fbpx
Wikipedia

Afrotropis, auch Äthiopis, ist die faunengeographische Bezeichnung für Afrika südlich der Sahara. Dieses Gebiet wurde früher als Äthiopische Zone bezeichnet. Zusammen mit der Orientalis bildet sie die Paläotropis, in der zahlreiche gemeinsame Pflanzen- und Tiergattungen bzw. Familien vorkommen. Beispiele hierfür sind Nashornvögel, Elefanten, Schraubenbaumgewächse und Doumpalmen. Die Afrotopis ist der Entstehungsort der Afrotheria.

Die Afrotropis
Das Spitzmaulnashorn ist in der Afrotropischen Region endemisch

Inhaltsverzeichnis

Die Grenze der Afrotropis nach Norden wird durch den Wüstengürtel Nordafrikas begrenzt. Der Südteil der Arabischen Halbinsel zählt ebenfalls zur Afrotopis. Madagaskar und die angrenzenden Inseln bilden in der Afrotropis eine eindeutig zu unterscheidende Subregion dieser Faunenzone, in der zahlreiche endemische Tierarten wie beispielsweise die Lemuren beheimatet sind. Madagaskar und die Seychellen waren ursprünglich Bestandteile des Superkontinents Gondwana. Die Trennung vom afrikanischen Kontinent erfolgte vor 150 Millionen Jahren. Andere Inseln im indischen Ozean wie beispielsweise die Komoren und die Maskarenen sind vulkanischen Ursprungs und wesentlich später entstanden.

An Afrikas südlichster Spitze befindet sich die Capensis, die durch ein mediterranes Klima gekennzeichnet ist. Im Gegensatz zum Florenreich, dass durch viele endemische Arten gekennzeichnet ist, ist die Capensis keine eigenständige Subregion des Faunenreiches Afrotropis.

Die wichtigsten Lebensräume der Afrotropis sind einerseits die Tropischen Regen- und Feuchtwälder Zentralafrikas und Westafrikas, sowie die Savannen und Trockenwälder die sie umgeben und gegen die nördlichen Wüstenregionen abschirmen. Diese Wüstengebiete der Sahara und des südlichen Arabien bilden eine Übergangszone zur Paläarktis. Im Süden Afrikas liegen mit der Namib, der Karoo und der Kalahari weitere Wüstengebiete.

Die natürlichen Vegetationszonen der Afrotropis
Trop. /ʅ Subtrop. Regenwälder Trop. /ʅ Subtrop. Regengrüne Feuchtwälder Tropische Gebirgsregenwälder u. -Nebelwälder Regengrüne Feuchtsavannen
Tropische Trockenwälder Trockensavannen Dornstrauch- u. Kakteensavannen Subtropische Feuchtwälder
Grassteppen u. Salzwiesen Strauch- u. Trockensteppen Heiße Halbwüsten Heiße Wüsten
Hartlaubvegetation Riedsümpfe u. flutende Wasserpflanzen Hochlandsteppen u. -wüsten Subtropische Trockenwälder
Gemäßigte Laub- u. Auenwälder Gemischte Waldsteppen Gebirgs-Nadelwälder Gemäßigte Küsten-Regenwälder
Winterkalte Halbwüsten Winterkalte Wüsten Flechten- u. Moostundra Laub- u. Nadelmischwälder
Bergtundra, alpine Matten u. Heiden
= Gebirgszüge ::: = vegetationslose Wüstenregionen :¤: = Oasenvegetation (z. T. mit Begrenzung) ••• = Mangrovenküsten

Die endemischen Pflanzenfamilie der Afrotropis umfassen beispielsweise Oliniaceae, Heteropyxidaceae, Penaeaceae, Psiloxylaceae und Rhynchocalycaceae (Ordnung Myrtales) und Sarcolaenaceae (Ordnung Malvales).

Ein Großteil der Fauna ähnelt der Orientalis, aber auch mit der Paläarktis gibt es Gemeinsamkeiten. Einige endemische Tiergruppen können als sehr alte Elemente der Afrotropis gelten, da für sie keine Fossilfunde aus der Paläarktis vorliegen – einer Region, über die in der jüngeren Vergangenheit der meiste Austausch erfolgte. Diese alten Formen sind etwa die Ringelechsen, die Blindwühlen, und die Süßwassermuscheln der Familie Mutelidae. Diese alten Formen teilt die Afrotropis zum Teil mit der Neotropischen Region. Ein Umstand, der auf die bestehende Verbindung beider Kontinentalplatten und den Urkontinent Gondwana in früher Zeit hinweist.

Säugetiere

Afrika war am Beginn der Erdneuzeit teilweise von allen anderen Kontinenten isoliert und entwickelte zu dieser Zeit eine besonders eigenständige Säugetierfauna. Die Tiergruppen, die hier entstanden, werden heute zur Gruppe der Afrotheria gerechnet. Zu diesen zählen Gruppen, die heute noch endemisch sind, wie etwa Elefantenspitzmäuse und Erdferkel, aber auch Gruppen, die zeitweise eine weltweite Verbreitung erlangten, wie die Rüsseltiere und die Seekühe.

Die Afrotropische Region weist insbesondere unter den Säugetieren zahlreiche Gemeinsamkeiten mit der Orientalischen Region auf, mit der sie bisweilen zur Paläotropis vereinigt wird. Zahlreiche Familien sind endemisch für beide Regionen zusammen, kommen aber jeweils in unterschiedlichen Gattungen vor. So finden sich unter den Menschenaffen die Gattungen der Schimpansen (Pan) und Gorillas (Gorilla) nur in der Afrotropis, während Orang-Utans (Pongo) und Gibbons (Hylobatidae) in der Orientalis endemisch sind. Ähnliches gilt für die Meerkatzenverwandten mit Meerkatzen (Cercopithecus), Mandrillartigen (Mandrillus) und Mangaben in der Afrotopis und Languren, Kleideraffen und Stumpfnasenaffen in der Orientalis, um nur eine Auswahl zu nennen. Weitere Beispiele sind die Elefanten mit Loxodonta beziehungsweise Elephas, die Nashörner mit Diceros und Ceratotherium beziehungsweise Rhinoceros und Dicerorhinus oder die Hornträger mit Gattungen wie Syncerus, Tragelaphus und Chonnochaetes in der Afrotropis beziehungsweise Bibos und Boselaphus in der Orientalis.

Zu den Säugetierfamilien, die heute in der Afrotropis endemisch sind, zählen die Flusspferde, die Giraffen, die Elefantenspitzmäuse, die Otterspitzmäuse, Goldmulle, Dornschwanzhörnchen, Erdferkel, Springhasen, Mähnenratten und Mausschläfer. Bären und Hirsche, die zwar ursprünglich in Nordafrika vorkamen, fehlen dagegen völlig in der Afrotropis. Einige, wie die Flusspferde und Giraffen kamen allerdings bis ins Plio-Pleistozän auch in Südafrika vor.

Vögel

Zu den endemischen Vogelfamilien zählen die Straußenvögel, die Nektarvögel, die Sekretäre, die Perlhühner und die Langflügelpapageien.

Commons: Afrotropic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Erich Thenius: Grundzüge der Faunen- und Verbreitungsgeschichte der Säugetiere. Eine historische Tiergeographie. 2., völlig neubearbeitete Auflage, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1980, ISBN 3-437-30312-0 (erste Auflage unter dem Titel: Grundzüge der Verbreitungsgeschichte der Säugetiere. Gustav Fischer Verlag, Jena 1972).
  2. J. Illies: Tiergeographie. 2. verbesserte Auflage, (Hrsg.: Edwin Fels, Ernst Weigt, Herbert Wilhelmy; Originalfassung: 1970). Georg Westermann Verlag, Braunschweig 1972, ISBN 3-14-160285-9.

Afrotropis Sprache Beobachten Bearbeiten Weitergeleitet von Athiopis Afrotropis auch Athiopis ist die faunengeographische Bezeichnung fur Afrika sudlich der Sahara Dieses Gebiet wurde fruher als Athiopische Zone bezeichnet Zusammen mit der Orientalis bildet sie die Palaotropis in der zahlreiche gemeinsame Pflanzen und Tiergattungen bzw Familien vorkommen Beispiele hierfur sind Nashornvogel Elefanten Schraubenbaumgewachse und Doumpalmen Die Afrotopis ist der Entstehungsort der Afrotheria Die Afrotropis Das Spitzmaulnashorn ist in der Afrotropischen Region endemisch Inhaltsverzeichnis 1 Subregionen 2 Flora 3 Fauna 3 1 Saugetiere 3 2 Vogel 4 Siehe auch 5 Literatur 6 Weblinks 7 EinzelnachweiseSubregionen BearbeitenDie Grenze der Afrotropis nach Norden wird durch den Wustengurtel Nordafrikas begrenzt Der Sudteil der Arabischen Halbinsel zahlt ebenfalls zur Afrotopis Madagaskar und die angrenzenden Inseln bilden in der Afrotropis eine eindeutig zu unterscheidende Subregion dieser Faunenzone in der zahlreiche endemische Tierarten wie beispielsweise die Lemuren beheimatet sind 1 Madagaskar und die Seychellen waren ursprunglich Bestandteile des Superkontinents Gondwana Die Trennung vom afrikanischen Kontinent erfolgte vor 150 Millionen Jahren Andere Inseln im indischen Ozean wie beispielsweise die Komoren und die Maskarenen sind vulkanischen Ursprungs und wesentlich spater entstanden An Afrikas sudlichster Spitze befindet sich die Capensis die durch ein mediterranes Klima gekennzeichnet ist Im Gegensatz zum Florenreich dass durch viele endemische Arten gekennzeichnet ist ist die Capensis keine eigenstandige Subregion des Faunenreiches Afrotropis Flora BearbeitenDie wichtigsten Lebensraume der Afrotropis sind einerseits die Tropischen Regen und Feuchtwalder Zentralafrikas und Westafrikas sowie die Savannen und Trockenwalder die sie umgeben und gegen die nordlichen Wustenregionen abschirmen Diese Wustengebiete der Sahara und des sudlichen Arabien bilden eine Ubergangszone zur Palaarktis Im Suden Afrikas liegen mit der Namib der Karoo und der Kalahari weitere Wustengebiete Die naturlichen Vegetationszonen der Afrotropis Trop ʅ Subtrop Regenwalder Trop ʅ Subtrop Regengrune Feuchtwalder Tropische Gebirgsregenwalder u Nebelwalder Regengrune Feuchtsavannen Tropische Trockenwalder Trockensavannen Dornstrauch u Kakteensavannen Subtropische Feuchtwalder Grassteppen u Salzwiesen Strauch u Trockensteppen Heisse Halbwusten Heisse Wusten Hartlaubvegetation Riedsumpfe u flutende Wasserpflanzen Hochlandsteppen u wusten Subtropische Trockenwalder Gemassigte Laub u Auenwalder Gemischte Waldsteppen Gebirgs Nadelwalder Gemassigte Kusten Regenwalder Winterkalte Halbwusten Winterkalte Wusten Flechten u Moostundra Laub u Nadelmischwalder Bergtundra alpine Matten u Heiden Gebirgszuge vegetationslose Wustenregionen Oasenvegetation z T mit Begrenzung Mangrovenkusten Die endemischen Pflanzenfamilie der Afrotropis umfassen beispielsweise Oliniaceae Heteropyxidaceae Penaeaceae Psiloxylaceae und Rhynchocalycaceae Ordnung Myrtales und Sarcolaenaceae Ordnung Malvales Fauna BearbeitenEin Grossteil der Fauna ahnelt der Orientalis aber auch mit der Palaarktis gibt es Gemeinsamkeiten Einige endemische Tiergruppen konnen als sehr alte Elemente der Afrotropis gelten da fur sie keine Fossilfunde aus der Palaarktis vorliegen einer Region uber die in der jungeren Vergangenheit der meiste Austausch erfolgte Diese alten Formen sind etwa die Ringelechsen die Blindwuhlen und die Susswassermuscheln der Familie Mutelidae Diese alten Formen teilt die Afrotropis zum Teil mit der Neotropischen Region Ein Umstand der auf die bestehende Verbindung beider Kontinentalplatten und den Urkontinent Gondwana in fruher Zeit hinweist 2 Saugetiere Bearbeiten Afrika war am Beginn der Erdneuzeit teilweise von allen anderen Kontinenten isoliert und entwickelte zu dieser Zeit eine besonders eigenstandige Saugetierfauna Die Tiergruppen die hier entstanden werden heute zur Gruppe der Afrotheria gerechnet Zu diesen zahlen Gruppen die heute noch endemisch sind wie etwa Elefantenspitzmause und Erdferkel aber auch Gruppen die zeitweise eine weltweite Verbreitung erlangten wie die Russeltiere und die Seekuhe Die Afrotropische Region weist insbesondere unter den Saugetieren zahlreiche Gemeinsamkeiten mit der Orientalischen Region auf mit der sie bisweilen zur Palaotropis vereinigt wird Zahlreiche Familien sind endemisch fur beide Regionen zusammen kommen aber jeweils in unterschiedlichen Gattungen vor So finden sich unter den Menschenaffen die Gattungen der Schimpansen Pan und Gorillas Gorilla nur in der Afrotropis wahrend Orang Utans Pongo und Gibbons Hylobatidae in der Orientalis endemisch sind Ahnliches gilt fur die Meerkatzenverwandten mit Meerkatzen Cercopithecus Mandrillartigen Mandrillus und Mangaben in der Afrotopis und Languren Kleideraffen und Stumpfnasenaffen in der Orientalis um nur eine Auswahl zu nennen Weitere Beispiele sind die Elefanten mit Loxodonta beziehungsweise Elephas die Nashorner mit Diceros und Ceratotherium beziehungsweise Rhinoceros und Dicerorhinus oder die Horntrager mit Gattungen wie Syncerus Tragelaphus und Chonnochaetes in der Afrotropis beziehungsweise Bibos und Boselaphus in der Orientalis 2 Zu den Saugetierfamilien die heute in der Afrotropis endemisch sind zahlen die Flusspferde die Giraffen die Elefantenspitzmause die Otterspitzmause Goldmulle Dornschwanzhornchen Erdferkel Springhasen Mahnenratten und Mausschlafer Baren und Hirsche die zwar ursprunglich in Nordafrika vorkamen fehlen dagegen vollig in der Afrotropis 2 Einige wie die Flusspferde und Giraffen kamen allerdings bis ins Plio Pleistozan auch in Sudafrika vor Vogel Bearbeiten Zu den endemischen Vogelfamilien zahlen die Straussenvogel die Nektarvogel die Sekretare die Perlhuhner und die Langflugelpapageien Siehe auch BearbeitenGeobotanikLiteratur BearbeitenPaul Muller Biogeographie Ulmer Stuttgart 1980 ISBN 3 8001 2459 9 Weblinks Bearbeiten Commons Afrotropic Sammlung von Bildern Videos und AudiodateienEinzelnachweise Bearbeiten Erich Thenius Grundzuge der Faunen und Verbreitungsgeschichte der Saugetiere Eine historische Tiergeographie 2 vollig neubearbeitete Auflage Gustav Fischer Verlag Stuttgart 1980 ISBN 3 437 30312 0 erste Auflage unter dem Titel Grundzuge der Verbreitungsgeschichte der Saugetiere Gustav Fischer Verlag Jena 1972 a b c J Illies Tiergeographie 2 verbesserte Auflage Hrsg Edwin Fels Ernst Weigt Herbert Wilhelmy Originalfassung 1970 Georg Westermann Verlag Braunschweig 1972 ISBN 3 14 160285 9 Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Afrotropis amp oldid 199116541, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

buch

, bücher, bibliothek,

artikel

, lesen, herunterladen, kostenlos, kostenloser herunterladen, MP3, Video, MP4, 3GP, JPG, JPEG, GIF, PNG, Bild, Musik, Lied, Film, Buch, Spiel, Spiele