fbpx
Wikipedia

Étretat von SPOT

Étretat liegt auf Meereshöhe direkt am Ärmelkanal in einer der wenigen Talöffnungen in der 120 km langen Steilküste zwischen Dieppe und Le Havre, die wegen ihrer hellen Färbung Alabasterküste genannt wird. Der Tidenhub ist, wie überall in der Normandie, beträchtlich.

Die Klippen von Étretat entstanden in der Oberkreide. Sie bestehen im Wesentlichen aus weißer Kreide und aus Feuerstein. Andere Mineralien, die an der Küste der östlichen Normandie häufig sind, kommen bei Étretat nicht vor. Man findet dort weder den Sandstein, der im Norden des Départements in der Gegend von Dieppe auftritt, noch den gelblichen Oolith aus der Gegend von Caen.

Bei Fécamp, etwas weiter nördlich, findet man die höchsten Klippen dieses Typs mit 105 m Höhe. Die Falaises d’Aval südwestlich von Étretat sind 75 m hoch, die östlich gelegenen Falaises d’Amont sind 84 m hoch. Unterhalb der Klippen findet man Geröll, das vom Absturz großer Felsbrocken herrührt. Die Erosion durch Regenwasser, das in die poröse Kreide eindringt, und Frost fördern diesen Zerfall. An der Basis erodiert die Meeresbrandung den Fels.

Die Kreide wird im Meerwasser gelöst und fortgespült. Der schichtweise abgelagerte Feuerstein bleibt unterhalb der Felsen liegen. Er wird in der Meeresbrandung zu rundlichen Kieseln geschliffen. Diese bilden die charakteristischen Kiesstrände an der Alabasterküste. Die Erosion durch Süßwasser und Eis hat einen stärkeren Einfluss als diejenige durch das Meer. Dies zeigt sich an den Kiesstränden im Seinetal, bei denen das Meer keine Rolle spielt.

Die drei markanten Felsbögen Porte d’Amont, Porte d'Aval und Manneporte verdanken ihre Entstehung jedoch der Meeresbrandung und nicht einem Fluss, der parallel zur heutigen Küstenlinie verlaufen wäre, wie es häufig unrichtig dargestellt wird. Die Felsnadel Aiguille besteht aus etwas härterem Kalkstein, der dieser rückschreitenden Erosion bis heute widerstanden hat. Eine weitere bekannte Formation ist der Pointe de la Courtine.

Entgegen älteren Quellen ist der Name Étretat weder lateinischen noch gallorömischen Ursprungs. Wahrscheinlich handelt es sich um einen altnordischen Namen. In dieser Region der Normandie sind solche Namen besonders häufig.

Um 1040 wurde der Ort zum ersten Mal als Strutat erwähnt. Dieser Name findet sich auch in Quellen vom 12. bis zum 15. Jahrhundert wieder, regelmäßig als Estrutat und Estrutart erwähnt. Andere Formen wie Estretot und Estretal traten nur vereinzelt auf und waren wahrscheinlich Schreibfehler.

Der erste Namensteil findet sich in Eturville (Département Manche, 1165 Sturvilla), in Étreville (Département Eure, 1054 Sturivilla, 1148 Esturvilla) und in Eturqueraye (Département Eure, neben Étreville). Es handelt sich wahrscheinlich um den skandinavischen männlichen Vornamen Styri oder Sturi. Im Familiennamen Estur, der im Pays de Caux noch verbreitet ist, findet er sich wieder. Im altnormannischen Fachnamen esturman („Mann des Steuers, Lotse“), der als Strumannus latinisiert worden ist, wird die gleiche phonetische Entwicklung festgestellt. Dieses Wort ist im Cartulaire de Jersey zum ersten Mal erwähnt und es leitet aus dem altnordischen stýrimaðr ab.

Das zweite Element ist möglicherweise das altnordische staðr „Ort“.

Eine andere Interpretation besagt, dass der erste Namensteil sich von dem Personennamen Thor, Thori ableitet, wie bei den normannischen Orten namens Tourville. In diesem Fall gibt es zwei Metathesen: *Thorstaðr zu *Stortat, *Sturtat und endlich zu Strutat 1040. Besonders häufig sind diese Metathesen im Dialekt des Pays de Caux, dem Cauchois.

Anfänge

Archäologische Funde belegen, dass der Ort schon im Altertum besiedelt war. Es sind aber keine Einzelheiten über die Bedeutung des Ortes oder das Leben seiner Bewohner in der Antike bekannt. Selbst der antike Name ist nicht überliefert.

Mit der Stadt Iuliobona, Lillebonne, war der Ort über eine Römerstraße verbunden. Mehrere Objekte aus der gallorömischen Zeit haben bis in die heutige Zeit überdauert: ein drei Kilometer langer Aquädukt, dessen obere Hälfte im 19. Jahrhundert zerstört wurde, Münzfunde, Gefäße, eine Villa rustica, eine Grabstätte für Feuerbestattungen mit einigen wenigen Urnen aus Terrakotta, roten Steinguttellern und Eisennägeln. Der Abbé Cochet exhumierte vier weitere Grabstätten mit 18 Vasen. Wie andernorts auch beweisen diese Fundstücke römischer Zivilisation nicht eindeutig die Anwesenheit von Römern, sondern die allmähliche Wandlung der keltischen Bevölkerung, in diesem Fall der Caleti, zur römischen Lebensweise. Vorangetrieben wurde dieser Wandel von den eigenen Eliten dieser Bevölkerung. Aus der Zeit bis etwa 200 nach Christus wurde kein römisches Militärgrab und kein Feldlager im gesamten Nordwesten Galliens entdeckt.

Im jardin du presbytère, dem Presbytergarten, befindet sich ein Friedhof aus Merowingischer Zeit. Unter anderem wurden in jener Zeit einige römische Soldatengräber dorthin verlegt. Sie enthielten eine Spatha, Agraffen aus Bronze, Centurionen-Schilde und ein Scramasax sowie ein Dutzend Skelette in sitzender Haltung. Andere Grabstätten enthielten Gegenstände aus Feuerstein am Fuß der Beigesetzten, drei Scramasaxe, Schließen und Schilde aus tauschiertem Eisen, knöchernen Nadeln und anderen Gegenständen. Die ausgegrabenen Gegenstände und die Waffenfunde, deren Verbreitung auf Grabstätten beschränkt war, deuten auf Franken oder Sachsen her, die sich dort niederließen, ähnlich wie in Frénouville oder Vron. Ebenso wie die Kelten assimilierten sich auch die Germanen an die römische Lebensweise.

Austernpark

Der Austernpark wurde 1777 gebaut, angeblich für Königin Marie-Antoinette. Die gezüchteten Austern stammten nicht aus Étretat selbst, sondern wurden von zwei Booten (Syrène und Cauchoise) aus Cancale angeliefert, 100 Millionen Austern im Jahr. Diese blieben hier einige Monate, abwechselnd in Salz- und Süßwasser, was der Geschmacksverfeinerung dienen sollte. Dann wurden sie nach Paris weitertransportiert.

19. Jahrhundert

Häuser der Fischersiedlung aus dem 19. Jahrhundert

Für Étretat bedeutete das 19. Jahrhundert den Übergang vom traditionellen Fischerdorf zum Badeort. Den Plan, dort einen Kriegshafen zu bauen, den bereits von Franz I. bis Napoleon Bonaparte überlegten, wurde in dieser Zeit endgültig aufgegeben. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zählte man nicht weniger als 25 bis 30 Fischkutter am Perrey, dem Strandbollwerk. Dann ging ihre Zahl rasch zurück, bis schließlich nur noch ein einziger übrig blieb. Sie wurden durch kleine Boote ersetzt, mit denen in Küstennähe gefischt wurde. Clinques, Schiffe mit traditioneller Klinker-Beplankung, fuhren bis Dieppe, um Hering zu fischen. Das Dorf zählte gegen Herbstende regelmäßig 250 bis 300 Seeleute. Ende des Jahrhunderts blieb die Makrele als einziger nennenswerter Fangfisch übrig, dem man während der drei Sommermonate nachstellte.

Die Unzugänglichkeit des Ortes erschwerte den Bau von Telegrafen- und Telefonleitungen. Aufgrund des sandlosen Kiesstrandes blieb Étretat als Badeort weniger erfolgreich als Trouville-sur-Mer oder selbst Dieppe oder Le Havre. Die Entwicklung des Tourismus kam erst nach 1843 in Schwung. Alphonse Karr, der einen erfolgreichen Roman über den Ort schrieb, trug viel zu dessen Popularität bei. In jener Zeit wurden die Straßen nach Fécamp und nach Le Havre gebaut. Regelmäßige Verbindungen mit Pferde-Omnibussen wurden eingerichtet. Schließlich erlösten 1890 eine Bahnlinie und ein Bahnhof den Ort, der damals als Sommerfrische schon bekannt war, aus der Isolation.

In immer rascher wachsender Zahl baute man große Villen im Stil, wie er in den Badeorten vorherrschte. Auch der Ort selbst wurde zum großen Teil neu erbaut, mit Häusern aus behauenem Feuerstein und aus Ziegelsteinen. 1852 eröffnete ein Casinohaus, das aus Holz und Schiefer bestand. Es wurde von der neu gegründeten Société des Bains de mer d’Étretat betrieben. in ihm fanden Bühnenaufführungen, wie beispielsweise Orpheus in der Unterwelt von Jacques Offenbach statt. Der Komponist besaß in Étretat eine Villa, die er nach dieser komischen Oper benannte.

20. Jahrhundert

Mairie (2011)

Nach dem Ersten Weltkrieg, als die Lebensbedingungen und Verkehrsmittel sich verbesserten und bezahlter Urlaub üblich wurde, nahm der Tourismus stark zu. Der dichten Besiedlung geschuldet, sank die Wasserqualität, die Biodiversität und selbst die Luftqualität. Eine große Anzahl von Künstlern, Intellektuellen und Politikern, die den Ort zuvor besucht hatten, mieden nun diesen Ort des Massentourismus. Der Zweite Weltkrieg setzte diesem Wachstum ein Ende. Die deutschen Besatzer bauten das Meeresufer um, rissen sogar das Casino und Villen zugunsten von Wehranlagen ab. Nach dem Krieg wurde die Meeresfassade in umstrittener Form wiederaufgebaut. In den 2000er Jahren waren die Wiederaufbauarbeiten an der Strandpromenade Perrey und der Wiederaufbau des Casino abgeschlossen.

Mehr und mehr wurde der Ort zum Ziel eines internationalen Tourismus. Unter anderem durch die Gemälde von Claude Monet und Gustave Courbet wurden die Kreideklippen von Étretat bekannt. Auch die Nähe zu Paris, Rouen und Le Havre förderte den Zustrom des internationalen Publikums. Trotzdem gibt es auch weiterhin die traditionellen Sommerfrischler. Diese Feriengäste kommen häufig aus der Pariser Region. Viele besitzen seit Generationen ein Haus und pflegen Freundschaften mit der örtlichen Bevölkerung.

In den engen Straßen des Ortes wurde der Autoverkehr und das Miteinander von Fußgängern und Autos zu einem Problem, besonders an den Wochenenden und während der Sommerferien. Um den Verkehr zu mindern, ließ die Stadtverwaltung große Parkplätze in der rue Guy de Maupassant einrichten, in der Nähe der kleinen protestantischen Kirche und gegenüber dem Seniorenheim Germaine Coty. In jüngster Vergangenheit wurde ein weiterer großer Parkplatz an der route du Havre erbaut.

1990 gab der letzte Berufsfischer am Ort sein Gewerbe auf.

Der Brunnen von Olive

Zur Zeit der Völkerwanderung wusch eine junge Frau namens Olive ihre Wäsche in einem Brunnen am Strand, als sie sich von einer Horde Wikinger umzingelt sah. Sie betete zu Gott um Errettung aus deren Hand und gelobte, eine Kirche zu bauen. Ein Sturm kam auf, und die Boote der Wikinger wurden ins Meer zurückgedrängt. Olive entschied, die Kirche am Strand zu bauen. Aber der Teufel schaffte die dafür herbeigebrachten Steine an den Fuß des Hügels Saint-Clair, und so wurde die Kirche an ihrem heutigen Standort gebaut.

Die Chambre des Demoiselles

Eines Tages wurden drei junge Frauen vom Herrn von Fréfossé entführt und in eine Grotte, die Chambre des Demoiselles, eingesperrt. Da sie sich ihm jedoch verweigerten, wurden sie lebendig eingemauert. So verharrten sie drei Tage und drei Nächte, und Fischer hörten ihr Wehklagen, bis es erlosch. Da sah eine alte Frau vom Strand aus drei Engelsformen zum Himmel aufsteigen.

Der indische Fürst

Der indische Fürst Bapu Saheb Gatjay verbrachte zusammen mit seinem Schwiegersohn und dessen Gefolge vor der Weiterreise nach Oxford den Sommer 1884 in Étretat. Er erlag aber trotz ärztlicher Behandlung binnen weniger Tage einer Erkrankung. Nach hinduistischem Ritus sollte der Leichnam verbrannt werden; dazu wurde der damalige Bürgermeister Étretats Adolphe Boissaye um Erlaubnis gefragt. Der gab das um acht Uhr abends, also nach Dienstschluss, telegraphisch an den Präfekten des Départements weiter und stellte dabei klar, dass die Zeremonie bei ausbleibender Antwort in der darauffolgenden Nacht stattfinden werde. Als um Mitternacht keine Antwort zurückgekommen war, wurde der Leichnam in die Stadt gebracht und dort zwei Stunden später in aller Eile auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Bei Morgengrauen waren nur noch einige Knochen vorhanden, um sechs Uhr morgens gar keine Spuren mehr zu finden. Als sich die Nachricht verbreitet hatte, eilten die Stadtbewohner zum Strand, fanden aber nur geschwärzte Kiesel. Am selben Morgen traf eine Depesche des Präfekten ein: „Einäscherung strengstens verboten“.

Liste der Bürgermeister
Zeitraum Name Partei Beruf
1961 1965 Françoise Lieury
1965 1971 Henri Collin
1971 2001 Henri Dupain
2001 2005 Monique Chevessier-Xiberas
2005 2008 Jean-Bernard Chaix
2008 Franck Cottard

Étretat
  • „In Grün zwei gekreuzte gestürzte silberne Schlüssel unter blauem Schildhaupt, darin balkenweise drei goldene Muscheln.“
  • frz.: « De sinople aux deux clefs d'argent passées en sautoir, au chef cousu d'azur chargé de trois coquilles d'or. »
Anzahl Einwohner
Jahr 196819751982199019992008
Einwohner 1.4721.5251.5771.5651.6151.505
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

1793 hatte Étretat 925 Einwohner. Nachdem die Bevölkerung bis auf 1591 im Jahr 1836 angewachsen war, sank sie auf 1014 im Jahr 1841. Danach stieg sie konstant an, 1886 erreichte sie mit 2131 ihren Höhepunkt. Sie blieb dann bei etwa 2000 Einwohnern, nach dem Ersten Weltkrieg waren es etwas weniger. Seit 1962 werden die Einwohner mit Zweitwohnsitz nicht mehr mitgezählt; seitdem pendelte sich die Einwohnerzahl bei rund 1500 Bewohnern ein.

Wichtigster Wirtschaftszweig am Ort ist der Tourismus. Gemeinsam mit dem Palais Bénédictine in Fécamp, der Kathedrale von Rouen und dem Haus und Garten Claude Monet in Giverny gehört Étretat zu den vier meistbesuchten touristischen Zielen der Haute-Normandie.

Arche und Aiguille

Die Porte d’Aval und die Aiguille am Morgen

Ein Erosion haben einen natürlichen Brückenbogen geformt, die Arche, auch Porte d’Aval (Elefantenrüssel) genannt, sowie die Felsnadel Aiguille.

Maurice Leblanc beschrieb sie folgendermaßen:

« Roc énorme, haut de plus de quatre-vingts mètres, obélisque colossal, d'aplomb sur sa base de granit »

„Gewaltiger Fels, mehr als achtzig Meter hoch, kolossaler Obelisk, lotrecht auf seinem Fundament aus Granit

Maurice Leblanc: L'Aiguille creuse, 1909

Schon zu Lebzeiten von Leblanc zog der Ort viele Touristen an, darunter die Lupinophilen: Bewunderer von Leblancs Romanfigur Arsène Lupin, amerikanische Studenten, die den Eingang zu der Höhle finden wollten, wo der Gentleman-Einbrecher den Schlüssel zum Schatz der Könige von Frankreich gefunden hatte. Der Film Arsène Lupin – Der König unter den Dieben bietet zahlreiche Panoramaansichten der Falaise d’Aval und der Aiguille.

Manneporte

Manneporte

Der Name Manneporte kommt aus dem Altfranzösischen manne porte, großes Tor. Manne, von lateinisch magnum oder magna, findet sich wieder in Ortsnamen wie Manéglise und Mandeville. Die Manneporte befindet sich südwestlich der Valleuse de Jambourg und der Porte d'Aval und ist größer als sie. Zwischen Manneporte und dem südwestlich hiervon gelegenen Pointe de la Courtine entspringt die Quelle Les Pisseuses direkt aus dem Steilufer.

Falaise d’Amont

Porte d'Amont

Die Porte d’Amont ist das kleinste der drei Felsentore.

Auf dem Gipfel oberhalb der Klippe erhebt sich die Kapelle der Notre-Dame-de-la-Garde, Schutzpatronin der Seeleute. Die Vorgängerin der heutigen Kapelle wurde im 19. Jahrhundert im neugotischen Stil erbaut und von den deutschen Besatzern gesprengt. Ferner befindet sich auf dem Felsen ein kleines Museum, erbaut vom Architekten Gaston Delaune und das Nungesser-und-Coli-Denkmal. Es ist den Piloten Charles Nungesser und François Coli gewidmet, die 1927 bei dem Versuch, den Atlantik zu überfliegen, verschollen gingen.

Strand und Felsenweg

Die Kapelle Notre-Dame de la Garde oberhalb der Porte d'Amont mit Blick nach Südwesten zur Porte d’Aval und der Aiguille

Von Klippen umgeben ist der Strand gut gegen die vorherrschenden Winde geschützt. Im Sommer ist er belebt und nimmt den Charakter eines Festplatzes an, um im Winter wieder seinen rauen und grandiosen Charakter hervorzukehren. Es ist mühsam, auf den Kieseln zu gehen.

Sie sind jedoch ein wichtiger Schutz gegen die Wellen, indem sie deren Wucht dämpfen. Deshalb ist es verboten, Strandkiesel mitzunehmen. Durch die natürliche Meeresströmung werden sie jedoch in nördlicher Richtung verfrachtet. Einstmals gab es am Strand Pferde, beladen mit Körben voller aufgesammelter Strandkiesel. Die silikatreichen Steine wurden hauptsächlich an Porzellan-, Keramik- und Glasfabriken verkauft.

Zwischen Strand und Ort befindet sich ein Damm, der gleichzeitig als Promenade dient; er wird Perrey oder auch Perré genannt. Dieser Dialektausdruck bedeutet mit Schotter bedeckt. Er bezeichnete ursprünglich nur den Abschnitt des Strandes, von dem aus die Boote zu Wasser gelassen wurden. Der Damm ist nötig, um den Ort vor Sturmfluten zu schützen.

Am Fuß der Falaise d’Aval findet man noch einige Wehrmachtsbunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Ebenfalls unterhalb dieser Felsklippe findet man die Caloges. Dieser Dialektausdruck bezeichnet alte Fischerboote, die von ihren Besitzern in Schutzhütten und Lagerräume für Werkzeug umgewandelt wurden. Sie sind mit Reet gedeckt.

In dem bei Ebbe freiliegenden Uferstreifen unterhalb der Porte d’Aval findet man Vertiefungen im Kalksockel, die zum Teil mit grünen Algen überwachsen sind. Es handelt sich um die Überreste ehemaliger Austernkulturen, die jedoch nur wenige Jahre betrieben wurden. Unterhalb, seitlich am Felsbogen, sieht man ein großes schwarzes Loch im Fels, das Trou à l'homme. Es verdankt seinen Namen einem schwedischen Seemann, dem einzigen Überlebenden einer Schiffskatastrophe während eines fast 24 Stunden dauernden Sturms. Die Höhle ist über eine eiserne Leiter erreichbar und liegt auch während der Springtide stets oberhalb des Wasserspiegels. Immer wieder werden jedoch Besucher von der Flut dort eingeschlossen; es bleibt ihnen dann nur die Wahl zwischen einem Feuerwehreinsatz oder sechsstündigem Warten bis zur nächsten Ebbe.

Der lange Tunnel, der sich hinter dem Trou à l'homme öffnet, führt zur Bucht namens Petit-Port am unteren Ende eines Trockentals zwischen den Felsen.

Zum Gipfel oberhalb des Felsens gelangt man unmittelbar vom Strand aus über einen gut gepflegten Treppenstieg und am Golfplatz vorbei. Dort oben bietet sich ein Ausblick über den Ort, die Aiguille und die Manneporte. Man kann dort auch die kleine Höhle Chambre des demoiselles aufsuchen, die von Maurice Leblanc in L'Aiguille creuse beschrieben wurde. Der Sage nach spuken dort die Geister von drei Fräuleins, die vom Chevalier de Fréfossé ermordet wurden, weil sie sich seinen Avancen widersetzt hatten. Er ließ sie in Fässern, die nach innen mit langen Nägeln gespickt waren, vom Felsen stürzen. Seitdem verfolgen ihn ihre Geister Nacht für Nacht bis in sein Schloss.

Von der Porte d'Amont gelangt man ebenfalls auf den Felsen, aber der Aufstieg ist sehr viel steiler.

Notre-Dame

Notre-Dame d’Étretat

Die Kirche Notre-Dame d’Étretat liegt etwas abseits vom Ortszentrum. Gemessen an der Ortsgröße handelt es sich um ein großes Gebäude, was vermutlich damit zusammenhängt, dass es sich um einen Ableger der reichen Abtei Fécamp handelt. Sie wurde im 12. und 13. Jahrhundert erbaut und im 19. Jahrhundert renoviert und ist als Monument historique ausgewiesen.

Markthalle

Die Markthalle Étretat ist eine Rekonstruktion des ursprünglichen Holzbaus. Teilweise wurde sie von Zimmerleuten aus der Region mit historischen Balken erbaut, die beispielsweise aus einer Scheune in Brionne stammen. Neben den regionalen Produkten, wie Cidre, Calvados, Pommeau, Camembert, traditionellem normannischen Gebäck oder Gegenständen des täglichen Bedarfs werden dort auch Kunstgegenstände und Souvenirs verkauft.

Schlösser, Herrenhäuser und Villen

Manoir de la Salamandre
  • Der Manoir de la Salamandre liegt in der Hauptstraße in der Nähe der Markthalle. Es gehört zu den ältesten Gebäuden im Ort. Ursprünglich stand das Gebäude in Lisieux in der Grande Rue Nr. 50. 1889 wurde es dort abgebaut und in Étretat wiederaufgebaut. Dabei wurden jedoch einige Elemente verändert: unter anderem wurde ein Kragbogen am Giebel hinzugefügt und die große ziegelgedeckte Dachmansarde wurde verlegt und mit Ziegeln gedeckt statt wie zuvor mit Schiefer. Die kleine Dachmansarde, die auf dem Bild zu sehen ist, gab es am alten Gebäude nicht. Der Name ist eine Nachahmung, denn der Manoir de la Salamandre war ein anderes Haus in Lisieux, das in der Rue aux Fèvres stand und heute nicht mehr existiert. Einige Skulpturen sind Kopien von solchen aus diesem ursprünglichen Haus.
  • Der Clos Lupin in der rue Guy de Maupassant war das Wohnhaus und Arbeitsrefugium von Maurice Leblanc. Der Schriftsteller kaufte 1918 die im anglonormannischen Stil im 19. Jahrhundert gebaute Villa und wohnte dort 20 Jahre lang. Heute beherbergt sie das Museum Le Clos Arsène Lupin, Maison Maurice Leblanc.
  • Das Château des Aygues war Baderesidenz der spanischen Königinnen Maria Christina und Isabella II. Zuvor hatte es Joseph Lubomirski gehört, der aus dem polnischen Hochadelsgeschlecht Lubomirski stammte und Groß-Kammerherr von Zar Nikolaus I. war. Es wurde im 19. Jahrhundert nach Plänen des Architekten Huchon aus Le Havre erbaut. Das als Monument historique ausgewiesene Gebäude steht im Sommer Besuchern offen; ferner können eine Suite und ein Zimmer des Schlosses als „Chambres d’hôtes de prestige“ gemietet werden.
  • Manoir de la Salamandre

  • Château des Aygues

  • Le Clos Lupin, Maison Maurice Leblanc

  • Von Guy de Maupassant ist ein Brief vom 3. November 1877 an Gustave Flaubert mit einer Schilderung der Felsen überliefert.
  • Ein Teil der Handlung des Arsène-Lupin-Romans L'Aiguille creuse von Maurice Leblanc spielt in Étretat.
  • Der Kriminalroman Maigret et la vieille dame von Georges Simenon spielt in Étretat, Yport und Fécamp
  • Die 2005 erschienene Erzählung Falaises von Olivier Adam beginnt mit dem Suizid seiner Mutter, die sich vom Felsen stürzt.
  • La porte d'Aval von Michelle Huenaerts, erschienen 2005, ist ein fantastischer Roman für Jugendliche, der in Étretat spielt.
  • Der 2008 erschienene Roman Les Pieds dans l'eau von Benoît Duteurtre erzählt von den Erinnerungen des Autors an den Ort.
  • Der 1984 erschienene Roman ‘‘Die Steinesammlerin‘‘ von Gert Heidenreich (Neufassung “Die Steinesammlerin von Étrétat” 2004) erzählt eine deutsch-französische Liebesgeschichte 1945.
  • Gustave Courbet, Étretat

  • Eine Version von La vague, Courbet, Étretat en 1869–1870, musée André-Malraux, Le Havre

  • Claude Monet, Étretat, 1883

  • Claude Monet, Étretat, la plage et la porte d'Amont, 1883

  • Claude Monet, Étretat, l'aiguille et la falaise, 1885

  • Claude Monet, la porte d'aval avec des bateaux partant à la pêche, 1885

  • Claude Monet, Pluie à Étretat, 1884

  • Claude Monet, La falaise d'Étretat, soleil couchant, 1883, 55,2 × 80,6 cm., North Carolina Museum of Art

  • Claude Monet, Tempête à Étretat, 1868

  • Claude Monet, Marée Haute, 1885

  • Claude Monet, Bateaux sur la plage à Étretat, 1885, Fondation Bemberg, Toulouse

  • Claude Monet, La manneporte à Étretat, 1886

Seit dem Beginn der Romantik war Étretat ein Sujet der Malerei. Die Liste der Maler, die sich damit beschäftigt haben, ist lang; zu ihnen zählen:

  • Pierre Auger, Gérard Granier: Le guide du Pays de Caux. Éditions la Manufacture 1993.
  • Abbé Cochet: Petite histoire d'Étretat. Éditions PyréMonde, 2006.
  • Françoise Foucher: Étretat, Éditions d’Art Jack, Louannec, Juni 2018, ISBN 978-2-37773-037-7, Seite 15.
  • Jean-Pierre Thomas: Un village né de la mer Étretat. Orep, 2010.
Commons: Étretat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Étretat – Reiseführer
  1. Nordic Names (englisch)
  2. dt. Gesellschaft der Seebäder von Étretat
  3. Gemeint ist nicht Granit im geologischen Sinn, sondern hartes, körniges Gestein im weiteren Sinn. Der Fels besteht nicht aus Granit.
  4. frz. empierré
  5. dt. Mannsloch
  6. dt. kleiner Hafen
  1. Pierre Auger, Gérard Granier: Le guide du Pays de Caux, éditions la Manufacture 1993. S. 76–77.
  2. Pierre Auger, Gérard Granier: Le guide du Pays de Caux, S. 79.
  3. Françoise Foucher, Étretat, Éditions d’Art Jack, Louannec, Juni 2018, ISBN 978-2-37773-037-7, Seite 4
  4. Raymond Lindon: Étretat, son histoire, ses légendes, les Éditions de Minuit 1963.
  5. Abbé Cochet: Petite histoire d'Étretat, Éditions PyréMonde, 2006, Urverlag 1845.
  6. François de Beaurepaire: Les Noms des communes et anciennes paroisses de la Seine-Maritime. Hrsg.: A. und J. Picard. Centre national de la recherche scientifique, Paris 1979, ISBN 2-7084-0040-1.
  7. François de Beaurepaire: Les noms des communes et anciennes paroisses de l’Eure, éditions Picard 1981, ISBN 2-7084-0067-3
  8. Elisabeth Ridel: Bateaux de type scandinave en Normandie (Xe siècle – XIIIe siècle), S. 311. In: Colloque international de la Hague, L'héritage des Vikings en Europe de l’ouest, Université de Caen 2002.
  9. De Beaurepaire 75
  10. Légendes (Étretat)
  11. Sendung Les États d'Étretat, Interview von Benoît Duteurtre, ausgestrahlt 1991
  12. Die Gemeinde auf cassini.ehess.fr
  13. Georges Bernage: Patrimoine normand 53 (2005). S. 29–37
  14. Séjourner aux Aygues (chateaulesaygues.com)

Alvimare | Ancretteville-sur-Mer | Angerville-Bailleul | Angerville-la-Martel | Angerville-l’Orcher | Anglesqueville-l’Esneval | Annouville-Vilmesnil | Auberville-la-Renault | Beaurepaire | Bec-de-Mortagne | Bénarville | Bénouville | Bernières | Beuzeville-la-Grenier | Beuzevillette | Bolbec | Bolleville | Bordeaux-Saint-Clair | Bornambusc | Bréauté | Bretteville-du-Grand-Caux | Cauville-sur-Mer | Cléville | Cliponville | Colleville | Contremoulins | Criquebeuf-en-Caux | Criquetot-le-Mauconduit | Criquetot-l’Esneval | Cuverville | Daubeuf-Serville | Écrainville | Écretteville-sur-Mer | Életot | Envronville | Épouville | Épretot | Épreville | Étainhus | Étretat | Fécamp | Fongueusemare | Fontaine-la-Mallet | Fontenay | Foucart | Froberville | Gainneville | Ganzeville | Gerponville | Gerville | Goderville | Gommerville | Gonfreville-Caillot | Gonfreville-l’Orcher | Gonneville-la-Mallet | Graimbouville | Grainville-Ymauville | Grand-Camp | Gruchet-le-Valasse | Harfleur | Hattenville | Hermeville | Heuqueville | Houquetot | La Cerlangue | La Frénaye | Lanquetot | La Poterie-Cap-d’Antifer | La Remuée | La Trinité-du-Mont | Le Havre | Les Loges | Les Trois-Pierres | Le Tilleul | Lillebonne | Limpiville | Lintot | Manéglise | Maniquerville | Manneville-la-Goupil | Mannevillette | Mélamare | Mentheville | Mirville | Montivilliers | Nointot | Norville | Notre-Dame-du-Bec | Octeville-sur-Mer | Oudalle | Parc-d’Anxtot | Petiville | Pierrefiques | Port-Jérôme-sur-Seine | Raffetot | Riville | Rogerville | Rolleville | Rouville | Sainneville | Saint-Antoine-la-Forêt | Saint-Aubin-Routot | Sainte-Adresse | Sainte-Hélène-Bondeville | Sainte-Marie-au-Bosc | Saint-Eustache-la-Forêt | Saint-Gilles-de-la-Neuville | Saint-Jean-de-Folleville | Saint-Jean-de-la-Neuville | Saint-Jouin-Bruneval | Saint-Laurent-de-Brèvedent | Saint-Léonard | Saint-Maclou-la-Brière | Saint-Martin-du-Bec | Saint-Martin-du-Manoir | Saint-Maurice-d’Ételan | Saint-Nicolas-de-la-Taille | Saint-Pierre-en-Port | Saint-Romain-de-Colbosc | Saint-Sauveur-d’Émalleville | Saint-Vigor-d’Ymonville | Saint-Vincent-Cramesnil | Sandouville | Sassetot-le-Mauconduit | Sausseuzemare-en-Caux | Senneville-sur-Fécamp | Sorquainville | Tancarville | Terres-de-Caux | Thérouldeville | Theuville-aux-Maillots | Thiergeville | Thiétreville | Tocqueville-les-Murs | Tourville-les-Ifs | Toussaint | Trémauville | Trouville | Turretot | Valmont | Vattetot-sous-Beaumont | Vattetot-sur-Mer | Vergetot | Villainville | Vinnemerville | Virville | Yébleron | Yport | Ypreville-Biville


Normdaten (Geografikum): GND:4278562-5(OGND, AKS) | LCCN:n90617993 | VIAF:157233261

Etretat franzosische Gemeinde Sprache Beobachten Bearbeiten Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Zur Fahre die ehemals den Namen Etretat trug siehe Stena Livia Etretat ist eine franzosische Gemeinde und ein Seebad mit 1237 Einwohnern Stand 1 Januar 2019 im Departement Seine Maritime in der Region Normandie Bekannt ist Etretat vor allem durch die steilen Felsklippen mit ihren aussergewohnlichen Felsformationen die den Ort auf beiden Seiten umrahmen Der Ort ist mit Hotels Restaurants Souvenirladen sowie vielfaltigen Freizeit und Sportangeboten auf den Tourismus ausgerichtet EtretatStaat FrankreichRegion NormandieDepartement Nr Seine Maritime 76 Arrondissement Le HavreKanton Octeville sur MerGemeindeverband Le Havre Seine MetropoleKoordinaten 49 42 N 0 12 O 49 706388888889 0 20666666666667 Koordinaten 49 42 N 0 12 OHohe 0 102 mFlache 4 31 km Einwohner 1 237 1 Januar 2019 Bevolkerungsdichte 287 Einw km Postleitzahl 76790INSEE Code 76254Website http www etretat net Etretat vom Felsenweg zur Porte d Aval Inhaltsverzeichnis 1 Geographie und Geologie 2 Ortsname 3 Geschichte 3 1 Anfange 3 2 Austernpark 3 3 19 Jahrhundert 3 4 20 Jahrhundert 4 Legenden und Begebenheiten 4 1 Der Brunnen von Olive 4 2 Die Chambre des Demoiselles 4 3 Der indische Furst 5 Politik 6 Wappen 7 Bevolkerung 8 Wirtschaft 9 Kuste 9 1 Arche und Aiguille 9 2 Manneporte 9 3 Falaise d Amont 9 4 Strand und Felsenweg 10 Sehenswurdigkeiten im Ort 10 1 Notre Dame 10 2 Markthalle 10 3 Schlosser Herrenhauser und Villen 11 Etretat in der Literatur 12 Etretat in der Malerei 13 Literatur 14 Weblinks 15 Anmerkungen 16 EinzelnachweiseGeographie und Geologie Bearbeiten Etretat von SPOT Etretat liegt auf Meereshohe direkt am Armelkanal in einer der wenigen Taloffnungen in der 120 km langen Steilkuste zwischen Dieppe und Le Havre die wegen ihrer hellen Farbung Alabasterkuste genannt wird Der Tidenhub ist wie uberall in der Normandie betrachtlich Die Klippen von Etretat entstanden in der Oberkreide Sie bestehen im Wesentlichen aus weisser Kreide und aus Feuerstein 1 Andere Mineralien die an der Kuste der ostlichen Normandie haufig sind kommen bei Etretat nicht vor Man findet dort weder den Sandstein der im Norden des Departements in der Gegend von Dieppe auftritt noch den gelblichen Oolith aus der Gegend von Caen Bei Fecamp etwas weiter nordlich findet man die hochsten Klippen dieses Typs mit 105 m Hohe Die Falaises d Aval sudwestlich von Etretat sind 75 m hoch die ostlich gelegenen Falaises d Amont sind 84 m hoch Unterhalb der Klippen findet man Geroll das vom Absturz grosser Felsbrocken herruhrt Die Erosion durch Regenwasser das in die porose Kreide eindringt und Frost fordern diesen Zerfall An der Basis erodiert die Meeresbrandung den Fels Die Kreide wird im Meerwasser gelost und fortgespult Der schichtweise abgelagerte Feuerstein bleibt unterhalb der Felsen liegen Er wird in der Meeresbrandung zu rundlichen Kieseln geschliffen Diese bilden die charakteristischen Kiesstrande an der Alabasterkuste Die Erosion durch Susswasser und Eis hat einen starkeren Einfluss als diejenige durch das Meer Dies zeigt sich an den Kiesstranden im Seinetal bei denen das Meer keine Rolle spielt 2 Die drei markanten Felsbogen Porte d Amont Porte d Aval und Manneporte verdanken ihre Entstehung jedoch der Meeresbrandung und nicht einem Fluss der parallel zur heutigen Kustenlinie verlaufen ware wie es haufig unrichtig dargestellt wird 3 Die Felsnadel Aiguille besteht aus etwas harterem Kalkstein der dieser ruckschreitenden Erosion bis heute widerstanden hat Eine weitere bekannte Formation ist der Pointe de la Courtine Ortsname BearbeitenEntgegen alteren Quellen 4 5 ist der Name Etretat weder lateinischen noch galloromischen Ursprungs Wahrscheinlich handelt es sich um einen altnordischen Namen In dieser Region der Normandie sind solche Namen besonders haufig Um 1040 wurde der Ort zum ersten Mal als Strutat erwahnt Dieser Name findet sich auch in Quellen vom 12 bis zum 15 Jahrhundert wieder regelmassig als Estrutat und Estrutart erwahnt 6 Andere Formen wie Estretot und Estretal traten nur vereinzelt auf und waren wahrscheinlich Schreibfehler Der erste Namensteil findet sich in Eturville Departement Manche 1165 Sturvilla in Etreville Departement Eure 1054 Sturivilla 1148 Esturvilla und in Eturqueraye Departement Eure neben Etreville 7 Es handelt sich wahrscheinlich um den skandinavischen mannlichen Vornamen Styri oder Sturi Im Familiennamen Estur der im Pays de Caux noch verbreitet ist findet er sich wieder Im altnormannischen Fachnamen esturman Mann des Steuers Lotse der als Strumannus latinisiert worden ist wird die gleiche phonetische Entwicklung festgestellt Dieses Wort ist im Cartulaire de Jersey zum ersten Mal erwahnt und es leitet aus dem altnordischen styrimadr ab 8 Das zweite Element ist moglicherweise das altnordische stadr Ort 9 Eine andere Interpretation 9 besagt dass der erste Namensteil sich von dem Personennamen Thor Thori A 1 ableitet wie bei den normannischen Orten namens Tourville In diesem Fall gibt es zwei Metathesen Thorstadr zu Stortat Sturtat und endlich zu Strutat 1040 Besonders haufig sind diese Metathesen im Dialekt des Pays de Caux dem Cauchois Geschichte BearbeitenAnfange Bearbeiten Archaologische Funde belegen dass der Ort schon im Altertum besiedelt war Es sind aber keine Einzelheiten uber die Bedeutung des Ortes oder das Leben seiner Bewohner in der Antike bekannt Selbst der antike Name ist nicht uberliefert Mit der Stadt Iuliobona Lillebonne war der Ort uber eine Romerstrasse verbunden Mehrere Objekte aus der galloromischen Zeit haben bis in die heutige Zeit uberdauert ein drei Kilometer langer Aquadukt dessen obere Halfte im 19 Jahrhundert zerstort wurde Munzfunde Gefasse eine Villa rustica eine Grabstatte fur Feuerbestattungen mit einigen wenigen Urnen aus Terrakotta roten Steinguttellern und Eisennageln Der Abbe Cochet exhumierte vier weitere Grabstatten mit 18 Vasen Wie andernorts auch beweisen diese Fundstucke romischer Zivilisation nicht eindeutig die Anwesenheit von Romern sondern die allmahliche Wandlung der keltischen Bevolkerung in diesem Fall der Caleti zur romischen Lebensweise Vorangetrieben wurde dieser Wandel von den eigenen Eliten dieser Bevolkerung Aus der Zeit bis etwa 200 nach Christus wurde kein romisches Militargrab und kein Feldlager im gesamten Nordwesten Galliens entdeckt Im jardin du presbytere dem Presbytergarten befindet sich ein Friedhof aus Merowingischer Zeit Unter anderem wurden in jener Zeit einige romische Soldatengraber dorthin verlegt Sie enthielten eine Spatha Agraffen aus Bronze Centurionen Schilde und ein Scramasax sowie ein Dutzend Skelette in sitzender Haltung Andere Grabstatten enthielten Gegenstande aus Feuerstein am Fuss der Beigesetzten drei Scramasaxe Schliessen und Schilde aus tauschiertem Eisen knochernen Nadeln und anderen Gegenstanden Die ausgegrabenen Gegenstande und die Waffenfunde deren Verbreitung auf Grabstatten beschrankt war deuten auf Franken oder Sachsen her die sich dort niederliessen ahnlich wie in Frenouville oder Vron Ebenso wie die Kelten assimilierten sich auch die Germanen an die romische Lebensweise Austernpark Bearbeiten Der Austernpark wurde 1777 gebaut angeblich fur Konigin Marie Antoinette Die gezuchteten Austern stammten nicht aus Etretat selbst sondern wurden von zwei Booten Syrene und Cauchoise aus Cancale angeliefert 100 Millionen Austern im Jahr Diese blieben hier einige Monate abwechselnd in Salz und Susswasser was der Geschmacksverfeinerung dienen sollte Dann wurden sie nach Paris weitertransportiert 10 19 Jahrhundert Bearbeiten Hauser der Fischersiedlung aus dem 19 Jahrhundert Fur Etretat bedeutete das 19 Jahrhundert den Ubergang vom traditionellen Fischerdorf zum Badeort Den Plan dort einen Kriegshafen zu bauen den bereits von Franz I bis Napoleon Bonaparte uberlegten wurde in dieser Zeit endgultig aufgegeben Bis zur Mitte des 19 Jahrhunderts zahlte man nicht weniger als 25 bis 30 Fischkutter am Perrey dem Strandbollwerk Dann ging ihre Zahl rasch zuruck bis schliesslich nur noch ein einziger ubrig blieb Sie wurden durch kleine Boote ersetzt mit denen in Kustennahe gefischt wurde Clinques Schiffe mit traditioneller Klinker Beplankung fuhren bis Dieppe um Hering zu fischen Das Dorf zahlte gegen Herbstende regelmassig 250 bis 300 Seeleute Ende des Jahrhunderts blieb die Makrele als einziger nennenswerter Fangfisch ubrig dem man wahrend der drei Sommermonate nachstellte Die Unzuganglichkeit des Ortes erschwerte den Bau von Telegrafen und Telefonleitungen Aufgrund des sandlosen Kiesstrandes blieb Etretat als Badeort weniger erfolgreich als Trouville sur Mer oder selbst Dieppe oder Le Havre Die Entwicklung des Tourismus kam erst nach 1843 in Schwung Alphonse Karr der einen erfolgreichen Roman uber den Ort schrieb trug viel zu dessen Popularitat bei In jener Zeit wurden die Strassen nach Fecamp und nach Le Havre gebaut Regelmassige Verbindungen mit Pferde Omnibussen wurden eingerichtet Schliesslich erlosten 1890 eine Bahnlinie und ein Bahnhof den Ort der damals als Sommerfrische schon bekannt war aus der Isolation In immer rascher wachsender Zahl baute man grosse Villen im Stil wie er in den Badeorten vorherrschte Auch der Ort selbst wurde zum grossen Teil neu erbaut mit Hausern aus behauenem Feuerstein und aus Ziegelsteinen 1852 eroffnete ein Casinohaus das aus Holz und Schiefer bestand Es wurde von der neu gegrundeten Societe des Bains de mer d Etretat betrieben A 2 in ihm fanden Buhnenauffuhrungen wie beispielsweise Orpheus in der Unterwelt von Jacques Offenbach statt Der Komponist besass in Etretat eine Villa die er nach dieser komischen Oper benannte 20 Jahrhundert Bearbeiten Mairie 2011 Nach dem Ersten Weltkrieg als die Lebensbedingungen und Verkehrsmittel sich verbesserten und bezahlter Urlaub ublich wurde nahm der Tourismus stark zu Der dichten Besiedlung geschuldet sank die Wasserqualitat die Biodiversitat und selbst die Luftqualitat Eine grosse Anzahl von Kunstlern Intellektuellen und Politikern die den Ort zuvor besucht hatten mieden nun diesen Ort des Massentourismus Der Zweite Weltkrieg setzte diesem Wachstum ein Ende Die deutschen Besatzer bauten das Meeresufer um rissen sogar das Casino und Villen zugunsten von Wehranlagen ab Nach dem Krieg wurde die Meeresfassade in umstrittener Form wiederaufgebaut In den 2000er Jahren waren die Wiederaufbauarbeiten an der Strandpromenade Perrey und der Wiederaufbau des Casino abgeschlossen Mehr und mehr wurde der Ort zum Ziel eines internationalen Tourismus Unter anderem durch die Gemalde von Claude Monet und Gustave Courbet wurden die Kreideklippen von Etretat bekannt Auch die Nahe zu Paris Rouen und Le Havre forderte den Zustrom des internationalen Publikums Trotzdem gibt es auch weiterhin die traditionellen Sommerfrischler Diese Feriengaste kommen haufig aus der Pariser Region Viele besitzen seit Generationen ein Haus und pflegen Freundschaften mit der ortlichen Bevolkerung 11 In den engen Strassen des Ortes wurde der Autoverkehr und das Miteinander von Fussgangern und Autos zu einem Problem besonders an den Wochenenden und wahrend der Sommerferien Um den Verkehr zu mindern liess die Stadtverwaltung grosse Parkplatze in der rue Guy de Maupassant einrichten in der Nahe der kleinen protestantischen Kirche und gegenuber dem Seniorenheim Germaine Coty In jungster Vergangenheit wurde ein weiterer grosser Parkplatz an der route du Havre erbaut 1990 gab der letzte Berufsfischer am Ort sein Gewerbe auf Legenden und Begebenheiten BearbeitenDer Brunnen von Olive Bearbeiten Zur Zeit der Volkerwanderung wusch eine junge Frau namens Olive ihre Wasche in einem Brunnen am Strand als sie sich von einer Horde Wikinger umzingelt sah Sie betete zu Gott um Errettung aus deren Hand und gelobte eine Kirche zu bauen Ein Sturm kam auf und die Boote der Wikinger wurden ins Meer zuruckgedrangt Olive entschied die Kirche am Strand zu bauen Aber der Teufel schaffte die dafur herbeigebrachten Steine an den Fuss des Hugels Saint Clair und so wurde die Kirche an ihrem heutigen Standort gebaut Die Chambre des Demoiselles Bearbeiten Eines Tages wurden drei junge Frauen vom Herrn von Frefosse entfuhrt und in eine Grotte die Chambre des Demoiselles eingesperrt Da sie sich ihm jedoch verweigerten wurden sie lebendig eingemauert So verharrten sie drei Tage und drei Nachte und Fischer horten ihr Wehklagen bis es erlosch Da sah eine alte Frau vom Strand aus drei Engelsformen zum Himmel aufsteigen 10 Der indische Furst Bearbeiten Der indische Furst Bapu Saheb Gatjay verbrachte zusammen mit seinem Schwiegersohn und dessen Gefolge vor der Weiterreise nach Oxford den Sommer 1884 in Etretat Er erlag aber trotz arztlicher Behandlung binnen weniger Tage einer Erkrankung Nach hinduistischem Ritus sollte der Leichnam verbrannt werden dazu wurde der damalige Burgermeister Etretats Adolphe Boissaye um Erlaubnis gefragt Der gab das um acht Uhr abends also nach Dienstschluss telegraphisch an den Prafekten des Departements weiter und stellte dabei klar dass die Zeremonie bei ausbleibender Antwort in der darauffolgenden Nacht stattfinden werde Als um Mitternacht keine Antwort zuruckgekommen war wurde der Leichnam in die Stadt gebracht und dort zwei Stunden spater in aller Eile auf einem Scheiterhaufen verbrannt Bei Morgengrauen waren nur noch einige Knochen vorhanden um sechs Uhr morgens gar keine Spuren mehr zu finden Als sich die Nachricht verbreitet hatte eilten die Stadtbewohner zum Strand fanden aber nur geschwarzte Kiesel Am selben Morgen traf eine Depesche des Prafekten ein Einascherung strengstens verboten 10 Politik BearbeitenListe der Burgermeister Zeitraum Name Partei Beruf1961 1965 Francoise Lieury 1965 1971 Henri Collin 1971 2001 Henri Dupain 2001 2005 Monique Chevessier Xiberas 2005 2008 Jean Bernard Chaix 2008 Franck Cottard Wappen Bearbeiten Etretat In Grun zwei gekreuzte gesturzte silberne Schlussel unter blauem Schildhaupt darin balkenweise drei goldene Muscheln frz De sinople aux deux clefs d argent passees en sautoir au chef cousu d azur charge de trois coquilles d or Bevolkerung BearbeitenAnzahl Einwohner Jahr 196819751982199019992008Einwohner 1 4721 5251 5771 5651 6151 505Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz 1793 hatte Etretat 925 Einwohner Nachdem die Bevolkerung bis auf 1591 im Jahr 1836 angewachsen war sank sie auf 1014 im Jahr 1841 Danach stieg sie konstant an 1886 erreichte sie mit 2131 ihren Hohepunkt Sie blieb dann bei etwa 2000 Einwohnern nach dem Ersten Weltkrieg waren es etwas weniger Seit 1962 werden die Einwohner mit Zweitwohnsitz nicht mehr mitgezahlt seitdem pendelte sich die Einwohnerzahl bei rund 1500 Bewohnern ein 12 Wirtschaft BearbeitenWichtigster Wirtschaftszweig am Ort ist der Tourismus Gemeinsam mit dem Palais Benedictine in Fecamp der Kathedrale von Rouen und dem Haus und Garten Claude Monet in Giverny gehort Etretat zu den vier meistbesuchten touristischen Zielen der Haute Normandie Kuste BearbeitenArche und Aiguille Bearbeiten Die Porte d Aval und die Aiguille am Morgen Ein Erosion haben einen naturlichen Bruckenbogen geformt die Arche auch Porte d Aval Elefantenrussel genannt sowie die Felsnadel Aiguille Maurice Leblanc beschrieb sie folgendermassen Roc enorme haut de plus de quatre vingts metres obelisque colossal d aplomb sur sa base de granit Gewaltiger Fels mehr als achtzig Meter hoch kolossaler Obelisk lotrecht auf seinem Fundament aus Granit A 3 Maurice Leblanc L Aiguille creuse 1909 Schon zu Lebzeiten von Leblanc zog der Ort viele Touristen an darunter die Lupinophilen Bewunderer von Leblancs Romanfigur Arsene Lupin amerikanische Studenten die den Eingang zu der Hohle finden wollten wo der Gentleman Einbrecher den Schlussel zum Schatz der Konige von Frankreich gefunden hatte Der Film Arsene Lupin Der Konig unter den Dieben bietet zahlreiche Panoramaansichten der Falaise d Aval und der Aiguille Manneporte Bearbeiten Manneporte Der Name Manneporte kommt aus dem Altfranzosischen manne porte grosses Tor Manne von lateinisch magnum oder magna findet sich wieder in Ortsnamen wie Maneglise und Mandeville Die Manneporte befindet sich sudwestlich der Valleuse de Jambourg und der Porte d Aval und ist grosser als sie Zwischen Manneporte und dem sudwestlich hiervon gelegenen Pointe de la Courtine entspringt die Quelle Les Pisseuses direkt aus dem Steilufer Falaise d Amont Bearbeiten Porte d Amont Die Porte d Amont ist das kleinste der drei Felsentore Auf dem Gipfel oberhalb der Klippe erhebt sich die Kapelle der Notre Dame de la Garde Schutzpatronin der Seeleute Die Vorgangerin der heutigen Kapelle wurde im 19 Jahrhundert im neugotischen Stil erbaut und von den deutschen Besatzern gesprengt Ferner befindet sich auf dem Felsen ein kleines Museum erbaut vom Architekten Gaston Delaune und das Nungesser und Coli Denkmal Es ist den Piloten Charles Nungesser und Francois Coli gewidmet die 1927 bei dem Versuch den Atlantik zu uberfliegen verschollen gingen Strand und Felsenweg Bearbeiten Die Kapelle Notre Dame de la Garde oberhalb der Porte d Amont mit Blick nach Sudwesten zur Porte d Aval und der Aiguille Von Klippen umgeben ist der Strand gut gegen die vorherrschenden Winde geschutzt Im Sommer ist er belebt und nimmt den Charakter eines Festplatzes an um im Winter wieder seinen rauen und grandiosen Charakter hervorzukehren Es ist muhsam auf den Kieseln zu gehen Sie sind jedoch ein wichtiger Schutz gegen die Wellen indem sie deren Wucht dampfen Deshalb ist es verboten Strandkiesel mitzunehmen Durch die naturliche Meeresstromung werden sie jedoch in nordlicher Richtung verfrachtet Einstmals gab es am Strand Pferde beladen mit Korben voller aufgesammelter Strandkiesel Die silikatreichen Steine wurden hauptsachlich an Porzellan Keramik und Glasfabriken verkauft Zwischen Strand und Ort befindet sich ein Damm der gleichzeitig als Promenade dient er wird Perrey oder auch Perre genannt Dieser Dialektausdruck bedeutet mit Schotter bedeckt A 4 Er bezeichnete ursprunglich nur den Abschnitt des Strandes von dem aus die Boote zu Wasser gelassen wurden Der Damm ist notig um den Ort vor Sturmfluten zu schutzen Am Fuss der Falaise d Aval findet man noch einige Wehrmachtsbunker aus dem Zweiten Weltkrieg Ebenfalls unterhalb dieser Felsklippe findet man die Caloges Dieser Dialektausdruck bezeichnet alte Fischerboote die von ihren Besitzern in Schutzhutten und Lagerraume fur Werkzeug umgewandelt wurden Sie sind mit Reet gedeckt In dem bei Ebbe freiliegenden Uferstreifen unterhalb der Porte d Aval findet man Vertiefungen im Kalksockel die zum Teil mit grunen Algen uberwachsen sind Es handelt sich um die Uberreste ehemaliger Austernkulturen die jedoch nur wenige Jahre betrieben wurden Unterhalb seitlich am Felsbogen sieht man ein grosses schwarzes Loch im Fels das Trou a l homme A 5 Es verdankt seinen Namen einem schwedischen Seemann dem einzigen Uberlebenden einer Schiffskatastrophe wahrend eines fast 24 Stunden dauernden Sturms Die Hohle ist uber eine eiserne Leiter erreichbar und liegt auch wahrend der Springtide stets oberhalb des Wasserspiegels Immer wieder werden jedoch Besucher von der Flut dort eingeschlossen es bleibt ihnen dann nur die Wahl zwischen einem Feuerwehreinsatz oder sechsstundigem Warten bis zur nachsten Ebbe Der lange Tunnel der sich hinter dem Trou a l homme offnet fuhrt zur Bucht namens Petit Port A 6 am unteren Ende eines Trockentals zwischen den Felsen Zum Gipfel oberhalb des Felsens gelangt man unmittelbar vom Strand aus uber einen gut gepflegten Treppenstieg und am Golfplatz vorbei Dort oben bietet sich ein Ausblick uber den Ort die Aiguille und die Manneporte Man kann dort auch die kleine Hohle Chambre des demoiselles aufsuchen die von Maurice Leblanc in L Aiguille creuse beschrieben wurde Der Sage nach spuken dort die Geister von drei Frauleins die vom Chevalier de Frefosse ermordet wurden weil sie sich seinen Avancen widersetzt hatten Er liess sie in Fassern die nach innen mit langen Nageln gespickt waren vom Felsen sturzen Seitdem verfolgen ihn ihre Geister Nacht fur Nacht bis in sein Schloss Von der Porte d Amont gelangt man ebenfalls auf den Felsen aber der Aufstieg ist sehr viel steiler Sehenswurdigkeiten im Ort BearbeitenNotre Dame Bearbeiten Notre Dame d Etretat Die Kirche Notre Dame d Etretat liegt etwas abseits vom Ortszentrum Gemessen an der Ortsgrosse handelt es sich um ein grosses Gebaude was vermutlich damit zusammenhangt dass es sich um einen Ableger der reichen Abtei Fecamp handelt Sie wurde im 12 und 13 Jahrhundert erbaut und im 19 Jahrhundert renoviert und ist als Monument historique ausgewiesen Markthalle Bearbeiten Die Markthalle Etretat ist eine Rekonstruktion des ursprunglichen Holzbaus Teilweise wurde sie von Zimmerleuten aus der Region mit historischen Balken erbaut die beispielsweise aus einer Scheune in Brionne stammen Neben den regionalen Produkten wie Cidre Calvados Pommeau Camembert traditionellem normannischen Geback oder Gegenstanden des taglichen Bedarfs werden dort auch Kunstgegenstande und Souvenirs verkauft Schlosser Herrenhauser und Villen Bearbeiten Manoir de la Salamandre Der Manoir de la Salamandre liegt in der Hauptstrasse in der Nahe der Markthalle Es gehort zu den altesten Gebauden im Ort Ursprunglich stand das Gebaude in Lisieux in der Grande Rue Nr 50 1889 wurde es dort abgebaut und in Etretat wiederaufgebaut Dabei wurden jedoch einige Elemente verandert unter anderem wurde ein Kragbogen am Giebel hinzugefugt und die grosse ziegelgedeckte Dachmansarde wurde verlegt und mit Ziegeln gedeckt statt wie zuvor mit Schiefer Die kleine Dachmansarde die auf dem Bild zu sehen ist gab es am alten Gebaude nicht Der Name ist eine Nachahmung denn der Manoir de la Salamandre war ein anderes Haus in Lisieux das in der Rue aux Fevres stand und heute nicht mehr existiert Einige Skulpturen sind Kopien von solchen aus diesem ursprunglichen Haus 13 Der Clos Lupin in der rue Guy de Maupassant war das Wohnhaus und Arbeitsrefugium von Maurice Leblanc Der Schriftsteller kaufte 1918 die im anglonormannischen Stil im 19 Jahrhundert gebaute Villa und wohnte dort 20 Jahre lang Heute beherbergt sie das Museum Le Clos Arsene Lupin Maison Maurice Leblanc Das Chateau des Aygues war Baderesidenz der spanischen Koniginnen Maria Christina und Isabella II Zuvor hatte es Joseph Lubomirski gehort der aus dem polnischen Hochadelsgeschlecht Lubomirski stammte und Gross Kammerherr von Zar Nikolaus I war Es wurde im 19 Jahrhundert nach Planen des Architekten Huchon aus Le Havre erbaut Das als Monument historique ausgewiesene Gebaude steht im Sommer Besuchern offen ferner konnen eine Suite und ein Zimmer des Schlosses als Chambres d hotes de prestige gemietet werden 14 Manoir de la Salamandre Chateau des Aygues Le Clos Lupin Maison Maurice LeblancEtretat in der Literatur BearbeitenVon Guy de Maupassant ist ein Brief vom 3 November 1877 an Gustave Flaubert mit einer Schilderung der Felsen uberliefert Ein Teil der Handlung des Arsene Lupin Romans L Aiguille creuse von Maurice Leblanc spielt in Etretat Der Kriminalroman Maigret et la vieille dame von Georges Simenon spielt in Etretat Yport und Fecamp Die 2005 erschienene Erzahlung Falaises von Olivier Adam beginnt mit dem Suizid seiner Mutter die sich vom Felsen sturzt La porte d Aval von Michelle Huenaerts erschienen 2005 ist ein fantastischer Roman fur Jugendliche der in Etretat spielt Der 2008 erschienene Roman Les Pieds dans l eau von Benoit Duteurtre erzahlt von den Erinnerungen des Autors an den Ort Der 1984 erschienene Roman Die Steinesammlerin von Gert Heidenreich Neufassung Die Steinesammlerin von Etretat 2004 erzahlt eine deutsch franzosische Liebesgeschichte 1945 Etretat in der Malerei Bearbeiten Gustave Courbet Etretat Eine Version von La vague Courbet Etretat en 1869 1870 musee Andre Malraux Le Havre Claude Monet Etretat 1883 Claude Monet Etretat la plage et la porte d Amont 1883 Claude Monet Etretat l aiguille et la falaise 1885 Claude Monet la porte d aval avec des bateaux partant a la peche 1885 Claude Monet Pluie a Etretat 1884 Claude Monet La falaise d Etretat soleil couchant 1883 55 2 80 6 cm North Carolina Museum of Art Claude Monet Tempete a Etretat 1868 Claude Monet Maree Haute 1885 Claude Monet Bateaux sur la plage a Etretat 1885 Fondation Bemberg Toulouse Claude Monet La manneporte a Etretat 1886 Seit dem Beginn der Romantik war Etretat ein Sujet der Malerei Die Liste der Maler die sich damit beschaftigt haben ist lang zu ihnen zahlen Richard Parkes Bonington Aquarelle 1823 Eugene Boudin Gemalde 1864 Jean Baptiste Camille Corot Gemalde 1872 Gustave Courbet Gemalde der Felsen und der Wellen bei seinem Aufenthalt 1869 Eugene Delacroix Aquarelle Narcisso Virgilio Diaz de la Pena Gemalde Paul Huet Aquarelle Eugene Isabey Aquarelle ab 1824 malte er haufig die Felsklippen zwischen Le Havre und Dieppe Johan Barthold Jongkind Gemalde 1850 1853 Eugene Lepoittevin Gemalde eines Kopfsprungs ins Meer mit dem Titel Les bains de mer Henri Matisse Serie von Gemalden wahrend seines Aufenthalts von Juni bis August 1920 Claude Monet Serie von mehr als 80 Gemalden wahrend seiner Aufenthalte 1868 1869 1872 1882 1891 und 1916 Literatur BearbeitenPierre Auger Gerard Granier Le guide du Pays de Caux Editions la Manufacture 1993 Abbe Cochet Petite histoire d Etretat Editions PyreMonde 2006 Francoise Foucher Etretat Editions d Art Jack Louannec Juni 2018 ISBN 978 2 37773 037 7 Seite 15 Jean Pierre Thomas Un village ne de la mer Etretat Orep 2010 Weblinks Bearbeiten Commons Etretat Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Wikivoyage Etretat Reisefuhrer Offizielle Webseite von Etretat Etretat auf der Website des InseeAnmerkungen Bearbeiten Nordic Names englisch dt Gesellschaft der Seebader von Etretat Gemeint ist nicht Granit im geologischen Sinn sondern hartes korniges Gestein im weiteren Sinn Der Fels besteht nicht aus Granit frz empierre dt Mannsloch dt kleiner HafenEinzelnachweise Bearbeiten Pierre Auger Gerard Granier Le guide du Pays de Caux editions la Manufacture 1993 S 76 77 Pierre Auger Gerard Granier Le guide du Pays de Caux S 79 Francoise Foucher Etretat Editions d Art Jack Louannec Juni 2018 ISBN 978 2 37773 037 7 Seite 4 Raymond Lindon Etretat son histoire ses legendes les Editions de Minuit 1963 Abbe Cochet Petite histoire d Etretat Editions PyreMonde 2006 Urverlag 1845 Francois de Beaurepaire Les Noms des communes et anciennes paroisses de la Seine Maritime Hrsg A und J Picard Centre national de la recherche scientifique Paris 1979 ISBN 2 7084 0040 1 Francois de Beaurepaire Les noms des communes et anciennes paroisses de l Eure editions Picard 1981 ISBN 2 7084 0067 3 Elisabeth Ridel Bateaux de type scandinave en Normandie Xe siecle XIIIe siecle S 311 In Colloque international de la Hague L heritage des Vikings en Europe de l ouest Universite de Caen 2002 a b De Beaurepaire 75 a b c Legendes Etretat Sendung Les Etats d Etretat Interview von Benoit Duteurtre ausgestrahlt 1991 Die Gemeinde auf cassini ehess fr Georges Bernage Patrimoine normand 53 2005 S 29 37 Sejourner aux Aygues chateaulesaygues com Gemeinden im Arrondissement Le Havre Alvimare Ancretteville sur Mer Angerville Bailleul Angerville la Martel Angerville l Orcher Anglesqueville l Esneval Annouville Vilmesnil Auberville la Renault Beaurepaire Bec de Mortagne Benarville Benouville Bernieres Beuzeville la Grenier Beuzevillette Bolbec Bolleville Bordeaux Saint Clair Bornambusc Breaute Bretteville du Grand Caux Cauville sur Mer Cleville Cliponville Colleville Contremoulins Criquebeuf en Caux Criquetot le Mauconduit Criquetot l Esneval Cuverville Daubeuf Serville Ecrainville Ecretteville sur Mer Eletot Envronville Epouville Epretot Epreville Etainhus Etretat Fecamp Fongueusemare Fontaine la Mallet Fontenay Foucart Froberville Gainneville Ganzeville Gerponville Gerville Goderville Gommerville Gonfreville Caillot Gonfreville l Orcher Gonneville la Mallet Graimbouville Grainville Ymauville Grand Camp Gruchet le Valasse Harfleur Hattenville Hermeville Heuqueville Houquetot La Cerlangue La Frenaye Lanquetot La Poterie Cap d Antifer La Remuee La Trinite du Mont Le Havre Les Loges Les Trois Pierres Le Tilleul Lillebonne Limpiville Lintot Maneglise Maniquerville Manneville la Goupil Mannevillette Melamare Mentheville Mirville Montivilliers Nointot Norville Notre Dame du Bec Octeville sur Mer Oudalle Parc d Anxtot Petiville Pierrefiques Port Jerome sur Seine Raffetot Riville Rogerville Rolleville Rouville Sainneville Saint Antoine la Foret Saint Aubin Routot Sainte Adresse Sainte Helene Bondeville Sainte Marie au Bosc Saint Eustache la Foret Saint Gilles de la Neuville Saint Jean de Folleville Saint Jean de la Neuville Saint Jouin Bruneval Saint Laurent de Brevedent Saint Leonard Saint Maclou la Briere Saint Martin du Bec Saint Martin du Manoir Saint Maurice d Etelan Saint Nicolas de la Taille Saint Pierre en Port Saint Romain de Colbosc Saint Sauveur d Emalleville Saint Vigor d Ymonville Saint Vincent Cramesnil Sandouville Sassetot le Mauconduit Sausseuzemare en Caux Senneville sur Fecamp Sorquainville Tancarville Terres de Caux Therouldeville Theuville aux Maillots Thiergeville Thietreville Tocqueville les Murs Tourville les Ifs Toussaint Tremauville Trouville Turretot Valmont Vattetot sous Beaumont Vattetot sur Mer Vergetot Villainville Vinnemerville Virville Yebleron Yport Ypreville Biville Normdaten Geografikum GND 4278562 5 OGND AKS LCCN n90617993 VIAF 157233261 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Etretat amp oldid 219342634, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

buch

, bücher, bibliothek,

artikel

, lesen, herunterladen, kostenlos, kostenloser herunterladen, MP3, Video, MP4, 3GP, JPG, JPEG, GIF, PNG, Bild, Musik, Lied, Film, Buch, Spiel, Spiele