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Ökozone ist ein vorwiegend geowissenschaftlich und geoökologisch verwendeter Begriff für einen zonalen Großraum der Erde. Das Modell der Ökozonen ermöglicht eine Einteilung des Festlandes nach mehreren ökologischen Merkmalen. Landschaften mit einer großen Übereinstimmung der Merkmale Klima, Vegetation, Böden und agrare Nutzungsmöglichkeiten werden zu einer Ökozone zusammengefasst. Wie bei allen Landschaftszonen-Modellen entspricht die Einteilung im Grundsatz den Klimazonen als bestimmendem Faktor, die von den Tropen bis zu den beiden polaren Zonen wie Gürtel um die Erde liegen.

Für die Festlegung der Ökozonen werden auf Grundlage der effektiven Klimaklassifikation die sichtbaren Landformen, die vorhandenen Ökosysteme, die Bodentypen, sowie die agraren und forstlichen Nutzungssysteme verwendet. Neben diesen einzelnen Merkmalen werden auch die typischen Beziehungen zueinander (wie die Stoff- und Energieflüsse) bei der Abgrenzung der Ökozonen berücksichtigt. Das Modell folgt vorrangig naturräumlichen Kriterien. Kulturräumliche Aspekte sind nur insoweit relevant, als Bezüge zur Natur bestehen. Solche Bezüge sind meist bei der Landnutzung vorhanden, sonst aber eher die Ausnahme oder von geringerer Bedeutung.

Die Betrachtungsweise der Ökozonen leitet sich von Forschungszielen und -ansätzen der Geographie ab. Zu recht ähnlichen Ergebnissen kommt die bioökologische Betrachtung, die mit den Begriffen Biom bzw. „Zonobiom“ operiert. Die Biologen legen besonderen Wert auf das Beziehungsgefüge der Lebewesen untereinander, während die Geographen den Schwerpunkt auf die abiotischen Faktoren legen.

Inhaltsverzeichnis

Der Begriff Ökozone in der hier beschriebenen Bedeutung wurde von Jürgen Schultz (1988) eingeführt.

Ähnliche (zumeist ältere) Landschaftszonen-Modelle anderer Autoren heißen u. a. Vegetationszonen oder Zonobiome. Die Teilaspekte, auf die Wert gelegt wird, sind dabei jeweils andere; immer ist aber das Klima ein bestimmender Faktor, ebenso wie Boden und Vegetation. Den Pflanzen und hierbei besonders ihren typischen Formationen kommt vermehrt Aufmerksamkeit zu: einmal lassen sie sich relativ leicht erfassen und kartografieren, zum anderen nimmt man eine besondere Indexfunktion der Pflanzen an. Das heißt, dass aus einer Pflanzenformation recht sichere Schlüsse auf andere Faktoren wie Klima und Boden, aber auch vorhandene Tiere gezogen werden können. Da sich die Vegetation räumlich aber zugleich mit den anderen Faktoren ändert, werden die Begriffe manchmal synonym gebraucht.

Im englischsprachigen Raum wird die direkte Übersetzung von Ökozonen in ecozones in der Fachwelt weniger differenziert verwendet. Man verwendet ihn dort auch für nicht geozonale Ökoregionen (wie z. B. die ecozones im National Ecological Framework for Canada oder verschiedene „biomes“) sowie für nicht klimabezogene biogeographische Regionen (wie z. B. für die Florenreiche). Im deutschsprachigen Raum sind insbesondere die entwicklungsgeschichtlich begründeten Florenreiche und zoogeographischen Reiche keineswegs mit den Ökozonen gleichzusetzen.

Der deutsche Begriff „Ökozone“ wird außerhalb der Fachliteratur häufig ebenfalls sehr undifferenziert verwendet. Wie im Englischen werden Vegetationszonen, Zonobiome, Florenreiche, Faunenreiche, regionale Biome, Naturschutzgebiete und selbst kleine Biotope damit bezeichnet. Das hat u. a. dazu geführt, dass in diversen Foren im Internet darüber spekuliert wird, was denn nun genau eine Ökozone sei.

Für die Entstehung und Abgrenzung des Begriffes in der Wissenschaftsgeschichte siehe Geozone

Die übergeordnete Einheit der Ökozonen ist die gesamte Biosphäre (Summe aller Lebensräume). Die Ökozonen sind eine erste (mögliche), grobe und großräumige Unterteilung der Biosphäre. Meist bezieht sie sich nur auf die Landmassen der Erde, da sich Ökozonen in den Meeren nicht mit den gleichen Kriterien abgrenzen lassen.

Untergeordnet stehen je nach Autor verschieden benannte Teilräume (Sub-Ökozonen, Ökoregionen, -provinzen, -distrikte; Biome; Ökosystemkomplexe). Die kleinsten Teilräume, die eine abgrenzbare Lebensgemeinschaft beinhalten, werden als Biogeozönosen bezeichnet, die wiederum einzelne Populationen und Individuen enthalten.

Bestimmte äußere Einflüsse setzen den Rahmen für die Ausbildung eines Ökosystems. Ihr regelhafter globaler Wandel führt erst zur Ausbildung der Ökozonen.

Komponenten von Landschaften und deren Beziehungen untereinander

Klima

Das Klima nimmt Einfluss auf alle anderen Elemente eines Ökosystems und steht in der Reihe der äußeren Einflussfaktoren an erster Stelle.

Die Sonneneinstrahlung nimmt von den Polen zum Äquator aufgrund des steileren Einfallswinkels stetig zu, genauso die Gleichmäßigkeit der Einstrahlung im Jahresverlauf. Durch unterschiedlich starke Wolkenbildung ergeben sich für die Globalstrahlung – also die tatsächlich am Erdboden eintreffende Strahlung – bereits komplexere Muster. Zieht man Reflexion und Abstrahlung ab, erhält man die Strahlungsbilanz eines Ortes, die wiederum bestimmt, wie viel Wasser verdunstet und wie der Temperaturverlauf aussieht.

Die Niederschläge sind ein weiterer wichtiger Faktor, sowohl die jährliche Regenmenge als auch die Gleichmäßigkeit der Verteilung im Jahresverlauf. Über Wolkenbildung, Verdunstung und Reflexion von schneebedecktem Boden nimmt der Niederschlag auch Einfluss auf Einstrahlung und Temperatur.

Neben der Abfolge von Nord nach Süd gibt es eine typische Abfolge vom Rand zur Mitte der Kontinente: In der Nähe der Ozeane ist das Klima ausgeglichener und feuchter (Meeresklima), da die Temperaturen von der Temperatur des Meerwassers beeinflusst werden. Im Innern der Kontinente ist es trockener und die Temperatur schwankt im Jahresverlauf viel stärker (kontinentales Klima).

Pflanzen- und Tierwelt

Aus den beiden klimatischen Einflussfaktoren Temperatur und Niederschlag lassen sich die wichtigsten Pflanzenformationen ableiten, die auch die Grundlagen für die Modelle der Vegetationszonen und Zonobiome bilden. Das Modell der Ökozonen baut auf diese Modelle weiter auf.

Pflanzen als ortsabhängige Lebewesen mit oft nur geringer Ausbreitungsgeschwindigkeit sind die augenfälligsten Anzeiger der unterschiedlichen Ökosysteme auf der Erde. Dabei bestehen innerhalb einer Ökozone große Abweichungen, was die Ausstattung mit einzelnen Pflanzenarten oder höheren Taxa angeht. Deren Areale sind nämlich neben ihren ökologischen Anforderungen stark von der Erdgeschichte beeinflusst, was sich in der Abgrenzung der Florenreiche zeigt. Viel eher besteht ein Zusammenhang zwischen den Ökozonen und Pflanzenformationen, das heißt, die Vegetation der verschiedenen Ökozonen besitzt unterschiedliche Lebens- und Wuchsformen.

Die größeren, auffälligeren Tiere haben oft einen Aktionsradius, der es ihnen ermöglicht, verschiedene Ökozonen zu erreichen. Bekanntes Beispiel sind Zugvögel, die während eines Jahres alle Ökozonen durchfliegen und sich auch für längere Zeit in unterschiedlichen Zonen aufhalten. Die Masse der Arten ist allerdings durchaus geeignet, in ähnlicher Weise wie die Vegetation zur Differenzierung der Ökozonen betrachtet zu werden.

Auch die Biodiversität lässt sich regional differenzieren, vereinfachend gesagt steigt sie mit zunehmender Temperatur und Feuchtigkeit an. Daraus lassen sich für einzelne Ökozonen Vorhersagen zur relativen Mannigfaltigkeit der Arten ableiten, die in der feuchten tropischen Zone am höchsten, in Wüsten und in den polaren Zonen am niedrigsten ist.

Boden

Innerhalb der großen Ökozonen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Ausgangsgesteine für die Bodenbildung, ebenso diverse Reliefs. Die Prozesse allerdings, die die Bodenbildung beeinflussen, hängen stark vom Klima ab, sowie von Vegetation und Tierwelt, und lassen sich deshalb genauso regelmäßig den einzelnen Großräumen zuordnen. Die Verwitterung von Gestein wird in den polnahen Zonen stark von Frostwechseln geleistet, abgestorbene Pflanzenreste werden von Tieren nur mäßig in den Mineralboden eingebarbeitet und nur langsam von Bakterien und Pilzen zersetzt. An der Bodenoberfläche bildet sich daher eine wenig mit dem Mineralboden vermischte Streuauflage. In tropischen Klimaten verwittert das Ausgangsgestein durch chemische Vorgänge rasch, abgestorbene Pflanzenreste werden von Tieren schnell in den Mineralboden eingebarbeitet und von Bakterien und Pilzen rasch abgebaut, wobei sich ein Teil als Humus im Mineralboden anreichert. Herrschen humide Verhältnisse vor, werden bestimmte Mineralien ausgewaschen (pedalfere Bodenentwicklung), es entstehen Böden mit niedrigem pH-Wert. In trockenen Zonen können sich lösliche Salze anreichern (pedocale Bodenentwicklung), die entstehenden Böden sind tendenziell alkalisch. Ist die Pflanzendecke geschlossen, dann laufen Abtragungsvorgänge durch Wind und Wasser nur langsam ab, es dominieren chemische über mechanische Verwitterungsvorgänge, und die Verwitterungsprodukte bilden, zusammen mit anfallendem organischen Material, einen mächtigen Oberboden. Bei lückiger Pflanzendecke können mechanische Abtragungsvorgänge stark einwirken. Die Bodenlebewesen haben in den unterschiedlichen Ökozonen Einfluss auf die Zersetzung organischen Materials und dessen Durchmischung mit dem verwitterten Ausgangsgestein.

Über die charakteristischen Böden, ihre Bearbeitbarkeit und Eignung zur Nutzung, bestimmt sich vielerorts auch die Landnutzung. Diese wiederum greift über mechanische Bodenbearbeitung und Stoffeinträge in die natürliche Bodenentwicklung ein.

Eine Weltbodenkarte legte erstmals die FAO (1971–1981) vor. Mit der zugehörigen Legende wurde die FAO-Bodenklassifikation geschaffen, die weltweit anwendbar ist. Sie wurde 1998 von der World Reference Base for Soil Resources (WRB) abgelöst. Derzeit findet das Update 2015 der dritten Auflage der WRB Anwendung . Damit ist ein weltweiter Vergleich der Böden der Ökozonen möglich.

Dynamik und Wechselbeziehungen

Der Stoffhaushalt eines Ökosystems ändert sich zwischen den Ökozonen in typischer Weise: die Primärproduktion hängt wesentlich von Faktoren ab, die auch weiter oben schon zur Abgrenzung der Zonen herangezogen wurden (Größe und Struktur der Vegetation, Wasserversorgung, Temperatur, Länge der Vegetationsperiode). Ebenso die Zersetzung der anfallenden organischen Masse: Temperatur und Feuchte bestimmen, ob die Bodenlebewesen eine Zersetzungsrate schaffen, die die Produktion erreicht oder ob sich organische Masse am Boden anreichert. Feuer spielen je nach Ökozone eine mehr oder weniger große Rolle bei der Mineralisierung organischer Substanz.

Im Jahresverlauf ergeben sich für den Stoffhaushalt charakteristische Zyklen. Dabei spielen Perioden mit niedrigen Temperaturen in den polnahen Ökozonen eine große Rolle, in den äquatornahen eher Perioden mit Trockenheit. Auch Sukzessionsprozesse, die längere Zyklen besitzen, haben sich unterschiedlich herausgebildet, initialisiert etwa durch Feuer in trockenen Zonen oder durch Windbruch in bewaldeten.

Die Landnutzung des Menschen stellt inzwischen ein bestimmendes Element dar, da sie nahezu global flächendeckend den Stoffhaushalt der Ökosysteme beeinflusst. Sofern diese Eingriffe an eine Ökozone gebunden sind, etwa bei der Land- und Forstwirtschaft, sollten sie bei der Beschreibung der Ökozonen berücksichtigt werden.

In diesem Zusammenhang entwickelten die beiden amerikanischen Geographen Erle C. Ellis und Navin Ramankutty das 2008 veröffentlichte Modell der „Anthrome“. Der Begriff Anthrom ist eine Abkürzung für „Anthropogenes (= vom Menschen beeinflusstes) Biom“. Die Autoren haben 18 verschiedene Anthrome ausgewiesen, sowie die verbleibenden ungenutzten Wildnisgebiete in drei Biome unterteilt. Diese Einteilung ermöglicht erstmals eine globale Darstellung des ökologischen Ist-Zustandes der Erde.

Animation: Prognostizierte Verschiebung der Klimazonen nach dem „Worst-Case-Szenario“ des IPCC

Jede Einteilung der gesamten Biosphäre in wenige Großräume muss mit groben Verallgemeinerungen einhergehen. Die an jedem einzelnen Ort herrschenden Bedingungen müssen abstrahiert und gemittelt werden, so dass die tatsächliche Vielfalt nicht abgebildet werden kann. Aufgrund dieser Vielfalt an Faktoren, die ein bestimmtes Ökotop ausmachen, gibt es auch selten einen Standort, der der Beschreibung einer Ökozone vollständig entspricht, überall gibt es kleine Ausnahmen und Besonderheiten.

Viele Einflüsse auf ein Ökosystem entziehen sich einer Regelmäßigkeit, so etwa die Verteilung von Gesteinen, die Verteilung von Meer- und Landmassen oder das Relief. Dadurch entstehen zahlreiche Unregelmäßigkeiten, die sich nicht mit einer Ökozone in Zusammenhang bringen lassen, sondern azonale Lebensgemeinschaften bedingen. Besonders die Höhenzonierung in Gebirgen überlagert die Einteilung der Ökozonen, so dass eine dreidimensionale Betrachtung nötig wäre.

Der Übergang von einer Ökozone zur anderen (Ökoton) erfolgt nicht abrupt, sondern allmählich mit mehr oder weniger breiten Übergangszonen. Eine Kartografie, dazu noch im globalen Maßstab, suggeriert dagegen eine harte Trennlinie, deren genaue Lage aber willkürlich festgelegt werden muss und deshalb auch je nach Autor schwankt. Eine Ökozone ist durch viele verschiedene Kriterien gekennzeichnet, die sich nicht unbedingt zugleich ändern, die Grenzziehung fällt deshalb unterschiedlich aus, je nachdem auf welche Kriterien am meisten Gewicht gelegt wird.

Der Verlauf der Ökozonen hat sich im Laufe der Zeit immer wieder geändert, während der Eiszeit etwa waren sie weit nach Süden verschoben. Die heutigen Ökosysteme an einem bestimmten Ort lassen sich deshalb nicht ausschließlich mit den heute herrschenden Umweltbedingungen erklären, sondern die historische Entwicklung muss berücksichtigt werden.

Die derzeit stattfindende, vom Menschen verursachte globale Erwärmung wird zweifellos im Laufe der kommenden Jahrzehnte zu einer Verschiebung der Klimazonen und damit auch der Ökozonen führen. In der Regel wird es sich um eine Nordverschiebung (bzw. Höhenverschiebung der Höhenstufen) handeln.

Nähere Informationen siehe Abschnitt „Verschiebung der Landschaftszonen durch den Klimawandel
bzw.
Ökozonen der Erde nach Schultz (weitgehend flächentreue Eckert-VI-Kartenprojektion)
HOHE BREITEN
Polare / Subpolare Zone
Eisschild
Tundren

Boreale Zone
MITTELBREITEN
Feuchte Mittelbreiten

Trockene Mittelbreiten
Wüsten und Halbwüsten
Grassteppen
SUBTROPEN und RANDTROPEN
Winterfeuchte Subtropen
Immerfeuchte Subtropen
Tropisch / subtropische Trockengebiete
Wüsten und Halbwüsten
Winterfeuchte Gras- u. Strauchsteppen
Sommerfeuchte Dornsavannen u. -steppen
TROPEN
Sommerfeuchte Tropen
Trockensavannen
Feuchtsavannen

Immerfeuchte Tropen
Gebirgszüge = schwarz

Jürgen Schultz hat für sein Modell der Ökozonen eine Einteilung in neun Zonen vorgenommen. Andere Autoren orientieren sich nicht immer daran, so dass die Anzahl der Zonen und ihre Bezeichnungen anders sein können. (Das Modell der FAO verwendet z. B. eine Untergliederung in 20 Zonen und nähert sich damit mehr den klassischen Modellen der Vegetationszonen an. Siehe Karte im Artikel „Landschaftszone“)

Die Verbreitung der Ökozonen auf der Erde ist annähernd parallel zu den Breitenkreisen rund um die Erde (breitenzonal) angeordnet und vielfach räumlich voneinander isoliert (disjunkt) auf die Kontinente verteilt. Neben einer weiteren Unterteilung in Subzonen wird manchmal auch eine Staffelung nach Höhenstufen vorgenommen.

(Die im Folgenden genannten ungefähren Flächenanteile beziehen sich auf die gesamte Landfläche der Erde. Die bei Schultz genannten Anteile wurden dazu neu berechnet, da Grönland und die Antarktis nicht mit erfasst waren.) Die Anteile der mit einem * gekennzeichneten Subzonen wurden aus einer Tabelle der FAO angepasst und eingefügt. Die im Folgenden verwendeten Bodennamen entsprechen dem internationalen Bodenklassifikationssystem World Reference Base for Soil Resources (WRB) von 2015.

  • Polare/Subpolare Zone14,8 % (10,8 % eisbedeckte Flächen und Polare Wüsten, sowie 4,0 % Tundren)
    Die Polare und subpolare Zone, auch arktische und antarktische Zone genannt, besitzt ein arktisches bzw. antarktisches Klima. Subzonen sind die eisbedeckten Polarregionen, die polare Wüste sowie die Tundrenzone. Die baumlose Tundra wächst auf humusreichen Permafrostböden. Sind diese mineralisch, so gehören sie zu den Cryosolen; sind sie organisch, so handelt es sich um Histosole. Die Biodiversität ist gering, viele Tiere sind eng an die umgebenden Ozeane gebunden.
  • Boreale Zone13,1 % (2,6 % Waldtundren* inkl. Offene Flechtenwälder in Nordamerika und 10,5 % boreale Nadelwälder*)
    Die boreale Zone kommt nur auf der nördlichen Halbkugel vor. In einem kalt-gemäßigten Klima, mit kühlen Sommern und langen Wintern, kommen dort borealer Nadelwald und große Moorgebiete vor. Sie lässt sich in die drei Zonen der Waldtundra, des offenen Flechtenwaldes und des geschlossenen, borealen Nadelwaldes (Taiga) unterteilen. Die trockeneren kontinentalen Bereiche werden von Cryosolen dominiert, also mineralischen Permafrostböden. In den feuchteren ozeanischen Gebieten sind Podsole verbreitet. Außerdem sind organische Böden (Histosole) häufig, die mit oder ohne Permafrost auftreten können. Die Anzahl der Lebewesen und ihre Diversität ist gering, wenn auch größer als in der polaren Zone.
  • Feuchte Mittelbreiten9,7 % (4,9 % Mischwälder* und 4,8 % sommergrüne Laubwälder inkl. temperierter Regenwälder*)
    Die nemorale Zone, auch temperate Zone, feuchte Mittelbreiten oder feucht-gemäßigte Zone genannt, kommt in mehreren Teilgebieten auf der Erde vor: Europa und nordwestliches Asien, Ostasien, östliches Nordamerika, westliches Nordamerika; auf der Südhalbkugel (dort australe Zone genannt) sehr kleine Teilgebiete in Chile und Neuseeland. Subzonen sind der temperierte Regenwald, der sommergrüne Laubwald und der Mischwald am Südrand der borealen Zone. Sie zeichnen sich durch ein Klima mit mäßiger Frostbelastung und ganzjährig ausreichendem Niederschlag aus. Hier wachsen Wälder typischerweise auf Cambisolen oder auf Böden mit Lessivierung, wie z. B. Luvisolen oder Alisolen. Die Biodiversität steigt gegenüber der borealen Zone nochmals an.
  • Trockene Mittelbreiten11,1 % (8,1 % Grassteppen und 3,0 % temperierte Halbwüsten und Wüsten)
    Die kontinentale Zone oder trockenen Mittelbreiten besitzen ein Klima mit heißen, trockenen Sommern und kalten Wintern. Je nach Trockenheit findet ein Übergang von der Waldsteppe über verschieden hohe Grassteppen bis zur Wüste statt, entsprechende Böden sind Chernozeme, Kastanozeme und Phaeozeme. Sie findet sich in Nordamerika und in Asien im Innern der Kontinente, in Südamerika und Neuseeland im Regenschatten von Gebirgen.
  • Winterfeuchte Subtropen1,7 % Hartlaubwälder
    Die winterfeuchten Subtropen, auch mediterrane oder meridionale Zone genannt, sind im Sommer heiß und trocken, im Winter feucht mit geringer bis gar keiner Frostbelastung. Benannt nach dem größten Teilgebiet rund um das Mittelmeer erstrecken sich weitere Teilgebiete in Kalifornien, Mittelchile, Südafrika (Kapprovinz) und dem südwestlichen Australien. Die Böden sind basenreich, oft durch Hämatit rot gefärbt und gehören vornehmlich zu den Cambisolen und Luvisolen. (Stark tonige, rote Cambisole heißen in der Deutschen BodensystematikTerra rossa“.) Auf ihnen wachsen Wälder aus Hartlaubgehölzen (Sklerophylle), die gegen längeren Frost empfindlich sind. Bei zunehmender Trockenheit gehen sie in subtropische Strauch- und Grassteppen mit Winterregen über, die auf Calcisolen verbreitet sind.
  • Immerfeuchte Subtropen4,0 % warmtemperierte Feucht- und Lorbeerwälder
    Die immerfeuchten Subtropen oder laurale Ökozone sind kaum durch Frost belastet, der Regen fällt ganzjährig oder mit einem Maximum im Sommer, so dass kein Wassermangel herrscht. Verbreitet sind saure Böden mit Lessivierung, nämlich Alisole und Acrisole. Sie tragen einen immergrünen Laubwald, der gegen Frost etwas empfindlich ist. Diese Verhältnisse finden sich in kleinen Gebieten im Südosten der Kontinente.
  • Tropisch / subtropische Trockengebiete20,8 % (2,3 % winterfeuchte Gras- und Strauchsteppen der Subtropen, 6,4 % tropische Dornsavannen und -steppen, sowie 12,1 % heiße Halbwüsten und Wüsten der Subtropen)
    Tropische und subtropische Trockengebiete bilden die dauernd heißen Wüsten. Niederschlag kann zu unterschiedlichen Jahreszeiten fallen, er reicht aber nur für eine spärliche Wüstenvegetation. In den Böden akkumulieren sich in geringer Tiefe Ionen, die bei höheren Niederschlägen ausgewaschen würden. Bei Dominanz von Carbonaten sind es Calcisole, bei Gips Gypsisole, bei Siliciumdioxid Durisole und bei leichtlöslichen Salzen Solontschake. In der Felswüste kommen auch Leptosole vor und in der Sandwüste Arenosole. Die Biodiversität ist hier gering. Eine Unterteilung ist möglich in winterfeuchte Gras- und Strauchsteppen, tropische Dornsavanne sowie heiße Wüsten.
  • Sommerfeuchte Tropen16,4 % (4,4 % Trockensavannen*, 2,6 % tropische Trockenwälder* und 9,4 % Feuchtsavannen)
    Weite Teile der Tropen haben ein wechselfeuchtes Klima mit ganzjährig hohen Temperaturen und einer Einteilung in Regen- und Trockenzeiten. Hier wachsen tropischer laubabwerfender Wald oder Savannen. Die Böden sind oft schon stark verwittert, aber relativ basenreich, wie etwa die Lixisole. Die Diversität und Komplexität der Ökosysteme steigt mit der verfügbaren Feuchtigkeit rasch an.
  • Immerfeuchte Tropen8,4 % tropische Regenwälder
    In den immerfeuchten Tropen fehlt eine Einteilung in Jahreszeiten, es ist ganzjährig warm und feucht. Hier wachsen immergrüne tropische Regenwälder mit der höchsten Biodiversität. Die Verwitterung ist wegen der hohen Temperaturen und des großen Wasserdargebots relativ rasch. In Regionen, die seit längerem kaum Gebirgsbildung und Erosion kannten, sind außerdem die Böden sehr alt. Dies trifft vor allem auf die äquatorialen Tiefländer Afrikas und Südamerikas zu, in denen Ferralsole verbreitet sind, also Böden, die vom Tonmineral Kaolinit dominiert werden, welcher kaum Nährstoffe speichern kann. Ackernutzung ohne intensive Düngung führt daher zu rascher Nährstoffverarmung.
Commons: Ökozonen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Kehl, H.: „Vegetationsökologie Tropischer & Subtropischer Klimate / LV-TWK (B.8) – TU Berlin“
  2. Anselm Kratochwil, A. Schwabe: Ökologie der Lebensgemeinschaften. Biozönologie. Ulmer, Stuttgart 2001, S. 75–76. ISBN 3-8252-8199-X
  3. H. Haeupler: Die Biotope Deutschlands. In: Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Schriftenreihe für Vegetationskunde.Nr.38, 2002, ISSN 0085-5960,S.247f.
  4. FAO-UNESCO (Hrsg.): Soil Map of the World. 11 Volumes. 1:5 Mio. UNESCO, Paris 1971–1981.
  5. FAO-UNESCO: Soil Map of the World. Legend. UNESCO, Paris, 1974.
  6. IUSS Working Group WRB: World Reference Base for Soil Resources 2014, Update 2015. World Soil Resources Reports 106, FAO, Rome. 2015.
  7. Erle C Ellis u. Navin Ramankutty Putting people in the map: anthropogenic biomes of the world. The Ecological Society of America, Washington D.C. 2008.
  8. „Global Ecological Zoning for the global forest resources assessment“ 2000
  9. J. Schultz: Die Ökozonen der Erde. Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8252-1514-9
  10. „Global Ecological Zoning for the global forest resources assessment“ 2000. FAO, Rom 2001
Normdaten (Sachbegriff): GND:4132388-9(OGND, AKS)

Okozone Grosslebensraum mit den potentiell darin vorkommenden Pflanzen und Tieren Biozonose sowie allen unbelebten Faktoren Sprache Beobachten Bearbeiten Okozone ist ein vorwiegend geowissenschaftlich und geookologisch verwendeter Begriff fur einen zonalen Grossraum der Erde Das Modell der Okozonen ermoglicht eine Einteilung des Festlandes nach mehreren okologischen Merkmalen Landschaften mit einer grossen Ubereinstimmung der Merkmale Klima Vegetation Boden und agrare Nutzungsmoglichkeiten werden zu einer Okozone zusammengefasst Wie bei allen Landschaftszonen Modellen entspricht die Einteilung im Grundsatz den Klimazonen als bestimmendem Faktor die von den Tropen bis zu den beiden polaren Zonen wie Gurtel um die Erde liegen Fur die Festlegung der Okozonen werden auf Grundlage der effektiven Klimaklassifikation die sichtbaren Landformen die vorhandenen Okosysteme die Bodentypen sowie die agraren und forstlichen Nutzungssysteme verwendet Neben diesen einzelnen Merkmalen werden auch die typischen Beziehungen zueinander wie die Stoff und Energieflusse bei der Abgrenzung der Okozonen berucksichtigt Das Modell folgt vorrangig naturraumlichen Kriterien Kulturraumliche Aspekte sind nur insoweit relevant als Bezuge zur Natur bestehen Solche Bezuge sind meist bei der Landnutzung vorhanden sonst aber eher die Ausnahme oder von geringerer Bedeutung Die Betrachtungsweise der Okozonen leitet sich von Forschungszielen und ansatzen der Geographie ab Zu recht ahnlichen Ergebnissen kommt die biookologische Betrachtung die mit den Begriffen Biom bzw Zonobiom operiert Die Biologen legen besonderen Wert auf das Beziehungsgefuge der Lebewesen untereinander wahrend die Geographen den Schwerpunkt auf die abiotischen Faktoren legen 1 Inhaltsverzeichnis 1 Begriffe und Wissenschaftsgeschichte 2 Einordnung 3 Einflusse und Merkmale 3 1 Klima 3 2 Pflanzen und Tierwelt 3 3 Boden 3 4 Dynamik und Wechselbeziehungen 4 Probleme 5 Die einzelnen Okozonen 6 Literatur 7 Weblinks 8 EinzelnachweiseBegriffe und Wissenschaftsgeschichte BearbeitenDer Begriff Okozone in der hier beschriebenen Bedeutung wurde von Jurgen Schultz 1988 eingefuhrt 2 Ahnliche zumeist altere Landschaftszonen Modelle anderer Autoren heissen u a Vegetationszonen oder Zonobiome Die Teilaspekte auf die Wert gelegt wird sind dabei jeweils andere immer ist aber das Klima ein bestimmender Faktor ebenso wie Boden und Vegetation Den Pflanzen und hierbei besonders ihren typischen Formationen kommt vermehrt Aufmerksamkeit zu einmal lassen sie sich relativ leicht erfassen und kartografieren zum anderen nimmt man eine besondere Indexfunktion der Pflanzen an Das heisst dass aus einer Pflanzenformation recht sichere Schlusse auf andere Faktoren wie Klima und Boden aber auch vorhandene Tiere gezogen werden konnen Da sich die Vegetation raumlich aber zugleich mit den anderen Faktoren andert werden die Begriffe manchmal synonym gebraucht Im englischsprachigen Raum wird die direkte Ubersetzung von Okozonen in ecozones in der Fachwelt weniger differenziert verwendet Man verwendet ihn dort auch fur nicht geozonale Okoregionen wie z B die ecozones im National Ecological Framework for Canada oder verschiedene biomes sowie fur nicht klimabezogene biogeographische Regionen wie z B fur die Florenreiche Im deutschsprachigen Raum sind insbesondere die entwicklungsgeschichtlich begrundeten Florenreiche und zoogeographischen Reiche keineswegs mit den Okozonen gleichzusetzen Der deutsche Begriff Okozone wird ausserhalb der Fachliteratur haufig ebenfalls sehr undifferenziert verwendet Wie im Englischen werden Vegetationszonen Zonobiome Florenreiche Faunenreiche regionale Biome Naturschutzgebiete und selbst kleine Biotope damit bezeichnet Das hat u a dazu gefuhrt dass in diversen Foren im Internet daruber spekuliert wird was denn nun genau eine Okozone sei Fur die Entstehung und Abgrenzung des Begriffes in der Wissenschaftsgeschichte siehe GeozoneEinordnung BearbeitenDie ubergeordnete Einheit der Okozonen ist die gesamte Biosphare Summe aller Lebensraume Die Okozonen sind eine erste mogliche grobe und grossraumige Unterteilung der Biosphare Meist bezieht sie sich nur auf die Landmassen der Erde da sich Okozonen in den Meeren nicht mit den gleichen Kriterien abgrenzen lassen Untergeordnet stehen je nach Autor verschieden benannte Teilraume Sub Okozonen Okoregionen provinzen distrikte Biome Okosystemkomplexe Die kleinsten Teilraume die eine abgrenzbare Lebensgemeinschaft beinhalten werden als Biogeozonosen bezeichnet die wiederum einzelne Populationen und Individuen enthalten 3 Einflusse und Merkmale BearbeitenBestimmte aussere Einflusse setzen den Rahmen fur die Ausbildung eines Okosystems Ihr regelhafter globaler Wandel fuhrt erst zur Ausbildung der Okozonen Komponenten von Landschaften und deren Beziehungen untereinander Klima Bearbeiten Das Klima nimmt Einfluss auf alle anderen Elemente eines Okosystems und steht in der Reihe der ausseren Einflussfaktoren an erster Stelle Die Sonneneinstrahlung nimmt von den Polen zum Aquator aufgrund des steileren Einfallswinkels stetig zu genauso die Gleichmassigkeit der Einstrahlung im Jahresverlauf Durch unterschiedlich starke Wolkenbildung ergeben sich fur die Globalstrahlung also die tatsachlich am Erdboden eintreffende Strahlung bereits komplexere Muster Zieht man Reflexion und Abstrahlung ab erhalt man die Strahlungsbilanz eines Ortes die wiederum bestimmt wie viel Wasser verdunstet und wie der Temperaturverlauf aussieht Die Niederschlage sind ein weiterer wichtiger Faktor sowohl die jahrliche Regenmenge als auch die Gleichmassigkeit der Verteilung im Jahresverlauf Uber Wolkenbildung Verdunstung und Reflexion von schneebedecktem Boden nimmt der Niederschlag auch Einfluss auf Einstrahlung und Temperatur Neben der Abfolge von Nord nach Sud gibt es eine typische Abfolge vom Rand zur Mitte der Kontinente In der Nahe der Ozeane ist das Klima ausgeglichener und feuchter Meeresklima da die Temperaturen von der Temperatur des Meerwassers beeinflusst werden Im Innern der Kontinente ist es trockener und die Temperatur schwankt im Jahresverlauf viel starker kontinentales Klima Pflanzen und Tierwelt Bearbeiten Aus den beiden klimatischen Einflussfaktoren Temperatur und Niederschlag lassen sich die wichtigsten Pflanzenformationen ableiten die auch die Grundlagen fur die Modelle der Vegetationszonen und Zonobiome bilden Das Modell der Okozonen baut auf diese Modelle weiter auf Pflanzen als ortsabhangige Lebewesen mit oft nur geringer Ausbreitungsgeschwindigkeit sind die augenfalligsten Anzeiger der unterschiedlichen Okosysteme auf der Erde Dabei bestehen innerhalb einer Okozone grosse Abweichungen was die Ausstattung mit einzelnen Pflanzenarten oder hoheren Taxa angeht Deren Areale sind namlich neben ihren okologischen Anforderungen stark von der Erdgeschichte beeinflusst was sich in der Abgrenzung der Florenreiche zeigt Viel eher besteht ein Zusammenhang zwischen den Okozonen und Pflanzenformationen das heisst die Vegetation der verschiedenen Okozonen besitzt unterschiedliche Lebens und Wuchsformen Die grosseren auffalligeren Tiere haben oft einen Aktionsradius der es ihnen ermoglicht verschiedene Okozonen zu erreichen Bekanntes Beispiel sind Zugvogel die wahrend eines Jahres alle Okozonen durchfliegen und sich auch fur langere Zeit in unterschiedlichen Zonen aufhalten Die Masse der Arten ist allerdings durchaus geeignet in ahnlicher Weise wie die Vegetation zur Differenzierung der Okozonen betrachtet zu werden Auch die Biodiversitat lasst sich regional differenzieren vereinfachend gesagt steigt sie mit zunehmender Temperatur und Feuchtigkeit an Daraus lassen sich fur einzelne Okozonen Vorhersagen zur relativen Mannigfaltigkeit der Arten ableiten die in der feuchten tropischen Zone am hochsten in Wusten und in den polaren Zonen am niedrigsten ist Boden Bearbeiten Innerhalb der grossen Okozonen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Ausgangsgesteine fur die Bodenbildung ebenso diverse Reliefs Die Prozesse allerdings die die Bodenbildung beeinflussen hangen stark vom Klima ab sowie von Vegetation und Tierwelt und lassen sich deshalb genauso regelmassig den einzelnen Grossraumen zuordnen Die Verwitterung von Gestein wird in den polnahen Zonen stark von Frostwechseln geleistet abgestorbene Pflanzenreste werden von Tieren nur massig in den Mineralboden eingebarbeitet und nur langsam von Bakterien und Pilzen zersetzt An der Bodenoberflache bildet sich daher eine wenig mit dem Mineralboden vermischte Streuauflage In tropischen Klimaten verwittert das Ausgangsgestein durch chemische Vorgange rasch abgestorbene Pflanzenreste werden von Tieren schnell in den Mineralboden eingebarbeitet und von Bakterien und Pilzen rasch abgebaut wobei sich ein Teil als Humus im Mineralboden anreichert Herrschen humide Verhaltnisse vor werden bestimmte Mineralien ausgewaschen pedalfere Bodenentwicklung es entstehen Boden mit niedrigem pH Wert In trockenen Zonen konnen sich losliche Salze anreichern pedocale Bodenentwicklung die entstehenden Boden sind tendenziell alkalisch Ist die Pflanzendecke geschlossen dann laufen Abtragungsvorgange durch Wind und Wasser nur langsam ab es dominieren chemische uber mechanische Verwitterungsvorgange und die Verwitterungsprodukte bilden zusammen mit anfallendem organischen Material einen machtigen Oberboden Bei luckiger Pflanzendecke konnen mechanische Abtragungsvorgange stark einwirken Die Bodenlebewesen haben in den unterschiedlichen Okozonen Einfluss auf die Zersetzung organischen Materials und dessen Durchmischung mit dem verwitterten Ausgangsgestein Uber die charakteristischen Boden ihre Bearbeitbarkeit und Eignung zur Nutzung bestimmt sich vielerorts auch die Landnutzung Diese wiederum greift uber mechanische Bodenbearbeitung und Stoffeintrage in die naturliche Bodenentwicklung ein Eine Weltbodenkarte legte erstmals die FAO 1971 1981 4 vor Mit der zugehorigen Legende 5 wurde die FAO Bodenklassifikation geschaffen die weltweit anwendbar ist Sie wurde 1998 von der World Reference Base for Soil Resources WRB abgelost Derzeit findet das Update 2015 der dritten Auflage der WRB Anwendung 6 Damit ist ein weltweiter Vergleich der Boden der Okozonen moglich Dynamik und Wechselbeziehungen Bearbeiten Der Stoffhaushalt eines Okosystems andert sich zwischen den Okozonen in typischer Weise die Primarproduktion hangt wesentlich von Faktoren ab die auch weiter oben schon zur Abgrenzung der Zonen herangezogen wurden Grosse und Struktur der Vegetation Wasserversorgung Temperatur Lange der Vegetationsperiode Ebenso die Zersetzung der anfallenden organischen Masse Temperatur und Feuchte bestimmen ob die Bodenlebewesen eine Zersetzungsrate schaffen die die Produktion erreicht oder ob sich organische Masse am Boden anreichert Feuer spielen je nach Okozone eine mehr oder weniger grosse Rolle bei der Mineralisierung organischer Substanz Im Jahresverlauf ergeben sich fur den Stoffhaushalt charakteristische Zyklen Dabei spielen Perioden mit niedrigen Temperaturen in den polnahen Okozonen eine grosse Rolle in den aquatornahen eher Perioden mit Trockenheit Auch Sukzessionsprozesse die langere Zyklen besitzen haben sich unterschiedlich herausgebildet initialisiert etwa durch Feuer in trockenen Zonen oder durch Windbruch in bewaldeten Die Landnutzung des Menschen stellt inzwischen ein bestimmendes Element dar da sie nahezu global flachendeckend den Stoffhaushalt der Okosysteme beeinflusst Sofern diese Eingriffe an eine Okozone gebunden sind etwa bei der Land und Forstwirtschaft sollten sie bei der Beschreibung der Okozonen berucksichtigt werden In diesem Zusammenhang entwickelten die beiden amerikanischen Geographen Erle C Ellis und Navin Ramankutty das 2008 veroffentlichte Modell der Anthrome 7 Der Begriff Anthrom ist eine Abkurzung fur Anthropogenes vom Menschen beeinflusstes Biom Die Autoren haben 18 verschiedene Anthrome ausgewiesen sowie die verbleibenden ungenutzten Wildnisgebiete in drei Biome unterteilt Diese Einteilung ermoglicht erstmals eine globale Darstellung des okologischen Ist Zustandes der Erde Probleme Bearbeiten Animation Prognostizierte Verschiebung der Klimazonen nach dem Worst Case Szenario des IPCC Jede Einteilung der gesamten Biosphare in wenige Grossraume muss mit groben Verallgemeinerungen einhergehen Die an jedem einzelnen Ort herrschenden Bedingungen mussen abstrahiert und gemittelt werden so dass die tatsachliche Vielfalt nicht abgebildet werden kann Aufgrund dieser Vielfalt an Faktoren die ein bestimmtes Okotop ausmachen gibt es auch selten einen Standort der der Beschreibung einer Okozone vollstandig entspricht uberall gibt es kleine Ausnahmen und Besonderheiten Viele Einflusse auf ein Okosystem entziehen sich einer Regelmassigkeit so etwa die Verteilung von Gesteinen die Verteilung von Meer und Landmassen oder das Relief Dadurch entstehen zahlreiche Unregelmassigkeiten die sich nicht mit einer Okozone in Zusammenhang bringen lassen sondern azonale Lebensgemeinschaften bedingen Besonders die Hohenzonierung in Gebirgen uberlagert die Einteilung der Okozonen so dass eine dreidimensionale Betrachtung notig ware Der Ubergang von einer Okozone zur anderen Okoton erfolgt nicht abrupt sondern allmahlich mit mehr oder weniger breiten Ubergangszonen Eine Kartografie dazu noch im globalen Massstab suggeriert dagegen eine harte Trennlinie deren genaue Lage aber willkurlich festgelegt werden muss und deshalb auch je nach Autor schwankt Eine Okozone ist durch viele verschiedene Kriterien gekennzeichnet die sich nicht unbedingt zugleich andern die Grenzziehung fallt deshalb unterschiedlich aus je nachdem auf welche Kriterien am meisten Gewicht gelegt wird Der Verlauf der Okozonen hat sich im Laufe der Zeit immer wieder geandert wahrend der Eiszeit etwa waren sie weit nach Suden verschoben Die heutigen Okosysteme an einem bestimmten Ort lassen sich deshalb nicht ausschliesslich mit den heute herrschenden Umweltbedingungen erklaren sondern die historische Entwicklung muss berucksichtigt werden Die derzeit stattfindende vom Menschen verursachte globale Erwarmung wird zweifellos im Laufe der kommenden Jahrzehnte zu einer Verschiebung der Klimazonen und damit auch der Okozonen fuhren In der Regel wird es sich um eine Nordverschiebung bzw Hohenverschiebung der Hohenstufen handeln Nahere Informationen siehe Abschnitt Verschiebung der Landschaftszonen durch den Klimawandel bzw Hauptartikel Folgen der globalen ErwarmungDie einzelnen Okozonen Bearbeiten Okozonen der Erde nach Schultz weitgehend flachentreue Eckert VI Kartenprojektion HOHE BREITEN Polare Subpolare Zone Eisschild Tundren Boreale Zone MITTELBREITEN Feuchte Mittelbreiten Trockene Mittelbreiten Wusten und Halbwusten Grassteppen SUBTROPEN und RANDTROPEN Winterfeuchte Subtropen Immerfeuchte Subtropen Tropisch subtropische Trockengebiete Wusten und Halbwusten Winterfeuchte Gras u Strauchsteppen Sommerfeuchte Dornsavannen u steppen TROPEN Sommerfeuchte Tropen Trockensavannen Feuchtsavannen Immerfeuchte Tropen Gebirgszuge schwarz Jurgen Schultz hat fur sein Modell der Okozonen eine Einteilung in neun Zonen vorgenommen Andere Autoren orientieren sich nicht immer daran so dass die Anzahl der Zonen und ihre Bezeichnungen anders sein konnen Das Modell der FAO 8 verwendet z B eine Untergliederung in 20 Zonen und nahert sich damit mehr den klassischen Modellen der Vegetationszonen an Siehe Karte im Artikel Landschaftszone Die Verbreitung der Okozonen auf der Erde ist annahernd parallel zu den Breitenkreisen rund um die Erde breitenzonal angeordnet und vielfach raumlich voneinander isoliert disjunkt auf die Kontinente verteilt Neben einer weiteren Unterteilung in Subzonen wird manchmal auch eine Staffelung nach Hohenstufen vorgenommen Die im Folgenden genannten ungefahren Flachenanteile beziehen sich auf die gesamte Landflache der Erde Die bei Schultz genannten Anteile wurden dazu neu berechnet da Gronland und die Antarktis nicht mit erfasst waren 9 Die Anteile der mit einem gekennzeichneten Subzonen wurden aus einer Tabelle der FAO angepasst und eingefugt 10 Die im Folgenden verwendeten Bodennamen entsprechen dem internationalen Bodenklassifikationssystem World Reference Base for Soil Resources WRB von 2015 6 Polare Subpolare Zone 14 8 10 8 eisbedeckte Flachen und Polare Wusten sowie 4 0 Tundren Die Polare und subpolare Zone auch arktische und antarktische Zone genannt besitzt ein arktisches bzw antarktisches Klima Subzonen sind die eisbedeckten Polarregionen die polare Wuste sowie die Tundrenzone Die baumlose Tundra wachst auf humusreichen Permafrostboden Sind diese mineralisch so gehoren sie zu den Cryosolen sind sie organisch so handelt es sich um Histosole Die Biodiversitat ist gering viele Tiere sind eng an die umgebenden Ozeane gebunden Boreale Zone 13 1 2 6 Waldtundren inkl Offene Flechtenwalder in Nordamerika und 10 5 boreale Nadelwalder Die boreale Zone kommt nur auf der nordlichen Halbkugel vor In einem kalt gemassigten Klima mit kuhlen Sommern und langen Wintern kommen dort borealer Nadelwald und grosse Moorgebiete vor Sie lasst sich in die drei Zonen der Waldtundra des offenen Flechtenwaldes und des geschlossenen borealen Nadelwaldes Taiga unterteilen Die trockeneren kontinentalen Bereiche werden von Cryosolen dominiert also mineralischen Permafrostboden In den feuchteren ozeanischen Gebieten sind Podsole verbreitet Ausserdem sind organische Boden Histosole haufig die mit oder ohne Permafrost auftreten konnen Die Anzahl der Lebewesen und ihre Diversitat ist gering wenn auch grosser als in der polaren Zone Feuchte Mittelbreiten 9 7 4 9 Mischwalder und 4 8 sommergrune Laubwalder inkl temperierter Regenwalder Die nemorale Zone auch temperate Zone feuchte Mittelbreiten oder feucht gemassigte Zone genannt kommt in mehreren Teilgebieten auf der Erde vor Europa und nordwestliches Asien Ostasien ostliches Nordamerika westliches Nordamerika auf der Sudhalbkugel dort australe Zone genannt sehr kleine Teilgebiete in Chile und Neuseeland Subzonen sind der temperierte Regenwald der sommergrune Laubwald und der Mischwald am Sudrand der borealen Zone Sie zeichnen sich durch ein Klima mit massiger Frostbelastung und ganzjahrig ausreichendem Niederschlag aus Hier wachsen Walder typischerweise auf Cambisolen oder auf Boden mit Lessivierung wie z B Luvisolen oder Alisolen Die Biodiversitat steigt gegenuber der borealen Zone nochmals an Trockene Mittelbreiten 11 1 8 1 Grassteppen und 3 0 temperierte Halbwusten und Wusten Die kontinentale Zone oder trockenen Mittelbreiten besitzen ein Klima mit heissen trockenen Sommern und kalten Wintern Je nach Trockenheit findet ein Ubergang von der Waldsteppe uber verschieden hohe Grassteppen bis zur Wuste statt entsprechende Boden sind Chernozeme Kastanozeme und Phaeozeme Sie findet sich in Nordamerika und in Asien im Innern der Kontinente in Sudamerika und Neuseeland im Regenschatten von Gebirgen Winterfeuchte Subtropen 1 7 Hartlaubwalder Die winterfeuchten Subtropen auch mediterrane oder meridionale Zone genannt sind im Sommer heiss und trocken im Winter feucht mit geringer bis gar keiner Frostbelastung Benannt nach dem grossten Teilgebiet rund um das Mittelmeer erstrecken sich weitere Teilgebiete in Kalifornien Mittelchile Sudafrika Kapprovinz und dem sudwestlichen Australien Die Boden sind basenreich oft durch Hamatit rot gefarbt und gehoren vornehmlich zu den Cambisolen und Luvisolen Stark tonige rote Cambisole heissen in der Deutschen Bodensystematik Terra rossa Auf ihnen wachsen Walder aus Hartlaubgeholzen Sklerophylle die gegen langeren Frost empfindlich sind Bei zunehmender Trockenheit gehen sie in subtropische Strauch und Grassteppen mit Winterregen uber die auf Calcisolen verbreitet sind Immerfeuchte Subtropen 4 0 warmtemperierte Feucht und Lorbeerwalder Die immerfeuchten Subtropen oder laurale Okozone sind kaum durch Frost belastet der Regen fallt ganzjahrig oder mit einem Maximum im Sommer so dass kein Wassermangel herrscht Verbreitet sind saure Boden mit Lessivierung namlich Alisole und Acrisole Sie tragen einen immergrunen Laubwald der gegen Frost etwas empfindlich ist Diese Verhaltnisse finden sich in kleinen Gebieten im Sudosten der Kontinente Tropisch subtropische Trockengebiete 20 8 2 3 winterfeuchte Gras und Strauchsteppen der Subtropen 6 4 tropische Dornsavannen und steppen sowie 12 1 heisse Halbwusten und Wusten der Subtropen Tropische und subtropische Trockengebiete bilden die dauernd heissen Wusten Niederschlag kann zu unterschiedlichen Jahreszeiten fallen er reicht aber nur fur eine sparliche Wustenvegetation In den Boden akkumulieren sich in geringer Tiefe Ionen die bei hoheren Niederschlagen ausgewaschen wurden Bei Dominanz von Carbonaten sind es Calcisole bei Gips Gypsisole bei Siliciumdioxid Durisole und bei leichtloslichen Salzen Solontschake In der Felswuste kommen auch Leptosole vor und in der Sandwuste Arenosole Die Biodiversitat ist hier gering Eine Unterteilung ist moglich in winterfeuchte Gras und Strauchsteppen tropische Dornsavanne sowie heisse Wusten Sommerfeuchte Tropen 16 4 4 4 Trockensavannen 2 6 tropische Trockenwalder und 9 4 Feuchtsavannen Weite Teile der Tropen haben ein wechselfeuchtes Klima mit ganzjahrig hohen Temperaturen und einer Einteilung in Regen und Trockenzeiten Hier wachsen tropischer laubabwerfender Wald oder Savannen Die Boden sind oft schon stark verwittert aber relativ basenreich wie etwa die Lixisole Die Diversitat und Komplexitat der Okosysteme steigt mit der verfugbaren Feuchtigkeit rasch an Immerfeuchte Tropen 8 4 tropische Regenwalder In den immerfeuchten Tropen fehlt eine Einteilung in Jahreszeiten es ist ganzjahrig warm und feucht Hier wachsen immergrune tropische Regenwalder mit der hochsten Biodiversitat Die Verwitterung ist wegen der hohen Temperaturen und des grossen Wasserdargebots relativ rasch In Regionen die seit langerem kaum Gebirgsbildung und Erosion kannten sind ausserdem die Boden sehr alt Dies trifft vor allem auf die aquatorialen Tieflander Afrikas und Sudamerikas zu in denen Ferralsole verbreitet sind also Boden die vom Tonmineral Kaolinit dominiert werden welcher kaum Nahrstoffe speichern kann Ackernutzung ohne intensive Dungung fuhrt daher zu rascher Nahrstoffverarmung Literatur BearbeitenJurgen Schultz Die Okozonen der Erde Ulmer Stuttgart 2016 5 Aufl ISBN 978 3 8252 4628 0 Jurgen Schultz Okozonen Ulmer Stuttgart 2010 ISBN 978 3 8252 3424 9 G Grabherr Farbatlas Okosysteme der Erde Ulmer Stuttgart 1997 ISBN 3 8001 3489 6 Hermann Remmert Spezielle Okologie Terrestrische Systeme Springer Berlin 1998 ISBN 3 540 58264 9 M Richter Vegetationszonen der Erde Klett Perthes Gotha 2001 ISBN 3 623 00859 1 W Frey R Losch Lehrbuch der Geobotanik Gustav Fischer Stuttgart 1998 ISBN 3 437 25940 7 J Pfadenhauer F Kotzli Vegetation der Erde Springer Spektrum Heidelberg 2014 ISBN 978 3 642 41949 2 W Zech P Schad G Hintermaier Erhard Boden der Welt 2 Auflage Springer Spektrum Heidelberg 2014 ISBN 978 3 642 36574 4 Weblinks Bearbeiten Commons Okozonen Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Diercke Weltatlas OkozonenEinzelnachweise Bearbeiten Kehl H Vegetationsokologie Tropischer amp Subtropischer Klimate LV TWK B 8 TU Berlin Anselm Kratochwil A Schwabe Okologie der Lebensgemeinschaften Biozonologie Ulmer Stuttgart 2001 S 75 76 ISBN 3 8252 8199 X H Haeupler Die Biotope Deutschlands In Bundesamt fur Naturschutz Hrsg Schriftenreihe fur Vegetationskunde Nr 38 2002 ISSN 0085 5960 S 247 f FAO UNESCO Hrsg Soil Map of the World 11 Volumes 1 5 Mio UNESCO Paris 1971 1981 FAO UNESCO Soil Map of the World Legend UNESCO Paris 1974 a b IUSS Working Group WRB World Reference Base for Soil Resources 2014 Update 2015 World Soil Resources Reports 106 FAO Rome 2015 Erle C Ellis u Navin Ramankutty Putting people in the map anthropogenic biomes of the world The Ecological Society of America Washington D C 2008 Global Ecological Zoning for the global forest resources assessment 2000 J Schultz Die Okozonen der Erde Ulmer Stuttgart 2008 ISBN 978 3 8252 1514 9 Global Ecological Zoning for the global forest resources assessment 2000 FAO Rom 2001Okozonen nach J Schultz Polare Subpolare Zone Boreale Zone Feuchte Mittelbreiten Trockene Mittelbreiten Winterfeuchte Subtropen Immerfeuchte Subtropen Tropisch subtropische Trockengebiete Sommerfeuchte Tropen Immerfeuchte Tropen Normdaten Sachbegriff GND 4132388 9 OGND AKS Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Okozone amp oldid 217880846, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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