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Eine Ädikula (Mehrzahl Ädikulä; zulateinischaedicula, Mehrzahl aediculae) ist ein kleines antikes Bauwerk bzw. Bauteil.

Schema einer Ädikula
Grabmal für Barthold Georg Niebuhr auf dem Alten Friedhof in Bonn nach einem Entwurf von Schinkel
Renaissanceportal mit Ädikulaaufsatz, 1571 im Palais Niederösterreich

Ursprünglich ist aedicula ein Diminutiv von aedes, was ein Haus oder speziell einen Tempel bezeichnet, dementsprechend ist aedicula ein kleines Haus oder „Tempelchen“. Aedicula werden insbesondere die kleinen Nachbildungen von Tempeln genannt, die der Ausschmückung eines Sacellum dienten, eines umfriedeten Heiligtums, wie es für die ältesten römischen Kulte typisch ist. Diese aediculae waren dann meist kleine Bauwerke mit einer Nische, in der sich das Kultbild der Gottheit befand.

In dieser reduzierten Form erscheinen Ädikulä als architektonisches Element: ein kleiner Wandaufbau, der einer Tempelfront ähnlich sah und in dem sich eine Statue befand. Später wurde jede Stützengliederung, die aus Säulen, Pfeilern oder Pilastern und einem Dreiecks- oder Segmentbogengiebel bestand und eine Nische umrahmte, Ädikula genannt. Dieses Stilelement findet sich im hellenistischen und im römischen Baustil ebenso wie in den an die Antike anknüpfenden Baustilen Renaissance, Barock und Klassizismus. Die Ädikula diente dabei meist zur Gliederung großer Wandflächen. Sie ist häufig an großen Toren, Stadttoren oder Triumphbögen und an großen Gebäuden wie Thermen und Palästen zu finden. Im Mittelalter wurde auch eine kleine Privatkapelle (meist eine Grabkapelle) so genannt.

Es sind folgende mögliche Bedeutungen von Ädikula zu unterscheiden:

  • Schrein im Sinn eines Larariums
  • Grabmal oder Teil eines Grabmales mit der Urne oder einem Bildnis des Verstorbenen.
  • kleiner antiker Tempel
  • kleiner Aufbau zur Bewahrung eines Standbildes
  • Umrahmung von Nischen oder von Fenstern mit Säulen oder mit einem kleinen Dach und Giebel (Häuschenmotiv – Dreiecksgiebel).

Die letzten beiden Bedeutungen werden oft im Zusammenhang mit einer Apsis oder einer Fassade verwendet.

Es gibt Formen der Ädikula, die sich nicht direkt an antike Vorbilder anlehnen. Diese kommen in der modernen Architektur vor, unter anderem in öffentlichen Bereichen.

In der römischen Wandmalerei, speziell der Antoninischen Wandmalerei ist die Ädikula ein häufiges Motiv zur Erzeugung einer illusionistischen Architektur. Bereits im Zweiten Stil der Pompejianischen Wandmalerei gibt es dieses Motiv mit derselben Aufgabe.

Im griechischen Kulturraum entspricht der Ädikula der Naiskos.

Commons: Aediculae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Adikula Hauschen kleines antikes oder antikisierendes Bauwerk Sprache Beobachten Bearbeiten Eine Adikula Mehrzahl Adikula zu lateinisch aedicula Mehrzahl aediculae ist ein kleines antikes Bauwerk bzw Bauteil Schema einer Adikula Grabmal fur Barthold Georg Niebuhr auf dem Alten Friedhof in Bonn nach einem Entwurf von Schinkel Renaissanceportal mit Adikulaaufsatz 1571 im Palais NiederosterreichGeschichte und Beschreibung BearbeitenUrsprunglich ist aedicula ein Diminutiv von aedes was ein Haus oder speziell einen Tempel bezeichnet dementsprechend ist aedicula ein kleines Haus oder Tempelchen Aedicula werden insbesondere die kleinen Nachbildungen von Tempeln genannt die der Ausschmuckung eines Sacellum dienten eines umfriedeten Heiligtums wie es fur die altesten romischen Kulte typisch ist Diese aediculae waren dann meist kleine Bauwerke mit einer Nische in der sich das Kultbild der Gottheit befand In dieser reduzierten Form erscheinen Adikula als architektonisches Element ein kleiner Wandaufbau der einer Tempelfront ahnlich sah und in dem sich eine Statue befand Spater wurde jede Stutzengliederung die aus Saulen Pfeilern oder Pilastern und einem Dreiecks oder Segmentbogengiebel bestand und eine Nische umrahmte Adikula genannt Dieses Stilelement findet sich im hellenistischen und im romischen Baustil ebenso wie in den an die Antike anknupfenden Baustilen Renaissance Barock und Klassizismus Die Adikula diente dabei meist zur Gliederung grosser Wandflachen Sie ist haufig an grossen Toren Stadttoren oder Triumphbogen und an grossen Gebauden wie Thermen und Palasten zu finden Im Mittelalter wurde auch eine kleine Privatkapelle meist eine Grabkapelle so genannt Es sind folgende mogliche Bedeutungen von Adikula zu unterscheiden Schrein im Sinn eines Larariums Grabmal oder Teil eines Grabmales mit der Urne oder einem Bildnis des Verstorbenen kleiner antiker Tempel kleiner Aufbau zur Bewahrung eines Standbildes Umrahmung von Nischen oder von Fenstern mit Saulen oder mit einem kleinen Dach und Giebel Hauschenmotiv Dreiecksgiebel Die letzten beiden Bedeutungen werden oft im Zusammenhang mit einer Apsis oder einer Fassade verwendet Es gibt Formen der Adikula die sich nicht direkt an antike Vorbilder anlehnen Diese kommen in der modernen Architektur vor unter anderem in offentlichen Bereichen In der romischen Wandmalerei speziell der Antoninischen Wandmalerei ist die Adikula ein haufiges Motiv zur Erzeugung einer illusionistischen Architektur Bereits im Zweiten Stil der Pompejianischen Wandmalerei gibt es dieses Motiv mit derselben Aufgabe Im griechischen Kulturraum entspricht der Adikula der Naiskos Naiskos Griechische Grabstele um 430 400 BC Larariumin der Casa dei in Vettii in Pompeji um 50 Grabmal fur Julius Wilhelm Bruhl auf dem Heidelberger Bergfriedhof 19 Jh Grabtempel fur von Finckh und von Berger auf dem Gertrudenfriedhof in Oldenburg Oldb Grabmal fur General Friedrich Wilhelm von Rauch Invalidenfriedhof Berlin Entwurf Friedrich Wilhelm IV Friedrich August Stuler Literatur BearbeitenPaul Habel Aedicula In Paulys Realencyclopadie der classischen Altertumswissenschaft RE Band I 1 Stuttgart 1893 Sp 445 f Henner von Hesberg Elemente fruhkaiserzeitlicher Aedicula Architektur In Jahreshefte des Osterreichischen Archaologischen Instituts Bd 53 1981 1982 ISSN 0078 3579 S 43 86 S 43 86 Peter Noelke Ara et Aedicula Zwei Gattungen von Votivdenkmalern in den germanischen Provinzen In Bonner Jahrbucher Bd 190 1990 S 79 124 Wolfgang Herrmann Adikula In Otto Schmitt Hrsg Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte Band 1 A Baubetrieb Metzler Stuttgart 1937 Sp 167 172 Weblinks Bearbeiten Commons Aediculae Sammlung von Bildern Videos und Audiodateien Adikula in Das grosse Kunstlexikon von P W Hartmann Adikula in Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte Abgerufen von https de wikipedia org w index php title Adikula amp oldid 214751521, wikipedia, wiki, deutsches, deutschland,

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