der Schweiz Die Alpen bilden im Herzen Europas eine wichtige Klima und Wasserscheide mit zusatzlichen alpinen und inneralpinen Wettereffekten durch die in der Schweiz trotz ihrer geringen Grosse meist mehrere Wetterlagen herrschen Im Schweizer Alpenbogen liegen bekannte Feriendestinationen fur Sommer und Wintertourismus sowie der einzige Schweizer Nationalpark Das auch in den Alpen vorhandene Netz des offentlichen Verkehrs in der Schweiz bekam mit der Albulalinie ein UNESCO Welterbe das die Naturerbe der Gebirgslandschaften Tektonikarena Sardona und Schweizer Alpen Jungfrau Aletsch erganzt Alpensudseite ist ein Begriff der vor allem in Wettervorhersagen verwendet wird da sich Wetterlage Klima und Vegetation meist von denjenigen auf der Alpennordseite unterscheiden Die Alpensudseite umfasst den Kanton Tessin die Bundner Sudtaler Misox Calanca Bergell Puschlav und Val Mustair sowie das Gebiet sudlich des Simplonpasses im Kanton Wallis und gehort naturraumlich zu den Alpen Der Schweizer Jura kann grob im Osten und Sudosten durch das Schweizer Mittelland im Norden durch den Hochrhein im Nordwesten durch die Burgundische Pforte eingegrenzt werden Der Jura ist ein geologisch junges Faltengebirge mit einer Langenausdehnung von etwa 300 Kilometern und beschreibt einen grossen halbmondformigen nach Sudosten offenen Bogen Auf der Linie Besancon Yverdon betragt die grosste Breite des Gebirges rund 70 Kilometer Bei Biel Bienne andern die Ketten ihre Richtung immer mehr nach Osten das Gebirgssystem wird schmaler und die Zahl der nebeneinanderliegenden Ketten nimmt ab Die ostlichste Jurakette die Lagernkette verlauft in exakter West Ost Richtung und endet bei Dielsdorf wo die gebirgsbildenden Schichten unter die Molasse des Schweizer Mittellandes abtauchen Siehe auch Liste der Regionen in der Schweiz Geologie Glarner Hauptuberschiebung mit Atlas rechts und Tschingelhornern links Die geologische Struktur der Schweiz ist im Wesentlichen das Ergebnis einer Plattenkollision Afrikas und Europas wahrend der letzten Jahrmillionen Dieses Phanomen ist bei der Glarner Hauptuberschiebung einem UNESCO Weltnaturerbe besonders deutlich sichtbar Geologisch wird die Schweiz in funf Hauptregionen eingeteilt Die Alpen Geologie der Alpen bestehen im Kern aus Granit der Jura Geologie des Juras ist ein junges Faltengebirge aus Kalkstein Zwischen dem Jura und den Alpen liegt das teils flache teils hugelige Mittelland Geologie des Mittellandes Dazu kommen noch die Po Ebene im sudlichsten Zipfel des Tessins dem Mendrisiotto Mendrisio sowie die Oberrheinische Tiefebene um Basel die zum allergrossten Teil ausserhalb der Schweiz liegen 23 Die Topografie der heutigen Schweiz wurde wahrend der letzten zwei Millionen Jahre massgebend durch die riesigen Eismassen gepragt und gestaltet die wahrend der verschiedenen Eiszeiten bis weit ins Mittelland vorgestossen waren 24 Die Schweiz weist im europaischen Vergleich eine mittlere Erdbebengefahrdung auf wobei regionale Unterschiede bestehen Im Wallis in Basel im St Galler Rheintal in Mittelbunden im Engadin und der Zentralschweiz treten Erdbeben haufiger auf als in anderen Gebieten Mit einem Erdbeben der Magnitude 6 oder grosser ist alle 60 bis 100 Jahre zu rechnen Ein Erdbeben dieser Starke ereignete sich letztmals im Jahr 1946 bei Siders im Wallis Das Erdbeben das sich am 18 Oktober 1356 bei Basel ereignete ist das starkste das in historischer Zeit in Zentraleuropa dokumentiert wurde 25 Der Schweizerische Erdbebendienst SED 26 an der ETH Zurich uberwacht die Erdbebenaktivitat in der Schweiz sowie im grenznahen Ausland 27 Siehe auch Liste von Erdbeben in der Schweiz Gebirge Das Matterhorn in Zermatt VS In der Schweiz gibt es uber 3350 Gipfel uber 2000 Meter Hohe Die sechzehn hochsten Gipfel der Schweiz liegen alle in den Walliser Alpen Der hochste Gipfel ist die 4634 m u M hohe Dufourspitze im Monte Rosa Massiv das das machtigste Bergmassiv der Alpen ist Die Dufourspitze ist damit gleichzeitig der hochste Punkt der Schweiz Der hochste vollstandig auf Schweizer Territorium liegende Berg ist der Dom Er gehort zur Mischabelgruppe und ist 4545 m u M hoch Der wohl bekannteste Berg in den Schweizer Alpen ist das 4478 m u M hohe Matterhorn Im Berner Oberland bilden der Eiger 3967 m u M der Monch 4107 m u M und die Jungfrau 4158 m u M eine bekannte und auch aus dem Mittelland sichtbare Gruppe Markante Punkte der Ostalpen sind der Piz Bernina 4049 m u M der ostlichste Viertausender der Alpen und einziger Viertausender der Ostalpen sowie der Piz Kesch ein weiterer Berg mit mehr als 1 500 Metern Prominenz In den Voralpen sind die Erhebungen niedriger jedoch sind die Berge aufgrund ihrer Dominanz und Schartenhohe nicht weniger imposant Bekannte Berge sind der Luzerner Hausberg Pilatus 2132 m u M der Mythen 1898 m u M die Rigi 1797 m u M im Kanton Schwyz oder der Santis 2502 m u M im Alpstein in der Ostschweiz Der hochste Schweizer Jura Berg ist der Mont Tendre mit 1679 m u M Weitere bedeutende Berge sind La Dole 1677 m u M Chasseral 1607 m u M Chasseron 1607 m u M und Suchet 1588 m u M Der ostlichste Auslaufer des Juras ist der Randen im Kanton Schaffhausen Siehe auch Liste von Bergen in der Schweiz und Liste von Talern in der Schweiz Gletscher Der Grosse Aletschgletscher ist der langste Gletscher der Alpen Das Schweizer Hochgebirge wird massgeblich durch die vielen Gletscher dominiert Der grosste und langste Alpen Gletscher ist der Grosse Aletschgletscher gefolgt vom Gornergletscher nach Flache 28 Den letzten Hochststand erreichten die Schweizer Gletscher wahrend der Kleinen Eiszeit die von Anfang des 15 bis Mitte des 19 Jahrhunderts dauerte Seit Mitte des 19 Jahrhunderts ist auch in der Schweiz wie nahezu weltweit ein deutlicher Ruckgang der Gletscher zu beobachten 29 Dieser Gletscherschwund hat sich in den letzten Jahrzehnten noch verstarkt 30 Zwischen 1973 und 2010 nahm die Flache aller Gletscher der Schweizer Alpen um 28 Prozent auf ca 940 Quadratkilometer ab 31 Im Hitzesommer 2015 haben die Gletscher im Vergleich zu den Vorjahren ein Vielfaches an Masse verloren 32 Siehe auch Liste Schweizer Gletscher Hohlen Das Holloch im Kanton Schwyz ist das zweitlangste Hohlensystem Europas und der Lac Souterrain de Saint Leonard im Kanton Wallis ist der grosste naturliche unterirdische See in Europa 33 Siehe auch Liste von Hohlen in Europa Abschnitt Schweiz Der Rhein in Basel als Tor der Schweiz zu Europa Gewasser und Inseln Europaische Flusseinzugsgebiete in der Schweiz Rhein Alpenrhein Thur Birs Rhein Aare Reuss und Limmat Rhone Po Etsch Donau Hauptartikel Hydrographie der Schweiz In der wasserreichen Schweiz entspringen im Gotthardmassiv mit dem Rhein und der Rhone zwei der langsten Flusse Europas Durch die Schweiz verlaufen mehrere europaische Hauptwasserscheiden Sie trennen die Einzugsgebiete von Nordsee Mittelmeer und Schwarzem Meer So fliesst der Rhein mit seinen Zuflussen in die Nordsee die Rhone und der Ticino ins Mittelmeer wahrend das Wasser des Inn uber die Donau ins Schwarze Meer gelangt Eine dreifache Hauptwasserscheide findet sich auf dem Lunghinpass Innerhalb der Schweiz hat der Rhein mit 375 Kilometern den langsten Lauf vor dem Rhein Zufluss Aare mit 295 Kilometern Die Rhone fliesst 264 Kilometer innerhalb der Schweiz wahrend die Reuss als viertgrosster Fluss der Schweiz 158 Kilometer Lange erreicht Weitere pragende Flusse sind die Saane im Westen der Ticino im Suden die Birs und der Doubs im Nordwesten die Linth Limmat und die Thur im Nordosten und der Inn im Sudosten Bei Schaffhausen bildet der Rhein den grossten Wasserfall Mitteleuropas Rheinfall Zeitweise bestand eine Idee mittels eines transhelvetischen Kanals zwischen Rhein und Rhone die Nordsee und das Mittelmeer mit einer Wasserstrasse zu verbinden dieses Projekt wurde aber nie realisiert Die Schweiz hat aufgrund ihrer topographischen Struktur und vor allem aufgrund der Vergletscherung wahrend der Eiszeiten rund 1 500 Seen 34 ein Grossteil davon sind kleinere Bergseen Insgesamt sind ungefahr vier Prozent der Oberflache der Schweiz von Seen bedeckt diese Summe wird aber hauptsachlich von den grossten Seen der Schweiz bestimmt Der grosste See der Schweiz ist der Genfersee 580 03 Quadratkilometer an der franzosischen Grenze Er liegt zu knapp 60 Prozent auf Schweizer Boden Der an Deutschland und Osterreich grenzende Bodensee ist mit 536 00 Quadratkilometern etwas kleiner 23 73 Prozent der Uferlange auf Schweizer Boden Der Lago Maggiore an der italienischen Grenze 19 28 Prozent auf Schweizer Territorium bildet mit 193 m u M den tiefsten Punkt der Schweiz Die grossten vollstandig in der Schweiz liegenden Seen sind der Neuenburgersee 215 20 Quadratkilometer der Vierwaldstattersee 113 72 Quadratkilometer und der Zurichsee 88 17 Quadratkilometer 35 36 In den Schweizer Seen und Flussen liegen zahlreiche grossere und kleinere Inseln Zu den bekanntesten zahlen die Isole di Brissago die St Petersinsel und die Ufenau Siehe auch Liste der Seen in der Schweiz Liste der Flusse in der Schweiz und Liste von Schweizer Inseln Klima Klimadiagramm Zurich ZH Klimadiagramm Locarno TI Klimadiagramm Sils Maria GR Nordlich der Alpen herrscht gemassigtes meistens von ozeanischen Winden gepragtes mitteleuropaisches Klima sudlich der Alpen ist es eher mediterran Das Klima ist regional jedoch sehr unterschiedlich bedingt durch die geographischen Elemente Grundsatzlich herrscht vom Jurabogen uber Mittelland und Voralpen taglich ein ahnliches Wetter wahrend inneralpin und in der Sudschweiz vollkommen anderes Wetter herrschen kann In der Zentralschweiz in den Alpen und im Tessin betragt die durchschnittliche Niederschlagsmenge ungefahr 2000 Millimeter im Jahr Niederschlagsreichster Ort ist der Santis 2502 m u M mit durchschnittlich 2837 mm Normperiode 1981 2010 37 trockenster Ort ist Ackersand im Vispertal mit durchschnittlich 545 Millimetern im Jahr beide Werte Normperiode 1981 2010 37 In der Normperiode 1961 1990 lag der Wert fur Ackersand noch bei 521 Millimetern 38 Im Mittelland betragt die Menge etwa 1000 bis 1500 Millimeter pro Jahr Als einzige Region der Schweiz verzeichnet diese Region seit dem Jahr 1864 eine statistisch signifikante Zunahme der jahrlichen Niederschlagsmengen welche vor allem auf eine Zunahme in den Wintermonaten zuruckzufuhren ist 39 Die Niederschlagsmenge in der Schweiz ist im Sommer allgemein ungefahr doppelt so hoch wie im Winter Primar abhangig von der Hohenlage fallt im Winter viel Niederschlag als Schnee sodass in den Alpen und Voralpen monatelang eine geschlossene Schneedecke liegt Vergleichsweise selten schneit es in den Regionen um Genf und Basel sowie im Sudtessin hier kann es auch Winter ohne Schneedecke geben Die grosste Schneehohe in der Schweiz wurde mit 816 cm im April 1999 auf dem Santis gemessen 37 Die Temperaturen in der Schweiz sind primar abhangig von der Hohenlage Zudem sind sie in der Tendenz im Westen statistisch etwas hoher als im Osten ca 1 C Generell liegt in den Niederungen die Durchschnittstemperatur im Januar bei rund 1 bis 1 C Im warmsten Monat dem Juli liegt sie bei 16 bis 19 C Die Jahresmitteltemperaturen betragen ungefahr 7 bis 9 C Die durchschnittlich warmsten Orte mit verfugbaren Messreihen sind Locarno Monti und Lugano mit einem Jahresmittel von jeweils 12 4 C Normperiode 1981 2010 40 Wie an fast allen Messstationen zeigt sich auch hier der Klimawandel 41 In der Normperiode 1961 1990 lagen die Durchschnittswerte noch bei 11 5 C Locarno Monti bzw 11 6 C Lugano und damit um 0 9 bzw 0 8 C niedriger als in der zuletzt gemittelten Normperiode 42 Der durchschnittlich kalteste Ort ist das Jungfraujoch mit 7 2 C Normperiode 1981 2010 Auch hier hat die Durchschnittstemperatur um 0 7 C zugenommen seit der Normperiode 1961 1990 Absolute Rekorde wurden in Grono mit 41 5 C am 11 August 2003 gemessen beziehungsweise in La Brevine mit 41 8 C 12 Januar 1987 37 Verglichen mit der Hohenlage von Vergleichsorten im Mittelland sind die Temperaturen im Rhonetal im Rheintal und in der Region Basel durchschnittlich ein bis zwei Grad Celsius warmer in der Magadinoebene im Tessin zwei bis drei Grad Obwohl klimatisch zur Sudschweiz zahlend sind die Temperaturen im Engadin um durchschnittlich zehn Grad Celsius kalter Dies liegt daran dass das Engadin ein alpines Hochtal ist Ahnliches gilt fur die Seitentaler und das Goms im Wallis 43 44 Hagel ist in den Alpen in der Romandie und im Tessin ein eher seltenes Ereignis In der Periode von 1999 bis 2002 hagelte es im Emmental im Laufental und im Toggenburg am im Jahresdurchschnitt bis zu 60 Minuten in den anderen Regionen waren es unter 30 Minuten Nebel ist im ganzen Mittelland zu beobachten die Alpengebiete sind seltener betroffen Besonders haufig ist der Nebel entlang der Aare der nordlichen Reuss und im Thurgau wo er vor allem im Herbst im Winter und im Fruhfruhling uber mehrere Wochen auftreten kann Mit Ausnahme von Hochnebel ist Nebel im Jurabogen und in der Region Basel ein vergleichsweise seltenes Phanomen Die Nebelhaufigkeit im Schweizer Mittelland ist seit den 1970er Jahren deutlich zuruckgegangen Die Wetterstation Zurich Kloten zum Beispiel registrierte fruher immer wieder Jahre mit 50 bis 60 Nebeltagen Heute sind es um die 40 Ursachen fur den Nebelruckgang durfte in einer Umstellung der vorherrschenden Wetterlagen und in der Verbesserung der Luftreinhaltung zu finden sein 45 Haufig auftretende Winde in der Schweiz sind der milde Fohn beidseits des Alpenkamms und die kalte Bise von der die Sudschweiz oft verschont wird Die hochste je gemessene Windgeschwindigkeit ist 285 Kilometer pro Stunde Jungfraujoch 27 Februar 1990 Das Bundesamt fur Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz ist der staatliche Wetterdienst der Schweiz Weitere bekannte private Wetterdienste sind SRF Meteo Meteomedia und MeteoNews In Davos ist das Institut fur Schnee und Lawinenforschung beheimatet Klimawandel in der Schweiz Im Zuge des globalen Klimawandels hat sich das Klima in der Schweiz verandert Seit 1971 hat die Erwarmung jede Dekade kontinuierlich zugenommen 46 Die Jahresdurchschnittstemperatur ist seit 1864 um rund 2 C Stand 2018 angestiegen 47 Dies ist mehr als doppelt so viel wie im weltweiten Durchschnitt somit ist die Schweiz besonders stark vom Klimawandel betroffen 48 Als besonders grosse Herausforderung gilt u a der Gletscherschwund er tangiert z B die Verfugbarkeit von Trinkwasser und die Gewinnung von Strom durch Wasserkraft 49 50 51 Im Jahr 2019 wurden nur mehr 1463 Schweizer Gletscher gezahlt was einem Verlust von 700 Gletschern seit den 1970er Jahren durch Abschmelzung entspricht 52 Klimawissenschaftler prognostizieren dass die meisten Alpengletscher zum Ende des 21 Jahrhunderts verschwunden sein werden 53 Auch ergeben sich Trends in den Niederschlagssummen z B eine signifikante Zunahme im Mittelland 39 Daruber hinaus gibt es eine Zunahme in der Haufigkeit und Intensitat der Starkniederschlage was wiederum zu lokalen Uberschwemmungen fuhren kann 47 51 Die Sommer werden hingegen trockener und heisser wodurch es vor allem in der Landwirtschaft zu Wasserknappheit kommen kann 51 2021 belegt die Schweiz den 14 Rang beim Klimaschutz Index 54 Am meisten tragt der Verkehrssektor zum Ausstoss von Treibhausgasen bei Der CO2 Ausstoss der Schweiz pro Kopf und der CO2 Ausstoss bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt sind verglichen mit anderen OECD Staaten relativ niedrig Die Treibhausgase die die Schweiz im Ausland produziert werden nicht den Schweizern angerechnet Wurde man diese dazurechnen sahe die CO2 Bilanz weniger gut aus 55 56 Der Zementhersteller Holcim ist der grosste Schweizer Emittent von CO2 57 Pro Person hat die Schweiz hinter Luxemburg und Belgien den grossten CO2 Fussabdruck in Europa Weltweit gibt es nur 13 Lander die einen noch hoheren CO2 Fussabdruck pro Person haben als die Schweiz 58 Bei den Spillover Effekten belegt die Schweiz den letzten Platz 59 Die aktuelle Klimapolitik der Schweiz will bis 2030 die CO2 Emissionen um mindestens 50 gegenuber 1990 reduzieren und bis 2050 das Netto Null Ziel erreichen 60 Siehe auch Agenda 2030 und Folgen der globalen Erwarmung in der SchweizNaturIn der Schweiz leben schatzungsweise 40 000 Tierarten davon sind ca 30 000 Insekten und nur ca 83 Saugetierarten Mindestens 40 Prozent der Tierarten sind gefahrdet besonders Amphibien und Reptilien 61 Das Schweizer Gewassernetz umfasst rund 65 300 km Fluss und Bachlaufe 62 Das Jedermannszutrittsrecht gestattet in der Schweiz allen Menschen sich unter bestimmten Einschrankungen frei in der Natur zu bewegen Auch das Sammeln von Beeren und Pilzen ist mit Einschrankungen gestattet In einigen Kantonen darf an bestimmten Gewassern im Rahmen des Freiangelrechts unter gewissen Voraussetzungen ohne Bewilligung gefischt werden ansonsten ist ein Patent notig Die Jagd ist in den nordlichen Kantonen als Revierjagd organisiert in den meisten ubrigen Kantonen als Patentjagd siehe auch Jagdrecht Schweiz Flora und Vegetation Die Vegetation im Schweizerischen Nationalpark in Zernez GR Ein Drittel der Landoberflache der Schweiz ist bewaldet 63 In den Alpen dominieren Nadelholzer Tannen Fichten Larchen und Arven 64 Die Walder in den Alpen haben wichtige Funktionen als Lawinen Bannwald und Hochwasserschutz der Wald fangt die Regenmenge auf und gibt sie nur langsam wieder ab Im Mittelland im Jura und auf der Alpensudseite unterhalb von 1 000 Metern wachsen Laubmischwalder und Laubwalder Besonders bekannte Waldgebiete in der Schweiz sind der Aletschwald der Sihlwald und der Pfynwald sowie die alpinen Urwalder Bodmerenwald unberuhrter Kernbereich ca 150 Hektaren der Tannenurwald von Lac de Derborence 22 Hektaren der Fichtenwald Scatle 65 66 bei Brigels im Kanton Graubunden 9 ha 67 sowie das Waldreservat Val Cama Val Leggia im Misox Der Tamangur im Unterengadin ist der hochstgelegene Arvenwald Europas Im Tessin und im Misox gibt es als regionale Besonderheit ausgedehnte Kastanienwalder die in fruheren Zeiten eine Hauptrolle in der Ernahrung der Bevolkerung spielten Die drei grossten zusammenhangenden Walder der Schweiz liegen in der Sudschweiz sowie auf den Jurahohen Es sind dies Waldflachen westlich der Maggia 169 km zwischen dem Monte Tamaro und Roveredo 162 km sowie beim Col du Mollendruz bis zur Landesgrenze beim La Dole 117 km 68 Uber 700 Pflanzenarten in der Schweiz gelten als vom Aussterben bedroht 69 In den Tallagen des Tessins sowie vereinzelt im Mittelland 70 wachsen als Zierpflanzen einige Palmenarten beispielsweise die Zwergpalme oder die Chinesische Hanfpalme Letztere Palmenart verwilderte 71 und da sie einheimisches Geholz bedrangt 72 wird sie als invasiver Neophyt in der Schwarzen Liste invasiver Neophyten aufgefuhrt 70 73 Siehe auch Liste von Geholzen in der Schweiz Fauna In der Schweiz leben circa 99 Saugetierarten 74 in freier Wildbahn davon ist der grosste Teil den Fledermausen und anderen Kleinsaugern zuzuordnen Alle grossen Raubtiere sind in den letzten hundert Jahren aus der Schweiz verschwunden Die Wichtigkeit von Raubern in einem gesunden Okosystem wurde erkannt und Luchs 75 Wolf und Bar wurden unter Schutz gestellt 76 Der Luchs 77 wurde wieder in die Schweiz eingefuhrt Der Wolf 78 ist selbstandig von Italien und Frankreich her eingewandert Im Sudosten Graubundens sind seit 2005 zudem vereinzelt von Italien herkommende Braunbaren die seit 1910 durch die Jagd verschwunden waren 79 auf Schweizer Territorium anzutreffen ohne dass sich jedoch bis anhin eine Population bilden konnte Am haufigsten zu beobachten ist der Rotfuchs Er fuhlt sich auch in den Schweizer Stadten sehr wohl Dachse bewohnen oft mit Fuchsen zusammen dieselbe Wohnhohle weshalb sie stark unter der Verfolgung des Fuchses litten Als weitere Baubewohner gibt es in einigen Alpenregionen Murmeltiere Neben dem Luchs gibt es in der Schweiz noch vereinzelte Populationen von Wildkatzen im Jura Fischotter sind seit 1990 aus der Schweiz verschwunden letzte Spuren fanden sich 1989 am Neuenburgersee 80 Hauptgrund ist wohl der Zustand der Gewasser und die dadurch reduzierten Fischbestande Oft in Siedlungen anzutreffen ist der Steinmarder Sein Verwandter der Baummarder ist eher selten und halt Abstand zu Menschen Der erste Goldschakal wurde 2011 gesichtet 81 82 Alpensteinbocke im Ratikon Bei den Huftieren sind ebenfalls verschiedene Arten aus der Schweiz verschwunden so zum Beispiel der Wisent und der Elch Einige ausgerottete Arten wie der Alpensteinbock wurden mittlerweile wieder angesiedelt er bevolkert das Hochgebirge der Alpen Im Unterwallis gibt es zwei Kolonien von Europaischen Mufflons die aus Frankreich eingewandert sind Die Gamse ist in den hoher gelegenen Regionen der Alpen sowie des Juras sehr haufig Grosste Hirschart ist momentan der Rothirsch Kleinste einheimische Hirschart ist das Reh Das Reh ist auch die haufigste Hirschart und besiedelt Mittelland und Jura Im zurcherisch schaffhausischen Grenzgebiet beim Rafzerfeld kommt der Sikahirsch vor In den Wirren des Zweiten Weltkrieges entkamen einige Tiere aus suddeutschen Gehegen und besiedelten von dort aus die Schweiz Ebenfalls recht haufig in einigen Gebieten der Nordschweiz ist das Wildschwein Von den Nagetieren wurde der Biber wieder eingefuhrt In der Schweiz leben zahlreiche Vogelarten 83 Die Schweizer Seen und Flusse sind wichtige Rast und Uberwinterungsgebiete fur Wasservogel So uberwintern jahrlich mehrere Tausend Reiher Tafel und Kolbenenten sowie Blesshuhner Gansesager und Haubentaucher in der Schweiz Von den Greifvogeln sind vor allem der Turmfalke und der Mausebussard sehr haufig Aber auch Rot und Schwarzmilane kommen regelmassig vor Der Steinadler besiedelt erneut den gesamten Alpenraum Auch die Bestande von Habicht und Sperber haben sich erholt und sind stabil Der ausgerottete Bartgeier wurde im Schweizerischen Nationalpark ausgesetzt 2007 bruteten drei Paare erstmals in der Schweiz Von den Raufusshuhnern besiedeln Haselhuhn Alpenschneehuhn Birkhuhn und Auerhuhn die Schweizer Alpen sowie zum Teil den Jurabogen Die Bestande des Auerhuhns sind jedoch aufgrund des Alpentourismus sowie der Intensivierung der Forstwirtschaft stark gefahrdet So ist das Auerhuhn bereits aus vielen Gebieten der Voralpen und des nordlichen Juras verschwunden Naturschutzorganisationen bemuhen sich jedoch intensiv um die Erhaltung der Art Das Steinhuhn besiedelt die Gebiete im Bereich der Waldgrenze Stark vom Aussterben bedroht sind das Rebhuhn der Wachtelkonig sowie der Grosse Brachvogel In der Schweiz leben Eulenarten wie der Waldkauz die Waldohreule der Uhu der Sperlingskauz sowie Raufusskauz und Schleiereule In den alten Bergwaldern leben viele Spechtarten Singvogel sind in der Schweiz zahlreich vertreten Durch die Ausdehnung des Siedlungsraumes der Intensivierung der Landwirtschaft auch in immer hoheren Bergregionen sowie den Wintertourismus sind viele Vogelarten in der Schweiz gefahrdet Insgesamt stehen knapp 40 Prozent der Vogelarten in der Schweiz auf der Roten Liste der gefahrdeten Arten 84 Bei Uhus und Weissstorchen ist der Stromschlag laut Daniela Heynen von der Vogelwarte Sempach eine der haufigsten bekannten Todesursachen vgl Vogelschlag 85 An Reptilien 86 sind vor allem viele Schlangenarten zu nennen die sich in den sonnigen Sudtalern der Alpen wohl fuhlen wie die Aspisviper In den Hochlagen der Alpen und des Juras lebt zudem die Kreuzotter Weitaus haufiger und weiter verbreitet sind jedoch ungiftige Schlangen wie die Ringelnatter und die Wurfelnatter Stark verbreitet sind verschiedene Eidechsenarten Als einzige Schildkrotenart ist in der Schweiz die Europaische Sumpfschildkrote anzutreffen Amphibien 87 sind in der Schweiz weit verbreitet Haufig sind etwa der Grasfrosch die Erdkrote und der Bergmolch Deutlich seltener sind hingegen der Laubfrosch die Geburtshelferkrote und der Alpen Kammmolch Das typischste Wirbeltier der Schweiz ist der Alpensalamander dessen grosste Populationen und das Zentrum seiner Verbreitung sind die Schweizer Alpen 88 In den Schweizer Gewassern gibt es etwa 65 einheimische Fischarten und Unterarten 89 90 davon eine einmalige Vielfalt an Felchen 91 Zusatzlich kommen etwa 20 eingefuhrte Fischarten hinzu Zudem gibt es vier einheimische Krebsarten Edelkrebs Italienischer Dohlenkrebs Dohlenkrebs Steinkrebs und 4 eingefuhrte Krebsarten 92 Seit dem 19 Jahrhundert werden die Fischbestande auch durch Besatzmassnahmen kunstlich erneuert insbesondere seit den 1980er Jahren 93 94 Pro Jahr werden mehrere Hundert Millionen Jungfische ausgesetzt 95 96 Naturschutz Schweizerischer Nationalpark mit ratoromanischer Hinweistafel Ziel des Naturschutzes 97 in der Schweiz ist es das heimatliche Landschafts und Ortsbild die geschichtlichen Statten sowie die Natur und Kulturdenkmaler des Landes zu schonen zu schutzen sowie ihre Erhaltung und Pflege zu fordern 98 Der Naturschutz ist rechtlich im Bundesgesetz uber den Natur und Heimatschutz NHG geregelt Teilregelungen existieren zudem in der Wald und Landwirtschaftsgesetzgebung von Bund und Kantonen Schweizweit sind etwa 300 Ranger im Einsatz 99 Derzeit Stand Mai 2016 sind 16 Parke von nationaler Bedeutung in Betrieb und 3 befinden sich in der Errichtungsphase 100 Der wohl bekannteste unter ihnen ist der 1914 gegrundete Schweizerische Nationalpark im Kanton Graubunden Zwei Parks sind ausserdem auch als Biospharenreservate ausgezeichnet 165 geschutzte Landschaften sind im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmaler von nationaler Bedeutung aufgefuhrt 101 In der Schweiz gibt es 1073 Naturwaldreservate inklusive des Schweizerischen Nationalparks mit einer Gesamtflache von 46 199 Hektar das entspricht 3 Prozent der Schweizer Waldflache Stand 12 2018 102 103 Auch private Organisationen kummern sich um den einheimischen Naturschutz so etwa Pro Natura welche vertraglich uber 600 Naturschutzgebiete in der Schweiz mit einer Gesamtflache von fast 600 km sichert 104 oder der Schweizer Vogelschutz 105 Seit 1987 sind Moore und Hochmoore durch die Bundesverfassung streng geschutzt Rothenthurm Initiative 106 Das Bundesinventar der Flachmoore von nationaler Bedeutung verzeichnete 2007 1 163 schutzwurdige Moore mit rund 20 000 Hektaren Gesamtflache und das Bundesinventar der Hochmoore von nationaler Bedeutung umfasst 549 Moore mit einer Gesamtflache von rund 1 500 Hektaren Dies entspricht etwa 0 04 der Landesflache 107 108 2019 wurde Lancy als erste Gemeinde Bio Suisse zertifiziert 109 Bis 2020 wurden nicht genugend Flachen fur das Smaragd Netzwerk angemeldet Bisher existieren erst 37 Smaragd Gebiete 110 111 Die Schweiz hat von allen europaischen Landern den niedrigsten Anteil an Schutzgebieten im Verhaltnis zur Landesflache 112 Unter anderem tragt der Tourismus die Ausdehnung der Siedlungsflache die Intensivierung der Landwirtschaft die Umweltverschmutzung und die Ubernutzung von Ressourcen zum Biodiversitatsverlust bei 113 2020 kam BirdLife Schweiz zum Schluss dass die Schweiz viel zu wenig fur ihre reichhaltige Biodiversitat unternommen hat 114 Auch die OECD und die Europaische Umweltagentur weisen darauf hin dass die bisherigen Massnahmen zum Schutz der biologische Vielfalt langst nicht ausreichend seien 115 Zoologische Garten Verschiedene Zoos und Tierparke zeigen den Besuchern einheimische wie auch exotische Tiere Zu den bekanntesten zoologischen Garten in der Schweiz gehoren der Zoo Basel der Zoo Zurich mit seiner Masoala Halle Knies Kinderzoo sowie der Berner Barenpark 116 Siehe auch Liste zoologischer Garten und Aquarien in Europa Abschnitt Schweiz BevolkerungStadte und Gemeinden Hauptartikel Gemeinde Schweiz Politische Gemeinde und Liste der Stadte in der Schweiz Bevolkerungspyramide der Schweiz 2020 Die kleinste politische Einheit bilden die Gemeinden So zahlen auch Stadte als Gemeinden 117 Per 1 Januar 2021 existierten 2172 politische Gemeinden 118 Die Zahl hat in den letzten Jahren durch Gemeindefusionen stark abgenommen Die grosste Stadt der Schweiz ist Zurich mit 420 217 Einwohnern 31 Dezember 2019 die kleinste Gemeinde ist Kammersrohr mit 32 Einwohnern 31 Dezember 2019 Weitere Grossstadte sind Genf mit 203 951 31 Dezember 2019 Basel mit 173 232 31 Dezember 2019 Lausanne mit 139 408 31 Dezember 2019 die Bundesstadt Bern mit 134 591 31 Dezember 2019 sowie Winterthur mit 113 173 31 Dezember 2019 Einwohnern Die grossten Stadte mit weniger als 100 000 Einwohnern sind Luzern 82 257 St Gallen 76 090 Lugano 62 615 und Biel Bienne 55 602 alle per 31 Dezember 2014 In der Agglomeration Zurich leben rund 1 369 000 Menschen in der Agglomeration Genf 592 100 in der Agglomeration Basel 547 800 in der Agglomeration Lausanne 420 800 und in der Agglomeration Bern 418 200 Menschen 31 Dezember 2017 119 Insgesamt leben fast drei Viertel der Bevolkerung in einer der 49 Schweizer Agglomerationen 120 Die flachengrosste politische Gemeinde ist seit dem 1 Januar 2015 die durch Fusion entstandene Gemeinde Scuol Kanton Graubunden mit 438 Quadratkilometern zuvor war die flachenmassig grosste Gemeinde die ebenfalls durch Fusion entstandene Gemeinde Glarus Sud Kanton Glarus mit 430 Quadratkilometern 121 Die nach Flache kleinsten Gemeinden sind Gottlieben Kanton Thurgau Kaiserstuhl Kanton Aargau und Rivaz Kanton Waadt mit je 0 32 Quadratkilometern 122 Siehe auch Liste deutscher Bezeichnungen von Schweizer Orten Liste franzosischer Bezeichnungen von Schweizer Orten und Liste ratoromanischer Bezeichnungen von Schweizer Orten Der Schweizer Pass 2010 Schweizer Burgerrecht Hauptartikel Schweizer Burgerrecht Schweizer und Liste bekannter Schweizer Personen Das Schweizer Burgerrecht ist die gebrauchliche Bezeichnung fur die schweizerische Staatsburgerschaft Es kann gemass Art 37 Abs 1 der Bundesverfassung nicht ohne gleichzeitigen Erwerb des Burgerrechts einer Gemeinde und des Burgerrechts des Kantons erworben werden Gemeinde und Kantonsburgerrecht vermitteln das Schweizer Burgerrecht Die Gemeinde deren Gemeinde Burgerrecht ein Schweizer besitzt wird Burgerort auch Heimatort genannt 123 Der Schweizer Pass und die Identitatskarte dienen dem Nachweis der Staatsburgerschaft der Schweizerischen Eidgenossenschaft 124 Das Staatsangehorigkeitsrecht der Schweiz ist im internationalen Vergleich restriktiv und in den Kantonen bestehen jeweils unterschiedliche Regelungen In der Schweiz geborene Kinder von im Land lebenden Auslandern erhalten nicht automatisch die Staatsburgerschaft 125 126 Schweizer die im Ausland leben werden Auslandschweizer und daruber hinaus als Funfte Schweiz bezeichnet 127 Dieser Ausdruck erklart sich aus den vier Sprachregionen der Schweiz Ende 2018 lebten 760 200 Schweizer Staatsangehorige im Ausland davon 62 in Europa 16 in Nordamerika 8 in Sudamerika 7 in Asien 4 in Australien und 3 in Afrika Statistik der bei einer schweizerischen Auslandsvertretung Gemeldeten 128 Demographie Langzeit Bevolkerungsentwicklung 129 130 Bevolkerungsentwicklung ab 2010 Auslanderanteil je Gemeinde 2019 Bevolkerungsdichte je Gemeinde 2019 Beispiel eines Auslanderausweises fliederfarben L fur Kurzaufenthalter mit bis zu einjahrigem Aufenthalt Hauptartikel Demografie der Schweiz Seit Beginn des 20 Jahrhunderts hat sich die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt von 3 3 Millionen 1900 auf 8 6 Millionen 131 2019 Das Bevolkerungswachstum flachte 2018 auf 0 7 Prozent ab Die Bevolkerungszunahme erreichte ihren Hohepunkt zwischen 1950 und 1970 131 Zu Bevolkerungsruckgangen kam es einzig 1918 als Folge der Spanischen Grippe und in den wirtschaftlichen Rezessionsjahren 1975 1977 Wahrend 2012 insgesamt 148 799 Menschen in die Schweiz einwanderten verliessen 96 494 das Land 132 Das Wachstum der Bevolkerung mit Schweizer Pass ist seit 1981 langsamer und konstanter als jenes der Gesamtbevolkerung verlaufen Die Entwicklung der auslandischen Wohnbevolkerung erfolgte etwas rascher aber uber die Jahre unregelmassiger mit relativ hohen jahrlichen Zuwachsraten zwischen 1988 und 1993 von jeweils ungefahr 3 Prozent Wahrend die allgemeine Geburtenziffer 1963 noch bei 2 67 lag nahm sie danach stetig bis auf einen Wert von 1 38 im Jahre 2001 ab Seither gab es wieder eine moderate Zunahme auf 1 46 im Jahr 2007 Damit ergab sich auch erstmals seit zehn Jahren wieder ein Geburtenuberschuss von Schweizer Staatsangehorigen 400 133 2018 lag die Geburtenziffer bei 1 52 Kindern pro Frau 134 Die Lebenserwartung betrug im Jahr 2019 gemass Bundesamt fur Statistik 85 6 Jahre fur Frauen und 81 9 Jahre fur Manner 135 Laut UN war die Schweiz im Zeitraum von 2015 bis 2020 das Land mit der zweithochsten Lebenserwartung weltweit 136 Die Bevolkerungsdichte ist im flachen Mittelland mit ca 450 Personen pro Quadratkilometer auf 30 Prozent des Staatsgebiets fur Schweizer Verhaltnisse sehr hoch 137 im Alpenland und im Jura naturgemass dunn Im Kanton Graubunden im Alpengebiet gelegen betragt die Einwohnerdichte nur einen Bruchteil davon ca 27 Personen pro Quadratkilometer Ausserdem ist das Mittelland aber auch der Kanton Tessin stark zersiedelt 138 Siehe auch Geographie der Schweiz Abschnitt Wohnbevolkerung Eine verlangsamte Zuwanderung hat Auswirkungen auf den Immobilienmarkt So stieg die Zahl der leerstehenden Wohnungen laut dem Bundesamt fur Statistik in den Jahren 2013 bis 2017 von 40 000 auf 65 000 Wohnungen Demzufolge sinken auch die Mieten 139 In der Schweiz wird zwischen Auslandern Bevolkerung ohne Schweizer Burgerrecht und der Bevolkerung mit Migrationshintergrund Bevolkerung mit Schweizer Burgerrecht sowie auslandischen Wurzeln unterschieden Der Begriff Secondo ist die in der Schweiz gebrauchliche Bezeichnung fur Einwanderer der zweiten Generation die teilweise Auslander und teilweise Schweizer Staatsangehorige sind Auslander Auslander sind Personen ohne Schweizer Burgerrecht offizielle Bezeichnung fur die Staatsangehorigkeit der Schweiz Ende 2017 lebten in der Schweiz 2 126 400 Einwohner ohne Schweizer Burgerrecht was einem Auslanderanteil von 25 1 Prozent entsprach die meisten davon aus Italien 317 300 Deutschland 304 600 Portugal 266 600 und Frankreich 131 100 140 Jeder Auslander erhalt einen Auslanderausweis Seit Beginn des 19 Jahrhunderts war der Auslanderanteil an der schweizerischen Gesamtbevolkerung hoher als in anderen europaischen Landern Grunde dafur sind u a die vielen Grenzregionen die zentrale Lage in Europa und die geringe Grosse des Landes 141 Andere sehen den Grund hierfur eher in der restriktiven Gesetzgebung die schnellere Einburgerungen verhindert 142 Wahrend der durchschnittliche Anteil an Auslandern im gesamten Land bei 25 1 Prozent liegt haben einige Gemeinden einen weit uberdurchschnittlich hohen Anteil Hierzu gehoren beispielsweise Basel 37 3 Lausanne 43 2 Dietikon 45 0 Montreux 46 5 Genf 47 9 Spreitenbach 50 3 Renens 51 2 Kreuzlingen 54 7 143 Bevolkerung mit Migrationshintergrund Zur Bevolkerung mit Migrationshintergrund zahlen Personen die in die Schweiz eingewandert sind und deren beide Elternteile im Ausland geboren wurden Weiter zahlen dazu die unmittelbaren direkten Nachkommen dieser Personen sog Secondos Angehorige der zweiten Generation die in der Schweiz geboren wurden Eine Person mit Migrationshintergrund kann sowohl die Schweizer wie auch eine auslandische Staatsangehorigkeit besitzen Keine Personen mit Migrationshintergrund sind folglich die Auslander der dritten Generation und geburtige Schweizer bei denen mindestens ein Elternteil in der Schweiz geboren wurde Das Bundesamt fur Statistik BFS hat bei der Wohnbevolkerung ab 15 Jahren in der ganzen Schweiz per Ende 2013 einen Anteil an Personen mit Migrationshintergrund von 34 8 Prozent 2 374 000 Einwohner ermittelt 144 Asyl Die Schweiz richtet sich nach den volkerrechtlichen Verpflichtungen gemass der Genfer Fluchtlingskonvention Rechtsgrundlage ist das Asylgesetz AsylG Zustandige Bundesbehorde ist das Staatssekretariat fur Migration SEM Asylbewerber und Fluchtlinge erhalten wie alle anderen Auslander einen Auslanderausweis Den Ausweis N erhalten Asylsuchende F vorlaufig aufgenommene Auslander und S Schutzbedurftige 2014 beantragten 23 765 Menschen in der Schweiz Asyl 145 Von den Asylsuchenden stammte die Mehrheit vornehmlich aus Eritrea gefolgt von Syrien und Sri Lanka 2015 beantragten 39 523 Menschen Asyl vor allem aus Eritrea Afghanistan und Syrien 146 Sans Papiers Menschen die ohne gultige Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz leben werden Sans Papiers wortlich Menschen ohne Papiere genannt Ihre Zahl ist naturgemass unbekannt Schatzungen variieren zwischen 80 000 und 300 000 Personen das Bundesamt fur Statistik BFS beziffert die Anzahl in einer Studie von 2015 auf rund 76 000 147 Die meisten Sans Papiers gehen einer Beschaftigung fur niedrig Qualifizierte nach Sans Papiers arbeiten in Branchen deren Personalbedarf durch Schweizer oder EU Staatsangehorige nicht vollstandig abgedeckt wird Sie putzen in privaten Haushalten betreuen Kinder und Betagte arbeiten auf Baustellen oder in der Landwirtschaft 148 149 Auswanderung Fur junge Manner war der Eintritt als Soldner in fremde Kriegsdienste bis in das erste Drittel des 19 Jahrhunderts die haufigste Form der Auswanderung Ab dem 14 Jahrhundert standen die sogenannten Reislaufer im Dienst des Kaisers der franzosischen Konige und von italienischen Stadten wie z B Mailand Schweizer Truppen in fremden Diensten 150 Hunger und Armut nach dem Dreissigjahrigen Krieg fuhrten zu Ausreisewellen nach Ostpreussen Zu Beginn des 19 Jahrhunderts fuhrte die kriegsbedingte Napoleonische Kriege allgemeine Verarmung zu Auswanderungen nach Russland wahrend in den Hungerjahren 1816 1817 Jahr ohne Sommer besonders Lateinamerika das Ziel war Die Landwirtschaftskrisen der 1840er 1870er und 1880er Jahre sowie Umstrukturierungsprobleme wahrend der Industrialisierung fuhrten zu Massenauswanderungen in noch nie gekannten Dimensionen nach Ubersee besonders nach Nordamerika und Sudamerika Am Ende des 19 Jahrhunderts war Nordamerika fur fast 90 Prozent der Emigranten das Ziel Zwischen 1851 und 1860 wanderten rund 50 000 Personen nach Ubersee aus in den 1860er und 1870er Jahren je 35 000 und zwischen 1881 und 1890 uber 90 000 Bis 1930 stabilisierte sich die Zahl der Auswanderer pro Jahrzehnt zwischen 40 000 und 50 000 In einigen Kantonen wurden Arme von den Behorden im grossen Stil zur Auswanderung gedrangt Die Auswanderer grundeten in der neuen Welt Kolonien so entstanden 1803 Nouvelle Vevay heute New Vevay in Indiana 1831 New Switzerland in Illinois und 1845 New Glarus in Wisconsin 151 Der wohl bekannteste Auswanderer war Johann August Sutter Der als General Sutter bekanntgewordene kalifornische Landereienbesitzer grundete die Privatkolonie Neu Helvetien Auf seinem Land brach 1848 der kalifornische Goldrausch aus 152 Gemass empirischen Daten war die Wanderungsbilanz fur das Gebiet der heutigen Schweiz von der zweiten Halfte des 16 Jahrhunderts bis zum Ende des 19 Jahrhunderts stets negativ 153 Siehe auch Liste von Amerikaschweizern Einwanderung Heute ist die Schweiz wie fast alle wohlhabenden westlichen Staaten der Welt ein Einwanderungsland 154 Zur Zeit der Industrialisierung gab es eine grosse Binnenwanderung 155 vor allem aus den Alpen Seit dem grossen Wirtschaftswachstum in den 1960er Jahren wurden Gastarbeiter Saisonnierstatut gezielt angeworben spater erreichten die Schweiz immer wieder Fluchtlingsstrome etwa aus dem ehemaligen Jugoslawien wahrend der Jugoslawienkriege Aus der Turkei kamen viele Gastarbeiter nach Westeuropa und damit auch in die Schweiz Nachdem im Jahr 1992 8544 Menschen davon 4876 Deutsche aus Deutschland in die Schweiz zogen waren es 14 792 11 225 im Jahr 2003 und 35 061 29 139 im Jahr 2008 Danach ermassigten sich die Zuzuge aus Deutschland bis auf 25 881 19 930 Deutsche im Jahr 2014 156 Im Jahr 2015 wanderten 106 805 Menschen aus der EU EFTA ein und 55 111 EU EFTA Staatsangehorige verliessen die Schweiz 157 Im Jahr 2008 waren aus der EU EFTA nur wenig mehr Menschen 113 235 eingewandert 158 Wenige Tausend Menschen aus Drittlandern erhalten jahrlich eine Arbeitsmarktzulassung 159 160 2017 bildeten die italienischen Staatsburger mit 14 9 Prozent die grosste Auslandergruppe gefolgt von den deutschen 14 3 Prozent portugiesischen 12 5 franzosischen 6 2 kosovarischen 5 2 spanischen 3 9 turkischen 3 2 und serbischen 3 1 Staatsburgern Aus dem ubrigen Europa stammen 19 9 Prozent aus Asien 7 9 aus Afrika 5 1 und aus Amerika 3 8 Prozent 161 42 699 Menschen vor allem aus Italien Deutschland Portugal Frankreich und dem Kosovo wurden 2015 eingeburgert 157 Im Jahr 2008 waren 45 305 Menschen eingeburgert worden insbesondere aus dem Kosovo Italien Deutschland und der Turkei 158 Siehe auch Liste von Migrationsgruppen in der Schweiz Sprachen Sprachgebiete der Schweiz Mehrheitsverhaltnis 11 nach der BFS Erhebung 2010 Karte mit einem Gemeindebestand per 1 Januar 2021 Deutsch 62 der Bevolkerung Franzosisch 23 der Bevolkerung Italienisch 8 der Bevolkerung Ratoromanisch 0 5 der Bevolkerung Hauptartikel Sprachen in der Schweiz In der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft BV werden die Begriffe Landessprachen und Amtssprachen verwendet Der Artikel 4 BV halt seit 1999 fest Die Landessprachen sind Deutsch Franzosisch Italienisch und Ratoromanisch Im Artikel 70 Absatz 1 BV heisst es zudem Die Amtssprachen des Bundes sind Deutsch Franzosisch und Italienisch Im Verkehr mit Personen ratoromanischer Sprache ist auch das Ratoromanische Amtssprache des Bundes 162 Gemass einer Erhebung der Bundesbehorden aus dem Jahr 2020 ist Deutsch auf der nebenstehenden Karte blassrot mit einem Anteil von 62 Prozent 11 an der Gesamtbevolkerung die meistverbreitete Sprache Im deutschsprachigen Teil der Schweiz werden schweizerdeutsche Dialekte 163 Schweizerdeutsch und in geringerem Umfang Schweizer Hochdeutsch gesprochen 164 wahrend Geschriebenes in der Regel in Schweizer Hochdeutsch 165 verfasst wird Dies ist die Bezeichnung fur die in der Schweiz gebrauchliche deutsche Schriftsprache Es ist die schweizerische Varietat des Standarddeutschen Hochdeutsch und unterscheidet sich von diesem in Wortschatz Wortbildung Morphologie Syntax Orthographie z B kein ss und Aussprache Diese Besonderheiten werden Helvetismen genannt 166 Das Schweizerdeutsche gehort zum schwabisch alemannischen Sprachgebiet der deutschen Sprache Schwabisch alemannisches Sprachgebiet im 19 und 20 Jahrhundert Franzosisch violett wird von 23 Prozent 11 der Gesamtbevolkerung gesprochen Schweizer Franzosisch Dieser Teil des Landes wird haufig als Romandie Suisse romande Welschland oder Westschweiz bezeichnet wo neben dem heute vorherrschenden Standardfranzosisch nur noch von einer kleinen Minderheit Patois Dialekte gesprochen werden 167 Italienisch wird im Kanton Tessin und vier Sudtalern Misox Calancatal Bergell Puschlav sowie der Gemeinde Bivio des Kantons Graubunden Grigioni italiano grun gesprochen Dies gilt fur 8 Prozent der Gesamtbevolkerung in der Schweiz Schweizer Italienisch 11 Ein grosser allerdings im Abnehmen begriffener Teil der italienischsprachigen Bevolkerung spricht lokale Dialekte die zum Lombardischen gehoren Ticinees 168 Franzosisches Sprachgebiet vor der allgemeinen Standardisierung mit der Unterscheidung zwischen den Dialectes d oil blau und den Dialectes francoprovencaux grun Die vierte Landessprache Ratoromanisch gelb hat einen Anteil von 0 5 Prozent 11 an der Gesamtbevolkerung und wird in Graubunden gesprochen wobei praktisch alle Ratoromanischsprachigen auch die deutsche Sprache beherrschen Das Ratoromanisch ist seit dem 19 Jahrhundert stark gefahrdet und wird trotz Fordermassnahmen zunehmend vom Deutschen verdrangt Seit 1860 haben 51 Gemeinden in Graubunden vom romanischen ins deutsche Sprachgebiet gewechselt 1938 nahm das stimmberechtigte Volk eine Verfassungsanderung an wonach das Ratoromanische zur Landessprache erhoben wurde Erst seit 1996 gilt das Ratoromanisch auch als Amtssprache 169 Seit 2001 ist die Schriftsprache Rumantsch Grischun im Kanton Graubunden offizielle Amtsschriftsprache und im Bund fur den Verkehr mit der romanischsprachigen Bevolkerung in den romanischen Gemeinden dient indes nach wie vor eines der funf bundnerromanischen Idiome als Amtssprache 170 Die Bundesverfassung legt die Sprachgebiete der Schweiz nicht fest Art 70 Abs 2 BV weist den Kantonen die Kompetenz zu ihre Amtssprachen zu bestimmen Dabei mussen sie jedoch sprachliche Minderheiten und die herkommliche Zusammensetzung der Sprachgebiete beachten Wer aus einem anderssprachigen Landesteil zuzieht hat kein Recht darauf in seiner angestammten Sprache mit den neuen Kantons und Gemeindebehorden zu verkehren Territorialitatsprinzip Unter den mehrsprachigen Kantonen haben nur Bern und Wallis die Sprachgebiete raumlich festgelegt der mehrsprachige Kanton Freiburg weist die Regelung der Amtssprache den Gemeinden zu Offiziell per Kantonsverfassung zweisprachig sind die Gemeinden Biel Bienne Evilard Leubringen und Freiburg Fribourg an der Nahtstelle zwischen Franzosisch und Deutsch Auch einige weitere Gemeinden wie die sieben des Schulkreises Murten Morat sowie solche in der Umgebung von Biel bieten ebenfalls zweisprachige Dienstleistungen und Schulen in beiden Kantonssprachen an um der franzosischsprachigen Minderheit entgegenzukommen 171 Im Kanton Graubunden gelten gemass Art 16 des Bundner Sprachengesetzes von 2006 Gemeinden als amtlich einsprachig wenn mindestens 40 Prozent der Einwohner die angestammte Sprache sprechen und als zweisprachig wenn mindestens 20 Prozent die angestammte Sprache sprechen 172 Faktisch kann das bedeuten dass Romanisch dort zwar die Verwaltungs und Schulsprache jedoch Schweizerdeutsch die Verkehrssprache ist Der Kanton Tessin definiert sich als ganz zum italienischen Sprachgebiet und der Kanton Jura als ganz zum franzosischen Sprachgebiet zugehorig obwohl je eine Gemeinde Jura Ederswiler Tessin Bosco Gurin eine deutschsprachige Mehrheit aufweist Die Zahl der Fahrenden unter denen die Jenischen neben einer geringeren Anzahl von Sinti und Roma die weit uberwiegende Mehrheit bilden wird bei Volkszahlungen nicht erhoben aber in offiziellen Schatzungen auf 20 000 bis 35 000 angesetzt Das entsprache einem Anteil von annahernd 0 5 Prozent Jenische leben in der ganzen Schweiz verstreut und sprechen neben ihrer internen Gruppensprache Jenisch meist eine der Landessprachen Jiddisch Westjiddisch besitzt in der Schweiz eine alte Tradition in den Surbtaler Dorfern Endingen und Lengnau aufgrund der dortigen heute nur noch marginal existierenden judischen Gemeinden Eine jungere Tradition hat Jiddisch Ostjiddisch in der Stadt Zurich wo es teilweise in ultraorthodoxen Kreisen gesprochen wird Die Sprecher des Jenischen und des Jiddischen werden seit 1997 von der Schweiz im Rahmen der Europaischen Charta der Regional oder Minderheitensprachen als nationale nicht territoriale Minderheitsgemeinschaften betrachtet ihre Sprachen damit jedoch nicht als nationale Minderheitssprachen anerkannt 173 Die Gebardensprachen werden von rund 10 000 in der Schweiz lebenden Personen beherrscht in der Schweiz wird die Deutschschweizer Gebardensprache DSGS die Langue des signes Suisse romande LSF SR westschweizer Gebardensprache und die Lingua dei segni della Svizzera italiana LIS SI Tessiner Gebardensprache verwendet Eine andere Hauptsprache haben 25 Prozent der Gesamtbevolkerung 11 Durch Zuwanderung bedingt sprechen mittlerweile 9 Prozent der Einwohner andere Sprachen als die Landessprachen Von diesen ist das Serbisch Bosnisch Kroatische mit 1 5 Prozent am weitesten verbreitet Als Fremdsprachen lernen die Schweizer eine zweite Landessprache und Englisch Es gibt Diskussionen daruber ob Englisch gleichzeitig mit oder sogar vor der zweiten Landessprache unterrichtet werden soll Aufgrund von Protesten aus der jeweils anderen Sprachregion und Grundsatzuberlegungen zum Zusammenhalt der Schweiz hat sich ein rein englischer Fremdsprachenunterricht bisher nirgendwo durchsetzen konnen Religionen Hauptartikel Religionen in der Schweiz Konfessionsgebiete je Gemeinde 2017 Kloster Einsiedeln SZ Von der gesamten Schweizer Wohnbevolkerung waren im Jahr 2017 3 213 411 Personen 37 9 Prozent Mitglied der romisch katholischen Kirche und 2 150 387 Personen 25 3 Prozent Mitglied der evangelisch reformierten Kirche 100 Prozent 8 484 130 Personen 174 Von der Wohnbevolkerung ab 15 Jahren waren 2017 laut einer Umfrage 175 des Bundesamtes fur Statistik BFS 35 9 Prozent romisch katholisch 26 0 Prozent konfessionslos 23 8 Prozent evangelisch reformiert 5 9 Prozent gehorten zu anderen christlichen Gemeinschaften Freikirchen Christkatholiken und Orthodoxe Christen 5 4 Prozent gehorten zu islamischen Gemeinschaften 1 6 Prozent gehorten zu anderen Religionsgemeinschaften darunter 0 3 Prozent Juden und 1 4 Prozent machten keine Angabe 176 Laut einer Studie des Pew Research Center aus dem Jahr 2017 bezeichnen sich 75 der volljahrigen Bevolkerung in der Schweiz als Christen unabhangig davon ob sie offiziell z B durch das Zahlen einer Kirchensteuer einer bestimmten christlichen Konfession bzw Kirche angehoren Jedoch besuchen nur 27 der Christen mindestens einmal im Monat einen Gottesdienst 21 der Befragten fuhlen sich keiner Religion zugehorig wobei sich davon fast die Halfte als Atheisten bezeichnet 177 Die Religionsfreiheit in der Schweiz ist als verfassungsmassiges Grundrecht verankert Es ist den Kantonen uberlassen ob sie ausgewahlten Religionsgemeinschaften einen besonderen Status als offentlich rechtliche Korperschaft 178 und damit als Landeskirche verleihen wollen In den meisten Kantonen haben die romisch katholische Kirche und die evangelisch reformierte Kirche in vielen Kantonen zusatzlich die christkatholische Kirche und in einigen die judischen Gemeinden diesen Status inne Im Jahr 1973 wurde im Kanton Basel Stadt die Israelitische Gemeinde Basel IGB als erste judische Gemeinschaft der Schweiz vom Kanton offentlich rechtlich anerkannt wobei nunmehr die Kantone Bern Freiburg St Gallen Waadt und Zurich dasselbe Recht kennen 179 Die christkatholische Kirche ist nur in Teilen der Nordwestschweiz von Bedeutung In den Westschweizer Kantonen Genf und Neuenburg gibt es keine Landeskirchen weil dort Kirche und Staat vollstandig getrennt sind sie sind dennoch als Organisationen von offentlichem Interesse anerkannt In Basel besteht die sogenannte hinkende Trennung von Kirche und Staat Die Grosse Synagoge von Basel Mit 0 33 Prozent ist der Buddhismus in der Schweiz starker vertreten als in anderen Landern Europas Synagogen Moscheen Liste von Moscheen in der Schweiz und buddhistische Tempel existieren in mehreren Orten in der Schweiz Historisch gesehen waren die Einwohner der Kantone Zurich Bern Basel Stadt Basel Landschaft ausser Bezirk Arlesheim Schaffhausen Appenzell Ausserrhoden und Waadt noch um 1850 praktisch ausschliesslich reformiert diejenigen der Kantone Freiburg ausser Bezirk Murten Wallis Jura Solothurn ausser Bezirk Bucheggberg Luzern Ob und Nidwalden Uri Schwyz Zug Appenzell Innerrhoden und Tessin fast nur katholischen Glaubens Konfessionell gemischt waren hingegen die Kantone Glarus Aargau St Gallen Graubunden und Genf Die Verteilung der Konfessionen war das Resultat der Anwendung des Territorialprinzips bei der Wahl der Konfession nach den Religionskriegen des 16 Jahrhunderts die konfessionell gemischten Kantone wiesen entweder junge Kantonsgrenzen auf Aargau St Gallen Genf oder aber kannten eine althergebrachte gemeindeweise Festlegung Glarus Graubunden Paritat das heisst gleichzeitiges Vorhandensein beider Konfessionen am selben Ort war die Ausnahme sie galt etwa im Toggenburg in Teilen der vormaligen Untertanengebiete der Eidgenossenschaft Thurgau Echallens und in einigen Gemeinden Graubundens und von Glarus Eine Volksabstimmung 1919 in Vorarlberg zu Verhandlungen mit der Schweiz uber einen Beitritt zur Schweizerischen Eidgenossenschaft ergab zwar eine Zustimmung von gut 80 Prozent weitere Verhandlungen scheiterten an den Reformierten in der Schweiz die durch einen zusatzlichen Kanton mit Katholiken ihre damalige Mehrheit verloren hatten 180 Niklaus von Flue gilt als Schutzpatron der Schweiz Geschichte Hauptartikel Geschichte der Schweiz Liste der Kriege und Schlachten der Schweiz und Verfassungsgeschichte der Schweiz Siehe auch Liste bekannter Schweizer Personen Vorgeschichte Die Schweiz in romischer Zeit Das Gebiet der heutigen Schweiz ist seit der Altsteinzeit Palaolithikum 181 besiedelt Spuren der Magdalenien Kultur finden sich z B im Kesslerloch bei Thayngen Erst nach der letzten Eiszeit der sogenannten Wurm Kaltzeit wurde das Schweizer Mittelland durch die Pfahlbauer 182 dichter besiedelt besonders die Gebiete um die Seen Prahistorische Pfahlbauten um die Alpen Mit dem Beginn der Eisenzeit 183 setzte die keltische 184 Besiedlung des Mittellands ein Funde bei La Tene im Kanton Neuenburg gaben der gesamten Periode der jungeren Eisenzeit ihren Namen Latenekultur Die Kelten pflegten Handelsbeziehungen bis in den griechischen Kulturraum Die Episode um Polyphem aus der Odyssee die in mundlicher Uberlieferung als die Blendung des Ogers in der Folklore vieler ethnischer Gruppen weltweit vorkommt 185 186 kommt in der schweizerischen Uberlieferung fur das Gebiet des heutigen Kanton Wallis einer prahistorischen Ursprungsversion am nachsten 187 Fruhgeschichte Vor der Eroberung durch die Romer lebten laut Aufzeichnungen des romischen Feldherrn und Politikers Julius Caesar in seiner Rechtfertigungsschrift fur den Gallischen Krieg De bello Gallico auf dem Gebiet der heutigen Schweiz verschiedene keltische Stamme und Volker die Helvetier Mittelland die Lepontier Tessin die Seduner Wallis Genfersee und die Raetier Ostschweiz Im Zuge der Ausdehnung des Romischen Reiches Die Schweiz in romischer Zeit 188 uber die Alpen wurde das Gebiet der heutigen Schweiz bis ins 1 Jahrhundert n Chr ins Romische Reich integriert und die Bevolkerung romanisiert Die wichtigsten romischen Stadte der Schweiz waren Aventicum Avenches Augusta Raurica Vindonissa Windisch Colonia Iulia Equestris Nyon und Forum Claudii Vallensium Martigny In der Spatantike wurde die Schweiz ausgehend von den stadtischen Zentren christianisiert Fruhe Bischofssitze waren Genf Augusta Raurica Basel Martigny Sitten Avenches Lausanne und Chur Die Adelsherrschaften in der heutigen Schweiz im Mittelalter um 1200 Nach dem Untergang des Romischen Reiches besiedelten die germanischen Stamme der Burgunder und Alamannen 189 von Norden her kommend das Mittelland und vermischten sich mit der romanisierten Bevolkerung In den zur Romerzeit starker besiedelten Gebieten der Westschweiz sowie in den Alpentalern hielten sich romanische Sprachen spater Franzosisch Ratoromanisch und Italienisch und das Christentum wahrend sich in der Nordschweiz das germanische Alemannisch verbreitete Bis 746 unterwarfen die Franken die Burgunder und Alemannen womit die Schweiz Teil des Frankischen Reiches 190 wurde Bei der Teilung dieses Reiches kam das Gebiet der Schweiz zum Ostfrankenreich dem spateren Heiligen Romischen Reich Ihr Gebiet gehorte dabei grosstenteils zum Stammesherzogtum Schwaben 191 und zum Konigreich Burgund 192 Bis ins 9 Jahrhundert wurden auch die Alamannen ausgehend von wichtigen klosterlichen Zentren wie St Gallen und Reichenau christianisiert In der fruhen Geschichte des romisch deutschen Reichs spielten Adelsgeschlechter aus der Schweiz wie die Habsburger Kyburger Lenzburger und Rudolfinger eine wichtige Rolle Ausserdem waren die Alpenpasse fur die deutsche Herrschaft uber Italien von grosster Wichtigkeit So lasst sich erklaren weshalb die deutschen Herrscher immer ein ganz besonderes Augenmerk auf die Talschaften in den Alpen legten und sich bemuhten diese direkt zu beherrschen Die Bewohner der Talschaften der Innerschweiz sahen diese Reichsunmittelbarkeit als Privileg Ab Ende des 12 bis ins 14 Jahrhundert erfolgte eine Wanderbewegung von Bewohnern des Oberwallis in weitere Alpengebiete in der Schweiz nach Nordwestitalien Liechtenstein und Westosterreich vereinzelt auch nach Savoyen und Bayern Die Aussiedler wurden spater als Walser bezeichnet Auf einer Lange von rund 300 km im Alpenbogen bestehen noch heute rund 150 von den Walsern gegrundete Dorfer Siehe auch Helvetier Die Schweiz in romischer Zeit und Die Schweiz im Mittelalter Alte Eidgenossenschaft Bundesbrief von 1291 Die territoriale Entwicklung der Alten Eidgenossenschaft bis 1797 Die Struktur der Alten Eidgenossenschaft im 18 Jahrhundert In hellen Farben die Untertanengebiete der Stadt und Landerorte der Zugewandten Orte sowie die Gemeinen Herrschaften Darstellung der Eidgenossenschaft auf dem Frontispiz der Topographia Helvetiae von Matthaus Merian 1654 Die drei Urkantone oder Waldstatte Orte Uri Schwyz und bei allerdings unsicherer Lesart Unterwalden schlossen 1291 nach dem Tod des deutschen Konigs Rudolf I von Habsburg einen Bund zum Schutz ihrer alten Freiheiten 193 Eine diesbezugliche Urkunde der sogenannte Bundesbrief ist datiert auf Anfang August 1291 Der Legende nach geschah die Beschworung dieses Bundes auf dem Rutli Im 19 Jahrhundert wurde der 1 August 1291 als Datum fur die Grundung der Alten Eidgenossenschaft und damit der 1 August als Schweizer Nationalfeiertag festgelegt Das schlechte Verhaltnis zwischen den Eidgenossen und dem Herrscherhaus der Habsburger ruhrt von der deutschen Konigswahl vom 25 November 1314 her als der Wittelsbacher Ludwig der Bayer und der Habsburger Friedrich der Schone gleichzeitig zum deutschen Konig gewahlt wurden Die Eidgenossen hielten zu Ludwig dem Bayern Dies und ein Uberfall auf das Kloster Einsiedeln bewog Leopold I von Osterreich 1315 zu einem Kriegszug gegen die Eidgenossen der in der Schlacht am Morgarten unglucklich fur ihn endete Um ihre Selbstandigkeit gegenuber Habsburg zu wahren schlossen sich die Reichsstadte Luzern Zurich Glarus Zug und Bern im 14 Jahrhundert dem Bund der Waldstatte an Das resultierende Gebilde wird als die Acht Alten Orte bezeichnet Erst als die Stadte Zurich Bern und Luzern durch ihren Betritt die Eidgenossenschaft zum Instrument ihrer Kooperation machten erlangte der eidgenossische Bund eine stabile politische Bedeutung welche auch durch die europaischen hofischen Zentren in Wien Paris und Mailand geduldet wurde 194 Die Schlacht am Morgarten ist heute unter Historikern umstritten 195 Es folgten weitere Auseinandersetzungen mit dem Haus Habsburg 1386 bei Sempach die Lombardei die ihre wirtschaftlichen Interessen durch die Habsburger gefahrdet sah hatte die eidgenossische Bewaffnung finanziert und 1388 bei Nafels gelang es den Eidgenossen habsburgische Ritterheere zu schlagen 1415 eroberten sie auf Betreiben von Kaiser Sigismund die habsburgischen Stammlande im Aargau Zwischen der Stadt Zurich und den ubrigen Eidgenossen kam es wegen der Erbschaft der Grafen von Toggenburg zum Alten Zurichkrieg 1436 1450 in dessen Verlauf sich Zurich mit Habsburg verbundete Zurich war schliesslich zur Ruckkehr in die Eidgenossenschaft gezwungen Ein weiterer Krieg brachte Habsburg 1460 um den Thurgau sodass sich Herzog Sigismund von Tirol am 11 Juni 1474 in der Ewigen Richtung angesichts der Bedrohung durch Herzog Karl den Kuhnen von Burgund gezwungen sah die Alte Eidgenossenschaft als eigenstandiges Staatswesen anzuerkennen 1474 zogen die Eidgenossen auf Wunsch Kaiser Friedrichs III gegen Karl den Kuhnen und zerstorten in den Burgunderkriegen im Verbund mit Lothringen und Habsburg dessen Reich Bern und Freiburg expandierten in dieser Zeit ins vormals savoyisch und burgundisch kontrollierte Waadtland das sie bis 1536 ganz eroberten Der militarische Sieg uber die Burgunder bestarkte die Eidgenossenschaft in ihrem Willen nach Selbstandigkeit Aus diesem Grund widersetzte sie sich der Reichsreform des deutschen Konigs und spateren Kaisers Maximilian I Der Versuch Maximilians die Eidgenossen im Schwabenkrieg gefugig zu machen endete 1499 im Frieden zu Basel 196 Als konkrete Folge schlossen sich 1501 Basel und Schaffhausen dem Eidgenossischen Bund an der sich zu den Dreizehn Alten Orten weiterentwickelte Dazu kamen weitere Verbundete die sogenannten Zugewandten Orte insbesondere das Wallis und die Drei Bunde aber auch Monarchien wie die Furstabtei St Gallen oder die Grafschaft Neuenburg Als Gemeine Herrschaften wurden bis 1798 Gebiete bezeichnet die von mehreren der Dreizehn Alten Orte gemeinsam erobert und als Vogteien auch gemeinsam verwaltet wurden Dazu zahlten u a Gebiete in den heutigen Kantonen Thurgau und Tessin Ausserdem besassen die meisten Orte politisch unselbstandige Untertanengebiete Die Siege in den Burgunderkriegen und im Schwabenkrieg und ihre moderne Infanterietaktik begrundeten den Ruf der eidgenossischen Kampfer und gaben dem Soldnerwesen enormen Auftrieb Bis ins 19 Jahrhundert blieb dieses in den landlichen Regionen der Innerschweiz ein wichtiger Wirtschaftsfaktor Die Expansion der Eidgenossenschaft in Richtung Oberitalien erfolgte zur Sicherung der Alpenpasse Dadurch wurde die Eidgenossenschaft in die komplizierten italienischen Kriege zwischen Habsburg Frankreich Venedig dem Papst Spanien und den verschiedenen italienischen Potentaten verwickelt Aus jener Zeit stammt auch die Schweizergarde die der Papst Julius II 1506 grundete Bis 1513 gelang den Eidgenossen die Eroberung des heutigen Tessins und schliesslich sogar von Mailand uber das sie die Schutzherrschaft ausubten Nach der Niederlage gegen Frankreich in der Schlacht bei Marignano 1515 endete die militarische Dominanz uber Oberitalien Der politische Mythos der Unbesiegbarkeit der Schweizer war widerlegt und es offenbarte sich die politische Zerstrittenheit der Orte untereinander Dadurch wurde ab 1515 eine wirksame Aussenpolitik verhindert und es begann die Phase des Stillsitzens heute Neutralitatspolitik Die Dreizehn Orte schlossen 1516 den Ewigen Frieden und 1521 ein Soldbundnis mit dem Konigreich Frankreich ab und erhielten dafur Pensionen Zoll und Handelsvergunstigungen und politischen Beistand bei inneren und ausseren Konflikten Ausserdem wurde ein Grossteil der Ennetbergischen Gebiete endgultig den Eidgenossen zugesprochen Die von Ulrich Zwingli 1519 eingeleitete Reformation Reformation und Gegenreformation in der Schweiz in Zurich breitete sich im Mittelland aus und fuhrte zu grossen Spannungen zwischen den verschiedenen Kantonen Nach dem religios begrundeten Ersten und Zweiten Kappelerkrieg kam es 1531 im Zweiten Kappeler Landfrieden Landfriedensbunde der Schweiz zum Kompromiss Zurich Bern Basel Schaffhausen und Teile von Graubunden blieben reformiert die Urkantone Luzern Zug Solothurn und Freiburg blieben katholisch 1541 setzte Johannes Calvin in Genf die Reformation durch das durch sein Wirken zum reformierten Rom wurde Trotzdem kam es noch zweimal in den Villmergerkriegen von 1656 und 1712 zu militarischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Konfessionsgruppen unter den Orten Die Zwinglianer und Calvinisten vereinigten sich 1536 im Helvetischen Bekenntnis und begrundeten damit die reformierte Kirche die sich uber England Schottland und die Niederlande weltweit verbreitete Angesichts der Wirren und Verwustungen des Dreissigjahrigen Krieges beschloss die Eidgenossenschaft 1647 im Defensionale von Wil die immerwahrende bewaffnete Neutralitat und verhielt sich in den Kriegen des 17 und 18 Jahrhunderts weitgehend neutral Am 24 Oktober 1648 erreichten die Schweizer Kantone im Westfalischen Frieden die Anerkennung ihrer Ausgliederung aus dem Heiligen Romischen Reich und wurden somit unabhangig Die Auslegung des betreffenden Art VI IPO bzw 61 IPM war umstritten wurde dann jedoch uberwiegend als Anerkennung der volkerrechtlichen Souveranitat interpretiert Im Inneren verhinderte die religiose Spaltung eine Reform des anachronistischen eidgenossischen Bundnisgeflechts Besonders die stadtischen Kantone konsolidierten im 17 und 18 Jahrhundert ihre Herrschaft im Inneren im absolutistischen Sinn und entwickelten sich wirtschaftlich teilweise so stark dass von einer Proto Industrialisierung gesprochen werden kann Trotzdem blieb die Eidgenossenschaft als Ganzes hinter den Entwicklungen zuruck und wurde in der zeitgenossischen Literatur als ruckstandig ungeordnet und uberkommen wahrgenommen Damit kontrastiert die in der Aufklarung in Literatur und Malerei vorherrschende Darstellung der Schweiz als Alpenidyll Arkadien oder als Ort urtumlicher Demokratie Rousseau Siehe auch Entstehung und Wachstum der Alten Eidgenossenschaft und Liste von Schweizer Schlachten Helvetische Republik und Restauration Helvetische Revolution und Franzoseneinfall 1797 98 Die Helvetische Republik bis zum Anschluss Graubundens im April 1799 Folgen des Wiener Kongresses fur die Schweiz Am 5 Mai 1798 wurde die Alte Eidgenossenschaft nach kurzer Gegenwehr von Frankreich besetzt und unter der Bezeichnung Helvetische Republik als Tochterrepublik seinem Einflussgebiet einverleibt Die Helvetische Republik war das erste moderne Staatswesen auf Schweizer Gebiet und im Gegensatz zur Tradition als Einheitsstaat stark zentralistisch organisiert Die bisherigen Unterschiede zwischen Untertanenlande und herrschenden Stadten und Orten wurden aufgehoben Rechtsgleichheit Schaffung eines einheitlichen Wirtschafts und Wahrungsraumes Glaubens und Gewissensfreiheit waren nur einige der fortschrittlichen Neuerungen die damit Eingang in die Schweiz fanden Als franzosischer Satellitenstaat wurde die Helvetische Republik jedoch in die Kriegsereignisse der Koalitionskriege hineingezogen und mehrfach Kriegsschauplatz Nach mehreren Staatsstreichen und der Niederschlagung eines bewaffneten Aufstands verordnete Napoleon Bonaparte 1803 in der Mediationsakte der Schweiz wieder eine foderalistische Verfassung mit autonomen Kantonen Als Staatsname wurde die Bezeichnung Schweizerische Eidgenossenschaft festgelegt Die ehemaligen Untertanengebiete und die Zugewandten Orte wurden in die neuen Kantone St Gallen Graubunden Aargau Thurgau Tessin und die Waadt umgewandelt 1815 wurden die inneren und ausseren Grenzen der Schweiz im Wiener Kongress international anerkannt 197 Zu den 19 Kantonen der Mediationszeit kamen nun noch Neuenburg Wallis und Genf hinzu der Kanton Bern erhielt das Gebiet des Furstbistums Basel Im Zweiten Pariser Frieden vom 20 November 1815 verordneten die Grossmachte der Schweiz die immerwahrende bewaffnete Neutralitat um ihr Gebiet dem Einfluss Frankreichs zu entziehen Die Schweiz wurde durch den Bundesvertrag wieder zu einem Staatenbund sodass wahrend der folgenden Epoche der Restauration die Eigenstandigkeit der Kantone gegenuber der napoleonischen Zeit wieder grosser war Der Kanton Jura entstand erst 1979 durch die Abspaltung eines Teils des 1815 zum Kanton Bern geschlagenen Gebiets Siehe auch Mediation Restauration und Regeneration Sonderbundskrieg Streitigkeiten zwischen den liberal progressiven und den konservativ katholischen Kantonen Luzern Schwyz Uri Zug Ob und Nidwalden Freiburg und Wallis Sonderbund fuhrten 1847 zum Sonderbundskrieg 198 Der Burgerkrieg dauerte vom 3 November bis zum 29 November 1847 als sich das Wallis als letzter der konservativ katholischen Kantone dem Gegner ergab Nach offiziellen Angaben hatte der Sonderbundskrieg 150 Menschen das Leben gekostet und rund 400 Verletzte gefordert Er war die bislang letzte militarische Auseinandersetzung auf Schweizer Boden Grundung und Konsolidierung des neuen Schweizer Bundesstaates Die Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 12 September 1848 Siehe auch Grundung und Konsolidierung des neuen Schweizer Bundesstaates Nach dem Sieg der liberal progressiven uber die konservativ katholischen Kantone im Sonderbundskrieg wurde die Schweiz in den modernen Bundesstaat 199 umgewandelt und die Autonomie der Kantone durch die Bundesverfassung von 1848 eingeschrankt Bern wurde zum Sitz der Bundesbehorden und des Parlaments Der neu entstandene schweizerische Bundesstaat war in seinen Anfangen politisch von der freisinnigen Bewegung dominiert Sie stellte die Mehrheit in der Bundesversammlung und den gesamten Bundesrat 200 Die Bundesverfassung wurde bis jetzt zweimal total revidiert namlich 1874 und 1999 Am 1 Januar 1849 wurde die Schweizerische Post Postgeschichte und Briefmarken der Schweiz gegrundet In den ersten 25 Jahren seines Bestehens musste der noch junge Bundesstaat wegen kriegerischer Bedrohungen viermal einen General wahlen Dem erfahrenen und im Sonderbundskrieg umsichtig agierenden General Guillaume Henri Dufour 201 wurde in den Jahren 1849 Businger Handel 202 203 1856 Neuenburgerhandel und 1859 Savoyerhandel von der Bundesversammlung erneut der Oberbefehl uber das Schweizer Bundesheer ubertragen General Hans Herzog war wahrend des Deutsch Franzosischen Kriegs 1870 71 Schweiz im Deutsch Franzosischen Krieg fur den Schutz der Landesgrenzen verantwortlich Im Februar 1871 uberquerten unter den Augen der Schweizer Armee etwa 87 000 Mann der geschlagenen franzosischen Bourbaki Armee in den Kantonen Neuenburg und Waadt die Grenze und wurden interniert Die Aufnahme und Pflege der entkrafteten Soldaten ist die grosste humanitare Aktion welche die Schweiz je durchgefuhrt hat 204 205 206 207 Schweiz im Deutsch Franzosischen Krieg Auf Initiative von Henry Dunant erfolgte 1864 in Genf die Grundung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz 1866 wurden den Schweizer Juden die vollen Burgerrechte sowie die Niederlassungsfreiheit in der ganzen Schweiz gewahrt Die vollstandige Glaubensfreiheit folgte jedoch erst mit der Totalrevision der Schweizer Bundesverfassung 1874 208 Judentum in der Schweiz Wahrend der zweiten Halfte des 19 Jahrhunderts wurde die Schweiz von einer starken Welle der Industrialisierung 209 und des Eisenbahnbaus Geschichte der Schweizer Eisenbahn erfasst Wie kein anderer nahm der Politiker Wirtschaftsfuhrer und Eisenbahnunternehmer Alfred Escher Einfluss auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz in jener Zeit Nebst seinen politischen Amtern war er massgeblich beteiligt bei den Grundungen der Schweizerischen Nordostbahn dem Eidgenossischen Polytechnikum der Schweizerischen Kreditanstalt der Schweizerischen Lebensversicherungs und Rentenanstalt der Schweizerische Ruckversicherungs Gesellschaft sowie der Gotthardbahn Immer deutlicher zeigten sich die Schattenseiten der Industrialisierung z B mit der Kinderarbeit Als erste Kantone erliessen Glarus und Zurich Fabrikgesetze zum Schutze der Arbeiter 1877 ubernahm der Bundesstaat die entsprechende Gesetzgebungskompetenz um die schlimmsten Missstande landesweit zu bekampfen Auf religiosem und kulturellem Gebiet fand die Konfrontation zwischen dem Liberalismus und dem Konservativismus ihre Fortsetzung im Kulturkampf Die Integration der Katholiken in den neuen Bundesstaat erfolgte 1891 durch die Wahl von Josef Zemp in den Bundesrat Er war der erste Katholik in der Landesregierung Zuvor war das Gremium seit Grundung des Bundesstaates ausschliesslich mit Vertretern der Liberalen besetzt gewesen Seither traten die burgerlichen Parteien mehr oder weniger geschlossen gegen die Arbeiterbewegung an seit dem Ersten Weltkrieg im Burgerblock Zwischen Erstem und Zweiten Weltkrieg Wahrend des Ersten Weltkriegs Die Schweiz im Ersten Weltkrieg bewahrte die Schweiz die bewaffnete Neutralitat Unter General Ulrich Wille erfolgte die Grenzbesetzung 1914 1918 Die Schweiz wurde im Ersten Weltkrieg obwohl ab 1915 vollstandig von kriegfuhrenden Nachbarstaaten umgeben nicht durch eine Invasion in Mitleidenschaft gezogen Die Kriegsjahre stellten Volk und Armee jedoch vor schwere innere Probleme Im Landesstreik von 1918 kam es zur bisher scharfsten Konfrontation zwischen Arbeiterschaft und Burgertum in der Schweiz Die Arbeiterbewegung konnte sich politisch auf nationaler Ebene erst nach der Einfuhrung des Proporzwahlverfahrens 1919 etablieren Die Schweiz und das Furstentum Liechtenstein unterzeichneten 1923 den heute noch gultigen Zollvertrag Das Friedensabkommen in der Metall und Uhrenindustrie zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerorganisationen lautete 1937 das Zeitalter des Arbeitsfriedens und der Gesamtarbeitsvertrage ein Seitdem sind Streiks in der Schweiz ausserst selten Aus den Nationalratswahlen 1943 ging die Sozialdemokratische Partei der Schweiz SP als starkste Fraktion hervor In der Folge wurde mit Ernst Nobs erstmals ein Sozialdemokrat in den Bundesrat gewahlt Mit der Einfuhrung der Alters und Hinterbliebenenversicherung AHV 1948 ging eine weitere Forderung aus dem Generalstreik in Erfullung Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs Die Schweiz im Zweiten Weltkrieg berief sich die Schweiz erneut auf die bewaffnete Neutralitat und ordnete die allgemeine Mobilmachung der Armee unter dem Oberbefehlshaber General Henri Guisan an Die Schweizer Armee zog sich mit dem Aktivdienst ins Reduit zuruck um einem deutschen Angriff moglichst harten Widerstand in Gebirgsstellungen entgegenzuhalten Der Bevolkerung der Schweiz wurde durch die behordlich geforderte Bewegung der Geistigen Landesverteidigung ein starker Behauptungswillen gegen den Nationalsozialismus vermittelt Die Schweiz nahm wahrend der Herrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland zeitweise Fluchtlinge auf wies aber nach einiger Zeit gezielt Juden und vor allem als politisch Verfolgte eingestufte Fluchtende zuruck Als Reaktion trat der judische Nationalrat David Farbstein 1938 zuruck Am 31 August 1938 drohte die Schweiz an das deutsch schweizerische Sichtvermerksabkommen aufzukundigen mit dem 1926 ein visafreier Grenzubertritt vereinbart worden war und das nach dem Anschluss Osterreichs ohne formellen Vertrag auch dort Anwendung fand Um die Visafreiheit fur deutschblutige Staatsangehorige zu erhalten erklarte sich die deutsche Seite nach mehrtagigen Verhandlungen am 29 September 1938 bereit die Reisepasse von Juden besonders zu kennzeichnen 210 Passe mit einem Judenstempel berechtigten den Inhaber zum Grenzubertritt nur dann wenn vorher ein Visum zur Durchreise oder zum Aufenthalt erteilt worden war Viele Fluchtlinge wurden an den Grenzen zuruckgeschickt manche wurden sogar festgenommen und an deutsche Behorden ausgeliefert 211 Die ins Land gelassenen Fluchtlinge wurden spatestens nach Kriegsbeginn in Lager interniert Sie durften sich in keiner Weise politisch aussern In den Konzentrationslagern der Nazis litten zwischen 1933 und 1945 auch rund 1000 Schweizer Burger mindestens 200 davon starben Keine gewalttatige Auseinandersetzung hat in den letzten 200 Jahren mehr Schweizer Todesopfer gefordert Schweizer in Nazi Konzentrationslagern 212 213 214 1942 trat nach 24 Jahren Vorbereitung das Schweizerische Strafgesetzbuch in Kraft zuvor hatte jeder Kanton sein eigenes Strafgesetzbuch So sind homosexuelle Handlungen in der Schweiz seit 1942 legal Geschichte der Homosexualitat in der Schweiz Die Schweiz in der Nachkriegszeit bis heute Die Schweiz war nach dem Sieg der Alliierten zunachst aussenpolitisch isoliert Die Siegermachte betrachteten die Schweizer als Kriegsgewinnler die mit den Nazis kooperiert hatten Mit dem Abkommen von Washington willigte die Schweiz 1946 ein den USA 250 Mio Fr zu zahlen dafur wurden Schweizer Konten entsperrt und die Schwarze Liste auf der Schweizer Unternehmen standen die mit den Nazis kooperiert hatten geloscht 215 Die Schweizer Bevolkerung half durch die Schweizer Spende und die Kinderhilfe des Schweizerischen Roten Kreuzes der notleidenden Bevolkerung im Nachkriegseuropa Notleidende osterreichische und deutsche Kinder wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von Schweizer Gasteltern als Schweizer Kinder eingeladen In der Nachkriegszeit wurden problematische Themen der Vergangenheit aufgegriffen wie die Verfolgung der Jenischen durch das Programm Kinder der Landstrasse die Verdingkinder Problematik die Administrative Versorgung die Zwangssterilisationen die wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Apartheid Staat Sudafrika oder die Rolle der Schweizer Banken im Zusammenhang mit Fluchtgeldern von Diktatoren der Dritten Welt In den spaten 1990er Jahren entfachte ein Streit uber die Entschadigung verlorener judischer Vermogen bei Schweizer Banken in der Zeit von 1933 bis 1945 216 Die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg wurde in den 1990er Jahren im Bergier Bericht kritisch aufgearbeitet EFTA seit 1995 Mitgliedstaaten Ehemalige Mitglieder 1960 wurde die Schweiz Mitglied der neugegrundeten Europaischen Freihandelsassoziation EFTA Die Schweiz gehorte 1961 zu den Grundungsmitgliedern der Organisation fur wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD Nach langerer innenpolitischer Auseinandersetzung die sich hauptsachlich um die Frage der Neutralitat drehte trat die Schweiz 1963 dem Europarat bei und ratifizierte 1974 die Europaische Menschenrechtskonvention 1970 unternahm der Bundesrat erste Schritte der Schweiz in Richtung EWG die 1972 in einem Freihandelsabkommen mundeten 1971 wurde in einer Volksabstimmung das Frauenstimmrecht nach jahrzehntelangem Kampf angenommen 217 1973 erfolgte der Beitritt zur Organisation fur Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa OSZE 1969 und 1970 erschutterten drei Terroranschlage gegen die Luftfahrt das Land Dabei kamen insgesamt 51 Menschen ums Leben und die Swissair verlor 2 Flugzeuge Palastinensische Terroranschlage von 1969 und 1970 gegen die Schweiz 1982 wurden die Pilatus Flugzeugwerke in Stans Opfer eines Brandanschlags 218 Die Jurafrage beschaftigte die Schweiz wahrend Jahrzehnten Schliesslich wurde 1979 durch die Abspaltung der franzosischsprachigen Amtsbezirke Delsberg Ajoie und Freiberge vom Kanton Bern der neue Kanton Jura gegrundet Als erste Frau wurde Elisabeth Kopp 1984 in den Bundesrat gewahlt Die Armee konnte in der Schweiz bis in die 1990er Jahre eine starke gesellschaftliche Stellung behaupten da durch ihren Aufbau als Milizarmee eine starke Verflechtung von zivilen und militarischen Fuhrungskadern gegeben war Bereits in den 1970er Jahren und verstarkt anlasslich der GSoA Armeeabschaffungsinitiative 1989 kam es aber auch zu Spannungen zwischen Traditionalisten und Kritikern um die Rolle der Armee in der Gesellschaft Seit dem Ende des Kalten Krieges nahm der Einfluss der Schweizer Armee auf die Zivilgesellschaft stark ab Der von der Regierung angestrebte Beitritt zum Europaischen Wirtschaftsraum EWR scheiterte am 6 Dezember 1992 bei einer Abstimmung Alleingang der Schweiz Nach dem Jahr 1999 stimmte das Schweizervolk mehreren bilateralen Vertragen mit der Europaischen Union zu 2005 trat die Schweiz auch den Schengen und Dublin Abkommen bei Die Schweiz trat nach einer positiv ausgegangenen Volksabstimmung am 10 September 2002 den Vereinten Nationen UNO bei Von 2014 bis 2021 fanden Verhandlungen fur ein Rahmenabkommen EU Schweiz statt Als Ergebnis wurde im November 2018 ein Vertragsentwurf vorgelegt 219 220 der jedoch nicht umgesetzt wurde Im Mai 2021 wurden die Verhandlungen von der Schweiz ergebnislos abgebrochen Wegen der COVID 19 Pandemie in der Schweiz erklarte der Bundesrat die besondere Lage nach Epidemiengesetz mit Wirkung ab 28 Februar 2020 Sie wurde ab 16 Marz 2020 durch die ausserordentliche Lage abgelost die bis am 19 Juni 2020 galt 221 Seither ist wieder die besondere Lage in Kraft 222 Die ausserordentliche Lage gab dem Bundesrat die Befugnis mit Notrecht zu regieren Es war das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg dass der Bundesrat langere Zeit von dieser Moglichkeit Gebrauch machte Die vom Bundesrat erlassenen Massnahmen umfassten das Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern weshalb u a der Engadin Skimarathon der Automobilsalon Genf sowie die Basler Fasnacht abgesagt wurden 223 die Schliessung aller Laden ausser fur Dinge des taglichen Bedarfs Restaurants Bars sowie Unterhaltungs und Freizeitbetriebe die Umstellung auf Fernunterricht in Schulen und Universitaten die Moglichkeit bis zu 8000 Angehorige der Schweizer Armee in den Assistenzdienst aufzubieten um die zivilen Behorden zu unterstutzen Dies bedeutete das grosste Truppenaufgebot der Schweizer Armee seit dem Zweiten Weltkrieg 224 225 Zeitleiste der wichtigsten Ereignisse der Schweizer Geschichte Reihenfolge des Eintritts der Kantone in die Eidgenossenschaft 1291 1332 1351 1352 1353 1481 1501 1513 1803 1815 1979Kanton Uri Uri Kanton Schwyz Schwyz Unterwalden Kanton Luzern Luzern Kanton Zurich Zurich Kanton Glarus Glarus Kanton Zug Zug Kanton Bern Bern Kanton Freiburg Freiburg Kanton Solothurn Solothurn Basel Kanton Schaffhausen Schaffhausen Appenzell Kanton St Gallen St Gallen Kanton Graubunden Graubunden Kanton Aargau Aargau Kanton Thurgau Thurgau Kanton Tessin Tessin Kanton Waadt Waadt Kanton Wallis Wallis Kanton Neuenburg Neuenburg Kanton Genf Genf Kanton Jura JuraHerkunft des Namens Helvetia auf dem 2 Frankenstuck Der Landesname Schweiz ist sprachgeschichtlich identisch mit dem Orts und Kantonsnamen Schwyz vgl dort In den Kriegen der alten Eidgenossen gegen die Habsburger spielten die Schwyzer Truppen eine wichtige Rolle Die Schwyzer hatten zudem eine grosse Bedeutung fur das europaische Soldnergeschaft Nach der Schlacht bei Sempach von 1386 wurde der Name Swiz oder Sweiz legendar Die deutschen Chronisten bezeichneten nun alle Eidgenossen so Das erste schriftliche Zeugnis dafur stellt ein Rechtsdokument des Konigs Sigismund aus dem Jahr 1415 dar in dem von Schweizern die Rede ist 226 Die Mitglieder der Eidgenossenschaft benutzten diesen Sammelnamen ab dem Schwabenkrieg von 1499 als die als Schweizer beschimpften Eidgenossen in trotzigem Stolz anfingen sich selbst so zu bezeichnen Offiziell benutzten sie aber weiterhin den sachlich zutreffenderen Begriff Eidgenossen Erst im 18 Jahrhundert begann der Chronist Johannes von Muller damit die Eidgenossen als schweizerische Eidgenossen zu bezeichnen 1803 wurde dieser Begriff in der Mediationsverfassung erstmals amtlich gebraucht Der lateinische Name der Schweiz Confoederatio Helvetica nimmt Bezug auf den antiken keltischen Stamm der Helvetier der im Schweizer Mittelland und in Teilen Suddeutschlands siedelte Nach dem Ende der Alten Eidgenossenschaft 1798 wurde das neue Schweizer Staatswesen gemass der gangigen Praxis bei der Namensgebung fur franzosische Tochterrepubliken Helvetische Republik genannt Bei der Neukonstituierung der Schweiz als Staatenbund 1803 wich man jedoch auf die Bezeichnung Schweizerische Eidgenossenschaft aus um sich von der politisch instabilen und zentralistischen Helvetischen Republik abzugrenzen Der Ausdruck Confoederatio Helvetica wurde 1848 anlasslich der Schaffung des Bundesstaates eingefuhrt Er findet sich seit 1879 auf Munzen sowie seit 1948 auf dem Siegel der Eidgenossenschaft 227 und liegt dem Landeskurzel CH zugrunde In irischer an Eilveis griechischer Elbetia translit Elvetia und rumanischer Sprache Elveţia wird der Ausdruck Helvetia ebenfalls verwendet im Italienischen ist als Adjektiv elvetico fur schweizerisch gebrauchlich In der Bundesverfassung von 1848 wurde der Landesname offiziell mit Schweizerische Eidgenossenschaft festgelegt Mythen Der Apfelschuss Fresko von Ernst Stuckelberg in der Tellskapelle Konrad Grob Der Heldentod Arnold von Winkelrieds bei der Schlacht von Sempach Die Nationalmythen der Schweiz sind eine Reihe von politischen Mythen und Legenden die das schweizerische Nationalbewusstsein pragten und durch ihre Identifikationsfunktion entscheidend zum nationalen Zusammenhalt insbesondere nach der Grundung des Bundesstaates 1848 beitrugen Zu den Nationalmythen zahlen u a die nachfolgenden Personen und Ereignisse 228 Wilhelm Tell Der Freiheitskampfer Wilhelm Tell gilt seit Ende des 19 Jahrhunderts als der Nationalheld des Landes 229 Weltbekannt wurde die Figur Tell durch das gleichnamige Buhnendrama von Friedrich Schiller Rutlischwur Der Legende nach schlossen Vertreter von Uri Walter Furst Schwyz Werner Stauffacher und Unterwalden Arnold von Melchtal auf dem Rutli einer Wiese am Vierwaldstattersee per Eid einen gegen die Habsburger bosen Vogte gerichteten Bund Diese Geschichte einer ersten Verschworung vermischte sich ab der zweiten Halfte des 16 Jahrhunderts mit der Vorstellung der Bund sei schriftlich gefasst und besiegelt gewesen Ende des 19 Jahrhunderts wurde eine auf Anfang August 1291 datierte Urkunde vom Bundesrat als Bundesbrief von 1291 in den Rang eines Grundungsdokuments der Eidgenossenschaft erhoben Helvetia Seit dem 17 Jahrhundert versinnbildlicht Helvetia eine allegorische Frauenfigur die Schweiz Sie gilt als die Identifikationsfigur der Eidgenossenschaft Noch heute befindet sich das Bildnis der Helvetia auf den Munzen zu 1 und 2 Franken 230 Arnold Winkelried Am 9 Juli 1386 soll der Legende nach Arnold Winkelried bei der Schlacht von Sempach ein Bundel Lanzen der habsburgischen Ritter gepackt und sich selbst aufspiessend den Eidgenossen eine Bresche geoffnet haben Diese aufopferungsvolle Tat soll der Schlussel zum eidgenossischen Sieg gegen die Habsburger gewesen sein Zuvor soll er noch die Worte Sorget fur mein Weib und Kind gesagt haben Die erste Erwahnung eines derartigen Helden allerdings noch ohne Namen erfolgte erst 1476 in der Zurcher Chronik 231 Stauffacherin Gertrud Stauffacher in Friedrich Schillers Wilhelm Tell die Ehefrau des Landammanns Werner Stauffacher Symbolfigur der kuhnen und energischen Schweizerin 232 Kappeler Milchsuppe Im Ersten Kappelerkrieg Ende Juni 1529 marschierten die Zurcher Truppen gegen die Innerschweizer Kantone Dank der Vermittlung durch die neutralen Orte konnte ein Bruderkrieg unter den Eidgenossen verhindert werden Wahrend der Verhandlungen kam es der Legende nach zwischen den beiden Heeren zu Fraternisierungserscheinungen Die Soldaten kochten und assen genau auf der Grenze zwischen den beiden Kantonen gemeinsam eine Milchsuppe Das gemeinsame Mahl hat fur die Identitatsfindung der Schweiz einen grossen Symbolwert 233 Recht Hauptartikel Grundrechte Schweiz und Politisches System der Schweiz JudikativePolitik Politisches System der Schweiz Die Politik der Schweiz ist durch das Selbstverstandnis als Willensnation gepragt die nationale Identitat basiert nicht auf einer gemeinsamen Sprache und Kultur sondern unter anderem auf der gemeinsamen Geschichte gemeinsamen Mythen der freiheitlichen basisdemokratischen und foderalistischen Tradition sowie zum Teil aus dem Gefuhl als neutraler und mehrsprachiger auf sich selbst gestellter Kleinstaat in Europa einen Sonderfall zu bilden Es liegt ein Direktorialsystem vor Diese Voraussetzungen haben sich in einem in seiner Gesamtheit einzigartigen politischen System niedergeschlagen in dem der Foderalismus erweiterte politische Volksrechte bzw Elemente der direkten Demokratie die aussenpolitische Neutralitat und innenpolitischer Konsens im Vordergrund stehen Siehe auch Direkte Demokratie in der Schweiz und Liste der eidgenossischen Volksabstimmungen Politisches System Hauptartikel Politisches System der Schweiz Die jahrliche Landsgemeinde im Kanton Glarus Hierbei stehen die Stimmberechtigten im Ring Landsgemeinde Stimmberechtigte im Kanton Appenzell Innerrhoden Die ursprungliche Schweizer Basisdemokratie in dieser Form praktizieren nur noch diese beiden Kantone Bundeshaus mit Bundesplatz in Bern Die Judikative der Schweiz das Bundesgericht in Lausanne VD Der Bundesrat 2021 von links nach rechts Viola Amherd Simonetta Sommaruga Ignazio Cassis Guy Parmelin Bundesprasident Ueli Maurer Alain Berset Karin Keller Sutter Walter Thurnherr Bundeskanzler Die Schweiz ist ein republikanisch verfasster Bundesstaat Sie unterscheidet sich von anderen Republiken durch Elemente der direkten Demokratie Das Volk kann uber Initiativen und Referenden direkten Einfluss auf die Regierungstatigkeit nehmen In zwei Kantonen Appenzell Innerrhoden und Glarus gibt es noch eine Urform der Schweizer Basisdemokratie die Landsgemeinde den ausgepragten Foderalismus Die Kantone sind neben dem Volk der Verfassungsgeber des Bundes und behalten alle Aufgaben die in der Bundesverfassung nicht explizit dem Bund zugeordnet werden Ausserdem starke Beteiligung der Kantone in allen Phasen der politischen Willensbildung Vernehmlassung Standerat Standemehr die Konkordanzdemokratie ihre selbstdeklarierte schweizerische Neutralitat Wie in Demokratien ublich ist die Staatsgewalt gestutzt auf die Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft in drei Saulen gegliedert Die Legislative Bundesversammlung besteht aus zwei Kammern dem Nationalrat mit 200 Mitgliedern als Vertreter des Volks sowie dem Standerat mit 46 Mitgliedern als Vertreter der Kantone Das Schweizer Parlament ist ein sogenanntes Milizparlament Die National und Standerate uben ihr Mandat wenigstens nominell nebenberuflich aus Die Erneuerungswahlen finden alle vier Jahre statt Schweizer Parlamentswahlen 2019 234 Die Exekutive ist der Bundesrat mit der Verwaltung Er besteht aus sieben gleichberechtigten Mitgliedern Kollegialitatsprinzip den sogenannten Bundesraten Ministern die je einem Departement der Bundesverwaltung vorstehen Die Bundesrate werden vom Parlament gewahlt Fur jeweils ein Jahr wird ein Mitglied des Bundesrates von der Bundesversammlung zum Bundesprasidenten gewahlt Er leitet die Sitzungen des Bundesrates und nimmt reprasentative Aufgaben im In und Ausland wahr hat aber keine Vorrechte gegenuber dem Restbundesrat Fur gewohnlich rotiert der Vorsitz auf Grundlage des Amtsalters die eigentliche Wahl gilt allgemein als Formsache zu dessen Bestatigung eine Ablehnung durch das Parlament ist dabei allerdings theoretisch moglich Der Bundesprasident wird wahrend dieses Jahres in der Offentlichkeit in der Regel als Herr Bundesprasident Frau Bundesprasidentin angesprochen nicht mehr als Herr Bundesrat bzw Frau Bundesratin Wahrend des Prasidialjahres nimmt ein Bundesrat seine ublichen Regierungsaufgaben voll wahr Die Judikative besteht auf Bundesebene aus dem Bundesgericht mit Sitz in Lausanne und zwei sozialrechtlichen Abteilungen des Bundesgerichts in Luzern bis 2006 Eidgenossisches Versicherungsgericht als oberster gerichtlicher Instanz Als untere eidgenossische Instanzen sind das Bundesstrafgericht in Bellinzona sowie das Bundesverwaltungsgericht und das Bundespatentgericht beide in St Gallen tatig Gewahlt werden die Bundesrichter die meistens einer Partei angehoren von der Bundesversammlung Das Strafgericht hat die Arbeit 2004 aufgenommen das Verwaltungsgericht tat dies 2007 Ein besonderer Verfassungsgerichtshof wie in anderen Landern existiert in der Schweiz nicht doch konnen alle Gerichte eine beschrankte Verfassungsgerichtsbarkeit ausuben Fur das Bundesgericht und die ubrigen Gerichte sind nach Art 190 Bundesverfassung BV die Bundesgesetze verbindlich sie konnen solche nicht aufheben fur ungultig erklaren oder ihnen die Anwendung versagen 235 Die Reihenfolge der einzelnen Bundesrate ergibt sich wie folgt Der Bundesprasident oder die Bundesprasidentin steht zuoberst der Rangliste gefolgt vom Vizeprasidenten oder der Vizeprasidentin Danach folgen die Bundesrate in der Reihenfolge des Amtsalters zur Wiederwahl gemass Anciennitatsprinzip 236 Im Rahmen der Bundesratswahl 2019 hat die Vereinigte Bundesversammlung am 4 Dezember 2019 die sieben Bundesrate und den Bundeskanzler gewahlt Dabei wurden alle sieben bisherigen Bundesrate wiedergewahlt Die aktuelle Zusammensetzung des Bundesrates mit Parteizugehorigkeit und Verteilung der Departemente ist Guy Parmelin SVP VD Bundesprasident 2021 Eidgenossisches Departement fur Wirtschaft Bildung und Forschung WBF Ignazio Cassis FDP TI Vizeprasident 2021 Eidgenossisches Departement fur auswartige Angelegenheiten EDA Ueli Maurer SVP ZH Eidgenossisches Finanzdepartement EFD Simonetta Sommaruga SP BE Eidgenossisches Departement fur Umwelt Verkehr Energie und Kommunikation UVEK Alain Berset SP FR Eidgenossisches Departement des Innern EDI Viola Amherd CVP VS Eidgenossisches Departement fur Verteidigung Bevolkerungsschutz und Sport VBS Karin Keller Sutter FDP SG Eidgenossisches Justiz und Polizeidepartement EJPD Bundeskanzler der Schweizerischen Eidgenossenschaft und somit Vorsteher der Bundeskanzlei BK ist seit Dezember 2015 Walter Thurnherr CVP AG 237 Siehe auch Liste der Schweizer Bundesprasidenten Liste der Mitglieder des Schweizerischen Bundesrates und Protokollarische Rangordnung in der Schweiz Politische Indizes Von Nichtregierungsorganisationen herausgegebene Politische Indizes Name des Index Indexwert Weltweiter Rang Interpretationshilfe JahrFragile States Index 17 1 von 120 176 von 178 Stabilitat des Landes sehr nachhaltig 0 sehr nachhaltig 120 sehr alarmierend 2020 238 Demokratieindex 8 83 von 10 12 von 167 Vollstandige Demokratie 0 autoritares Regime 10 vollstandige Demokratie 2020 239 Freedom in the World Index 96 von 100 Freiheitsstatus frei 0 unfrei 100 frei 2020 240 Rangliste der Pressefreiheit 10 55 von 100 10 von 180 Gute Lage fur die Pressefreiheit 0 gute Lage 100 sehr ernste Lage 2021 241 Korruptionswahrnehmungsindex CPI 85 von 100 3 von 180 0 sehr korrupt 100 sehr sauber 2020 242 Staatshaushalt Zinsen zehnjahriger Staatsanleihen Der Staatshaushalt umfasste 2016 Ausgaben von umgerechnet 213 4 Milliarden US Dollar dem standen Einnahmen von umgerechnet 215 9 Milliarden US Dollar gegenuber Daraus ergibt sich ein Haushaltsuberschuss in Hohe von 0 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 243 Die Staatsverschuldung betrug 2016 45 4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 243 244 2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben in Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Bereich Gesundheit 245 10 8 Prozent im Bereich Bildung 243 5 8 Prozent im Jahr 2005 und im Bereich Militar 243 1 0 Prozent im Jahr 2005 2016 verzeichnete der Bund Einnahmen Ertrage von 67 01 Milliarden Franken Die wichtigste Einnahmequelle war die Mehrwertsteuer drei verschiedene Satze mit 34 0 Prozent gefolgt von der direkten Bundessteuer mit 31 0 Prozent der Verrechnungssteuer 8 0 Prozent der Mineralolsteuer 7 0 Prozent der Tabaksteuer 3 0 Prozent den Stempelabgaben 3 0 Prozent weiteren Fiskaleinnahmen 8 0 Prozent und nichtfiskalische Einnahmen 7 0 Prozent 11 Der Bund tatigte im Jahr 2016 Ausgaben Aufwendungen in Hohe von 66 26 Milliarden Franken fur folgende Sektoren soziale Wohlfahrt 34 0 Prozent Finanzen und Steuern 14 0 Prozent Verkehr 14 0 Prozent Bildung und Forschung 11 0 Prozent sonstige Ausgaben 10 0 Prozent Landesverteidigung 7 0 Prozent Landwirtschaft und Ernahrung 6 0 Prozent sowie Beziehungen zum Ausland 5 0 Prozent 11 Die Einnahmen der 26 Kantone beliefen sich 2016 auf 89 6 Milliarden Franken 246 Durch die seit 2003 11 in der Verfassung verankerten Schuldenbremse soll der Bund verpflichtet werden Einnahmen und Ausgaben uber den Konjunkturzyklus hinweg im Gleichgewicht zu halten Von der Ratingagentur Standard amp Poor s werden die Staatsanleihen der Schweiz bereits seit dem Jahre 1989 unverandert mit der Bestnote AAA bewertet Stand 2018 247 Die langfristigen Zinsen fur Schweizer Staatsanleihen sind im internationalen Vergleich sehr gering siehe Grafik rechts Politische Parteien Hauptartikel Politische Parteien in der Schweiz Die Schweiz hat viele nationale regionale und lokale politische Parteien 248 Die Organisation und Finanzierung der Parteien ist gesetzlich weitgehend nicht geregelt 2015 Gesamterneuerungswahlen des Nationalrats 2019 2023 Wahlbeteiligung 45 1 3020100 25 616 815 113 211 47 82 52 11 04 6 SVPSPFDPGruneCVPglpBDPEVPEDUSonst Gewinne und Verluste im Vergleich zu 2015 p 8 6 4 2 0 2 4 3 8 2 0 1 3 6 1 0 2 3 2 1 6 0 2 0 2 0 3SVPSPFDPGruneCVPglpBDPEVPEDUSonst Vier der funf wahlerstarksten Parteien sind im Bundesrat vertreten siehe auch Zauberformel Politische Partei Abk Einordnung Ausrichtung Wahleranteil 2019Schweizerische Volkspartei SVP rechts nationalkonservativ 25 6 Sozialdemokratische Partei der Schweiz SP links sozialdemokratisch 16 8 FDP Die Liberalen FDP Mitte rechts liberal 15 1 Grune Partei der Schweiz Grune links okologisch 13 2 Christlichdemokratische Volkspartei CVP Mitte christdemokratisch 11 4 Starkste Partei je Gemeinde 2019 Laut einer Meinungsumfrage der Gesellschaft fur Konsumforschung GfK aus dem Jahr 2016 haben 19 Prozent der Schweizer Vertrauen in ihre Politiker Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen ist das zwar ein geringer Wert doch das Vertrauen ist wesentlich hoher als im westeuropaischen Durchschnitt mit 13 Prozent 249 Kantone Schweizer Kantone Hauptartikel Kanton Schweiz Die Schweiz besteht aus 26 Kantonen vor der Totalrevision der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft von 1999 23 Kantone wovon drei in je zwei Halbkantone gegliedert waren Traditionell werden die Kantone auch als Stande auf kantonaler Ebene auch als Staat franzosisch etat bezeichnet Die unten stehende Tabelle fuhrt die 26 Kantone mit ihren Eckdaten auf Dabei sind die Kantone in der Reihenfolge wie sie in der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft aufgefuhrt werden sortiert Die Einwohnerzahlen datieren auf den 31 Dezember 2019 die Auslanderanteile auf den 31 Dezember 2019 und die Arbeitslosenquoten auf den 30 Juni 2021 Kantone mit ihren Eckdaten Abk Kanton Hauptort Gesamtflache km Einwohner 250 Einwohner pro km Auslander 251 Arbeitslosen quote 252 AmtsspracheZH Kanton Zurich Zurich Zurich 1729 1 539 275 890 27 1 2 9 DeutschBE Kanton Bern Bern Bern 5959 1 039 474 174 16 6 2 2 Deutsch FranzosischLU Kanton Luzern Luzern Luzern 1493 413 120 277 18 8 2 0 DeutschUR Kanton Uri Uri Altdorf 1077 36 703 34 12 6 0 9 DeutschSZ Kanton Schwyz Schwyz Schwyz 908 160 480 177 21 9 1 2 DeutschOW Kanton Obwalden Obwalden Sarnen 491 37 930 77 14 7 1 0 DeutschNW Kanton Nidwalden Nidwalden Stans 276 43 087 156 14 8 1 2 DeutschGL Kanton Glarus Glarus Glarus 685 40 590 59 24 2 1 8 DeutschZG Kanton Zug Zug Zug 239 127 642 534 28 3 2 4 DeutschFR Kanton Freiburg Freiburg Freiburg 1671 321 783 193 22 8 2 8 Franzosisch DeutschSO Kanton Solothurn Solothurn Solothurn 791 275 247 348 22 9 2 8 DeutschBS Kanton Basel Stadt Basel Stadt Basel 37 195 844 5293 36 6 3 8 DeutschBL Kanton Basel Landschaft Basel Landschaft Liestal 518 289 468 559 23 1 2 4 DeutschSH Kanton Schaffhausen Schaffhausen Schaffhausen 298 82 348 276 26 1 3 1 DeutschAR Kanton Appenzell Ausserrhoden Appenzell Ausserrhoden Herisau Trogen1 243 55 445 228 16 5 1 9 DeutschAI Kanton Appenzell Innerrhoden Appenzell Innerrhoden Appenzell 173 16 128 93 11 3 0 8 DeutschSG Kanton St Gallen St Gallen St Gallen 2026 510 734 252 24 4 2 3 DeutschGR Kanton Graubunden Graubunden Chur 7105 199 021 28 18 8 1 2 Deutsch Ratoromanisch ItalienischAG Kanton Aargau Aargau Aarau 1404 685 845 488 25 3 3 4 DeutschTG Kanton Thurgau Thurgau Frauenfeld 991 279 547 282 25 2 2 3 DeutschTI Kanton Tessin Tessin Bellinzona 2812 351 491 125 27 6 2 8 ItalienischVD Kanton Waadt Waadt Lausanne 3212 805 098 251 33 0 3 9 FranzosischVS Kanton Wallis Wallis Sitten 5224 345 525 66 22 6 2 7 Franzosisch DeutschNE Kanton Neuenburg Neuenburg Neuenburg 803 176 496 220 25 3 3 9 FranzosischGE Kanton Genf Genf Genf 282 504 128 1788 40 0 4 9 FranzosischJU Kanton Jura Jura Delsberg 838 73 584 88 14 7 4 7 FranzosischCH Schweizerische Eidgenossenschaft Bern Bundesstadt 41285 8 606 033 208 25 3 2 8 Deutsch 65 6 Franzosisch 22 8 Italienisch 8 4 Ratoromanisch 2 0 6 1 Herisau ist Sitz der Regierung und des Parlaments des Kantons Appenzell Ausserrhoden der Sitz der kantonalen Gerichte ist Trogen Die fruhere Landsgemeinde wurde abwechslungsweise in Trogen und Hundwil abgehalten Appenzell Ausserrhoden hat daher keinen klar definierten Hauptort Das Haus der Kantone an der Speichergasse in Bern Die Kantonsregierungen werden je nach Kanton als Regierungsrat Regierung Staatsrat Standeskommission Conseil executif Conseil d Etat beide franzosisch Consiglio di Stato italienisch oder Regenza Governo ratoromanisch bezeichnet Die Kantonsparlamente sind als Einkammernparlamente organisiert und heissen Kantonsrat Grosser Rat Landrat Grand Conseil franzosisch Gran Consiglio italienisch oder Cussegl grond rat Die administrative Ebene zwischen Kanton und Gemeinde wird soweit uberhaupt vorkommend in den meisten Kantonen als Bezirk bezeichnet in manchen Kantonen als Verwaltungsregion Verwaltungskreis Wahlkreis Amtei Amt im franzosischsprachigen Landesteil district im italienischen Landesteil distretto im ratoromanischen Landesteil districts 253 Aufgrund des Foderalismus in der Schweiz liegt die Verantwortung fur viele staatliche Aufgaben ganz oder teilweise bei den Kantonen so im Schul Gesundheits Finanz Polizei und Justizwesen sowie im Verwaltungsrecht Um diese Aufgaben effizient und nach einheitlichen Grundsatzen zu bewaltigen haben die Kantone zahlreiche interkantonale Konkordate geschlossen Alle Kantone gehoren uberdies einer von funf Regionalkonferenzen an die ihnen der gegenseitigen Information der Koordination der Regierungstatigkeiten und der wirkungsvollen Interessenvertretung gegenuber dem Bund dienen Weiter arbeiten die Kantone im Rahmen der verschiedenen Direktorenkonferenzen z B Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren oder Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und direktoren zusammen Die Sekretariate dieser Konferenzen befinden sich im Haus der Kantone in Bern Siehe auch Liste der amtierenden Mitglieder der Schweizer Kantonsregierungen Liste der Wappen und Fahnen der Schweizer Kantone und Liste der Schweizer Kantone nach Bruttoinlandsprodukt Enklaven und Exklave Busingen am Hochrhein wie auch Campione d Italia sind Enklaven in der Schweiz Die deutsche Gemeinde Busingen ist nordlich des Rheins vom Kanton Schaffhausen umgeben sudlich davon grenzt sie an die Kantone Zurich und Thurgau Das italienische Campione bekannt fur sein Spielcasino liegt am Luganersee innerhalb des Kantons Tessin Zollrechtlich sind beide Enklaven seit dem 1 Januar 2020 unterschiedlich zu behandeln Wahrend Busingen Teil des Schweizer Zollgebiets ist ist Campione dies seit dem 1 Januar 2020 nicht mehr Stattdessen gehort die Gemeinde seitdem zum Zollgebiet der Europaischen Union 254 Lange Zeit funktionale Enklave war das italienische Livigno Seit der Errichtung einer Passstrasse ist Livigno auch von Italien aus zu erreichen Um das Leben in der dennoch abgeschiedenen Lage zu attraktivieren ist die Gemeinde heute ein italienisches Zollausschlussgebiet nachdem sie zuvor dem Schweizer Zollgebiet angehorte Die Gemeinde Samnaun war lange Zeit eine funktionale Exklave da die einzige Zufahrtsstrasse bis 1912 uber osterreichisches Hoheitsgebiet fuhrte Heute ist die Gemeinde ein Schweizer Zollausschlussgebiet Aussenpolitik Hauptartikel Aussenpolitik der Schweiz Das Palais des Nations in Genf welches nach 1945 zum zweiten Sitz der Vereinten Nationen hinter New York City wurde Die Schweiz versteht sich als aussenpolitisch neutral d h sie beteiligt sich nicht an Kriegen zwischen Staaten Die Neutralitat der Schweiz wurde 1815 am Wiener Kongress anerkannt Sie ist dauernd und bewaffnet und auch heute noch international ausdrucklich anerkannt Die Schweiz ist Mitglied in vielen internationalen Organisationen Als eines der letzten Lander trat die Schweiz 2002 der UNO bei ist aber zugleich das erste Land dessen Volk uber den Beitritt abstimmen durfte Daneben ist die Schweiz in der Organisation fur Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa OSZE dem Europarat wie auch in der Europaischen Freihandelszone EFTA tatig Die Schweiz nimmt an der Partnerschaft fur den Frieden der NATO teil und ratifizierte das Kyoto Protokoll Die Schweiz ist Mitglied im UN Menschenrechtsrat In der Forschung kooperiert die Schweiz mit einigen europaischen Organisationen Sie ist Grundungsmitglied sowohl der Europaischen Weltraumorganisation ESA als auch der Europaischen Organisation fur Kernforschung CERN und stellt mit Genf den Standort der Forschungsanlage Die Schweiz ist Teil des Schengen Raums Die Schweiz ist weder Mitglied der Europaischen Union EU noch des Europaischen Wirtschaftsraumes EWR jedoch bestehen wichtige bilaterale Vertrage zwischen der Schweiz und der EU Seit 2004 nimmt der Schweizer Bundesprasident an den alljahrlichen Treffen der Staatsoberhaupter der deutschsprachigen Lander teil ein Format das auf den Wunsch des damaligen Bundesprasidenten Joseph Deiss zuruckgeht den Dialog mit der EU zu intensivieren 255 Ein Beitritt zur NATO stunde im Konflikt zur Neutralitat der Schweiz 256 Siehe auch Die Schweiz in den Vereinten Nationen Liste der Auslandsvertretungen der Schweiz und Liste der diplomatischen und konsularischen Vertretungen in der Schweiz Verhaltnis zwischen der Schweiz und dem Furstentum Liechtenstein Hauptartikel Liechtensteinisch schweizerische Beziehungen Das Verhaltnis zwischen der Schweiz und dem Furstentum Liechtenstein wird seit 1923 durch einen Zollvertrag amtlich Vertrag zwischen der Schweiz und Liechtenstein uber den Anschluss des Furstentums Liechtenstein an das schweizerische Zollgebiet geregelt 257 Nachdem Osterreich den Ersten Weltkrieg verloren hatte und die osterreichische Monarchie zusammengebrochen war loste Furst Johann II 1919 den Zollvertrag von 1852 mit Osterreich auf und suchte die Nahe zur Schweiz Seit der Unterzeichnung des Zollvertrags mit der Schweiz im Jahre 1923 gehort das Furstentum zum Schweizer Zollgebiet und die Landeswahrung ist der Schweizer Franken Einen offiziellen Wahrungsvertrag mit der Schweiz schloss Liechtenstein jedoch erst am 19 Juni 1980 ab 258 Der Zollvertrag garantiert weiterhin die vollen souveranen Hoheitsrechte Seiner Durchlaucht des Fursten von Liechtenstein Durch den Vertrag herrscht bis heute eine enge Partnerschaft zwischen den beiden Staaten 259 Die Guten Dienste der Schweiz In der Schweizer Aussenpolitik haben die Guten Dienste 260 eine lange Tradition Sie spielen neben den Schutzmachtmandaten eine zentrale Rolle in der schweizerischen Friedenspolitik Die Guten Dienste der Schweiz beschranken sich heute nicht nur darauf dass die Schweiz Konfliktparteien ihr Territorium als Verhandlungsort zur Verfugung stellt Hotelier Funktion sondern sie bietet sich auch als Vermittlerin an Konfliktmediation 261 Siehe auch Liste der in der Schweiz ausgehandelten oder unterzeichneten internationalen Vertrage und Vereinbarungen Schutzmachtmandate Die Wahrung fremder Interessen als Schutzmacht ist ein klassisches Element der Guten Dienste und historisch gesehen fur die Schweiz von grosser Bedeutung Die Anfange der schweizerischen Schutzmachttradition reichen bis ins 19 Jahrhundert zuruck Die Eidgenossenschaft vertrat im Deutsch Franzosischen Krieg von 1870 und 1871 die Interessen des Konigreichs Bayern und des Grossherzogtums Baden in Frankreich Den Grundstein ihrer Reputation als die bedeutendste und wichtigste Schutzmacht der Welt legte die Schweiz in der ersten Halfte des 20 Jahrhunderts So ubernahm die Schweiz wahrend des Ersten Weltkriegs 36 Mandate zur Interessenvertretung Die Schutzmachttatigkeit der Schweiz erreichte im Zweiten Weltkrieg 1943 44 mit 219 Mandaten fur 35 Staaten ihren Hohepunkt Nach Beendigung der Kriegshandlungen ging die Zahl der Mandate rasch wieder zuruck Wahrend des Kalten Krieges nutzten mehrere Lander wieder die Interessenvertretung durch die Schweiz Die Schweiz ist vor Schweden und Osterreich das bedeutendste Land fur Schutzmachtmandate und verfugte zwischen 1966 und 1974 meist uber mehr als 20 Mandate 262 Die wichtigsten Grunde dafur sind die grosse Erfahrung die neutrale Haltung sowie das ausgedehnte diplomatische Vertretungsnetz Die Schweiz nimmt zurzeit Stand September 2020 sieben diplomatische Mandate wahr 263 Vereinigte Staaten im Iran 1980 Umfassendes Mandat das auf die Geiselnahme von Teheran in den Jahren 1979 bis 1981 und den daraus resultierenden Abbruch der diplomatischen Beziehungen zuruckgeht Iran in Agypten 1979 Russland in Georgien 13 Dezember 2008 Georgien in Russland 12 Januar 2009 Iran in Saudi Arabien 2016 264 265 Saudi Arabien in Iran 2016 Iran in Kanada 2019 Nur die Interessenvertretung der Vereinigten Staaten im Iran ist ein umfassendes Mandat Die ubrigen Mandate sind eher formeller Natur 266 Nachdem Kuba und die Vereinigten Staaten 2015 wieder direkte diplomatische Beziehungen aufnahmen erlosch im Juli 2015 nach 54 Jahren das Schutzmachtmandat der Schweiz fur die Vereinigten Staaten in Havanna 267 SicherheitGemass dem Global Peace Index belegt die Schweiz 2017 auf der Rangliste der sichersten Lander der Welt den 9 Platz von 163 Nationen 268 Schweizer Armee F A 18 der Schweizer Luftwaffe Super Puma Hauptartikel Schweizer Armee Die Schweiz im Ersten Weltkrieg und Die Schweiz im Zweiten Weltkrieg Die Schweizer Armee 269 ist die bewaffnete Streitmacht der Schweizerischen Eidgenossenschaft Sie besteht aus den Teilstreitkraften Heer und Luftwaffe Das jahrliche Budget betragt rund 4 873 Milliarden Franken 2011 270 Die Besonderheit der Schweizer Streitkrafte ist ihr Milizsystem Berufs und Zeitmilitar machen nur etwa 5 Prozent der Armeeangehorigen aus alle ubrigen sind wehrpflichtige Burger im Alter zwischen 20 und 34 in speziellen Fallen bis 50 Jahren Schweizer Burgern ist es verboten in einer fremden Armee zu dienen Davon ausgenommen ist die Schweizergarde des Vatikans da sie von der Schweiz lediglich als Sicherheitsdienst angesehen wird Im Rahmen des Milizsystems bewahren die Angehorigen der Armee ihre personliche Ausrustung inklusive personlicher Waffe bis 2008 inklusive Taschenmunition zu Hause auf Im Zusammenhang mit den Eigenheiten des Milizsystems entstand die fruher ubliche Redewendung Die Schweiz hat keine Armee die Schweiz ist eine Armee Militardienstpflichtig sind alle mannlichen Schweizer Burger Frauen konnen sich freiwillig fur den Militardienst melden und fur sie gelten seit 2007 dieselben korperlichen Anforderungen wie fur Manner 271 Jahrlich werden ca 20 000 Personen in Rekrutenschulen von 18 oder 21 Wochen Dauer zu Soldaten ausgebildet Die Militardienstuntauglichen leisten Dienst im Zivilschutz und zahlen uberdies eine jahrliche Militarpflichtersatzsteuer Militardienstverweigerer haben die Moglichkeit Zivildienst 272 Zivildienst in der Schweiz zu leisten sofern sie Gewissensgrunde geltend machen und bereit sind als Tatbeweis anderthalb so viele Diensttage wie Soldaten zu absolvieren Dienstverweigerung aus anderen etwa politischen oder personlichen Grunden fuhrt zwingend zu einem militargerichtlichen Verfahren Mit der Reform Armee XXI per Volksabstimmung im Jahre 2003 angenommen wird die im vorangehenden Leitbild Armee 95 vorgesehene Mannschaftsstarke von 400 000 auf ca 200 000 reduziert Davon sind 120 000 in aktive Verbande und 80 000 in Reserveeinheiten eingeteilt Insgesamt fanden drei Generalmobilmachungen GMob auch Kriegsmobilmachung KMob zum Schutze der Integritat und der Neutralitat der Schweiz statt Die erste GMob fand anlasslich des Deutsch Franzosischen Krieges von 1870 71 statt Als Reaktion auf den Ausbruch des Ersten Weltkriegs und um einen deutschen oder franzosischen Durchmarsch durch die Schweiz zu verhindern wurde auf den 3 August 1914 die erneute GMob der Armee beschlossen Die dritte GMob der Armee fand am 1 September 1939 als Reaktion auf den deutschen Uberfall auf Polen statt Henri Guisan wurde zum General gewahlt und entwickelte sich in den Kriegsjahren zur Hauptintegrationsfigur der von den Achsenmachten eingeschlossenen Eidgenossenschaft Die heutige Schweiz wurde seit ihrer Grundung 1848 noch nie mit offenen Angriffen feindlicher Krafte zu Lande konfrontiert Im Zweiten Weltkrieg kam es jedoch haufig zu Luftraumverletzungen durch deutsche und alliierte Kampfflugzeuge Beim folgenschwersten Angriff starben bei der Bombardierung von Schaffhausen am 1 April 1944 40 Menschen 270 wurden zum Teil schwer verletzt Alliierte Bombenabwurfe auf die Schweiz 273 274 Da sich die militarische Bedrohungslage im heutigen Europa fur die Schweiz geandert hat wird die Armee immer wieder in Frage gestellt Besonders die Gruppe fur eine Schweiz ohne Armee GSoA setzt sich seit Jahren fur eine Abschaffung ein bislang jedoch erfolglos zwei Abstimmungen zur Abschaffung der Armee wurden vom Volk deutlich verworfen Auch die Frage ob friedenserhaltende Armeeeinsatze im Ausland mit der Neutralitat vereinbar sind ist umstritten Siehe auch Gliederung der Schweizer Armee und Liste Schweizer Generale Zivilschutzorganisation Hauptartikel Zivilschutzorganisation Der 1934 gegrundete Zivilschutz 275 untersteht dem Eidgenossischen Departement fur Verteidigung Bevolkerungsschutz und Sport Er kummert sich im Katastrophenfall als Einsatzmittel der zweiten Staffel nach Feuerwehr Polizei und Gesundheitswesen Rettungsdienst aber vor Armeeangehorigen um den Schutz die Betreuung und Unterstutzung der zivilen Bevolkerung Ausserdem kummert sich der Zivilschutz um den Schutz von Kulturgutern unterstutzt die Fuhrungsorgane auf kommunaler und regionaler Ebene und setzt Infrastrukturen wieder instand Nachrichtendienst des Bundes NDB Hauptartikel Schweizer Nachrichtendienste Der seit dem 1 Januar 2010 existierende Schweizerische Nachrichtendienst NDB 276 ging aus der Zusammenfuhrung des Dienstes fur Analyse und Pravention DAP und des Strategischen Nachrichtendienstes SND hervor Der NDB ist direkt dem Chef des Departements fur Verteidigung Bevolkerungsschutz und Sport VBS unterstellt Der Nachrichtendienst beschafft Informationen mit nachrichten bzw geheimdienstlichen Mitteln und analysiert und wertet diese mit dem Ziel aus eine fuhrungsrelevante Nachrichtenlage fur Entscheidungstrager aller Stufen zu erstellen Mit seinen operativen und praventiven Leistungen tragt der NDB direkt zum Schutz der Schweiz bei 277 Die Schweiz mochte sich voraussichtlich am franzosischen Spionagesystem Composante Spatiale Optique beteiligen da sie keine eigenen Satelliten unterhalt 278 Grenzwachtkorps Hauptartikel Grenzwachtkorps Das Grenzwachtkorps 279 GWK ist fur den Schutz der Schweizer Grenze verantwortlich Die uniformierten und bewaffneten Grenzwachter sind Teil der Eidgenossischen Zollverwaltung die dem Eidgenossischen Finanzdepartement unterstellt ist Die Angehorigen des Grenzwachtkorps sind an der Grenze sowie auf den Flughafen von Zurich Basel Mulhausen Genf und Lugano Agno stationiert kontrollieren den Personen und Warenverkehr bekampfen den Schmuggel die grenzuberschreitende Kriminalitat die Schleppertatigkeit und den Menschenhandel Siehe auch Schweizer Zollgebiet Polizei Hauptartikel Polizei Schweiz Die Polizeihoheit 280 liegt in der Schweiz bei den Kantonen Fur die Durchsetzung der polizeilichen Gewalt hat jeder Kanton seine eigene Kantonspolizei In einigen Kantonen wird die polizeiliche Grundversorgung durch Stadt Gemeindepolizeien erbracht so z B durch die Stadtpolizei Zurich Die jeweilige Kantonspolizei ist auch fur die Sicherheit auf den auf ihrem Kantonsgebiet befindlichen Flughafen verantwortlich Das Bundesamt fur Polizei fedpol ist fur die Koordination zwischen den Kantonspolizeien wie auch fur die auslandischen Polizeistellen zustandig Die allgemeingultige Notrufnummer der Polizei lautet in der Schweiz 117 Wer die Europaische Notrufnummer 112 wahlt wird automatisch mit der Einsatzzentrale der zustandigen Kantonspolizei verbunden Feuerwehr Hauptartikel Feuerwehr in der Schweiz In den meisten Kantonen besteht fur erwachsene Manner und teilweise auch Frauen eine Feuerwehrpflicht Eine Feuerwehr 281 zu organisieren ist in erster Linie Aufgabe der Gemeinden Allerdings werden immer mehr Ortsfeuerwehren regional fusioniert Die Feuerwehr in der Schweiz ist uber die Notrufnummer 118 erreichbar Luftrettung Hauptartikel Luftrettung in der Schweiz Rega Helikopter Die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega ist eine selbstandige und gemeinnutzige private Stiftung und in der Schweiz fur die Luftrettung zustandig Sie arbeitet eng mit den Blaulichtorganisationen Polizei Feuerwehr und Sanitat zusammen Fur alpine Rettungs und Bergungseinsatze ist die Rega enge Partnerin des Schweizerischen Alpen Clubs SAC Im Kanton Wallis ist nicht die Rega sondern Air Glaciers und Air Zermatt fur die Luftrettung zustandig Die Rega ist in der Schweiz uber die Notrufnummer 1414 erreichbar GesellschaftSozialpolitik Hauptartikel Sozialpolitik Schweiz Die Schweiz ist ein sehr gut ausgebauter Sozialstaat 282 Es existieren mehrere Sozialversicherungen 283 Diese sind Zwangsversicherungen das heisst fur die Bewohner besteht eine Versicherungspflicht Die wichtigsten Sozialversicherungen sind die Alters und Hinterlassenenversicherung AHV die staatliche Rentenversicherung die Krankenversicherung die Mutterschaftsversicherung die Unfallversicherung die Invalidenversicherung IV fur Personen die aufgrund von Behinderungen nicht mehr vollstandig erwerbstatig sein konnen oder Erganzungsleistungen benotigen Die staatliche Rentenversicherung AHV die berufliche Vorsorge Pensionskasse wie auch die private Vorsorge werden zusammen als Drei Saulen System bezeichnet Fur Erwerbstatige ist eine berufliche Vorsorge die Pensionskasse obligatorisch Diese wird privatwirtschaftlich geregelt und ist Sache des Arbeitgebers Freiwillig ist dagegen die private Vorsorge in Form von zum Beispiel Lebensversicherungen Diese werden bis zu einer bestimmten Grenze steuerlich gefordert Daneben gibt es die Erwerbsersatzordnung sodass Militardienstpflichtige wahrend der Ausubung militarischer Pflichten ein Taggeld bekommen Obligatorisch ist auch die Arbeitslosenversicherung Siehe auch Sozialversicherung Schweiz Gesundheitswesen Universitatsspital Basel Hauptartikel Gesundheitswesen in der Schweiz In der Schweiz ist jeder Einwohner unabhangig von der Staatsangehorigkeit aufgrund des Krankenversicherungsgesetzes verpflichtet sich bei einer Krankenkasse seiner Wahl fur die Behandlungskosten bei Krankheit zu versichern Grundversicherung obligatorische Krankenpflegeversicherung Die Krankenkassen sind in der Schweiz ausschliesslich privatwirtschaftliche Unternehmen Sie sind gesetzlich verpflichtet jeden in die Grundversicherung aufzunehmen der einen entsprechenden Antrag stellt sofern er im Tatigkeitsgebiet der Kasse seinen Wohnsitz hat Die Zahlung der Pramie Mitgliederbeitrag ist Sache des Versicherten Es handelt sich dabei um eine Kopfpramie d h die Pramie ist einkommensunabhangig variiert jedoch von Krankenkasse zu Krankenkasse und von Kanton zu Kanton Einkommensschwachen Personen werden von staatlicher Seite individuelle Pramienverbilligungen gewahrt Die Finanzierung der staatlichen Krankenhauser erfolgt einerseits durch Einnahmen aus Behandlungen andererseits durch Zuschusse der Kantone oder Gemeinden Die Finanzierung der Privatkrankenhauser erfolgt dagegen in der Regel nur aus den Behandlungstaxen die deshalb markant hoher sind als bei den staatlichen Krankenhausern Die gesetzliche Grundversicherung deckt deswegen die Behandlung in Privatkliniken nicht Ambulante Behandlungen dagegen werden von der Grundversicherung in der ganzen Schweiz und bei jedem zugelassenen Leistungserbringer gedeckt Zahnarztbehandlungen werden von den Krankenkassen nicht getragen von wenigen Ausnahmen abgesehen Mit den EU Staaten bestehen Vertrage die die gegenseitige Ubernahme der Behandlung bei Notfallen regeln Formular E111 Fur Behandlungskosten bei Unfallen ist jeder Angestellte durch das Unfallversicherungsgesetz UVG obligatorisch versichert Auch gegen Lohnausfall sind die meisten Angestellten versichert Ausnahme sind Nichtberufsunfalle fur geringfugig Angestellte mit einem Arbeitspensum von unter 8 Stunden bei einem Arbeitnehmer Es gibt einerseits eine selbstandige Unfallversicherung des offentlichen Rechts Schweizerische Unfallversicherungsanstalt kurz SUVA andererseits bieten auch die meisten privaten Versicherungskonzerne Unfallversicherungen nach UVG an Die Zustandigkeit ob SUVA oder Privatversicherung hangt von der Wirtschaftsbranche des Arbeitgebers ab und wird vom Bundesrat in einer Verordnung geregelt Unfalltrachtigere Branchen wie Bau und Forstwirtschaft sind beispielsweise bei der SUVA Es ist Sache des Arbeitgebers alle Angestellten auch bei Freizeitunfallen zu versichern Wer nicht angestellt ist muss sich selbst gegen Behandlungskosten bei Unfallen versichern 284 Entwicklung der Lebenserwartung Zeitraum Jahre Zeitraum Jahre1950 1955 69 3 1985 1990 77 21955 1960 70 7 1990 1995 77 91960 1965 71 6 1995 2000 79 21965 1970 72 6 2000 2005 80 51970 1975 73 7 2005 2010 81 81975 1980 75 2 2010 2015 82 71980 1985 76 1 2015 2020 83 6 Quelle UN 285 Schulsystem Das Schweizer Bildungssystem vereinfachte Darstellung Hauptartikel Bildungssystem in der Schweiz Das Schweizer Schulsystem 286 ist ein komplexes Gebilde Die Obhut des Schulwesens liegt nicht ausschliesslich beim Bund sondern ist aufgrund des Foderalismus vorwiegend Sache der Kantone In der Schweiz betrug die mittlere Schulbesuchsdauer der uber 25 jahrigen Bevolkerung 2015 insgesamt 13 4 Jahren und war damit die langste weltweit 287 Der Bund und die Kantone teilen sich die Verantwortung fur das Bildungswesen wobei die Kantone weitgehende Autonomie haben Auf Bundesebene definiert ist die Garantie auf freie Schulbildung der Beginn eines Schuljahres im August und die Sicherstellung der Qualitatsanforderungen In anderen Bereichen haben die Kantone die alleinige Kompetenz in der obligatorischen Schule In den weiterfuhrenden Schulen hat der Bund etwas grossere Kompetenzen Die Kantone sind jedoch weiterhin fur die Ausfuhrung zustandig und ihnen obliegt die Verantwortung In der Tertiarstufe sind die Kompetenzen ebenfalls verteilt Dem Bund obliegt die Regelungskompetenz fur die Fachhochschulen FH und die beiden Eidgenossischen Technischen Hochschulen ETH in Zurich ETHZ und Lausanne EPFL sowie fur die Eidgenossische Hochschule fur Sport Magglingen Bei den Universitaten liegt die Obhut wiederum bei den Kantonen Aufgrund dieser Tatsachen kann man entsprechend der Anzahl der Kantone von 26 verschiedenen Schulsystemen in der Schweiz sprechen Die Dauer der Primarschule der Sekundarstufe I sowie die Anzahl der Ebenen Leistungsniveau in der Sekundarstufe I variiert von Kanton zu Kanton insgesamt sind es meist neun Jahre Es gibt auch grosse Differenzen im Schulstoff Die Lehrmittel Schulbucher werden von den Kantonen meistens in eigener Regie erstellt und vertrieben Nach dem Ende des Obligatoriums sind jedoch alle auf einem ahnlichen Niveau Nach dem Schulobligatorium hat man die Wahl zwischen einer weiterfuhrenden Schule die zur Matura fuhrt oder dem Beginn einer Berufsausbildung einer Lehre Die Lehre wird begleitet von einem regelmassigen Besuch einer Berufsschule Berufsfachschule in der Schweiz Freiwillig ist der parallele Besuch einer Berufsmittelschule BMS die mit der Berufsmaturitat abgeschlossen wird Die meisten Schweizer Schuler wahlen den Weg einer Lehre Uber die BMS ist der Zugang fur ein Studium an einer Fachhochschule moglich Mit der neuen sogenannten Passerelle wird ausserdem nach Erwerb des Berufsmaturitatszeugnisses BM Zeugnis durch ein zusatzliches Schuljahr und eine Zusatzprufung der prufungsfreie Zugang an eine universitare Hochschule ermoglicht Siehe auch Schweizer Universitaten und Fachhochschulen Menschenrechte Originaldokument der ersten Genfer Konvention 1864 Die Schweiz ist Depositarstaat der Genfer Konventionen Das zwischenstaatliche Abkommen ist eine essentielle Komponente des humanitaren Volkerrechts 1942 wurde mit der Einfuhrung des Schweizerischen Strafgesetzbuchs die Todesstrafe in der Schweiz in zivilen Strafprozessen abgeschafft Seit 1999 ist die Todesstrafe auch auf Verfassungsebene verboten 288 1974 ratifizierte die Schweiz die Europaische Menschenrechtskonvention In der Schweiz gibt es eine nationale Menschenrechtsinstitution und eine nationale Kommission zur Verhutung von Folter Die Kommission besucht Orte des Freiheitsentzugs In einer Volksabstimmung wurde eine Verfassungsanderung beschlossen nach der auslandische Staatsangehorige die wegen bestimmter Straftaten verurteilt werden unmittelbar in ihre Heimatlander ausgewiesen werden mussen siehe Eidgenossische Volksinitiative Fur die Ausschaffung krimineller Auslander Ausschaffungsinitiative Das Strafrecht enthielt auch weiterhin keine nach internationalem Recht anerkannte Definition von Folter 289 290 Amnesty International ubte wiederholt Kritik an der Asylpolitik der Schweiz Der UN Ausschuss gegen Folter ausserte 2010 seine Besorgnis daruber dass das Schweizer Bundesgesetz uber die Auslanderinnen und Auslander gegen das Prinzip des Non Refoulement Abschiebungsverbot verstossen konne Das Gesetz erlaubt die automatische Ausweisung auslandischer Staatsangehoriger die als Sicherheitsbedrohung gelten ohne dass die Betroffenen Rechtsmittel einlegen konnen Im gleichen Jahr druckte der UN Ausschuss fur wirtschaftliche soziale und kulturelle Rechte seine Besorgnis daruber aus dass angesichts unzureichender Einrichtungen fur die Aufnahme von Asylsuchenden Menschen fur unbestimmte Zeit in unterirdischen Zivilschutzanlagen untergebracht werden Ab Februar 2010 setzte das Bundesverwaltungsgericht die Uberstellung von mehreren Asylsuchenden nach Griechenland im Rahmen der Dublin II Verordnung aus um ein Grundsatzurteil zur Frage der Zulassigkeit dieser Uberstellungen nach Griechenland abzuwarten Das Bundesamt fur Migration BFM schob dessen ungeachtet im Jahresverlauf 2010 insgesamt 50 Asylsuchende nach Griechenland ab Orden und Ehrenzeichen Die Schweiz und ihre Kantone gelten als eines der wenigen Staatswesen das keine Orden oder Ehrenzeichen verleiht Verkehr Hauptartikel Transport in der Schweiz Schienenverkehr Das Bahnnetz der Schweiz Lokremise Erstfeld ABe 8 12 Allegra der Rhatischen Bahn auf der Berninastrecke Die Schweiz hat mit etwa 122 Metern pro Quadratkilometer das dichteste Eisenbahnnetz der Welt ausgenommen Kleinststaaten wie Vatikanstaat oder Monaco obwohl zwei Drittel des Landes in sehr gebirgigem Gelande liegen und keinerlei Beitrag zu diesem Rekord leisten Das Schweizer normalspurige Eisenbahnnetz betragt 3778 km und ist komplett elektrifiziert Die Schmal Meter und Breitspurbahnen haben zusammen eine Lange von 1766 km wovon 30 km 1 7 Prozent nicht elektrifiziert sind Die Elektrifizierung erfolgte zu 80 Prozent mit AC Wechsel und Drehstrom und zu 20 Prozent mit DC Gleichstrom Mit einer Strecke von 3236 km 291 betreiben die Schweizerischen Bundesbahnen SBB die meisten Eisenbahnlinien Sie allein befordern jahrlich uber 300 Millionen Passagiere Das zweitlangste Streckennetz mit gerade noch 420 km 292 Streckenkilometern betreibt die BLS AG worauf gleich die meterspurige Rhatische Bahn mit 384 Kilometern folgt deren Linien ausschliesslich im Kanton Graubunden liegen Daneben gibt es in der Schweiz weitere 47 Privateisenbahngesellschaften Als Privatbahnen werden in der Schweiz jene Eisenbahnunternehmen bezeichnet die privatrechtlich organisiert sind also in der Regel als Aktiengesellschaften nach Obligationenrecht In den meisten Fallen sind die Hauptaktionare die offentliche Hand Die offentliche Hand spielt auch eine wichtige Rolle bei der Finanzierung des Schienenverkehrs Bund Kantone und Gemeinden haben im Jahr 2016 rund 5 1 Milliarden Franken 45 der Gesamtkosten ubernommen 293 2019 unternahm jeder Schweizer durchschnittlich 74 Bahnfahrten und legte dabei eine Distanz von 2505 km zuruck damit ist die Schweiz die weltweit fuhrende Bahnfahrernation 294 Im Rahmen der Neuen Eisenbahn Alpentransversale NEAT wurden die Gotthard und Lotschberg Basistunnel erstellt die der verfassungsmassig vorgeschriebenen Verkehrsumlagerung des Transitverkehrs dienen Der Lotschberg Basistunnel wurde mit dem Fahrplanwechsel am 9 Dezember 2007 fur den regularen Personen und Guterverkehr in Betrieb genommen der Gotthard Basistunnel mit 57 km langster Tunnel der Welt folgte am 11 Dezember 2016 295 Seit 1990 sind mehrere S Bahnen S Bahnen in der Schweiz entstanden die mittlerweile einen Grossteil des Schienennahverkehrs bewaltigen Um die Fahrpreise moglichst einfach zu gestalten wurden flachendeckende Tarifverbunde gegrundet 296 Der internationale Schienenpersonenfernverkehr soll wieder verstarkt gefordert werden Dazu haben die Verkehrsminister aus Deutschland Frankreich Osterreich und der Schweiz im Dezember 2020 einen Grundsatzentscheid gefallt und die vier Staatsbahnen SBB DB OBB und SNCF eine entsprechende Absichtserklarung unterzeichnet 297 Siehe auch Schienenverkehr in der Schweiz Geschichte der Schweizer Eisenbahn und Liste der Schweizer Eisenbahngesellschaften Nahverkehr Als Erganzung zum sehr dichten Schienennetz ubernehmen Busse Trams und Stadtbahnen die Feinerschliessung im offentlichen Nahverkehr Mit Biogas betriebener Gelenkbus in der Berner Altstadt Bus Mehrere Dutzend regionale Verkehrsbetriebe befordern Passagiere in den Stadten und auf dem Land Es gibt kaum einen Ort der nicht an den offentlichen Verkehr angeschlossen ist selbst der Ort Juf Kanton Graubunden hochstgelegene Siedlung Europas wird taglich vom offentlichen Verkehr erschlossen In den grosseren Stadten werden auch elektrisch angetriebene Trolleybusse eingesetzt Das gelbe Postauto bildet in vielen landlichen und Berggebieten das Ruckgrat des offentlichen Verkehrs Siehe auch Liste der Oberleitungsbussysteme Abschnitt Schweiz Tram Bis in die 1960er Jahre verkehrten in vielen Stadten und Agglomerationen Trams Strassenbahnen Der wachsende Strassenverkehr brauchte mehr Platz und so wurden vielerorts die Trams durch Busse ersetzt In den sechs Stadten Basel Bern Genf Neuenburg Lausanne und Zurich bestehen noch heute viele Tramlinien Siehe auch Liste von Stadten mit Strassenbahnen Abschnitt Schweiz Stadtbahn Als Erganzung zu den S Bahnen Bus und Trams wurden in den letzten Jahren mehrere Stadtbahnen gebaut oder sind noch in Planung Die jungste Stadtbahn ist die Glattalbahn bei Zurich U Bahn Abgesehen von der Skymetro auf dem Flughafen Zurich ist die Metro Lausanne die einzige stadtische U Bahn der Schweiz Strassenverkehr Das Schnellstrassennetz der Schweiz Der Grossteil der Bevolkerung im dicht besiedelten Mittelland wohnt weniger als 10 km von der nachsten Autobahn oder Autostrasse entfernt Eine grosse Flache der Schweiz mit einem relativ geringen Bevolkerungsanteil ist demgegenuber durch Hauptstrassen erschlossen und schliesslich gibt es im Gebirge verschiedene im Winter meist gesperrte Verbindungen uber Passstrassen Liste der Passe in der Schweiz und durch Tunnels Liste der Schweizer Tunnel 2017 betrug die Gesamtlange aller Strassen 71 557 km wovon 1458 km Autobahnen waren 298 2020 waren mehr als eine Million Menschen von ubermassigem Strassenverkehrslarm betroffen Die offentliche Hand zahlt jedes Jahr Milliarden von Franken um die Kosten der externen Effekte zu begleichen 299 300 Diese Kosten lagen im Jahr 2017 bei 9 5 Milliarden Franken was 71 der gesamten externen Kosten des Verkehrs in der Schweiz entspricht 301 302 Diese Kosten sollten im Prinzip den Automobilisten in Rechnung gestellt werden Das gut ausgebaute offentliche Verkehrsnetz macht sich dadurch bemerkbar dass rund ein Funftel 303 aller Schweizer Haushalte nicht uber ein eigenes Auto verfugt Dieser Anteil steigt in den Stadten auf bis zu 57 Prozent 304 zusatzlich durch den Umstand unterstutzt dass in der Schweiz auch das Carsharing weit verbreitet ist Im Kanton Graubunden blieb der individuelle Motorfahrzeugverkehr bis zum Jahr 1926 verboten 305 Durch Reifenverschleiss gelangen mehrere Tausend Tonnen Mikroplastik in die Umwelt 306 Da immer mehr und auch immer grossere Autos im Einsatz sind nimmt die Energieeffizienz des Strassenverkehrs laufend ab 307 308 Im Jahr 2018 wurde ein Viertel des gesamten Schweizer Energieverbrauchs im Strassenverkehr verbraucht 309 und die Durchschnitts CO2 Werte von Neuwagen waren die hochsten in Europa 310 Im Jahr 2019 gab es auf Schweizer Strassen 187 Verkehrstote der tiefste Stand seit 1940 311 Im selben Jahr lag der Motorisierungsgrad Personenwagen pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner bei 541 und die CO2 Emissionen der Neuwagen nahmen weiter zu 312 Durch Alternative Antriebe und Treibstoffe etc soll der Strassenverkehr wieder energieeffizienter und klimaschonender werden 309 Im Jahr 2019 wurden 13 197 reine Elektroautos zugelassen mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr 143 9 313 Da im selben Jahr aber auch mit dem motorisieren Fahrzeugbestand von 6 160 300 mehr gefahren wurde gingen die CO2 Emissionen nicht zuruck 314 Im Jahr der Corona Wirtschaftskrise 2020 wurden 236 828 neue Personenwagen zugelassen so wenige wie seit der Olkrise Mitte der 1970er Jahre nicht mehr 315 Dennoch hat sich der Strassenfahrzeugbestand weiter vergrossert 316 Fur den Arbeitsweg konnen Pendelnde einen Steuerabzug geltend machen 317 Die Benutzung des Schweizer Strassennetzes ist fur Personenkraftwagen grundsatzlich unentgeltlich Fur die Benutzung der Autobahnen mit weiss gruner Beschilderung besteht in der Schweiz jedoch Vignettenpflicht fur Personenkraftwagen die einmalig fur ein Jahr zu entrichtende Nationalstrassenabgabe CHF 40 Gebuhren auf einer der Offentlichkeit zuganglichen Privatstrasse sind die absolute Ausnahme bekanntestes Beispiel der nach Italien fuhrende Tunnel am Grossen St Bernhard Fur Lastkraftwagen gilt seit dem 1 Januar 2001 die Leistungsabhangige Schwerverkehrsabgabe LSVA die elektronisch erhoben wird und deren Hohe nicht vom Typ der befahrenen Strasse sondern von der gefahrenen Strecke und von der Emissionskategorie des Fahrzeuges abhangt 318 Am 28 Februar 2016 wurde in einer Volksabstimmung der Bau einer zweiten Rohre des Gotthard Strassentunnels mit einem Ja Anteil von 57 Prozent genehmigt Die neue Tunnelrohre wird wegen der Sanierung des alten Gotthard Strassentunnels benotigt Eidgenossische Abstimmung uber die Sanierung des Gotthard Strassentunnels Siehe auch Strassensystem in der Schweiz und in Liechtenstein Liste der Autobahnen und Autostrassen in der Schweiz und Kontrollschild Schweiz Flugverkehr Die Schweiz verfugt uber drei Landesflughafen elf Regionalflugplatze 44 Flugfelder und funf zivil mitbenutzte Militarflugplatze 319 Die grossten Flughafen und Ausgangspunkte von Langstreckenflugen befinden sich in Kloten Flughafen Zurich und Cointrin Flughafen Genf Der drittgrosste Flughafen der Schweiz der Flughafen Basel Mulhausen liegt in Hesingue und Saint Louis auf franzosischem Boden Regionalflugplatze befinden sich ausserdem in Sitten Flughafen Sion Bern Belp Flughafen Bern Belp Lugano Agno Flughafen Lugano Agno und St Gallen Altenrhein Flugplatz St Gallen Altenrhein Einer der am hochsten gelegenen Flugplatze Europas der Engadin Airport liegt bei Samedan Laut Greenpeace wird der Flugverkehr in der Schweiz mit jahrlich 1 7 Milliarden Franken subventioniert da bei Fluggesellschaften auf die Mineralolsteuer siehe auch Kerosinsteuer verzichtet wird 320 Zudem gingen im Jahr 2016 die Umwelt und Gesundheitskosten aus dem Luftverkehr von rund 1 2 Milliarden Franken fast vollumfanglich zu Lasten der Allgemeinheit 321 Die Kosten dieser externen Effekte lagen im Jahr 2017 bei 1 4 Milliarden Franken was 10 der gesamten externen Kosten des Verkehrs in der Schweiz entspricht 301 302 Im Jahr 2018 lagen 77 Prozent der Zieldestinationen aus der Schweiz in Europa 322 Bis zur Nachlassstundung im Oktober 2001 war die Swissair nationale Fluggesellschaft und unterhielt ein weltumspannendes Streckennetz und die Regionalfluggesellschaft Crossair Die Nachfolgerin Swiss ist seit Juli 2007 eine Tochtergesellschaft der Deutschen Lufthansa AG und weiterhin interkontinental tatig Weitere Schweizer Fluggesellschaften sind u a die Edelweiss Air und die Helvetic Airways 323 Einzige Inlandflugverbindung ist die von Swiss angebotene Strecke Zurich Genf Skyguide eine privatrechtliche Aktiengesellschaft kummert sich im Auftrag des Bundesamts fur Zivilluftfahrt BAZL um die Flugsicherung im Schweizer Luftraum sowie des angrenzenden Luftraumes in Deutschland Osterreich Frankreich und Italien Im Schweizer Luftraum umfasst dies sowohl die zivile als auch die militarische Flugsicherung Der Lufttransportdienst des Bundes der unter anderem auch fur die beiden Jets des Bundesrats 324 verantwortlich ist ist auf dem Flughafen Bern Belp stationiert In Luftfahrzeugkennzeichen ist das Hoheitszeichen der Schweiz HB Schweizer Flugplatze bekommen ICAO Codes die auf LS beginnen Siehe auch Liste der Flughafen in der Schweiz und Liste von Flugunfallen Schweiz Schiffsverkehr DS Unterwalden auf dem Vierwaldstattersee Die einzigen internationalen Hafen mit Meeresanbindung sind die Schweizerischen Rheinhafen die in und bei Basel am Rhein liegen Vier Reedereien betreiben insgesamt 19 Hochseeschiffe Stand 2020 unter Schweizer Flagge Schweizer Hochseeschifffahrt 325 Dazu kommen die Hafen der Binnenseen die neben den Fahrbetrieben uber den Zurichsee den Bodensee und Vierwaldstattersee sowie die Erschliessung der Gemeinde Quinten am Walensee einen hohen touristischen Anteil haben Einziger Guterverkehr auf den Seen sind normalerweise Kiestransporte mit Ledischiffen Auf den meisten grosseren Seen und Flussen verkehren teilweise nur im Sommerhalbjahr Ausflugsschiffe Besonders beliebt bei den Fahrgasten sind die restaurierten und unter Denkmalschutz stehenden Raddampfer Siehe auch Liste schweizerischer Schifffahrtsgesellschaften und Liste der Fahrverbindungen in der Schweiz Bergbahnen Bedingt durch die Topographie existieren in der Schweiz viele Berg Standseil und Luftseilbahnen die zum einen Teil als offentlicher Verkehr zur Erschliessung von Siedlungen zum anderen Teil der touristischen Erschliessung dienen Die Bahnstation auf dem Jungfraujoch ist der hochstgelegene Bahnhof Europas und die Luftseilbahn auf das Kleine Matterhorn ist die hochstgelegene Bahnstation Europas 326 Einige Orte im Schweizer Berggebiet sind aufgrund ihrer Lage nicht oder nur teilweise mit einer Strasse erschlossen Zu den nur per Eisenbahn oder Seilbahn erreichbaren Orten und Feriensiedlungen gehoren in der Schweiz Belalp Bettmeralp Braunwald Fiescheralp Gimmelwald Gspon Landarenca Lauchernalp Murren Niederrickenbach Rasa Riederalp Schatzalp Stoos Wengen Wirzweli und Zermatt Fur mit dem Auto Anreisende stehen an der jeweils letzten mit dem Auto erreichbaren Bahnstation bzw an de, 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