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Als Vichy-Regime (französisch Régime de Vichy) oder Vichy-Frankreich (französisch Vichy-France) bezeichnet man im Rückblick die Regierung des État français („Französischer Staat“) nach der mit dem Waffenstillstand vom 22. Juni 1940 anerkannten militärischen Niederlage der Dritten Französischen Republik gegen das Dritte Reich (siehe Westfeldzug). Mit dem Verfassungsgesetz vom 10. Juli 1940 löste der „État français“ die Dritte Republik ab. Er bestand bis 1944 und erhielt den inoffiziellen Namen nach seinem Regierungssitz, dem Kurort Vichy in der Auvergne.

État français
Französischer Staat
1940–1944
Wahlspruch: Travail, Famille, Patrie
(„Arbeit, Familie, Vaterland“)
Amtssprache Französisch
Hauptstadt Vichy (de facto)
Paris (de jure)
Sigmaringen (im Exil 1944–1945)
Staats- und Regierungsform Diktatorische Republik
Staatsoberhaupt Staatschef
Philippe Pétain (1940–1944)
Regierungschef Premierminister
Pierre Laval (1940)
Pierre-Étienne Flandin (1940–1941)
François Darlan (1941–1942)
Pierre Laval (1942–1944)
Währung Französischer Franc
Gründung 10. Juli 1940
Unabhängigkeit 9. August 1944
Auflösung 1944
National­hymne Marseillaise (offiziell)

Maréchal, nous voilà (inoffiziell)
Zeitzone UT+1 (ab Oktober 1940)
Kfz-Kennzeichen F
Frankreich im Zweiten Weltkrieg ab Juni 1940
  • direkt von Deutschland verwaltet (Elsass-Lothringen)
  • eingeschränkter Zugang; für deutsche Besiedelung vorgesehen
  • von Deutschland besetzte Zone
  • von Brüssel aus verwaltet
  • Küstenzone; Zugang untersagt
  • von Italien besetzte Zone
  • unbesetzte Zone (bis November 1942)
  • Inhaltsverzeichnis

    Am 16. Juni 1940 zeichnete sich mit der Einschließung der französischen Armeegruppen 2 und 3 der Zusammenbruch der französischen Verteidigung gegen den deutschen Westfeldzug ab. Als Ministerpräsident Paul Reynaud im Parlament für die Fortführung des Krieges an der Seite der Alliierten und den Abschluss der von Winston Churchill vorgeschlagenen britisch-französischen Union plädierte, blieb er in der Minderheit und trat zurück. Staatspräsident Albert Lebrun betraute daraufhin seinen Stellvertreter, den populären Marschall Pétain, den „Helden der Schlacht um Verdun“ im Ersten Weltkrieg, mit der Regierungsbildung und der Einleitung von Waffenstillstandsverhandlungen.

    Der Waffenstillstand von Compiègne wurde am 22. Juni 1940 in Compiègne unterzeichnet. Er brachte unter anderem die De-facto-Teilung Frankreichs in einen unter deutscher Militärverwaltung stehenden Nord- und Westteil sowie einen unbesetzten Südteil (etwa 40 % der Landesfläche) mit Vichy als Sitz der französischen Regierung. Diese Regierung erhob grundsätzlich den Anspruch, weiterhin für ganz Frankreich einschließlich der Überseegebiete zuständig zu sein. Das Elsaß und Lothringen blieben nach dieser Auffassung staatsrechtlich ein Teil Frankreichs. Entgegen dieser Auffassung wurden diese östlichen Departements jedoch noch im Sommer 1940 einem deutschen „Chef der Zivilverwaltung“ (CdZ) unterstellt; französische Proteste wurden von deutscher Seite ignoriert. Es folgte eine „Eindeutschungspolitik“ zur Vorbereitung einer späteren Annexion.

    General Charles de Gaulle, im Kabinett Reynaud Staatssekretär, plädierte wie Reynaud für die Fortsetzung des Kampfes gegen das Deutsche Reich, ging nach Großbritannien und richtete am 18. Juni von London aus über den französischsprachigen BBC-Sender Radio Londres einen Appell an alle Franzosen, den Kampf notfalls von den Kolonien aus fortzusetzen. Die von de Gaulle gegründeten Forces françaises libres (FFL; freifranzösische Streitkräfte) nahmen Ende Juli 1940 mit einer Stärke von etwa 7.000 Mann den Kampf an der Seite der britischen Streitkräfte auf. De Gaulle wurde vom Vichy-Regime wegen Landesverrats in Abwesenheit zum Tode verurteilt; die FFL galten dem Vichy-Regime und der deutschen Besatzungsmacht als Freischärler.

    Die Standarte des Staatschefs im Vichy-Staat. Die offizielle Staatsflagge war nach wie vor die bisherige Flagge Frankreichs.

    Die Nationalversammlung der Dritten Republik verabschiedete am 10. Juli 1940 mit 569 gegen 80 Stimmen ein Gesetz, mit dem Marschall Pétain ermächtigt wurde, in einem oder mehreren Akten eine Verfassung für den État français (anstelle der République) zu verkünden; diese Verfassung müsse „die Rechte der Arbeit, der Familie und des Vaterlandes“ garantieren.

    Tags darauf verkündete Pétain die ersten drei Konstitutionsakte, in denen er sich unter anderem selbst zum Chef d’État (Staatschef) mit Weisungsrecht gegenüber der Exekutive, Legislative und Judikative erklärte. Mit Konstitutionsakt Nummer 4 erklärte er am 12. Juli Pierre Laval zu seinem Stellvertreter.

    Formale Regierungsgewalt

    Staatsrechtlich unterstand dem Vichy-Regime ganz Frankreich mit Ausnahme des Elsass und Lothringens, die im Waffenstillstandsabkommen von Compiègne unter deutsche Verwaltung gestellt worden waren. Des Weiteren stand ein kleines Gebiet im Südosten des Landes (u. a. Monaco und Nizza) unter italienischer Verwaltung, dessen Besetzung von der deutschen und der Vichy-Regierung lediglich geduldet wurde.

    Tatsächliche Machtverhältnisse

    Tatsächlich erstreckte sich die Verwaltungshoheit lediglich über 40 % des Mutterlandes und die Überseegebiete. Der überwiegende Teil der Nordzone war nach der Niederlage Frankreichs dem deutschen Militärbefehlshaber in Paris unterstellt, die beiden nördlichsten Départements am Ärmelkanal, Nord und Pas-de-Calais, jenem in Brüssel. In den besetzten Gebieten bedurften alle Gesetze und Erlasse des Vichy-Regimes der Gegenzeichnung durch die deutsche Militärverwaltung.

    Am 10. und 11. November 1942, zwei Tage nach der Landung der Alliierten in Nordafrika, besetzten Deutsche und Italiener im „Unternehmen Anton“ auch die bis dahin unbesetzte Südzone Frankreichs. Damit hatte das Vichy-Regime seine geringe faktische Macht weitgehend eingebüßt. Trotzdem beließen die Deutschen das Vichy-Regime im Amt. Sie entschieden, dass die französische Verwaltung erhalten bleiben solle. Hitler sprach am 18. Dezember 1942 davon, dass es klug sei, „die Fiktion einer französischen Regierung mit Pétain aufrechtzuerhalten. Deshalb solle man Pétain ruhig als eine Art Gespenst beibehalten und ihn von Zeit zu Zeit etwas von Laval aufblasen lassen, wenn er etwas zu sehr zusammensinke.“ Trotz der Besetzung des Landes und der damit verbundenen Einbuße sämtlicher Entscheidungsgewalt trat die Vichy-Regierung nicht zurück, sondern beließ es bei einem Protest gegen den Bruch des Waffenstillstandsabkommens.

    Nach der erfolgreichen alliierten Invasion in der Normandie wurden die Mitglieder des Vichy-Regimes im August 1944 zwangsweise in das Schloss Sigmaringen gebracht. Dort bestand das Marionettenregime des État français bis zur deutschen Kapitulation weiter.

    Politische Ziele

    Philippe Pétain und Adolf Hitler am 24. Oktober 1940 in Montoire, in der Mitte Paul-Otto Schmidt als Dolmetscher, rechts Joachim von Ribbentrop

    Pétain proklamierte ein neutrales Frankreich, das zwischen den kriegführenden Parteien Äquidistanz halten wollte. In diesem Sinne lehnte er am 24. Oktober 1940 beim Treffen mit Hitler in Montoire eine Kriegsbeteiligung Frankreichs an der Seite des Deutschen Reiches ab. Eine Zusammenarbeit (Kollaboration) mit dem Deutschen Reich hielt Pétain jedoch für notwendig, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, Art und Umfang der materiellen, personellen und industriellen Ausbeutung des Landes in Grenzen zu halten und die Rückführung der etwa zwei Millionen französischen Soldaten aus deutscher Kriegsgefangenschaft zu erreichen.

    Persönlich war Pétain überzeugt, dass die innere Zerrissenheit des Landes und der Verfall traditioneller Werte wesentlich zur militärischen Niederlage beigetragen hatten. Im sogenannten Prozess von Riom (Februar 1942 bis Mai 1943) sollte die Verantwortlichkeit dafür den wichtigsten Politikern und Militärs der letzten Jahre vor dem Krieg zugeschoben werden. Pétain wollte nun die Franzosen in einer Révolution nationale zu einer neuen Einheit führen. So ließ er die an allen öffentlichen Gebäuden befindliche Parole Liberté, Égalité, Fraternité („Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“) durch den Wahlspruch Travail, Famille, Patrie („Arbeit, Familie, Vaterland“) ersetzen.

    Innenpolitik

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    Die Niederlage im Jahre 1940 war für die Franzosen ein schwerer Schock. Als einer der Hauptgründe wurden die tiefen Klüfte innerhalb der Gesellschaft gesehen. Pétain war von der Niederlage unbelastet. Er wurde nun aufgrund seines legendären Rufes aus dem Ersten Weltkrieg von der Mehrheit der Franzosen und trotz seines hohen Alters als der richtige Mann angesehen, das Land zu einen und durch die Turbulenzen der kommenden Jahre zu führen. Die Mehrheit akzeptierte auch die neue autoritäre Verfassung und war zur Neutralität und zu einer Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden bereit, die zur Lockerung der Waffenstillstandsbedingungen führen würde. Das Vichy-Regime wurde daher zunächst mehrheitlich begrüßt. Der Historiker Henri Amouroux sprach von vierzig Millionen Pétainisten. Als jedoch die erwarteten Lockerungen nicht eintraten und sich die Kriegswende mit zusätzlichen Härten abzeichnete, verlor das Vichy-Regime an Ansehen. Die Regierung von Pétain hielt sich – mit Einschränkungen – trotzdem bis zum Sieg der Alliierten.

    Nach der Ausschaltung des Parlamentes ordneten sich die Interessensgruppen neu. Die Kommunisten waren verboten, die Sozialisten aus Protest gegen die autoritäre Verfassung in der Opposition. Neben den „Konservativen“, die zwar die Regierung Pétain begrüßten, aber eine Zusammenarbeit mit den Achsenmächten ablehnten, war politisch noch die „Action française“ bedeutsam, die das republikanische System durch eine Monarchie ersetzen wollte und einer gemäßigten Kollaboration nicht negativ gegenüberstand. Die faschistisch eingestellten Kreise organisierten sich im Parti populaire français (P.P.F.) unter Jacques Doriot und in der Rassemblement national populaire (RNP) unter Marcel Déat.

    Eines der wichtigsten innenpolitischen Ziele war die Verbesserung der sportlichen Möglichkeiten, vor allem für die Jugend. Hier stimmte man mit den politischen Ideen anderer faschistischer Systeme überein, sah aber auch im Sport anstelle des Militärs die Chance – so auch in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg –, die Jugend für einen künftigen Krieg körperlich aufzurüsten. Mit Jean Borotra wurde zum ersten Mal ein Staatssekretär für Jugend und Sport geschaffen, dem mit 1,9 Milliarden Francs mehr Mittel zur Verfügung gestellt wurde als dem gesamten französischen Sport in der Zwischenkriegszeit. Die Zentralisierung des Sports unter Pétain diente als Vorbild für die Sportförderung im Nachkriegsfrankreich bis heute.

    Im unbesetzten Teil des Landes und in Nordafrika wurden Jugendlager (Chantiers de la Jeunesse) eingerichtet. Auch Jugendliche aus dem besetzten Gebiet konnten sich für den achtmonatigen Freiwilligendienst bewerben. Später wurde es möglich, den Dienst um weitere acht Monate zu verlängern und sich so der Zwangsarbeit in Industriebetrieben des Deutschen Reiches zu entziehen.

    Antijüdische Politik

    Innerhalb weniger Tage nach Gründung des État Français am 11. Juli 1940 erließ das Vichy-Regime eine Reihe von Gesetzen, die sich gegen die im Lande lebenden ausländischen Juden richteten. Am 17. Juli 1940 wurde bestimmt, dass eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst nur noch möglich sein sollte, wenn der Vater eines Betroffenen Franzose war. Mit weiteren Gesetzen am 16. August und 10. September 1940 wurde diese Regelung auf die medizinischen Berufe und die Angehörigen derBarreau, der Anwaltschaft, ausgedehnt. Daneben sollten sämtliche Einbürgerungen der Vergangenheit überprüft werden. Am 27. August 1940 wurde die Loi Marchandeau, die eine antisemitische Presseberichterstattung unter Strafe gestellt hatte, abgeschafft. Einen vorläufigen Höhepunkt fand das Vorgehen gegenüber ausländischen Juden im Internierungsgesetz vom 4. Oktober 1940. Nunmehr konnte diese Personengruppe ohne Angabe von Gründen interniert werden: „Die ausländischen Staatsangehörigen jüdischer Rasse (ressortissants étrangers de race juive) können mit Verkündung des vorliegenden Gesetzes aufgrund einer Entscheidung des Präfekten des Departements, in dem sie ihren Wohnsitz haben, in besondere Lager (camps spéciaux) eingewiesen werden.“ Daneben arbeitete die französische Staatsführung seit Juni/Juli 1940 an einem „Judenstatut“, das eine umfassende „Säuberung“ der Verwaltung sowie der staatlich kontrollierten Berufe in den Bereichen Justiz, Medizin, Bildung und Kultur vorsah. Wie der Historiker Michael Mayer 2007 nachwies, war das am 3. Oktober 1940 erlassene und am 18. Oktober im Journal officiel de la République française verkündete Statut des Juifs Ausdruck einer autonomen französischen „Judenpolitik“, die keinem direkten und beinahe keinem indirekten deutschen Einfluss ausgesetzt war. In einem weiteren Gesetz wurde festgelegt, dass ausländische Juden ab sofort von ihrer Präfektur in speziellen Lagern interniert werden könnten. Am 2. Juni 1941 wurde dasStatut des Juifs weiter verschärft, so dass die jüdische Bevölkerung nunmehr einer umfassenden rechtlichen Diskriminierung unterworfen war.

    Außenpolitik

    Obwohl Pétain nach dem Angriff auf die Flotte in Mers-el-Kébir durch die Royal Navy (3. Juli 1940) die diplomatischen Beziehungen zu Großbritannien abgebrochen hatte, wurde die Regierung in Vichy von den Alliierten zunächst weiterhin als legitime Vertretung der Franzosen anerkannt. Es waren vor allem die USA, die über ihren Botschafter Admiral William D. Leahy enge Beziehungen zu Vichy pflegten. Präsident Franklin Roosevelt und Außenminister Cordell Hull wollten ebenso wie Churchill vermeiden, Pétain durch Isolation in die Arme Hitlers zu treiben. Dazu Churchill (nach Kriegsende):

    „Was auch in der Vergangenheit geschehen sein mochte, [Oran!] Frankreich war doch unser Leidensgefährte, und nichts als ein offener Krieg zwischen uns konnte es daran hindern, auch unser Gefährte im Sieg zu sein. Diese Politik war eine schwere Belastung für de Gaulle, der alles aufs Spiel gesetzt und die Fahne hochgehalten hatte, dessen Handvoll Anhänger außerhalb Frankreichs aber niemals den Anspruch erheben konnten, eine wirkliche französische Gegenregierung zu bilden.“

    Da de Gaulle auch ein schwieriger und eigenwilliger Partner für die Alliierten war, suchten diese 1942/43 nach ihrer Landung in Französisch-Nordafrika nach einer prominenteren, entgegenkommenderen Führungspersönlichkeit. Da weder Ex-Ministerpräsident Reynaud noch General Weygand verfügbar waren, griff man trotz Bedenken wegen seiner Vichy-treuen Vergangenheit zunächst auf Admiral François Darlan zurück. Nach dessen kurz darauf erfolgter und bis heute nicht völlig aufgeklärter Ermordung in Algier versuchten vor allem die Amerikaner, General Henri Giraud, der einige Monate zuvor aus deutscher Kriegsgefangenschaft geflohen war, als Gegenspieler de Gaulles aufzubauen. Der honorige, aber politisch unerfahrene Giraud wurde schließlich zusammen mit de Gaulle als Doppelspitze der „Freien Franzosen“ von den Alliierten anerkannt, verlor jedoch im Verlauf des Jahres, u. a. aufgrund militärischer Fehlentscheidungen, jeglichen Einfluss auf die weitere Entwicklung. Außerdem hatte de Gaulle seit Mitte 1943 einen Trumpf in der Hand. Einem seiner Mitarbeiter, Jean Moulin, war es am 15. Mai 1943 gelungen, die wichtigsten Gruppierungen der Résistance zur Gründung des Conseil national de la Résistance (CNR) zu bewegen, dessen erste Deklaration die Forderung war, unverzüglich eine provisorische Regierung unter der Leitung von de Gaulle zu bilden. Dies geschah dann bereits einen Tag später mit der Gründung des „Französischen Komitees für die nationale Befreiung“ (CFLN) in Algier.

    Diese Vorstufe zu einer Gegenregierung war nach der Besetzung des Vichy-Territoriums durch deutsche Truppen im November 1942 (als Reaktion auf die alliierte Landung in Nordafrika) ein weiterer schwerer Schlag für die Regierung in Vichy.

    Das Regime verfügte – abgesehen vom unbesetzten Staatsgebiet – anfangs noch über alle Kolonien sowie über ein 100.000 Mann starkes Heer und die französische Kriegsmarine. Seit Herbst 1940 gab es dazu die Légion française des combattants, eine Kriegsveteranenorganisation, aus der Joseph Darnand gemeinsam mit hohen Offizieren im Spätsommer 1941 enttäuschte Kämpfer rekrutierte, die im Département Alpes-Maritimes eine geheime Militärorganisation unter der Bezeichnung Service d’ordre légionnaire (SOL) gründeten, die bei einer weiteren italienischen Aggression gegen französisches Territorium zum Einsatz kommen sollte. Bis zum Ende 1941 entwickelte sie sich zu einer ernstzunehmenden Streitmacht, die als zusätzlicher Schutz Frankreichs vor externer und interner Aggression im Januar 1942 den offiziellen Segen des Vichy-Regimes erhielt. Gegen Ende des Sommers 1942 rekrutierte Darnand daraus Freiwillige für die Légion volontaires français (LVF), die Légion anti-bolchévique bzw. Légion tricolore, einen französischen Verband in deutscher Uniform, der an der Ostfront gegen die Sowjetunion kämpfen sollte.

    Französischer Milizionär bewacht Widerstandskämpfer (1944)

    Die Zusammenarbeit der Zivilbevölkerung und der französischen Behörden mit dem Deutschen Reich ist auch heute noch ein Thema mit hoher politischer Brisanz, da es weiterhin unterschiedliche Auffassungen über Grad und Umfang einer akzeptablen Zusammenarbeit gibt. Unbestritten ist, dass es im Rahmen der Vichy-Regierung zu einer sehr weitreichenden Form der Kollaboration kam, die teilweise freiwillig, hauptsächlich jedoch aufgrund von tatsächlichen oder zugesagten Gegenleistungen oder Erpressung geleistet wurde.

    Politische Zusammenarbeit

    Die staatliche Kollaboration wurde nach dem Treffen von Marschall Pétain und Hitler in Montoire-sur-le-Loir am 24. Oktober 1940 mit dem Handschlag von Montoire öffentlichkeitswirksam eingeleitet. Dieses symbolträchtige Bild wurde der Rundfunkansprache des Generals de Gaulle über die Sender der BBC entgegengesetzt, in der dieser die Fortsetzung seines Kampfes an der Seite der Alliierten ankündigt hatte. Obwohl Pierre Laval mit führenden Nationalsozialisten (darunter Hitler selbst) zwei Tage zuvor am gleichen Ort Vorgespräche geführt hatte, erbrachte das Treffen von Montoire aber letztlich nur eine magere Erfolgsbilanz: Keine Seite ließ sich auf konkrete Absprachen ein. Lediglich das Prinzip der Kollaboration wurde verkündet, wobei die deutsche Seite sorgfältig darauf achtete, den Inhalt dieser Vereinbarung nicht zu genau festzulegen.

    Pétain hoffte ebenso wie Laval, die deutsche Seite durch Zeichen guten Willens nach dem Treffen von Montoire milde zu stimmen. Im Gegenzug sollte auch Deutschland Zugeständnisse machen, wie z. B. die Rückkehr der französischen Kriegsgefangenen und eine Änderung der Demarkationslinie zwischen der militärisch besetzten Nordzone und der unbesetzten Südzone oder die Rückkehr der französischen Regierung nach Versailles zu erlauben. Aufgrund seiner Frankreich-Feindlichkeit war Hitler jedoch nicht zu den geringsten Zugeständnissen an die unterlegene Nation bereit. Er betrachtete die Zusammenarbeit mit dem Vichy-Regime vielmehr als ein ebenso taktisch wie strategisch einzusetzendes Mittel im weiter bestehenden Konflikt mit Großbritannien und beim geplanten Überfall auf die Sowjetunion. Letztlich ging es ihm darum, Frankreich mit geringstmöglichen Mitteln zu neutralisieren, wirtschaftlich zu kontrollieren und gleichzeitig sicherzustellen, dass das Vichy-Regime sich jedem Versuch der Gaullisten und der Briten widersetzen würde, Nordafrika zu besetzen.

    Pétain erklärte in seiner Rundfunkansprache vom 30. Oktober 1940, dass er nun den Weg der Kollaboration betrete: « j’entre aujourd’hui dans la voie de la collaboration ». In der Folgezeit zeigte er sich jedoch angesichts ausbleibender konkreter Vereinbarungen und mangelnden Entgegenkommens Hitlers enttäuscht: Er habe ein Nichts getroffen (rien du tout), einen Durchschnittsmenschen, der seine historischen Lektionen nicht gelernt habe (un médiocre qui n’a pas retenu les leçons de l’histoire) und spielte die Bedeutung des Treffens von Montoire herunter, das von Anfang an als informelles Konsultationstreffen (tour d’horizon) geplant gewesen sei. Am 13. Dezember 1940 entließ Pétain seinen Stellvertreter Laval wegen zu eigenwilliger Verhandlungsführung, letztlich jedoch aus innenpolitischen Gründen. Pétain zog jedoch letztlich keine Konsequenzen aus dem Fehlschlag seiner Politik. Laval und er rechneten weiterhin mit einem deutschen Endsieg und wollten aus Frankreich einen privilegierten Partner von Hitlers Europapolitik machen. Sie verkannten völlig, dass Hitler aus Frankreich nichts anderes machen wollte als einen tributpflichtigen und nach Belieben auszubeutenden Vasallen. Der einzige Unterschied zwischen den Vorstellungen der beiden Politiker von Kollaboration war ein gradueller: Im Falle von Pétain spielten eher reaktionäre und nationalistische Motive eine Rolle, während Laval eher in europäischen Zusammenhängen dachte.

    Um seinen guten Willen zu bezeugen, hat das Vichy-Regime häufig deutsche Forderungen vorweggenommen oder übererfüllt. Die Gegenleistungen der Besatzungsmacht waren eher begrenzt, die Kosten der Besatzung stiegen vielmehr bis zuletzt kontinuierlich an. So erreichten Pétain und Laval für die Aushebung von 600.000 bis 650.000 Arbeitskräften für den Service du travail obligatoire (STO) im Gegenzug lediglich die Rückkehr von weniger als 100.000 Kriegsgefangenen, die aus Alters- und Gesundheitsgründen wohl ohnehin zurückgeschickt worden wären.

    Unter den Kollaborateuren, die den verschiedenen Regierungen des Vichy-Regimes angehörten oder diese unterstützten, ist besonders Fernand de Brinon hervorzuheben, der Generalbeauftragte Vichys in der besetzten Nordzone von 1941 bis 1944, der bereits in der Vorkriegszeit ein großer Bewunderer des „Dritten Reichs“ gewesen war. Zu erwähnen sind außerdem Jacques Benoist-Méchin, der Hauptberater Darlans in den Verhandlungen mit Hitler (1941–1942); Gaston Bruneton, Sozialbeauftragter für die (teilweise freiwilligen, teilweise zwangsverpflichteten) französischen Arbeitskräfte in Deutschland, der eng mit der Deutschen Arbeitsfront (DAF) zusammenarbeitete; Jean Bichelonne, zunächst Minister für Industrieproduktion, später für das Transportwesen, oder der Schriftsteller Abel Bonnard, genannt Gestapette, der 1942 Minister für Nationalerziehung wurde. 1944 wurden die faschistischen Überzeugungstäter Joseph Darnand, Philippe Henriot und Marcel Déat auf deutschen Druck hin Regierungsmitglieder.

    Während zahlreiche Pariser Kollaborateure das Vichy-Regime offen verachteten, das ihnen zu reaktionär und zu wenig engagiert in der Zusammenarbeit mit dem Dritten Reich war, erklärten sich andere wie z. B. Darnand zu bedingungslosen Anhängern des Marschalls Pétain. Jacques Doriot, der Anführer der Parti populaire français (PPF), präsentierte sich der Öffentlichkeit bis Ende 1941 als un homme du Maréchal (ein Mann des Marschalls). Pierre Laval, der bedeutendste Vichy-Politiker nach Pétain, unterhielt sehr enge politische Beziehungen zu Déat und Darnand und übernahm persönlich die Leitung der Milice française, einer gewalttätigen Organisation, die die Gestapo bis zum Äußersten unterstützte.

    Wirtschaftliche Zusammenarbeit

    Der Begriff wirtschaftliche Kollaboration bedeutet in diesem Zusammenhang vor allem, dass das Vichy-Regime die Politik der deutschen Besatzungsmacht umsetzte. Die formale Verpflichtung dazu ergab sich zunächst aus der Kriegsschuld, die zwar theoretisch im Waffenstillstand vom Juni 1940 festgelegt, in der Praxis aber einseitig von den Deutschen bestimmt wurde, da diese den Wechselkurs des französischen Franc zur deutschen Mark nach Belieben veränderten. Diese Kriegsschuld, ursprünglich zum Unterhalt der Besatzungstruppen gedacht, betrug durchschnittlich 400 Millionen Francs täglich, was damals etwa 4 Millionen Tageslöhnen von Arbeitern entsprach. Obwohl Frankreich wirtschaftlicher Ausbeutung (in Form des Abtransportes von Rohstoffen und der Requirierung und Überführung von Lokomotiven, Werkzeugmaschinen, Motoren aller Art, Eisenkonstruktionshallen, Munitionsfertigungsmaschinen, Bergbauspezialgeräten, Kränen und weiteren industriellen Werten) unterworfen war, erkannte die deutsche Besatzungsmacht durchaus, dass das wirtschaftliche Leben so weit wie möglich normal gestaltet werden musste, wenn die eroberten industriellen Kapazitäten für die eigene Kriegswirtschaft nutzbar gemacht werden sollten. Aus diesem Grund wurde ein brutales Diktat vermieden und der Regierung Pétain ein bestimmtes Maß an Eigenständigkeit zugestanden.

    Im Oktober 1940 gab es in Frankreich infolge der militärischen Niederlage eine Million Arbeitslose (wobei zu berücksichtigen ist, dass zusätzlich noch die 1,5 Millionen französischen Kriegsgefangenen dem französischen Arbeitsmarkt entzogen waren, die in Deutschland während fast der gesamten Dauer des Krieges als Arbeitskräfte eingesetzt wurden). Schon bald nach dem Waffenstillstand ermächtigte die Vichy-Regierung französische Unternehmen, Verträge mit Deutschland abzuschließen. Deutsche Aufträge wurden die Hauptantriebskraft für das Wiederaufleben der französischen Wirtschaft. Bis April 1941 buchten französische Firmen Aufträge im Wert von 1,5 Milliarden Reichsmark; bis Herbst 1942 waren es bereits über vier Milliarden Reichsmark. Frankreich wurde der wichtigste europäische Lieferant des Dritten Reichs während des Zweiten Weltkriegs. So konnte beispielsweise die Firma Renault ihren Umsatz von 1940 bis 1942 verfünffachen. Die französische Weinwirtschaft, die immer noch an den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zu leiden hatte, arrangierte sich sofort mit der Besatzungsmacht und erlebte in der Folgezeit einen ungeahnten Aufschwung. Die Arbeitslosenzahl fiel bis 1942 auf 125.000 und zur Zeit der Libération herrschte praktisch Vollbeschäftigung. Mit den Besatzungskosten beschäftigte die deutsche Besatzungsmacht große Teile der französischen Landwirtschaft und Industrie. Nach den Statistiken des Office central de la production industrielle produzierten 1943 100 % der Luftfahrtindustrie, 100 % der Schwerindustrie, 80 % der Bauindustrie, 60 % der Kautschukindustrie im Auftrag der Deutschen. Henry Rousso merkt dazu an, dass diese Angaben wahrscheinlich insgesamt etwas zu hoch angesetzt seien, die Größenordnungen aber weitgehend korrekt wiedergäben. Eberhard Jäckel gibt an, dass im Frühjahr 1942 rund 170.000 Franzosen direkt für die Wehrmacht arbeiteten, 275.000 beim Bau von Flughäfen und von Befestigungen wie dem Atlantikwall und 400.000 schließlich in der Rüstungsproduktion.

    Der deutschen Wirtschaftsorganisation entsprechend wurden zwölf nach Branchen und Produkten gegliederte Comités d’organisation (CO) und ein Office central de répartition des produits industriels (OCRPI) gegründet, die unter der Aufsicht des Ministeriums für Industrielle Produktion standen. Diese führten die 321 französischen Kapitalgesellschaften, koordinierten die Rohstoffzuteilungen und Lieferungen an die deutschen Stellen und lieferten darüber hinaus auch Informationen über die Rohstoffbestände in den unbesetzten Gebieten. Das Vichy-Regime nutzte sein dirigistisch ausgerichtetes Wirtschaftssystem zwar einerseits zur Bewältigung der existenziell wichtigen deutschen Produktions- und Lieferaufträge, versuchte andererseits aber auch den deutschen Einfluss auf die Wirtschaft nach Möglichkeit zu begrenzen. So wurde versucht, den unkontrollierten Zufluss deutschen Kapitals zu begrenzen; die Gründung deutsch-französischer Mischgesellschaften unter öffentlicher Kontrolle wurde jedoch ermöglicht (z. B. Francolor (51-%-Beteiligung der IG Farben); France-Rayonne (Tochterfirma von Rhône-Poulenc für Textilsynthetik; 33 % deutsche Beteiligung); Théraplix (Medikamente); der Industriegase-Hersteller Imbert). Deutsche Konzentrationsmaßnahmen in „arisierten“ Wirtschaftsbereichen (Leder, Kleiderindustrie, Handel) konnte das Regime zwar nicht verhindern, es bemühte sich jedoch, möglichst viele der enteigneten Vermögenswerte in „französische“ Hände überzuleiten.

    Eine besonders unrühmliche Form der wirtschaftlichen Kollaboration des Vichy-Regimes war seine Mitwirkung an der Zwangsverpflichtung von Arbeitskräften für den Einsatz in Deutschland. Bis zum Frühjahr 1942 waren trotz Zwangsrekrutierungen von Bergleuten und Metallarbeitern in der besetzten Zone sowie der Anwerbung französischer Freiwilliger für die deutsche Rüstungsindustrie lediglich 50.000 Franzosen in Deutschland tätig. Da diese Zahlen weit unter den Hitler zugesagten lagen, wurden tausende Franzosen vom Vichy-Regime zwangsrekrutiert. Als im Februar 1942 Albert Speer in Deutschland die Kriegsproduktion drastisch erhöhte, forderte Fritz Sauckel, der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz, am 15. Mai die Entsendung weiterer 250.000 Arbeitskräfte nach Deutschland, davon 150.000 Facharbeiter. Laval hoffte, dieses Ziel durch die Relève zu erreichen, da bei Zielerreichung die Heimkehr von 50.000 Kriegsgefangenen zugesagt worden war. Da sich jedoch die dürftige Ernährung und schlechte Behandlung der Freiwilligen herumgesprochen hatten, meldeten sich lediglich 16.800 Facharbeiter für den Dienst in Deutschland. Im Gegenzug durften auch nur 1000 Kriegsgefangene heimkehren. Um das gewünschte Kontingent zu erfüllen, erließ Laval ein Gesetz, das Männer im Alter zwischen 18 und 50 sowie ledige Frauen zwischen 21 und 35 Jahren auch im Ausland dienstpflichtig machte. Als Sauckel bis Ende 1942 die geforderte Anzahl von 240.000 französischen Zwangsarbeitern erhalten hatte, forderte er am 2. Januar 1943 weitere 250.000 Arbeitskräfte, die auf Basis des am 16. Februar 1943 ins Leben gerufenen Service du travail obligatoire (STO) erfüllt werden konnte. Der STO zeigte jedoch bald seine Kehrseite: junge Franzosen, denen der STO drohte, gingen verstärkt in den Untergrund. Die dritte Aktion, die ab 6. August 1943 weitere 500.000 Arbeitskräfte bringen sollte, wurde lediglich zu 20 % erfüllt. Die vierte Aktion zum Anfang des Jahres 1944 brachte nur mehr 50.000 Zwangsarbeiter ein.

    Die deutsche Seite konnte nicht nur aufgrund der Waffenstillstandsvereinbarungen Druck auf das Vichy-Regime ausüben, sondern auch aufgrund des Verhaltens vieler französischer Wirtschaftsunternehmen. Oftmals nahmen diese direkt Kontakt mit Wirtschaftsvertretern des Dritten Reiches auf und umgingen somit die Steuerungsversuche ihrer eigenen Regierung. Unter dem Druck der eigenen Finanz- und Industriekreise musste sich das Vichy-Regime letztendlich zu fast jedem Zugeständnis bereit erklären, was im Ergebnis dazu führte, dass eher ein Überangebot an wirtschaftlicher Kollaboration herrschte.

    Militärische Zusammenarbeit

    Die Protokolle von Paris

    Der Vize-Präsident des Vichy-Regimes nach der Entlassung Lavals, Admiral Darlan, hingegen sah die Kollaboration mit Deutschland als langfristige Strategie, der zufolge Frankreich sich unter Abkehr von seiner bisherigen diplomatischen Tradition dem Kontinentalsystem unter Führung Deutschlands anschließen sollte. Er traf am 11. und 12. Mai 1941 in Berchtesgaden mit Hitler zusammen, der ihn für eine erweiterte militärische Zusammenarbeit gewinnen wollte. Darlan unterzeichnete daraufhin am 28. Mai 1941 mit Otto Abetz, dem deutschen Botschafter in Frankreich, die drei Protokolle von Paris (Protokoll I für Syrien und Libanon; Protokoll II für Bizerta und Tunesien; Protokoll III für Französisch-Westafrika und Französisch-Äquatorialafrika sowie ein Zusatzprotokoll zu den vom Vichy-Regime aufgestellten Forderungen nach mehr Mitteln für den Fall eines alliierten Angriffs). Marschall Pétain bestätigte den Wortlaut der Protokolle ausdrücklich in einem Telegramm an General Dentz, den französischen Hochkommissar für Syrien und Libanon. Deutschland wurde die Benutzung der französischen Stützpunkte in Syrien, französische Waffenlieferungen an irakische Aufständische unter Raschid Ali al-Gailani, Durchreise des Deutschen Afrikakorps durch das französisch kontrollierte Tunesien sowie die Überholung von Schiffen der deutschen Kriegsmarine in Dakar zugesagt. Im Gegenzug sollte Deutschland die Besatzungsgebühren um ein Viertel reduzieren, 100.000 Kriegsgefangene freilassen und die Wiederbewaffnung einiger französischer Kriegsschiffe genehmigen.

    Flagge der Milice française

    Am 21. Dezember 1941 trafen General Juin und Hermann Göring in Berlin nochmals zusammen, um eine Nutzung des französischen Marinestützpunkts in Bizerta durch das Deutsche Afrikakorps zu vereinbaren. Da die von Vichy als Gegenleistung geforderte Verstärkung der französischen Truppen in Afrika sowie eine Abschwächung der Waffenstillstandsbedingungen aus dem Jahr 1940 von der deutschen Seite abgelehnt wurden, scheiterten diese Verhandlungen jedoch.

    Die Miliz

    Die Milice française wurde am 30. Januar 1943 vom Vichy-Regime aus Mitgliedern des Service d’ordre légionnaire (SOL) zusammengestellt und als Hilfstruppe der deutschen Armee eingesetzt, z. B. 1944 bei der Bekämpfung des Maquis im Vercors. Das Kommando führte nominell Laval, die eigentliche Leitung lag allerdings in den Händen von Joseph Darnand. Die Zahl der Bewaffneten in der Milice erreichte schließlich 30.000 Mann. Diese Kräfte kamen ab Januar 1944 vorwiegend in der Nordzone zum Einsatz, wo sie vom Militärbefehlshaber zumeist im Kampf gegen die Résistance eingesetzt wurden. Darnand stellte zusätzlich die Groupes mobiles de réserve (GMR) auf und schlug die Gründung einer Groupe franc de la garde unter seiner direkten Kontrolle zur Zerschlagung des Maquis des Glières (Département Haute-Savoie) vor, was von deutscher Seite jedoch abgelehnt wurde.

    Polizeiliche Zusammenarbeit

    Carl Oberg (Mitte) im Gespräch mit Pierre Laval

    Nach dem Waffenstillstand vom Juni 1940 suchten die deutschen Besatzer in den Kriegsgefangenenlagern nach spanischen Republikanern, da Hitler zu dieser Zeit Franco noch zu einem Kriegseintritt auf Seiten Deutschlands zu bewegen suchte. Das Vichy-Régime erhob keinen Einspruch dagegen, dass die Mehrzahl der so Aufgespürten in das KZ Mauthausen eingeliefert wurden. Obwohl die Bekämpfung der französischen Kommunisten bis zum Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 keinen hohen Stellenwert für die deutschen Besatzer hatte, setzte das Vichy-Regime die schon von der Regierung Daladier begonnenen Maßnahmen gegen die Kommunisten fort. Nachdem die Kommunisten sich der Résistance angeschlossen und angefangen hatten, Anschläge zu begehen, wurden von der französischen Polizei verhaftete Kommunisten an die deutsche Besatzungsmacht ausgeliefert.

    René Bousquet (rechts im Pelzmantel) am 23. Januar 1943 in Marseille bei einer Lagebesprechung anlässlich der „Räumung“ des Hafenviertels, mit SS-Sturmbannführer Bernhard Griese (2. v. l.)

    Nachdem General Carl-Heinrich von Stülpnagel im Februar 1942 zum Militärbefehlshaber in Frankreich ernannt worden war, forderte er für seinen Verantwortungsbereich eine klare Trennung zwischen militärischen und politischen Aufgaben. Da dies den Vorstellungen von Himmler und Heydrich entgegenkam, die ihren Einflussbereich innerhalb Europas ausdehnen wollten, ernannte Hitler am 9. März 1942 den SS-General Carl Oberg zum Höheren SS- und Polizeiführer für das besetzte Frankreich. Sein Stellvertreter wurde SS-Standartenführer Helmut Knochen als Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD. Unter ihrer Aufsicht und auf ihre Anordnung hin sollte die französische Polizei Maßnahmen gegen Kriminelle, Juden sowie gegen Kommunisten durchführen. Zu dieser Zeit umfassten die deutschen Polizeikräfte in Frankreich lediglich drei Bataillone mit ca. 3000 Männern (gegenüber gleichzeitig 5000 in den besetzten Niederlanden). Für Verhaftungen mussten die Deutschen auf die 47.000 französischen Polizisten in der besetzten Zone zurückgreifen. Zwei Monate nach der Wannseekonferenz besuchte Heydrich vom 5. bis 12. Mai 1942 erstmals Frankreich, um die polizeiliche Kooperation zu verbessern: er versprach dabei größere Unabhängigkeit für die Polizeikräfte der besetzten Zone, unter der Bedingung, dass diese konsequent alle Feinde der Besatzungstruppen unterdrücke, die ja auch die Feinde der Révolution nationale seien.

    Im April 1942 ernannte Pierre Laval den Verwaltungsfachmann René Bousquet zum Generalsekretär der Polizei. Dieser ging von der Annahme aus, dass die Besatzungsmacht der Vichy-Regierung die Kontrolle über eine ausreichend bewaffnete Polizei in beiden Zonen anvertrauen würde, wenn es gelänge, die deutsche Seite von der vorbehaltlosen Kollaboration der französischen Polizei zu überzeugen. Diese Haltung passte gut zu den Plänen von Oberg, Knochen und ihrem Vorgesetzten Heydrich, die anders als ihre Vorgänger auf die französische Polizei setzten. Dieser mehr Autonomie und Verantwortung zu übertragen, brachte erhebliche Vorteile, ohne dabei das eigene Risiko zu erhöhen: mehr Wirksamkeit, weniger patriotische Reaktionen der französischen Bevölkerung, mehr Engagement der durch die Zusammenarbeit kompromittierten Polizisten.

    Sprengung von Wohngebäuden im alten Hafenviertel von Marseille

    Die Erfassung aller Juden im Département Seine mittels der sogenannten Tulard-Akten durch die Polizeipräfektur Paris erfolgte ab Oktober 1941 auf deutsche Anordnung und wurde zur organisatorischen Grundlage für die Razzien, die ab dem Mai 1941 zunächst noch von der deutschen Besatzungsmacht und der französischen Polizei gemeinsam durchgeführt wurden. Auf Grund von Vereinbarungen zwischen Bousquet und Oberg vom Juli 1942 wurden die Razzien auf Juden nur noch durch die französische Polizei durchgeführt. Französische Gendarmerie und Zollbeamte wurden auch mit der Überwachung der Zufahrtswege und der näheren Umgebung des Sammellagers Drancy beauftragt.

    Die französische Polizei sollte eigentlich alle Widerstandskämpfer verfolgen, blieb jedoch in ihren Aktionen in der zone sud bis November 1942 verhältnismäßig zurückhaltend. In dieser Phase waren im Wesentlichen die Nachrichtendienste von Marine und Waffenstillstandsarmee in der Bekämpfung der Résistance aktiv (was einige Angehörige des Heeresnachrichtendienstes jedoch nicht daran hinderte, sich heimlich der Résistance anzuschließen). Am 25. August 1942 wurde zweihundert deutschen Polizisten gestattet, mit falschen französischen Papieren und Funkmesswagen in die Südzone einzureisen, um dort Geheimsender aufzuspüren. Die polizeiliche Zusammenarbeit ging auch nach der Besetzung der Südzone durch deutsche Truppen im November 1942 weiter. Eine der letzten großen Operationen der französischen Polizei wurde die „Räumung“ des Hafenviertels in Marseille vom 22. bis 24. Januar 1943. Am 24. Januar wurde das Hafenviertel von der Polizei gesprengt, die jedoch auf Grund ihrer Beziehungen zu den deutschen Machthabern auch einige Abmilderungen der ursprünglich geplanten Maßnahmen erreichen konnte.

    Ab 1943 wurde der Kampf gegen die Résistance vollständig auf die Milice française unter Joseph Darnand übertragen, insbesondere der Kampf gegen die Maquis.

    Judendeportationen

    Eine schwere Hypothek für das Regime stellt die teilweise freiwillige Bereitschaft dar, mit den deutschen Behörden bei Erfassung, Diskriminierung, Verhaftung und Deportation von Juden und anderen vom NS-Regime verfolgten ethnischen Minderheiten in die Vernichtungslager und der Beschlagnahme (Arisierung) ihres Besitzes mitzuwirken. So wurden zuerst Oktober 1940 und dann im Juni 1941 „Statuts des juifs“ (Sondergesetze für Juden) eingeführt, noch bevor dies die deutschen Behörden überhaupt gefordert hatten. Das Tragen des „Judensterns“ wurde allerdings nur im besetzten Teil obligatorisch. Das Vichy-Régime protestierte jedoch nicht gegen die Einführung des „Gelben Sterns“ in der besetzten Zone und ließ seinerseits in Identitätspapieren den Stempel Juif anbringen.

    Französische Polizei überprüft angekommene Juden im Internierungslager Pithiviers

    Die Deportationen, bei denen auch französische Behörden mitwirkten, wurden von dem im September 1940 eingerichteten Judenreferat in Paris unter Theodor Dannecker initiiert, der dem Reichssicherheitshauptamt (RSHA) der SS unterstand und mit Helmut Knochen, dem Leiter der Sicherheitspolizei (Sipo), sowie Carl Oberg, dem Höheren SS- und Polizeiführer, zusammenarbeitete. Im März 1941 ernannte die französische Regierung auf Betreiben der Deutschen einen „Generalkommissar für Judenfragen“ (commissaire géneral aux questions juives). Bis 1942 war dies Xavier Vallat. Er erhielt gesetzliche Vollmachten, in Judenfragen bei anderen Ministerien zu intervenieren und sogar Polizeikräfte einzusetzen. Die Deutschen waren mit Vallats Leitung bei der Judenverfolgung nicht zufrieden und sorgten für seine Ablösung ab 6. Mai 1942 durch Louis Darquier de Pellepoix.

    Auf Grund der Oberg-Bousquet-Vereinbarungen vom Mai 1942 beteiligte sich die französische Polizei am 16. und 17. Juli 1942 an der Rafle du Vélodrome d’Hiver in Paris. Die festgenommenen Personen wurden auf verschiedene Lager verteilt, darunter das Sammellager Drancy. Am 26. August 1942 organisierte René Bousquet eine Razzia in der zone libre und die anschließende Deportation von 10.000 nichtfranzösischen Juden. Insgesamt wurden schließlich 130.000 ausländische und 70.000 französische Juden aus der Südzone über das Sammellager Drancy in die Vernichtungslager des von den Deutschen besetzten Osteuropas verbracht. Insgesamt wurden 76.000 französische Juden nach Auschwitz deportiert, 40 % davon wurden durch die französische Polizei verhaftet. Die Milice française war an der Verhaftung von 25.000 deportierten französischen Juden beteiligt.

    Als die Abtransporte begannen, begründete dies die deutsche Militärverwaltung lediglich mit der Notwendigkeit der „Evakuierung der Juden nach dem Osten“, mit „Arbeitseinsatz“ und „Zwangsarbeit“. Ab dem siebten Transport im Juli 1942 wurde die Bestimmung, dass nur arbeitsfähige Männer deportiert werden sollten, aufgeweicht und später dann ganz fallen gelassen. Als dann auch alte Menschen, Frauen und (seit August 1942) selbst Kinder jedes Alters deportiert wurden, war klar, dass es nicht mehr allein um Arbeitseinsätze gehen konnte. An die Verabredung mit der Vichy-Regierung, keine französischen Juden zu deportieren, hielt sich die Besatzungsmacht immer weniger, ab Mitte 1943 gar nicht mehr. Zuletzt fahndete das Sonderkommando Alois Brunner auch im unbesetzten Süden Frankreichs nach den letzten versteckten Juden.

    Schnittstellen der Kollaboration

    Die deutschen Behörden verfügten über drei Schnittstellen zu ihren französischen Mitarbeitern:

    • Der Militärbefehlshaber für das besetzte Frankreich (MBF) mit seinem Stab aus Personal der Wehrmacht und zivilen Experten residierte im Pariser Hotel Majestic. Er war dem Oberkommando des Heeres (OKH) unterstellt und hatte neben militärischen und wirtschaftlichen zunächst auch sicherheitspolitische Aufgaben wahrzunehmen. Als Leiter der Abteilung Verwaltung war Werner Best dort bis 1942 der faktische „Über-Innenminister Frankreichs“.
    • Vorwiegend politische Fragen wurden vom Botschafter Otto Abetz behandelt, der dem deutschen Auswärtigen Amt und damit Außenminister Joachim von Ribbentrop unterstand. Er residierte im Palais Beauharnais. Zu seinen Mitarbeitern gehörte Ernst Achenbach (Leiter der politischen Abteilung), SS-Brigadeführer Werner Gerlach (Leiter des Kulturreferats), Karl Epting (kulturelle Angelegenheiten), der Jurist Friedrich Grimm und Botschaftsrat Friedrich Sieburg (ehemaliger Korrespondent der Frankfurter Zeitung), die bereits über Erfahrungen im Vorkriegs-Frankreich verfügten. „Judenreferent“ war Carltheo Zeitschel, SS-Sturmbannführer und Legationsrat, der einer der Motoren der „Endlösung in Frankreich“, also des Abtransports und der Ermordung der Juden, wurde. In der Botschaft waren etwa 25 Personen mit den Judenfragen beschäftigt – auch Ernst Achenbach.
    • Der dritte Machtbereich auf deutscher Seite unterstand Heinrich Himmler: die Angehörigen der Ordnungs- und Sicherheitspolizeikräfte sowie des SD, die für die Sammlung von Nachrichten, für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung in Zusammenarbeit mit den französischen Behörden sowie die Erfassung und Deportation von Juden und anderen unerwünschten ethnischen Gruppierungen zuständig waren.

    Zwischen diesen drei deutschen Machtbereichen – insbesondere zwischen Botschaft und SS – kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen, die durch mangelhafte Kompetenzabgrenzung gefördert wurde. Abetz und die Botschaft favorisierten Laval und den Gründer der Rassemblement national populaire (RNP), Marcel Déat, während die SS Jacques Doriot, den Chef der Parti populaire français (PPF), förderte. Gemeinsam war den deutschen Besatzungsbehörden, dass sie Pétains Ziel, einen Einparteienstaat nach deutschem oder italienischem Vorbild aufzubauen, skeptisch gegenüberstanden und bestrebt waren, die latenten parteipolitischen, religiösen, regionalen und sonstigen innerfranzösischen Gegensätze zu fördern, um die Bildung einer antideutschen Einheitsfront zu verhindern.

    Mit dem Abschluss des Waffenstillstandes 1940 kam es zu einer Spaltung in der öffentlichen Meinung. Ein Teil sympathisierte bereits frühzeitig mit dem Freien Frankreich unter de Gaulle. Der überwiegende Teil der Bevölkerung verhielt sich jedoch abwartend bzw. befürwortete eine französisch-deutsche Kollaboration. Zu diesen Befürwortern zählten auch die Mitglieder der verbotenen Kommunistischen Partei (PCF), deren Repräsentanten unter Führung von Jacques Duclos am 15. Juni 1940 kurz nach den deutschen Truppen aus Belgien kommend in Paris eintrafen. Am 27. Juni 1940 legten Maurice Tréand (verantwortlich für die Untergrundaktivitäten der PCF) und Maître Fossin (Anwalt der sowjetischen Botschaft) dem deutschen Botschafter Abetz ein Memorandum zur Kooperation vor:

    1. Unterstützung aller Maßnahmen, um Frankreich aus dem Krieg herauszuhalten
    2. Unterstützung der Kolonialvölker im Kampf um ihre Freiheit
    3. Abschluss eines Freundschaftsvertrages Vichy-UdSSR

    Nach Rücksprache mit Hitler lehnte Abetz das Angebot ab, worauf Tréand und Fossin von Moskau fallengelassen wurden, obwohl Duclos ihre Unschuld betonte.

    Die verunsicherten Kommunisten verhielten sich in der Folge weitgehend neutral. Der ernsthafte aktive Widerstand im Land begann mit Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion. Die verschiedenen Widerstandsbewegungen der Résistance wurden am 27. Mai 1943 von Jean Moulin, einem Abgesandten de Gaulles, im „Conseil national de la Résistance“ zusammengefasst.

    1939

    1940

    • 21. März: Da er dem demokratischen Finnland während des Winterkriegs gegen die Sowjetunion die in der Öffentlichkeit geforderte Unterstützung untersagt hatte, tritt Édouard Daladier als französischer Premierminister zurück. Daladier galt als Vertreter der Appeasement-Politik. Neuer Regierungschef wird der bisherige Finanzminister Paul Reynaud (AD). In der Abgeordnetenkammer hat die Regierungskoalition eine Mehrheit von einer Stimme.
    • 9. April: Landung der deutschen Wehrmacht in den neutralen Staaten Dänemark und Norwegen (Unternehmen Weserübung).
    • 14. – 19. April: Zur militärischen Unterstützung Norwegens landen umfangreiche alliierte Streitkräfte in Narvik (Schlacht um Narvik). Frankreich entsendet Teile der Fremdenlegion.
    • 10. Mai: Ohne vorherige Kriegserklärung überfällt die Wehrmacht die neutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg.
    • 13. – 15. Mai: Unter Umgehung der Maginot-Linie durchqueren deutsche Panzerverbände die für unpassierbar gehaltenen Ardennen. In der Schlacht bei Sedan gelingt ihnen der unerwartete Frontdurchbruch und das Überschreiten der Maas. Anschließend brechen sie aus ihrem Brückenkopf in Richtung Ärmelkanal aus (Sichelschnittplan). Angesichts der militärischen Krise spricht Reynaud während eines Telefonats mit dem neuen britischen Premierminister Winston Churchill am 15. Mai davon, dass Frankreich die Schlacht verloren habe.
    • 18. Mai: Der unerwartet schnelle Vorstoß der Wehrmacht erschüttert das Vertrauen der französischen Bevölkerung in die Regierung. Um die Verteidigungsbereitschaft der Franzosen zu stärken, sieht sich Premierminister Reynaud zu einer Kabinettsumbildung gezwungen: Der populäre Marschall Philippe Pétain (Held von Verdun) wird von seinem Botschafterposten in Spanien abberufen und tritt als stellvertretender Premierminister in die Regierung ein. Georges Mandel wird neuer Innenminister, Reynaud selbst übernimmt das Verteidigungsministerium. Édouard Daladier wird Außenminister.
    • 19. Mai: Paul Reynaud ersetzt den glücklosen Oberbefehlshaber Maurice Gamelin durch Général Maxime Weygand. Die große Anzahl ziviler Flüchtlinge behindert die Beweglichkeit der alliierten Streitkräfte erheblich.
    • 20./21. Mai: Die deutschen Truppen stehen an der Schelde und erreichen bei Abbeville den Ärmelkanal. Durch den Vorstoß werden große Verbände des BEF und der französischen Armee in Nordfrankreich eingeschlossen und ziehen sich nach Dunkerque zurück. Der britische Oberbefehlshaber Lord Gort beginnt nach Weisung Churchills mit den Vorbereitungen zu einer Evakuierung.
    • 26. Mai – 5. Juni: Schlacht von Dünkirchen. Aufgrund von Hitlers Haltebefehl gelingt es der Royal Navy rund 370.000 alliierte Soldaten über den Ärmelkanal nach Großbritannien einzuschiffen (Operation Dynamo). Die Wehrmacht rückt am 4. Juni in der Stadt ein.
    • 28. Mai: Kapitulation Belgiens.
    • 5. Juni: Mit dem „Fall Rot“ tritt der Westfeldzug in die entscheidende, zweite Phase. Zum einen sollte der alliierte Südflügel entlang der Maginot-Linie bis zur Schweiz eingeschlossen werden, zum anderen sollte die Wehrmacht in Richtung Paris vorrücken. Die französische Armee hat mit den ihr verbliebenen Kräften, der Großteil verbleibt an der Maginot-Linie, mit der Weygand-Linie eine Auffangstellung südlich der Somme und der Aisne errichtet.
    • 6. Juni: Premierminister Reynaud ernennt Charles de Gaulle zum Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Reynaud entlässt Daladier und übernimmt selbst das Außenministerium.
    • 8. Juni: Aufgrund der Lage in Westeuropa ziehen die Alliierten ihre Streitkräfte aus dem norwegischen Narvik ab (Schlacht um Narvik). Norwegen kapituliert am 10. Juni.
    • 9. Juni: Trotz erbittertem Widerstand hält die Weygand-Linie der deutschen Offensive nicht stand. Deutsche Verbände überschreiten die Seine.
    • 10. Juni: Das faschistische Italien erklärt Frankreich und Großbritannien den Krieg, greift jedoch zunächst nicht in die Kampfhandlungen ein.
      • Die französische Regierung verlässt Paris und flieht vor der nahenden Wehrmacht zunächst nach Tours.
    • 11. Juni: Général Weygand appelliert an die Regierung, der Vernichtung der französischen Armee ein Ende zu setzen und das Deutsche Reich um Bekanntgabe von Waffenstillstandsbedingungen zu ersuchen. Im Kabinett bilden sich zwei Lager: Reynaud, Mandel und de Gaulle wollen den Widerstand um jeden Preis fortsetzen, notfalls von Französisch-Nordafrika aus. Marschall Pétain schließt sich Weygand an und fordert Verhandlungen über einen Waffenstillstand.
    • 13. Juni: Winston Churchill fordert von Frankreich harten Widerstand, verweigert ihm jedoch den Einsatz der Royal Air Force. Die Luftstreitkräfte müssten Großbritannien gegen eine erwartete deutsche Invasion schützen.
    • 14. Juni: Die Wehrmacht besetzt das zur offenen Stadt erklärte Paris.
      • Die französischen Verfassungsorgane erreichen Bordeaux. Paul Reynaud möchte, dass die Armee kapituliert, während die Regierung den Widerstand aus den Kolonien heraus fortsetzen solle.
    • 16. Juni: Da das französische Kabinett eine von Churchill angebotene britisch-französische Staatenunion und die Fortsetzung militärischen Widerstands gegen die Achsenmächte mehrheitlich ablehnt, tritt Premierminister Reynaud zurück. Staatspräsident Albert Lebrun ernennt Marschall Pétain daraufhin zum neuen Regierungschef. Dieser hält weiteren Widerstand für aussichtslos und beauftragt den neuen Außenminister Paul Baudouin damit, das Deutschen Reich über Spanien um Waffenstillstand zu bitten.
    • 17. Juni: Pétain verkündet im Radio das Ersuchen um Waffenstillstandsverhandlungen. Vielerorts stellen die französischen Streitkräfte den Widerstand ein und gehen in Kriegsgefangenschaft.
    • 18. Juni: In einer wiederholt gesendeten Radioansprache ruft der nach London geflohene Charles de Gaulle die Franzosen zur Fortsetzung des Krieges gegen die Achsenmächte an der Seite Großbritanniens auf (Appell vom 18. Juni). Der Aufruf wird im nicht besetzen Teil Frankreichs plakatiert.
    • 20. Juni: Frankreich muss die Stationierung japanischer Truppen in Französisch-Indochina billigen.
    • 22. Juni: Abschluss des deutsch-französischen Waffenstillstands in Compiègne zwischen Deutschland und Pétains État français. Der Vertrag teilt u. a. Frankreich in einen unter deutscher Militärverwaltung stehenden Nord- und Westteil sowie eine unbesetzte Südzone (rund 40 Prozent des Territoriums). Frankreich darf lediglich eine Streitmacht von 100.000 Mann unterhalten, der Status der Kolonien bleibt unangetastet. Der Waffenstillstand tritt am 25. Juni offiziell in Kraft.
    • 1. Juli: Nationalversammlung und Regierung siedeln von Bordeaux nach Vichy über, das in der unbesetzten Zone liegt. Der Kurort Vichy wird De-facto die neue Hauptstadt Frankreichs.
    • 3. Juli: Um eine mögliche Auslieferung an das Deutsche Reich zu verhindern, beschießt die Royal Navy den französischen Flottenverband in Mers-el-Kébir (Operation Catapult). Bei dem Angriff verlieren 1.200 Franzosen ihr Leben, weshalb Pétain die diplomatischen Beziehungen zu Großbritannien abbricht. Der Kontakt wird jedoch über die US-Botschaften weiterhin aufrechterhalten. Am 8. Juli wird das Schlachtschiff Richelieu im Hafen von Dakar durch britische Flieger torpediert.
    • 10. Juli: Unter dem Eindruck der katastrophalen militärischen Niederlage ermächtigt die Nationalversammlung auf Betreiben Pierre Lavals mit 569 zu 80 Stimmen Pétain zur Ausarbeitung einer die Rechte von Arbeit, Familie und Vaterland garantierenden Verfassung für den État français. Das ist das faktische Ende der Dritten Republik und der Beginn des État français. Staatspräsident Lebrun legt sein Amt nieder.
    • 11. Juli: Mit der Verkündung der ersten Verfassungsakte erklärt sich Pétain zum Chef de l’État (Staatschef) mit nahezu absoluten Vollmachten gegenüber Exekutive, Legislative und Judikative.
    • 12. Juli: Mit Pierre Laval ernennt Marschall Pétain einen entschiedenen Befürworter enger Beziehungen zum Deutschen Reich zu seinem Stellvertreter. Einen Premierminister gibt es zunächst nicht.
    • 30. Juli: Pétain gründet per Dekret einen 'Cour suprême de justice'. Vor diesem Gerichtshof sollte der Prozess von Riom gegen Léon Blum, Édouard Daladier, Paul Reynaud, Georges Mandel, Maurice Gamelin, Guy La Chambre und Robert Jacomet stattfinden.
    • 28./30. August: Die beiden Kolonien Französisch-Äquatorialafrika und Cameroun schließen sich de Gaulles FFL an.
    • 24. September: Ein alliierter Landungsversuch bei Dakar (Französisch-Westafrika) unter Teilnahme frei-französischer Einheiten scheitert am Widerstand der Vichy-Truppen (Gefecht von Dakar).
    • 24./25. September: Bombardierung von Gibraltar durch Flugzeuge des Vichy-Regimes (Gibraltar)
    • 3. Oktober: Das Vichy-Regime verabschiedet das erste Judenstatut (Lois sur le statut des Juifs). Jüdische Franzosen werden von öffentlichen Ämtern, aus der Armee, dem Unterricht und den Medien ausgeschlossen. Weitere Anti-jüdische Maßnahmen folgen (→vgl. Hauptartikel Chronologie der Kollaboration der Vichy-Regierung beim Holocaust).
    • 24. Oktober: Bei einem Treffen mit Adolf Hitler in Montoire lehnt Pétain den Vorschlag zur Beteiligung Frankreichs am Krieg gegen Großbritannien ab.
    • 30. Oktober: In einer Radioansprache erklärt Pétain, dass Frankreich durch eine Zusammenarbeit (Kollaboration) mit dem Deutschen Reich an der Neuordnung Europas teilnehmen müsse (→vgl. Hauptartikel Kollaboration in Frankreich).
    • 13. Dezember: Nach anhaltenden Spannungen wird Pierre Laval von Pétain seines Amtes enthoben und unter Hausarrest gestellt. Laval hatte eine weitreichendere Annäherung und noch mehr Kollaboration mit dem Deutschen Reich gefordert.

    1941

    • 2. Februar: Marcel Déat gründet mit dem Rassemblement national populaire (RNP) eine rechtsextreme Partei. Die RNP vertritt eine faschistisch-rassistische Ideologie und fordert eine enge Kollaboration mit den Deutschen.
    • 11. Februar: Pétain ernennt Admiral François Darlan zum stellvertretenden Regierungschef.
    • Februar/März: Kürzung der Lebensmittelrationen in der Südzone. Zur Beseitigung der Lebensmittelknappheit bittet Marschall Pétain die Vereinigten Staaten um Getreidelieferungen.
    • 6. Mai: Admiral Darlan stellt der deutschen Luftwaffe Stützpunkte in Syrien zur Verfügung, um von dort aus Angriffe gegen die Briten im Irak zu fliegen.
    • 8. Juni – 14. Juli: Einmarsch britischer und frei-französischer Truppen im französischen Mandatsgebiet Syrien. Nach heftigen Gefechten mit den Vichy-Truppen wird am 11. Juli ein Waffenstillstand unterzeichnet, welcher der FFL die Kontrolle über Syrien und den Libanon überträgt (Syrisch-Libanesischer Feldzug). Im Oktober proklamiert General Georges Catroux die Unabhängigkeit der Syrischen Republik.
    • 8. Juli: Auf Anregung führender Förderer der Kollaboration wie Jacques Doriot, Marcel Déat und Marcel Bucard wird eine antikommunistische Freiwilligen-Einheit aufgestellt. Diese Légion des volontaires français contre le bolchévisme (LVF) wird von der deutschen Waffen-SS ausgebildet und an der Ostfront vorwiegend zur Partisanenbekämpfung eingesetzt. Dem Verband treten 12.000 Mann bei, Eugène Deloncle übernimmt den Vorsitz des Exekutivkomitees des LVF. Die Vichy-Regierung steht der Aufstellung der Einheit zurückhaltend gegenüber.
    • Oktober: Pétain lässt ehemalige Politiker der Dritten Republik verhaften (u. a. Édouard Daladier, Léon Blum) und wegen des Verdachts, maßgeblich an der Niederlage Frankreichs beteiligt gewesen zu sein, vor Gericht stellen. Später wird der Prozess wegen Unpopularität vorläufig eingestellt (Prozess von Riom).

    1942

    • 1. Januar: Pétain bittet das Deutsche Reich um Erleichterung der Lebensbedingungen in Frankreich. Aufgrund anhaltender deutscher Repressalien sowie der unbefriedigenden Situation der Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter verliert das Regime zunehmend an Rückhalt in der Bevölkerung.
    • 17. April: Auf deutschen Druck ersetzt Pétain Premierminister Darlan durch Pierre Laval. Laval organisiert sowohl die Deportation von Juden als auch die verstärkte Gestellung französischer Zwangsarbeiter.
    • 16./17. Juli: In einer Massenfestnahme verhaftet die Pariser Polizei 13.152 Juden (Rafle du Vélodrome d’Hiver). Die Festgenommenen werden den deutschen Besatzungsbehörden übergeben und in die Vernichtungslager deportiert.
    • September: Britische Truppen besetzen die französische Kolonie Madagaskar (Operation Ironclad). Damit soll verhindert werden, dass die Japaner von Madagaskar aus den Handel im Indischen Ozean stören und ihren U-Boot-Radius erweitern.
    • 7./8. November: Landung alliierter Truppen in Französisch-Nordafrika (Operation Torch). Der Widerstand der Vichy-Truppen bricht nach kurzen Gefechten zusammen und der Oberbefehlshaber Admiral Darlan muss in Algier kapitulieren. Er wird daraufhin von Pétain seines Amtes enthoben. (→vgl. Hauptartikel Französisch-Nordafrika im Zweiten Weltkrieg).
    • 11. November: Als Reaktion auf die Landung der Alliierten in Nordafrika besetzen deutsche und italienische Truppen die Südzone Frankreichs (Unternehmen Anton). Im Militärhafen Toulon versenkt sich daraufhin die französische Kriegsflotte selbst. Das Vichy-Regime protestiert lediglich gegen den deutschen Einmarsch in den Süden und sinkt auf die Stufe einer Marionettenregierung herab.
    • 12. November: Mit Unterstützung der USA proklamiert sich Darlan zum „Hochkommissar von Frankreich in Afrika.“ Seine Legitimation leitet er von seiner Eigenschaft als verfassungsmäßiger Stellvertreter Pétains ab, der durch die Deutschen an der Führung der Staatsgeschäfte gehindert sei.
    • 24. Dezember: Nach der Ermordung Darlans wird General Henri Giraud sein Nachfolger.

    1943

    • 30. Januar: Gründung der Milice française. Diese paramilitärische Einheit untersteht dem rechtsradikalen Politiker Joseph Darnand und entwickelt sich in der Folge von einer Organisation der Vichy-Regierung zur eigenständigen Kollaborationskraft, die eng mit den deutschen Besatzungsbehörden zusammenarbeitet. Die Milice verfolgt während der Besatzungszeit politische Gegner im Inneren und unterstützt die Judendeportationen.
    • Februar: Gründung des Service du travail obligatoire. Die Organisation soll französische Arbeitskräfte ausheben und sie der deutschen Kriegswirtschaft zuführen.
    • April: Offizieller Protest Pétains wegen alliierter Luftangriffe auf französische Städte und Rüstungsanlagen.
    • 15. Mai: Jean Moulin gründet mit dem Conseil national de la Résistance (CNR) einen Dachverband der wichtigsten Fraktionen der Widerstandsbewegung.
    • 3. Juni: Bildung des Französischen Nationalkomitees (CFLN) unter de Gaulle und Giraud, das den Status einer Exilregierung erhält.
    • 20. September: Frei-Französische Einheiten landen auf Korsika und vertreiben bis Oktober die italienischen Truppen von der Insel. Der Beginn der Befreiung des französischen Mutterlands (La Libération).

    1944

    • 3. Juni: De Gaulle setzt sich im internen Machtkampf gegen Giraud durch und gründet in Algier eine Provisorische Regierung.
    • 6. Juni: Landung alliierter Truppen in der Normandie (Operation Overlord).
    • 10. Juni: Massaker von Oradour.
    • 15. August Landung alliierter Truppen an der Côte d’Azur (Operation Dragoon).
    • 17. August: Da Hitler die weitere Zuverlässigkeit des Vichy-Regimes anzweifelt, lässt er die Regierung nach Belfort bringen.
    • 25. August: Nach dem alliierten Sieg in der Schlacht um Paris trifft General de Gaulle in der befreiten Hauptstadt ein und verkündet im Namen der Provisorischen Regierung die Wiederherstellung der Republik.
    • 7. September: Per Führerbefehl wird die Vichy-Regierung ins hohenzollerische Sigmaringen verbracht. Von Oktober 1944 bis zum 21. April 1945 ist Sigmaringen Regierungssitz und provisorische „Hauptstadt des besetzten Frankreich.“ Untergebracht sind im Hohenzollernschloss auch die Botschaften des Deutschen Reichs, Japans und Italiens beim Vichy-Regime. Neben den 6.000 Einwohnern befinden sich nun 500 Milizionäre, 700 französische Soldaten sowie mehrere tausend Flüchtlinge in der Stadt. Marschall Petain, der gezwungen worden war, Frankreich zu verlassen, verweigert sein Mitwirken an der Exilregierung, der nun auch faschistische Politiker wie Fernand de Brinon und Jacques Doriot angehören.

    1945

    Pétain und Laval wurden 1945 beide von einem französischen Gericht zum Tode verurteilt, wobei Pétains Strafe später durch General de Gaulle in lebenslange Haft umgewandelt wurde. Dem zum Tode verurteilten Laval, dem die Einnahme von Zyankali gelungen war, wurde der Magen ausgepumpt, bevor er vor ein Exekutionskommando gestellt wurde.

    Der Kollaboration beschuldigte Französinnen in Paris (Sommer 1944)

    Nach der Befreiung fand von Anhängern der Résistance und anderen Personen eine Jagd auf vermeintliche und tatsächliche Kollaborateure und Anhänger des Vichy-Regimes statt, die als Épuration (= „Säuberung“) bezeichnet wurde. Schätzungen gehen von bis zu 9.000 Tötungen während der „wilden Épuration“ und 6.763 Todesurteilen durch die Commission d’Épuration aus, wovon 767 Todesurteile vollstreckt wurden (weniger als beispielsweise in Belgien). Die Zahl der französischen Frauen, die wegen tatsächlicher oder vermeintlicher sexueller Beziehungen zu Besatzungssoldaten kahlgeschoren und nackt auf öffentlichen Plätzen „an den Pranger gestellt“ wurden, war erheblich höher. Diese von Kommunisten und Gaullisten getrennt organisierten Säuberungen sollten eine nationale Katharsis bewirken und die Spaltung der Nachkriegsgesellschaft überwinden, erreichten jedoch vielfach das Gegenteil. Die offenen Wunden wurden durch den politischen Mythos vom glorreichen Frankreich zugedeckt, der insbesondere von de Gaulle gepflegt wurde. Unter dieser Decke schien die Nation geeint, wozu auch das Konstrukt beitrug, der État français habe keinen französischen Rechtscharakter gehabt, sei also genaugenommen eine Besatzungsbehörde gewesen (diese Ansicht vertrat die französische Politik bis Mitte der 1990er-Jahre). Den Anhängern des Vichy-Regimes wurde die Akzeptanz dieses Konstrukts durch Amnestien erleichtert.

    Eine Mitverantwortung von Franzosen an Deportationen und Völkermord wurde erst 1995 durch eine Erklärung von Staatspräsident Jacques Chirac eingeräumt, wenn auch nur für Angehörige der Milice française und der Gendarmerie. Auf Basis dieses Eingeständnisses verurteilte das Oberste Verwaltungsgericht (Conseil d’État) den Staat am 12. April 2002 dazu, die Hälfte der Strafe zu zahlen, die der an Kriegsverbrechen für schuldig befundene Maurice Papon für seine Tätigkeit in der Präfektur Bordeaux zu leisten hatte. Das Geld sollen Deportationsopfer erhalten. Damit ist eine Mitverantwortung des französischen Staates für Kriegsverbrechen seiner Bürger nun auch rechtlich fixiert. Ebenso muss der Staat zwei Drittel jener Strafe tragen, die der Eisenbahngesellschaft SNCF im Juni 2006 wegen Beteiligung an den Deportationen auferlegt wurde.

    1997 wurde auf Initiative Chiracs eine Untersuchungskommission zur Ausplünderung der französischen Juden (Mission d’étude sur la spoliation des Juifs en France) unter Jean Mattéoli eingerichtet, die 2000 einen mehrere Bände umfassenden Bericht vorlegte. Das Kabinett Jospin gab am 2. Oktober 1997 Archivbestände aus dem Zweiten Weltkrieg frei. Das Gesetz vom 12. April 2000 betreffend die Rechte des Bürgers gegenüber der Verwaltung weitete das Recht auf Zugang zu staatlichem Schriftgut weiter aus.

    Sachbücher

    • Eberhard Jäckel: Frankreich in Hitlers Europa: die deutsche Frankreichpolitik im 2. Weltkrieg. Stuttgart 1966.
    • Hans Umbreit: Der Militärbefehlshaber in Frankreich 1940–1944. Boldt, Boppard/Rh. 1968.
    • Henri Amouroux: La grande histoire des Français sous l’occupation. S. 1978 ff. (Gesamtwerk, in 10 einzeln erhältlichen Bänden), Paris 1975 bis 1993, auch eine TB-Ausgabe, deutsch in Auszügen: Der Spiegel, Serie, Nr. 20/1990 bis 23/1990.
    • Serge Klarsfeld, Ahlrich Meyer (Übers.): Vichy – Auschwitz: die Zusammenarbeit der deutschen und französischen Behörden bei der Endlösung der Judenfrage in Frankreich. Greno, Nördlingen 1989, ISBN 3-89190-958-6. (u.d.T. Vichy – Auschwitz. Die „Endlösung der Judenfrage“ in Frankreich (= Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart. Band 10). WBG, Darmstadt 2007, ISBN 978-3-534-20793-0. korrigierte und in der umfangreichen Literaturliste und im Register aktualisierte Ausgabe) (Standardwerk)
    • Claude Carlier, Stefan Martens (Hrsg.): La France et l’Allemagne en Guerre (Septembre 1939 – Novembre 1942) / Deutschland und Frankreich im Krieg (September 1939–November 1942). Paris 1990.
    • Gerhard Hirschfeld, Patrick Marsh (Hrsg.): Kollaboration in Frankreich, Politik, Wirtschaft und Kultur während der nationalsozialistischen Besatzung 1940–1944. S. Fischer, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-10-030407-1.
    • Bernd Kasten: „Gute Franzosen“. Die französische Polizei und die deutsche Besatzungsmacht im besetzten Frankreich 1940–1944 (= Kieler historische Studien. Band 37). Diss. Thorbecke, Sigmaringen 1993, ISBN 3-7995-5937-X.
    • Eckard Michels: Das Deutsche Institut in Paris 1940–1944. Ein Beitrag zu den deutsch-französischen Kulturbeziehungen und zur auswärtigen Kulturpolitik des Dritten Reiches (= Studien zur modernen Geschichte 46). Steiner, Stuttgart 1993, ISBN 3-515-06381-1 (siehe Deutsches Institut).
    • Bernd Zielinski: Staatskollaboration. Vichy und der Arbeitskräfteeinsatz im „Dritten Reich“. Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 1995, ISBN 3-929586-43-6.
    • Wolfgang Drost u. a. (Hrsg.): Paris sous l’Occupation. Paris unter deutscher Besatzung. Vorträge des 3. Kolloquiums der Universitäten Orléans und Siegen. Winter, Heidelberg 1995, ISBN 3-8253-0246-6 (Schwerpunkt: Geistesgeschichte).
    • Richard H. Weisberg: Vichy Law and the Holocaust in France. New York; New York Univ. Pr., 1998 (auch in französischer Übersetzung, 1998)
    • Jürg Altwegg: Die langen Schatten von Vichy. Frankreich, Deutschland und die Rückkehr des Verdrängten. Hanser, München 1998, ISBN 3-446-19474-6.
    • Wolfgang Geiger: L’image de la France dans l’Allemagne nazie 1933–1945 PUR, Rennes 1999, ISBN 2-86847-374-1 (Rezension: hsozkult.geschichte.hu-berlin.de).
    • Rita Thalmann: Gleichschaltung in Frankreich: 1940–1944. aus dem Französischen von Eva Groepler. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1999, ISBN 3-434-50062-6. (OT: La mise au pas)
    • Regina M. Delacor: Attentate und Repressionen. Ausgewählte Dokumente zur zyklischen Eskalation des NS-Terrors im besetzten Frankreich 1941/42. (= Instrumenta. Band 4). Thorbecke, Stuttgart 2000, ISBN 3-7995-7268-6.
    • Marc Olivier Baruch: Das Vichy-Regime: Frankreich 1940–1944. Aus dem Franz. übers. von Birgit Martens-Schöne. Für die dt. Ausg. bearb. von Stefan Martens. Reclams Universalbibliothek, Stuttgart 2000, ISBN 3-15-017021-4.
    • Christian Eggers: Die Lager des Vichy-Regimes. Die Internierung jüdischer Flüchtlinge in Frankreich 1940–1944. Campus, Frankfurt 2000, ISBN 3-593-36628-2.
    • Ahlrich Meyer: Die deutsche Besatzung in Frankreich 1940–1944. Widerstandsbekämpfung und Judenverfolgung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, ISBN 3-534-14966-1. (Franz.: L’occupation allemande en France, aus dem Dt.: Pascale Hervieux. Edition Privat, Toulouse 2002, ISBN 2-7089-5693-0)
    • Stefan Martens, Maurice Vaïsse (Hrsg.): Frankreich und Deutschland im Krieg (November 1942 – Herbst 1944). Okkupation, Kollaboration, Résistance. Akten des deutsch-französischen Kolloquiums. La France et l’Allemagne en Guerre (novembre 1942 – automne 1944). Occupation, Collaboration, Résistance. Deutsches Historisches Institut Paris und Centre d’Études d’Histoire de la Défense, Vincennes in Zusammenarbeit mit dem Institut für Zeitgeschichte, München und dem Institut d’Histoire du Temps Présent (Tagung: Paris-Cachan, 22./23. März 1999). Bouvier, Bonn 2000 online auf perspectivia.net.
    • Jacques Cantier: L’Algérie sous le régime de Vichy. Odile Jacob, Paris 2002, ISBN 2-7381-1057-6.
    • Jean-Marc Dreyfus: Eine nie verheilende narzisstische Wunde? Die Kollaboration im französischen Gedächtnis. In: Fritz-Bauer-Institut (Hrsg.): Grenzenlose Vorurteile. Jahrbuch 2002 zur Geschichte und Wirkung des Holocaust. Campus, Frankfurt 2002, ISBN 3-593-37019-0, S. 167–188.
    • Insa Meinen: Wehrmacht und Prostitution im besetzten Frankreich. Temmen, Bremen 2002, ISBN 3-86108-789-8. (Wehrmacht et prostitution sous l’Occupation (1940–1945). Payot, Paris 2006, ISBN 2-228-90074-5)
    • Michael Curtis: Verdict on Vichy. Power and prejudice in the Vichy France regime. Arcade, New York 2003, ISBN 1-55970-689-9.
    • Bernhard Brunner: Der Frankreich-Komplex. Die nationalsozialistischen Verbrechen in Frankreich und die Justiz der Bundesrepublik Deutschland. (= Moderne Zeit. Band 6). Wallstein, Göttingen 2004, ISBN 3-89244-693-8 (Rezension; als TB 2007).
    • Claudia Moisel: Frankreich und die deutschen Kriegsverbrecher. Die strafrechtliche Verfolgung der deutschen Kriegs- und NS-Verbrechen nach 1945. Wallstein, Göttingen 2004, ISBN 3-89244-749-7 (Rezension (englisch)).
    • Albrecht Betz, Stefan Martens: Les intellectuels et l’Occupation, 1940–1944: Collaborer, partir, résister. Autrement (Coll. „Mémoires“), Paris 2004, ISBN 2-7467-0540-0 (Rezension in: Dokumente. Heft 2/2005, S. 97 von Dieter Tiemann).
    • Ahlrich Meyer: Täter im Verhör. Die „Endlösung der Judenfrage“ in Frankreich 1940–1944. WBG, Darmstadt 2005, ISBN 3-534-17564-6 (Rezension von Rudolf Walther in Die Zeit. 2005–2050; bei Weblinks, Tagung Dez. 2006).
    • Philippe Burrin: Vichy. Die Anti-Republik. In: Pierre Nora (Hrsg.): Erinnerungsorte Frankreichs. Aus dem Französischen von Michael Bayer, Enrico Heinemann, Elsbeth Ranke, Ursel Schäfer, Hans Thill und Reinhard Tiffert, Beck, München 2005, ISBN 3-406-52207-6.
    • Laurent Douzou: La Résistance française. Une histoire périlleuse. Éd. du Seuil, Paris 2005. (erster Überblick über die Betrachtung des Vichy-Regimes und des Widerstands in der gesamten Nachkriegszeit).
    • Richard Vinen: The Unfree French: Life under Occupation. London : Penguin, 2006
    • Alain Chatriot, Dieter Gosewinkel (Hrsg.): Figurationen des Staates in Deutschland und Frankreich. 1870–1945 = Les figures de l’État en Allemagne et en France (= Pariser historische Studien. Band 72). Oldenbourg, München 2006, ISBN 3-486-57671-2 (einige Aufsätze in Dt., andere in Franz.) darin: Die „gelenkte Wirtschaft“ in Frankreich 1940–1944. Als Digitalisat lesbar: hier
    • Peter Lieb: Konventioneller Krieg oder NS-Weltanschauungskrieg? Kriegführung und Partisanenbekämpfung in Frankreich 1943/44. (= Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte. Band 69). Oldenbourg, München 2006, ISBN 3-486-57992-4 (zugl. Diss. Univ. München, 2005).
    • Lorent Joly: Vichy dans la solution finale. Histoire du Commissariat Général aux Questions Juives 1941–1944. Grasset, Paris 2006, ISBN 2-9519438-5-7. (Kurzbespr. in Mittelweg 36, Hrsg. Hamburger Edition, Jg. 15, H. 6, Dez. 2006, S. 44, im Schwerpunkt „Franz. Literatur zu Genozid und Massenverbrechen“).
    • Martin Jungius: Der verwaltete Raub. Die „Arisierung“ der Wirtschaft in Frankreich 1940–1944. Thorbecke, Ostfildern 2008, Beiheft der Francia (Zeitschrift) Nr. 67, Hrsg. Deutsches Historisches Institut Paris.
    • Henry Rousso: Vichy. Frankreich unter deutscher Besatzung 1940–1944. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-58454-1 (zuerst Le régime de Vichy. PUF, Paris 2007).
    • Henry Rousso: Frankreich und die »dunklen Jahre«. Das Regime von Vichy in Geschichte und Gegenwart. Wallstein, Göttingen 2010, ISBN 978-3-8353-0756-8.
    • Michael Mayer: Staaten als Täter. Ministerialbürokratie und „Judenpolitik“ in NS-Deutschland und Vichy-Frankreich. Ein Vergleich (= Studien zur Zeitgeschichte. Band 80). Vorwort von Horst Möller und Georges-Henri Soutou. Oldenbourg, München 2010, ISBN 978-3-486-58945-0 (zugl. Diss. München 2007) (Volltext online verfügbar).
    • Annie Lacroix–Riz: De Munich à Vichy: L’assassinat de la Troisième République (1938–1940). Paris, Armand Colin, 2008, 408 S. (ISBN 978-2-200-35111-3)
    • Jan Wiegandt, Kolja Naumann: Vichy vor dem französischen Staatsrat. Staatshaftungsrecht als Mittel der Vergangenheitsbewältigung? In: Europäische Grundrechte-Zeitschrift. (EuGRZ) 2010,ISSN 0341-9800, S. 156–167.
    • Caroline Moorehead: Village of secrets. Defying the Nazis in Vichy France. Vintage, London 2015 ISBN 0-09-955464-X; Chattoo & Windus, London 2014, ISBN 978-0-06-220247-5 (2015-ed. online einsehbar; zahlreiche Literaturangaben)

    Belletristik, Zeitgenössisches

    Übergreifend
    • Karl Kohut (Hrsg.): Literatur der Résistance und Kollaboration in Frankreich (= Schwerpunkte Romanistik. Band 18–20),ISSN 0170-6284
    • Helga Bories-Sawala u. a.: La France occupée et la Résistance. Textausgabe (= Einfach Französisch, Textausgaben). Schöningh, Paderborn 2008, ISBN 978-3-14-046262-4 (frz., z. T. deutsch). (Für den Unterricht in der Sekundarstufe 2. Auch für sonstige erste Unterrichtung geeignet, sehr viele Abb. & Original-Dokumente, Karten. Zusätzliche Audio-CD, ISBN 978-3-14-062412-1. Ferner zusätzlich verlegt: Lehrerhandbuch; Unterrichtsmodell.)
    • Mirjam Schmid: Darstellbarkeit der Shoah in Roman und Film. (= Kulturgeschichtliche Reihe. Band 12). Sonnenberg, Annweiler 2012, ISBN 978-3-933264-70-1.
    Autoren
    • Didier Daeninckx: La mort n’oublie personne. Denoe, Paris 1989, ISBN 2-207-23539-4. (nur in Frz.) Als Film: Regie Laurent Heynemann; Erstauff. 5. Mai 2009 La mort n’oublie personne in der Internet Movie Database (englisch)
    • Romain Gary: Der Tanz des Dschingis Cohn. Piper Verlag, München 1969, wieder dtv, 1970 u. ö. (zur Kürzung gegenüber dem Original siehe Bezugsartikel Gary).
      • Romain Gary: Les cerfs-volants; dt. Gedächtnis mit Flügeln. 1989. (Die Besatzung mit den Augen eines Jugendlichen, die Gratwanderung zwischen Kollaboration und Résistance, Gemeinsamkeiten zwischen Ost- (Polen) und West-Europa unter den Deutschen.)
    • Leslie Kaplan: Fever. 2005 (dt. 2006, TB 2008).
    • Jonathan Littell: Les Bienveillantes. 2006. (deutsch, Berlin 2008, ISBN 978-3-8270-0738-4)
    • Louis Malle, Patrick Modiano: Lacombe Lucien. Drehbuch (auch als Film, DVD). Gallimard, Paris 1974, ISBN 2-07-028989-3 u. ö.
    • Patrick Modiano: Dora Bruder (sowie weitere Werke, siehe Bezugsartikel). (Was man seine „Trilogie der Occupation“ nennen könnte; enthält Place d’étoile sowie La ronde de nuit und Les boulevards de ceintures, diese beiden auf Deutsch in der Pariser Trilogie zu lesen.)
      • (Zu: La ronde de nuit:) Brigitta Coenen-Mennemeier: Analysen und Dokumente zur Literatur der Résistance und Kollaboration in Frankreich. Diesterweg, Frankfurt 1988, ISBN 3-425-04875-9 (Reihe: D.s neusprachliche Bibliothek. Materialien und didaktische Analysen zum Verständnis der französischen Literatur).
    • Brian Moore: Hetzjagd. Diogenes, Zürich 1997 (in Anlehnung an die Geschichte des Kriegsverbrechers Paul Touvier).
    • Irène Némirovsky: Suite française Deutsch von Eva Moldenhauer. erstmals Knaus, München 2005 ISBN 3-8135-0260-0 (gleicher Titel wie im frz. Orig.); TB: btb, München 2009, ISBN 978-3-442-73963-9.
    • Georges Perec: W ou le souvenir d’enfance; dt.: W oder die Kindheitserinnerung, Übers. Eugen Helmlé. Suhrkamp, Frankfurt 1982 ISBN 3-518-01780-2 (Weitere Übers. u. d. T. W oder die Erinnerung an die Kindheit, Übers. Thorgerd Schücker. Volk und Welt, Berlin (DDR) 1978.) Neuauflage der Übersetzung von Eugen Helmlé: diaphanes, Zürich 2016 ISBN 978-3-03734-225-1.
    • Jean-Paul Sartre: Paris unter der Besatzung. Artikel, Aufsätze und Reportagen 1944–1945. Rowohlt TB, Reinbek 1997 ISBN 3-499-14593-6
    • Moriz Scheyer: Selbst das Heimweh war heimatlos: Bericht eines jüdischen Emigranten 1938-1945. Tagebuch. Rowohlt, Reinbek 2017 (Orig. 1945). Nachwort, Erklärungen, Namensverzeichnis
    • Joseph Joffo: Ein Sack voll Murmeln. Ullstein TB, 1996 ISBN 3-548-23727-4 (Un sac de billes. Librairie Generale Française ISBN 2-253-02949-1)
    • Tatiana de Rosnay: Sarahs Schlüssel. Roman. Übers. Angelika Kaps. Bloomsbury, Berlin 2007, häufige Neuaufl., auch als Hörbuch. Orig. Sarah’s key Interview m.d. Autorin (PDF; 360 kB).
    • Anne Wiazemsky: Mein Berliner Kind. Beck, München 2010 ISBN 978-3-406-60521-5. Französisches Original: Mon enfant de Berlin. Roman. Gallimard, Paris 2009 ISBN 978-2-07-078409-7. (eine sehr junge frz. Rotkreuz-Schwester in den letzten Kriegsmonaten).
    • Marie-Odile Beauvais: Le secret Gretl. Roman. Fayard, Paris 2009 ISBN 978-2-213-64447-9 (Eine 30-Jährige von deutsch-französischer Herkunft im besetzten Paris, zwischen Kollaboration und Verweigerung; nicht in Deutsch).
    Nur im Leihverkehr
    • Didier Léautey: Hitlerdeutschland, Kollaboration und Résistance als Thema des französischen Gegenwartsromans. 1980. Hochschulschrift: Univ. Münster (Westf.) Diss. phil. A, 1981
    Commons: Vichy-Regime – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
    1. Zeitzone: Bis zur deutschen Besetzung galt in Frankreich die Universal Time+0. Die Deutschen führten in den besetzten Gebieten direkt die deutsche Sommerzeit (UT+2) ein. Um Probleme mit dem Bahnverkehr zu vermeiden, setzen die Vichy-Behörden im Oktober 1940 die Umstellung zur Winterzeit aus, behielten also die französische Sommerzeit bei, die der deutschen Normalzeit (UT+1) entsprach. Die Anpassung an die deutsche Zeit scheiterte aber, da das Deutsche Reich ebenfalls die Sommerzeit weiterlaufen ließ. Im Mai 1941 stellte dann Vichy auf die deutsche Sommerzeit (doppelte französische Sommerzeit, UT+2) um. Siehe dazu Yvonne Poulle: La France à l'heure allemande, Bibliothèque de l'École des chartes, vol. 157, Librairie Droz, 1999, S. 493–502.
    2. Namentliches Abstimmungsergebnis im Protokoll auf der Website der Französischen Nationalversammlung (PDF; 3,1 MB).
    3. Loi constitutionnelle du 10 juillet 1940 (Digithèque MJP).
    4. Vgl. Acte constitutionnel n° 1 und Acte constitutionnel n° 2 du 11 juillet 1940 (Digithèque MJP).
    5. Vgl. Acte constitutionnel n° 4 du 12 juillet 1940 (Digithèque MJP).
    6. Siehe Eberhard Jäckel: Frankreich in Hitlers Europa: die deutsche Frankreichpolitik im 2. Weltkrieg, Stuttgart 1966, S. 260 f.
    7. Arnd Krüger: Strength through joy. The culture of consent under fascism, Nazism and Francoism. In: James Riordan, Arnd Krüger (Hrsg.): The International Politics of Sport in the 20th Century. Routledge, New York 1999, S. 67–89.
    8. Jean-Louis Gay-Lescot: Le mouvement sportif et l'édication physique scolaire en régime autoritaire: L'Etat Français de Vichy (1940–1944). Sport Histoire 2(1988), 23–54.
    9. Thierry Therret: France. James Riordan & Arnd Krüger (Hrsg.): European Cultures in Sport: Examining the Nations and Regions. Intellect, Bristol 2003, ISBN 1-84150-014-3, S. 103–123.
    10. Loi concernant l’accès aux emplois dans les administrations publiques vom 17. Juli 1940, in: Journal officiel de la République Française (JO) vom 18. Juli 1940, S. 4537; Loi concernant l’exercice de la médicine vom 16. August 1940, in: JO vom 19. August 1940, S. 4735f.; Loi réglementant l’accès au barreau vom 10. September 1940, in: JO vom 11. September 1940, S. 4958 und Loi portant abrogation du décret-loi du 21 avril 1939 (loi Marchandeau) vom 27. August 1940, in: JO vom 30. August 940, S. 4844. Vgl. hierzu: Michael Mayer: Staaten als Täter. Ministerialbürokratie und „Judenpolitik“ in NS-Deutschland und Vichy-Frankreich. Ein Vergleich. Mit einem Vorwort von Horst Möller und Georges-Henri Soutou. In: Studien zur Zeitgeschichte. 80, Oldenbourg, München 2010, ISBN 978-3-486-58945-0 (zugl. Diss. München 2007), S. 28–30.
    11. So Art. 1 der Loi sur les ressortissants étrangers de race juive, in: JO vom 18. Oktober 1940, S. 5324. Vgl. Mayer: Staaten als Täter. S. 30 f.
    12. Loi portant statut des juifs vom 3. Oktober 1940, in: JO vom 18. Oktober 1940, S. 5323.
    13. Mayer: Staaten als Täter. S. 47–68.
    14. Das französische Judenstatut, Korrespondentenbericht, in: Völkischer Beobachter, 20. Oktober 1940, bei: Hanna Schramm: Menschen in Gurs. Erinnerungen an ein französisches Internierungslager (1940–1941). Mit einem dokumentarischen Beitrag zur französischen Emigrantenpolitik (1933–1944) von Barbara Vormeier. Verlag Georg Heintz, Worms 1977, ISBN 3-921333-13-X, S. 373. Der Gesetzestext dort auf Seite 374.
    15. Mayer: Staaten als Täter. S. 122–166.
    16. Disclosed: the zealous way Marshal Pétain enforced Nazi anti-Semitic laws. In: The Guardian. 3. Oktober 2010 (letzter Zugriff 3. Oktober 2010).
    17. Winston Churchill: Der Zweite Weltkrieg (Bern 1954).
    18. François Marcot, Bruno Leroux: Dictionnaire Historique de la Resistance. Robert Laffont, Paris 2006, ISBN 2-221-09997-4, S. 600, Stichwort „Montoire“.
    19. Pétain, Philippe: Ansprache zur „Kollaboration“ (30. Oktober 1940) Clio online. Themenportal Europäische Geschichte (zuletzt geprüft am 16. Oktober 2011).
    20. Marc Ferro: Questions sur la Deuxième Guerre mondiale. Editions Complexe, Brüssel 2007, ISBN 978-2-8048-0126-7; Henry Rousso: Vichy. Frankreich unter französischer Besatzung 1940–1944. C.H. Beck, München 2009, S. 48.
    21. Jean-Pierre Azéma, Olivier Wieviorka: Vichy 1940–1944. Perrin, Paris 2009, ISBN 978-2-262-02229-7, „Le temps des profiteurs“, S. 71 und 78.
    22. Robert O. Paxton: La collaboration d’État. In: J.-P. Azéma, F. Bédarida (Hrsg.): La France des années noires, tome 1: De la défaite à Vichy. Le Seuil, Paris 2001, ISBN 2-02-018306-4. Zur wirtschaftlichen Kollaboration S. 357.
    23. Spiegel Special: Hitlers Krieg. Sechs Jahre, die die Welt erschütterten. Nr. 2/2005, S. 34–36.ISSN 1612-6017
    24. Eberhard Jäckel: La France dans l’Europe de Hitler. Éditions Fayard, Paris 1968, S. 320 (Dt. Originalausgabe E. Jäckel: Frankreich in Hitlers Europa – Die deutsche Frankreichpolitik im Zweiten Weltkrieg. Deutsche Verlag-Anstalt, Stuttgart 1966).
    25. Henry Rousso: Vichy. Frankreich unter deutscher Besatzung 1940–1944, C.H. Beck, München 2009, S. 63.
    26. Bertram M. Gordon: Collaborationism in France During the Second World War. Cornell University Press, 1980, ISBN 0-8014-1263-3, S. 43–66.
    27. André Kaspi, Ralph Schor: La Deuxième guerre mondiale: chronologie commentée. Éditions Complexe, 1995, ISBN 2-87027-591-9, S. 195.
    28. Henry Rousso: Vichy. Frankreich unter deutscher Besatzung 1940–1944, C.H. Beck, München 2009, S. 49.
    29. Georges-Henri Soutou: Vichy, l’URSS et l’Allemagne de 1940 à 1941. In: Ilja Mieck, Pierre Guillen (Hrsg.): Deutschland – Frankreich – Rußland / La France et l’Allemagne face à la Russie: Begegnungen und Konfrontationen. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2000, ISBN 3-486-56419-6, S. 303.
    30. Denis Peschanski, Pierre Azéma: Vichy, état policier. In: La France des années noires. Band 2. Éditions du Seuil, Paris S. 358–359.
    31. Eberhard Jäckel: La France dans l’Europe de Hitler. S. 280–284.
    32. Raul Hilberg: La Destruction des Juifs d’Europe. Band 2. Éditions Gallimard, Paris 2006, ISBN 2-07-030984-3, S. 1177.
    33. Asher Cohen: Persécutions et sauvetages. Juifs et Français sous l’Occupation et sous Vichy. Éditions du Cerf, Paris 1993, ISBN 2-204-04491-1, S. 257.
    34. Marc Olivier Baruch: Das Vichy-Regime. Frankreich 1940–1944. Reclam, Ditzingen 1999, ISBN 3-15-017021-4, S. 103–107. Jean-Marc Berlière: Les Policiers français sous l’occupation. Perrin, Paris 2001, S. 32–35.
    35. Jean-Marc Berlière, Laurent Chabrun: Les Policiers français sous l’occupation. D’après les archives inédites de l’épuration. Éditions Perrin, Paris 2001, ISBN 2-262-01626-7, S. 224–225.
    36. Olivier Forcade: Services spéciaux militaires. In: Dictionnaire historique de la Résistance. Éditions Robert Laffont, 2006, S. 211–213.
    37. Zum wenig nachdrücklichen polizeilichen Fahndungsdruck in der nichtbesetzten Zone gegenüber der nichtkommunistischen Résistance vor 1942 siehe besonders: J.M. Berlière: Les Policiers français sous l’occupation. Éditions Perrin, Paris 2001, S. 35; D.Veillon/O.Wieviorka: La Résistance. In: La France des années noires. Band 2, S. 89; D. Peschanski: Répression de la Résistance par Vichy. In: Dictionnaire historique de la Résistance. Éditions Robert Laffont, 2006, S. 789. Peschanski hebt hervor, dass die Repressionsmaßnahmen der Polizei sich vor allem gegen Kommunisten richteten, sowohl vor als auch nach ihrem Eintritt in die Résistance. Alle Autoren betonen, dass vor 1942 ein großer Teil der nichtkommunistischen Résistance dem Marschall Pétain gegenüber relativ wohlwollend eingestellt war, während ein Teil der eigentlich mit der Bekämpfung der Résistance beauftragten Dienste wie des Bureau des Menées Antinationales (BMA). ihrer Aufgabe nur sehr eingeschränkt nachgingen. Zahlreiche nichtkommunistische Résistance-Führer wurden zwar verhaftet, kamen jedoch wieder frei: Chevance-Bertin, Bertie Albrecht, François de Menthon, Marie-Madeleine Fourcade, Bertrande d’Astier de la Vigerie (Nichte von Emmanuel d’Astier de la Vigerie), Serge Ravanel.
    38. Robert Aron: Histoire de Vichy. Éditions Fayard, Paris 1954, S. 536–537.
    39. Eberhard Jäckel: La France dans l’Europe de Hitler. S. 387.
    40. Ahlrich Meyer: Répression de la Résistance par les Allemands. In: Dictionnaire historique de la Résistance. Éditions Robert Laffont, Paris 2006, S. 785–788.
    41. Denis Peschanski: Répression de la Résistance par Vichy. In: Dictionnaire historique de la Résistance. Éditions Robert Laffont, Paris 2006, S. 789–790.
    42. Asher Cohen: Persécutions et sauvetages juifs et français sous l occupation et sous vichy. Éditions du Cerf, Paris 1993, ISBN 2-204-04491-1.
    43. Ulrich Herbert: Best. Biographische Studien über Radikalismus, Weltanschauung und Vernunft. 1903–1989. 3. Auflage, Dietz, Bonn 1996, S. 232, 254.
    44. Bernhard Brunner: Der Frankreichkomplex: Die nationalsozialistischen Verbrechen in Frankreich und die Justiz in der Bundesrepublik Deutschland. Frankfurt 2008, S. 44.
    45. Besitzer einer Buchhandlung namens Rive Gauche, auf die ein Anschlag verübt wurde, ab September 1940 gleichzeitig Leiter des deutschen Instituts in Paris, nach dem Krieg Oberstudiendirektor in Heilbronn und zeitweise Leiter des Grabert Verlages; vgl. Bernhard Brunner: Der Frankreichkomplex: Die nationalsozialistischen Verbrechen in Frankreich und die Justiz in der Bundesrepublik Deutschland. Frankfurt am Main 2008, S. 121.
    46. Bernhard Brunner: Der Frankreichkomplex: Die nationalsozialistischen Verbrechen in Frankreich und die Justiz in der Bundesrepublik Deutschland. Frankfurt 2008, S. 42 f.
    47. Thierry Wolton: Rot-Braun. Der Pakt gegen die Demokratie von 1939 bis heute. Hamburg 2000, S. 36.
    48. Stéphane Courtois: Un été 1940. Les négociations entre le PCF et l’occupant allemand à la lumière des archives de l’Internationale communiste. In: Communisme. Nr. 32, 33, 34, 4. Quartal 1992, 1. und 2. Quartal 1993, S. 85–127.
    49. Raymond Cartier: Der Zweite Weltkrieg, Band 1; Lingen Verlag (1967) S. 201.
    50. Acte constitutionnel n°5 du 30 juillet 1940.
    51. Vgl. Sophie Wenkel: Ein dunkles Kapitel französischer Geschichte. 70 Jahre nach der „Razzia des Wintervelodroms“. Deutschlandfunk, 16. Juli 2012.
    52. Tagesaktueller Nachrichtenbeitrag im französischen Fernsehen zu Chiracs Rede ina.fr, 16. Juli 1995 (Video, 2:03 Min.)
    53. Rapport général (PDF, 2 MB, 198 S.)
    54. Loi n° 2000-321 du 12 avril 2000 relative aux droits des citoyens dans leurs relations avec les administrations
    55. Stefan Martens (2005): Plädoyer für eine Geschichte der Okkupation (Memento vom 16. November 2006 im Internet Archive)
    56. das schwierig anzuwendende Archivgesetz vom 3. Januar 1979 wurde 2004 in den Code du patrimoine integriert.
    57. nur über Frankreich, und zwar zu Nacht und Nebel als Film und zu André Schwarz-Bart: Der Letzte der Gerechten. Roman.
    Regierungssysteme und Vorgängerstaaten Frankreichs

    Westfränkisches Reich/Königreich Frankreich (987–1791)/Zeit der konstitutionellen Monarchie (1791–1792) | Erste Republik (1792–1804) | Erstes Kaiserreich (1804–1814/15) | Königreich der Franzosen (1814/15–1830 Restauration & 1830–1848 Julimonarchie) | Zweite Republik (1848–1852) | Zweites Kaiserreich (1852–1870) | Dritte Republik (1871–1940) | Vichy-Regime (1940–1944) | Provisorische Regierung (1944–1946) | Vierte Republik (1946–1958) | Fünfte Republik (seit 1958)

    Vichy Regime historischer Staat 1940 1944 Sprache Beobachten Bearbeiten Weitergeleitet von Etat francais Als Vichy Regime franzosisch Regime de Vichy oder Vichy Frankreich franzosisch Vichy France bezeichnet man im Ruckblick die Regierung des Etat francais Franzosischer Staat nach der mit dem Waffenstillstand vom 22 Juni 1940 anerkannten militarischen Niederlage der Dritten Franzosischen Republik gegen das Dritte Reich siehe Westfeldzug Mit dem Verfassungsgesetz vom 10 Juli 1940 loste der Etat francais die Dritte Republik ab Er bestand bis 1944 und erhielt den inoffiziellen Namen nach seinem Regierungssitz dem Kurort Vichy in der Auvergne Etat francaisFranzosischer Staat1940 1944Flagge WappenWahlspruch Travail Famille Patrie Arbeit Familie Vaterland Amtssprache FranzosischHauptstadt Vichy de facto Paris de jure Sigmaringen im Exil 1944 1945 Staats und Regierungsform Diktatorische RepublikStaatsoberhaupt Staatschef Philippe Petain 1940 1944 Regierungschef Premierminister Pierre Laval 1940 Pierre Etienne Flandin 1940 1941 Francois Darlan 1941 1942 Pierre Laval 1942 1944 Wahrung Franzosischer FrancGrundung 10 Juli 1940Unabhangigkeit 9 August 1944Auflosung 1944National hymne Marseillaise offiziell source source track track Marechal nous voila inoffiziell Zeitzone UT 1 ab Oktober 1940 1 Kfz Kennzeichen FFrankreich im Zweiten Weltkrieg ab Juni 1940 direkt von Deutschland verwaltet Elsass Lothringen eingeschrankter Zugang fur deutsche Besiedelung vorgesehen von Deutschland besetzte Zone von Brussel aus verwaltet Kustenzone Zugang untersagt von Italien besetzte Zone unbesetzte Zone bis November 1942 Vorlage Infobox Staat Wartung NAME DEUTSCH Inhaltsverzeichnis 1 Der Weg nach Vichy 2 Verfassung 3 Politik 3 1 Formale Regierungsgewalt 3 2 Tatsachliche Machtverhaltnisse 3 3 Politische Ziele 3 4 Innenpolitik 3 5 Antijudische Politik 3 6 Aussenpolitik 4 Militar 5 Die Kollaboration 5 1 Politische Zusammenarbeit 5 2 Wirtschaftliche Zusammenarbeit 5 3 Militarische Zusammenarbeit 5 4 Polizeiliche Zusammenarbeit 5 5 Judendeportationen 5 6 Schnittstellen der Kollaboration 6 Widerstand 7 Chronologie Frankreichs im Zweiten Weltkrieg 7 1 1939 7 2 1940 7 3 1941 7 4 1942 7 5 1943 7 6 1944 7 7 1945 8 Seit 1945 9 Mit dem Vichy Regime verbundene Personen 10 Siehe auch 11 Literatur 11 1 Sachbucher 11 2 Belletristik Zeitgenossisches 12 Filme 13 Weblinks 14 Einzelnachweise und AnmerkungenDer Weg nach Vichy BearbeitenAm 16 Juni 1940 zeichnete sich mit der Einschliessung der franzosischen Armeegruppen 2 und 3 der Zusammenbruch der franzosischen Verteidigung gegen den deutschen Westfeldzug ab Als Ministerprasident Paul Reynaud im Parlament fur die Fortfuhrung des Krieges an der Seite der Alliierten und den Abschluss der von Winston Churchill vorgeschlagenen britisch franzosischen Union pladierte blieb er in der Minderheit und trat zuruck Staatsprasident Albert Lebrun betraute daraufhin seinen Stellvertreter den popularen Marschall Petain den Helden der Schlacht um Verdun im Ersten Weltkrieg mit der Regierungsbildung und der Einleitung von Waffenstillstandsverhandlungen Der Waffenstillstand von Compiegne wurde am 22 Juni 1940 in Compiegne unterzeichnet Er brachte unter anderem die De facto Teilung Frankreichs in einen unter deutscher Militarverwaltung stehenden Nord und Westteil sowie einen unbesetzten Sudteil etwa 40 der Landesflache mit Vichy als Sitz der franzosischen Regierung Diese Regierung erhob grundsatzlich den Anspruch weiterhin fur ganz Frankreich einschliesslich der Uberseegebiete zustandig zu sein Das Elsass und Lothringen blieben nach dieser Auffassung staatsrechtlich ein Teil Frankreichs Entgegen dieser Auffassung wurden diese ostlichen Departements jedoch noch im Sommer 1940 einem deutschen Chef der Zivilverwaltung CdZ unterstellt franzosische Proteste wurden von deutscher Seite ignoriert Es folgte eine Eindeutschungspolitik zur Vorbereitung einer spateren Annexion General Charles de Gaulle im Kabinett Reynaud Staatssekretar pladierte wie Reynaud fur die Fortsetzung des Kampfes gegen das Deutsche Reich ging nach Grossbritannien und richtete am 18 Juni von London aus uber den franzosischsprachigen BBC Sender Radio Londres einen Appell an alle Franzosen den Kampf notfalls von den Kolonien aus fortzusetzen Die von de Gaulle gegrundeten Forces francaises libres FFL freifranzosische Streitkrafte nahmen Ende Juli 1940 mit einer Starke von etwa 7 000 Mann den Kampf an der Seite der britischen Streitkrafte auf De Gaulle wurde vom Vichy Regime wegen Landesverrats in Abwesenheit zum Tode verurteilt die FFL galten dem Vichy Regime und der deutschen Besatzungsmacht als Freischarler Verfassung Bearbeiten Die Standarte des Staatschefs im Vichy Staat Die offizielle Staatsflagge war nach wie vor die bisherige Flagge Frankreichs Die Nationalversammlung der Dritten Republik verabschiedete am 10 Juli 1940 mit 569 gegen 80 Stimmen 2 ein Gesetz mit dem Marschall Petain ermachtigt wurde in einem oder mehreren Akten eine Verfassung fur den Etat francais anstelle der Republique zu verkunden diese Verfassung musse die Rechte der Arbeit der Familie und des Vaterlandes garantieren 3 Tags darauf verkundete Petain die ersten drei Konstitutionsakte in denen er sich unter anderem selbst zum Chef d Etat Staatschef mit Weisungsrecht gegenuber der Exekutive Legislative und Judikative erklarte 4 Mit Konstitutionsakt Nummer 4 erklarte er am 12 Juli Pierre Laval zu seinem Stellvertreter 5 Politik BearbeitenFormale Regierungsgewalt Bearbeiten Staatsrechtlich unterstand dem Vichy Regime ganz Frankreich mit Ausnahme des Elsass und Lothringens die im Waffenstillstandsabkommen von Compiegne unter deutsche Verwaltung gestellt worden waren Des Weiteren stand ein kleines Gebiet im Sudosten des Landes u a Monaco und Nizza unter italienischer Verwaltung dessen Besetzung von der deutschen und der Vichy Regierung lediglich geduldet wurde Tatsachliche Machtverhaltnisse Bearbeiten Tatsachlich erstreckte sich die Verwaltungshoheit lediglich uber 40 des Mutterlandes und die Uberseegebiete Der uberwiegende Teil der Nordzone war nach der Niederlage Frankreichs dem deutschen Militarbefehlshaber in Paris unterstellt die beiden nordlichsten Departements am Armelkanal Nord und Pas de Calais jenem in Brussel In den besetzten Gebieten bedurften alle Gesetze und Erlasse des Vichy Regimes der Gegenzeichnung durch die deutsche Militarverwaltung Am 10 und 11 November 1942 zwei Tage nach der Landung der Alliierten in Nordafrika besetzten Deutsche und Italiener im Unternehmen Anton auch die bis dahin unbesetzte Sudzone Frankreichs Damit hatte das Vichy Regime seine geringe faktische Macht weitgehend eingebusst Trotzdem beliessen die Deutschen das Vichy Regime im Amt Sie entschieden dass die franzosische Verwaltung erhalten bleiben solle Hitler sprach am 18 Dezember 1942 davon dass es klug sei die Fiktion einer franzosischen Regierung mit Petain aufrechtzuerhalten Deshalb solle man Petain ruhig als eine Art Gespenst beibehalten und ihn von Zeit zu Zeit etwas von Laval aufblasen lassen wenn er etwas zu sehr zusammensinke 6 Trotz der Besetzung des Landes und der damit verbundenen Einbusse samtlicher Entscheidungsgewalt trat die Vichy Regierung nicht zuruck sondern beliess es bei einem Protest gegen den Bruch des Waffenstillstandsabkommens Nach der erfolgreichen alliierten Invasion in der Normandie wurden die Mitglieder des Vichy Regimes im August 1944 zwangsweise in das Schloss Sigmaringen gebracht Dort bestand das Marionettenregime des Etat francais bis zur deutschen Kapitulation weiter Politische Ziele Bearbeiten Philippe Petain und Adolf Hitler am 24 Oktober 1940 in Montoire in der Mitte Paul Otto Schmidt als Dolmetscher rechts Joachim von Ribbentrop Petain proklamierte ein neutrales Frankreich das zwischen den kriegfuhrenden Parteien Aquidistanz halten wollte In diesem Sinne lehnte er am 24 Oktober 1940 beim Treffen mit Hitler in Montoire eine Kriegsbeteiligung Frankreichs an der Seite des Deutschen Reiches ab Eine Zusammenarbeit Kollaboration mit dem Deutschen Reich hielt Petain jedoch fur notwendig um die Versorgung der Bevolkerung sicherzustellen Art und Umfang der materiellen personellen und industriellen Ausbeutung des Landes in Grenzen zu halten und die Ruckfuhrung der etwa zwei Millionen franzosischen Soldaten aus deutscher Kriegsgefangenschaft zu erreichen Personlich war Petain uberzeugt dass die innere Zerrissenheit des Landes und der Verfall traditioneller Werte wesentlich zur militarischen Niederlage beigetragen hatten Im sogenannten Prozess von Riom Februar 1942 bis Mai 1943 sollte die Verantwortlichkeit dafur den wichtigsten Politikern und Militars der letzten Jahre vor dem Krieg zugeschoben werden Petain wollte nun die Franzosen in einer Revolution nationale zu einer neuen Einheit fuhren So liess er die an allen offentlichen Gebauden befindliche Parole Liberte Egalite Fraternite Freiheit Gleichheit Bruderlichkeit durch den Wahlspruch Travail Famille Patrie Arbeit Familie Vaterland ersetzen Innenpolitik Bearbeiten Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen beispielsweise Einzelnachweisen ausgestattet Angaben ohne ausreichenden Beleg konnten demnachst entfernt werden Bitte hilf Wikipedia indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfugst Die Niederlage im Jahre 1940 war fur die Franzosen ein schwerer Schock Als einer der Hauptgrunde wurden die tiefen Klufte innerhalb der Gesellschaft gesehen Petain war von der Niederlage unbelastet Er wurde nun aufgrund seines legendaren Rufes aus dem Ersten Weltkrieg von der Mehrheit der Franzosen und trotz seines hohen Alters als der richtige Mann angesehen das Land zu einen und durch die Turbulenzen der kommenden Jahre zu fuhren Die Mehrheit akzeptierte auch die neue autoritare Verfassung und war zur Neutralitat und zu einer Zusammenarbeit mit den deutschen Behorden bereit die zur Lockerung der Waffenstillstandsbedingungen fuhren wurde Das Vichy Regime wurde daher zunachst mehrheitlich begrusst Der Historiker Henri Amouroux sprach von vierzig Millionen Petainisten Als jedoch die erwarteten Lockerungen nicht eintraten und sich die Kriegswende mit zusatzlichen Harten abzeichnete verlor das Vichy Regime an Ansehen Die Regierung von Petain hielt sich mit Einschrankungen trotzdem bis zum Sieg der Alliierten Nach der Ausschaltung des Parlamentes ordneten sich die Interessensgruppen neu Die Kommunisten waren verboten die Sozialisten aus Protest gegen die autoritare Verfassung in der Opposition Neben den Konservativen die zwar die Regierung Petain begrussten aber eine Zusammenarbeit mit den Achsenmachten ablehnten war politisch noch die Action francaise bedeutsam die das republikanische System durch eine Monarchie ersetzen wollte und einer gemassigten Kollaboration nicht negativ gegenuberstand Die faschistisch eingestellten Kreise organisierten sich im Parti populaire francais P P F unter Jacques Doriot und in der Rassemblement national populaire RNP unter Marcel Deat Eines der wichtigsten innenpolitischen Ziele war die Verbesserung der sportlichen Moglichkeiten vor allem fur die Jugend Hier stimmte man mit den politischen Ideen anderer faschistischer Systeme uberein 7 sah aber auch im Sport anstelle des Militars die Chance so auch in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg die Jugend fur einen kunftigen Krieg korperlich aufzurusten Mit Jean Borotra wurde zum ersten Mal ein Staatssekretar fur Jugend und Sport geschaffen dem mit 1 9 Milliarden Francs mehr Mittel zur Verfugung gestellt wurde als dem gesamten franzosischen Sport in der Zwischenkriegszeit 8 Die Zentralisierung des Sports unter Petain diente als Vorbild fur die Sportforderung im Nachkriegsfrankreich bis heute 9 Im unbesetzten Teil des Landes und in Nordafrika wurden Jugendlager Chantiers de la Jeunesse eingerichtet Auch Jugendliche aus dem besetzten Gebiet konnten sich fur den achtmonatigen Freiwilligendienst bewerben Spater wurde es moglich den Dienst um weitere acht Monate zu verlangern und sich so der Zwangsarbeit in Industriebetrieben des Deutschen Reiches zu entziehen Antijudische Politik Bearbeiten Innerhalb weniger Tage nach Grundung des Etat Francais am 11 Juli 1940 erliess das Vichy Regime eine Reihe von Gesetzen die sich gegen die im Lande lebenden auslandischen Juden richteten Am 17 Juli 1940 wurde bestimmt dass eine Beschaftigung im offentlichen Dienst nur noch moglich sein sollte wenn der Vater eines Betroffenen Franzose war Mit weiteren Gesetzen am 16 August und 10 September 1940 wurde diese Regelung auf die medizinischen Berufe und die Angehorigen der Barreau der Anwaltschaft ausgedehnt Daneben sollten samtliche Einburgerungen der Vergangenheit uberpruft werden Am 27 August 1940 wurde die Loi Marchandeau die eine antisemitische Presseberichterstattung unter Strafe gestellt hatte abgeschafft 10 Einen vorlaufigen Hohepunkt fand das Vorgehen gegenuber auslandischen Juden im Internierungsgesetz vom 4 Oktober 1940 Nunmehr konnte diese Personengruppe ohne Angabe von Grunden interniert werden Die auslandischen Staatsangehorigen judischer Rasse ressortissants etrangers de race juive konnen mit Verkundung des vorliegenden Gesetzes aufgrund einer Entscheidung des Prafekten des Departements in dem sie ihren Wohnsitz haben in besondere Lager camps speciaux eingewiesen werden 11 Daneben arbeitete die franzosische Staatsfuhrung seit Juni Juli 1940 an einem Judenstatut das eine umfassende Sauberung der Verwaltung sowie der staatlich kontrollierten Berufe in den Bereichen Justiz Medizin Bildung und Kultur vorsah Wie der Historiker Michael Mayer 2007 nachwies war das am 3 Oktober 1940 erlassene und am 18 Oktober im Journal officiel de la Republique francaise verkundete Statut des Juifs 12 Ausdruck einer autonomen franzosischen Judenpolitik die keinem direkten und beinahe keinem indirekten deutschen Einfluss ausgesetzt war 13 In einem weiteren Gesetz wurde festgelegt dass auslandische Juden ab sofort von ihrer Prafektur in speziellen Lagern interniert werden konnten 14 Am 2 Juni 1941 wurde das Statut des Juifs weiter verscharft so dass die judische Bevolkerung nunmehr einer umfassenden rechtlichen Diskriminierung unterworfen war 15 16 Aussenpolitik Bearbeiten Obwohl Petain nach dem Angriff auf die Flotte in Mers el Kebir durch die Royal Navy 3 Juli 1940 die diplomatischen Beziehungen zu Grossbritannien abgebrochen hatte wurde die Regierung in Vichy von den Alliierten zunachst weiterhin als legitime Vertretung der Franzosen anerkannt Es waren vor allem die USA die uber ihren Botschafter Admiral William D Leahy enge Beziehungen zu Vichy pflegten Prasident Franklin Roosevelt und Aussenminister Cordell Hull wollten ebenso wie Churchill vermeiden Petain durch Isolation in die Arme Hitlers zu treiben Dazu Churchill nach Kriegsende 17 Was auch in der Vergangenheit geschehen sein mochte Oran Frankreich war doch unser Leidensgefahrte und nichts als ein offener Krieg zwischen uns konnte es daran hindern auch unser Gefahrte im Sieg zu sein Diese Politik war eine schwere Belastung fur de Gaulle der alles aufs Spiel gesetzt und die Fahne hochgehalten hatte dessen Handvoll Anhanger ausserhalb Frankreichs aber niemals den Anspruch erheben konnten eine wirkliche franzosische Gegenregierung zu bilden Da de Gaulle auch ein schwieriger und eigenwilliger Partner fur die Alliierten war suchten diese 1942 43 nach ihrer Landung in Franzosisch Nordafrika nach einer prominenteren entgegenkommenderen Fuhrungspersonlichkeit Da weder Ex Ministerprasident Reynaud noch General Weygand verfugbar waren griff man trotz Bedenken wegen seiner Vichy treuen Vergangenheit zunachst auf Admiral Francois Darlan zuruck Nach dessen kurz darauf erfolgter und bis heute nicht vollig aufgeklarter Ermordung in Algier versuchten vor allem die Amerikaner General Henri Giraud der einige Monate zuvor aus deutscher Kriegsgefangenschaft geflohen war als Gegenspieler de Gaulles aufzubauen Der honorige aber politisch unerfahrene Giraud wurde schliesslich zusammen mit de Gaulle als Doppelspitze der Freien Franzosen von den Alliierten anerkannt verlor jedoch im Verlauf des Jahres u a aufgrund militarischer Fehlentscheidungen jeglichen Einfluss auf die weitere Entwicklung Ausserdem hatte de Gaulle seit Mitte 1943 einen Trumpf in der Hand Einem seiner Mitarbeiter Jean Moulin war es am 15 Mai 1943 gelungen die wichtigsten Gruppierungen der Resistance zur Grundung des Conseil national de la Resistance CNR zu bewegen dessen erste Deklaration die Forderung war unverzuglich eine provisorische Regierung unter der Leitung von de Gaulle zu bilden Dies geschah dann bereits einen Tag spater mit der Grundung des Franzosischen Komitees fur die nationale Befreiung CFLN in Algier Diese Vorstufe zu einer Gegenregierung war nach der Besetzung des Vichy Territoriums durch deutsche Truppen im November 1942 als Reaktion auf die alliierte Landung in Nordafrika ein weiterer schwerer Schlag fur die Regierung in Vichy Militar BearbeitenDas Regime verfugte abgesehen vom unbesetzten Staatsgebiet anfangs noch uber alle Kolonien sowie uber ein 100 000 Mann starkes Heer und die franzosische Kriegsmarine Seit Herbst 1940 gab es dazu die Legion francaise des combattants eine Kriegsveteranenorganisation aus der Joseph Darnand gemeinsam mit hohen Offizieren im Spatsommer 1941 enttauschte Kampfer rekrutierte die im Departement Alpes Maritimes eine geheime Militarorganisation unter der Bezeichnung Service d ordre legionnaire SOL grundeten die bei einer weiteren italienischen Aggression gegen franzosisches Territorium zum Einsatz kommen sollte Bis zum Ende 1941 entwickelte sie sich zu einer ernstzunehmenden Streitmacht die als zusatzlicher Schutz Frankreichs vor externer und interner Aggression im Januar 1942 den offiziellen Segen des Vichy Regimes erhielt Gegen Ende des Sommers 1942 rekrutierte Darnand daraus Freiwillige fur die Legion volontaires francais LVF die Legion anti bolchevique bzw Legion tricolore einen franzosischen Verband in deutscher Uniform der an der Ostfront gegen die Sowjetunion kampfen sollte Die Kollaboration Bearbeiten Hauptartikel Kollaboration in Frankreich 1940 1944 Franzosischer Milizionar bewacht Widerstandskampfer 1944 Die Zusammenarbeit der Zivilbevolkerung und der franzosischen Behorden mit dem Deutschen Reich ist auch heute noch ein Thema mit hoher politischer Brisanz da es weiterhin unterschiedliche Auffassungen uber Grad und Umfang einer akzeptablen Zusammenarbeit gibt Unbestritten ist dass es im Rahmen der Vichy Regierung zu einer sehr weitreichenden Form der Kollaboration kam die teilweise freiwillig hauptsachlich jedoch aufgrund von tatsachlichen oder zugesagten Gegenleistungen oder Erpressung geleistet wurde Politische Zusammenarbeit Bearbeiten Die staatliche Kollaboration wurde nach dem Treffen von Marschall Petain und Hitler in Montoire sur le Loir am 24 Oktober 1940 mit dem Handschlag von Montoire offentlichkeitswirksam eingeleitet Dieses symboltrachtige Bild wurde der Rundfunkansprache des Generals de Gaulle uber die Sender der BBC entgegengesetzt in der dieser die Fortsetzung seines Kampfes an der Seite der Alliierten ankundigt hatte Obwohl Pierre Laval mit fuhrenden Nationalsozialisten darunter Hitler selbst zwei Tage zuvor am gleichen Ort Vorgesprache gefuhrt hatte erbrachte das Treffen von Montoire aber letztlich nur eine magere Erfolgsbilanz Keine Seite liess sich auf konkrete Absprachen ein Lediglich das Prinzip der Kollaboration wurde verkundet wobei die deutsche Seite sorgfaltig darauf achtete den Inhalt dieser Vereinbarung nicht zu genau festzulegen Petain hoffte ebenso wie Laval die deutsche Seite durch Zeichen guten Willens nach dem Treffen von Montoire milde zu stimmen Im Gegenzug sollte auch Deutschland Zugestandnisse machen wie z B die Ruckkehr der franzosischen Kriegsgefangenen und eine Anderung der Demarkationslinie zwischen der militarisch besetzten Nordzone und der unbesetzten Sudzone oder die Ruckkehr der franzosischen Regierung nach Versailles zu erlauben Aufgrund seiner Frankreich Feindlichkeit war Hitler jedoch nicht zu den geringsten Zugestandnissen an die unterlegene Nation bereit Er betrachtete die Zusammenarbeit mit dem Vichy Regime vielmehr als ein ebenso taktisch wie strategisch einzusetzendes Mittel im weiter bestehenden Konflikt mit Grossbritannien und beim geplanten Uberfall auf die Sowjetunion Letztlich ging es ihm darum Frankreich mit geringstmoglichen Mitteln zu neutralisieren wirtschaftlich zu kontrollieren und gleichzeitig sicherzustellen dass das Vichy Regime sich jedem Versuch der Gaullisten und der Briten widersetzen wurde Nordafrika zu besetzen 18 Petain erklarte in seiner Rundfunkansprache vom 30 Oktober 1940 dass er nun den Weg der Kollaboration betrete j entre aujourd hui dans la voie de la collaboration 19 In der Folgezeit zeigte er sich jedoch angesichts ausbleibender konkreter Vereinbarungen und mangelnden Entgegenkommens Hitlers enttauscht Er habe ein Nichts getroffen rien du tout einen Durchschnittsmenschen der seine historischen Lektionen nicht gelernt habe un mediocre qui n a pas retenu les lecons de l histoire und spielte die Bedeutung des Treffens von Montoire herunter das von Anfang an als informelles Konsultationstreffen tour d horizon geplant gewesen sei Am 13 Dezember 1940 entliess Petain seinen Stellvertreter Laval wegen zu eigenwilliger Verhandlungsfuhrung letztlich jedoch aus innenpolitischen Grunden 20 Petain zog jedoch letztlich keine Konsequenzen aus dem Fehlschlag seiner Politik Laval und er rechneten weiterhin mit einem deutschen Endsieg und wollten aus Frankreich einen privilegierten Partner von Hitlers Europapolitik machen Sie verkannten vollig dass Hitler aus Frankreich nichts anderes machen wollte als einen tributpflichtigen und nach Belieben auszubeutenden Vasallen Der einzige Unterschied zwischen den Vorstellungen der beiden Politiker von Kollaboration war ein gradueller Im Falle von Petain spielten eher reaktionare und nationalistische Motive eine Rolle wahrend Laval eher in europaischen Zusammenhangen dachte 21 Um seinen guten Willen zu bezeugen hat das Vichy Regime haufig deutsche Forderungen vorweggenommen oder ubererfullt Die Gegenleistungen der Besatzungsmacht waren eher begrenzt die Kosten der Besatzung stiegen vielmehr bis zuletzt kontinuierlich an So erreichten Petain und Laval fur die Aushebung von 600 000 bis 650 000 Arbeitskraften fur den Service du travail obligatoire STO im Gegenzug lediglich die Ruckkehr von weniger als 100 000 Kriegsgefangenen die aus Alters und Gesundheitsgrunden wohl ohnehin zuruckgeschickt worden waren Unter den Kollaborateuren die den verschiedenen Regierungen des Vichy Regimes angehorten oder diese unterstutzten ist besonders Fernand de Brinon hervorzuheben der Generalbeauftragte Vichys in der besetzten Nordzone von 1941 bis 1944 der bereits in der Vorkriegszeit ein grosser Bewunderer des Dritten Reichs gewesen war Zu erwahnen sind ausserdem Jacques Benoist Mechin der Hauptberater Darlans in den Verhandlungen mit Hitler 1941 1942 Gaston Bruneton Sozialbeauftragter fur die teilweise freiwilligen teilweise zwangsverpflichteten franzosischen Arbeitskrafte in Deutschland der eng mit der Deutschen Arbeitsfront DAF zusammenarbeitete Jean Bichelonne zunachst Minister fur Industrieproduktion spater fur das Transportwesen oder der Schriftsteller Abel Bonnard genannt Gestapette der 1942 Minister fur Nationalerziehung wurde 1944 wurden die faschistischen Uberzeugungstater Joseph Darnand Philippe Henriot und Marcel Deat auf deutschen Druck hin Regierungsmitglieder Wahrend zahlreiche Pariser Kollaborateure das Vichy Regime offen verachteten das ihnen zu reaktionar und zu wenig engagiert in der Zusammenarbeit mit dem Dritten Reich war erklarten sich andere wie z B Darnand zu bedingungslosen Anhangern des Marschalls Petain Jacques Doriot der Anfuhrer der Parti populaire francais PPF prasentierte sich der Offentlichkeit bis Ende 1941 als un homme du Marechal ein Mann des Marschalls Pierre Laval der bedeutendste Vichy Politiker nach Petain unterhielt sehr enge politische Beziehungen zu Deat und Darnand und ubernahm personlich die Leitung der Milice francaise einer gewalttatigen Organisation die die Gestapo bis zum Aussersten unterstutzte Wirtschaftliche Zusammenarbeit Bearbeiten Der Begriff wirtschaftliche Kollaboration bedeutet in diesem Zusammenhang vor allem dass das Vichy Regime die Politik der deutschen Besatzungsmacht umsetzte Die formale Verpflichtung dazu ergab sich zunachst aus der Kriegsschuld die zwar theoretisch im Waffenstillstand vom Juni 1940 festgelegt in der Praxis aber einseitig von den Deutschen bestimmt wurde da diese den Wechselkurs des franzosischen Franc zur deutschen Mark nach Belieben veranderten Diese Kriegsschuld ursprunglich zum Unterhalt der Besatzungstruppen gedacht betrug durchschnittlich 400 Millionen Francs taglich was damals etwa 4 Millionen Tageslohnen von Arbeitern entsprach 22 Obwohl Frankreich wirtschaftlicher Ausbeutung in Form des Abtransportes von Rohstoffen und der Requirierung und Uberfuhrung von Lokomotiven Werkzeugmaschinen Motoren aller Art Eisenkonstruktionshallen Munitionsfertigungsmaschinen Bergbauspezialgeraten Kranen und weiteren industriellen Werten unterworfen war erkannte die deutsche Besatzungsmacht durchaus dass das wirtschaftliche Leben so weit wie moglich normal gestaltet werden musste wenn die eroberten industriellen Kapazitaten fur die eigene Kriegswirtschaft nutzbar gemacht werden sollten Aus diesem Grund wurde ein brutales Diktat vermieden und der Regierung Petain ein bestimmtes Mass an Eigenstandigkeit zugestanden Im Oktober 1940 gab es in Frankreich infolge der militarischen Niederlage eine Million Arbeitslose wobei zu berucksichtigen ist dass zusatzlich noch die 1 5 Millionen franzosischen Kriegsgefangenen dem franzosischen Arbeitsmarkt entzogen waren die in Deutschland wahrend fast der gesamten Dauer des Krieges als Arbeitskrafte eingesetzt wurden Schon bald nach dem Waffenstillstand ermachtigte die Vichy Regierung franzosische Unternehmen Vertrage mit Deutschland abzuschliessen Deutsche Auftrage wurden die Hauptantriebskraft fur das Wiederaufleben der franzosischen Wirtschaft Bis April 1941 buchten franzosische Firmen Auftrage im Wert von 1 5 Milliarden Reichsmark bis Herbst 1942 waren es bereits uber vier Milliarden Reichsmark Frankreich wurde der wichtigste europaische Lieferant des Dritten Reichs wahrend des Zweiten Weltkriegs So konnte beispielsweise die Firma Renault ihren Umsatz von 1940 bis 1942 verfunffachen Die franzosische Weinwirtschaft die immer noch an den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zu leiden hatte arrangierte sich sofort mit der Besatzungsmacht und erlebte in der Folgezeit einen ungeahnten Aufschwung 23 Die Arbeitslosenzahl fiel bis 1942 auf 125 000 und zur Zeit der Liberation herrschte praktisch Vollbeschaftigung Mit den Besatzungskosten beschaftigte die deutsche Besatzungsmacht grosse Teile der franzosischen Landwirtschaft und Industrie Nach den Statistiken des Office central de la production industrielle produzierten 1943 100 der Luftfahrtindustrie 100 der Schwerindustrie 80 der Bauindustrie 60 der Kautschukindustrie im Auftrag der Deutschen Henry Rousso merkt dazu an dass diese Angaben wahrscheinlich insgesamt etwas zu hoch angesetzt seien die Grossenordnungen aber weitgehend korrekt wiedergaben Eberhard Jackel gibt an dass im Fruhjahr 1942 rund 170 000 Franzosen direkt fur die Wehrmacht arbeiteten 275 000 beim Bau von Flughafen und von Befestigungen wie dem Atlantikwall und 400 000 schliesslich in der Rustungsproduktion 24 Der deutschen Wirtschaftsorganisation entsprechend wurden zwolf nach Branchen und Produkten gegliederte Comites d organisation CO und ein Office central de repartition des produits industriels OCRPI gegrundet die unter der Aufsicht des Ministeriums fur Industrielle Produktion standen Diese fuhrten die 321 franzosischen Kapitalgesellschaften koordinierten die Rohstoffzuteilungen und Lieferungen an die deutschen Stellen und lieferten daruber hinaus auch Informationen uber die Rohstoffbestande in den unbesetzten Gebieten Das Vichy Regime nutzte sein dirigistisch ausgerichtetes Wirtschaftssystem zwar einerseits zur Bewaltigung der existenziell wichtigen deutschen Produktions und Lieferauftrage versuchte andererseits aber auch den deutschen Einfluss auf die Wirtschaft nach Moglichkeit zu begrenzen So wurde versucht den unkontrollierten Zufluss deutschen Kapitals zu begrenzen die Grundung deutsch franzosischer Mischgesellschaften unter offentlicher Kontrolle wurde jedoch ermoglicht z B Francolor 51 Beteiligung der IG Farben France Rayonne Tochterfirma von Rhone Poulenc fur Textilsynthetik 33 deutsche Beteiligung Theraplix Medikamente der Industriegase Hersteller Imbert Deutsche Konzentrationsmassnahmen in arisierten Wirtschaftsbereichen Leder Kleiderindustrie Handel konnte das Regime zwar nicht verhindern es bemuhte sich jedoch moglichst viele der enteigneten Vermogenswerte in franzosische Hande uberzuleiten 25 Eine besonders unruhmliche Form der wirtschaftlichen Kollaboration des Vichy Regimes war seine Mitwirkung an der Zwangsverpflichtung von Arbeitskraften fur den Einsatz in Deutschland Bis zum Fruhjahr 1942 waren trotz Zwangsrekrutierungen von Bergleuten und Metallarbeitern in der besetzten Zone sowie der Anwerbung franzosischer Freiwilliger fur die deutsche Rustungsindustrie lediglich 50 000 Franzosen in Deutschland tatig Da diese Zahlen weit unter den Hitler zugesagten lagen wurden tausende Franzosen vom Vichy Regime zwangsrekrutiert Als im Februar 1942 Albert Speer in Deutschland die Kriegsproduktion drastisch erhohte forderte Fritz Sauckel der Generalbevollmachtigte fur den Arbeitseinsatz am 15 Mai die Entsendung weiterer 250 000 Arbeitskrafte nach Deutschland davon 150 000 Facharbeiter Laval hoffte dieses Ziel durch die Releve zu erreichen da bei Zielerreichung die Heimkehr von 50 000 Kriegsgefangenen zugesagt worden war Da sich jedoch die durftige Ernahrung und schlechte Behandlung der Freiwilligen herumgesprochen hatten meldeten sich lediglich 16 800 Facharbeiter fur den Dienst in Deutschland Im Gegenzug durften auch nur 1000 Kriegsgefangene heimkehren Um das gewunschte Kontingent zu erfullen erliess Laval ein Gesetz das Manner im Alter zwischen 18 und 50 sowie ledige Frauen zwischen 21 und 35 Jahren auch im Ausland dienstpflichtig machte Als Sauckel bis Ende 1942 die geforderte Anzahl von 240 000 franzosischen Zwangsarbeitern erhalten hatte forderte er am 2 Januar 1943 weitere 250 000 Arbeitskrafte die auf Basis des am 16 Februar 1943 ins Leben gerufenen Service du travail obligatoire STO erfullt werden konnte Der STO zeigte jedoch bald seine Kehrseite junge Franzosen denen der STO drohte gingen verstarkt in den Untergrund Die dritte Aktion die ab 6 August 1943 weitere 500 000 Arbeitskrafte bringen sollte wurde lediglich zu 20 erfullt Die vierte Aktion zum Anfang des Jahres 1944 brachte nur mehr 50 000 Zwangsarbeiter ein Die deutsche Seite konnte nicht nur aufgrund der Waffenstillstandsvereinbarungen Druck auf das Vichy Regime ausuben sondern auch aufgrund des Verhaltens vieler franzosischer Wirtschaftsunternehmen Oftmals nahmen diese direkt Kontakt mit Wirtschaftsvertretern des Dritten Reiches auf und umgingen somit die Steuerungsversuche ihrer eigenen Regierung Unter dem Druck der eigenen Finanz und Industriekreise musste sich das Vichy Regime letztendlich zu fast jedem Zugestandnis bereit erklaren was im Ergebnis dazu fuhrte dass eher ein Uberangebot an wirtschaftlicher Kollaboration herrschte 26 Militarische Zusammenarbeit Bearbeiten Die Protokolle von Paris Der Vize Prasident des Vichy Regimes nach der Entlassung Lavals Admiral Darlan hingegen sah die Kollaboration mit Deutschland als langfristige Strategie der zufolge Frankreich sich unter Abkehr von seiner bisherigen diplomatischen Tradition dem Kontinentalsystem unter Fuhrung Deutschlands anschliessen sollte Er traf am 11 und 12 Mai 1941 in Berchtesgaden mit Hitler zusammen 27 der ihn fur eine erweiterte militarische Zusammenarbeit gewinnen wollte Darlan unterzeichnete daraufhin am 28 Mai 1941 mit Otto Abetz dem deutschen Botschafter in Frankreich die drei Protokolle von Paris Protokoll I fur Syrien und Libanon Protokoll II fur Bizerta und Tunesien Protokoll III fur Franzosisch Westafrika und Franzosisch Aquatorialafrika sowie ein Zusatzprotokoll zu den vom Vichy Regime aufgestellten Forderungen nach mehr Mitteln fur den Fall eines alliierten Angriffs Marschall Petain bestatigte den Wortlaut der Protokolle ausdrucklich in einem Telegramm an General Dentz den franzosischen Hochkommissar fur Syrien und Libanon Deutschland wurde die Benutzung der franzosischen Stutzpunkte in Syrien franzosische Waffenlieferungen an irakische Aufstandische unter Raschid Ali al Gailani Durchreise des Deutschen Afrikakorps durch das franzosisch kontrollierte Tunesien sowie die Uberholung von Schiffen der deutschen Kriegsmarine in Dakar zugesagt Im Gegenzug sollte Deutschland die Besatzungsgebuhren um ein Viertel reduzieren 100 000 Kriegsgefangene freilassen und die Wiederbewaffnung einiger franzosischer Kriegsschiffe genehmigen 28 Flagge der Milice francaise Am 21 Dezember 1941 trafen General Juin und Hermann Goring in Berlin nochmals zusammen um eine Nutzung des franzosischen Marinestutzpunkts in Bizerta durch das Deutsche Afrikakorps zu vereinbaren Da die von Vichy als Gegenleistung geforderte Verstarkung der franzosischen Truppen in Afrika sowie eine Abschwachung der Waffenstillstandsbedingungen aus dem Jahr 1940 von der deutschen Seite abgelehnt wurden scheiterten diese Verhandlungen jedoch 29 Die Miliz Die Milice francaise wurde am 30 Januar 1943 vom Vichy Regime aus Mitgliedern des Service d ordre legionnaire SOL zusammengestellt und als Hilfstruppe der deutschen Armee eingesetzt z B 1944 bei der Bekampfung des Maquis im Vercors Das Kommando fuhrte nominell Laval die eigentliche Leitung lag allerdings in den Handen von Joseph Darnand Die Zahl der Bewaffneten in der Milice erreichte schliesslich 30 000 Mann Diese Krafte kamen ab Januar 1944 vorwiegend in der Nordzone zum Einsatz wo sie vom Militarbefehlshaber zumeist im Kampf gegen die Resistance eingesetzt wurden Darnand stellte zusatzlich die Groupes mobiles de reserve GMR auf und schlug die Grundung einer Groupe franc de la garde unter seiner direkten Kontrolle zur Zerschlagung des Maquis des Glieres Departement Haute Savoie vor was von deutscher Seite jedoch abgelehnt wurde Polizeiliche Zusammenarbeit Bearbeiten Carl Oberg Mitte im Gesprach mit Pierre Laval Nach dem Waffenstillstand vom Juni 1940 suchten die deutschen Besatzer in den Kriegsgefangenenlagern nach spanischen Republikanern da Hitler zu dieser Zeit Franco noch zu einem Kriegseintritt auf Seiten Deutschlands zu bewegen suchte Das Vichy Regime erhob keinen Einspruch dagegen dass die Mehrzahl der so Aufgespurten in das KZ Mauthausen eingeliefert wurden Obwohl die Bekampfung der franzosischen Kommunisten bis zum Uberfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 keinen hohen Stellenwert fur die deutschen Besatzer hatte setzte das Vichy Regime die schon von der Regierung Daladier begonnenen Massnahmen gegen die Kommunisten fort Nachdem die Kommunisten sich der Resistance angeschlossen und angefangen hatten Anschlage zu begehen wurden von der franzosischen Polizei verhaftete Kommunisten an die deutsche Besatzungsmacht ausgeliefert 30 Rene Bousquet rechts im Pelzmantel am 23 Januar 1943 in Marseille bei einer Lagebesprechung anlasslich der Raumung des Hafenviertels mit SS Sturmbannfuhrer Bernhard Griese 2 v l Nachdem General Carl Heinrich von Stulpnagel im Februar 1942 zum Militarbefehlshaber in Frankreich ernannt worden war forderte er fur seinen Verantwortungsbereich eine klare Trennung zwischen militarischen und politischen Aufgaben 31 Da dies den Vorstellungen von Himmler und Heydrich entgegenkam die ihren Einflussbereich innerhalb Europas ausdehnen wollten ernannte Hitler am 9 Marz 1942 den SS General Carl Oberg zum Hoheren SS und Polizeifuhrer fur das besetzte Frankreich Sein Stellvertreter wurde SS Standartenfuhrer Helmut Knochen als Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD Unter ihrer Aufsicht und auf ihre Anordnung hin sollte die franzosische Polizei Massnahmen gegen Kriminelle Juden sowie gegen Kommunisten durchfuhren Zu dieser Zeit umfassten die deutschen Polizeikrafte in Frankreich lediglich drei Bataillone mit ca 3000 Mannern gegenuber gleichzeitig 5000 in den besetzten Niederlanden Fur Verhaftungen mussten die Deutschen auf die 47 000 franzosischen Polizisten in der besetzten Zone zuruckgreifen 32 Zwei Monate nach der Wannseekonferenz besuchte Heydrich vom 5 bis 12 Mai 1942 erstmals Frankreich um die polizeiliche Kooperation zu verbessern er versprach dabei grossere Unabhangigkeit fur die Polizeikrafte der besetzten Zone unter der Bedingung dass diese konsequent alle Feinde der Besatzungstruppen unterdrucke die ja auch die Feinde der Revolution nationale seien 33 Im April 1942 ernannte Pierre Laval den Verwaltungsfachmann Rene Bousquet zum Generalsekretar der Polizei Dieser ging von der Annahme aus dass die Besatzungsmacht der Vichy Regierung die Kontrolle uber eine ausreichend bewaffnete Polizei in beiden Zonen anvertrauen wurde wenn es gelange die deutsche Seite von der vorbehaltlosen Kollaboration der franzosischen Polizei zu uberzeugen Diese Haltung passte gut zu den Planen von Oberg Knochen und ihrem Vorgesetzten Heydrich die anders als ihre Vorganger auf die franzosische Polizei setzten Dieser mehr Autonomie und Verantwortung zu ubertragen brachte erhebliche Vorteile ohne dabei das eigene Risiko zu erhohen mehr Wirksamkeit weniger patriotische Reaktionen der franzosischen Bevolkerung mehr Engagement der durch die Zusammenarbeit kompromittierten Polizisten 34 Sprengung von Wohngebauden im alten Hafenviertel von Marseille Die Erfassung aller Juden im Departement Seine mittels der sogenannten Tulard Akten durch die Polizeiprafektur Paris erfolgte ab Oktober 1941 auf deutsche Anordnung und wurde zur organisatorischen Grundlage fur die Razzien die ab dem Mai 1941 zunachst noch von der deutschen Besatzungsmacht und der franzosischen Polizei gemeinsam durchgefuhrt wurden Auf Grund von Vereinbarungen zwischen Bousquet und Oberg vom Juli 1942 wurden die Razzien auf Juden nur noch durch die franzosische Polizei durchgefuhrt 35 Franzosische Gendarmerie und Zollbeamte wurden auch mit der Uberwachung der Zufahrtswege und der naheren Umgebung des Sammellagers Drancy beauftragt Die franzosische Polizei sollte eigentlich alle Widerstandskampfer verfolgen blieb jedoch in ihren Aktionen in der zone sud bis November 1942 verhaltnismassig zuruckhaltend In dieser Phase waren im Wesentlichen die Nachrichtendienste von Marine und Waffenstillstandsarmee in der Bekampfung der Resistance aktiv was einige Angehorige des Heeresnachrichtendienstes jedoch nicht daran hinderte sich heimlich der Resistance anzuschliessen 36 37 Am 25 August 1942 wurde zweihundert deutschen Polizisten gestattet mit falschen franzosischen Papieren und Funkmesswagen in die Sudzone einzureisen um dort Geheimsender aufzuspuren 38 Die polizeiliche Zusammenarbeit ging auch nach der Besetzung der Sudzone durch deutsche Truppen im November 1942 weiter Eine der letzten grossen Operationen der franzosischen Polizei wurde die Raumung des Hafenviertels in Marseille vom 22 bis 24 Januar 1943 Am 24 Januar wurde das Hafenviertel von der Polizei gesprengt die jedoch auf Grund ihrer Beziehungen zu den deutschen Machthabern auch einige Abmilderungen der ursprunglich geplanten Massnahmen erreichen konnte 39 Ab 1943 wurde der Kampf gegen die Resistance vollstandig auf die Milice francaise unter Joseph Darnand ubertragen insbesondere der Kampf gegen die Maquis 40 41 Judendeportationen Bearbeiten Siehe auch Chronologie der Kollaboration der Vichy Regierung beim Holocaust und Geschichte der Juden in Frankreich Eine schwere Hypothek fur das Regime stellt die teilweise freiwillige Bereitschaft dar mit den deutschen Behorden bei Erfassung Diskriminierung Verhaftung und Deportation von Juden und anderen vom NS Regime verfolgten ethnischen Minderheiten in die Vernichtungslager und der Beschlagnahme Arisierung ihres Besitzes mitzuwirken So wurden zuerst Oktober 1940 und dann im Juni 1941 Statuts des juifs Sondergesetze fur Juden eingefuhrt noch bevor dies die deutschen Behorden uberhaupt gefordert hatten Das Tragen des Judensterns wurde allerdings nur im besetzten Teil obligatorisch Das Vichy Regime protestierte jedoch nicht gegen die Einfuhrung des Gelben Sterns in der besetzten Zone und liess seinerseits in Identitatspapieren den Stempel Juif anbringen Franzosische Polizei uberpruft angekommene Juden im Internierungslager Pithiviers Die Deportationen bei denen auch franzosische Behorden mitwirkten wurden von dem im September 1940 eingerichteten Judenreferat in Paris unter Theodor Dannecker initiiert der dem Reichssicherheitshauptamt RSHA der SS unterstand und mit Helmut Knochen dem Leiter der Sicherheitspolizei Sipo sowie Carl Oberg dem Hoheren SS und Polizeifuhrer zusammenarbeitete Im Marz 1941 ernannte die franzosische Regierung auf Betreiben der Deutschen einen Generalkommissar fur Judenfragen commissaire general aux questions juives Bis 1942 war dies Xavier Vallat Er erhielt gesetzliche Vollmachten in Judenfragen bei anderen Ministerien zu intervenieren und sogar Polizeikrafte einzusetzen Die Deutschen waren mit Vallats Leitung bei der Judenverfolgung nicht zufrieden und sorgten fur seine Ablosung ab 6 Mai 1942 durch Louis Darquier de Pellepoix Auf Grund der Oberg Bousquet Vereinbarungen vom Mai 1942 beteiligte sich die franzosische Polizei am 16 und 17 Juli 1942 an der Rafle du Velodrome d Hiver in Paris Die festgenommenen Personen wurden auf verschiedene Lager verteilt darunter das Sammellager Drancy Am 26 August 1942 organisierte Rene Bousquet eine Razzia in der zone libre und die anschliessende Deportation von 10 000 nichtfranzosischen Juden Insgesamt wurden schliesslich 130 000 auslandische und 70 000 franzosische Juden aus der Sudzone uber das Sammellager Drancy in die Vernichtungslager des von den Deutschen besetzten Osteuropas verbracht Insgesamt wurden 76 000 franzosische Juden nach Auschwitz deportiert 40 davon wurden durch die franzosische Polizei verhaftet Die Milice francaise war an der Verhaftung von 25 000 deportierten franzosischen Juden beteiligt 42 Als die Abtransporte begannen begrundete dies die deutsche Militarverwaltung lediglich mit der Notwendigkeit der Evakuierung der Juden nach dem Osten mit Arbeitseinsatz und Zwangsarbeit Ab dem siebten Transport im Juli 1942 wurde die Bestimmung dass nur arbeitsfahige Manner deportiert werden sollten aufgeweicht und spater dann ganz fallen gelassen Als dann auch alte Menschen Frauen und seit August 1942 selbst Kinder jedes Alters deportiert wurden war klar dass es nicht mehr allein um Arbeitseinsatze gehen konnte An die Verabredung mit der Vichy Regierung keine franzosischen Juden zu deportieren hielt sich die Besatzungsmacht immer weniger ab Mitte 1943 gar nicht mehr Zuletzt fahndete das Sonderkommando Alois Brunner auch im unbesetzten Suden Frankreichs nach den letzten versteckten Juden Schnittstellen der Kollaboration Bearbeiten Die deutschen Behorden verfugten uber drei Schnittstellen zu ihren franzosischen Mitarbeitern Der Militarbefehlshaber fur das besetzte Frankreich MBF mit seinem Stab aus Personal der Wehrmacht und zivilen Experten residierte im Pariser Hotel Majestic Er war dem Oberkommando des Heeres OKH unterstellt und hatte neben militarischen und wirtschaftlichen zunachst auch sicherheitspolitische Aufgaben wahrzunehmen Als Leiter der Abteilung Verwaltung war Werner Best dort bis 1942 der faktische Uber Innenminister Frankreichs 43 Vorwiegend politische Fragen wurden vom Botschafter Otto Abetz behandelt der dem deutschen Auswartigen Amt und damit Aussenminister Joachim von Ribbentrop unterstand Er residierte im Palais Beauharnais Zu seinen Mitarbeitern gehorte Ernst Achenbach Leiter der politischen Abteilung 44 SS Brigadefuhrer Werner Gerlach Leiter des Kulturreferats Karl Epting kulturelle Angelegenheiten 45 der Jurist Friedrich Grimm und Botschaftsrat Friedrich Sieburg ehemaliger Korrespondent der Frankfurter Zeitung die bereits uber Erfahrungen im Vorkriegs Frankreich verfugten Judenreferent war Carltheo Zeitschel SS Sturmbannfuhrer und Legationsrat der einer der Motoren der Endlosung in Frankreich also des Abtransports und der Ermordung der Juden wurde 46 In der Botschaft waren etwa 25 Personen mit den Judenfragen beschaftigt auch Ernst Achenbach 46 Der dritte Machtbereich auf deutscher Seite unterstand Heinrich Himmler die Angehorigen der Ordnungs und Sicherheitspolizeikrafte sowie des SD die fur die Sammlung von Nachrichten fur die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung in Zusammenarbeit mit den franzosischen Behorden sowie die Erfassung und Deportation von Juden und anderen unerwunschten ethnischen Gruppierungen zustandig waren Zwischen diesen drei deutschen Machtbereichen insbesondere zwischen Botschaft und SS kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen die durch mangelhafte Kompetenzabgrenzung gefordert wurde Abetz und die Botschaft favorisierten Laval und den Grunder der Rassemblement national populaire RNP Marcel Deat wahrend die SS Jacques Doriot den Chef der Parti populaire francais PPF forderte Gemeinsam war den deutschen Besatzungsbehorden dass sie Petains Ziel einen Einparteienstaat nach deutschem oder italienischem Vorbild aufzubauen skeptisch gegenuberstanden und bestrebt waren die latenten parteipolitischen religiosen regionalen und sonstigen innerfranzosischen Gegensatze zu fordern um die Bildung einer antideutschen Einheitsfront zu verhindern Widerstand BearbeitenMit dem Abschluss des Waffenstillstandes 1940 kam es zu einer Spaltung in der offentlichen Meinung Ein Teil sympathisierte bereits fruhzeitig mit dem Freien Frankreich unter de Gaulle Der uberwiegende Teil der Bevolkerung verhielt sich jedoch abwartend bzw befurwortete eine franzosisch deutsche Kollaboration Zu diesen Befurwortern zahlten auch die Mitglieder der verbotenen Kommunistischen Partei PCF deren Reprasentanten unter Fuhrung von Jacques Duclos am 15 Juni 1940 kurz nach den deutschen Truppen aus Belgien kommend in Paris eintrafen Am 27 Juni 1940 legten Maurice Treand verantwortlich fur die Untergrundaktivitaten der PCF und Maitre Fossin Anwalt der sowjetischen Botschaft dem deutschen Botschafter Abetz ein Memorandum zur Kooperation vor Unterstutzung aller Massnahmen um Frankreich aus dem Krieg herauszuhalten Unterstutzung der Kolonialvolker im Kampf um ihre Freiheit Abschluss eines Freundschaftsvertrages Vichy UdSSR 47 Nach Rucksprache mit Hitler lehnte Abetz das Angebot ab worauf Treand und Fossin von Moskau fallengelassen wurden obwohl Duclos ihre Unschuld betonte 48 Die verunsicherten Kommunisten verhielten sich in der Folge weitgehend neutral Der ernsthafte aktive Widerstand im Land begann mit Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion Die verschiedenen Widerstandsbewegungen der Resistance wurden am 27 Mai 1943 von Jean Moulin einem Abgesandten de Gaulles im Conseil national de la Resistance zusammengefasst Chronologie Frankreichs im Zweiten Weltkrieg Bearbeiten1939 Bearbeiten 31 Marz Im Zuge einer Abkehr von der Appeasement Politik garantieren Grossbritannien und Frankreich in einer gemeinsamen Erklarung die Unabhangigkeit Polens gegenuber dem Deutschen Reich 1 September Uberfall der deutschen Wehrmacht auf Polen ohne vorherige Kriegserklarung 3 September Nach Ablauf des Ultimatums Polen unverzuglich zu raumen erklaren Grossbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg Zur militarischen Unterstutzung des Verbundeten entsendet die britische Regierung ein Expeditionskorps British Expeditionary Force nach Frankreich 9 21 September In der begrenzten Saar Offensive dringen franzosische Truppen auf deutsches Territorium ein ziehen sich jedoch wieder in ihre Ausgangsstellungen an der Maginot Linie zuruck Da sich die Wehrmacht ebenfalls militarisch passiv verhalt entwickelt sich an der Westfront der sogenannte Sitzkrieg 26 September Die franzosische Regierung verbietet die Parti communiste francais 1940 Bearbeiten 21 Marz Da er dem demokratischen Finnland wahrend des Winterkriegs gegen die Sowjetunion die in der Offentlichkeit geforderte Unterstutzung untersagt hatte tritt Edouard Daladier als franzosischer Premierminister zuruck Daladier galt als Vertreter der Appeasement Politik Neuer Regierungschef wird der bisherige Finanzminister Paul Reynaud AD In der Abgeordnetenkammer hat die Regierungskoalition eine Mehrheit von einer Stimme 9 April Landung der deutschen Wehrmacht in den neutralen Staaten Danemark und Norwegen Unternehmen Weserubung 14 19 April Zur militarischen Unterstutzung Norwegens landen umfangreiche alliierte Streitkrafte in Narvik Schlacht um Narvik Frankreich entsendet Teile der Fremdenlegion 10 Mai Ohne vorherige Kriegserklarung uberfallt die Wehrmacht die neutralen Staaten Niederlande Belgien und Luxemburg 13 15 Mai Unter Umgehung der Maginot Linie durchqueren deutsche Panzerverbande die fur unpassierbar gehaltenen Ardennen In der Schlacht bei Sedan gelingt ihnen der unerwartete Frontdurchbruch und das Uberschreiten der Maas Anschliessend brechen sie aus ihrem Bruckenkopf in Richtung Armelkanal aus Sichelschnittplan Angesichts der militarischen Krise spricht Reynaud wahrend eines Telefonats mit dem neuen britischen Premierminister Winston Churchill am 15 Mai davon dass Frankreich die Schlacht verloren habe 49 18 Mai Der unerwartet schnelle Vorstoss der Wehrmacht erschuttert das Vertrauen der franzosischen Bevolkerung in die Regierung Um die Verteidigungsbereitschaft der Franzosen zu starken sieht sich Premierminister Reynaud zu einer Kabinettsumbildung gezwungen Der populare Marschall Philippe Petain Held von Verdun wird von seinem Botschafterposten in Spanien abberufen und tritt als stellvertretender Premierminister in die Regierung ein Georges Mandel wird neuer Innenminister Reynaud selbst ubernimmt das Verteidigungsministerium Edouard Daladier wird Aussenminister 19 Mai Paul Reynaud ersetzt den glucklosen Oberbefehlshaber Maurice Gamelin durch General Maxime Weygand Die grosse Anzahl ziviler Fluchtlinge behindert die Beweglichkeit der alliierten Streitkrafte erheblich 20 21 Mai Die deutschen Truppen stehen an der Schelde und erreichen bei Abbeville den Armelkanal Durch den Vorstoss werden grosse Verbande des BEF und der franzosischen Armee in Nordfrankreich eingeschlossen und ziehen sich nach Dunkerque zuruck Der britische Oberbefehlshaber Lord Gort beginnt nach Weisung Churchills mit den Vorbereitungen zu einer Evakuierung 26 Mai 5 Juni Schlacht von Dunkirchen Aufgrund von Hitlers Haltebefehl gelingt es der Royal Navy rund 370 000 alliierte Soldaten uber den Armelkanal nach Grossbritannien einzuschiffen Operation Dynamo Die Wehrmacht ruckt am 4 Juni in der Stadt ein 28 Mai Kapitulation Belgiens 5 Juni Mit dem Fall Rot tritt der Westfeldzug in die entscheidende zweite Phase Zum einen sollte der alliierte Sudflugel entlang der Maginot Linie bis zur Schweiz eingeschlossen werden zum anderen sollte die Wehrmacht in Richtung Paris vorrucken Die franzosische Armee hat mit den ihr verbliebenen Kraften der Grossteil verbleibt an der Maginot Linie mit der Weygand Linie eine Auffangstellung sudlich der Somme und der Aisne errichtet 6 Juni Premierminister Reynaud ernennt Charles de Gaulle zum Staatssekretar im Verteidigungsministerium Reynaud entlasst Daladier und ubernimmt selbst das Aussenministerium 8 Juni Aufgrund der Lage in Westeuropa ziehen die Alliierten ihre Streitkrafte aus dem norwegischen Narvik ab Schlacht um Narvik Norwegen kapituliert am 10 Juni 9 Juni Trotz erbittertem Widerstand halt die Weygand Linie der deutschen Offensive nicht stand Deutsche Verbande uberschreiten die Seine 10 Juni Das faschistische Italien erklart Frankreich und Grossbritannien den Krieg greift jedoch zunachst nicht in die Kampfhandlungen ein Die franzosische Regierung verlasst Paris und flieht vor der nahenden Wehrmacht zunachst nach Tours 11 Juni General Weygand appelliert an die Regierung der Vernichtung der franzosischen Armee ein Ende zu setzen und das Deutsche Reich um Bekanntgabe von Waffenstillstandsbedingungen zu ersuchen Im Kabinett bilden sich zwei Lager Reynaud Mandel und de Gaulle wollen den Widerstand um jeden Preis fortsetzen notfalls von Franzosisch Nordafrika aus Marschall Petain schliesst sich Weygand an und fordert Verhandlungen uber einen Waffenstillstand 13 Juni Winston Churchill fordert von Frankreich harten Widerstand verweigert ihm jedoch den Einsatz der Royal Air Force Die Luftstreitkrafte mussten Grossbritannien gegen eine erwartete deutsche Invasion schutzen 14 Juni Die Wehrmacht besetzt das zur offenen Stadt erklarte Paris Die franzosischen Verfassungsorgane erreichen Bordeaux Paul Reynaud mochte dass die Armee kapituliert wahrend die Regierung den Widerstand aus den Kolonien heraus fortsetzen solle 16 Juni Da das franzosische Kabinett eine von Churchill angebotene britisch franzosische Staatenunion und die Fortsetzung militarischen Widerstands gegen die Achsenmachte mehrheitlich ablehnt tritt Premierminister Reynaud zuruck Staatsprasident Albert Lebrun ernennt Marschall Petain daraufhin zum neuen Regierungschef Dieser halt weiteren Widerstand fur aussichtslos und beauftragt den neuen Aussenminister Paul Baudouin damit das Deutschen Reich uber Spanien um Waffenstillstand zu bitten 17 Juni Petain verkundet im Radio das Ersuchen um Waffenstillstandsverhandlungen Vielerorts stellen die franzosischen Streitkrafte den Widerstand ein und gehen in Kriegsgefangenschaft 18 Juni In einer wiederholt gesendeten Radioansprache ruft der nach London geflohene Charles de Gaulle die Franzosen zur Fortsetzung des Krieges gegen die Achsenmachte an der Seite Grossbritanniens auf Appell vom 18 Juni Der Aufruf wird im nicht besetzen Teil Frankreichs plakatiert 20 Juni Frankreich muss die Stationierung japanischer Truppen in Franzosisch Indochina billigen 22 Juni Abschluss des deutsch franzosischen Waffenstillstands in Compiegne zwischen Deutschland und Petains Etat francais Der Vertrag teilt u a Frankreich in einen unter deutscher Militarverwaltung stehenden Nord und Westteil sowie eine unbesetzte Sudzone rund 40 Prozent des Territoriums Frankreich darf lediglich eine Streitmacht von 100 000 Mann unterhalten der Status der Kolonien bleibt unangetastet Der Waffenstillstand tritt am 25 Juni offiziell in Kraft 1 Juli Nationalversammlung und Regierung siedeln von Bordeaux nach Vichy uber das in der unbesetzten Zone liegt Der Kurort Vichy wird De facto die neue Hauptstadt Frankreichs 3 Juli Um eine mogliche Auslieferung an das Deutsche Reich zu verhindern beschiesst die Royal Navy den franzosischen Flottenverband in Mers el Kebir Operation Catapult Bei dem Angriff verlieren 1 200 Franzosen ihr Leben weshalb Petain die diplomatischen Beziehungen zu Grossbritannien abbricht Der Kontakt wird jedoch uber die US Botschaften weiterhin aufrechterhalten Am 8 Juli wird das Schlachtschiff Richelieu im Hafen von Dakar durch britische Flieger torpediert 10 Juli Unter dem Eindruck der katastrophalen militarischen Niederlage ermachtigt die Nationalversammlung auf Betreiben Pierre Lavals mit 569 zu 80 Stimmen Petain zur Ausarbeitung einer die Rechte von Arbeit Familie und Vaterland garantierenden Verfassung fur den Etat francais Das ist das faktische Ende der Dritten Republik und der Beginn des Etat francais Staatsprasident Lebrun legt sein Amt nieder 11 Juli Mit der Verkundung der ersten Verfassungsakte erklart sich Petain zum Chef de l Etat Staatschef mit nahezu absoluten Vollmachten gegenuber Exekutive Legislative und Judikative 12 Juli Mit Pierre Laval ernennt Marschall Petain einen entschiedenen Befurworter enger Beziehungen zum Deutschen Reich zu seinem Stellvertreter Einen Premierminister gibt es zunachst nicht 30 Juli Petain grundet per Dekret einen Cour supreme de justice 50 Vor diesem Gerichtshof sollte der Prozess von Riom gegen Leon Blum Edouard Daladier Paul Reynaud Georges Mandel Maurice Gamelin Guy La Chambre und Robert Jacomet stattfinden 28 30 August Die beiden Kolonien Franzosisch Aquatorialafrika und Cameroun schliessen sich de Gaulles FFL an 24 September Ein alliierter Landungsversuch bei Dakar Franzosisch Westafrika unter Teilnahme frei franzosischer Einheiten scheitert am Widerstand der Vichy Truppen Gefecht von Dakar 24 25 September Bombardierung von Gibraltar durch Flugzeuge des Vichy Regimes Gibraltar 3 Oktober Das Vichy Regime verabschiedet das erste Judenstatut Lois sur le statut des Juifs Judische Franzosen werden von offentlichen Amtern aus der Armee dem Unterricht und den Medien ausgeschlossen Weitere Anti judische Massnahmen folgen vgl Hauptartikel Chronologie der Kollaboration der Vichy Regierung beim Holocaust 24 Oktober Bei einem Treffen mit Adolf Hitler in Montoire lehnt Petain den Vorschlag zur Beteiligung Frankreichs am Krieg gegen Grossbritannien ab 30 Oktober In einer Radioansprache erklart Petain dass Frankreich durch eine Zusammenarbeit Kollaboration mit dem Deutschen Reich an der Neuordnung Europas teilnehmen musse vgl Hauptartikel Kollaboration in Frankreich 13 Dezember Nach anhaltenden Spannungen wird Pierre Laval von Petain seines Amtes enthoben und unter Hausarrest gestellt Laval hatte eine weitreichendere Annaherung und noch mehr Kollaboration mit dem Deutschen Reich gefordert 1941 Bearbeiten 2 Februar Marcel Deat grundet mit dem Rassemblement national populaire RNP eine rechtsextreme Partei Die RNP vertritt eine faschistisch rassistische Ideologie und fordert eine enge Kollaboration mit den Deutschen 11 Februar Petain ernennt Admiral Francois Darlan zum stellvertretenden Regierungschef Februar Marz Kurzung der Lebensmittelrationen in der Sudzone Zur Beseitigung der Lebensmittelknappheit bittet Marschall Petain die Vereinigten Staaten um Getreidelieferungen 6 Mai Admiral Darlan stellt der deutschen Luftwaffe Stutzpunkte in Syrien zur Verfugung um von dort aus Angriffe gegen die Briten im Irak zu fliegen 8 Juni 14 Juli Einmarsch britischer und frei franzosischer Truppen im franzosischen Mandatsgebiet Syrien Nach heftigen Gefechten mit den Vichy Truppen wird am 11 Juli ein Waffenstillstand unterzeichnet welcher der FFL die Kontrolle uber Syrien und den Libanon ubertragt Syrisch Libanesischer Feldzug Im Oktober proklamiert General Georges Catroux die Unabhangigkeit der Syrischen Republik 8 Juli Auf Anregung fuhrender Forderer der Kollaboration wie Jacques Doriot Marcel Deat und Marcel Bucard wird eine antikommunistische Freiwilligen Einheit aufgestellt Diese Legion des volontaires francais contre le bolchevisme LVF wird von der deutschen Waffen SS ausgebildet und an der Ostfront vorwiegend zur Partisanenbekampfung eingesetzt Dem Verband treten 12 000 Mann bei Eugene Deloncle ubernimmt den Vorsitz des Exekutivkomitees des LVF Die Vichy Regierung steht der Aufstellung der Einheit zuruckhaltend gegenuber Oktober Petain lasst ehemalige Politiker der Dritten Republik verhaften u a Edouard Daladier Leon Blum und wegen des Verdachts massgeblich an der Niederlage Frankreichs beteiligt gewesen zu sein vor Gericht stellen Spater wird der Prozess wegen Unpopularitat vorlaufig eingestellt Prozess von Riom 1942 Bearbeiten 1 Januar Petain bittet das Deutsche Reich um Erleichterung der Lebensbedingungen in Frankreich Aufgrund anhaltender deutscher Repressalien sowie der unbefriedigenden Situation der Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter verliert das Regime zunehmend an Ruckhalt in der Bevolkerung 17 April Auf deutschen Druck ersetzt Petain Premierminister Darlan durch Pierre Laval Laval organisiert sowohl die Deportation von Juden als auch die verstarkte Gestellung franzosischer Zwangsarbeiter 16 17 Juli In einer Massenfestnahme verhaftet die Pariser Polizei 13 152 Juden Rafle du Velodrome d Hiver Die Festgenommenen werden den deutschen Besatzungsbehorden ubergeben und in die Vernichtungslager deportiert September Britische Truppen besetzen die franzosische Kolonie Madagaskar Operation Ironclad Damit soll verhindert werden dass die Japaner von Madagaskar aus den Handel im Indischen Ozean storen und ihren U Boot Radius erweitern 7 8 November Landung alliierter Truppen in Franzosisch Nordafrika Operation Torch Der Widerstand der Vichy Truppen bricht nach kurzen Gefechten zusammen und der Oberbefehlshaber Admiral Darlan muss in Algier kapitulieren Er wird daraufhin von Petain seines Amtes enthoben vgl Hauptartikel Franzosisch Nordafrika im Zweiten Weltkrieg 11 November Als Reaktion auf die Landung der Alliierten in Nordafrika besetzen deutsche und italienische Truppen die Sudzone Frankreichs Unternehmen Anton Im Militarhafen Toulon versenkt sich daraufhin die franzosische Kriegsflotte selbst Das Vichy Regime protestiert lediglich gegen den deutschen Einmarsch in den Suden und sinkt auf die Stufe einer Marionettenregierung herab 12 November Mit Unterstutzung der USA proklamiert sich Darlan zum Hochkommissar von Frankreich in Afrika Seine Legitimation leitet er von seiner Eigenschaft als verfassungsmassiger Stellvertreter Petains ab der durch die Deutschen an der Fuhrung der Staatsgeschafte gehindert sei 24 Dezember Nach der Ermordung Darlans wird General Henri Giraud sein Nachfolger 1943 Bearbeiten 30 Januar Grundung der Milice francaise Diese paramilitarische Einheit untersteht dem rechtsradikalen Politiker Joseph Darnand und entwickelt sich in der Folge von einer Organisation der Vichy Regierung zur eigenstandigen Kollaborationskraft die eng mit den deutschen Besatzungsbehorden zusammenarbeitet Die Milice verfolgt wahrend der Besatzungszeit politische Gegner im Inneren und unterstutzt die Judendeportationen Februar Grundung des Service du travail obligatoire Die Organisation soll franzosische Arbeitskrafte ausheben und sie der deutschen Kriegswirtschaft zufuhren April Offizieller Protest Petains wegen alliierter Luftangriffe auf franzosische Stadte und Rustungsanlagen 15 Mai Jean Moulin grundet mit dem Conseil national de la Resistance CNR einen Dachverband der wichtigsten Fraktionen der Widerstandsbewegung 3 Juni Bildung des Franzosischen Nationalkomitees CFLN unter de Gaulle und Giraud das den Status einer Exilregierung erhalt 20 September Frei Franzosische Einheiten landen auf Korsika und vertreiben bis Oktober die italienischen Truppen von der Insel Der Beginn der Befreiung des franzosischen Mutterlands La Liberation 1944 Bearbeiten 3 Juni De Gaulle setzt sich im internen Machtkampf gegen Giraud durch und grundet in Algier eine Provisorische Regierung 6 Juni Landung alliierter Truppen in der Normandie Operation Overlord 10 Juni Massaker von Oradour 15 August Landung alliierter Truppen an der Cote d Azur Operation Dragoon 17 August Da Hitler die weitere Zuverlassigkeit des Vichy Regimes anzweifelt lasst er die Regierung nach Belfort bringen 25 August Nach dem alliierten Sieg in der Schlacht um Paris trifft General de Gaulle in der befreiten Hauptstadt ein und verkundet im Namen der Provisorischen Regierung die Wiederherstellung der Republik 7 September Per Fuhrerbefehl wird die Vichy Regierung ins hohenzollerische Sigmaringen verbracht Von Oktober 1944 bis zum 21 April 1945 ist Sigmaringen Regierungssitz und provisorische Hauptstadt des besetzten Frankreich Untergebracht sind im Hohenzollernschloss auch die Botschaften des Deutschen Reichs Japans und Italiens beim Vichy Regime Neben den 6 000 Einwohnern befinden sich nun 500 Milizionare 700 franzosische Soldaten sowie mehrere tausend Fluchtlinge in der Stadt Marschall Petain der gezwungen worden war Frankreich zu verlassen verweigert sein Mitwirken an der Exilregierung der nun auch faschistische Politiker wie Fernand de Brinon und Jacques Doriot angehoren 1945 Bearbeiten April Petain kehrt kurz vor Kriegsende nach Frankreich zuruck und stellt sich den Behorden Laval flieht nach Spanien Juli August Hochrangige Mitglieder des Vichy Regimes werden wegen des Verdachts des Hochverrats und Kollaboration mit dem Feind vor Kriegsgerichte gestellt 15 August Petain wird zum Tode verurteilt De Gaulle wandelt das Urteil in eine lebenslange Haftstrafe um 15 Oktober Der nach Frankreich ausgelieferte Laval wird in Fresnes hingerichtet Seit 1945 BearbeitenPetain und Laval wurden 1945 beide von einem franzosischen Gericht zum Tode verurteilt wobei Petains Strafe spater durch General de Gaulle in lebenslange Haft umgewandelt wurde Dem zum Tode verurteilten Laval dem die Einnahme von Zyankali gelungen war wurde der Magen ausgepumpt bevor er vor ein Exekutionskommando gestellt wurde Der Kollaboration beschuldigte Franzosinnen in Paris Sommer 1944 Nach der Befreiung fand von Anhangern der Resistance und anderen Personen eine Jagd auf vermeintliche und tatsachliche Kollaborateure und Anhanger des Vichy Regimes statt die als Epuration Sauberung bezeichnet wurde Schatzungen gehen von bis zu 9 000 Totungen wahrend der wilden Epuration und 6 763 Todesurteilen durch die Commission d Epuration aus wovon 767 Todesurteile vollstreckt wurden weniger als beispielsweise in Belgien Die Zahl der franzosischen Frauen die wegen tatsachlicher oder vermeintlicher sexueller Beziehungen zu Besatzungssoldaten kahlgeschoren und nackt auf offentlichen Platzen an den Pranger gestellt wurden war erheblich hoher Diese von Kommunisten und Gaullisten getrennt organisierten Sauberungen sollten eine nationale Katharsis bewirken und die Spaltung der Nachkriegsgesellschaft uberwinden erreichten jedoch vielfach das Gegenteil Die offenen Wunden wurden durch den politischen Mythos vom glorreichen Frankreich zugedeckt der insbesondere von de Gaulle gepflegt wurde Unter dieser Decke schien die Nation geeint wozu auch das Konstrukt beitrug der Etat francais habe keinen franzosischen Rechtscharakter gehabt sei also genaugenommen eine Besatzungsbehorde gewesen diese Ansicht vertrat die franzosische Politik bis Mitte der 1990er Jahre Den Anhangern des Vichy Regimes wurde die Akzeptanz dieses Konstrukts durch Amnestien erleichtert Eine Mitverantwortung von Franzosen an Deportationen und Volkermord wurde erst 1995 durch eine Erklarung von Staatsprasident Jacques Chirac eingeraumt wenn auch nur fur Angehorige der Milice francaise und der Gendarmerie 51 52 Auf Basis dieses Eingestandnisses verurteilte das Oberste Verwaltungsgericht Conseil d Etat den Staat am 12 April 2002 dazu die Halfte der Strafe zu zahlen die der an Kriegsverbrechen fur schuldig befundene Maurice Papon fur seine Tatigkeit in der Prafektur Bordeaux zu leisten hatte Das Geld sollen Deportationsopfer erhalten Damit ist eine Mitverantwortung des franzosischen Staates fur Kriegsverbrechen seiner Burger nun auch rechtlich fixiert Ebenso muss der Staat zwei Drittel jener Strafe tragen die der Eisenbahngesellschaft SNCF im Juni 2006 wegen Beteiligung an den Deportationen auferlegt wurde 1997 wurde auf Initiative Chiracs eine Untersuchungskommission zur Ausplunderung der franzosischen Juden Mission d etude sur la spoliation des Juifs en France unter Jean Matteoli eingerichtet die 2000 einen mehrere Bande umfassenden Bericht vorlegte 53 Das Kabinett Jospin gab am 2 Oktober 1997 Archivbestande aus dem Zweiten Weltkrieg frei Das Gesetz vom 12 April 2000 betreffend die Rechte des Burgers gegenuber der Verwaltung 54 weitete das Recht auf Zugang zu staatlichem Schriftgut weiter aus 55 56 Mit dem Vichy Regime verbundene Personen BearbeitenJean Borotra Robert Brasillach Fernand de Brinon Marcel Bucard Joseph Canteloube Alexis Carrel Louis Ferdinand Celine Alfred Cortot Francois Darlan Joseph Darnand Marcel Deat Eugene Deloncle Jacques Doriot Bernard Fay Pierre Etienne Flandin kurzzeitig von Dezember 1940 bis Februar 1941 Nachfolger Pierre Lavals als Ministerprasident Henri Frenay anfangs Abwehrchef Petains spater aktiver Kopf der Resistance Gruppe Combat Jean Giraudoux Informationsminister arbeitete mit der Resistance zusammen 1944 getotet vielleicht durch die Gestapo Philippe Henriot Gabriel Jeantet Pierre Laval Francois Lehideux Francois Mitterrand Maurice Papon Philippe Petain Eugene Schueller Paul Touvier Jean Vedrine Maxime WeygandSiehe auch BearbeitenFrancisque Orden des Regimes Marechal nous voila Klaus Barbie Franzosisch Nordafrika im Zweiten Weltkrieg Dritte Franzosische Republik Vierte Franzosische RepublikLiteratur BearbeitenSachbucher Bearbeiten Eberhard Jackel Frankreich in Hitlers Europa die deutsche Frankreichpolitik im 2 Weltkrieg Stuttgart 1966 Hans Umbreit Der Militarbefehlshaber in Frankreich 1940 1944 Boldt Boppard Rh 1968 Henri Amouroux La grande histoire des Francais sous l occupation S 1978 ff Gesamtwerk in 10 einzeln erhaltlichen Banden Paris 1975 bis 1993 auch eine TB Ausgabe deutsch in Auszugen Der Spiegel Serie Nr 20 1990 bis 23 1990 Serge Klarsfeld Ahlrich Meyer Ubers Vichy Auschwitz die Zusammenarbeit der deutschen und franzosischen Behorden bei der Endlosung der Judenfrage in Frankreich Greno Nordlingen 1989 ISBN 3 89190 958 6 u d T Vichy Auschwitz Die Endlosung der Judenfrage in Frankreich Veroffentlichungen der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universitat Stuttgart Band 10 WBG Darmstadt 2007 ISBN 978 3 534 20793 0 korrigierte und in der umfangreichen Literaturliste und im Register aktualisierte Ausgabe Standardwerk Claude Carlier Stefan Martens Hrsg La France et l Allemagne en Guerre Septembre 1939 Novembre 1942 Deutschland und Frankreich im Krieg September 1939 November 1942 Paris 1990 Gerhard Hirschfeld Patrick Marsh Hrsg Kollaboration in Frankreich Politik Wirtschaft und Kultur wahrend der nationalsozialistischen Besatzung 1940 1944 S Fischer Frankfurt am Main 1991 ISBN 3 10 030407 1 Bernd Kasten Gute Franzosen Die franzosische Polizei und die deutsche Besatzungsmacht im besetzten Frankreich 1940 1944 Kieler historische Studien Band 37 Diss Thorbecke Sigmaringen 1993 ISBN 3 7995 5937 X Eckard Michels Das Deutsche Institut in Paris 1940 1944 Ein Beitrag zu den deutsch franzosischen Kulturbeziehungen und zur auswartigen Kulturpolitik des Dritten Reiches Studien zur modernen Geschichte 46 Steiner Stuttgart 1993 ISBN 3 515 06381 1 siehe Deutsches Institut Bernd Zielinski Staatskollaboration Vichy und der Arbeitskrafteeinsatz im Dritten Reich Verlag Westfalisches Dampfboot Munster 1995 ISBN 3 929586 43 6 Wolfgang Drost u a Hrsg Paris sous l Occupation Paris unter deutscher Besatzung Vortrage des 3 Kolloquiums der Universitaten Orleans und Siegen Winter Heidelberg 1995 ISBN 3 8253 0246 6 Schwerpunkt Geistesgeschichte Richard H Weisberg Vichy Law and the Holocaust in France New York New York Univ Pr 1998 auch in franzosischer Ubersetzung 1998 Jurg Altwegg Die langen Schatten von Vichy Frankreich Deutschland und die Ruckkehr des Verdrangten Hanser Munchen 1998 ISBN 3 446 19474 6 Wolfgang Geiger L image de la France dans l Allemagne nazie 1933 1945 PUR Rennes 1999 ISBN 2 86847 374 1 Rezension hsozkult geschichte hu berlin de Rita Thalmann Gleichschaltung in Frankreich 1940 1944 aus dem Franzosischen von Eva Groepler Europaische Verlagsanstalt Hamburg 1999 ISBN 3 434 50062 6 OT La mise au pas Regina M Delacor Attentate und Repressionen Ausgewahlte Dokumente zur zyklischen Eskalation des NS Terrors im besetzten Frankreich 1941 42 Instrumenta Band 4 Thorbecke Stuttgart 2000 ISBN 3 7995 7268 6 Marc Olivier Baruch Das Vichy Regime Frankreich 1940 1944 Aus dem Franz ubers von Birgit Martens Schone Fur die dt Ausg bearb von Stefan Martens Reclams Universalbibliothek Stuttgart 2000 ISBN 3 15 017021 4 Christian Eggers Die Lager des Vichy Regimes Die Internierung judischer Fluchtlinge in Frankreich 1940 1944 Campus Frankfurt 2000 ISBN 3 593 36628 2 Ahlrich Meyer Die deutsche Besatzung in Frankreich 1940 1944 Widerstandsbekampfung und Judenverfolgung Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2000 ISBN 3 534 14966 1 Franz L occupation allemande en France aus dem Dt Pascale Hervieux Edition Privat Toulouse 2002 ISBN 2 7089 5693 0 Stefan Martens Maurice Vaisse Hrsg Frankreich und Deutschland im Krieg November 1942 Herbst 1944 Okkupation Kollaboration Resistance Akten des deutsch franzosischen Kolloquiums La France et l Allemagne en Guerre novembre 1942 automne 1944 Occupation Collaboration Resistance Deutsches Historisches Institut Paris und Centre d Etudes d Histoire de la Defense Vincennes in Zusammenarbeit mit dem Institut fur Zeitgeschichte Munchen und dem Institut d Histoire du Temps Present Tagung Paris Cachan 22 23 Marz 1999 Bouvier Bonn 2000 online auf perspectivia net Jacques Cantier L Algerie sous le regime de Vichy Odile Jacob Paris 2002 ISBN 2 7381 1057 6 Jean Marc Dreyfus Eine nie verheilende narzisstische Wunde Die Kollaboration im franzosischen Gedachtnis In Fritz Bauer Institut Hrsg Grenzenlose Vorurteile Jahrbuch 2002 zur Geschichte und Wirkung des Holocaust Campus Frankfurt 2002 ISBN 3 593 37019 0 S 167 188 Insa Meinen Wehrmacht und Prostitution im besetzten Frankreich Temmen Bremen 2002 ISBN 3 86108 789 8 Wehrmacht et prostitution sous l Occupation 1940 1945 Payot Paris 2006 ISBN 2 228 90074 5 Michael Curtis Verdict on Vichy Power and prejudice in the Vichy France regime Arcade New York 2003 ISBN 1 55970 689 9 Bernhard Brunner Der Frankreich Komplex Die nationalsozialistischen Verbrechen in Frankreich und die Justiz der Bundesrepublik Deutschland Moderne Zeit Band 6 Wallstein Gottingen 2004 ISBN 3 89244 693 8 Rezension als TB 2007 Claudia Moisel Frankreich und die deutschen Kriegsverbrecher Die strafrechtliche Verfolgung der deutschen Kriegs und NS Verbrechen nach 1945 Wallstein Gottingen 2004 ISBN 3 89244 749 7 Rezension englisch Albrecht Betz Stefan Martens Les intellectuels et l Occupation 1940 1944 Collaborer partir resister Autrement Coll Memoires Paris 2004 ISBN 2 7467 0540 0 Rezension in Dokumente Heft 2 2005 S 97 von Dieter Tiemann Ahlrich Meyer Tater im Verhor Die Endlosung der Judenfrage in Frankreich 1940 1944 WBG Darmstadt 2005 ISBN 3 534 17564 6 Rezension von Rudolf Walther in Die Zeit 2005 2050 bei Weblinks Tagung Dez 2006 Philippe Burrin Vichy Die Anti Republik In Pierre Nora Hrsg Erinnerungsorte Frankreichs Aus dem Franzosischen von Michael Bayer Enrico Heinemann Elsbeth Ranke Ursel Schafer Hans Thill und Reinhard Tiffert Beck Munchen 2005 ISBN 3 406 52207 6 Laurent Douzou La Resistance francaise Une histoire perilleuse Ed du Seuil Paris 2005 erster Uberblick uber die Betrachtung des Vichy Regimes und des Widerstands in der gesamten Nachkriegszeit Richard Vinen The Unfree French Life under Occupation London Penguin 2006 Alain Chatriot Dieter Gosewinkel Hrsg Figurationen des Staates in Deutschland und Frankreich 1870 1945 Les figures de l Etat en Allemagne et en France Pariser historische Studien Band 72 Oldenbourg Munchen 2006 ISBN 3 486 57671 2 einige Aufsatze in Dt andere in Franz darin Die gelenkte Wirtschaft in Frankreich 1940 1944 Als Digitalisat lesbar hier Peter Lieb Konventioneller Krieg oder NS Weltanschauungskrieg Kriegfuhrung und Partisanenbekampfung in Frankreich 1943 44 Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte Band 69 Oldenbourg Munchen 2006 ISBN 3 486 57992 4 zugl Diss Univ Munchen 2005 Lorent Joly Vichy dans la solution finale Histoire du Commissariat General aux Questions Juives 1941 1944 Grasset Paris 2006 ISBN 2 9519438 5 7 Kurzbespr in Mittelweg 36 Hrsg Hamburger Edition Jg 15 H 6 Dez 2006 S 44 im Schwerpunkt Franz Literatur zu Genozid und Massenverbrechen Martin Jungius Der verwaltete Raub Die Arisierung der Wirtschaft in Frankreich 1940 1944 Thorbecke Ostfildern 2008 Beiheft der Francia Zeitschrift Nr 67 Hrsg Deutsches Historisches Institut Paris Henry Rousso Vichy Frankreich unter deutscher Besatzung 1940 1944 Beck Munchen 2009 ISBN 978 3 406 58454 1 zuerst Le regime de Vichy PUF Paris 2007 Henry Rousso Frankreich und die dunklen Jahre Das Regime von Vichy in Geschichte und Gegenwart Wallstein Gottingen 2010 ISBN 978 3 8353 0756 8 Michael Mayer Staaten als Tater Ministerialburokratie und Judenpolitik in NS Deutschland und Vichy Frankreich Ein Vergleich Studien zur Zeitgeschichte Band 80 Vorwort von Horst Moller und Georges Henri Soutou Oldenbourg Munchen 2010 ISBN 978 3 486 58945 0 zugl Diss Munchen 2007 Volltext online verfugbar Annie Lacroix Riz De Munich a Vichy L assassinat de la Troisieme Republique 1938 1940 Paris Armand Colin 2008 408 S ISBN 978 2 200 35111 3 Jan Wiegandt Kolja Naumann Vichy vor dem franzosischen Staatsrat Staatshaftungsrecht als Mittel der Vergangenheitsbewaltigung In Europaische Grundrechte Zeitschrift EuGRZ 2010 ISSN 0341 9800 S 156 167 Caroline Moorehead Village of secrets Defying the Nazis in Vichy France Vintage London 2015 ISBN 0 09 955464 X Chattoo amp Windus London 2014 ISBN 978 0 06 220247 5 2015 ed online einsehbar zahlreiche Literaturangaben Belletristik Zeitgenossisches Bearbeiten UbergreifendKarl Kohut Hrsg Literatur der Resistance und Kollaboration in Frankreich Schwerpunkte Romanistik Band 18 20 ISSN 0170 6284 Geschichte und Wirkung 1 1930 1939 Narr Tubingen 1982 ISBN 3 87808 908 2 Athenaion Wiesbaden 1982 ISBN 3 7997 0725 5 Geschichte und Wirkung 2 1940 1950 Narr 1982 ISBN 3 87808 909 0 Athenaion ISBN 3 7997 0802 2 Texte und Interpretationen Narr 1984 ISBN 3 87808 910 4 laut DNB ISBN 3 7997 0803 0 Online in Auszugen lesbar z B Google Buchsuche enthalt das Namens Register und die gesamte Literatur zu allen drei Banden mit 1517 Titel online bzw 1676 im Print Helga Bories Sawala u a La France occupee et la Resistance Textausgabe Einfach Franzosisch Textausgaben Schoningh Paderborn 2008 ISBN 978 3 14 046262 4 frz z T deutsch Fur den Unterricht in der Sekundarstufe 2 Auch fur sonstige erste Unterrichtung geeignet sehr viele Abb amp Original Dokumente Karten Zusatzliche Audio CD ISBN 978 3 14 062412 1 Ferner zusatzlich verlegt Lehrerhandbuch Unterrichtsmodell Mirjam Schmid Darstellbarkeit der Shoah in Roman und Film Kulturgeschichtliche Reihe Band 12 Sonnenberg Annweiler 2012 ISBN 978 3 933264 70 1 57 AutorenDidier Daeninckx La mort n oublie personne Denoe Paris 1989 ISBN 2 207 23539 4 nur in Frz Als Film Regie Laurent Heynemann Erstauff 5 Mai 2009 La mort n oublie personne in der Internet Movie Database englisch Romain Gary Der Tanz des Dschingis Cohn Piper Verlag Munchen 1969 wieder dtv 1970 u o zur Kurzung gegenuber dem Original siehe Bezugsartikel Gary Romain Gary Les cerfs volants dt Gedachtnis mit Flugeln 1989 Die Besatzung mit den Augen eines Jugendlichen die Gratwanderung zwischen Kollaboration und Resistance Gemeinsamkeiten zwischen Ost Polen und West Europa unter den Deutschen Leslie Kaplan Fever 2005 dt 2006 TB 2008 Jonathan Littell Les Bienveillantes 2006 deutsch Berlin 2008 ISBN 978 3 8270 0738 4 Louis Malle Patrick Modiano Lacombe Lucien Drehbuch auch als Film DVD Gallimard Paris 1974 ISBN 2 07 028989 3 u o Louis Malle Au revoir les enfants Scenario Reclam Ditzingen 1993 ISBN 3 15 009290 6 Drehbuch Klett Stuttgart 2006 ISBN 3 12 597262 0 im Bezugsart weitere Lit Patrick Modiano Dora Bruder sowie weitere Werke siehe Bezugsartikel Was man seine Trilogie der Occupation nennen konnte enthalt Place d etoile sowie La ronde de nuit und Les boulevards de ceintures diese beiden auf Deutsch in der Pariser Trilogie zu lesen Zu La ronde de nuit Brigitta Coenen Mennemeier Analysen und Dokumente zur Literatur der Resistance und Kollaboration in Frankreich Diesterweg Frankfurt 1988 ISBN 3 425 04875 9 Reihe D s neusprachliche Bibliothek Materialien und didaktische Analysen zum Verstandnis der franzosischen Literatur Brian Moore Hetzjagd Diogenes Zurich 1997 in Anlehnung an die Geschichte des Kriegsverbrechers Paul Touvier Irene Nemirovsky Suite francaise Deutsch von Eva Moldenhauer erstmals Knaus Munchen 2005 ISBN 3 8135 0260 0 gleicher Titel wie im frz Orig TB btb Munchen 2009 ISBN 978 3 442 73963 9 Georges Perec W ou le souvenir d enfance dt W oder die Kindheitserinnerung Ubers Eugen Helmle Suhrkamp Frankfurt 1982 ISBN 3 518 01780 2 Weitere Ubers u d T W oder die Erinnerung an die Kindheit Ubers Thorgerd Schucker Volk und Welt Berlin DDR 1978 Neuauflage der Ubersetzung von Eugen Helmle diaphanes Zurich 2016 ISBN 978 3 03734 225 1 Jean Paul Sartre Paris unter der Besatzung Artikel Aufsatze und Reportagen 1944 1945 Rowohlt TB Reinbek 1997 ISBN 3 499 14593 6 Moriz Scheyer Selbst das Heimweh war heimatlos Bericht eines judischen Emigranten 1938 1945 Tagebuch Rowohlt Reinbek 2017 Orig 1945 Nachwort Erklarungen Namensverzeichnis Joseph Joffo Ein Sack voll Murmeln Ullstein TB 1996 ISBN 3 548 23727 4 Un sac de billes Librairie Generale Francaise ISBN 2 253 02949 1 Tatiana de Rosnay Sarahs Schlussel Roman Ubers Angelika Kaps Bloomsbury Berlin 2007 haufige Neuaufl auch als Horbuch Orig Sarah s key Interview m d Autorin PDF 360 kB Anne Wiazemsky Mein Berliner Kind Beck Munchen 2010 ISBN 978 3 406 60521 5 Franzosisches Original Mon enfant de Berlin Roman Gallimard Paris 2009 ISBN 978 2 07 078409 7 eine sehr junge frz Rotkreuz Schwester in den letzten Kriegsmonaten Marie Odile Beauvais Le secret Gretl Roman Fayard Paris 2009 ISBN 978 2 213 64447 9 Eine 30 Jahrige von deutsch franzosischer Herkunft im besetzten Paris zwischen Kollaboration und Verweigerung nicht in Deutsch Nur im LeihverkehrDidier Leautey Hitlerdeutschland Kollaboration und Resistance als Thema des franzosischen Gegenwartsromans 1980 Hochschulschrift Univ Munster Westf Diss phil A 1981Filme BearbeitenDie Finsternis Literaturverfilmung mit dokumentarischem Material von Thomas Tielsch Der Film beschreibt die Zeit kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges als die Vichy Regierung von den Nationalsozialisten nach Sigmaringen verpflanzt wurde Nach dem Roman Von einem Schloss zum anderen von Louis Ferdinand Celine Folgendes Buch beschreibt 5 Filme zum Thema Pia Bowinkelmann Schattenwelt Die Vernichtung der Juden dargestellt im franzosischen Dokumentarfilm Offizin Hannover 2008 ISBN 978 3 930345 62 5 dort thematisierte Filmemacher Resnais Nacht und Nebel Frederic Rossif amp Madeleine Chapsal Le Temps du ghetto 1961 Marcel Ophuls Das Haus nebenan Chronik einer franzosischen Stadt im Kriege OT Le chagrin et la pitie 1969 Claude Lanzmann Shoah und Claude Chabrol L œil de Vichy 1993 L occupation intime franzosischer Dokumentarfilm von Isabelle Clarke und Daniel Costelle uber das alltagliche Leben unter der deutschen Besatzung 2011 Sigmaringen Hauptstadt Frankreichs le dernier refuge ein Film von Serge Moati ARTE 2017 Weblinks Bearbeiten Commons Vichy Regime Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Frankreich im Zweiten Weltkrieg Edition der Lageberichte des Militarbefehlshabers Frankreich und der Synthesen der Berichte der franzosischen Prafekten 1940 1944 Institut d histoire du temps present Paris Original Material zweisprachig Index von Personen 1939 1945 Das Vichy Regime Deutsches Historisches Museum Das deutsche Besatzungsregime in Frankreich Deutsches Historisches Museum auch Plakate Bericht eines deutschen Landsers Vichy et l Occupation Landesbildungsserver Baden Wurttemberg auch zu Resistance und Collaboration mit vielen weiterfuhrenden Links Claudia Prinz Vor und nach Paxton Der Paradigmenwechsel in der Deutung des Vichy Regimes In Zeithistorische Forschungen Studies in Contemporary History 4 2007 S 263 268 Christine Franzius Tagungsbericht uber Korporatismus im Vichy Regime Stephan Martens Pladoyer fur eine Geschichte der Okkupation 2006 aus dem Franzosischen ubersetzt Vichy Web General Chronology Literatur genaue Chronologie Fritz Taubert Le chant du cygne gris oder Collaboration Grau nicht mehr schwarz weiss In Francia 33 H 3 2006 S 153ff In Deutsch Rolle der frz Intellektuellen Fadime Duzel Literarische Aufarbeitung des Nationalsozialismus untersucht am Beispiel von Andre Schwarz Bart Patrick Modiano und Leslie Kaplan PDF 322 kB Magisterarbeit Univ Wien 2008 Bibliographie Drei lit Werke uber die Beteiligung von Vichy am Holocaust Franzosisches Resumee S 65 79 Pim Griffioen Ron Zeller Anti Jewish Policy and Organization of the Deportations in France and the Netherlands 1940 1944 A Comparative Study Hrsg Netherlands Institute for War Documentation Amsterdam Oxford Journals Holocaust amp Genocide Studies 20 Heft 3 S 437 473 sehr materialreich insbes uber Theodor Dannecker In Englisch Paper der Universitat Toronto Vichy Regime in der Archivdatenbank des Schweizerischen BundesarchivsEinzelnachweise und Anmerkungen Bearbeiten Zeitzone Bis zur deutschen Besetzung galt in Frankreich die Universal Time 0 Die Deutschen fuhrten in den besetzten Gebieten direkt die deutsche Sommerzeit UT 2 ein Um Probleme mit dem Bahnverkehr zu vermeiden setzen die Vichy Behorden im Oktober 1940 die Umstellung zur Winterzeit aus behielten also die franzosische Sommerzeit bei die der deutschen Normalzeit UT 1 entsprach Die Anpassung an die deutsche Zeit scheiterte aber da das Deutsche Reich ebenfalls die Sommerzeit weiterlaufen liess Im Mai 1941 stellte dann Vichy auf die deutsche Sommerzeit doppelte franzosische Sommerzeit UT 2 um Siehe dazu Yvonne Poulle La France a l heure allemande Bibliotheque de l Ecole des chartes vol 157 Librairie Droz 1999 S 493 502 Namentliches Abstimmungsergebnis im Protokoll auf der Website der Franzosischen Nationalversammlung PDF 3 1 MB Loi constitutionnelle du 10 juillet 1940 Digitheque MJP Vgl Acte constitutionnel n 1 und Acte constitutionnel n 2 du 11 juillet 1940 Digitheque MJP Vgl Acte constitutionnel n 4 du 12 juillet 1940 Digitheque MJP Siehe Eberhard Jackel Frankreich in Hitlers Europa die deutsche Frankreichpolitik im 2 Weltkrieg Stuttgart 1966 S 260 f Arnd Kruger Strength through joy The culture of consent under fascism Nazism and Francoism In James Riordan Arnd Kruger Hrsg The International Politics of Sport in the 20th Century Routledge New York 1999 S 67 89 Jean Louis Gay Lescot Le mouvement sportif et l edication physique scolaire en regime autoritaire L Etat Francais de Vichy 1940 1944 Sport Histoire 2 1988 23 54 Thierry Therret France James Riordan amp Arnd Kruger Hrsg European Cultures in Sport Examining the Nations and Regions Intellect Bristol 2003 ISBN 1 84150 014 3 S 103 123 Loi concernant l acces aux emplois dans les administrations publiques vom 17 Juli 1940 in Journal officiel de la Republique Francaise JO vom 18 Juli 1940 S 4537 Loi concernant l exercice de la medicine vom 16 August 1940 in JO vom 19 August 1940 S 4735f Loi reglementant l acces au barreau vom 10 September 1940 in JO vom 11 September 1940 S 4958 und Loi portant abrogation du decret loi du 21 avril 1939 loi Marchandeau vom 27 August 1940 in JO vom 30 August 940 S 4844 Vgl hierzu Michael Mayer Staaten als Tater Ministerialburokratie und Judenpolitik in NS Deutschland und Vichy Frankreich Ein Vergleich Mit einem Vorwort von Horst Moller und Georges Henri Soutou In Studien zur Zeitgeschichte 80 Oldenbourg Munchen 2010 ISBN 978 3 486 58945 0 zugl Diss Munchen 2007 S 28 30 So Art 1 der Loi sur les ressortissants etrangers de race juive in JO vom 18 Oktober 1940 S 5324 Vgl Mayer Staaten als Tater S 30 f Loi portant statut des juifs vom 3 Oktober 1940 in JO vom 18 Oktober 1940 S 5323 Mayer Staaten als Tater S 47 68 Das franzosische Judenstatut Korrespondentenbericht in Volkischer Beobachter 20 Oktober 1940 bei Hanna Schramm Menschen in Gurs Erinnerungen an ein franzosisches Internierungslager 1940 1941 Mit einem dokumentarischen Beitrag zur franzosischen Emigrantenpolitik 1933 1944 von Barbara Vormeier Verlag Georg Heintz Worms 1977 ISBN 3 921333 13 X S 373 Der Gesetzestext dort auf Seite 374 Mayer Staaten als Tater S 122 166 Disclosed the zealous way Marshal Petain enforced Nazi anti Semitic laws In The Guardian 3 Oktober 2010 letzter Zugriff 3 Oktober 2010 Winston Churchill Der Zweite Weltkrieg Bern 1954 Francois Marcot Bruno Leroux Dictionnaire Historique de la Resistance Robert Laffont Paris 2006 ISBN 2 221 09997 4 S 600 Stichwort Montoire Petain Philippe Ansprache zur Kollaboration 30 Oktober 1940 Clio online Themenportal Europaische Geschichte zuletzt gepruft am 16 Oktober 2011 Marc Ferro Questions sur la Deuxieme Guerre mondiale Editions Complexe Brussel 2007 ISBN 978 2 8048 0126 7 Henry Rousso Vichy Frankreich unter franzosischer Besatzung 1940 1944 C H Beck Munchen 2009 S 48 Jean Pierre Azema Olivier Wieviorka Vichy 1940 1944 Perrin Paris 2009 ISBN 978 2 262 02229 7 Le temps des profiteurs S 71 und 78 Robert O Paxton La collaboration d Etat In J P Azema F Bedarida Hrsg La France des annees noires tome 1 De la defaite a Vichy Le Seuil Paris 2001 ISBN 2 02 018306 4 Zur wirtschaftlichen Kollaboration S 357 Spiegel Special Hitlers Krieg Sechs Jahre die die Welt erschutterten Nr 2 2005 S 34 36 ISSN 1612 6017 Eberhard Jackel La France dans l Europe de Hitler Editions Fayard Paris 1968 S 320 Dt Originalausgabe E Jackel Frankreich in Hitlers Europa Die deutsche Frankreichpolitik im Zweiten Weltkrieg Deutsche Verlag Anstalt Stuttgart 1966 Henry Rousso Vichy Frankreich unter deutscher Besatzung 1940 1944 C H Beck Munchen 2009 S 63 Bertram M Gordon Collaborationism in France During the Second World War Cornell University Press 1980 ISBN 0 8014 1263 3 S 43 66 Andre Kaspi Ralph Schor La Deuxieme guerre mondiale chronologie commentee Editions Complexe 1995 ISBN 2 87027 591 9 S 195 Henry Rousso Vichy Frankreich unter deutscher Besatzung 1940 1944 C H Beck Munchen 2009 S 49 Georges Henri Soutou Vichy l URSS et l Allemagne de 1940 a 1941 In Ilja Mieck Pierre Guillen Hrsg Deutschland Frankreich Russland La France et l Allemagne face a la Russie Begegnungen und Konfrontationen Oldenbourg Wissenschaftsverlag Munchen 2000 ISBN 3 486 56419 6 S 303 Denis Peschanski Pierre Azema Vichy etat policier In La France des annees noires Band 2 Editions du Seuil Paris S 358 359 Eberhard Jackel La France dans l Europe de Hitler S 280 284 Raul Hilberg La Destruction des Juifs d Europe Band 2 Editions Gallimard Paris 2006 ISBN 2 07 030984 3 S 1177 Asher Cohen Persecutions et sauvetages Juifs et Francais sous l Occupation et sous Vichy Editions du Cerf Paris 1993 ISBN 2 204 04491 1 S 257 Marc Olivier Baruch Das Vichy Regime Frankreich 1940 1944 Reclam Ditzingen 1999 ISBN 3 15 017021 4 S 103 107 Jean Marc Berliere Les Policiers francais sous l occupation Perrin Paris 2001 S 32 35 Jean Marc Berliere Laurent Chabrun Les Policiers francais sous l occupation D apres les archives inedites de l epuration Editions Perrin Paris 2001 ISBN 2 262 01626 7 S 224 225 Olivier Forcade Services speciaux militaires In Dictionnaire historique de la Resistance Editions Robert Laffont 2006 S 211 213 Zum wenig nachdrucklichen polizeilichen Fahndungsdruck in der nichtbesetzten Zone gegenuber der nichtkommunistischen Resistance vor 1942 siehe besonders J M Berliere Les Policiers francais sous l occupation Editions Perrin Paris 2001 S 35 D Veillon O Wieviorka La Resistance In La France des annees noires Band 2 S 89 D Peschanski Repression de la Resistance par Vichy In Dictionnaire historique de la Resistance Editions Robert Laffont 2006 S 789 Peschanski hebt hervor dass die Repressionsmassnahmen der Polizei sich vor allem gegen Kommunisten richteten sowohl vor als auch nach ihrem Eintritt in die Resistance Alle Autoren betonen dass vor 1942 ein grosser Teil der nichtkommunistischen Resistance dem Marschall Petain gegenuber relativ wohlwollend eingestellt war wahrend ein Teil der eigentlich mit der Bekampfung der Resistance beauftragten Dienste wie des Bureau des Menees Antinationales BMA ihrer Aufgabe nur sehr eingeschrankt nachgingen Zahlreiche nichtkommunistische Resistance Fuhrer wurden zwar verhaftet kamen jedoch wieder frei Chevance Bertin Bertie Albrecht Francois de Menthon Marie Madeleine Fourcade Bertrande d Astier de la Vigerie Nichte von Emmanuel d Astier de la Vigerie Serge Ravanel Robert Aron Histoire de Vichy Editions Fayard Paris 1954 S 536 537 Eberhard Jackel La France dans l Europe de Hitler S 387 Ahlrich Meyer Repression de la Resistance par les Allemands In Dictionnaire historique de la Resistance Editions Robert Laffont Paris 2006 S 785 788 Denis Peschanski Repression de la Resistance par Vichy In Dictionnaire historique de la Resistance Editions Robert Laffont Paris 2006 S 789 790 Asher Cohen Persecutions et sauvetages juifs et francais sous l occupation et sous vichy Editions du Cerf Paris 1993 ISBN 2 204 04491 1 Ulrich Herbert Best Biographische Studien uber Radikalismus Weltanschauung und Vernunft 1903 1989 3 Auflage Dietz Bonn 1996 S 232 254 Bernhard Brunner Der Frankreichkomplex Die nationalsozialistischen Verbrechen in Frankreich und die Justiz in der Bundesrepublik Deutschland Frankfurt 2008 S 44 Besitzer einer Buchhandlung namens Rive Gauche auf die ein Anschlag verubt wurde ab September 1940 gleichzeitig Leiter des deutschen Instituts in Paris nach dem Krieg Oberstudiendirektor in Heilbronn und zeitweise Leiter des Grabert Verlages vgl Bernhard Brunner Der Frankreichkomplex Die nationalsozialistischen Verbrechen in Frankreich und die Justiz in der Bundesrepublik Deutschland Frankfurt am Main 2008 S 121 a b Bernhard Brunner Der Frankreichkomplex Die nationalsozialistischen Verbrechen in Frankreich und die Justiz in der Bundesrepublik Deutschland Frankfurt 2008 S 42 f Thierry Wolton Rot Braun Der Pakt gegen die Demokratie von 1939 bis heute Hamburg 2000 S 36 Stephane Courtois Un ete 1940 Les negociations entre le PCF et l occupant allemand a la lumiere des archives de l Internationale communiste In Communisme Nr 32 33 34 4 Quartal 1992 1 und 2 Quartal 1993 S 85 127 Raymond Cartier Der Zweite Weltkrieg Band 1 Lingen Verlag 1967 S 201 Acte constitutionnel n 5 du 30 juillet 1940 Vgl Sophie Wenkel Ein dunkles Kapitel franzosischer Geschichte 70 Jahre nach der Razzia des Wintervelodroms Deutschlandfunk 16 Juli 2012 Tagesaktueller Nachrichtenbeitrag im franzosischen Fernsehen zu Chiracs Rede ina fr 16 Juli 1995 Video 2 03 Min Rapport general PDF 2 MB 198 S Loi n 2000 321 du 12 avril 2000 relative aux droits des citoyens dans leurs relations avec les administrations Stefan Martens 2005 Pladoyer fur eine Geschichte der Okkupation Memento vom 16 November 2006 im Internet Archive das schwierig anzuwendende Archivgesetz vom 3 Januar 1979 wurde 2004 in den Code du patrimoine integriert nur uber Frankreich und zwar zu Nacht und Nebel als Film und zu Andre Schwarz Bart Der Letzte der Gerechten Roman Regierungssysteme und Vorgangerstaaten Frankreichs Westfrankisches Reich Konigreich Frankreich 987 1791 Zeit der konstitutionellen Monarchie 1791 1792 Erste Republik 1792 1804 Erstes Kaiserreich 1804 1814 15 Konigreich der Franzosen 1814 15 1830 Restauration amp 1830 1848 Julimonarchie Zweite Republik 1848 1852 Zweites Kaiserreich 1852 1870 Dritte Republik 1871 1940 Vichy Regime 1940 1944 Provisorische Regierung 1944 1946 Vierte Republik 1946 1958 Funfte Republik seit 1958 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Vichy Regime amp oldid 222471998, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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