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Höhe über dem Meeresspiegel

Höhe über dem Meeresspiegel (auch See- oder Meereshöhe) bezeichnet den lotrechten Abstand eines bestimmten Punktes in Bezug auf ein festgelegtes Meeresniveau. Als Nullniveau dieser geodätischen Höhenangaben wird dabei ein mittlerer Meeresspiegel angegeben, der aus lokalen Messungen von Küstenpegelstationen ermittelt sein kann oder per Definition festgelegt wird. Nach Angabe eines Nullpunktes sind Höhenangaben im Prinzip vom tatsächlichen Meeresspiegel unabhängig. Je nach Land werden meist unterschiedliche Höhendefinitionen verwendet.

In Deutschland ist derzeit eine Version des Normalhöhennull (früher: Normalnull) aktuell. Für die Seefahrt gilt in Tidegewässern das Seekartennull.

Meereshöhen sind als absolute Höhen zum regional gültigem Nullpunkt zu verstehen – im Gegensatz zu relativen Höhenangaben, welche Höhendifferenzen bezogen auf willkürlich gewählte Bezugspunkte darstellen.

Inhaltsverzeichnis

Bezugsflächen können mit Hilfe der Geodäsie genau definiert sein. Je nach Land oder Anwendung werden unterschiedliche Berechnungsmethoden (Höhendefinitionen) und unterschiedliche Bezugshöhen verwendet. Einige Systeme haben nur regionale Bedeutung (z. B. das Helgoland Null) oder beziehen sich wie das Wiener Null auf von Flusspegeln abgeleitete Höhendefinitionen. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde die Verwendung einer festgelegten Höhendefinitionen meist auf das gesamten jeweilige Staatsgebiet ausgedehnt.

Für Bezugshöhen der Landesvermessungen wurde oft der definierte Mittelwert eines Küstenpegels oder ein Datumspunkt im Landesinneren als Referenz für einen Nullpunkt herangezogen. Von hier aus werden die über das gesamte Land verteilten amtlichen Höhenfestpunkte (HFP) netzartig mit einem Nivellement verbunden und so höhenmäßig bestimmt. Wichtige Beispiele für solche Höhendefinitionen in Europa sind die seit 1684 festgelegte Höhe des Amsterdamer Pegels, der Kronstädter Pegel (Mittelwert der Jahre 1825 bis 1839), die beiden Höhendefinitionen am Molo Sartorio aus den Jahren 1875 und 1900 oder der Pegel Marseille (Mittelwert der Jahre 1884 bis 1896). Mit Festlegung des Nullpunktes des Höhenbezugssystems wurde die Höhenangabe von Wasserspiegelschwankungen des ursprünglichen Pegels unabhängig. An die Abhängigkeit von einem Wasserstand erinnert nur noch das Wort Pegel im Namen. Beispiele für Referenzpunkte im Landesinneren sind der ehemalige deutsche Normalhöhenpunkt 1879 in Berlin oder derRepère Pierre du Niton (an einem Felsen im Hafen von Genf) in der Schweiz.

Es wird versucht, Höhendefinitionen international zu vereinheitlichen, in Europa beispielsweise im Europäischen Höhenreferenzsystem und demUnited European Levelling Net (UELN). Seit 2015 befindet sich das International Height Reference System (IHRS) als weltweit gültiges Höhen-Bezugssystems im Aufbau.

Die Unterschiede Δ zwischen den Höhensystemen betragen in der Regel wenige Zentimeter bis einige Dezimeter, können in Extremfällen auch Meter annehmen.

Eine Umrechnung zwischen den verschiedenen Systemen mit einem konstanten Wert ist nur sehr ungenau (> 1 dm) möglich, da der Korrekturwert auch von der Lage im Höhennetz und bei abweichender Höhendefinition auch von der Höhe abhängt. Letzteres wirkt sich besonders im Hochgebirge aus.

Land Bezeichnung Δ1) zu DHHN2016 Höhendefinition Pegel Datumspunkt
Belarus Baltic 1977 +13 cm Normalhöhe Kronstadt Lomonosov (zu St. Petersburg), aus gemeinsamer Auswertung der Höhennetze Osteuropas 1977
Belgien (DNG/TAW) meter boven Oostends Peil (m O.P.)
(Meter über Pegel Ostende)
−233 cm nivellierte Höhe ohne Berücksichtigung des Erdschwerefeldes , der Pegel Ostende bezieht sich im Gegensatz zu anderen Pegeln nicht auf den mittleren, sondern auf den niedrigsten Wasserstand Ostende Ukkel, Festpunkt GIKMN mit 100,174 m TAW
Bulgarien BGS2005 −2 cm Normalhöhen Amsterdam 58 über Bulgarien verteilte Punkte im EVRF2007
Dänemark meter over havets overflade (m.o.h.) −1 cm orthometrische Höhe 10 dänische Pegel Dansk Vertikal Reference (DVR90) bezogen auf den Dom zu Aarhus.
Deutschland (DHHN2016) Meter über Normalhöhennull (NHN) im DHHN2016 ±0 cm Normalhöhe
Amsterdam 72 über Deutschland verteilte Punkte mit ihrer Höhe im DHHN92
Estland EH2000 −1 cm Normalhöhe Amsterdam Punkt bei Põltsamaa
Finnland N2000 −1 cm Normalhöhe Amsterdam Metsähovi, abgeleitet von gemeinsamer Auswertung der Messungen rund um die Ostsee („Baltischer Ring“) mit Anschluss an Amsterdam
Frankreich (NGF-IGN69)
mètres au-dessus du niveau de la mer (m)
(Meter über dem Meeresspiegel)
−56 cm Normalhöhe Marseille
  • Ajaccio
Marseille
  • Ajaccio
  • Verschiedene
Irland metres above sea level (m ASL / m a.s.l.) orthometrische Höhe Malin Head Malin Head
Italien (Genua 1942) metri sul livello del mare (m s.l.m.)
(Meter über dem Meeresspiegel)
−30 cm nivellierte Höhe ohne Berücksichtigung des Erdschwerefeldes Genua Genua
Japan Tōkyō-wan heikin kaimen (東京湾平均海面)
(mittlerer Meeresspiegel [= Mittelwasser] der Bucht von Tokio)
Tokyo Peil (T.P.)
orthometrische Höhe Chiyoda, Tokio Nihon suijun genten (日本水準原点), 24,4140 m2)
Nachfolgestaaten Jugoslawiens:

Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien

Nadmorska visina (m/nv, ~Meter über Adria) −35 cm normal-orthometrische Höhe Triest 1900
Kroatien Kroatisches Höhenreferenzsystem 1971,5 – HVRS71 (Meter über Adria) −35 cm normal-orthometrische Höhe 5 verschiedene Adriapegel (Dubrovnik, Split, Bakar, Rovinj und Koper) Dubrovnik, Split, Bakar, Rovinj, Koper
Lettland LAS 2000,5 −1 cm Normalhöhe Amsterdam 16 Punkte in Lettland mit ihrer Höhe im EVRF2007
Liechtenstein (LN02) Meter über Meer (m ü. M.) −28 cm nivellierte Höhe ohne Berücksichtigung des Erdschwerefeldes Marseille Repère Pierre du Niton
Litauen LAS07 −1 cm Normalhöhe Amsterdam 10 Punkte in Litauen mit ihrer Höhe aus dem EVRF2007
Nordmazedonien NTV1 −57 cm normal-orthometrische Höhe Triest 1875 Triest
Luxemburg NG95 +1 cm orthometrische Höhe Amsterdam Amsterdam
Niederlande (NAP) meter boven/onder NAP (m NAP)
(Meter über/unter NAP)
±0 cm nivellierte Höhe ohne Berücksichtigung des Erdschwerefeldes Amsterdam Amsterdam
Nordirland Belfast
Norwegen (NN2000) meter over havet (moh.)
(Meter über dem Meer)
−3 cm Normalhöhe Amsterdam gemeinsame Auswertungen der Messungen rund um die Ostsee („Baltischer Ring“) mit Anschluss an Amsterdam
Österreich (GHA) Meter über Adria (m ü. Adria) −33 cm normal-orthometrische Höhe Triest 1875 Hutbiegl
Polen (Kronstadt 1986) metry nad poziomem morza (m n.p.m.) +16 cm Normalhöhe Kronstadt Rathaus in Toruń
Portugal (RNGAP) Nível Médio das Águas do Mar (m NMM) −29 cm orthometrische Höhe Cascais Cascais
Rumänien m +3 cm Normalhöhe Constanța Constanța
Russland (Baltic 1977)
russischБалтийская система высот, (БСВ77)
wyssota (metry) nad urownem morja
(высота (метры) над уровнем моря)

(Höhe (Meter) über dem Meeresspiegel)
+11 cm Normalhöhe Kronstadt Lomonosov (zu St. Petersburg)
Schweden (RH2000) Meter över havet (m ö.h.)
(Meter über dem Meer)
−2 cm Normalhöhe Amsterdam gemeinsame Auswertung der Messungen rund um die Ostsee („Baltischer Ring“) mit Anschluss an Amsterdam
Schweiz (LN02) Meter über Meer (m ü. M.) −24 cm nivellierte Höhe ohne Berücksichtigung des Erdschwerefeldes Marseille Repère Pierre du Niton
Slowakei (Bpv1957) metrov nad morom (m n.m.)
(Meter über Meer)
+13 cm Normalhöhe Kronstadt Lomonosov (zu St. Petersburg), aus gemeinsamer Auswertung der Höhennetze Osteuropas 1957
Slowenien SVS2010 −29 cm Normalhöhe Koper Ruše
Spanien (REDNAP-2008) metros sobre el nivel del mar (msnm)
(Meter über dem Meeresspiegel)
−45 cm orthometrische Höhe Alicante Alicante
Tschechien (Bpv1957) metrů nad mořem (m n. m.)
(Meter über Meer)
+12 cm Normalhöhe Kronstadt Lomonosov (zu St. Petersburg), aus gemeinsamer Auswertung der Höhennetze Osteuropas 1957
Türkei TUDKA 99 −41 cm orthometrische Höhe Antalya Antalya
Ukraine Baltic 1977 +12 cm Normalhöhe Kronstadt Lomonosov (zu St. Petersburg), aus gemeinsamer Auswertung der Höhennetze Osteuropas 1977
Ungarn (EOMA1980) Tengerszint feletti magasság
(Höhe über dem Meeresspiegel)
+14 cm Normalhöhe Kronstadt Nadap
Vereinigtes Königreich (ODN)
(England, Wales, Schottland ohne Nordirland oder vorgelagerte Inseln)
metres above sea level (m ASL / m a.s.l.)
(Meter über dem Meeresspiegel)
−20 cm normal-orthometrische Höhe Newlyn Newlyn
1) Beispiel:
Höhenangabe „n“ nach DHHN92 ≈ „n + 230 cm“ nach belgischem System
Höhenangabe „n“ nach belgischem System ≈ „n – 230 cm“ nach DHHN92
2) Ursprünglich 24,0000 m, jedoch nach dem Großen Kantō-Erdbeben 1923 korrigiert. Vom Nationalen Landesvermessungsamt wird dieser Datumspunkt nur für die vier Hauptinseln Hokkaidō, Honshū, Shikoku, Kyūshū und deren zugehörigen Inseln verwendet. Für Sado, Oki, Tsushima, den Izu-, Ogasawara-, sowie Ryūkyū-Inseln usw. wird das Mittelwasser einer entsprechenden Küste oder Bucht verwendet. So ist der Datumspunkt für die zu den Izu-Inseln gehörigen Insel Miyake das Mittelwasser der Ako-Bucht im Westen der Insel.

Grenzüberschreitende Bauwerke

Eine besondere Bedeutung haben die unterschiedlichen Höhensysteme bei grenzüberschreitenden Bauwerken, wobei es auch zu Fehlern kommen kann. So wurde beispielsweise 2003 bei der Hochrheinbrücke die errechnete Differenz von 27 cm zwar prinzipiell berücksichtigt, jedoch wurde durch einen Vorzeichenfehler der Unterschied auf 54 cm verdoppelt.

Mit demGlobal Positioning System (GPS) werden ellipsoidische Höhen über dem Referenzellipsoid desWorld Geodetic Systems (WGS84) bestimmt. Diese Höhenwerte sind in Deutschland 36 m (in Vorpommern) bis 50 m (im Schwarzwald und in den Alpen) höher als Angaben nach Normalhöhennull. Bei Handempfängern werden die GPS-Höhen meist direkt vom Empfänger über ein Geoidmodell in lokale Höhenwerte umgerechnet. Mit professionellen GPS-Geräten ist eine sehr genaue Höhenbestimmung möglich. Zur Umrechnung von Höhen über WGS84 in den aktuellen deutschen Höhenreferenzrahmen DHHN2016 muss dann das dazugehörige Quasigeoidmodell GCG2016 verwendet werden.

Topographische Karte mit Höhenschichten

Die Geländehöhe wird in topografischen Karten mittels Höhenpunkten (Koten), Höhenlinien oder farbigen Höhenschichten dargestellt. Bei Höhenangaben von Orten wird oft ein repräsentativer Punkt im Zentrum gewählt. Das ist meist der Marktplatz, ein Punkt am Rathaus, dem Bahnhof oder an der Kirche. Bei Gewässern wird die Höhe des mittleren Wasserstandes angegeben. Höhenpunkte finden sich meist an markanten, wiederauffindbaren Punkten wie z. B. Wegekreuzungen oder -knicken, trigonometrischen Punkten oder Gipfelkreuzen. Die höchsten oder tiefsten Punkte des Geländes sind jedoch nicht immer dargestellt, zum Beispiel, wenn ein trigonometrischer Punkt oder ein Gipfelkreuz nicht an der höchsten Stelle stehen. Das Höhensystem, auf das sich die Höhen der Karte beziehen, sollte am Kartenrand angegeben sein.

In der Seefahrt und in Seekarten benutzt man das sogenannte Seekartennull (SKN) (auch Kartennull), das sich auf Lowest Astronomical Tide (LAT) in Tidengewässern, beziehungsweise auf Mittleren Wasserstand (MW) in tidenfreien Gewässern bezieht. Höhen im Meer werden, auf SKN bezogen, als Wassertiefe angegeben (negative Höhe, seewärts der Linie des Seekartennulls). Höhen an der Küste, also im Watt vom Seekartennull bis zur Küstenlinie, werden ebenfalls auf das Seekartennull bezogen (positive Höhe). Höhen landwärts der Küstenlinie hingegen beziehen sich meist auf die jeweilige Bezugshöhe.

In der Luftfahrt findet die Höhe über dem Meeresspiegel unter der englischsprachigen Bezeichnung (Above) Mean Sea Level ((A)MSL) unter anderem zur Angabe von Flughöhen und Hindernishöhen Anwendung. MSL ist dabei über das EGM-96-Geoid definiert, das auch in WGS 84 verwendet wird. In Gebieten, wo EGM-96 nicht die benötigte Genauigkeit erreicht, können abweichend regionale, nationale oder lokale Geoid-Modelle verwendet werden. Diese werden dann im entsprechenden Luftfahrthandbuch bekanntgegeben.

  • Herbert Heyde: Die Höhennullpunkte der amtlichen Kartenwerke europäischer Staaten und ihre Lage zu Normal-Null. Hrsg.: Manfred Spata (= Schriftenreihe des Förderkreises Vermessungstechnisches Museum e. V.Band28). Förderkreis Vermessungstechnisches Museum, Dortmund 1999, ISBN 3-00-004699-2 (44 S., Erstausgabe: Berlin 1923, Dissertation, erstveröffentlicht in: Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde. 1928. Neu herausgegeben und mit einem Nachwort versehen durch Manfred Spata).
  1. Untersuchungen zur Ermittlung von hydrologischen Bemessungsgrößen mit Verfahren der instationären Extremwertstatistik (PDF; 6,4 MB).
  2. doi:10.1007/s10712-017-9409-3
  3. Gunter Liebsch: Was bedeutet Normal Null? (PDF; 9,1 MB) In: giz.wettzell.de. Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG), 2009, abgerufen am 30. Mai 2013 (Bezugspegel und Abweichungen siehe Folie 15).
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  5. "EPSG code 5705" EPSG Geodetic Parameter Dataset 2020, managed by IOGP's Geomatics Committee, abgerufen am 5. November 2020.
  6. Axel Rülke: Unification of European height system realizations. In: Journal of Geodetic Science 2012, Band 2, Heft 4, S. 343–354.ISSN 2081-9943 doi:10.2478/v10156-011-0048-1.
  7. „Informationsseite über europäische Koordinatenreferenzsysteme CRS-EU“ Webseite Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2014. Abgerufen am 5. November 2020.
  8. Anne Preger: Die Kleine Anfrage: Ändert sich „Normal Null“, wenn der Meeresspiegel steigt? In: wdr.de. 11. Januar 2017, abgerufen am 27. März 2018.
  9. DVR90 – Dansk Vertikal Reference 1990 (Memento vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive)
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  11. Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG): Höhenreferenzsysteme in Deutschland.
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Höhe über dem Meeresspiegel
Hohe uber dem Meeresspiegel terrestrische Hohenangabe von geografischen und technischen Objekten Sprache Beobachten Bearbeiten Hohe uber dem Meeresspiegel auch See oder Meereshohe bezeichnet den lotrechten Abstand eines bestimmten Punktes in Bezug auf ein festgelegtes Meeresniveau Als Nullniveau dieser geodatischen Hohenangaben wird dabei ein mittlerer Meeresspiegel angegeben der aus lokalen Messungen von Kustenpegelstationen ermittelt sein kann oder per Definition festgelegt wird Nach Angabe eines Nullpunktes sind Hohenangaben im Prinzip vom tatsachlichen Meeresspiegel unabhangig Je nach Land werden meist unterschiedliche Hohendefinitionen verwendet In Deutschland ist derzeit eine Version des Normalhohennull fruher Normalnull aktuell Fur die Seefahrt gilt in Tidegewassern das Seekartennull Meereshohen sind als absolute Hohen zum regional gultigem Nullpunkt zu verstehen im Gegensatz zu relativen Hohenangaben welche Hohendifferenzen bezogen auf willkurlich gewahlte Bezugspunkte darstellen Inhaltsverzeichnis 1 Meeresspiegel als Hohenbezug 2 Amtliche Hohensysteme ausgewahlter Lander 2 1 Grenzuberschreitende Bauwerke 3 Hohenangaben mit GPS 4 Hohenangaben in Karten 5 Hohenangaben in der Seefahrt 6 Hohenangaben in der Luftfahrt 7 Literatur 8 Weblinks 9 EinzelnachweiseMeeresspiegel als Hohenbezug BearbeitenBezugsflachen konnen mit Hilfe der Geodasie genau definiert sein Je nach Land oder Anwendung werden unterschiedliche Berechnungsmethoden Hohendefinitionen und unterschiedliche Bezugshohen verwendet Einige Systeme haben nur regionale Bedeutung z B das Helgoland Null 1 oder beziehen sich wie das Wiener Null auf von Flusspegeln abgeleitete Hohendefinitionen Im 18 und 19 Jahrhundert wurde die Verwendung einer festgelegten Hohendefinitionen meist auf das gesamten jeweilige Staatsgebiet ausgedehnt Fur Bezugshohen der Landesvermessungen wurde oft der definierte Mittelwert eines Kustenpegels oder ein Datumspunkt im Landesinneren als Referenz fur einen Nullpunkt herangezogen Von hier aus werden die uber das gesamte Land verteilten amtlichen Hohenfestpunkte HFP netzartig mit einem Nivellement verbunden und so hohenmassig bestimmt Wichtige Beispiele fur solche Hohendefinitionen in Europa sind die seit 1684 festgelegte Hohe des Amsterdamer Pegels der Kronstadter Pegel Mittelwert der Jahre 1825 bis 1839 die beiden Hohendefinitionen am Molo Sartorio aus den Jahren 1875 und 1900 oder der Pegel Marseille Mittelwert der Jahre 1884 bis 1896 Mit Festlegung des Nullpunktes des Hohenbezugssystems wurde die Hohenangabe von Wasserspiegelschwankungen des ursprunglichen Pegels unabhangig An die Abhangigkeit von einem Wasserstand erinnert nur noch das Wort Pegel im Namen Beispiele fur Referenzpunkte im Landesinneren sind der ehemalige deutsche Normalhohenpunkt 1879 in Berlin oder der Repere Pierre du Niton an einem Felsen im Hafen von Genf in der Schweiz Es wird versucht Hohendefinitionen international zu vereinheitlichen in Europa beispielsweise im Europaischen Hohenreferenzsystem und dem United European Levelling Net UELN Seit 2015 befindet sich das International Height Reference System IHRS als weltweit gultiges Hohen Bezugssystems im Aufbau 2 Amtliche Hohensysteme ausgewahlter Lander BearbeitenDie Unterschiede D zwischen den Hohensystemen betragen in der Regel wenige Zentimeter bis einige Dezimeter konnen in Extremfallen auch Meter annehmen 3 Eine Umrechnung zwischen den verschiedenen Systemen mit einem konstanten Wert ist nur sehr ungenau gt 1 dm moglich da der Korrekturwert auch von der Lage im Hohennetz und bei abweichender Hohendefinition auch von der Hohe abhangt Letzteres wirkt sich besonders im Hochgebirge aus Land Bezeichnung D 1 zu DHHN2016 4 Hohendefinition Pegel DatumspunktBelarus Baltic 1977 13 cm Normalhohe Kronstadt 5 Lomonosov zu St Petersburg aus gemeinsamer Auswertung der Hohennetze Osteuropas 1977Belgien DNG TAW 6 meter boven Oostends Peil m O P Meter uber Pegel Ostende 233 cm nivellierte Hohe ohne Berucksichtigung des Erdschwerefeldes 7 der Pegel Ostende bezieht sich im Gegensatz zu anderen Pegeln nicht auf den mittleren sondern auf den niedrigsten Wasserstand 8 Ostende Ukkel Festpunkt GIKMN mit 100 174 m TAWBulgarien BGS2005 2 cm Normalhohen Amsterdam 58 uber Bulgarien verteilte Punkte im EVRF2007 7 Danemark meter over havets overflade m o h 1 cm orthometrische Hohe 6 10 danische Pegel 7 Dansk Vertikal Reference DVR90 bezogen auf den Dom zu Aarhus 9 10 Deutschland DHHN2016 11 Meter uber Normalhohennull NHN im DHHN2016 0 cm Normalhohe Amsterdam 72 uber Deutschland verteilte Punkte mit ihrer Hohe im DHHN92Estland EH2000 7 1 cm Normalhohe Amsterdam Punkt bei PoltsamaaFinnland N2000 1 cm Normalhohe 6 Amsterdam 7 Metsahovi abgeleitet von gemeinsamer Auswertung der Messungen rund um die Ostsee Baltischer Ring mit Anschluss an AmsterdamFrankreich NGF IGN69 Korsika NGF IGN78 Uberseegebiete 12 metres au dessus du niveau de la mer m Meter uber dem Meeresspiegel 56 cm Normalhohe 6 Marseille Ajaccio Marseille Ajaccio Verschiedene 12 Irland metres above sea level m ASL m a s l orthometrische Hohe Malin Head Malin HeadItalien Genua 1942 metri sul livello del mare m s l m Meter uber dem Meeresspiegel 30 cm nivellierte Hohe ohne Berucksichtigung des Erdschwerefeldes 13 Genua GenuaJapan 14 Tōkyō wan heikin kaimen 東京湾平均海面 mittlerer Meeresspiegel Mittelwasser der Bucht von Tokio Tokyo Peil T P orthometrische Hohe Chiyoda Tokio Nihon suijun genten 日本水準原点 24 4140 m 2 Nachfolgestaaten Jugoslawiens Bosnien Herzegowina Montenegro Serbien Nadmorska visina m nv Meter uber Adria 35 cm normal orthometrische Hohe Triest 1900Kroatien Kroatisches Hohenreferenzsystem 1971 5 HVRS71 Meter uber Adria 35 cm normal orthometrische Hohe 5 verschiedene Adriapegel Dubrovnik Split Bakar Rovinj und Koper 15 16 17 Dubrovnik Split Bakar Rovinj KoperLettland LAS 2000 5 1 cm Normalhohe Amsterdam 16 Punkte in Lettland mit ihrer Hohe im EVRF2007 7 Liechtenstein LN02 Meter uber Meer m u M 28 cm nivellierte Hohe ohne Berucksichtigung des Erdschwerefeldes Marseille Repere Pierre du NitonLitauen LAS07 1 cm Normalhohe Amsterdam 10 Punkte in Litauen mit ihrer Hohe aus dem EVRF2007 7 Nordmazedonien NTV1 57 cm normal orthometrische Hohe Triest 1875 7 TriestLuxemburg NG95 1 cm orthometrische Hohe Amsterdam AmsterdamNiederlande NAP meter boven onder NAP m NAP Meter uber unter NAP 0 cm nivellierte Hohe ohne Berucksichtigung des Erdschwerefeldes 7 Amsterdam AmsterdamNordirland Belfast 4 Norwegen NN2000 meter over havet moh Meter uber dem Meer 3 cm Normalhohe 18 Amsterdam 19 gemeinsame Auswertungen der Messungen rund um die Ostsee Baltischer Ring mit Anschluss an AmsterdamOsterreich GHA Meter uber Adria m u Adria 33 cm normal orthometrische Hohe Triest 1875 7 HutbieglPolen Kronstadt 1986 metry nad poziomem morza m n p m 16 cm Normalhohe 6 Kronstadt Rathaus in TorunPortugal RNGAP Nivel Medio das Aguas do Mar m NMM 29 cm orthometrische Hohe 6 Cascais CascaisRumanien m 3 cm Normalhohe 20 Constanța ConstanțaRussland Baltic 1977 russisch Baltijskaya sistema vysot BSV77 wyssota metry nad urownem morja vysota metry nad urovnem morya Hohe Meter uber dem Meeresspiegel 11 cm Normalhohe Kronstadt 5 Lomonosov zu St Petersburg Schweden RH2000 Meter over havet m o h Meter uber dem Meer 2 cm Normalhohe 6 Amsterdam gemeinsame Auswertung der Messungen rund um die Ostsee Baltischer Ring mit Anschluss an AmsterdamSchweiz LN02 21 Meter uber Meer m u M 24 cm nivellierte Hohe ohne Berucksichtigung des Erdschwerefeldes Marseille Repere Pierre du NitonSlowakei Bpv1957 metrov nad morom m n m Meter uber Meer 13 cm Normalhohe 6 Kronstadt 22 Lomonosov zu St Petersburg aus gemeinsamer Auswertung der Hohennetze Osteuropas 1957Slowenien SVS2010 7 29 cm Normalhohe Koper RuseSpanien REDNAP 2008 metros sobre el nivel del mar msnm Meter uber dem Meeresspiegel 45 cm orthometrische Hohe 6 Alicante AlicanteTschechien Bpv1957 metru nad morem m n m Meter uber Meer 12 cm Normalhohe 6 Kronstadt 22 Lomonosov zu St Petersburg aus gemeinsamer Auswertung der Hohennetze Osteuropas 1957Turkei TUDKA 99 41 cm orthometrische Hohe 23 Antalya AntalyaUkraine Baltic 1977 12 cm Normalhohe Kronstadt Lomonosov zu St Petersburg aus gemeinsamer Auswertung der Hohennetze Osteuropas 1977 5 Ungarn EOMA1980 Tengerszint feletti magassag Hohe uber dem Meeresspiegel 14 cm Normalhohe 6 Kronstadt NadapVereinigtes Konigreich ODN England Wales Schottland ohne Nordirland oder vorgelagerte Inseln metres above sea level m ASL m a s l Meter uber dem Meeresspiegel 20 cm normal orthometrische Hohe 7 Newlyn Newlyn1 Beispiel Hohenangabe n nach DHHN92 n 230 cm nach belgischem System Hohenangabe n nach belgischem System n 230 cm nach DHHN92 2 Ursprunglich 24 0000 m jedoch nach dem Grossen Kantō Erdbeben 1923 korrigiert Vom Nationalen Landesvermessungsamt wird dieser Datumspunkt nur fur die vier Hauptinseln Hokkaidō Honshu Shikoku Kyushu und deren zugehorigen Inseln verwendet Fur Sado Oki Tsushima den Izu Ogasawara sowie Ryukyu Inseln usw wird das Mittelwasser einer entsprechenden Kuste oder Bucht verwendet So ist der Datumspunkt fur die zu den Izu Inseln gehorigen Insel Miyake das Mittelwasser der Ako Bucht im Westen der Insel 24 Grenzuberschreitende Bauwerke Bearbeiten Eine besondere Bedeutung haben die unterschiedlichen Hohensysteme bei grenzuberschreitenden Bauwerken wobei es auch zu Fehlern kommen kann So wurde beispielsweise 2003 bei der Hochrheinbrucke die errechnete Differenz von 27 cm zwar prinzipiell berucksichtigt jedoch wurde durch einen Vorzeichenfehler der Unterschied auf 54 cm verdoppelt 25 Hohenangaben mit GPS BearbeitenMit dem Global Positioning System GPS werden ellipsoidische Hohen uber dem Referenzellipsoid des World Geodetic Systems WGS84 bestimmt Diese Hohenwerte sind in Deutschland 36 m in Vorpommern bis 50 m im Schwarzwald und in den Alpen hoher als Angaben nach Normalhohennull Bei Handempfangern werden die GPS Hohen meist direkt vom Empfanger uber ein Geoidmodell in lokale Hohenwerte umgerechnet Mit professionellen GPS Geraten ist eine sehr genaue Hohenbestimmung moglich Zur Umrechnung von Hohen uber WGS84 in den aktuellen deutschen Hohenreferenzrahmen DHHN2016 muss dann das dazugehorige Quasigeoidmodell GCG2016 26 verwendet werden Hohenangaben in Karten Bearbeiten Topographische Karte mit Hohenschichten Die Gelandehohe wird in topografischen Karten mittels Hohenpunkten Koten Hohenlinien oder farbigen Hohenschichten dargestellt Bei Hohenangaben von Orten wird oft ein reprasentativer Punkt im Zentrum gewahlt Das ist meist der Marktplatz ein Punkt am Rathaus dem Bahnhof oder an der Kirche Bei Gewassern wird die Hohe des mittleren Wasserstandes angegeben Hohenpunkte finden sich meist an markanten wiederauffindbaren Punkten wie z B Wegekreuzungen oder knicken trigonometrischen Punkten oder Gipfelkreuzen Die hochsten oder tiefsten Punkte des Gelandes sind jedoch nicht immer dargestellt zum Beispiel wenn ein trigonometrischer Punkt oder ein Gipfelkreuz nicht an der hochsten Stelle stehen Das Hohensystem auf das sich die Hohen der Karte beziehen sollte am Kartenrand angegeben sein Hohenangaben in der Seefahrt BearbeitenIn der Seefahrt und in Seekarten benutzt man das sogenannte Seekartennull SKN auch Kartennull das sich auf Lowest Astronomical Tide LAT in Tidengewassern beziehungsweise auf Mittleren Wasserstand MW in tidenfreien Gewassern bezieht Hohen im Meer werden auf SKN bezogen als Wassertiefe angegeben negative Hohe seewarts der Linie des Seekartennulls Hohen an der Kuste also im Watt vom Seekartennull bis zur Kustenlinie werden ebenfalls auf das Seekartennull bezogen positive Hohe Hohen landwarts der Kustenlinie hingegen beziehen sich meist auf die jeweilige Bezugshohe Hohenangaben in der Luftfahrt BearbeitenIn der Luftfahrt findet die Hohe uber dem Meeresspiegel unter der englischsprachigen Bezeichnung Above Mean Sea Level A MSL unter anderem zur Angabe von Flughohen und Hindernishohen Anwendung MSL ist dabei uber das EGM 96 Geoid definiert das auch in WGS 84 verwendet wird In Gebieten wo EGM 96 nicht die benotigte Genauigkeit erreicht konnen abweichend regionale nationale oder lokale Geoid Modelle verwendet werden Diese werden dann im entsprechenden Luftfahrthandbuch bekanntgegeben 27 Literatur BearbeitenHerbert Heyde Die Hohennullpunkte der amtlichen Kartenwerke europaischer Staaten und ihre Lage zu Normal Null Hrsg Manfred Spata Schriftenreihe des Forderkreises Vermessungstechnisches Museum e V Band 28 Forderkreis Vermessungstechnisches Museum Dortmund 1999 ISBN 3 00 004699 2 44 S Erstausgabe Berlin 1923 Dissertation erstveroffentlicht in Zeitschrift der Gesellschaft fur Erdkunde 1928 Neu herausgegeben und mit einem Nachwort versehen durch Manfred Spata Weblinks BearbeitenErklarung von Hohenreferenzsystemen BKG Beschreibungen und Transformationsparameter europaischer Hohenbezugssysteme BKG Umrechnung zwischen WGS84 Referenz Ellipsoid und EGM96 Geoid Kartenbezugssysteme Ein Meeresspiegel fur alle Das Schwerefeld der Erde als Basis des Internationalen Hohen Referenz Systems Pressemitteilung der Technischen Universitat Munchen zum Internationalen Hohen Referenz System IHRS abgerufen am 6 April 2021 Andreas Pfeufer Fehlerquelle Hohensystem PDF In DEGA Galabau Februar 2010 S 18 abgerufen am 27 Marz 2018 Einzelnachweise Bearbeiten Untersuchungen zur Ermittlung von hydrologischen Bemessungsgrossen mit Verfahren der instationaren Extremwertstatistik PDF 6 4 MB doi 10 1007 s10712 017 9409 3 Gunter Liebsch Was bedeutet Normal Null PDF 9 1 MB In giz wettzell de Bundesamt fur Kartographie und Geodasie BKG 2009 abgerufen am 30 Mai 2013 Bezugspegel und Abweichungen siehe Folie 15 a b Differenzen zwischen europaischen Hohenreferenzsystemen Webseite Bundesamt fur Kartographie und Geodasie 2020 Abgerufen am 5 November 2020 a b c EPSG code 5705 EPSG Geodetic Parameter Dataset 2020 managed by IOGP s Geomatics Committee abgerufen am 5 November 2020 a b c d e f g h i j k Axel Rulke Unification of 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wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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